Brown, Boveri & Cie.

Allgemeines

FirmennameBrown, Boveri & Cie.
OrtssitzMannheim
OrtsteilKäfertal
StraßeGottlieb-Daimler-Str. 8
Postleitzahl68165
Art des Unternehmenselektrotechnische Fabrik
Anmerkungen1955: Boveristr. 22. 1985/86: ".. & Cie AG". Ab 1988: "ABB" (s.d.). Marke der Haushaltsgeräte um 1938 "Sigma". Tochterfirma seit 1913: "Rheinische Draht- und Kabelwerke GmbH" (s.d.), Köln-Riehl.
Quellenangaben[Wer liefert was (1938) 342] [ABC d dt. Wirtschaft (1955) II/1782] [Handbuch Akt.-Ges. (1943) 5989]
Hinweise[Röntgen: 40 Jahre im Dienste der BBC (um 1947)] [Keller: Erfahrungen und Ergebnisse aus meiner Turbinen-Montagepraxis I + II (1949)]




Unternehmensgeschichte

Zeit Ereignis
1898 Die Firma erwirbt im 17. Sandgewann, in der Nähe des Bahnhofs Käfertal ein Grundstück von ca. 50.000 qm Fläche.
05.07.1898 Es wird beschlossen, die Vergabe des Baus als Gesamtausführung sowie die vorläufige Übertragung der Betriebsführung für das Mannheimer Elektrizitätswerk der BBC zu übertragen
16.07.1898 Die Frankfurter Fabrik, der Vorläufer von BBC Mannheim, feiert die Fertigstellung ihrer 1000. Maschine, eines Wechselstrommotors
19.07.1898 Die Firma Brown Boveri & Cie., Baden erhält aufgrund einer Abstimmung in der Bürgerausschußsitzung den Zuschlag zum Bau einer elektrischen Zentrale in Mannheim
08.1898 Beginn der Verhandlungen um die Zufahrtsstraße längs der Eisenbahn und um die Herstellung eines Anschlußgleises
01.1899 Im Januar werden weitere 35.000 qm Grundstücksfläche hinzugekauft
1900 Die schweizerische Brown, Boveri & Cie. KG verlegt ihre deutsche Niederlassung von Frankfurt nach Mannheim, nachdem sie 1898 von der Stadt den Auftrag zum Bau des Elektrizitätswerks erhalten hatte. Robert Boveri übernimmt im Alter von 27 Jahren die Leitung als Vorstandsmitglied. Ihm obliegt die Technik und damit auch die Fabrikation des Werks Käfertal
1900 Carlos Gaa leitet das neugegründete BBC-Werk als Direktor bis zu seinem Tod zusammen mit Dr. Robert Boveri
1900 Es entstehen ab 1900 in Köln, Hamburg, Berlin, Frankfurt und Siegen die ersten BBC-Vertretungen.
1900 Aufgrund einer Ausschreibung für den Bau der elektrischen Einrichtungen und der Stromversorgung für die Mannheimer Straßenbahn (um 1900) machen die Firmen Siemens & Halske in Berlin und Brown, Boveri & Cie. in Mannheim das Rennen. Sie schließen sich zu einem Konsortium zusammen und liefern die Wagen samt elektrischer Einrichtung, bauen die Oberleitung und errichten das Umformerwerk in der Keplerstraße. Die Männer des städtischen Tiefbauamtes verlegen die neuen Schienen, die von der Firma Georgsmarienhütte und Bergwerks-Verein in Osnabrück geliefert werden, überwiegend als zweigleisige Strecken.
1900 Das Aktienkapital der BBC Mannheim in Höhe von 6 Millionen Mark ist zu 50% eingezahlt. Es wird zunächst nominell von den Komplementären und Kommanditisten der BBC Baden in Interimsscheinen übernommen
12.02.1900 Der erste Waggon fährt auf dem neuen Anschlußgleis in die Fabrik
01.04.1900 bis 31.05.1900 Transport der Maschinen und Einrichtungen von Frankfurt nach Mannheim. Dort sind 400 Arbeiter beschäftigt
01.06.1900 Das Werk wird im Juni in Betrieb genommen. Etwa 130 Mitarbeiter waren von Frankfurt nach Mannheim übergesiedelt. Zunächst stehen für die Fabrikation nur die Werkhallen 1 bis 6 zur Verfügung. Sie haben eine Gesamtbreite von 60 m und eine Länge von 52 m und besitzen Krananlagen mit einer Tragkraft von 5 bis 29 t. Die Stromversorgung erfolgt aus dem städtischen 4000-V.Netz über ein Kabel von 3 x 35 qmm Querschnitt mit zwei 100-kVA-Transformatoren. Die zwei Kessel im Kesselhaus haben je 130 qm Heizfläche und 8 bar Dampfspannung; die dienen ausschließlich der Beheizung der Werkstätten. - Der Turbinenbau ist bereits geplant. - Die Installations-Abteilung = Stadtmontage-Abteilung befindet sich in P 7.
09.06.1900 Nach Fertigstellung der Fabrikanlagen wird die Mannheimer Filiale mit Wirkung vom 9. Juni in eine selbständige Aktiengesellschaft umgewandelt.
15.06.1900 Gründung mit einem Grundkapital von M 6.000.000,00
27.06.1900 Handelsregistereintragung
1901 Fritz Marguerre beginnt seine berufliche Tätigkeit bei der BBC. - Später leitet er in Norwegen den elektrischen Ausbau der zu dieser Zeit größten Wasserkraftanlage der Welt.
1901 Infolge der wirtschaftlichen Depression hat das Mannheimer Werk einen ungenügenden Auftragsbestand. Das Werk ist gezwungen, die Zahl der Beschäftgten zu vermindern und auch vorübergehend mit verkürzter Arbeitszeit zu arbeiten.
1901 Es besteht eine starke Konkurrenz, verbunden mit sinkenden Preisen. Die Zahl der Arbeiter wird verringert, und die Arbeitszeit wird verkürzt
05.1901 Die Aktien der BBC Mannheim gehen an die zur Aktiengesellschaft gewordenen BBC Baden über
1901 Bis Ende 1901 sind 27 Wechselstromgeneratoren aus dem Mannheimer Werk herausgegangen mit einer Leitung von 4000 kVA. Ferner wurden bis Ende 1901 wurden 432 Transformatoren mit einer Gesamtleistung von 8800 kVA sowie 1430 Motoren mit 8200 PS Gesamtleistung geliefert.
1902 Die Stadtmontage-Abteilung wird von P 7 nach D 7 verlagert
1902 Die Konkurrenz bringt Verlustpreise. Sparsamkeitsmaßnahmen
1902 Bau einer Kraftübertragungsanlage für die Illkircher Mühlenwerke für 2.000 PS auf 17 km Entfernung
1902 Die erlahmte Wirtschaft bedeutet auch für die BBC Einschränkungen: sie muß erstmals die Zahl der Mitarbeiter reduzieren und für Kurzarbeit (= 8 h/d) einführen.
1902 Durchführung von Sparsamkeitsmaßnahmen. Der Verdienst an einigen in Generalunternehmung ausgeführten Gesamtanlagen ist befriedigend. Die Konkurrenz bringt Verlustpreise.
1902 Einführung der Parsons-Turbine in Deutschland: Elberfeld 3000 PS, Frankfurt 5.000 PS, Heidelberg, Mannheim 2000 PS
1902 "Turbinia", Deutsche Parsons Marine A.G.
1902 6.000 PS-Turbine für Hochsee-Torpedoboot der Firma Schichau, 10000 PS-Turbine für Kreuzer-Ersatz "Merkur"
1902 Erweiterung der Werkstätten zur Aufnahme des Turbinenbaues
1903 Das Jahr 1903 bringt eine allgemeine Belebung der Wirtschaft. Die Fabrik ist stark beschäftigt und arbeitet sogar mit Nachtschichten
1903 Mit der Einführung des Turbinenbaues werden die Werkstätten nennenswert vergrößert: Es werden die Hallen 7 bis 13 gebaut, und die davor liegenden Betriebsbüros werden vergrößert. Die Hallen 8 und 12 erhalten einen 25-t-Kran.
1903 Die Stadtmontage-Abteilung wird nach Käfertal in das Verwaltungsgebäude verlegt
1903 Es sind 69 Dampfturbinen mit insgesamt 50.535 PS bestellt
1903 Bau einer Versuchsanlage für Dampfturbinen jeder Leistung
1903 Fabrikation von Dampfturbinenschaufeln bei der "Isolation"
1903 Zweimalige Verdoppelung der Werkstatt für den Turbinenbau
1904 Bau der ersten Dampfturbine
1904 Die erste Mannheimer BBC-Turbine (Fabr.-Nr. 1001, 11,5 bar, 250 °C, 400 kW) wird an das Elektrizitätswerk Chemnitz geliefert
1904 Bau einer Schleudergrube und Versuchsständen
1904 Starke Beschäftigung, regelmäßig Tag- und Nachtschicht
1904 Die Dampfmaschinenfabriken machen durch kurze Lieferfristen dem Turbinenbau das Feld streitig
1904 Die Werkstätten der elektrischen Abteilung sind nahezu verdoppelt
1904 Es wird eine Speditionshalle mit Bahnanschluß errichtet
1904 Es wird der Neubau einer Schreinerei und eines Holzlagerschpens begonnen
1904 Bau der elektrischen Anlage für die Papierfabrik Reisholz in Kabel
1904 Es sind 63 Dampfturbinen mit einer Gesamtleistung von 89.607 PS in Auftrag gegeben. BBC ist bei Turbinen mit 3000 PS und mehr konkurrenzlos.
1904 Der Bau von Kondensationsanlagen wird besonder gefördert
1904 Das Schiff "SMS Lübeck" erhält eine 12.000-PS-Dampfturbine
1904 Die bebaute Fläche ist rund 45 % größer als im Vorjahr.
Sommer 1904 Einführung des Turbinenbaues. Die ersten Turbinen werden nach dem Vorbild der Parsons-Turbinen als Überdruck-Turbinen mit großer Stufenzahl und niedriger Drehzahl ausgeführt.
Sommer 1904 Die ersten Leiter des im Sommer aufgenommenen Dampfturbinenbaues sind Zech und Zingg. - Im Oktober siedelt Ernst Keller aus der Schweiz nach Mannheim um. Einige Wochen später kommt dann der gebürtige Pfälzer Dr.-Ing. Koob, vorher Assistent bei Prof. Moritz Schröter in München und einige Wochen zur praktischen Ausbildung in Baden, nach Mannheim. Die neuen Dampfkessel müssen ausprobiert, Pumpen, Kondensator und Kühlturm auf ihre Garantiewerte geprüft, die Meßbehälter für Kondensatmessungen geeicht, alle erforderlichen Meßinstrumente angeschafft, Versuchsbücher für Dampfturbinen und Generatoren usw. ausgeklügelt werden.
1905 1905 liefert allein die BBC 554.000 PS an Dampfturbinen aus. Sie baut die Überdruckturbinen von Parsons auf dem europäischen Kontinent.
1905 Das Aktienkapital von 6 Millionen Mark ist voll einbezahlt
1905 Es wird in Tag- und Nachtschichten in der elektrischen und in der Turbinenabteilung gearbeitet, was kaum ausreicht. Die Zahl der Mitarbeiter steigt von knapp 1.200 auf 1.700.
1905 Es liegen Aufträge im Wert von mehr als 7.500.000 Mark vor, und die Auftragsziffer steigt weiter
1905 Es wird der Bau eines Modell-Lagerhauses beschlossen
1905 Allein für Deutschland sind 110 Dampfturbinen mit 180.000 PS Gesamtleistung bestellt. Die größte Turbine hat 9.000 PS
1905 Es sind 60 Kondensationsanlagen für 123.000 PS in Auftrag gegeben
1905 Dampfturbinen: 10.000 PS für Torpedoboot G 137 und 13.200 PS für Kreuzer-Ersatz-Wacht
1905 Elektromaschinen für Bergwerks- und Hüttenbetriebe, Schaltapparate und Schaltanlagen für hohe Spannunen sind sehr gefragt
1905/06 Die BBC-Parsons-Turbine kann sich den greifbaren Vorteilen der AEG-Curtis-Turbinen (geringer Dampfverbrauch bei Teillast und kurze Baulänge) nicht verschließen und entwickelt zusätzlich ihre kombinierte Bauart. Ein Teil der esten Parsons-Stufen wird durch ein Curtisrad, später durch ein Gleichdruckrad ersetzt. Für die restlichen Stufen wird die bewährte Reaktionsbeschaufelung beibehalten.
25.12.1905 bis 31.12.1905 Gegen Ende des Geschäftsjahres müssen größere Aufträge abgelehnt werden, da keine Möglichkeit besteht, sie termingerecht auszuführen
1906 Bau des Maschinenhauses, in dem zwei Dampfturbinen mit 350 kW und 500 kW Leistung aufgestellt werden. Bisher hatten die Städtischen Elektrizitätswerke die Energie geliefert.
1906 Lieferung von Einphasen-Transformatoren mit 31.200 A Sekundärstromstärke, die zur Speisung von Karbidöfen notwendig sind
1906 Das Unternehmen kommt trotz Nachtschicht mit den Lieferungen nicht nach, und Aufträge mit kurzen Lieferfristen werden zurückgewiesen.
1906 Der Auftragsbestand beträgt 9.800.000 Mark
1906 Es wird ein Bau zur Herstellung von Isolationsmaterialien ("Mikarta-Bau") errichtet. Das unterste Stockwerk dieses Neubaues soll als Mechanikerwerkstätte dienen.
1906 Das Werkstättenbebäude wird mit einem neuen Anbau von ca. 20 m Breite und 108 m Länge versehen. Dort sollen besonders große Stücke bearbeitet und Kondensatoren gebaut werden.
1906 BBC Mannheim liefert fünf Turbinen zu je 13.000 PS Effektivleistung für Buenos Aires
1906 Es wird eine Anleihe von 4.500.000 Mark bei 4,5 % Zinsen wird aufgenommen
1906 Bildung eines Arbeiterausschusses mit Monteur Brand als Vorsitzer
1906 Bestimmung der Akkordsätze im Mittelpreisverfahren
1906 Spezial-Konstruktionen für die Ausrüstung von kompletten Hochspannungs-Kraftübertragungsanlagen finden steigenden Anklang.
1906 Bei der Inbetriebsetzung einer 300-kW-Dampfturbine beim "Verein Chemischer Fabriken zu Mannheim" führt ein Wasserschlag zum Tod eines Menschen.
1907 Einführung des Wälzsektorenreglers
1907 Die BBC kauft die "Gußwerke Frankenthal" für 100.000 Mark als Gießerei für den Bedarf des BBC-Werks Käfertal an großen Gußstücken für Motoren, Turbinen und Turbogebläse. Die Gießerei hat auch eine Abteilung für Kupfer-, Zinn-, Zink- und Aluminiumguß und hat eine Grundfläche von 8080 qm. Die Gießhalle hat ca. 600 qm Grundfläche.
1907 Die Dampfturbinen werden im Hochdruckteil mit einem Gleichdruckrad versehen. Hierdurch wird die Turbine kürzer und billiger, und die teilweise Beaufschlagung des Curtis-Rades erlaubt, den Dampfverbrauch im Teillastbereich zu verbessern.
1907 Die erste Hälfte der breit angelegten Halle 14 entsteht. Sie ist mit 35-t- und 50-t-Kranen ausgestattet. Um diese Zeit entsteht auch der sogenannte "Micarta-Bau" für die Herstellung von Isolierungen, ein aus Glimmer und tragenden Stoffen wie Papier, Baumwlle oder Seide sowie Lacken hergestelltes Isoliermaterial. Ferner entsteht die Imprägnierhalle für das Tränken von Wicklungen.
1907 Erweiterung des Verwaltungsgebäudes auf das Doppelte
1907 Es besteht Preisdruck der Turbinen-Konkurrenz. BBC sucht auf dem Gebiet der Spezialkonstruktionen wie Gegendruck- und Abdampfturbinen die Preise zu halten.
1907 Der Kleine Kreuzer "Stettin" läuft mit 25,2 Seemeilen (garantiert: 23,3 sm) mit einer Turbinenleistung von 20.000 PS
1907 Es werden Turbinenanlagen für vier Hochsee-Torpedoboote mit je 14.000 PS gebaut
1907 Preisdruck auch im Elektromaschinenbau
1907 Im Hüttenwesen beginnen sich Dampfturbinen und Turbogebläse immer stärker durchzusetzen. In der Stahlregion des Siegerlands verkauft BBC den ersten Turbogenerator mit einer Leistung von 350 Kilowatt.
1907 Der Club "Dynamo wird gebildet.
1907 Einführung von neuen Einphasen-Motoren mit Drehzahlregulierung. Neues System, große Drehstrommotoren in der Tourenzahl ökonomisch zu regulieren (Scherbius
1907 Auftrag vom Kommunalen Elektrizitätswerk Mark (Hagen / Westf) für zwei 3000 kW Dampfturboaggregate für das Kraftwerk Herdecke.
01.09.1907 C. O. Röngten, seit 1900 im Dampfturbinenbau der AEG, tritt ein und wird von Oberingenieur Tuxen eingeführt. Er wechselt nach drei Wochen in den Tätigkeitsbereich des BBC-Büros Köln und wird als Akquisiteur mit Sitz in Hagen verpflichtet.
1908 Beteiligung an der Gußwerke AG, Frankenthal durch Übernahme von 80 Aktien
1908 1908 sind 3,5 Millionen PS an Parsons-Turbinen (vmtl. bezogen auf die BBC-Produktion) in Betrieb.
1908-1909 Der Wechselstrom-Kollektormotor erscheint 1908/09. Er wird zunächst als Kleinmotor verwendet
1908 Das Akkordwesen wird auf eine neue Grundlage gestellt: Das neu geschaffene Kalkulationsbüro soll den Akkordlohn näher bestimmen. Als Norm wird seitens der Geschäftsführung ein Akkordlohn von 30% über dem Stundenhlhn vorgeschlagen. Eine darüber hinausgehende Mehrleistung auf Grund eines vereinbarten Akkordes soll zu gleichen Teilen dem Arbeiter und dem Unternehmen zugute kommen. Einführung rationeller Arbeitsmethoden und arbeitsfördernde Einrichtungen.
1908 Auftrag für elektrische Vollbahn-Lokomotiven. Es sind zwei Lokomotiven mit je 1.000 PS für die Wiesentalbahn.
1908 Geringe Nachfrage, gedrückte Preise. Eisenpreis gesunken, der Kupferpreis wird gehalten. Die Konkurrenz arbeitet zu Verlustpreisen. Die BBC kann aufgrund der gelieferten Qualität bessere Preise halten
1908 Lieferung von Kraft- und Motoren-Anlagen für drei der größten Papierfabriken
1908 Patent für den Einzelantrieb von Papiermaschinen
1908 Kapital-Beteiligung an der "Howaldt-Werft"
01.06.1908 Beginn eines Streiks, da das neue Akkordwesen von der Arbeiterschaft nicht anerkannt wird.
22.07.1908 Ende des Streiks. Das Kalkulationsbüro bearbeitet fortan die Akkorde
1909 Nach seinem Berufseinstieg bei den Siemens-Schuckert-Werken tritt Roebel als Versuchsingenieur bei der BBC ein
1909 Mit 34,7 Knoten in der Stunde erreichen die mit BBC-Turbinen ausgerüsteten Torpedoboote die größten bisher bei offiziellen Abnahmefahrten erreichten Geschwindigkeiten. Lieferung von Hauptturbinen für die sechs Hochsee-Torpedoboote G 7 bis 12
1909 Die Preise sind weiter gedrückt, sogar noch rückläufig. Gesteigerter Konkurrenzkampf und wachsende Ansprüche der Kundschaft machen beträchtliche Vermehrung des internen und auswärtigen Personals notwendig. Gewinn/Umsatz werden kleiner und auch der Reingewinn. Das Hauptinteresse liegt auf dem Bereich der Dampfturbine; verschiedene wesentliche Neuerungen in ihrer Konstruktion.
1909 Bau von Industrie-Bahnanlagen im Einphasen-System
1909 Die Königlich Preußische Staatsbahn vergibt einen Auftrag für eine 600 PS Güterzug-Lokomotive für die Strecke Magdeburg-Halle.
1909 Rationalisierung und Kostensenkung in der Fabrikation kleinerer und mittlerer Elektromotoren
1909 Lieferung einer BBC-Dampfturbine für das kommunale Elektrizitätswerk Mark A.G. Hagen i. Westf. mit 12000 kW = 19000 PS
1909 Die Hauptschachtfördermaschinen nach dem BBC-System bewähren sich.
1909 Für die Blechstanzerei und das Blechmagazin wird ein Neubau errichtet und in Betrieb genommen.
1910 Bau der ersten Verpuffungsgasturbine
1910 Lieferung von fünf Generatoren für das norwegische Kraftwerk Rjukanfoss mit einer Leistung von 18.800 kVA bei 250 U/min. Die Polräder werden in einer provisorischen Schleudergrube mit 500 U/min geschleudert.
1910 In Lampertheim, rund zehn Kilometer nördlich von Mannheim-Käfertal, erwirbt die BBC ein Fabrikgelände mit Gebäuden und nimmt hier die Fertigung von Quecksilberdampf-Gleichrichtern auf.
1910 Die Saarbrücker Elektrizitäts-Aktiengesellschaft wird von BBC übernommen und zu einer Produktionsstätte für kleinere und mittlere Elektromotoren ausgebaut.
1910-1913 Die BBC liefert die Einphasen-Generatoren für das Saalach-Kraftwerk der Bahnstrecke Reichenhall-Berchtesgaden. Das Kraftwerk enthält 2 Einphasen-Maschinen, 1 Drehstrommaschine und eine Turbine mit einer Drehstrom- und einer Einphasen-Maschine, 3-stöckiges Schalthaus, 20.000 und 5.000 V für Drehstrom, 15.000 V Einphasen-Wechselstrom, begehbare Kabelkanäle zwischen Schalthaus, Maschinen und Transformatoren
01.01.1910 Ingenieur C. O. Röngten verlegt seinen Sitz von Hagen (Westf) nach Düsseldorf
1911 Roebel gelingt die für den Bau großer elektrischer Maschinen wichtige Erfindung, der "verdrillte Wicklungsstab". Dieser vermeidet Wirbelströme, reduziert den Skin-Effekt und ist gut ausführbar.
1911 Durch die Vermittlung der Beteiligungsgesellschaft Turbinia, Deutsche Parsons-Marine A.G. in Berlin werden zwei neue Riesendampfer der Hamburg-Amerika-Linie mit Turbinen ausgestattet.
1911 Die Produktion wird bedeutend erhöht, die Preise bessern sich nur wenig. Bei Dampfturbinen sind große Einheiten gefragt. Der Bereich "elektrische Maschinen" ist vollauf beschäftigt, hauptsächlich für Berg- und Hüttenwesen und verwandte Betriebe, Aufträge für viele Hauptsachförderanlagen; Sicherheits- und Steuerapparate
1911 Die neuen Riesendampfer der Hamburg-Amerika-Linie werden mit Turbinen Lizenz "Turbinia" ausgestattet.
1911 Bestrebungen der Arbeiter-Organisation nach Lohnerhöhung und Verkürzung der Arbeitszeit
1911 Unfall beim Ausbalancieren eines Turboankers, der unterhalb der normalen Tourenzahl auseinanderfliegt und einen damit beschäftigten Mann durch die herausgeflogenen Wicklungsdrähte und Nutenkeile lebensgefährlich verletzt.
1912 Erfindung des Roebelstabes durch den BBC-Ingenieur Roebel (D.R.P. 277012); er ermöglicht eine Leistungssteigerung der elektrischen Maschinen
1912 Es werden 15 elektrische Lokomotiven für die schlesischen Gebirgsbahn Lauban-Königszelt bestellt. Bald muß erkannt werden, daß die Beanspruchung von elektrischen Ausrüstungen auf Fahrzeugen wesentlich höher ist als bei stationären Anlagen. Die umfangreichen elektrischen Montagearbeiten an den Lokomotiven machen es notwendig, eine eigene Lokomotiv-Werkstätte zu errichten. Die neue Werkstätte ist schnell mit Arbeit so gefüllt, daß man kurz darauf wieder weitere Räume schaffen muß.
1912 Die Lokomotiv-Transformatoren für die Lokomotiven der schlesischen Gebirgsbahn werden luftgekühlt und ohne Ölfüllung ausgeführt.
1912 Ab 1912 werden die Transformatorenöle im Werk vor ihrer Verwendung nach eigenem Verfahren geprüft
1912 BBC rüstet die erste Hochspannungs-Gleichstrom-Bergbahn in Deutschland (Wendelsteinbahn, 1.500 V) elektrisch aus
1912 Hugo Stotz verkauft sein florierendes Geschäft an die BBC (seine Fabrik erst nach dem Ersten Weltkrieg)
1912 Günstiges Geschäftsergebnis. Durch den Balkankrieg besteht eine unsichere Lage. Geldknappheit. Trotzdem kann der Absatz um 25 % erhöht werden. Die Vervollkommnung der Fabrikationsweise steigert die Produktion im Turbinenbau und im Elektromaschinenbau und verbilligt sie, kurze Lieferzeiten werden möglich.
1912 BBC erhält den Auftrag zum Bau der Generatoren für die Möhne- und die Edertalsperre
1912 Errichtung einer Lokomotivwerkstätte
1912 Es entsteht ein neues Gebäude für die mechanische Abteilung und den Schalttafelbau, die bisher zerstreut untergebracht waren.
1912 Es wird ein 7.000 qm großes Grundstück erworben. Verhandlungen wegen weiteren Geländes mit der Stadt.
1912 Erweiterung der bestehenden Werkstätte für den Transformatorenbau
1912 Erhöhung des Kapitals um 3.000.000 Mark
1912 Brown und Baumann scheiden aus dem Aufsichtsrat aus. Funk scheidet als Vorstand aus und wird stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrates.
1912 BBC liefert die elektrische Ausrüstung für die 1912 eröffnete Wendelsteinbahn. Den mechanischen Teil der Lokomotiven liefert die Maschinenfabrik Esslingen
19.03.1912 Die BBC erhält das D.R.P. Nr. 277012 auf die Erfindung des Roebel-Stabs. Mit diesem wird durch die Aufteilung des Kupferstabs in elektrischen Maschinen in gekröpfte Einzelleiter eine bessere Verteilung der Stromdichte erreicht.
01.10.1912 Ingenieur C. O. Röntgen wird die Leitung des Büros Karlsruhe übertragen
1913 Angliederung des Kupferwerks Wahlen, Köln-Riehl, (später Rheinische Draht- und Kabelwerke). Damit streckt das Unternehmen jetzt seine Fühler auch in Richtung isolierter Leitungsdrähte und unterirdischer Bleikabel aus.
1913 Übernahme der Installations- und Engros-Abteilungen der Stotz & Cie. Elektrizitäts GmbH, Mannheim
1913 Erster dieselelektrischer Triebwagen in Deutschland
1913 BBC baut das erste Großkraftwerk mit Gasmaschinen (in Buer, Westfalen)
01.04.1913 Ingenieur C. O. Röntgen beginnt als stellvertretender Vorstand des Büros Karlsruhe hauptsächlich mit der Verfolgung von Dampfturbinen-Projekten
13.11.1913 Die "Elektrische Kraftversorgung A.G." wird in Mannheim mit 8 Millionen Mark Kapital gegründet.
1914 Bau der größten Dampfturbogruppe der Welt mit einer Leistung von 20.000 kW (auch genannt: 29,4 Megawatt oder 40.000 PS) für das Kraftwerk Elverlingsen. Die Anlage bleibt 50 Jahre in Betrieb, absolviert in dieser Zeit 157.261 Betriebsstunden und erzeugt mehr als eine Milliarde Kilowattstunden Strom. - Später wird der Generator zum Kulturdenkmal.
1914 Lieferung von vier gleichen Generatoren für Murgwerk im Schwarzwald mit Leistungen von je 5000 kVA und n= 500 U/min durch die BBC Mannheim
Anfang 1914 Die Abteilung Leitungsbau entsteht als als selbständige Abteilung, nachdem die badische Regierung im Jahre 1913 eine Ausschreibung für den Bau eines elektrischen Wasserkraftwerks in Forbach (Murgtal) und einer 110-kV-Leitung über Karlsruhe nach Mannheim herausgegeben hatte. Es wird nötig, der Abeilung für Ortsnetzbau eine Abteilung für Hochspannungsleitungen anzugliedern. So entsteht die Abteilung Leitungsbau mit Direktor Schumann an der Spitze. Die Installationsabteilung siedelt nach O 4, 8-9 um. Sie besteht aus folgenden Unterabteilungen: Stadtmontage, Fabrik-Montage, Ortsnetzbau, Fernleitungsbau, Abteilung für Wärme- und Kältetechnik, Einkaufs- und Verkaufs-Abteilung für Installationsmaterialien, Verkaufsabteilung für Beleuchtungskörper mit Laden, Lagerverwaltung.
1914 Die Bahn-Abteilung bezieht den Neubau (Lokomotiv-Bau)
20.02.1914 Bei der Inbetriebnahme eines Reserve-Rotors einer der beiden 7.500-kW-Dampfturbinen im Städtischen Elektrizitätswerk Frankfurt (Main) im Leerlaufbetrieb bei der Erregung ereignet sich ein schwerer Unfall, bei dem zwei Menschen getötet und der BBC-Ingenieur Ernst Keller (*1877) schwer verletzt werden.
11.05.1914 Besuch von Großherzog Friedrich von Baden im BBC-Werk Mannheim-Käfertal
01.10.1914 Die von der BBC Mannheim zu erbauende 110-kV-Freileitung Karlsruhe-Mannheim (Länge: 62,3 km) soll nach sechsmonatiger Bauzeit in Betrieb gehen. Man entschließt sich, an Stelle der ursprünglich vorgesehenen Kupferleitungen Stahl-Aluminium-Seile mit einem Querschnitt von 35 + 70 = 105 mm² zu verwenden. Die Aufhängung der Leiterseite erfolgt an Kappenisolatoren. - Die Arbeiten werden kriegsbedingt bis 1917 eingestellt.
1915 Es wird das landwirtschaftliche Gut Scharhof übernommen, auf dem Kühe und Schweine gehalten werden. Die dort erzeugte Milch und andere landwirtschaftliche Produkte können die Not der Mitarbeiter zumindest ein wenig mildern.
1915 BBC übernimmt die Installationsabteilung der Firma Stotz.
1915 Die BBC Mannheim erhält auf der Ausstellung Malmö eine Königliche Medaille.
1915 Der Bau elektrischer Lokomotiven wird kriegsbedingt eingestellt.
1915 Steigende Rohmaterial-Preise, Gehälter und Löhne. Höhere Abschreibungen wegen höherer Beanspruchung aller Einrichtungen. Familien-Unterstützung für Einberufene.
11.09.1915 Es werden sämtliche Stammanteile an den "Rheinischen Kabel- und Drahtwerken" in Höhe von 1.000.000 Mark von der BBC Baden auf die Mannheimer Firma übertragen.
1916 In der Halle 1 werden handwerksmäßig die ersten Quecksilberdampfgleichrichter hergestellt.
1916 Ab 1916 wird eine elektrophysikalische Untersuchung von Isolationsmaterialien durchgeführt
1916 Infolge des Ersten Weltkrieges sind die Fabriken der deutschen BBC voll ausgelastet. Zahlreiche Mitarbeiter werden eingezogen, etliche von ihnen kommen nicht mehr zurück. Die gewährten Unterstützungen an die Familien der zu den Fahnen einberufenen Arbeiter und Angestellten belaufen sich auf knapp 800.000 Mark.
1916 Starke Beschäftigung der Betriebe, höchste Ausnützung der vorhandenen Einrichtungen. Steigende Materialpreise und Löhne. Ungeschulte Arbeitskräfte, erhebliche Abnützung der Einrichtungen, erhöhte Abschreibungen.
1917 Als eine der ersten BBC-Gleichrichteranlagen wird eine bei Heinrich Lanz, Mannheim, aufgestellt
1917 Erste Elektrolyse mit Gleichrichtern in Deutschland
1917 BBC-Produkte werden verstärkt zu militärischen Zwecken verwendet: Dampfturbinen der Marke BBC treiben Torpedoboote der deutschen Marine an, Militärflugzeuge steigen mit Hilfe von BBC-Ladeluftkompressoren in die Luft. Im Auftrag des Staates müssen in untergeordnetem Maße auch Granaten gedreht und Minenwerfer gebaut werden.
1917 Die Bahnabteilung der BBC baut transportable Kompressoranlagen für Stollenbau in den Vogesen.
1918-1919 Der Fabrikbetrieb von Stotz & Cie., Mannheim geht ganz auf die BBC über
1918 Erwerb von Aktien der Isolation Aktiengesellschaft, Mannheim
1918 Im Bau von Turbo-Generatoren ist man für 3000 U/min bei einer Leistung von 12.500 kVA und für 1500 U/min bei der doppelten Leistung angelangt. Die vierpolige Maschine wird nur noch zweimal (1922 und 1929) für Spitzenleistungen gebaut. Alle übrigen Turbogeneratoren sind zweipolig (3000 U/min).
1918 193 BBC-Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verlieren im Ersten Weltkrieg ihr Leben. Das Ende des Krieges führt bei BBC zu einem deutlichen Geschäftseinbruch: Wegen Stornierungen vor allem der Marineaufträge ist die Maschinenbauabteilung praktisch beschäftigungslos. Für BBC führt dies zu erheblichen Verlusten, die den Gewinn der Vorjahre schnell aufzuzehren drohen.
1918 Direktor Gaa beauftragt Dr. Wilh. Meyer mit dem Aufbau einer Mannheimer Exportabteilung mit Sitz in Berlin
1918 Umstellung von Kriegs- auf Friedensproduktion, große Verluste. Die produktive Arbeit geht zurück; der Achtstundentag wird vielfach verbummelt. Steigende Löhne und Gehälter. Ungleiche Belastung der Abteilungen durch Aufträge; Maschinenbau fast ohne Beschäftigung, Trafo- und Apparatebau stark belastet. Die Regierung treibt Elektrifizierung des Landes voran.
01.04.1918 Nach dem Ausscheiden von Obering. Mulch dem bisherigen Vertreter C. O. Röntgen die Leitung des Büros Köln übertragen.
01.12.1918 Die Abteilung Afk wird in die Gruppen unterteilt: "Technische Arbeiten für Schaltanlagen und Schaltapparate", "Technische Arbeiten für Apparate", "Konstruktive Arbeiten für Schaltapparate", "Konstruktive Arbeiten für Regulierapparate", "Preiskalkulation" und "Kaufmännische Arbeiten" unterteilt.
1919 Der um 1919 auftretende Wohnungsmangel ist Anlaß zum Kauf einger Häuser, um auf diesem Wege einigen ihrer Werksangehörigen zu Wohnungen zu verhelfen.
1919 Die Brown, Boveri & Cie. erwirbt in Lampertheim ein Fabrikgelände, um dort eine Gleichrichterfabrik einzurichten.
01.1919 Das Werk entschließt sich Anfang 1919, die Reparatur und den Bau von Dampflokomotiven aufzunehmen. In der Turbinen-Montagehalle werden Lokomotivstände eingebaut, und damit kann zunächst mit der Instandsetzung der von der Badischen Staatsbahn zugewiesenen Reparaturlokomotiven begonnen und dadurch der Betrieb mit dem Dampflokomotivbau vertraut gemacht werden. Dann wird der Bau von 12 neuen 1'E h3 -Güterzugdampflokomotiven der Gattung G 12, Reihe 5, aufgenommen.
01.01.1919 Die zwei Gruppen der Abteilung Afk werden in zwei getrennte Abteilungen aufgeteilt, und zwar Abteilung Afka (= Konstruktionsabteilung für Apparate) und Afks (= Konstruktionsabteilung für Schaltanlagen).
1920 Die Stammanteile an den "Rheinischen Kabel- und Drahtwerken" in Köln werden aufgeteilt in 900.000 Mark an BBC-Baden und 100.000 Mark an BBC-Mannheim.
01.02.1920 Die Abteilung Afks wird in folgende Gruppen eingeteilt: Kraft- und Umspannwerke, Anlage Gröbers, Gleichrichteranlagen und Normen, Preisbearbeitung, Bestellungen, Orderbearbeitung
1921 Die BBC erwirbt die Gleichrichter GmbH in Berlin, ein Unternehmen, das seit 1918 Glas-Gleichrichter herstellt.
1921 Bestellung der ersten Turbo-Gebläsemaschine durch eine Hütte des Siegerlandes. Sie hat eine Ansaugeleistung von 21.000 cbm/h und einen Enddruck von 0,45 bar.
1921 BBC übernimmt in Großauheim bei Hanau eine brachliegende Fabrik und beginnt dort mit der Fertigung von Schaltapparaten. Später laufen in diesem Werk Herde, Kühlschränke oder Kühltruhen von den Montagebändern.
01.03.1921 Die Installationsabteilung wird dem Technischen Büro Mannheim unterstellt. Gesamtbezeichnung: "BBC Mannheim".
06.05.1921 Die Abteilung S der BBC erhält den Auftrag von der D.C.G.G. Dessau zum Bau der 100-kV-Schaltanlage Magdeburg einschließlich Montage
06.1921 Infolge der Materialknappheit kann die erste fertige Dampflokomotive erst im Juni 1921 das Werk verlassen.
12.1921 Die Abteilung Afks wird in folgende Gruppen aufgeteilt: Große Schaltanlagen (drei Gruppen unter Heller, Peter bzw. Stockinger), Gleichrichteranlagen, Kleine Anlagen, Normalkonstruktionen, Eisenkonstruktionen für Normalien, Preiszettel, Kaufmännische Arbeiten.
05.12.1921 Die Abteilungen Afks, Afka und S ziehen in die neuen Büros im obersten Geschoß des Hochbaues
1922 Bau eines Turbo-Generators für 1500 U/min für Spitzenleistung (37.500 kVA)
1922 Lieferung eines Gleichstrom-Fördermotors mit 1440 kW, n= 51 U/min. Die Drehzahl der Maschine wird durch Änderung der zugeführten Spannung, die ein von einer Dampfturbine augetriebener Gleichstromgenerator liefert, gesteuert.
01.01.1922 Die Abteilung An wird gegründet.
01.01.1922 Das Bauleitungsbüro der BBC in München wird eröffnet.
24.02.1922 Die Abteilung A wird aufgeteilt in die Gruppen A I (Herr Claussen) und A II (Dr. Prechter)
31.03.1922 Die Arbeiter streiken wegen achtstündiger Arbeitszeit ohne Anrechnung der Pause. Streikdauer: 8,5 Wochen
17.05.1922 Dr. Mühlschlegel übernimmt die Abteilungen Tfk und Tfv.
01.06.1922 Die Niederlassung Dortmund entsteht als Reparaturwerk
01.07.1922 Die Apparatefabrik Af wird nach Groß-Auheim verlegt. Die Leitung übernehmen die Herren Krömer und Fuchs.
17.07.1922 Es werden in allen Abteilungen Pünktlichkeitslisten aufgelegt, die fünf Minuten nach Arbeitsbeginn im Personalbüro sein müssen.
01.09.1922 Herr Häuser Afks II übernimmt die Gruppe Eisenkonstruktionen
01.10.1922 Das technische Büro Hindenburg von "Brown, Boveri & Cie." wird eröffnet.
18.11.1922 Feier im Friedrichspark Mannheim anläßlich der Fertigstellung der 100.000 elektrischen Maschine. Man hatte die in Frankfurt begonnene Zählung der gefertigten elektrischen Maschinen in Mannheim fortgesetzt. Motoren, Generatoren und Transformatoren wurden ohne Unterschied der Leistung fortgezählt, und so trifft im Herbst 1922 die Jubiläumszahl 100.000 auf einen 1000-kVA-Transformator. Begonnen hatte man die Zählung bereits vor der Gründung der deutschen BBC im Frankfurter Büro der schweizerischen Muttergesellschaft. An der Feier nehmen vor allem auch die früheren Frankfurter BBC-Mitarbeiter teil, von denen in diesem Jahr viele ihr 25-jähriges Betriebsjubiläum feiern können.
1923 J. Wizlsperger, er hatte in seiner Heimatstadt Wien Elektrotechnik studiert, kommt zur BBC [unsicher, ob zunächst in Baden oder in Mannheim). Er ist zunächst für zwei Jahre in der Abteilung Centralen und Trubinen tätig und tritt dann in die Abteilung Hochspannungsfreileitungen und Ortsnetze über. Hier ist er als Bauleiter fast 10 Jahre im In- und Ausland tätig.
1923 Einführung des Motorisolators in Deutschland, in Zusammenarbeit mit der Firma "Motor-Columbus AG", Baden (Schweiz)
01.01.1923 Der Schalttafelbau bei Stotz wird aufgelöst und nach Käfertal verlegt. Bei Stotz verbleiben kleinere Lichtverteilungs- und Zählertafeln.
16.01.1923 Im Werk Käfertal wird eine Betriebsdirektion errichtet. Leitung durch die Betriebsdirektoren Max Mayer und Dr. Röbel
18.01.1923 Betriebsdirektion wird eingeführt. Direktor Max Mayer
18.03.1923 Gründung der "Bayerischen Brown, Boveri G.m.b.H." in München
17.04.1923 Herr Egetemeyer wird Betriebsleiter für den Schalttafelbau
01.05.1923 Alle Aufträge werden in Zukunft nur noch in der Konstruktionsabteilung ausgeschrieben. Die Order-Nummer muß der VA mitgeteilt werden und in einem Nachtrag zur Bestellung festgelegt werden.
08.07.1923 Tod von Direktor Scherenberg
Ende Juli 1923 Die Reisespesen werden nach einer Grundzahl, multipliziert mit dem Hotel-Index berechnet. Die Grundzahl ist 8 bis 10 RM täglich. Der Hotelindex beträgt am 30.07.1923 42.000 Mark und steigt bis zum 25.10.1923 auf 15.000.000.000 Mark
01.10.1923 Eröffnung des BBC-Büros Nürnberg
01.11.1923 Die Abteilungen S, Afks, Afka, Afm, Tfp und Tfm werden Direktor Nokk unterstellt. Die Abteilungen S und Afks werden der Oberleitung von Oberingenieur Gäbert unterstellt.
1924 Tod der beiden Firmengründer Charles E. L. Brown und Walter Boveri
1924 Einbringung der Abteilung Kleinmotorenbau in die Saar Brown Boveri AG, Saarbrücken
1924 Lieferung der Einphasen-Generatoren (Grenzleistungs-Bahnstrommaschinen, mit 16.000 kVA belastbar) für 16 2/3 Hz für das Walchensee-Kraftwerk
1924 Einführung des Einzelachsantriebs durch BBC bei Schnellzuglokomotiven in Deutschland
1924 Entwicklung von Dreigehäuse-Dampfturbinen für ganz hohe Dampfdrücke und -temperaturen
01.01.1924 Die Goldmark-Eröffnungsbilanz (4.300.000 RM Stammaktien und 700.000 RM Vorzugsaktien) beendet die Hyper-Inflation. Die Bilanzsumme der letzten BBC-Papiermarkbilanz hatte auf 19.271.852.591.547.996.383 Mark gelautet. Die Lage bleibt dennoch gespannt. Für den Vorstand sind neben Lohnkämpfen und den hohen Zinsen die Steuerlasten das dritte Übel, das geeignet ist, alle Anstrengungen der Industrie zunichte zu machen.
1924 In Dettingen wird die erste BBC-Schaltanlage mit Bedienungsschaltbild in Betrieb genommen.
1924 Das technische Büro Düsseldorf wird geschlossen.
09.01.1924 Gorgel wird Prokurist in der Abteilung T
01.04.1924 Gründung der "Brown, Boveri G.m.b.H." in Kattowitz
24.04.1924 Vorstandsmitglied Carl Gaa, einer der Pioniere der deutschen BBC, stirbt. Sage mir nur keiner, es gehe nicht, war seine Losung, denn damit, dass etwas nicht geht, hat noch keiner etwas erreicht. [auch als 1925 angegeben]
24.08.1924 Errichtung eines technischen Büros der "Brown, Boveri" in Augsburg unter Leitung von Oberingenieur Hilsenbeck
03.10.1924 Gründung der Verkehrsabteilungen zur beseren Zusammenarbeit mit der Kundschaft. Sie pflegen der Verkehr mit den verschiedenen Kundenkreisen.
1925 Ludwig Roebel wird zum Technischen Direktor bei der BBC ernannt.
1925 Bau der größten Kältemaschine der Welt mit einer Kälteleistung von 8 Millionen Kalorien/h für die Glaubersalzherstellung
1925 Baubeginn für die 220/380-kV-Leitung des Rheinisch-Westfälischen Elektrizitätswerks. Für die Leiterseile werden Kupfer-Hohlseile verwendet, für welche die Vereinigten Deutschen Metallwerke (VDM) in Mainz-Gustavsburg eine Neukonstruktion herausbringen, bei welcher Kupferflachdrähte durch Nut und Feder miteinander verbunden werden und jede Stützkonstruktion im Seilinnern fortfällt. Zur Einführung dieser Seilkonstruktion bildet die die Abteilung Leitungsbau mit VDM eine Insteressengemeinscahft, welche eingehende Versuche mit diesen neuen Seilen durchführt.
24.04.1925 Tod von Direktor Dr. Carl Gaa im Alter von 54 Jahren
27.05.1925 Direktor Dr. Schnetzler übernimmt den Vorsitz im BBC-Vorstand
27.05.1925 In der Abteilung S wird eine besondere Gruppe zur Bearbeitung der Anlagen "Jmatra" unter der Leitung von Herrn Brundwinkel gebildet.
01.08.1925 Bestellung für eine neue Turbine für das Kraftwerk Stuttgart-Münster zum Kaufpreis von 739.120 Mark. Sie erhält Dampfanzapfung zur Speisewasservorwärmung
13.10.1925 Direktor Prechter geht in den Ruhestand
1926 Auftrag für eine neu entwickelte Turbinenbauart, Leistung 17.700 kW für das Kraftwerk Stuttgart-Münster (3 Gehäuse, 3000 U/min, 33 atü, 420°C; als 17. von der BBC gebaute Dreizylinder-Dampfturbine).
1926-1927 Um die Möglichkeiten zur Herstellung größerer und schwererer Maschinen zu schaffen, wird die Halle 14 erweitert und mit einem 80-t-Kran versehen. In dieser Halle werden nicht nur Turbinen und große Generatoren montiert, auch für Großtransformatoren wird am Ende der neuen Halle eine besondere Montagegrube in unmittelbarer Nachbarschaft zum Hochspannungsprüffeld angelegt.
1926 Dr. Engelmann wird Nachfolger von Direktor Prechter.
25.01.1926 Herr Deichmann übernimmt die Geschäftsführung der "Gleichrichter-Gesellschaft", Berlin
07.1926 In Amerika wird eine BBC-Gesellschaft gegründet, welche die größte Turbogruppe der Welt mit 160.000 kW baut
18.09.1926 Dr. Engelmann wird zum Vorstandsmitglied ernannt.
20.09.1926 Die 700.000 RM Vorzugsaktien werden lt. Hauptversammlung vom 20. Sept. 1926 in 680.400 RM Stammaktien ungetauscht. Ferner Erhöhung des Kauptals um 5.000.000 RM zum Kurs von 118 % mit Bezugsrecht 1 : 1 (plus Dividenden für 1927) und Erhöhung um weitere 5.000.000 RM zu 114 % an ein Bankenkonsortium (ohne Bezugsrecht)
02.10.1926 Herr Schnee feiert als erster der Abteilung Afks sein fünfundzwanzigjähriges Dienstjubiläum.
08.12.1926 Die BBC Kattowitz wird aufgelöst. Kattowitz gehört in Zukunft zur polnischen "BBC Warschau"
1927 Erwerbung der Fabrikgrundstücke der Fahrzeugfabrik GmbH in Groß-Auheim
1927 Die BBC liefert für die Berliner Stadtbahn über 100 Großgleichrichter
1927 BBC übernimmt die Aktien der Audiffren-Singrün Kältemaschinen AG in Basel
1927 Die Lehrlingsausbildung wird in einer "Lehrecke" zusammengefaßt. Diese findet ihren Raum in der Werkstatt Mf 7. Ein besonderer Lehrlingsmeister, der ein geschulter Ausbilder ist, wird bestellt.
1927 Elektrische Steuerausrüstung für das erste bedienungslose Wasserkaftwerk Ramstein (Kyll)
1927/29 Entwicklung und Einführung der Einlagen-Hohlseile im Rahmen dees Hohlseil-Syndikats
01.01.1927 Die BBC-Mitteilungen werden wieder herausgegeben.
1927 Der erste Distanzschutz wird and das Bayernwerk geliefert.
1927 Das Umspannwerk Rheinau mit seiner 100-kV-Dacheinführung wird in Betrieb gesetzt
17.09.1927 Lt. Hauptversammlung vom 17. September Erhöhung des Kapitals um 19.600 RM zur Abrundung auf 15.000.000 RM
21.10.1927 Tod vom Direktor der Bahn-Bahnabteilung, Dr. Wichert
24.10.1927 Direktor Schnetzler wird zum Ehrendorktor der TH Darmstadt ernannt.
1928 Vollständiger Besitz des Grundkapitals der Gußwerke Frankenthal
1928 Die ersten in Deutschland gebauten Hochdruckturbinen liefert 1929 die BBC für das Großkraftwerk Mannheim. Es sind zwei Vorschaltturbinen von 4800 kW und 7000 kW Leistung mit einem Dampfzustand am Eintritt von 95 at und 450 °C bei einem Gegendruck von 19 bar.
1928 Bau der größten Einwellen-Dreizylinder-Turbosatzes mit einer Leistung von 85.000 kW für das Kraftwerk Zschornewitz (Inbetriebnahme: 1929). Er arbeitet mit Dampf von 14,5 ata und 360°C und wird in Hinblick auf den niedrigen Dampfdruck und die sich daraus ergebenden großen Abmessungen noch für 1500 U/min gebaut. Die Ventile werden vollständig durch Öl gesteuert
1928 Bestellung von zwei Hochofengebläsen für ein Hüttenwerk am Niederrhein. Sie haben eine Stundenleistung von 157.200 cbm bei einem Winddruck von 1,5 bar. Die Antriebsturbine eines Gebläses entwickelt 10.000 kW
1928 Vertrag mit der General Electric Co. in London, mit welchem die Abteilung Leitungsbau die gesamte Planung einschließlich Berechnung der Maste und die oberste Bauleitung von ca. 1.000 km 132-kV-Leitung im Ausland übernimmt. Dabei steht die BBC in schärfter Konkurrenz zu amerikanischen Firmen. Aufgrund umfangreicher Versuche im Materialprüfungsamt der Technischen Hochschule Dresden kann die BBC jedoch Maste entwickeln, die allen Forderungen entsprechen und um 10 % leichter sind als die von den Amerikanern angebotenen Maste. Die Abteilung entwickelt in der Folgezeit im gesamten europäischen Gebiet einschließlich des Vorderen Orient eine sehr rege Tätigkeit und erstellt sehr bedeutende Anlagen wie z.B. die 132-kV-Leitung von Rjukan nach Heroen in Norwegen, eine außerordentlich schwierige Gebirgsleitung.
1928 Der Umsatz steigt erstmals über 100 Millionen Mark, BBC ist auf seinem vorläufigen Höhepunkt angekommen.
01.01.1928 Die BBC-Mitteilungen werden in BBC-Nachrichten umbenannt.
1928 Die BBC liefert ein automatisches Glasgleichrichterunterwerk für Danzig-Heubude.
09.03.1928 Die Herren Dr. Meyer-Delius, Dr. Krömer und Fuchs erhalten den Direktoren-Titel.
30.03.1928 Erhöhung des Kapitals um 10.000.000 RM lt. Hauptversammlung vom 30. März zum Kurs von 132 %, Bezugsrecht: 3 : 2 (halbe Dividende für 1928)
01.09.1928 Direktor Schlemmer übernimmt die Bahnabteilung
01.10.1928 Von der Abteilung S der BBC Mannheim wird in Berlin das "Baubüro Bewag" zur Bearbeitung der Anlage in Kreuzberg eröffnet. Die Leitung wird Herrn Peter übertragen.
08.10.1928 Direktor Weizsaecker stirbt im Alter von 50 Jahren
01.11.1928 Die Vielseitigkeit der Arbeit in der Abteilung Afks zwingt zur Arbeitsaufteilung in Afks I und Afks II - erstere in vier Gruppen mit zusammen 22 Personen und Afks II in sechst Gruppen mit 39 Personen.
Nov 1928 Einbau der ersten eisernen Trägerdecke für Ölschalter im Umspannwerk Schillerstraße in Ludwigshafen durch die BBC.
1929 Bau der größten größten Wasserkraftgeneratoren in Europa mit je 35.000 kW Leistung bei n= 75 U/min für das Kraftwerk Ryburg-Schwörstadt (1931 geliefert). Der Rotor ist 250 t schwer und hat einen Durchmesser von 9,4 m; der Gehäuse-Außendurchmesser beträgt 13,5 m. Der Schleuderversuch mit 180 U/min (= 90 m/s Umfangsgeschwindigkeit) innerhalb von 2 Minuten wird mit liegender Welle in einer Grube ausgeführt.
1929 Bau eines zweiten Schleudertunnels mit verstärktem Antrieb.
1929 Bau des ersten Transformators für 220 kV (Leistung: 40.000 kVA)
1929 Das Großkraftwerk Mannheim erhält die ersten 100-bar-Dampfturbinen
1929 Einführung von gußgekapselten Schaltgeräten und Schaltanlagen für Hochspannung mit Luftsiolation
1929 Die Installationsabteilung in O 4, 8-9 wird aufgeteilt in: Abteilung Installation, Herr Hohm, Abteilung M, HW und AS, Herr Schumann.
01.01.1929 Dr. Muthesius tritt bei der BBC ein und übernimmt die Abteilung Elektroöfen (EO).
1929 Das von der BBC gebaute Leuchtschaltbild mit Schaltfehlerschutz beim Umspannwerk Mundenheim wird in Betrieb genommen.
1929 Das von der BBC gebaute Leuchtschaltbild mit Schaltfehlerschutz in Pfrombach wird in Betrieb genommen.
1929 Die ersten Wasserschalter der BBC werden für Auma geliefert.
19.02.1929 Direktor Dr. Schlemmer wird zum Vorstandsmitglied ernannt.
19.02.1929 Direktor Dr. Neuenhofer übernimmt die Verkaufsdirektion
19.02.1929 Dr. Caspari, Herr Gorgel und Herr Gäbert werden Abteilungsdirektoren.
14.03.1929 Der Prokurist in der Buchhaltung, Herr Nagel, stirbt im Alter von 54 Jahren.
01.09.1929 Errichtung eines BBC-Bahnleitungsbüros Berlin unter der Leitung von Oberingenieur Oertel
01.11.1929 Herr Kowalzick übernimmt die Leitung von BMV
24.12.1929 Erwerb von Aktien der H. Römmler AG, Spremberg. Das Preßstoff-Material soll künftig von dort bezogen werden.
1929 Herr Eisert der Abteilung Afks geht zur SSW Berlin .
1930 Der Umsatz sinkt von 102 auf nur noch 81 Millionen Mark. Am meisten unter der Krise zu leiden hat der Kern des Unternehmens, das Dampfturbinengeschäft, da die Energieversorger in solchen Zeiten ihre Kapazitäten wegen der sinkenden Nachfrage nicht erweitern.
1930/31 Durchführung von Dauerstands- und Schwingungsversuchen mit Aluminium-Stahl-Seilen und Untersuchungen des elastischen und plastischen Verhaltens der Aluminium-Drähte in Zusammenarbeit mit der Technischen Hochschule Darmstadt
14.11.1930 Dr. Lesch übernimmt die Leitung der Abteilung C.
03.12.1930 Samstags Betriebsruhe wegen Arbeitsmangel
15.12.1930 Der von der BBC gebaute Großsender Heilsberg (ca. 3 Kilometer nordwestlich von Heilsberg an der Landstraße von Heilsberg nach Preußisch-Eylau) geht in Betrieb. Er hat eine Sendeleistung von 60 Kilowatt und hat eine Antenne in Form einer Vertikalreuse, die an einem Seil zwischen zwei freistehenden, 102 Meter hohen Holztürmen (Abstand 200 m) gespannt ist.
1931 Die BBC Mannheim liefert die erste vollständige Maschinenautomatik (Pumpspeicherwerk der Großwasserkraftanlage Häusern der Schluchsee AG, Freiburg)
1931 Die BBC erstellt die erste Raumklimatisierungsanlage (im Pflanzeninstitut Müncheberg)
1931 Der Umsatz sinkt von 81 auf 61 Millionen Mark, die Zahl der Mitarbeiter geht um fast 2.000 auf 6.000 zurück. Das Geschäftsjahr schließt mit einem Verlust von 6 Millionen Mark.
1931/32 Die BBC Baden/Mannheim führt für den Bau einer Nilkreuzung grundlegende Schwingungsuntersuchungen zusammen mit dem Wöhler-Insititut der Technischen Hochschule Braunschweig durch.
01.03.1931 Direktor v. Sääf tritt ein und übernimmt die Leitung der Abteilung Kleinfabrikate.
07.05.1931 Herr v. Wittgenstein, Abteilung JP, stirbt im Alter von 52 Jahren.
16.11.1931 Abschluß eines Patentabkommens zwischen der SSW und BBC über Gleichrichter und Wasserschalter
1932 Nach Auslandstätigkeit kommt Hans Leonhard Hammerbacher zur Brown, Boveri & Cie AG Mannheim
1932 Der Auftragseingang erreicht seinen Tiefststand, der Umsatz geht auf 39 Millionen Mark zurück. Erst Kurzarbeit, später dann Massenentlassungen kennzeichnen den vergeblichen Kampf um die wenige Arbeit. Auf den Lohn- und Gehaltslisten stehen nur noch 4.600 Mitarbeiter. Im Vergleich zu 1928 ist ihre Zahl um fast die Hälfte gesunken.
1932 Es serden die ersten neuen Relais HB und S geliefert.
1932 Die Kürzung der Arbeitszeit und Entlassung von Mitarbeitern infolge der allgemeinen Wirtschaftskrise erreicht ihren Höhepunkt.
09.02.1932 Direktor Gorgel, Abt. C., stirbt im Alter von 57 Jahren.
31.03.1932 Direktor Nokk tritt in den Ruhestand. Seine Stelle wird nicht mehr besetzt.
31.03.1932 Herr Keller übernimmt die Leitung von Mt
25.07.1932 Für die für das Reparationskonto zu liefernde Anlage Faulquemont wird dort ein Baubüro errichtet. Seine Leitung übernimmt Dipl.-Ing. Wizlsperger.
15.08.1932 Die Installationsabteilung wird ins Verwaltungsgebäude Käfertal verlegt und der Abteilung S angegliedert; neue Bezeichnung "SJ". Leitung: Herr Direktor Gäbert oder Hohm [je nach Quelle].
27.10.1932 Herabsetzung des Kapitals in erleichterter Form durch Einziehung von 1.000.000 Mark eigener Aktien per 31.12.1931 lt. Hauptversammlung vom 27. Oktober
1933 Bei Giesche's Erben wird die erste Zink-Eletrolyseanlage mit Gleichrichteranlage mit Aluminiumschienen in Betrieb genommen.
1933 Das technische Büro Köln schließt das Geschäftsjahr 1933 mit 879.000 RM Umsatz, 62.000 RM Gemeinkosten und 13.900 RM Reingewinn ab.
16.01.1933 Tod von Dirktor Fuchs (WGA)
30.01.1933 bis 31.12.1933 Nach der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten beginnt bei der deutschen BBC eine Einstellungswelle, die innerhalb weniger Monate fast 700 neue Arbeitsplätze bringt. Größere Aufträge sind indes noch keine eingegangen.
01.02.1933 Eberhard Schnitzler übernimmt die Werkstättenleitung in WGA
03.1933 Die Abteilung EO wird nach Dortmund verlegt.
01.04.1933 Die Abteilungen H und O (Herr Jungblut) und PT (Herr Baltz) werden der Gesamtleitung von Dr. Lesch unterstellt.
01.05.1933 Herr Deichmann übernimmt die Gesamtleitung des Büros der BBC Mannheim in Berlin.
10.08.1933 Gründung der Abteilung AB-Arbeitsbeschaffung
06.12.1933 Für die Bearbeitung von Prüfständen wird die Abteilung DPA gegründet.
19.12.1933 Direktor des Werks Käfertal Robert Boveri tritt in den Ruhestand.
29.12.1933 Herabsetzung des Kapitals in erleichterter Form um 19.200.000 Mark lt. Hauptversammlung vom 29. Dezember und Erhöhung um 7.200.000 Mark an Großaktionäre bzw. Konsortialbanken (ohne Bezugsrecht)
1934 Die ersten BBC-Druckluft-Schnellschalter werden für das Wasserwerk Ludwigshafen geliefert.
1934 Das technische Büro Köln schließt das Geschäftsjahr 1934 mit 1.432.100 RM Umsatz, 86.600 RM Gemeinkosten und 83.800 RM Reingewinn ab.
25.03.1953 Tod von Robert Boveri im Alter von 61 Jahren
01.04.1934 Bildung der Industrie-Abteilung unter Leitung von Dr. Lesch. Die bisherigen Abteilungen O, H, W, PT heißen jetzt JC, JH, JW, JP
01.04.1934 Direktor Deichmann übernimmt die Oberleitung des BBC-Bürohauses in Berlin
07.04.1934 Tod von BBC-Direktor Dr. Ludwig Roebel in Königsfeld (Schwarzw)
01.07.1934 Dr. Kade kommt als Chefelektriker zur BBC Käfertal.
01.07.1934 Herr Wiedemann wird zum Konstruktionschef von Mfk bestellt.
11.07.1934 Der Tag wird als "ganz besonders bedeutungsvoll in der neuzeitlichen Geschichte der Brown, Boveri und Cie." bezeichnet An diesem Tag hat "die Gefolgschaft doch die Ehre, Reichsstatthalter Robert Wagner in ihren Betriebsräumen begrüßen zu können." Dazu gibt es Cervela und Bier.
18.07.1934 Die Herren Gollhofer, Braun, Hild, Dr. Lesch und Steck erhalten Prokura
01.12.1934 Chefelektriker Dr. Kade wird zum Fabrikdirektor ernannt.
19.12.1934 Dr. Hans Leonhard Hammerbacher übernimmt als Vorstandsmitglied die kaufmännische Leitung bei der BBC, noch vor Kriegsende den Vorsitz im Vorstand
1935 Erste gittergesteuerte Walzwerksanlage für ein saarländisches Hüttenwerk
1935 Der Auftragseingang macht einen Sprung von 47 auf 71 Millionen Mark. Besondere Anstrengungen unternimmt das Unternehmen im Exportgeschäft: der Exportanteil liegt um ein Viertel höher als im Jahr zuvor. Aus dem Ausland erhält BBC gegen schärfste Konkurrenz den Auftrag für mehrere Dampfturbogruppen. Die größten Wettbewerber kommen aus Tschechien und aus Schweden.
1935 Bau der ersten Gleichrichteranlage durch die BBC für Rheinfelden
1935 Baubeginn für eine Umrichteranlage von 50 Hz, 100 kV auf 16 2/3 Hz in Pforzheim durch die BBC
1935 Das technische Büro Köln schließt das Geschäftsjahr 1935 mit 3.255.300 RM Umsatz, 101.300 RM Gemeinkosten und 279.000 RM Reingewinn ab.
03.01.1935 Die Werbeabteilung We (früher: Literarisches Büro) wird neu gebildet. Die Leitung übernimmt Herr Wegener; der Sitz ist bei Stotz in Neckarau.
01.03.1935 Dr.-Ing. Hans Schwaab beginnt bei der BBC in der Konstruktionsabteilung für Transformatoren.
08.03.1935 Oberingenieur Seyffer, Ab. Afks I, erhält Handlungsvollmacht.
31.03.1935 Direktor Dr. Engelmann scheidet aus.
07.1935 Oberbaurat Mitzlaff und Herr Bölzel werden zu Direktoren ernannt
01.10.1935 Eröffnung des BBC-Saalbaues
12.1935 Die Herren Hermle, Heini Meyer, Steinfeld und Voigt (CT) werden zu Prokuristen ernannt.
06.12.1935 Bildung einer Abteilung Landturbinen (Leitung: Heini Meyer) und einer Abteilung Turboverdichter (Leitung: Herr Schattschneider)
Weihnachten 1935 Zum ersten Mal wird eine Weihnachtsgratifikation für alle Arbeiter und Angestellten ausbezahlt.
1935 Auflösung der Saar Brown Boveri AG als selbständige Gesellschaft; das Vermögen geht auf die BBC Mannheim über
1936 Beginn der Tätigkeit von Korbinian Heckl als Konstruktionsingenieur bei BBC (bis 1968)
1936-1937 Lieferung von 15 Freiluft-Generatoren (je 5000 kVA Leistung, n= 15 U/min) für drei Inn-Kraftwerke
1936 Lieferung der ersten Gleichrichter-Lokomotive (E 244 11 für die Höllentalbahn)
1936 BBC baut die erste Walzwerksanlage mit gittergesteuerten Gleichrichtern für die Drehzahlregelung.
1936 Das Unternehmen baut das Netz der sozialen Sicherung seiner Mitarbeiter deutlich aus. Jeder Angestellte besitzt jetzt ab einer bestimmten Betriebszugehörigkeit ein Recht auf Alters-, Witwen- und Waisenrente. Um auch eine Altersversorgung für die Arbeiter aufbauen zu können, wird der bereits bestehende Arbeiter-Pensionsfonds um 300.000 auf 500.000 Mark aufgestockt.
1936 BBC liefert die Gleichrichteranlage für den Rundfunksender Zeesen
1936 Das technische Büro Köln schließt das Geschäftsjahr 1936 mit 2.922.800 RM Umsatz, 288.900 RM Gemeinkosten und 279.000 RM Reingewinn ab.
01.01.1937 Jochen C. Spiess tritt in den Dienst der BBC, zunächst ist er als Reise- und Versuchsingenieur in der Dampfturbinen-Versuchsabteilung tätig. Nachdem Kriege leitet er zwei Jahre lang die Motorenreparaturwerkstatt in Kelheim.
1937-1938 Erwerb der restlichen Aktien der H. Römmler AG, Spremberg
1937 Eine neue Lehrwerkstatt in Halle 6 wird in Betrieb genommen. Die Anzahl der gewerblichen Lehrlinge beträgt ab 1934 30 bis 35 pro Jahr.
1937 Das Unternehmen stellt den ersten dieselelektrischen Schnelltriebwagen für eine Geschwindigkeit von 160 Stundenkilometern fertig.
1937 Geschäfte mit Kühlaggregaten gewinnen für BBC immer stärker an Bedeutung. Neben Kühlschränken baut das Unternehmen immer häufiger auch Klimaanlagen für Forschungs- und Fabrikationsstätten, Büroräume sowie Transporteinrichtungen im Bahn-, Lastwagen- und Schiffsverkehr.
1937 Lieferung der elektrischen Anlagen für drei Stufen der Kraftwerke Mittlerer Inn (Wasserburg, Gars und Teufelsbruck) durch die BBC.
1937 Lieferung der elektrischen Einrichtung für Schiff "Wuppertal"
1937 Lieferung der Gleichrichteranlage Töging durch die BBC
1937 BBC liefert die erste Gleichrichteranlage für ein Walzwerk in Gleiwitz.
1937 Entwicklung und Einführung des Vollkern-Langstabisolators und der Lichtbogen-Schutzarmaturen
1937 Das technische Büro Köln schließt das Geschäftsjahr 1937 mit 2.879.800 RM Umsatz, 121.600 RM Gemeinkosten und 288.900 RM Reingewinn ab.
1938 Erwerb der Aktienmehrheit der Österreichischen Brown Boveri-Werke, Wien
1938 Die "Elektra-Lack-Gesellschaft mbH" wird von der BBC übernommen und als Tochtergesellschaft dem Stammhaus angegliedert.
1938 Gründung einer gemeinnützigen Siedlungsgemeinschaft. Ihre Aufgabe ist es, durch den Bau von Siedlungshäusern und die Finanzierung von Wohnbauten in der Nähe des Stammwerks in Mannheim-Käfertal weiteren Mitgliedern zu einem neuen Heim zu verhelfen.
1938 Der Neubau einer Lehrlingswerkstätte wird seiner Bestimmung übergeben.
1938 Die BBC Mannheim besitzt das gesamte Gesellschaftskapital von "Rheinkabel". - Es wurde im Laufe der Jahre von BBC Baden auf die Mannheimer Gesellschaft übertragen.
1938 Das technische Büro Köln schließt das Geschäftsjahr 1938 mit 4.487.000 RM Umsatz, 153.900 RM Gemeinkosten und 475.200 RM Reingewinn ab.
06.12.1938 Erhöhung des Kapitals um 12.000.000 Mark zum Kurs von 106 %, Bezugsrecht 1 : 1 (Dividende für 1939) lt. Hauptversammlung vom 6. Dezember
1939 BBC entwickelt die erste Verbrennungs-Gasturbine der Welt für die Erzeugung von elektrischer Energie. Ihre Leistung beträgt 4.000 kW.
1939 Umbau des BBC-Kesselhauses und der Schaltanlagen
1939 Das technische Büro Köln schließt das Geschäftsjahr 1939 mit 5.162.100 RM Umsatz, 171.100 RM Gemeinkosten und 749.300 RM Reingewinn ab.
04.09.1939 Morgens von 4 bis 5 Uhr erster Fliegeralarm
09.09.1939 Einführung des "Eintopfessens"
1940 Bau eines Hochofenturbogebläses für eine Förderleistung von 100.000 cbm/h mit Gasturbinenantrieb
1940 Obwohl immer mehr Mitarbeiter zum Wehrdienst einberufen werden, steigt ihre Zahl noch einmal um fast 2.600 auf jetzt 20.648 an.
1940 Alle Geschäftszweige verzeichnen eine lebhafte Entwicklung, der Umsatz klettert von 170 auf 182 Millionen Mark.
1940 Das technische Büro Köln schließt das Geschäftsjahr 1940 mit 5.681.500 RM Umsatz, 131.700 RM Gemeinkosten und 746.300 RM Reingewinn ab.
03.09.1940 Eröffnung des Steuerbüros
10.1940 Eröffnung der ersten BBC-Zeichnerinnen-Schule
1941 Der Auftragseingang legt um 20 Prozent zu und überspringt erstmals die Grenze von 200 Millionen Mark.
1941 Die zunehmend schwieriger werdende Versorgungslage macht eine Anpassung der Konstruktionen auf so genannte Austauschstoffe erforderlich. BBC stellt die erste Gasturbinen-Lokomotive der Welt vor.
1941 Das technische Büro Köln schließt das Geschäftsjahr 1941 mit 6.048.800 RM Umsatz, 103.900 RM Gemeinkosten und 946.700 RM Reingewinn ab.
1942 Waffen im herkömmlichen Sinn werden bei BBC nicht produziert. Antriebe für U-Boote, Turbinen für Flugzeugträger und Schlachtschiffe, Zünder für Flugzeugmotoren, Energiezentralen für Rüstungsbetriebe oder Verdichter für chemische Prozesse aber tragen dazu bei, die Kriegsmaschinerie am Laufen zu halten.
1942 Anmeldung eines Patents für einen "Verschmutzungsarmen, keramischen Langstabisolator mit zahlreichen Regenschutzschirmen" (D.R.P. 751 679). Er erlangt als Nebellangstab mit 27 Schirmen eine große Bedeutung.
1942 Das technische Büro Köln schließt das Geschäftsjahr 1942 mit 3.918.300 RM Umsatz, 98.300 RM Gemeinkosten und 458.800 RM Reingewinn ab.
1942 Bemerkungen zum Abschluß per 31. Dezember 1942: Im Geschäftsjahr 1942 waren die Werke der Gesellschaft sowie die Tochtergesellschaften mit allen ihren Abteilungen und den gesamten technischen Einrichtungen auf den seit jeher von der Gesellschaft gepflegten Gebieten voll und erfolgreich beschäftigt.
1943 Richard Mariaux beginnt bei der BBC
1943 Inbetriebnahme des ersten 110 kV-Druckluft-Schnellschalters
1943 Die Alliierten verstärken ihre Luftangriffe auf das Mannheimer BBC-Werk. Das Werksgelände in Käfertal wird mit einem Hagel von Spreng-, Brand- und Minenbomben überzogen. Teile des Werkes werden aus Mannheim heraus verlegt. Die Geschäftsführung läßt sich vorübergehend in Heidelberg nieder.
1943 Baubeginn für eine 100 kV Gleichstromversuchsanlage
1943 Das technische Büro Köln schließt das Geschäftsjahr 1943 mit 5.868.900 RM Umsatz, 128.100 RM Gemeinkosten und 839.400 RM Reingewinn ab.
23.06.1943 Letzte ordentliche Hauptversammlung bis 1943/44
23.09.1943 Der Verwaltungsbau brennt aus.
1944 Die Fliegerangriffe nehmen an Häufigkeit und Stärke noch zu und fügen den Werken und Büros von BBC und ihren Tochtergesellschaften schwere Schäden zu. An einen geordneten Betriebsablauf ist kaum noch zu denken.
1944 Der Umsatz steigt auf die Rekordhöhe von 271 Millionen Mark.
1944 Das technische Büro Köln schließt das Geschäftsjahr 1944 mit 4.306.700 RM Umsatz, 112.600 RM Gemeinkosten und 512.900 RM Reingewinn ab.
1945 J. Wizlsperger übernimmt die Abteilung HW
1945 William R. Boveri übernimmt Sonderaufgaben bei der BBC
1945 Korbinian Heckl wird Betriebsrat bei der BBC
1945 Richard Mariaux wird Leiter der Hauptpersonalabteilung der BBC
1945 Am Ende des Krieges besteht das Käfertaler Werk zu zwei Dritteln aus Ruinen. 1.300 BBC-Mitarbeiter haben ihr Leben verloren, fünf Jahre später werden noch mehr als 600 vermißt. Die materiellen Schäden werden mit 84,2 Millionen Mark beziffert.
1945 Das technische Büro Köln schließt das Geschäftsjahr 1945 mit 1.449.700 RM Umsatz, 53.400 RM Gemeinkosten und 208.400 RM Reingewinn ab.
1946 Trotz großer Schwierigkeiten bei der Materialbeschaffung, Facharbeitermangels und erheblicher Probleme bei der Lebensmittelversorgung geht der Neuanfang voran. Anfänglich ist fast die gesamte Belegschaft mit Aufräumungsarbeiten beschäftigt. Die meisten der ausgelagerten Betriebe kehren nach und nach wieder nach Mannheim zurück.
1946 Das technische Büro Köln schließt das Geschäftsjahr 1946 mit 921.700 RM Umsatz, 45.100 RM Gemeinkosten und 81.500 RM Reingewinn ab.
01.01.1946 Das technische Büro Düsseldorf wurd selbständig
1947 Der Wiederaufbau der BBC-Betriebsstätten wird durch die Schwierigkeiten bei der Materialbeschaffung und durch den Mangel an qualifizierten Arbeitskräften stark behindert. Ein sehr strenger Winter tut ein Übriges. Die unzureichende Ernährung der Mitarbeiter und in Verbindung damit das Aufblühen von Schwarzmärkten verschlechtert die produktive Geschäftstätigkeit noch mehr.
1948 Hans Hermann Happoldt ist nach seiner Promotion zum Elektroingenieur (1949) Direktor bei der BBC und leitet dort die Verkaufsabteilung für Generatoren, Generatorschutz und Schnellregler.
23.04.1948 Jochen C. Spiess wird Porkura erteilt
28.10.1948 Jochen C. Spiess übernimmt die Leitung der Dampfturbinen-Versuchsabteilung der BBC im Werk Käfertal
1949 Montage des höchsten Rundfunkmastes in Europa von 270 m Höhe für den Süddeutschen Rundfunk
01.01.1949 bis 30.04.1949 In den ersten Monaten des Jahres muß BBC einen leichten Rückgang des Auftragseingangs und sinkende Preise hinnehmen.
1949 Wiederaufbau der Altersversorgung für ihre Arbeiter und Angestellten
01.04.1949 Dr.-Ing. Hans Schwaab wird Leiter der Abteilung für Transpromatorenbau der BBC
01.07.1949 bis 31.12.1949 In der zweiten Jahreshälfte stabilisiert sich die Auftragsentwicklung wieder.
Herbst 1949 Bau des neuen Sendemastes für Radio Stuttgart, der mit 270 m Höhe zu dieser Zeit der höchste Sendemast Europas ist.
1950 William R. Boveri tritt in die Verkaufsdirektion ein.
1950 Anläßlich des 50-jährigen Bestehens erhalten die Mitarbeiter beträchtliche finanzielle Zuwendungen. Zusätzlich stellt die Unternehmensleitung 300.000 Mark für die Förderung begabter Mitarbeiter und ihrer Kinder zur Verfügung.
1950 Das ABB-Mitarbeitermagazin "Kontakt" erscheint zum ersten Mal.
1950 Das betriebliche Vorschlagswesen wird ins Leben gerufen.
1951 Vor allem im Kraftwerksbau eine deutliche Belebung des Geschäfts.
1951 Die Freigabe des Baus von Handelsschiffen führt erstmals auch wieder zu Aufträgen für größere Schiffsturbinen.
1951 Der Auftragseingang für elektrische Antriebe in den Grundstoffindustrien steigt beträchtlich.
1951/52 Maßgebliche Mitwirkung der BBC bei den Versuchen der Deutschen Verbundgesellschaft und der Energieversorgung Schwaben AG in Wendlingen, durech die die Bemessungsgrundlagen für leichtere Mastgestänge bestimmt werden. Dabei können auch wichtige Erkenntnisse über das Verhalten der Mastgründungen gesammelt werden.
05.12.1951 Hauptversammlungsbeschluß zur Umwandlung der "Gußwerke AG Frankenthal AG" in ein BBC-Werk unter der Bezeichnung "BROWN, BOVERI & CIE., Aktiengesellschaft, Gußwerk Frankenthal"
1952 BBC entwickelt zusammen mit der Maschinenfabrik Esslingen, Fuchs in Heidelberg, der Waggonfabrik J. Rathgeber, dem BZA München und Brown Boveri für die Deutsche Bundesbahn den Wechselstrom-Triebwagen ET 56.
1952 Der Auftragseingang steigt gegenüber dem Vorjahr um 25 Prozent..
1952 Erneut werden rund 1.000 Mitarbeiter neu eingestellt.
1952 Bei Installationsmaterial und Kabeln schwächt sich dagegen die Nachfrage nach BBC-Produkten ab: die Zahl der Wettbewerber hat rapide zugenommen.
26.10.1952 Tod von Direktor J. Wizlsperger nach schwerer Krankheit
1953 Das RWE-Kraftwerk Goldenberg erhält einen Höchstdruck-Frischdampf-Kondensations-Einwellenturbosatz, dessen Leistung mit 100.000 kW / 143.000 kVA bei 3000 U/min in Europa einen Rekord darstellt.
1953 Für die Ruhr-Schnellbahn bestellt die Bahn eine Reihe dreiteiliger Triebzüge, an deren Entwicklung BBC maßgeblich beteiligt ist.
1955 Oskar Hasenfuß wird Vorsitzender des Gesamtbetriebsrats BBC (bis 1959)
1955 Korbinian Heckl wird Vorsitzender des BBC-Gesamtbetriebsrats (bis 1961)
1955 Richard Mariaux wird Direktor bei der BBC
1955 Innerhalb der Kraftwerksabteilung beginnt BBC mit der Bildung einer Gruppe, die sich mit der Nutzung der Kernenergie für die Stromerzeugung beschäftigt. Es ist das Ziel, Atomkraftwerke zu projektieren und gegebenenfalls zu bauen.
1956 Aufstellung einer Borsig-Dampfmaschine mit einer Leistung von 880 PS und mit BBC-Generator mit 600 KVA in das Dampfkessel- und Maschinenhaus der Matth. Hohner AG, Trossingen, (gebaut 1913)
1956 Die Kernenergiegruppe kommt mit ihren Entwicklungsarbeiten gut voran. Für den Bau von Atomkraftwerken werden mehrere Projekte ausgearbeitet.
1956 Zum ersten Mal in Europa liefert das Unternehmen eine Gasturbine mit einer Arbeitstemperatur von 750 Grad Celsius.
1957 Die Brown Boveri Krupp Reaktorbau GmbH, ein Gemeinschaftsunternehmen von BBC mit dem Essener Krupp-Konzern, erhält von der Arbeitsgemeinschaft deutscher Energieversorgungsunternehmen zur Vorbereitung der Errichtung eines Leistungsversuchsreaktors (AVR) e.V. den Auftrag für die Entwicklung und den Bau eines gasgekühlten Hochtemperatur-Versuchsreaktors. Der Reaktor mit einer Leistung von 15 Megawatt entsteht auf dem Gelände der Arbeitsgemeinschaft in Jülich.
10.1957 Die erste 400-kV-Hochspannungsleitung zwischen Köln und Stuttgart wird in Betrieb genommen. Sie dient dem Spitzenlastausgleich zwischen den Wärmekraftwerken des Ruhrgebiets und den Wasserkraftwerken in den Alpen. Sie wird auf Grund längjähriger Vorarbeiten von der AEG, BBC und Siemens im Auftrage des Rheinisch-Westfälischen Elektrizitätswerkes errichtet.
05.10.1957 Das Rheinisch-Westfäliche Elektrizitätswerk übergibt nach kurzer Bauzeit und nach sehr umfangreichen, einwandfrei verlaufenen Schaltversuchen die erste deutsche 380-kV-Übertragungsanlage dem Normalbetrieb und beendet damit eine sich über rund sechs Jahre erstreckende Vorbereitungsarbeit mit Erfolg, zu der sich maßgebende Energieversorgungsunternehmungen und Elektrofirmen in der "Deutschen Verbundgesellschaft" und in der "Forschungsgemeinschaft für Höchstpannungsgsanlagen" zusammengeschlossen hatten. Die Energie wird mit 380 kV über ein 340 km lange Drehstrom-Freileitung von Rommerskirchen bei Köln nach Hoheneck bei Stuttgart mit 660 kVA Nennleistung übertragen. Von den insgesamt 8 Transformatoren wurden zwei durch die BBC Mannheim gebaut
1958 Hans Leonhard Hammerbacher gibt den Vorsitz im Vorstand der BBC ab. Zu dieser Zeit beschäftigt der wiedererstandene BBC-Konzern 37.000 Menschen.
1958 Korbinian Heckl kommt als Arbeitnehmervertreter in den Aufsichtsrat der BBC (bis 1963)
1958 Im Rahmen des Neubauprogramms der Deutschen Bundesbahn liefert BBC die 100. Lokomotive.
1958 Der Umsatz erreicht den Rekordwert von 720 Millionen Mark und liegt um gut zehn Prozent über dem Wert des Vorjahres. Der Auftragseingang geht jedoch erstmals wieder zurück, liegt zum ersten Mal seit dem Krieg unter dem Wert des Umsatzes.
1959 Auftragseingang und Umsatz von BBC nähern sich wieder an.
1959 Die Zahl der Mitarbeiter übersteigt erstmals 30.000.
1959 BBC liefert die größte ferngesteuerte Gasturbinen-Kraftzentrale der Welt. Ihre Leistung beträgt vier mal 30 Megawatt.
1959 Errichtung der Prüfstation für Hochspannungmaste mit zwei Versuchsständen
1959 Errichtung einer Prüfstation für Hochspannungs-Freileitungsmaste in Mannheim
1961 Die zweiwöchentliche Lohnzahlung wird auf einen Monatsrhythmus umgestellt. Der Betriebsrat im Werk Mannheim-Käfertal leistet gegen diese Umstellung heftigen Widerstand. Erst nach zweitägigen Verhandlungen kommt es zu einem Kompromiß.
1962 BBC steigt gemeinsam mit Krupp in die Entwicklung des Hochtemperatur-Kernreaktors HTR ein.
1963 Richard Mariaux kommt in den BBC-Vorstand.
02.1963 Ein Großfeuer zerstört weite Teile des Haushaltsgerätewerks in Großauheim bei Hanau. 11.000 Quadratmeter Hallenfläche werden dabei völlig vernichtet, 3.600 stark beschädigt. Der Sachschaden beträgt 20 Millionen Mark, die Produktion von Waschmaschinen, Herden und Gefriergeräten liegt weitgehend still. Nach dem schnellen Wiederaufbau kommt das Geschäft aber nicht mehr richtig in Gang.
1964 BBC erwirbt die Firma Zuse in Bad Hersfeld und dehnt sich in den Zukunftsmarkt der elektronischen Datenverarbeitung aus. Der Name Zuse hat einen guten Klang in der Branche: Konrad Zuse gilt als Erfinder der ersten programmgesteuerten Rechenmaschine der Welt.
1965 Erstmalige Einführung der direkten Wasserkühlung für Rotor- und Statorwicklungen: Eine Wasserkühlung im Zentrum des Stators garantiert eine ausreichende Wärmeabführung der Statorwicklungen, so daß eine Überhitzung ausgeschlossen werden kann.
1965 Die Zahl der BBC-Mitarbeiter erreicht mit 38.000 einen vorläufigen Höchststand. 3.000 von ihnen sind ausländische Mitarbeiter.
08.1966 Der von BBC und Krupp gebaute Hochtemperatur-Reaktor im Stetternicher Forst bei Jülich wird getestet. Nach der Durchführung eines umfangreichen Versuchsprogramms wird das Kernkraftwerk ab jetzt für die Aufnahme des Leistungsbetriebs vorbereitet. Die ersten Versuche zeigen eine gute Übereinstimmung mit den Vorausberechnungen.
1967 Verkauf der Firma Zuse, Bad Hersfeld, an Siemens
26.06.1967 Das Staatliche Hafenamt Mannheim gibt die letzte historische Umformermaschine (Baujahr 1900) an die Herstellerfirma für 1 Mark zurück
12.1967 Der von BBC und Krupp gebaute gasgekühlte Hochtemperatur-Versuchsreaktor (AVR) in Jülich gibt im Dezember erstmals elektrische Energie ins öffentliche Netz ab. Kurze Zeit später erreicht er seine volle elektrische Leistung von 15 Megawatt. Im ersten Betriebsjahr kann die Anlage ohne nennenswerte Störungen gefahren werden. Die Verfügbarkeit des Reaktors liegt bereits in der Anfangszeit teilweise bei 90 Prozent.
1968 BBC entwickelt für die Kraftwerks-Automatisierung eine spezielle Elektronik-Baureihe, die vom Markt gut aufgenommen wird. Innerhalb eines Jahres erhält das Unternehmen Aufträge für die Automatisierung von acht Kraftwerksblöcken.
1968 Im Kernkraftwerksbereich wird die Erstellung baureifer Unterlagen für einen 300-Megawatt-Thorium-Hochtemperatur-Reaktor abgeschlossen.
1969 Übernahme der Firma "Metrawatt AG", Nürnberg
1969 BBC erwirbt den Geschäftsbereich Elektro der Busch-Jaeger Dürener Metallwerke AG in Lüdenscheid, eines bedeutenden Herstellers von technischem Serienmaterial.
1969 Die Gesamtzahl aller BBC-Mitarbeiter erreicht mit rund 40.000 einen neuen Höchststand. Ein stärkeres Wachstum des Unternehmens wird durch einen erheblichen Mangel an Facharbeitern verhindert.
1970 Auftragsboom im Kraftwerksgeschäft: In dieser Zeit wird alle zehn Jahre eine Verdoppelung der Kraftwerkskapazitäten erforderlich. Die Energieversorger geben bei dem Unternehmen Dampfturbogruppen mit einer Gesamtleistung von 1.700 Megawatt in Auftrag. Die Großmaschinenfertigung im Stammwerk Mannheim-Käfertal ist dadurch voll beschäftigt, die Kapazitätsauslastung über mehrere Jahre gesichert.
1971 Erste dieselelektrische Lokomotive mit Drehstromantrieb
1971 Der Umsatz übersteigt erstmals die Zwei-Milliarden-Grenze; bis zur Verdoppelung hatte es gerade zehn Jahre gedauert. Das Anlagengeschäft steht voll unter Dampf, im Seriengeschäft dagegen herrscht Flaute.
1971 An mehreren Standorten wird vorübergehend kurzgearbeitet und dabei die Viertagewoche eingeführt.
1971 Im westfälischen Hamm-Uentrop beginnt BBC mit den Bauarbeiten für den 300-Megawatt-Thorium-Hochtemperatur-Reaktor, kurz THTR.
1972 Konrad Pfrang kommt in den Betriebsrat der BBC
1972 Inbetriebnahme der größten Dampfturbogruppe der Welt; Leistung: 1.300 Megawatt.
1972 BBC verkauft seine Hausgeräte GmbH mehrheitlich an AEG-Telefunken, ein 75-Prozent-Anteil an der "BBC-Hausgeräte GmbH" in Mannheim (Kapital: DM 10.000.000). Mehr als viereinhalb Millionen Herde, Kühlschränke, Gefriertruhen, Wasch- und Bügelmaschinen sowie andere Haushaltsgeräte hatten bis dahin die Werkshallen in Großauheim verlassen. Die Produktion von Haushaltskleingeräten wie Dunstfilter, elektrische Grills, Gesichtsbräuner, Kaffeemaschinen oder Eierkocher wird noch eine Zeit lang aufrecht erhalten.
1973 Die Babcock-Brown Boveri Reaktor GmbH, ein Gemeinschaftsunternehmen von BBC mit der amerikanischen Babcock & Wilcox, erhält von RWE den Auftrag zum Bau des 1.200-MW-Druckwasser-Reaktors in Mülheim-Kärlich bei Koblenz.
1973 BBC übernimmt die Aktienmehrheit der Calor-Emag Elektrizitäts-Aktiengesellschaft in Ratingen. Beide Unternehmen hatten bereits seit längerer Zeit auf dem Gebiet der Hoch- und Mittelspannungsschaltanlagen zusammen gearbeitet.
1974 Forscher der deutschen BBC beginnen mit der Entwicklung einer Meßsonde für Autoabgase. Als Fühler zur Messung der Verbrennung in Otto-Motoren wird ein von BBC entwickelter keramischer Ionenleiter eingesetzt. Bei vollständiger Verbrennung ändert sich die Leitfähigkeit. Mit diesem Verfahren soll ermöglicht werden, den bei der Verbrennung entstehenden Kohlenmonoxidanteil zu minimieren.
1974 Bau der größten Kurzwellen-Antennenanlage Europas
1975 Erste serienmäßige elektrische Industrie-Lokomotive mit Drehstromantrieb
1975 Der Auftragseingang bei der deutschen BBC steigt von 3,4 auf 5,2 Milliarden Mark (Plus von 55 Prozent). Mehr als die Hälfte der Bestellungen kommt aus dem Ausland, vor allem aus den durch die Ölkrise reich gewordenen OPEC-Staaten. Besonders gut im Geschäft ist das Unternehmen mit dem Iran. Durch den geplanten Bau zweier Großkraftwerke entfällt auf dieses Land zeitweise ein Fünftel des gesamten Auftragsbestands.
1975 BBC liefert die weltweit erste Hochleistungs-Niederdruck-Ultraviolettlampe zur Trinkwasser-Entkeimung.
1976 Unter dem Namen Solarwatt bringt BBC ein Warmwasseraufbereitungs-System für Haushalte auf den Markt. Das Interesse an dieser umweltfreundlichen Energieerzeugung ist zwar groß, der Umsatz bleibt aber hinter den Erwartungen zurück. BBC rüstet ein Schwimmbad im bergischen Wiehl mit Europas größter Sonnenkollektor-Anlage aus. Wegen baulicher Integrationsprobleme schwenkt man später von den Dach-Sonnenkollektoren auf ein Energiedach mit integrierter Wärmepumpe um. Aber auch dies führt nicht zum erhofften Erfolg.
1978 Konrad Pfrang wird BBC-Betriebsratsvorsitzender
1979 Erste Universal-Lokomotive mit Drehstromantrieb (E 120) für schnellen Personenverkehr und schweren Güterverkehr
1979 Der Auftragseingang aus dem Ausland, zur Mitte des Jahrzehnts noch bei 2,8 Milliarden DM, sackt auf weniger als die Hälfte zusammen. Der Bau der BBC-Kernkraftwerke in Mülheim-Kärlich und des THTR in Hamm-Uentrop wird durch die Behörden immer weiter erschwert.
1980 Mit einer Hochspannungs-Gleichstrom-Kurzkupplung im österreichischen Dürnrohr ermöglicht BBC erstmals den Stromaustausch zwischen Ost- und Westeuropa.
1980 Erste Testfahrten mit der Hochenergiebatterie verlaufen erfolgreich. Eingesetzt wird sie in einem für den Elektroantrieb umgebauten VW-Transporter.
anch dem 2. WK In Zusammenarbeit mit der Mak in Kiel werden Standardloks mit elektrischer Leistungsübertragung in Drehstromtechnik geliefert.
01.08.1980 Tod von William R. Boveri (vmtl. in Mannheim)
1981 Nach 21 Jahren unveränderter Dividendenzahlung muß BBC die Ausschüttung von acht auf sechs Mark kürzen.
1981 Auf dem Sektor Stromerzeugung gibt es in Deutschland erstmals wieder Bestellungen von Dampfturbogruppen für große Steinkohlekraftwerke. Von der Energieversorgung Schwaben erhält BBC den Auftrag für die 750-MW-Turbogruppe des Kraftwerks Heilbronn.
1981 Beim Hochtemperatur-Reaktor kommt es wegen eines angeblichen Formfehlers im Genehmigungsverfahren zu einem teilweisen Baustopp.
1981 Die größte SF6-Schaltanlage der Welt (Spannung 500 kV) wird gebaut. Diese Technik reduziert den notwendigen Sicherheitsabstand zwischen aktiven und nicht aktiven Teilen einer Schaltanlage. Mann kann die Schaltanlage damit kleiner bauen.
1982 In den meisten Fabriken für die Herstellung technischer Serienerzeugnisse wird wegen der schlechten Auftragslage kurzgearbeitet. Zum Jahresende sind davon rund 4.000 Mitarbeiter und damit rund zehn Prozent aller Beschäftigten betroffen.
09.1982 BBC gibt den Planungsauftrag für das 1.300-MW-Kernkraftwerk Neupotz bei Ludwigshafen an die Auftraggeber RWE und Pfalzwerke wegen "mangelnder Aussicht auf Preisdeckung" zurück
1983 Der Kugelhaufenreaktor des 300-MW-Prototyp-Kernkraftwerks THTR in Hamm-Uentrop wird erstmals kritisch.
10.1983 Die Unternehmensleitung kündigt wegen der erneut schlechten Auftragslage in der Stromerzeugung den Abbau von Stellen im Werk Mannheim-Käfertal an. Interessensausgleiche, Sozialpläne und vorzeitige Pensionierungen gehören immer häufiger zur Tagesordnung. Die Zahl der Mitarbeiter geht um mehr als 2.000 zurück.
1984 Die Deutsche Bundesbahn bestellt die ersten 60 Exemplare der von BBC entwickelten Lokomotive E 120. Die mit Drehstromtechnik angetriebene Universal-Lokomotive kann sowohl schnelle Intercitys als auch schwere Güterzüge ziehen. Außerdem ist sie deutlich wartungsärmer und speist auch noch die Bremsenergie zurück ins Netz. Die Technik der E 120 ist zugleich Basis für den Intercity Experimental, den späteren Intercity Express (ICE).
1984 Erster Hochspannungs-Gleichstromschalter der Welt
1985 Der Intercity Experimental (ICE) fährt mit BBC-Drehstromantriebstechnik
1985 Der ICE fährt mit von BBC entwickelter Drehstromantriebstechnik einen deutschen Geschwindigkeitsrekord von 317 Stundenkilometer mit Fahrgästen.
16.11.1985 14 Jahre nach dem Beginn der Bauarbeiten speist das erste großtechnische Kernkraftwerk mit Kugelbett-Hochtemperatur-Reaktor (THTR) erstmals elektrische Energie in das öffentliche Netz ein. BBC ist sich sicher: Wir besitzen mit dem THTR 300 nunmehr die Referenzanlage für eine bedeutende Innovation auf dem Energieversorgungsmarkt, die mittel- und langfristig einen wichtigen Beitrag zur sicheren, umweltschonenden und wirtschaftlichen Energieversorgung leisten kann.
1986 BBC liefert die größte Gasturbine der Welt mit einer Leistung von 140 Megawatt.
Herbst 1986 Im Herbst können die Übergabeverhandlungen zwischen BBC und dem RWE für das Atomkraftwerk Mülheim-Kärlich endlich erfolgreich abgeschlossen werden. Trotz der Einigung mit dem Auftraggeber bleibt BBC auf einem Minus von mehreren hundert Millionen DM sitzen, die durch Rücklagen gedeckt sind. Mit der Übergabe der Anlage liegt das Risiko jetzt beim Betreiber. - Zwei Wochen später wird der Meiler wegen eines Einspruchs gegen den Kühlturm zum ersten Mal abgeschaltet.
1987 BBC installiert den größten und leistungsfähigsten Schachtfördermotor der Welt mit einer Leistung von 4.200 Kilowatt.
10.08.1987 Die BBC-Muttergesellschaft gibt in der Schweiz völlig überraschend den Zusammenschluß mit der schwedischen Asea bekannt. Nicht nur für die Öffentlichkeit und die Medien, auch für die Mitarbeiter kommt diese Nachricht wie ein Blitz aus heiterem Himmel. In den Deal, den BBC-Verwaltungsratspräsident Fritz Leutwiler und sein schwedisches Pendant Curt Nicolin eingefädelt hatten, waren im Vorfeld nur wenige Personen eingeweiht.
01.01.1988 Fusion mit ASEA zu ASEA-Brown-Boveri mit 180.000 Mitarbeitern in 140 Ländern und einem Jahresumsatz von 27 Milliarden Mark eines der weltweit größten Unternehmen auf dem Gebiet der Elektrotechnik.
01.05.1988 Der Hochgeschwindigkeitszug der Deutschen Bundesbahn, der "Intercity Experimental (ICE)" mit BBC-Drehstromtechnik, stellt auf der Strecke Fulda-Würzburg mit einer Spitzengeschwindigkeit von 406,9 km/h einen Weltrekord für Schienenfahrzeuge auf.
1989 Das von BBC gebaute Kombikraftwerk Pegus in den Niederlanden erreicht mit 52 Prozent den bis dahin höchsten Wirkungsgrad überhaupt.




Produkte

Produkt ab Bem. bis Bem. Kommentar
Ausrüstungen für elektrische Bahnen 1939 Erste Erwähnung 1989 Fusion zu ABB  
Dampflokomotiven 1918 Beginn 1921 Ende 12 Stück pr. G 12
Dampfturbinen für alle Leistungen 1900 Erste Erwähnung 1989 Fusion zu ABB  
Dampfturbinen gegenläufiger Bauart 1939 Erste Erwähnung 1940    
elektrische Einäscherungsöfen 1939 Erste Erwähnung 1989 Fusion zu ABB  
elektrische Lokomotiven 1920 Beginn 1992 läuft noch  
elektrische Öfen für Glas und Keramik 1939 Erste Erwähnung 1989 Fusion zu ABB  
elektrische Schmelzöfen 1938 [Anzeiger für Maschinenwesen, 26.07.1938, S. 34] 1989 Fusion zu ABB  
Einphasenstrommotoren 1939 Erste Erwähnung 1989 Fusion zu ABB  
Elektrowärmegeräte für Haushalt und Großküche 1939 Erste Erwähnung 1989 Fusion zu ABB Marke "Sigma"
Fernmeldekabel 1955 [ABC d dt. Wirtschaft (1955) II/676] 1955 [ABC d dt. Wirtschaft (1955) II/676]  
Gleichstromgeneratoren 1939 Erste Erwähnung 1989 Fusion zu ABB  
Gleichstrommotoren 1939 Erste Erwähnung 1989 Fusion zu ABB  
Hochspannungsfreileitungen 1939 Erste Erwähnung 1989 Fusion zu ABB  
Kühlschränke für Haushalt und Gewerbe 1939 Erste Erwähnung 1940   Marke "Sigma"
Oberflächenkondensationsanlagen 1939 Erste Erwähnung 1940    
Relais 1955 [ABC d dt. Wirtschaft (1955) II/1782] 1955 [ABC d dt. Wirtschaft (1955) II/1782] Unsicher, inwieweit Relais für Fernmeldetechnik
Stotz-Automaten 1939 Erste Erwähnung 1940    
Stromrichter 1939 Erste Erwähnung 1989 Fusion zu ABB  
vollständige Dampfkraftwerke 1900 Erste Erwähnung 1988 Fusion zu ABB  
vollständige Schaltanlagen 1939 Erste Erwähnung 1989 Fusion zu ABB  
vollständige Speicherkraftwerke 1939 Erste Erwähnung 1988 Fusion zu ABB  
vollständige Unter- bzw. Umspannwerke 1939 Erste Erwähnung 1989 Fusion zu ABB  
vollständige Wasserkraftwerke 1939 Erste Erwähnung 1988 Fusion zu ABB  
Veloxdampferzeuger zur maschinellen Dampferzeugung 1939 Erste Erwähnung 1940    
Wechselstromgeneratoren 1939 Erste Erwähnung 1989 Fusion zu ABB  
Wechselstrommotoren 1939 Erste Erwähnung 1989 Fusion zu ABB  




Personal

Zeit gesamt Arbeiter Angest. Lehrl. Kommentar
  400        
1903 598        
1904 1172        
1905 1611        
1906 1793        
1932 4600       im Vergleich zu 1928: nur noch die Hälfte
1933 5300       Zuwachs nach der "Machtergreifung". 700 mehr als im Vorjahr
1940 20648       Anstieg um 2.600
1945 10200        
1950 14700       [Messerschmidt]: 14.000; [BBC]: 14.700
1959         In diesem Jahr erstmals über 30.000
1965         38.000 als vorläufiger Höchststand
1969         40.000 als neuer Höchststand
          Gesamt: 32900




Produktionszahlen

Zeitraum Produkt Menge Einheit
1918 1021 Dampflokomotiven 12   Stück




Firmen-Änderungen, Zusammenschüsse, Teilungen, Beteiligungen


Zeit = 1: Zeitpunkt unbekannt

Zeit Bezug Abfolge andere Firma Kommentar
1988 Zusammenschluß, neuer Name danach ASEA Brown Boveri [Stuttgarter Zeitung Nr. 229, 02.10.1991]
1939 Nebenwerk danach Brown Boveri Cie., Werk Ladenburg Seit Sept. 1939: Auslagerung des Saarbrücker Werks. [BBC: Kontakt (1953) 3]
1910 Nebenwerk danach Saar Brown Boveri AG [BBC: Kontakt (1952) 62]
1921 Zusammenschluß, neuer Name danach Brown, Boveri & Cie., Werk Lampertheim  
1921 Zusammenschluß, neuer Name danach Glas-Gleichrichter GmbH  
1952 Nebenwerk danach Brown Boveri & Cie., Werk Augsburg-Neusäß [BBC: Kontakt (1952) 177]
1922 Nebenwerk danach Brown, Boveri & Cie., Werk Dortmund [BBC: Kontakt (1953) 40]




Allgemeines

ZEIT1943
THEMAOrgane und Kapital der Gesellschaft
TEXTVorstand: Dipl.-Ing.. Dr.-Ing. e. h. Karl Schnetzler, Heidelberg. Vorsitzer Dr. jur. et rer. pol. Hans Leonhard Hammerbacher, Mannheim, stellv. Vorsitzer; Dr.-Ing. Eduard Caspari, Heidelberg; Dipl.-Ing. Ferdinand Deichmann, Berlin; Dr.-Ing. Heinrich Meyer-Delius, Heidelberg; Dr.-Ing. Karl Neuenhofer, Mannheim; Dipl.-Ing. Oberbaurat Friedrich Schlemmer, Heidelberg-Ziegelhausen. Stellvertretende Mitglieder: Ing. Walter Griesshaber, Heidelberg; Dipl.-Ing. Georg Rechel, Heidelberg. Aufsichtsrat: Franz Belitz, München, Vorsitzer; Leo Bodmer, Vizepräsident des Verwaltungsrats der Aktiengesellschaft Brown, Boveri & Cie in Baden (Aargau), stellv. Vorsitzer; Eugen Bändel, Vorstandsmitglied der Commerzbank Aktiengesellschaft, Berlin; Alfred Busch, Vorstandsmitglied der Dresdner Bank, Berlin; Geheimer Legationsrat Dr. jur,. Dr. phil. Walther Frisch, Geschäftsführer des Bankhauses Hardy & Co., G.m.b.H., Berlin; Geheimer Regierungsrat Johannes Gassner, Ministerialdirektor a. D., Berlin; Paul Greyer, Vorstandsmitglied der Reichs-Kredit-Gesellschaft A.-G., Berlin; Kommerzienrat Dr. jur. Carl Jahr, Mannheim; Alfred Kurzmeyer, Direktor der Deutschen Bank, Berlin; Hans Vincent von Moller, Vorstandsmitglied der Allgemeinen Deutschen Credit-Anstalt, Leipzig; Kommerzienrat Dr. rer. pol. h. c., Dr.-Ing. e. h. Hermann Röchling, Hüttenbesitzer, Völklingen (Saar); Dr.-Ing. h. c. Max Schiesser, Delegierter des Verwaltungsrates der Aktiengesellschaft Brown, Boveri & Cie. in Baden (Aargau); Dr. phil. Hans Schippel, Vorstandsmitglied der Dresdner Bank, Berlin. Abschlußprüfer für das Geschäftsjahr 1943: Deutsche Waren-Treuhand-Aktiengesellschaft, Hamburg-Berlin. Geschäftsjahr: 1. Januar bis 31. Dezember. Hauptversammlung (Stimmrecht): Je nom. RM 100,00 Stammaktie 1 Stimme. Reingewinn-Verwendung: Der Reingewinn, der sich nach Vornahme von Abschreibungen, Wertberichtigungen, Rückstellungen und Rücklagen ergibt, wird unbeschadet der Ansprüche der Vorstandsmitglieder auf zugesicherte Gewinnanteile wie folgt verteilt: a) Zunächst werden auf die Aktien bis zu 4 % als Gewinnanteil ausgeschüttet, b) sodann erhält der Aufsichtsrat den ihm unter Berücksichtigung der Bestimmung des § 98 Abs. 3 Aktiengesetz satzungsgemäß zustehenden Anteil am Jahresgewinn, auf den die festen Vergütungen anzurechnen sind, c) der Rest wird an die Aktionäre verteilt, soweit die Hauptversammlung keine andere Verwendung bestimmt. Grundkapital: nom. RM 24.000.000,00 Stammaktien in 22 000 Stücken zu je RM 1.000,00 (Nr. 1-10000 u. 21 501- 33500), 8 500 Stücken zu je RM, 200,00 (Nr. 10001- 18500), 3 000 Stücken zu je RM 100,00 (Nr. 18501- 21 500). Großaktionäre: Die Aktienmehrheit wird seit Jahren von deutschen Banken unter Führung der Reichs-Kredit-Gesellschaft Aktiengesellschaft, Berlin, kontrolliert.
QUELLE[Handbuch Akt.-Ges. (1943) 5989]


THEMAZweck und Gegenstand des Unternehmens (Organe und Kapital der Gesellschaft)
TEXTGegenstand des Unternehmens: Herstellung elektrischer Maschinen und Apparate, Dampfturbinen und Kreiselverdichter, sowie Hersteilung von Maschinen und maschinellen Einrichtungen anderer Art; Handel mit solchen und verwandten Artikeln; Erbauung elektrischer Zentralen, Bahnen und anderer ähnlicher Anlagen für eigene Rechnung oder für Rechnung Dritter; Betrieb derartiger Anlagen für eigene oder für fremde Rechnung. Die Gesellschaft kann zur Erreichung ihrer Zwecke Grundstücke erwerben, Fabriken errichten, Unternehmungen gründen oder sich bei solchen beteiligen und alle Geschäfte betreiben, die geeignet sind, den Zweck der Gesellschaft zu fördern. Fabrikationsprogramm: Dampfturbinen für Land- und Schiffsanlagen für alle Leistungen in Ausführung als Kondensations-, Entnahme-, Abdampf-, Zweidruck-, Gegendruck- und Vorschaltturbinen für alle Drücke und Temperaturen, mit zugehörigen Zahnradgetrieben und Kondensationsanlagen. Turboverdichter, Turbogebläse und Gassauger für Bergwerke, Hochofenanlagen, Stahlwerke, Kälteerzeugung. Aufladegebläse mit Antrieb durch Abgasturbinen zum Spülen und Aufladen von Verbrennungsrnaschinen. Gasturbinen. Veloxdampferzeuger für Öl- und Gasfeuerung für Kraftwerke, Schiffe und Hochofenanlagen, Generatoren zur Stromerzeugung für alle Leistungen, Spannungen und Stromarten. Motoren für Gleich- und Wechselstrom in1 verschiedensten Bauformen und für vielseitigste Anwendung. Elektrische Spezialmaschinen zur Umformung, Netzkupplung usw. Transformatoren bis zu den höchsten Spannungen und Leistungen. Regeltransformatoren, Erdschlußlöschspulen und Drosselspulen mit Eisenkern. Stromrichter mit Eisen- und Glasgefäßen als Gleich-, Wechsel- und Umrichter zum Erzeugen von Gleichstrom und zum Umformen von Stromart und Frequenz, für Licht- und Bahnnetze, Elektrolysen, Walzwerks- und Förderanlagen, Großrundfunksender. Schaltapparate wie Ölschalter, ölarme Schalter, Wasserschalter und Druckluftschalter für jede Leistung und Spannung, mit elektrischem und Druckluftantrieb, Trennschalter, Strom- und Spannungswandler, Luftdrosselspulen, Schnellschalter, Automaten, Motorschutzscharter, Schalttafeln, gekapseltes Niederspannungs- und Hochspannungsmaterial, Fernsteuerungen. Regel- und Schutzeinrichtungen; Schnellregler für Spannung, Strom, Leistung; u.a. Parallelschaltapparate, Synchronisierregler, Schutz- und Hilfsrelais, Schaltschütze. Elektrische Öfen zum Schmelzen, Glühen, Härten usw. Elektrische Schweißmaschinen als Transformatoren, Umformer oder mit Verbrennungskraftmaschinenantrieb, Mehrstellenschweißmaschinen und Schweißzentralen. Kühlschränke, Kühlanlagen und Klimaanlagen. Weitere Arbeitsgebiete: Zur Erzeugung, Umformung und Fortleitung elektrischer Energie werden übernommen: Planung, Bauleitung und Ausführung von Dampfkraftwerken, Wasserkraftanlagen, Notstromzentralen, Umspannwerken, Hoch- und Niederspannungsschaltanlagen, Freileitungen und Leitungsnetzen. Zur Anwendung elektrischer Energie werden entworfen und ausgeführt: Elektrische Bahnen: Voll- und Nebenbahnen, Straßen-, Berg-, Industrie-, Seil- und Schwebebahnen für alle Stromarten. Wechselstrom-Triebwagen, dieselelektrische Triebwagen, Abraum- und Grubenlokomotiven, Akkumulatorenfahrzeuge, benzinelektrische Fahrzeuge, Oberleitungs-Omnibusse, Bahn-Fahrleitungen aller Ausführungs- und Stromarten, Warn- und Signalanlagen, Zugbeleuchtung, Zugheizung und -lüftung, Einzelteile für elektrische Ausrüstung von Bahnen jeder Art. Elektrische Ausrüstungen für die Industrie: z. B. für Bergwerke, Kokereien, Hütten- und Walzwerke, chemische Fabriken, für die Textil-, Papier- und Zementindustrie, Druckereien, Zuckerfabriken, Brauereien, Glasindustrie, ferner für Wasserwerke, selbsttätige Pumpwerke für Be- und Entwässerung. Elektrische Ausrüstungen für Werkzeugmaschinen, Hebezeug- und Transportanlagen, Bagger, Abraum-Förderbrücken. Dreh-, Hub- und Klappbrücken, Wehranlagen. Selbsttätige elektrische, Zentralsteuerungen für stetige Bandförderanlagen, Getreidespeicher, Brücken, Schleusen, Wehranlagen. (Vorstand: Dipl.-Ing.. Dr.-Ing. e. h. Karl Schnetzler, Heidelberg. Vorsitzer Dr. jur. et rer. pol. Hans Leonhard Hammerbacher, Mannheim, stellv. Vorsitzer; Dr.-Ing. Eduard Caspari, Heidelberg; Dipl.-Ing. Ferdinand Deichmann, Berlin; Dr.-Ing. Heinrich Meyer-Delius, Heidelberg; Dr.-Ing. Karl Neuenhofer, Mannheim; Dipl.-Ing. Oberbaurat Friedrich Schlemmer, Heidelberg-Ziegelhausen. Stellvertretende Mitglieder: Ing. Walter Griesshaber, Heidelberg; Dipl.-Ing. Georg Rechel, Heidelberg. Aufsichtsrat: Franz Belitz, München, Vorsitzer; Leo Bodmer, Vizepräsident des Verwaltungsrats der Aktiengesellschaft Brown, Boveri & Cie in Baden (Aargau), stellv. Vorsitzer; Eugen Bändel, Vorstandsmitglied der Commerzbank Aktiengesellschaft, Berlin; Alfred Busch, Vorstandsmitglied der Dresdner Bank, Berlin; Geheimer Legationsrat Dr. jur,. Dr. phil. Walther Frisch, Geschäftsführer des Bankhauses Hardy & Co., G.m.b.H., Berlin; Geheimer Regierungsrat Johannes Gassner, Ministerialdirektor a. D., Berlin; Paul Greyer, Vorstandsmitglied der Reichs-Kredit-Gesellschaft A.-G., Berlin; Kommerzienrat Dr. jur. Carl Jahr, Mannheim; Alfred Kurzmeyer, Direktor der Deutschen Bank, Berlin; Hans Vincent von Moller, Vorstandsmitglied der Allgemeinen Deutschen Credit-Anstalt, Leipzig; Kommerzienrat Dr. rer. pol. h. c., Dr.-Ing. e. h. Hermann Röchling, Hüttenbesitzer, Völklingen (Saar); Dr.-Ing. h. c. Max Schiesser, Delegierter des Verwaltungsrates der Aktiengesellschaft Brown, Boveri & Cie. in Baden (Aargau); Dr. phil. Hans Schippel, Vorstandsmitglied der Dresdner Bank, Berlin. Abschlußprüfer für das Geschäftsjahr 1943: Deutsche Waren-Treuhand-Aktiengesellschaft, Hamburg-Berlin. Geschäftsjahr: 1. Januar bis 31. Dezember. Hauptversammlung (Stimmrecht): Je nom. RM 100,00 Stammaktie 1 Stimme. Reingewinn-Verwendung: Der Reingewinn, der sich nach Vornahme von Abschreibungen, Wertberichtigungen, Rückstellungen und Rücklagen ergibt, wird unbeschadet der Ansprüche der Vorstandsmitglieder auf zugesicherte Gewinnanteile wie folgt verteilt: a) Zunächst werden auf die Aktien bis zu 4 % als Gewinnanteil ausgeschüttet, b) sodann erhält der Aufsichtsrat den ihm unter Berücksichtigung der Bestimmung des § 98 Abs. 3 Aktiengesetz satzungsgemäß zustehenden Anteil am Jahresgewinn, auf den die festen Vergütungen anzurechnen sind, c) der Rest wird an die Aktionäre verteilt, soweit die Hauptversammlung keine andere Verwendung bestimmt. Grundkapital: nom. RM 24.000.000,00 Stammaktien in 22 000 Stücken zu je RM 1.000,00 (Nr. 1-10000 u. 21 501- 33500), 8 500 Stücken zu je RM, 200,00 (Nr. 10001- 18500), 3 000 Stücken zu je RM 100,00 (Nr. 18501- 21 500). Großaktionäre: Die Aktienmehrheit wird seit Jahren von deutschen Banken unter Führung der Reichs-Kredit-Gesellschaft Aktiengesellschaft, Berlin, kontrolliert.)


THEMABeteiligung an folgenden Unternehmens (Organe und Kapital der Gesellschaft)
TEXTBBC ist beteiligt an Unternehmen zur Herstellung von: Kabeln und isolierten Leitungen, Installationsmaterial, blanken, umsponnenen und lackierten Drähten, Kunstharzen, Preßmassen, Kunstharzpreßteilen, Eisen- und Metallguß, Isolierlacken. (Vorstand: Dipl.-Ing.. Dr.-Ing. e. h. Karl Schnetzler, Heidelberg. Vorsitzer Dr. jur. et rer. pol. Hans Leonhard Hammerbacher, Mannheim, stellv. Vorsitzer; Dr.-Ing. Eduard Caspari, Heidelberg; Dipl.-Ing. Ferdinand Deichmann, Berlin; Dr.-Ing. Heinrich Meyer-Delius, Heidelberg; Dr.-Ing. Karl Neuenhofer, Mannheim; Dipl.-Ing. Oberbaurat Friedrich Schlemmer, Heidelberg-Ziegelhausen. Stellvertretende Mitglieder: Ing. Walter Griesshaber, Heidelberg; Dipl.-Ing. Georg Rechel, Heidelberg. Aufsichtsrat: Franz Belitz, München, Vorsitzer; Leo Bodmer, Vizepräsident des Verwaltungsrats der Aktiengesellschaft Brown, Boveri & Cie in Baden (Aargau), stellv. Vorsitzer; Eugen Bändel, Vorstandsmitglied der Commerzbank Aktiengesellschaft, Berlin; Alfred Busch, Vorstandsmitglied der Dresdner Bank, Berlin; Geheimer Legationsrat Dr. jur,. Dr. phil. Walther Frisch, Geschäftsführer des Bankhauses Hardy & Co., G.m.b.H., Berlin; Geheimer Regierungsrat Johannes Gassner, Ministerialdirektor a. D., Berlin; Paul Greyer, Vorstandsmitglied der Reichs-Kredit-Gesellschaft A.-G., Berlin; Kommerzienrat Dr. jur. Carl Jahr, Mannheim; Alfred Kurzmeyer, Direktor der Deutschen Bank, Berlin; Hans Vincent von Moller, Vorstandsmitglied der Allgemeinen Deutschen Credit-Anstalt, Leipzig; Kommerzienrat Dr. rer. pol. h. c., Dr.-Ing. e. h. Hermann Röchling, Hüttenbesitzer, Völklingen (Saar); Dr.-Ing. h. c. Max Schiesser, Delegierter des Verwaltungsrates der Aktiengesellschaft Brown, Boveri & Cie. in Baden (Aargau); Dr. phil. Hans Schippel, Vorstandsmitglied der Dresdner Bank, Berlin. Abschlußprüfer für das Geschäftsjahr 1943: Deutsche Waren-Treuhand-Aktiengesellschaft, Hamburg-Berlin. Geschäftsjahr: 1. Januar bis 31. Dezember. Hauptversammlung (Stimmrecht): Je nom. RM 100,00 Stammaktie 1 Stimme. Reingewinn-Verwendung: Der Reingewinn, der sich nach Vornahme von Abschreibungen, Wertberichtigungen, Rückstellungen und Rücklagen ergibt, wird unbeschadet der Ansprüche der Vorstandsmitglieder auf zugesicherte Gewinnanteile wie folgt verteilt: a) Zunächst werden auf die Aktien bis zu 4 % als Gewinnanteil ausgeschüttet, b) sodann erhält der Aufsichtsrat den ihm unter Berücksichtigung der Bestimmung des § 98 Abs. 3 Aktiengesetz satzungsgemäß zustehenden Anteil am Jahresgewinn, auf den die festen Vergütungen anzurechnen sind, c) der Rest wird an die Aktionäre verteilt, soweit die Hauptversammlung keine andere Verwendung bestimmt. Grundkapital: nom. RM 24.000.000,00 Stammaktien in 22 000 Stücken zu je RM 1.000,00 (Nr. 1-10000 u. 21 501- 33500), 8 500 Stücken zu je RM, 200,00 (Nr. 10001- 18500), 3 000 Stücken zu je RM 100,00 (Nr. 18501- 21 500). Großaktionäre: Die Aktienmehrheit wird seit Jahren von deutschen Banken unter Führung der Reichs-Kredit-Gesellschaft Aktiengesellschaft, Berlin, kontrolliert.)