Bergedorfer Eisenwerk AG, Astra-Werke

Allgemeines

FirmennameBergedorfer Eisenwerk AG, Astra-Werke
OrtssitzBergedorf (b. Hamburg)
OrtsteilSande
Postleitzahl2103x
Art des UnternehmensMaschinenfabrik
AnmerkungenUm 1859: "W. Bergner & Co." in Geesthacht (auch als "Fabrik Landwirthschaftlicher Maschinen von Wilhelm Bergner" bezeichnet), ab 1864: "W. Bergner & Nordenberg" und seitdem in Sande (Bahnhof Bergedorf). 1867 - 1906: "Bergedorfer Eisenwerk W. Bergner". Anfang des 20. Jh. trat Carl Bergner, Sohn des inzwischen kr├Ąnklichen Gr├╝nders, in die Firma ein und f├╝hrte einen erfolgreichen Kampf um die Separatoren-Patente gegen die schwedische "A.B. Separator" und deren deutsche Tochter "Alfa-Laval-Gesellschaft". Sitz 1936: Lohbr├╝gge bei Bergedorf-Hamburg. Seit 1969: "STAL-ASTRA GmbH", diese seit 1973 zum ALFA-LAVAL-Konzern; seit 1974 in Glinde; seit 1993 "ABB Stal-Astra GmbH", ab 1995 "ABB K├Ąlteanlagen GmbH", ab 1997 "SABROE Industriek├Ąlte GmbH", Wiesbaden, ab 1999 "YORK Industriek├Ąlte" als Teil der "YORK International Corporation", USA; diese seit 2005 zu "Johnson Controls".
Quellenangaben[Masch-Ind Dt Reich (1939/40)] [Kammel: Schlacht- und Viehhofbau (1936) Anh. 6] [Handbuch Akt.-Ges. (1943) 2456] [Historisch-biographische Bl├Ątter 7 (1905/06) Lief. 13]
HinweiseAusf├╝hrliche Chronik in: http://www.vhkk.org/geschichte/pdf/Bergedorfer_Eisenwerke_Unternehmensgeschichte.pdf




Unternehmensgeschichte

Zeit Ereignis
17.11.1835 Geburt von Wilhelm Bergner in Geesthacht
01.01.1859 Gr├╝ndung unter der Firma "W. Bergner & Co." durch den sp├Ąteren Kommerzienrat Wilhelm Bergner in Geesthacht in allerbescheidenstem Ma├če. - Bergner wurde als Sohn des Dompredigers in Schwerin geboren, und er sollte ebenfalls Theologe werden. Wegen eines Augeleidens wandte sich W. Berger der Landwirtschaft zu. Am 17. Januar 1859 wirbt er f├╝r seine "Fabrik Landwirthschaftlicher Maschinen und Ger├Ąthe in Geesthacht".
1863 Verleihung der silbernen Medaille auf der Hamburger internationalen Ausstellung
1864 Nordenberg tritt als Partner ein.
20.07.1864 Umzug von "W. Bergner & Nordenberg" von Geesthacht nach Sande b. Bergedorf. Die Fabrik verf├╝gt ├╝ber folgende Einrichtungen bzw. Werkzeugmaschinen: 8 Schraubst├Âcke, 3 Hobelb├Ąnke, 1 Drehbank, 1 Bohrmaschine und 1 Dampfmaschine (8 PS), ferner einer Gie├čerei (die auch die Fenster der eigenen Fabrik gie├čt). Da Bestellungen reichlich vorhanden sind, werden weitere Werkzeugmaschinen angeschafft.
1866 Wegen der schwierigen Gesch├Ąftslage durch den preu├čisch-├Âsterreichischen Krieg tritt Nordenberg als Teilhaber aus.
Mai 1867 Siegfried Magnus tritt als neuer Teilhaber und Geldgeber Bergers ein. Die Firma lautet "Eisengie├čerei und
Maschinen-Fabrik W. Bergner & S. Magnus, Ingenieur". Man baut vorwiegend Schrotm├╝hlen, H├Ąckselmaschinen, Breitdreschmaschinen, Kornreinigungsmaschinen, G├Âpel und Dampfdreschmaschinen.
Mai 1867 Änderung der Firma in "Bergedorfer Eisenwerk"
1878 Auf der Suche nach Neuheiten sieht man auf einer Ausstellung in Wandsbek den von Laval erfundenen Milch-Spearator zur kontinuierlichen Abscheidung der Sahne durch Zentrifugalkraft aus der Vollmilch. Das Bergedorfer Eisenwerk sichert sich die Vertretung der schwedischen Firma "Aktiebolaget Separator", Stockholm.
1881 Beginn des Dampfmaschinenbaus f├╝r Molkereien als Kopie einer englischen Maschine. - Dieser Gesch├Ąftszweig entwickelt sich, und es werden Maschinen bis zu 100 PS f├╝r alle m├Âglichen Fabrikbetriebe auf den Markt gebracht.
1888 Bergner sieht auf einer Ausstellung in Magdeburg eine epochemachende Neuerung an Separatoren, eine Erfindung des Freiherrn von Bechtolsheim. Sie haben sogenannte Alfa-Eins├Ątze in den Zentrifugentrommeln, welche die Leistungsf├Ąhigkeit au├čerordentlich steigern. Die neue Maschine wird von der "Aktiebolaget Separator" in Stockholm hergestellt und als "Alfa-Laval-Separator" vom Bergedorfer Eisenwerk auf den Markt gebracht. - Die Fabrik vergr├Â├čert sich, und eine neue Gie├čerei wird gebaut.
Anfang 1890er Wilhelm Bergner wird durch eine schwere Krankheit f├╝r mehrere Jahre arbeitsunf├Ąhig. - In seinen sp├Ąteren Lebensjahren stellt sich wieder eine gewisse k├Ârperliche Frische ein, aber er wird niemals mehr der schaffensfrohe Leiter von fr├╝her.
ca. Mitte 1890er Es beginnen leichte Disharmonien mit der "Aktiebolaget Separator" in Stockholm: Die schwedische Gesellschaft sieht eifers├╝chtig auf die starke Position ihrer Handelsfreundin, die diese sich durch das Monopol des Separator-Vertriebes in Deutschland, ├ľsterreich, Italien und der Schweiz geschaffen hatte.
Juni 1896 Tod des Teilhabers Magnus. Er war Ingenieur, aber dar├╝ber hinaus der unsichtige Kaufmann, der die Au├čenorganisation versah, w├Ąhrend Bergner f├╝r den praktischen Betrieb zu Hause zust├Ąndig war.
1896 Nach dem Tod von S. Magnus wird das Werk von W. Bergner als alleinigem Inhaber ├╝bernommen und unter der Firma "Bergedorfer Eisenwerk W. Bergner" weitergef├╝hrt.
1898 Durch den milden Winter 1897/98 wird die allgemeine Diskussion ├╝ber die Einf├╝hrung k├╝nstlicher K├Ąlte in Molkereien entfacht. Das Bergedorfer Eisenwerk nimmt zum ersten Mal die Lieferung von Eis- und K├Ąltemaschinen an Molkereien
auf. Zu Beginn werden Solek├╝hlanlagen mit CO2-Verdichtern von Sabroe geliefert. Die Anlagen gibt es in 12 Gr├Â├čen mit Leistungen von 450 bis 15.000 kcal/h. - In der Folge steigt Absatz an K├Ąltemaschinen langsam, nachdem sich auch die
Wissenschaft f├╝r k├╝nstliche K├Ąlte in Molkereien einsetzt.
01.01.1898 Gr├╝ndung einer Unterst├╝tzungskasse f├╝r in Not geratene Betriebsmitarbeiter mit einem Grundkapital von 50.000 Mark
1899 Wilhelm Bergner wird f├╝r seine unternehmerischen Leistungen der Rote Adlerorden verliehen und zum K├Âniglich-Preu├čischen Kommerzienrat ernannt.
1901 Die "Aktiebolaget Separator" in Stockholm k├╝ndigt nach Ablauf der Alfa-Teller-Patente die Vertr├Ąge mit dem Bergedorfer Eisenwerk und zwingt letzteres zu einem neuen Vertrag, nach welchem die H├Ąlfte des deutschen Gesch├Ąfts in die H├Ąnde der Schweden f├Ąllt. Eine Tochtergesellschaft wird unter dem Namen "Alfa-Laval-Gesellschaft" in Berlin ins Leben gerufen mit dem Zweck, den Boden f├╝r das Bergedorfer Eisenwerk ganz zu untergraben.
1901 Eintritt von Carl Bergner, dem Sohn des Gr├╝nders, in das Unternehmen. Er ist Ingenieur und verf├╝gt ├╝ber Auslandserfahrung
1901 Der Bau landwirtschaftlicher Maschinen wird endg├╝ltig aufgegeben. Im Zuge der weiter fortschreitenden Industrialisierung der Milchwirtschaft wird das Produktionsprogramm immer mehr auf milchwirtschaftliche Maschinen, Dampfmaschinen und K├╝hlanlagen ausgerichtet
1903 Einf├╝hrung des Markennamens "Astra" f├╝r die Alpha-Separatoren, zusammen mit dem Schlagwort "Per Alfa ad Astra" (analog zum lateinischen Sprichwort "Per aspera ad astra")
1904 Das Wortzeichen "Astra" wird als Handelsmarke eingetragen. Das Bergedorfer Eisenwerk beginnt, eigene Milchseparatoren unter der Marke "Astra" zu vertreiben. - Vorausgegangen sind Vertragsstreitigkeiten und der Entzug von Verkaufsm├Ąrkten durch die "Aktiebolaget Separator", Stockholm, diese hatten zwischenzeitlich ihren Vertrieb ├╝ber die Fa. Ahlborn, Hildesheim organisiert.
Sommer 1904 Tod von Wilhelm Bergner. - Er kann den Erfolg um den Kampf der Separatoren-Patente gegen die schwedische Konkurrenz nicht mehr erleben. Seine Erben ├╝bernehmen die Firma unter der Leitung des dritten Sohnes, Carl Bergner.
1907 Wilhelm Bergner f├Ârdert den Bau der 1897 geweihten Sander Erl├Âserkirche durch die Spende von Glasfenstern im Wert von 10.000 Mark und einer Spende f├╝r den Bau des Pastorates in H├Âhe von 5.000 Mark.
03.06.1907 Umwandlung in eine Aktiengesellschaft unter der Firma "Bergedorfer Eisenwerk Aktiengesellschaft Astra-Werke" mit Wirkung ab 1. Januar 1907; Kapital: 3.000.000 Mark. ├ťbernahme des unter der Firma "Bergedorfer Eisenwerk W. Bergner zu Sande" betriebenen Unternehmens. - Grund f├╝r die ├änderung der Gesellschaftsform sind Streitigkeiten mit "Aktiebolaget Separator", die viel Geld kosteten, und den Ausbau und die Modernisierung des Werkes in den Hintergrund dr├Ąngten. Die Firma geriet in Liquidit├Ątsprobleme. Zur Rettung wurde der Kontakt zur "Aktiebolaget Separator" wieder aufgenommen, und die Schweden ├╝bernehmen mit 1,75 Mill. Mark die Mehrheit des Kapitals.
03.07.1907 Eintragung der Aktiengesellschaft
1908 Beginn der eigenen Fabrikation von Kohlens├Ąure-K├Ąltekompressoren. Im Katalog von 1907/1908 werden 17 Gr├Â├čen von Kohlens├Ąure-K├╝hlmaschinen zur K├╝hlung von S├╝├čwasser oder Sole mit Leistungen von 1.100 bis 64.000 kcal/h aufgef├╝hrt. Als Referenzen werden 157 Molkereien und Milchverarbeitungsbetriebe aufgelistet. F├╝r Deutschland gibt es B├╝ros und Vertretungen in Kiel, Kassel, Hamm, Karlsruhe, N├╝rnberg, K├Ânigsberg, Magdeburg, Breslau, L├╝beck und Bromberg.
1910 Das Gesch├Ąft in K├Ąlteanlagen nimmt einen kr├Ąftigen Aufschwung, insbesondere wegen des milden Winters 1909/10
1911 Erh├Âhung des Kapitals um M 1.000.000,00
1912 Ein neuer liegender Astra-Kompressor, Typ H, mit seitlich befestigtem Stahlzylinder, kommt heraus.
1914 Auf der G.L.G.-Ausstellung in Hannover wird ein neu konstruierter, doppelt wirkender Astra-Kompressor mit
Spezialventilen vorgef├╝hrt.
1919 Das "Astra"-Wortzeichen wird unter anderem auch f├╝r K├╝hlschr├Ąnke eingetragen.
28.06.1924 Lt. G.-V. vom 28. Juni 1924 Umstellung des Kapitals von M 4.000.000,00 in gleicher H├Âhe auf Reichsmark.
1926 Die Astra-Bildmarke "Schneeflocke" wird eingetragen. Gesch├╝tzte Waren sind: Kompressions-, Absorptions- und Wasserdampfstrahlk├Ąltemaschinen, Eisk├╝hlanlagen, Ausr├╝stung und Teile f├╝r derartige Anlagen, K├╝hler f├╝r fl├╝ssige und feste Stoffe, Maschinen f├╝r die Herstellung von Speiseeis und Rahmeis, Maschinen f├╝r die Verarbeitung von Milch und Milcherzeugnissen, Maschinen f├╝r die Verarbeitung, Behandlung und Konservierung von Lebensmitteln aller Art.
1927 Eine Kleink├Ąlteanlage, Marke AOS, kommt auf den Markt. Es handelt sich um zwei Gr├Â├čen von stehenden Astra-Kompressoren f├╝r Ammoniak mit st├╝ndlichen Leistungen von 2.800 und 5.700 WE bei einer Abk├╝hlung von -2┬░C auf
-5┬░C. Sie werden f├╝r Transmissions- und Motorantrieb geleifert, auch mit untergebautem Kondensator.
24.05.1928 ├änderung der Firma aus "Bergedorfer Eisenwerk Akt.-Ges." in "Bergedorfer Eisenwerk Aktiengesellschaft Astra-Werke" lt. Beschlu├č auf der ordentlichen Generalversammlung am 24. Mai
1932 Es werden erste Plattenerhitzer mit metallischer Dichtung zwischen den Platten gebaut.
1932 Au├čer den bisher gelieferten K├Ąltemaschinen werden nun auch Methylchlorid-Maschinen mit zweifachem Zylinder gebaut, deren Kondensator mit Wasser- oder Luftk├╝hlung ausgef├╝hrt sein kann. Die K├Ąltemaschinen werden jetzt nicht nun in Molkereien angeboten, sondern die Firma wendet sich an alle Gewerbe, die k├╝nstliche K├Ąlte ben├Âtigen. Selbstverst├Ąndlich wird auf automatischen Betrieb gr├Â├čten Wert gelegt. Der Bau von CO2-K├Ąltemaschinen tritt mehr in den Hintergrund, da diese sich nicht f├╝r den v├Âllig automatischen Betrieb eignen.
07.06.1932 Die G.-V. vom 7. Juni 1932 beschlie├čt Herabsetzung des A.-K. in erleichterter Form von RM 4.000.000,00 auf Reichsmark 2.000.000,00 durch Einziehung von Aktien.
1933 Die Kompressorbaureihe "ARE" besteht jetzt aus 7 Gr├Â├čen mit K├Ąlteleistungen von 950 bis 45.000 kcal/h bei -10┬░C Verdampfungstemperatur. Die Herstellung der K├Ąltemaschinen wird auf eine breite Grundlage gestellt, und in diesem
Zusammenhang wird das K├Ąltemaschinengesch├Ąft f├╝r alle Gewerbe neu organisiert. Nach und nach werden 130 erfahrene Fachfirmen f├╝r Vertretung im In- und Auslande gewonnen und K├Ąlteanlagen von 350 bis 350.000 kcal/h und f├╝r alle
K├Ąltemittel und Verwendungsgebiete gebaut.
1934 Das unter der Firma "Bergedorfer Eisenwerk W. Bergner" zu Sande ├╝bernommene Fabrik- und Handelsgesch├Ąft wird staatsseitig in Lohbr├╝gge umgewandelt.
Sept. 1935 Das Bergedorfer Eisenwerk ├╝bernimmt von der Hamburg-Harburger Firma Alfred Gutmann, ehemals Georg Niemeyer, den Produktionsbereich Schiffsk├Ąltemaschinen einschlie├člich einer Anzahl von Facharbeitern. Eine Schiffsk├Ąlteabteilung
wird gegr├╝ndet und das Warenzeichen "Astra-Niemeyer" f├╝r folgende Waren eingetragen: Anlagen f├╝r Schiffsbedarf, und zwar K├Ąltemaschinen, K├Ąlteanlagen, Verdampfer-Apparate, Speisewasservorw├Ąrmer, Reiniger, Entgaser und Ausr├╝stungsteile f├╝r die vorgenannten Waren.
31.03.1936 Die ao. G.-V. vom 31. M├Ąrz 1936 beschlie├čt Erh├Âhung des Kapitals auf Reichsmark 8.000.000,00 durch Ausgabe von 300 Vorzugsaktien mit 5 % kumul. Verzinsung zu je RM 20.000,00 gegen Einbringung der Obligationsanleihe von 1928 von Dollar 2.000.000,00.
1937 Die Astra-Platten-Erhitzer und -K├╝hler werden mit Platten aus V2A-Stahl mit besonders in Gruppen angeordneten Kan├Ąlen geliefert. Die Platten h├Ąngen in einem Traggestell und werden mittels einer Verschlussspindel mit ├ťbersetzung gespannt.
1939 Die ersten Frigen-K├Ąlteanlagen werden geba.ut
21.06.1943 Letzte ordentliche Hauptversammlung bis 1943/44
Ende 1949 Gr├╝ndung der Textilabteilung f├╝r die Fabrikation von Webst├╝hlen. Kurt Metzler, der ehemalige Technische Direktor der Firma "Gro├čenhainer Webstuhl- und Maschinenfabrik A. G.", bringt dazu seine Erfahrungen, Patente und Verbindungen zur Textilindustrie ein; er war aus Sachsen gefl├╝chtet.
1950 Die Gesch├Ąftsbereiche Gewerbe- und Schiffsk├Ąlte nehmen einen gro├čen Aufschwung. Von der Abteilung Gewerbek├Ąlte werden K├╝hlraum- K├Ąlteanlagen und K├╝hlm├Âbel wie Gewerbe-K├╝hlschr├Ąnke, Schauvitrinen, Gastst├Ąttentresen, Milchk├╝hltische und Anlagen f├╝r die Herstellung und den Verkauf von Speiseeis geliefert.
1951 Das Gesch├Ąft mit Industrie- und Gro├čk├Ąlteanlagen belebt sich wieder. Als Verdichter werden die bew├Ąhrten, Vorkriegsbaureihen "ARE" f├╝r NH3 der geliefert. Es handelt sich um offene, langsamlaufende (max. 600 U/min), Zwei- und Vierzylinder-Verdichter mit stehender Zylinderanordnung f├╝r K├Ąlteleistungen von 1200 bis 650.000 kcal/h. Verdichter f├╝r Chlormetyl und Frigen werden f├╝r Leistungen von 300 bis 53.500 kcal/h gebaut.
1951 Das in eigener Fertigung hergestellte Zubeh├Âr f├╝r K├Ąlteanlagen umfa├čt Berieselungsverfl├╝ssiger, Doppelrohrverfl├╝ssiger, R├Âhrenkesselverfl├╝ssiger, Na├čluftk├╝hler, Plattenverdampfer, R├Âhrenkesselverdampfer, Steilrohrverdampfer, Rippenrohrverdampfer in Wand-, Decken- und Schr├Ągrohrausf├╝hrung, Solespeichersysteme und -beh├Ąlter, Fl├╝ssigkeitsabscheider, Zwischenk├╝hler, ├ľlabscheider, Hochdruck-Schwimmerregler, Roheiserzeuger und Blockeisanlagen bis 100 t/Tag, Druckk├╝hler f├╝r die Fettindustrie und Milchk├╝hlanlagen f├╝r die Landwirtschaft.
1952 Inbetriebnahme einer kompletten, neuen Gie├čerei mit Modelltischlerei und Schlosserei f├╝r 4.000 t/a f├╝r Graugu├č GG 18 bis GG 26
1953 Beginn des Baues von Gemeinschaftsk├╝hlanlagen f├╝r den l├Ąndlichen Raum
1954 Seither wird auch Sp├Ąrogu├č f├╝r Kurbelwellen f├╝r Kolbenverdichter hergestellt.
1954 ├ťbernahme der Firma Fechner in Hamburg. Seitdem werden Falleiserzeugungsanlagen "System Fechner" (R├Âhreneiserzeuger mit senkrechten Gefrierrohren) hergestellt und auf den Markt gebracht. Das durch einen untergebauten Eisbrecher zerkleinerte Eis dient zur Beeisung von Fischen, zur Betonk├╝hlung, als Cuttereis in Fleischereien usw.
1958 Eine neue Serie gro├čer langsamlaufender, stehender Zwei- und Vierzylinder-Verdichter f├╝r max. 600 U/min,
Bezeichnungen ARE/FRE 210 bis 4200, kommt auf den Markt. Diese hat einen Leistungsumfang von 6.100 bis 220.000 kcal/h bei Ammoniak und ist auch f├╝r R12 und R22 geeignet. Einige Typen dieser Baureihe werden sp├Ąter auch in Indien (Poona) und in Spanien (Tycosa/Madrid) in Lizenz gebaut.
1958 Die Markteinf├╝hrung eines Plattenfrosters mit max. 15 Stationen und je einer Plattenfl├Ąche von 1,4 qm, wird abgeschlossen. Der Betrieb ist mit R22, NH3 oder Sole m├Âglich. Die Leistung betr├Ągt ca. 300 bis 600 kg/h je nach Dicke und Art des Gefriergutes. Plattenfroster dienen zum Einfrieren von Fischfilet, Obst, Gem├╝se, Fleisch und anderen Lebensmitteln in regelm├Ą├čigen Formaten, mit oder ohne Verpackung. Eine erste Hauptanwendung erfolgt auf den Hecktrawlern der deutschen Hochsee-Fischereiflotte.
1960 Der neue Durchlaufk├╝hler in CrNi-Stahl und Haarnadelausf├╝hrung f├╝r direkte Verdampfung und Leistungen von 3.000 bis 5.000 l/h f├╝r Milch, Bier, W├╝rze usw. kommt auf dem Markt.
1965 Als letzte Verdichter-Entwicklung kommt eine kurzhubige Kolbenverdichterserie mit jeweils 4, 6 und 8 Zylindern in
V-, W- und VV-Anordnung, mit Drehzahlen von 1450 bis max. 1760 U/min, f├╝r den industriellen Bereich heraus. Sie ist f├╝r NH3, R12 und R22 geeignet und umfa├čt ein Leistungsspektrum von 66.500 bis 302.000 kcal/h.
1965 Der Umsatz betr├Ągt 68,7 Mill. DM; der Export hat einen Anteil von 30 %
1967 Umfirmierung in "Alfa-Laval Bergedorfer Eisenwerke GmbH"
09.07.1968 Von der Konzernleitung der Firma "ALFA-LAVAL AB" in Tumba / Schweden wird die Zusammenarbeit auf dem Gebiet der K├Ąltetechnik mit der "STAL-Refrigeration AB" in Norrk├Âping, verk├╝ndet. STAL-Refrigeration geh├Ârt zu diesem Zeitpunkt zur Firma "STAL-LAVAL TURBIN AB" in Finspong / Schweden.
01.01.1969 F├╝r den deutschen Markt wird die neue Gesellschaft "STAL-ASTRA GmbH K├Ąlteanlagen" gegr├╝ndet. Die neue Firma wird mit 4 Millionen DM Eigenkapital ausgestattet, je zur H├Ąlfte von "ALFA-LAVAL Bergedorfer Eisenwerke GmbH" und "STAL-Refrigeration". Die neue Firma beginnt mit ca. 130 Mitarbeitern. Sie hat St├╝tzpunkte in Bremen, Kiel, Hilden, Stuttgart und M├╝nchen.
Jahreswechsel 1970/71 Die Produktion von Verdichtern und Apparaten f├╝r K├Ąlteanlagen im Bergedorfer Eisenwerk l├Ąuft allm├Ąhlich aus. Mehr und mehr werden Kolbenverdichter der Serien "P" und "U" und Schraubenverdichter "S" und komplette Verdichteraggregate der Muttergesellschaft "STAL-Refrigeration", Norrk├Âping eingesetzt. Alle anderen Anlagenkomponenten wurden fremd bezogen.
1971 ├ťbernahme der "Stal-Astra GmbH", K├Ąlteanlagen durch "Alfa-Laval Tumba"
1974 Nachdem "ALFA-LAVAL AB" bereits seit 1969 25 % der Aktien an "STAL-Refrigeration" hielt, werden jetzt auch die
restlichen 75 % der Aktien der "STAL-Refrigeration" von "STAL-LAVAL" durch "ALFA-LAVAL" ├╝bernommen. Somit geh├Ârt
auch "STAL-ASTRA" ├╝ber ihre Mutter "STAL-Refrigeration AB" in Norrk├Âping ganz zum ALFA-LAVAL-Konzern.
1974 Die "STAL-ASTRA GmbH" zieht von Hamburg-Bergedorf in einen kompletten Neubau nach Glinde. Das alte Gel├Ąnde des Bergedorfer Eisenwerkes wird mit Wohnungen bebaut. Bis auf die Petters Transportk├Ąlte wird die Gewerbek├Ąlte zur├╝ckgefahren und dann aufgegeben.
1975 Schlie├čung der Gie├čerei
1975 Einstellung der Textilmaschinenproduktion
1982 Der Umsatz der "STAL-ASTRA GmbH", Glinde, betr├Ągt in 1982 61,5 Mill. DM, bei einem Gewinn von 1,7 Mill. DM.
30.06.1983 Alle Aktien der Muttergesellschaft "STAL-Refrigeration", Norrk├Âping, werden von "ALFA-LAVAL" an "ASEA AB" in Vesteras mit Wirkung zum 30. Juni verkauft. - ASEA macht in diesem Jahr einen Umsatz von 8 Milliarden DM und ALFA-LAVAL 2,5 Milliarden DM.
1988 "ASEA AB", Vesteras, Schweden, und "BBC Brown Boveri Limited", Baden, Schweiz, verk├╝nden, da├č sie zuk├╝nftig zusammenarbeiten wollen. An der neuen Gesellschaft "ASEA BROWN BOVERI" (ABB) beteiligen sich ASEA und BBC zu je
50 %. Es entsteht ein Konzern mit 160.000 Mitarbeitern und einem Jahresumsatz von 24 Milliarden Schweizer Franken. Damit ergibt sich f├╝r den deutschen Markt, da├č es jetzt zwei renommierte K├Ąltefirmen im neuen ABB-Konzern gibt: "BROWN, BOVERI YORK K├Ąlte- und Klimatechnik GmbH", Mannheim, und die "STAL-ASTRA K├Ąlteanlagen GmbH", Glinde (SAG). An BBY ist die "YORK International Corp.", USA zu 50 % beteiligt.
1991 Die "YORK International Corp." erwirbt die restlichen 50 % der ABB an BBY. Diese firmiert nun unter "YORK International" in Mannheim.
01.01.1992 Die deutsche Niederlassung der schwedischen "Fl├Ąkt AB" (Umwelttechnik, Oberfl├Ąchentechnik, Lufttechnik und Ventilatoren) kommt zur ABB AG Mannheim. Die auf dem gleichen Gebiet t├Ątige "Stal-Astra" wird als sechste Untergesellschaft an die "ABB Fl├Ąkt" angegliedert.
23.02.1993 ├änderung der Firma der "ABB Fl├Ąkt" in "ABB Stal-Astra GmbH"
01.01.1995 ├änderung der Firma aus "ABB Stal-Astra GmbH" in "ABB K├Ąlteanlagen GmbH" mit Verlegung des Sitzes von Mannheim nach Mainz-Kastel. In Glinde sind die Abteilungen: Allgemeine Technik, Materialwirtschaft, Finanz- und Rechnungswesen und Aggregatebau.
01.10.1998 Der Sitz der "SABROE Industriek├Ąlte GmbH" wird nach Glinde verlegt.




Produkte

Produkt ab Bem. bis Bem. Kommentar
Dampfmaschinen 1881 Beginn (nachgebaute engl. Maschinen) 1939 [Maschinen-Industrie Dt Reich (1939/40) 437] 1900: von 2 bis 200 PS
Dreschmaschinen 1859 Beginn bei Gr├╝ndung   Ende Landmaschinen 1901  
G├Âpel 1859 Beginn bei Gr├╝ndung   Ende Landmaschinen 1901 bezeichnet als "Deutsche Ro├čwerke, Englische Cylinder-G├Âpel"
H├Ąckselmaschinen 1859 Beginn bei Gr├╝ndung   Ende Landmaschinen 1901  
komplette Ziegeleianlagen 1900 Katalog Weltausstellung Paris (Anzeige) 1900 Katalog Weltausstellung Paris (Anzeige)  
Kornreinigungsmaschinen 1859 Beginn bei Gr├╝ndung      
K├╝hlanlagen 1936 [Kammel: Schlacht- und Viehhofbau (1936) Anh. 6] 1939 [Masch Ind Dt Reich (1939/40)]  
landwirtschaftliche Maschinen aller Art 1867 t├Ątig 1901 Ende  
Luft-Buttermaschinen 1859 Beginn bei Gr├╝ndung      
Milchwirtschaftliche Maschinen 1900 Weltausstellung Paris 1939 [Maschinen-Industrie Dt Reich (1939/40) 437]  
Pumpen 1939 [Maschinen-Industrie Dt Reich (1939/40) 437] 1939 [Maschinen-Industrie Dt Reich (1939/40) 437]  
Schiffsk├Ąlteanlagen 1935 ├ťbernahme von "A. Gutmann" 1963 t├Ątig 1948-1951: 90 Anlagen, 1951-1963: 800 Anlagen
Schrotm├╝hlen 1859 Beginn bei Gr├╝ndung      
Separatoren 1939 [Maschinen-Industrie Dt Reich (1939/40) 437] 1939 [Maschinen-Industrie Dt Reich (1939/40) 437]  
Webst├╝hle 1949 Beginn Ende 1949 1975 Ende Textilmaschinen Fortsetzung der Produktion der fr├╝heren "Gro├čenhainer Webstuhl- und Maschinen-Fabrik"; bis 1961 4.200 St├╝ck gebaut




Betriebene Dampfmaschinen

Bezeichnung Bauzeit Hersteller
Dampfmaschine um 1864 unbekannt
Dampfmaschine um 1889 Bergedorfer Eisenwerk AG, Astra-Werke
Dampfmaschine   unbekannt




Personal

Zeit gesamt Arbeiter Angest. Lehrl. Kommentar
1908 508        
1909 656        
1926 2160        
1939 1800       Lehrlingswerkstatt
1948 815        
1960 1584       Arbeiter und Angestellte




Allgemeines

ZEIT1943
THEMAOrgane und Kapital der Gesellschaft
TEXTVorstand: Generaldir. Ludwig Voges, Hamburg-Bergedorf, Vorsitzer; Dir. Hans Ohle, Reinbek. Aufsichtsrat: Rechtsanwalt und Notar Dr. Wilhelm Grethe, Vorsitzer; Direktor Ernst Hellstedt; Direktor a. D. Heinrich Ahlers. Stimmrecht: Je nom. RM 1.000,00 Stamm-Aktie l Stimme. je nom. RM 20.000,00 Vorzugs-Aktie l Stimme. Gesch├Ąftsjahr: Kalenderjahr. Grundkapital: nom. RM 8.000.000,00, davon nom Reichsmark 2.000.000,00 Stammaktien in 2000 St├╝cken zu je RM 1.000,00 (Nr. 1-2000) u. nom. RM 6.000.000,00 Vorzugsaktien in 300 St├╝cken zu je RM 20.000,00 (Nr. 1-300 Ausgabe B).
QUELLE[Handbuch Akt.-Ges. (1943) 2456]


ZEIT1943
THEMAZweck und Gegenstand des Unternehmens
TEXTZweck: Betrieb einer Maschinenfabrik, insbesondere Herstellung und Vertrieb von Molkereimaschinen, Separatoren und K├╝hlmaschinen aller Art, sowie Betrieb damit zusammenh├Ąngender Fabrikations- und Handelsgesch├Ąfte. Spezial-Erzeugnlsse: Astra-Molkerei-Maschinen, Alfa-Milchseparatoren, K├Ąltemaschinen f├╝r Industrie und Gewerbe, K├╝hlanlagen und Apparate f├╝r den Schiffsbedarf, Separatoren f├╝r industrielle Zwecke.
QUELLE[Handbuch Akt.-Ges. (1943) 2456]


ZEIT1943
THEMABesitzverh├Ąltnisse
TEXTSonstiger Besitz: 19 Angestellten- und Arbeiter-Wohnh├Ąuser mit ca. 70 Wohnungen. Filialen: 13 Filialen in Gro├čdeutschland. Eigene Niederlassung in Prag.
QUELLE[Handbuch Akt.-Ges. (1943) 2456]