Eisenhütte Prinz Rudolph

Allgemeines

FirmennameEisenhütte Prinz Rudolph
OrtssitzDülmen (Westf)
StraßeBrokweg 75
Postleitzahl48249
Art des UnternehmensEisenhütte und Maschinenfabrik
AnmerkungenAuch: "Aktiengesellschaft Eisenhütte Prinz Rudolph" oder "Aktiengesellschaft" nachgestellt. Später: Zweigniederlassung von "Salzgitter Maschinen und Anlagen". Um 2000: "Hazemag & EPR GmbH". Quellen [Schladitz] und [Kreutzer] aus: "Dülmener Heimatblätter"
Quellenangaben[Schladitz: Die Eisenhütte Prinz Rudolph (1982)] [Kreutzer: Aus der Geschichte der Eisenhütte Prinz Rudolph (1960/61)] [Adr.-Buch Elektr.-Branche (1892) 48] [Handbuch Akt.-Ges. (1943) 5041]




Unternehmensgeschichte

Zeit Ereignis
1832 Der Unternehmer Beisenherz aus Bochum erhält nach 1832 die Mutungsrechte für Raseneisenerze im Raum Dülmen, Haltern, Olfen und Lembeck. Er plant die Gründung einer Eisenhütte zunächst in Olfen, später in Sythen bei Haltern.
1842 Gründung durch Johann Dinnendahl (Sohn von Franz D.) mit einem Kapital von urspr. M 465.000,00, mit der Zweckbestimmung, Raseneisenerze zu verhütten
1842 Im Gesellschaftvertrag von 1842 heißt es u.a., daß dem Materrialverwalter die notwendigen Reisekosten zur Beaufsichtigung der Holzfäller, Kohlenbrenner wie auch zum Ankauf des Holzes vergütet werden.
18.06.1842 Grundsteinlegung der Eisenhütte.
1843 Anfang 1843 wird die Produktion aufgenommen.
1844 Beginn der Fördermaschinen-Produktion
1844 Der Eisenhütte wird eine Maschinenfabrik angegliedert. Es werden vor allem Förder- und Wasserhaltungsmaschinen für den Bergbau hergestellt.
1851 Angliederung einer Maschinenfabrik für die Herstellung von Pumpen und Fäördermaschinen
1864 Bau der ersten, für mehrere Jahrzehnte richtungsweisenden Dampffördermaschinen
1864 u.a. Bau einer Dampffördermaschine, die bis 1954 in Betrieb ist.
1870 In den 70er Jahren setzt sich das Eisenschmelzen in Kokshochöfen durch.
08.07.1870 Am 8. Juli 1870 wird die Gewerkschaft entsprechend dem neuen Handelsgesetz von 1869/70 in eine Aktiengesellschaft umgewandelt.
1875 Durch die technische Entwicklung wird der Holzkohlehochofen in der Eisenhütte wegen Unwirtschaftlichkeit abgeschaft.
1875 Nach 1875 wird das benötigte Roheisen und der Stahl im Ruhrgebiet eingekauft und dann in der Hütte aus Kupolöfen gegossen. Die EPR wird zum rein eisenverarbeitenden Betrieb.
1890 Bau der 1. Druckluft-Kolbenhaspel
1890 In einem Prospekt aus dem Jahr 1890 werden neben Bergwerkmaschinen folgende Produkte aufgeführt:
Fördermaschine, Förderhaspel, hydraulischer Motor, Wasserhaltungsmaschine, Wassersäulenmaschine, Luftkompressionsmaschine, Einrichtungen für Hütten, Walzwerke, Kräne, Walzengerüste, Betriesmaschinen: Dampfpumpen, Walzenzugmaschine, Gebläsemaschine, Dampfaufzüge, Zerkleinerungsmaschinen, Röhrenvorwärmer, Kessel, Schalen, Pfannen und Retorten für die chemische und metallurgische Industrie, Lehm - und Sandgußstücke größerer Dimension, Schmiedestücke in Hammereisen, Bessemer - und Martinstahl, auch landwirtschaftliche Maschinen: Pflüge, Rübenschneider, Pumpen, Kartoffelausgrabmaschine, Dreschmaschine, Pferdestall - und Geschirrkammereinrichtungen, Ferkeltröge u.a.
1893 Ab 1893, mit dem Bau der ersten größeren Fördermaschine, ist die Wirtschaftskrise der 1870er Jahre überwunden.
1900-1910 Im ersten Jahrzehnt gehören bis zu 280 Beschäftigte zum Werk.
1910 Bis zum Jahr 1910 werden insgesamt 251 Fördermaschinen, 63 Wasserhaltungsmaschinen, 31 Pumpwerksdampfmaschinen, etwa 100 Betriebsmaschinen und eine Vielzahl verschiedener Spezialmaschinen und Apparate für den Bergbau und die Hüttenindustrie geliefert.
1. Weltkrieg Während der Kriegsjahre werden Geschoßhülsen hergestellt. Gelegentlich wird eine Bergbaumaschine gebaut.
1919 Nach dem Krieg setzt der Bau von schweren Bergwerksmaschinen wieder ein.
1921 1921 erfolgt die Angliederung der EPR an die Gewerkschaft König-Ludwig in Recklinghausen, indem diese die Aktien der Hütte aufkauft.
1921 Kapitalerhöhung um Mark 735.000,00
1922 Die Belegschaft steigt auf 270 Mitarbeiter.
1922 Das Kapital wird um M 2.800.000,00 erhöht.
1923 Durch die enge Verbindung zum Bergbau wird der Potterieguß aufgegeben und die Erzeugung von Landmaschinen eingestellt.
14.01.1925 Umstellung des Kapitals von M 4.000.000,00 auf RM 400.000,00 (10 : 1).
1926 Im Jahr 1926 werden alle Bearbeitungsmaschinen mit elektrischem Einzelantrieb versehen, die Elektrizitätserzeugung wird aufgegeben und der Strom vom VEW bezogen.
1930 Nach der allgemeinen Wirtschaftskrise von 1930 bringen erst die folgenden Jahre eine günstige Auftragslage. Im Produktionsprogramm erscheinen erstmals Maschinen für die Kohlenbeförderung als auch Kohlenstaubmühlen.
1938 Übernahme des Fördermaschinen-Programmes von der Isselburger Hütte
01.07.1938 Seither Organgemeinschaft mit "Bergbau AG Ewald König Ludwig", Herten (Westf.).
01.09.1939 Die Eisenhütte hat ihren höchsten Leistungsstand erreicht.
01.06.1942 Letzte ordentliche Hauptversammlung bis 1943/44
21.03.1945 Beginn des Wiederaufbaues der zerstörten Werksanlagen
06.1945 Es beginnt die erste Produktionsarbeit mit ca. 60 - 70 Leuten der alten Belegschaft.
01.07.1945 bis 31.08.1945 Im Juli/August 1945 wird mit dem Bau der Bürobaracke begonnen.
1946 1946 wird der 1000. Zylinderabguß "groß" gefeiert.
01.04.1946 bis 31.05.1946 Im April/Mai 1946 kann das kaufmännische Büro einziehen, im August folgt das technische Büro.
01.11.1946 bis 31.12.1946 Seit dem Winter sind Formerei und Gießerei in Betrieb.
1947 Im Jahr 1947 erhalten die Zechen Ewald und Blumenthal je eine elektrische Fördermaschine.
1950-1955 In der ersten Hälfte der 50er Jahre werden Zwillingsdampffördermaschinen gebaut, die mit 9000 PS und 200 t Gestängedruck die Leistungsspitze dieses Maschinentyps in der Welt darstellen.
1955 Erneuerung des Maschinenparks für die Fertigung. Die Beschaffung einer schweren Karuselldrehbank mit 3 m Planscheibendurchmesser macht den Anfang.
1957 Im Jahr 1957 wird die Ruine des Hochofens abgerissen. Im gleichen Jahr beginnt die grundlegende Reparatur der Gießereianlagen.
1958 Der Fertigungszweig "Apparatebau und Verfahrenstechnik" wird weiter vorangetrieben.
1959 Aufnahme der Verfahrenstechnik
1959 Im Jahr 1959 wird das Konstruktionsbüro errichtet.
1960 Aufnahme der Fertigung von Aggregaten für den Walz- und Hüttenwerksbau
1960 1960 wird ein Großbohrwerk aufgestellt.
1963 Stillegung der Gießerei
1967 Aufnahme der Produktion von Verzugmatten für den Bergbau
1971 Bau des Verwaltungsgebäudes
1974 Umzug der Verzugmattenfertigung von Suderwich nach Dülmen
1974 Die EPR wird Zweigniederlassung der Salzgitter-Maschinen-AG
1976 Bau der Montagehalle
1980 Kauf einer CNC-Bohr- und Fräsmaschine
1980-1982 Erhalt des Auftrages über die 1. große Gesamtanlage für den Bergbau in Deutschland




Produkte

Produkt ab Bem. bis Bem. Kommentar
"winder" (engl.] 1844 Erste Erwähnung 1991 Letzte Erwähnung s. auch: 1851!
Aggregate für den Walz- und Hüttenwerksbau 1960 Erste Erwähnung 1991 Letzte Erwähnung  
Aggregate für den Walz- und Hüttenwerksbau 1960 Erste Erwähnung 1991 Letzte Erwähnung  
chemische Apparate 1959 Erste Erwähnung 1991 Letzte Erwähnung  
Dampffördermaschinen 1864 Erste Erwähnung 1952 Letzte Erwähnung 1864: 1., für mehrer Jahrzehnte richtungsweisende Dampffördermaschine
Emaillierarbeiten 1892 [Adressb. Elektr.-Branche (1892)] 1892 [Adressb. Elektr.-Branche (1892)]  
Grauguß bis zu 35 Tonnen Stückgewicht 1958 Erste Erwähnung 1958 Letzte Erwähnung  
Hochleistungsgetriebe 1958 Erste Erwähnung 1958 Letzte Erwähnung bis zu den größten Dimensionen
Pumpen 1851 Erste Erwähnung 1940 Letzte Erwähnung  
Roheisen 1842 Erste Erwähnung 1842 Letzte Erwähnung aus Raseneisenerzen
Rohrbrennschneidemaschinen 1958 Erste Erwähnung 1958 Letzte Erwähnung  
Schachtfördereinrichtungen 1844 Erste Erwähnung 1989 Letzte Erwähnung 1844: "start of winder production"; 1851: Angliederung einer Maschinenfabrik für ... Fördermaschinen
Verzugsmatten für den Bergbau 1967 Erste Erwähnung 1982 Letzte Erwähnung 1967 Beginn in Recklinghausen-Suderwich, 1974 nach Dülmen




Personal

Zeit gesamt Arbeiter Angest. Lehrl. Kommentar
1939   250 20    
1967 410        
1981 420     40  




Firmen-Änderungen, Zusammenschüsse, Teilungen, Beteiligungen


Zeit = 1: Zeitpunkt unbekannt

Zeit Bezug Abfolge andere Firma Kommentar
1974 Anschluß (Namensverlust) danach Salzgitter-Maschinen-AG EPR --> Salzgitter [Schladitz: Die Eisenhütte Prinz Rudolph (1982)]




Allgemeines

ZEIT1943
THEMAOrgane und Kapital der Gesellschaft
TEXTVorstand: Hütten-Dir. Dipl.-Ing. Hans Quartier, Dülmen. Aufsichtsrat: Bergwerksdirektor Bergassessor Hellmut Reimann, Herten (Westf.), Vorsitzer; Bergwerksdirektor Dipl.-Kaufm. Engelbert H. Raueiser, Herten (Westf.); Bergwerksdirektor Dipl.-Ing. Hermann Krönauer, Recklinghausen S 3; Bergassessor Hermann Bruch, Berlin; Bergrat Dr.-Ing. Hans Werner v. Dewall, Kattowitz; Dr. Konrad Ende, Berlin; Bergwerksdirektor Hanns Nathow, Brüx; Bergwerksdirektor Bergassessor Alfred Wimmelmann, Hessen b. Hamm (Westf.). Grundkapital: nom. RM 400.000,00 Stammaktien in 310 Stücken zu je RM 150,00 und in 3535 Stücken zu je Reichsmark 100,00. Großaktionär: Bergbau A.-G. Ewald-König Ludwig in Herten (100%). Dividenden 1931/32-1937/38: 0, 0, 0, 4, 5, 6, 6% (seit 1. Juli 1938 Organgemeinschaft mit Bergbau AG. Ewald König Ludwig, Herten [Westf.]); deren Beteiligung: 100 %.
QUELLE[Handbuch Akt.-Ges. (1943) 5041]


THEMAZweck und Gegenstand des Unternehmens (Organe und Kapital der Gesellschaft)
TEXTZweck: Maschinenbau für Bergwerke und Hüttenwerke, insbesondere Fördermaschinen, Dampfmaschinenbau. Eisengießerei für Maschinenguß. Haupterzeugnisse: Bergwerksfördermaschinen, Seilscheiben. (Vorstand: Hütten-Dir. Dipl.-Ing. Hans Quartier, Dülmen. Aufsichtsrat: Bergwerksdirektor Bergassessor Hellmut Reimann, Herten (Westf.), Vorsitzer; Bergwerksdirektor Dipl.-Kaufm. Engelbert H. Raueiser, Herten (Westf.); Bergwerksdirektor Dipl.-Ing. Hermann Krönauer, Recklinghausen S 3; Bergassessor Hermann Bruch, Berlin; Bergrat Dr.-Ing. Hans Werner v. Dewall, Kattowitz; Dr. Konrad Ende, Berlin; Bergwerksdirektor Hanns Nathow, Brüx; Bergwerksdirektor Bergassessor Alfred Wimmelmann, Hessen b. Hamm (Westf.). Grundkapital: nom. RM 400.000,00 Stammaktien in 310 Stücken zu je RM 150,00 und in 3535 Stücken zu je Reichsmark 100,00. Großaktionär: Bergbau A.-G. Ewald-König Ludwig in Herten (100%). Dividenden 1931/32-1937/38: 0, 0, 0, 4, 5, 6, 6% (seit 1. Juli 1938 Organgemeinschaft mit Bergbau AG. Ewald König Ludwig, Herten [Westf.]); deren Beteiligung: 100 %.)


THEMABesitzverhältnisse (Organe und Kapital der Gesellschaft)
TEXTEisengießerei für Maschinenguß, Bauguß und Poterieguß. (Vorstand: Hütten-Dir. Dipl.-Ing. Hans Quartier, Dülmen. Aufsichtsrat: Bergwerksdirektor Bergassessor Hellmut Reimann, Herten (Westf.), Vorsitzer; Bergwerksdirektor Dipl.-Kaufm. Engelbert H. Raueiser, Herten (Westf.); Bergwerksdirektor Dipl.-Ing. Hermann Krönauer, Recklinghausen S 3; Bergassessor Hermann Bruch, Berlin; Bergrat Dr.-Ing. Hans Werner v. Dewall, Kattowitz; Dr. Konrad Ende, Berlin; Bergwerksdirektor Hanns Nathow, Brüx; Bergwerksdirektor Bergassessor Alfred Wimmelmann, Hessen b. Hamm (Westf.). Grundkapital: nom. RM 400.000,00 Stammaktien in 310 Stücken zu je RM 150,00 und in 3535 Stücken zu je Reichsmark 100,00. Großaktionär: Bergbau A.-G. Ewald-König Ludwig in Herten (100%). Dividenden 1931/32-1937/38: 0, 0, 0, 4, 5, 6, 6% (seit 1. Juli 1938 Organgemeinschaft mit Bergbau AG. Ewald König Ludwig, Herten [Westf.]); deren Beteiligung: 100 %.)