Brown, Boveri & Cie.

Allgemeines

FirmennameBrown, Boveri & Cie.
OrtssitzMannheim
OrtsteilKĂ€fertal
StraßeGottlieb-Daimler-Str. 8
Postleitzahl68165
Art des Unternehmenselektrotechnische Fabrik
Anmerkungen1955: Boveristr. 22. 1985/86: ".. & Cie AG". Ab 1988: "ABB" (s.d.). Marke der HaushaltsgerÀte um 1938 "Sigma". Tochterfirma seit 1913: "Rheinische Draht- und Kabelwerke GmbH" (s.d.), Köln-Riehl.
Quellenangaben[Wer liefert was (1938) 342] [ABC d dt. Wirtschaft (1955) II/1782] [Handbuch Akt.-Ges. (1943) 5989]
Hinweise[Röntgen: 40 Jahre im Dienste der BBC (um 1947)] [Keller: Erfahrungen und Ergebnisse aus meiner Turbinen-Montagepraxis I + II (1949)] [BBC: Dampfturbine System Brown-Boveri-Parsons (1907) 31]: Dampfturbinen-Werkstatthalle II




Unternehmensgeschichte

Zeit Ereignis
1898 Die Firma erwirbt im 17. Sandgewann, in der NĂ€he des Bahnhofs KĂ€fertal ein GrundstĂŒck von ca. 50.000 qm FlĂ€che.
05.07.1898 Es wird beschlossen, die Vergabe des Baus als GesamtausfĂŒhrung sowie die vorlĂ€ufige Übertragung der BetriebsfĂŒhrung fĂŒr das Mannheimer ElektrizitĂ€tswerk der BBC zu ĂŒbertragen
16.07.1898 Die Frankfurter Fabrik, der VorlÀufer von BBC Mannheim, feiert die Fertigstellung ihrer 1000. Maschine, eines Wechselstrommotors
19.07.1898 Die Firma Brown Boveri & Cie., Baden erhĂ€lt aufgrund einer Abstimmung in der BĂŒrgerausschußsitzung den Zuschlag zum Bau einer elektrischen Zentrale in Mannheim
08.1898 Beginn der Verhandlungen um die Zufahrtsstraße lĂ€ngs der Eisenbahn und um die Herstellung eines Anschlußgleises
01.1899 Im Januar werden weitere 35.000 qm GrundstĂŒcksflĂ€che hinzugekauft
1900 Die schweizerische Brown, Boveri & Cie. KG verlegt ihre deutsche Niederlassung von Frankfurt nach Mannheim, nachdem sie 1898 von der Stadt den Auftrag zum Bau des ElektrizitĂ€tswerks erhalten hatte. Robert Boveri ĂŒbernimmt im Alter von 27 Jahren die Leitung als Vorstandsmitglied. Ihm obliegt die Technik und damit auch die Fabrikation des Werks KĂ€fertal
1900 Es entstehen ab 1900 in Köln, Hamburg, Berlin, Frankfurt und Siegen die ersten BBC-Vertretungen.
1900 Aufgrund einer Ausschreibung fĂŒr den Bau der elektrischen Einrichtungen und der Stromversorgung fĂŒr die Mannheimer Straßenbahn (um 1900) machen die Firmen Siemens & Halske in Berlin und Brown, Boveri & Cie. in Mannheim das Rennen. Sie schließen sich zu einem Konsortium zusammen und liefern die Wagen samt elektrischer Einrichtung, bauen die Oberleitung und errichten das Umformerwerk in der Keplerstraße. Die MĂ€nner des stĂ€dtischen Tiefbauamtes verlegen die neuen Schienen, die von der Firma GeorgsmarienhĂŒtte und Bergwerks-Verein in OsnabrĂŒck geliefert werden, ĂŒberwiegend als zweigleisige Strecken.
1900 Das Aktienkapital der BBC Mannheim in Höhe von 6 Millionen Mark ist zu 50% eingezahlt. Es wird zunĂ€chst nominell von den KomplementĂ€ren und Kommanditisten der BBC Baden in Interimsscheinen ĂŒbernommen
1900 Carlos Gaa leitet das neugegrĂŒndete BBC-Werk als Direktor bis zu seinem Tod zusammen mit Dr. Robert Boveri
12.02.1900 Der erste Waggon fĂ€hrt auf dem neuen Anschlußgleis in die Fabrik
01.04.1900 bis 31.05.1900 Transport der Maschinen und Einrichtungen von Frankfurt nach Mannheim. Dort sind 400 Arbeiter beschÀftigt
01.06.1900 Das Werk wird im Juni in Betrieb genommen. Etwa 130 Mitarbeiter waren von Frankfurt nach Mannheim ĂŒbergesiedelt. ZunĂ€chst stehen fĂŒr die Fabrikation nur die Werkhallen 1 bis 6 zur VerfĂŒgung. Sie haben eine Gesamtbreite von 60 m und eine LĂ€nge von 52 m und besitzen Krananlagen mit einer Tragkraft von 5 bis 29 t. Die Stromversorgung erfolgt aus dem stĂ€dtischen 4000-V.Netz ĂŒber ein Kabel von 3 x 35 qmm Querschnitt mit zwei 100-kVA-Transformatoren. Die zwei Kessel im Kesselhaus haben je 130 qm HeizflĂ€che und 8 bar Dampfspannung; die dienen ausschließlich der Beheizung der WerkstĂ€tten. - Der Turbinenbau ist bereits geplant. - Die Installations-Abteilung = Stadtmontage-Abteilung befindet sich in P 7.
09.06.1900 Nach Fertigstellung der Fabrikanlagen wird die Mannheimer Filiale mit Wirkung vom 9. Juni in eine selbstÀndige Aktiengesellschaft umgewandelt.
15.06.1900 GrĂŒndung mit einem Grundkapital von M 6.000.000,00
27.06.1900 Handelsregistereintragung
1901 Infolge der wirtschaftlichen Depression hat das Mannheimer Werk einen ungenĂŒgenden Auftragsbestand. Das Werk ist gezwungen, die Zahl der BeschĂ€ftgten zu vermindern und auch vorĂŒbergehend mit verkĂŒrzter Arbeitszeit zu arbeiten.
1901 Es besteht eine starke Konkurrenz, verbunden mit sinkenden Preisen. Die Zahl der Arbeiter wird verringert, und die Arbeitszeit wird verkĂŒrzt
1901 Fritz Marguerre beginnt seine berufliche TĂ€tigkeit bei der BBC. - SpĂ€ter leitet er in Norwegen den elektrischen Ausbau der zu dieser Zeit grĂ¶ĂŸten Wasserkraftanlage der Welt.
05.1901 Die Aktien der BBC Mannheim gehen an die zur Aktiengesellschaft gewordenen BBC Baden ĂŒber
1901 Bis Ende 1901 sind 27 Wechselstromgeneratoren aus dem Mannheimer Werk herausgegangen mit einer Leitung von 4000 kVA. Ferner wurden bis Ende 1901 wurden 432 Transformatoren mit einer Gesamtleistung von 8800 kVA sowie 1430 Motoren mit 8200 PS Gesamtleistung geliefert.
1902 Die Stadtmontage-Abteilung wird von P 7 nach D 7 verlagert
1902 Die Konkurrenz bringt Verlustpreise. Sparsamkeitsmaßnahmen
1902 Bau einer KraftĂŒbertragungsanlage fĂŒr die Illkircher MĂŒhlenwerke fĂŒr 2.000 PS auf 17 km Entfernung
1902 Die erlahmte Wirtschaft bedeutet auch fĂŒr die BBC EinschrĂ€nkungen: sie muß erstmals die Zahl der Mitarbeiter reduzieren und fĂŒr Kurzarbeit (= 8 h/d) einfĂŒhren.
1902 DurchfĂŒhrung von Sparsamkeitsmaßnahmen. Der Verdienst an einigen in Generalunternehmung ausgefĂŒhrten Gesamtanlagen ist befriedigend. Die Konkurrenz bringt Verlustpreise.
1902 EinfĂŒhrung der Parsons-Turbine in Deutschland: Elberfeld 3000 PS, Frankfurt 5.000 PS, Heidelberg, Mannheim 2000 PS
1902 "Turbinia", Deutsche Parsons Marine A.G.
1902 6.000 PS-Turbine fĂŒr Hochsee-Torpedoboot der Firma Schichau, 10000 PS-Turbine fĂŒr Kreuzer-Ersatz "Merkur"
1902 Erweiterung der WerkstÀtten zur Aufnahme des Turbinenbaues
1903 Das Jahr 1903 bringt eine allgemeine Belebung der Wirtschaft. Die Fabrik ist stark beschÀftigt und arbeitet sogar mit Nachtschichten
1903 Mit der EinfĂŒhrung des Turbinenbaues werden die WerkstĂ€tten nennenswert vergrĂ¶ĂŸert: Es werden die Hallen 7 bis 13 gebaut, und die davor liegenden BetriebsbĂŒros werden vergrĂ¶ĂŸert. Die Hallen 8 und 12 erhalten einen 25-t-Kran.
1903 Die Stadtmontage-Abteilung wird nach KÀfertal in das VerwaltungsgebÀude verlegt
1903 Es sind 69 Dampfturbinen mit insgesamt 50.535 PS bestellt
1903 Bau einer Versuchsanlage fĂŒr Dampfturbinen jeder Leistung
1903 Fabrikation von Dampfturbinenschaufeln bei der "Isolation"
1903 Zweimalige Verdoppelung der Werkstatt fĂŒr den Turbinenbau
1904 Bau der ersten Dampfturbine
1904 Die erste Mannheimer BBC-Turbine (Fabr.-Nr. 1001, 11,5 bar, 250 °C, 400 kW) wird an das ElektrizitÀtswerk Chemnitz geliefert
1904 Bau einer Schleudergrube und VersuchsstÀnden
1904 Starke BeschĂ€ftigung, regelmĂ€ĂŸig Tag- und Nachtschicht
1904 Die Dampfmaschinenfabriken machen durch kurze Lieferfristen dem Turbinenbau das Feld streitig
1904 Die WerkstÀtten der elektrischen Abteilung sind nahezu verdoppelt
1904 Es wird eine Speditionshalle mit Bahnanschluß errichtet
1904 Es wird der Neubau einer Schreinerei und eines Holzlagerschpens begonnen
1904 Bau der elektrischen Anlage fĂŒr die Papierfabrik Reisholz in Kabel
1904 Es sind 63 Dampfturbinen mit einer Gesamtleistung von 89.607 PS in Auftrag gegeben. BBC ist bei Turbinen mit 3000 PS und mehr konkurrenzlos.
1904 Der Bau von Kondensationsanlagen wird besonder gefördert
1904 Das Schiff "SMS LĂŒbeck" erhĂ€lt eine 12.000-PS-Dampfturbine
1904 Die bebaute FlĂ€che ist rund 45 % grĂ¶ĂŸer als im Vorjahr.
1904 Das erste deutsche turbinen-getriebene Torpedoboot, das "S 125", angetrieben von einer 6.000-PS-Parsons-Turbine von BBC, lÀuft bei Schichau (Elbing) vom Stapel
Sommer 1904 EinfĂŒhrung des Turbinenbaues. Die ersten Turbinen werden nach dem Vorbild der Parsons-Turbinen als Überdruck-Turbinen mit großer Stufenzahl und niedriger Drehzahl ausgefĂŒhrt.
Sommer 1904 Die ersten Leiter des im Sommer aufgenommenen Dampfturbinenbaues sind Zech und Zingg. - Im Oktober siedelt Ernst Keller aus der Schweiz nach Mannheim um. Einige Wochen spĂ€ter kommt dann der gebĂŒrtige PfĂ€lzer Dr.-Ing. Koob, vorher Assistent bei Prof. Moritz Schröter in MĂŒnchen und einige Wochen zur praktischen Ausbildung in Baden, nach Mannheim. Die neuen Dampfkessel mĂŒssen ausprobiert, Pumpen, Kondensator und KĂŒhlturm auf ihre Garantiewerte geprĂŒft, die MeßbehĂ€lter fĂŒr Kondensatmessungen geeicht, alle erforderlichen Meßinstrumente angeschafft, VersuchsbĂŒcher fĂŒr Dampfturbinen und Generatoren usw. ausgeklĂŒgelt werden.
1905 1905 liefert allein die BBC 554.000 PS an Dampfturbinen aus. Sie baut die Überdruckturbinen von Parsons auf dem europĂ€ischen Kontinent.
1905 Das Aktienkapital von 6 Millionen Mark ist voll einbezahlt
1905 Es wird in Tag- und Nachtschichten in der elektrischen und in der Turbinenabteilung gearbeitet, was kaum ausreicht. Die Zahl der Mitarbeiter steigt von knapp 1.200 auf 1.700.
1905 Es liegen AuftrÀge im Wert von mehr als 7.500.000 Mark vor, und die Auftragsziffer steigt weiter
1905 Es wird der Bau eines Modell-Lagerhauses beschlossen
1905 Allein fĂŒr Deutschland sind 110 Dampfturbinen mit 180.000 PS Gesamtleistung bestellt. Die grĂ¶ĂŸte Turbine hat 9.000 PS
1905 Es sind 60 Kondensationsanlagen fĂŒr 123.000 PS in Auftrag gegeben
1905 Dampfturbinen: 10.000 PS fĂŒr Torpedoboot G 137 und 13.200 PS fĂŒr Kreuzer-Ersatz-Wacht
1905 Elektromaschinen fĂŒr Bergwerks- und HĂŒttenbetriebe, Schaltapparate und Schaltanlagen fĂŒr hohe Spannunen sind sehr gefragt
1905/06 Die BBC-Parsons-Turbine kann sich den greifbaren Vorteilen der AEG-Curtis-Turbinen (geringer Dampfverbrauch bei Teillast und kurze BaulĂ€nge) nicht verschließen und entwickelt zusĂ€tzlich ihre kombinierte Bauart. Ein Teil der esten Parsons-Stufen wird durch ein Curtisrad, spĂ€ter durch ein Gleichdruckrad ersetzt. FĂŒr die restlichen Stufen wird die bewĂ€hrte Reaktionsbeschaufelung beibehalten.
25.12.1905 bis 31.12.1905 Gegen Ende des GeschĂ€ftsjahres mĂŒssen grĂ¶ĂŸere AuftrĂ€ge abgelehnt werden, da keine Möglichkeit besteht, sie termingerecht auszufĂŒhren
1906 Bau des Maschinenhauses, in dem zwei Dampfturbinen mit 350 kW und 500 kW Leistung aufgestellt werden. Bisher hatten die StÀdtischen ElektrizitÀtswerke die Energie geliefert.
1906 Lieferung von Einphasen-Transformatoren mit 31.200 A SekundÀrstromstÀrke, die zur Speisung von Karbidöfen notwendig sind
1906 Das Unternehmen kommt trotz Nachtschicht mit den Lieferungen nicht nach, und AuftrĂ€ge mit kurzen Lieferfristen werden zurĂŒckgewiesen.
1906 Der Auftragsbestand betrÀgt 9.800.000 Mark
1906 Es wird ein Bau zur Herstellung von Isolationsmaterialien ("Mikarta-Bau") errichtet. Das unterste Stockwerk dieses Neubaues soll als MechanikerwerkstÀtte dienen.
1906 Das WerkstĂ€ttenbebĂ€ude wird mit einem neuen Anbau von ca. 20 m Breite und 108 m LĂ€nge versehen. Dort sollen besonders große StĂŒcke bearbeitet und Kondensatoren gebaut werden.
1906 BBC Mannheim liefert fĂŒnf Turbinen zu je 13.000 PS Effektivleistung fĂŒr Buenos Aires
1906 Es wird eine Anleihe von 4.500.000 Mark bei 4,5 % Zinsen wird aufgenommen
1906 Bildung eines Arbeiterausschusses mit Monteur Brand als Vorsitzer
1906 Bestimmung der AkkordsÀtze im Mittelpreisverfahren
1906 Spezial-Konstruktionen fĂŒr die AusrĂŒstung von kompletten Hochspannungs-KraftĂŒbertragungsanlagen finden steigenden Anklang.
1906 Bei der Inbetriebsetzung einer 300-kW-Dampfturbine beim "Verein Chemischer Fabriken zu Mannheim" fĂŒhrt ein Wasserschlag zum Tod eines Menschen.
1907 EinfĂŒhrung des WĂ€lzsektorenreglers
1907 Die BBC kauft die "Gußwerke Frankenthal" fĂŒr 100.000 Mark als Gießerei fĂŒr den Bedarf des BBC-Werks KĂ€fertal an großen GußstĂŒcken fĂŒr Motoren, Turbinen und TurbogeblĂ€se. Die Gießerei hat auch eine Abteilung fĂŒr Kupfer-, Zinn-, Zink- und Aluminiumguß und hat eine GrundflĂ€che von 8080 qm. Die Gießhalle hat ca. 600 qm GrundflĂ€che.
1907 Die Dampfturbinen werden im Hochdruckteil mit einem Gleichdruckrad versehen. Hierdurch wird die Turbine kĂŒrzer und billiger, und die teilweise Beaufschlagung des Curtis-Rades erlaubt, den Dampfverbrauch im Teillastbereich zu verbessern.
1907 Die erste HĂ€lfte der breit angelegten Halle 14 entsteht. Sie ist mit 35-t- und 50-t-Kranen ausgestattet. Um diese Zeit entsteht auch der sogenannte "Micarta-Bau" fĂŒr die Herstellung von Isolierungen, ein aus Glimmer und tragenden Stoffen wie Papier, Baumwlle oder Seide sowie Lacken hergestelltes Isoliermaterial. Ferner entsteht die ImprĂ€gnierhalle fĂŒr das TrĂ€nken von Wicklungen.
1907 Erweiterung des VerwaltungsgebÀudes auf das Doppelte
1907 Es besteht Preisdruck der Turbinen-Konkurrenz. BBC sucht auf dem Gebiet der Spezialkonstruktionen wie Gegendruck- und Abdampfturbinen die Preise zu halten.
1907 Der Kleine Kreuzer "Stettin" lÀuft mit 25,2 Seemeilen (garantiert: 23,3 sm) mit einer Turbinenleistung von 20.000 PS
1907 Es werden Turbinenanlagen fĂŒr vier Hochsee-Torpedoboote mit je 14.000 PS gebaut
1907 Preisdruck auch im Elektromaschinenbau
1907 Im HĂŒttenwesen beginnen sich Dampfturbinen und TurbogeblĂ€se immer stĂ€rker durchzusetzen. In der Stahlregion des Siegerlands verkauft BBC den ersten Turbogenerator mit einer Leistung von 350 Kilowatt.
1907 Der Club "Dynamo wird gebildet.
1907 EinfĂŒhrung von neuen Einphasen-Motoren mit Drehzahlregulierung. Neues System, große Drehstrommotoren in der Tourenzahl ökonomisch zu regulieren (Scherbius
1907 Auftrag vom Kommunalen ElektrizitĂ€tswerk Mark (Hagen / Westf) fĂŒr zwei 3000 kW Dampfturboaggregate fĂŒr das Kraftwerk Herdecke.
01.09.1907 C. O. Röngten, seit 1900 im Dampfturbinenbau der AEG, tritt ein und wird von Oberingenieur Tuxen eingefĂŒhrt. Er wechselt nach drei Wochen in den TĂ€tigkeitsbereich des BBC-BĂŒros Köln und wird als Akquisiteur mit Sitz in Hagen verpflichtet.
1908 Beteiligung an der Gußwerke AG, Frankenthal durch Übernahme von 80 Aktien
1908 1908 sind 3,5 Millionen PS an Parsons-Turbinen (vmtl. bezogen auf die BBC-Produktion) in Betrieb.
1908-1909 Der Wechselstrom-Kollektormotor erscheint 1908/09. Er wird zunÀchst als Kleinmotor verwendet
1908 Das Akkordwesen wird auf eine neue Grundlage gestellt: Das neu geschaffene KalkulationsbĂŒro soll den Akkordlohn nĂ€her bestimmen. Als Norm wird seitens der GeschĂ€ftsfĂŒhrung ein Akkordlohn von 30% ĂŒber dem Stundenhlhn vorgeschlagen. Eine darĂŒber hinausgehende Mehrleistung auf Grund eines vereinbarten Akkordes soll zu gleichen Teilen dem Arbeiter und dem Unternehmen zugute kommen. EinfĂŒhrung rationeller Arbeitsmethoden und arbeitsfördernde Einrichtungen.
1908 Auftrag fĂŒr elektrische Vollbahn-Lokomotiven. Es sind zwei Lokomotiven mit je 1.000 PS fĂŒr die Wiesentalbahn.
1908 Geringe Nachfrage, gedrĂŒckte Preise. Eisenpreis gesunken, der Kupferpreis wird gehalten. Die Konkurrenz arbeitet zu Verlustpreisen. Die BBC kann aufgrund der gelieferten QualitĂ€t bessere Preise halten
1908 Lieferung von Kraft- und Motoren-Anlagen fĂŒr drei der grĂ¶ĂŸten Papierfabriken
1908 Patent fĂŒr den Einzelantrieb von Papiermaschinen
1908 Kapital-Beteiligung an der "Howaldt-Werft"
01.06.1908 Beginn eines Streiks, da das neue Akkordwesen von der Arbeiterschaft nicht anerkannt wird.
22.07.1908 Ende des Streiks. Das KalkulationsbĂŒro bearbeitet fortan die Akkorde
23.09.1908 Weil Straßenbahndirektor Löwit mit der Planung von Vorortstrecken in Mannheim beauftragt ist, lĂ€ĂŸt er sich von der BBC mit dortigem Schreiben vom 23. September 1908 Unterlagen ĂŒber sieben verschiedene Schweizer Bahnen zustellen.
1909 Nach seinem Berufseinstieg bei den Siemens-Schuckert-Werken tritt Roebel als Versuchsingenieur bei der BBC ein
1909 Mit 34,7 Knoten in der Stunde erreichen die mit BBC-Turbinen ausgerĂŒsteten Torpedoboote die grĂ¶ĂŸten bisher bei offiziellen Abnahmefahrten erreichten Geschwindigkeiten. Lieferung von Hauptturbinen fĂŒr die sechs Hochsee-Torpedoboote G 7 bis 12
1909 Die Preise sind weiter gedrĂŒckt, sogar noch rĂŒcklĂ€ufig. Gesteigerter Konkurrenzkampf und wachsende AnsprĂŒche der Kundschaft machen betrĂ€chtliche Vermehrung des internen und auswĂ€rtigen Personals notwendig. Gewinn/Umsatz werden kleiner und auch der Reingewinn. Das Hauptinteresse liegt auf dem Bereich der Dampfturbine; verschiedene wesentliche Neuerungen in ihrer Konstruktion.
1909 Bau von Industrie-Bahnanlagen im Einphasen-System
1909 Die Königlich Preußische Staatsbahn vergibt einen Auftrag fĂŒr eine 600 PS GĂŒterzug-Lokomotive fĂŒr die Strecke Magdeburg-Halle.
1909 Rationalisierung und Kostensenkung in der Fabrikation kleinerer und mittlerer Elektromotoren
1909 Lieferung einer BBC-Dampfturbine fĂŒr das kommunale ElektrizitĂ€tswerk Mark A.G. Hagen i. Westf. mit 12000 kW = 19000 PS
1909 Die Hauptschachtfördermaschinen nach dem BBC-System bewÀhren sich.
1909 FĂŒr die Blechstanzerei und das Blechmagazin wird ein Neubau errichtet und in Betrieb genommen.
1910 Bau der ersten Verpuffungsgasturbine
1910 Lieferung von fĂŒnf Generatoren fĂŒr das norwegische Kraftwerk Rjukanfoss mit einer Leistung von 18.800 kVA bei 250 U/min. Die PolrĂ€der werden in einer provisorischen Schleudergrube mit 500 U/min geschleudert.
1910 In Lampertheim, rund zehn Kilometer nördlich von Mannheim-KÀfertal, erwirbt die BBC ein FabrikgelÀnde mit GebÀuden und nimmt hier die Fertigung von Quecksilberdampf-Gleichrichtern auf.
1910 Die SaarbrĂŒcker ElektrizitĂ€ts-Aktiengesellschaft wird von BBC ĂŒbernommen und zu einer ProduktionsstĂ€tte fĂŒr kleinere und mittlere Elektromotoren ausgebaut.
1910-1913 Die BBC liefert die Einphasen-Generatoren fĂŒr das Saalach-Kraftwerk der Bahnstrecke Reichenhall-Berchtesgaden. Das Kraftwerk enthĂ€lt 2 Einphasen-Maschinen, 1 Drehstrommaschine und eine Turbine mit einer Drehstrom- und einer Einphasen-Maschine, 3-stöckiges Schalthaus, 20.000 und 5.000 V fĂŒr Drehstrom, 15.000 V Einphasen-Wechselstrom, begehbare KabelkanĂ€le zwischen Schalthaus, Maschinen und Transformatoren
01.01.1910 Ingenieur C. O. Röngten verlegt seinen Sitz von Hagen (Westf) nach DĂŒsseldorf
1910 Die Firma BBC bittet, die ZĂŒge der Mannheimer Straßenbahn und der SĂŒddeutschen Eisenbahngesellschaft mehr auf den Arbeitsbeginn und den Arbeitsschluß der BBC abzustimmen. Der Verkehrsbetrieb kann zu dieser Zeit noch problemlos Sonderwagen bereitstellen, weil noch ein geringer Gewinn erwirtschaftet wird. Die Schwierigkeiten beim Abtransport der BBC-BeschĂ€ftigten sind Anlaß zu verschiedenen Leserbriefen in der "Volksstimme" (27. 11. 1910), der "Neuen Badischen Landeszeitung", dem "General-Anzeiger" und der "Volksstimme" (30. 12. 1910) sowie der "PfĂ€lzischen Post" (31. 12. 1910). Es wird schon der Vorwurf erhoben, daß der kommunale Straßenbahnbetrieb keine RĂŒcksicht auf die VerhĂ€ltnisse nehme.
29.12.1910 In einer am 29. 12. 1910 abgehaltenen Betriebsversammlung bei der BBC kommt zum Ausdruck, daß die DampfzĂŒge der SĂŒddeutschen Eisenbahngesellschaft den elektrischen Straßenbahnbetrieb besonders behindern, weil die Dampfloks nicht die Kraft aufbringen, einen lĂ€ngeren Zug schnell in Bewegung zu setzen und die BBC-Rampe hinaufzuziehen. Aufgrund der Betriebsversammlung werden die Fahrzeiten der zusĂ€tzlichen ArbeiterzĂŒge neu festgelegt. Der SEG-Zug, der werktĂ€glich leer von Heddesheim nach Mannheim fuhr und um 18.27 Uhr KĂ€fertal verlĂ€ĂŸt, hĂ€lt fortan bei der Fa. BBC und entlastet so die Straßenbahn um zwei Motor- und 4 Beiwagen.
1911 Roebel gelingt die fĂŒr den Bau großer elektrischer Maschinen wichtige Erfindung, der "verdrillte Wicklungsstab". Dieser vermeidet Wirbelströme, reduziert den Skin-Effekt und ist gut ausfĂŒhrbar.
1911 Durch die Vermittlung der Beteiligungsgesellschaft Turbinia, Deutsche Parsons-Marine A.G. in Berlin werden zwei neue Riesendampfer der Hamburg-Amerika-Linie mit Turbinen ausgestattet.
1911 Die Produktion wird bedeutend erhöht, die Preise bessern sich nur wenig. Bei Dampfturbinen sind große Einheiten gefragt. Der Bereich "elektrische Maschinen" ist vollauf beschĂ€ftigt, hauptsĂ€chlich fĂŒr Berg- und HĂŒttenwesen und verwandte Betriebe, AuftrĂ€ge fĂŒr viele Hauptsachförderanlagen; Sicherheits- und Steuerapparate
1911 Die neuen Riesendampfer der Hamburg-Amerika-Linie werden mit Turbinen Lizenz "Turbinia" ausgestattet.
1911 Bestrebungen der Arbeiter-Organisation nach Lohnerhöhung und VerkĂŒrzung der Arbeitszeit
1911 Unfall beim Ausbalancieren eines Turboankers, der unterhalb der normalen Tourenzahl auseinanderfliegt und einen damit beschÀftigten Mann durch die herausgeflogenen WicklungsdrÀhte und Nutenkeile lebensgefÀhrlich verletzt.
19.09.1911 Weil die BBC ab 19. September ihre Arbeitszeit Ă€ndert, wird der Schriftverkehr wegen der Arbeiterzug-FahrplĂ€ne in Mannheim wieder aufgenommen. Die OEG setzt ab Weinheimer Bahnhof um 6.20 Uhr und 6.24 Uhr je einen Vierwagenzug und um 6.28 Uhr einen Dreiwagenzug nach KĂ€fertal ein. Der Straßenbahn ist es jedoch nicht möglich, ihre ZĂŒge pĂŒnktlich verkehren zu lassen, weil sie durch die um 6.17 Uhr und 6.27 Uhr vom Weinheimer Bahnhof abfahrenden EisenbahnzĂŒge immer wieder behindert werden.
1912 Erfindung des Roebelstabes durch den BBC-Ingenieur Roebel (D.R.P. 277012); er ermöglicht eine Leistungssteigerung der elektrischen Maschinen
1912 Es werden 15 elektrische Lokomotiven fĂŒr die schlesischen Gebirgsbahn Lauban-Königszelt bestellt. Bald muß erkannt werden, daß die Beanspruchung von elektrischen AusrĂŒstungen auf Fahrzeugen wesentlich höher ist als bei stationĂ€ren Anlagen. Die umfangreichen elektrischen Montagearbeiten an den Lokomotiven machen es notwendig, eine eigene Lokomotiv-WerkstĂ€tte zu errichten. Die neue WerkstĂ€tte ist schnell mit Arbeit so gefĂŒllt, daß man kurz darauf wieder weitere RĂ€ume schaffen muß.
1912 Die Lokomotiv-Transformatoren fĂŒr die Lokomotiven der schlesischen Gebirgsbahn werden luftgekĂŒhlt und ohne ÖlfĂŒllung ausgefĂŒhrt.
1912 Ab 1912 werden die Transformatorenöle im Werk vor ihrer Verwendung nach eigenem Verfahren geprĂŒft
1912 BBC rĂŒstet die erste Hochspannungs-Gleichstrom-Bergbahn in Deutschland (Wendelsteinbahn, 1.500 V) elektrisch aus
1912 Hugo Stotz verkauft sein florierendes GeschÀft an die BBC (seine Fabrik erst nach dem Ersten Weltkrieg)
1912 GĂŒnstiges GeschĂ€ftsergebnis. Durch den Balkankrieg besteht eine unsichere Lage. Geldknappheit. Trotzdem kann der Absatz um 25 % erhöht werden. Die Vervollkommnung der Fabrikationsweise steigert die Produktion im Turbinenbau und im Elektromaschinenbau und verbilligt sie, kurze Lieferzeiten werden möglich.
1912 BBC erhĂ€lt den Auftrag zum Bau der Generatoren fĂŒr die Möhne- und die Edertalsperre
1912 Errichtung einer LokomotivwerkstÀtte
1912 Es entsteht ein neues GebĂ€ude fĂŒr die mechanische Abteilung und den Schalttafelbau, die bisher zerstreut untergebracht waren.
1912 Es wird ein 7.000 qm großes GrundstĂŒck erworben. Verhandlungen wegen weiteren GelĂ€ndes mit der Stadt.
1912 Erweiterung der bestehenden WerkstĂ€tte fĂŒr den Transformatorenbau
1912 Erhöhung des Kapitals um 3.000.000 Mark
1912 Brown und Baumann scheiden aus dem Aufsichtsrat aus. Funk scheidet als Vorstand aus und wird stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrates.
1912 BBC liefert die elektrische AusrĂŒstung fĂŒr die 1912 eröffnete Wendelsteinbahn. Den mechanischen Teil der Lokomotiven liefert die Maschinenfabrik Esslingen
19.03.1912 Die BBC erhÀlt das D.R.P. Nr. 277012 auf die Erfindung des Roebel-Stabs. Mit diesem wird durch die Aufteilung des Kupferstabs in elektrischen Maschinen in gekröpfte Einzelleiter eine bessere Verteilung der Stromdichte erreicht.
01.10.1912 Ingenieur C. O. Röntgen wird die Leitung des BĂŒros Karlsruhe ĂŒbertragen
1913 Angliederung des Kupferwerks Wahlen, Köln-Riehl, (spĂ€ter Rheinische Draht- und Kabelwerke). Damit streckt das Unternehmen jetzt seine FĂŒhler auch in Richtung isolierter LeitungsdrĂ€hte und unterirdischer Bleikabel aus.
1913 Übernahme der Installations- und Engros-Abteilungen der Stotz & Cie. ElektrizitĂ€ts GmbH, Mannheim
1913 Erster dieselelektrischer Triebwagen in Deutschland
1913 BBC baut das erste Großkraftwerk mit Gasmaschinen (in Buer, Westfalen)
01.04.1913 Ingenieur C. O. Röntgen beginnt als stellvertretender Vorstand des BĂŒros Karlsruhe hauptsĂ€chlich mit der Verfolgung von Dampfturbinen-Projekten
13.11.1913 Die "Elektrische Kraftversorgung A.G." wird in Mannheim mit 8 Millionen Mark Kapital gegrĂŒndet.
1914 Bau der grĂ¶ĂŸten Dampfturbogruppe der Welt mit einer Leistung von 20.000 kW (auch genannt: 29,4 Megawatt oder 40.000 PS) fĂŒr das Kraftwerk Elverlingsen. Die Anlage bleibt 50 Jahre in Betrieb, absolviert in dieser Zeit 157.261 Betriebsstunden und erzeugt mehr als eine Milliarde Kilowattstunden Strom. - SpĂ€ter wird der Generator zum Kulturdenkmal.
1914 Lieferung von vier gleichen Generatoren fĂŒr Murgwerk im Schwarzwald mit Leistungen von je 5000 kVA und n= 500 U/min durch die BBC Mannheim
Anfang 1914 Die Abteilung Leitungsbau entsteht als als selbstĂ€ndige Abteilung, nachdem die badische Regierung im Jahre 1913 eine Ausschreibung fĂŒr den Bau eines elektrischen Wasserkraftwerks in Forbach (Murgtal) und einer 110-kV-Leitung ĂŒber Karlsruhe nach Mannheim herausgegeben hatte. Es wird nötig, der Abeilung fĂŒr Ortsnetzbau eine Abteilung fĂŒr Hochspannungsleitungen anzugliedern. So entsteht die Abteilung Leitungsbau mit Direktor Schumann an der Spitze. Die Installationsabteilung siedelt nach O 4, 8-9 um. Sie besteht aus folgenden Unterabteilungen: Stadtmontage, Fabrik-Montage, Ortsnetzbau, Fernleitungsbau, Abteilung fĂŒr WĂ€rme- und KĂ€ltetechnik, Einkaufs- und Verkaufs-Abteilung fĂŒr Installationsmaterialien, Verkaufsabteilung fĂŒr Beleuchtungskörper mit Laden, Lagerverwaltung.
1914 Die Bahn-Abteilung bezieht den Neubau (Lokomotiv-Bau)
20.02.1914 Bei der Inbetriebnahme eines Reserve-Rotors einer der beiden 7.500-kW-Dampfturbinen im StÀdtischen ElektrizitÀtswerk Frankfurt (Main) im Leerlaufbetrieb bei der Erregung ereignet sich ein schwerer Unfall, bei dem zwei Menschen getötet und der BBC-Ingenieur Ernst Keller (*1877) schwer verletzt werden.
11.05.1914 Besuch von Großherzog Friedrich von Baden im BBC-Werk Mannheim-KĂ€fertal
01.10.1914 Die von der BBC Mannheim zu erbauende 110-kV-Freileitung Karlsruhe-Mannheim (LĂ€nge: 62,3 km) soll nach sechsmonatiger Bauzeit in Betrieb gehen. Man entschließt sich, an Stelle der ursprĂŒnglich vorgesehenen Kupferleitungen Stahl-Aluminium-Seile mit einem Querschnitt von 35 + 70 = 105 mmÂČ zu verwenden. Die AufhĂ€ngung der Leiterseite erfolgt an Kappenisolatoren. - Die Arbeiten werden kriegsbedingt bis 1917 eingestellt.
1915 Es wird das landwirtschaftliche Gut Scharhof ĂŒbernommen, auf dem KĂŒhe und Schweine gehalten werden. Die dort erzeugte Milch und andere landwirtschaftliche Produkte können die Not der Mitarbeiter zumindest ein wenig mildern.
1915 BBC ĂŒbernimmt die Installationsabteilung der Firma Stotz.
1915 Die BBC Mannheim erhÀlt auf der Ausstellung Malmö eine Königliche Medaille.
1915 Der Bau elektrischer Lokomotiven wird kriegsbedingt eingestellt.
1915 Steigende Rohmaterial-Preise, GehĂ€lter und Löhne. Höhere Abschreibungen wegen höherer Beanspruchung aller Einrichtungen. Familien-UnterstĂŒtzung fĂŒr Einberufene.
1915 Die BBC ĂŒbersendet einen umfangreichen Prospekt, der neben der Abbildung des Mannheimer Triebwagens 218 (beim AusrĂŒcken aus dem Bf. Collinistraße) auch umfangreiche Triebfahrzeug-Abbildungen von Schweizer Nebenbahn- und Straßenbahnbetrieben enthĂ€lt. GegenĂŒber den Triebwagen der Reihe 1 - 120 (117), die mit jeweils zwei Motoren fĂŒr je 22 PS beschafft werden, erhalten die spĂ€ter beschafften Triebwagen Motore von 32, 35 und 36 PS und die 1914 beschafften 25 Triebwagen sogar solche von 45 PS. Die BBC-AusrĂŒstung wird gewĂ€hlt, weil Siemens-Schuckert immer zu teuer ist. Im Jahre 1915 trĂ€gt man sich mit dem Gedanken, alle untermotorisierten Wagen mit grĂ¶ĂŸeren Motoren auszustatten.
11.09.1915 Es werden sĂ€mtliche Stammanteile an den "Rheinischen Kabel- und Drahtwerken" in Höhe von 1.000.000 Mark von der BBC Baden auf die Mannheimer Firma ĂŒbertragen.
12.10.1915 Die BBC zahlt 24.000 Goldmark ein, um die Triebwagen 135 und 137 sowie zwei Beiwagen fĂŒr die Armeeabteilung Gaede zu erwerben. (Dabei kann es sich jedoch nicht um zwei neue Feudenheimer Dampfbahnwagen (245 - 248) handeln, die alle in Mannheim im 2. Weltkrieg zerstört werden, sondern um zwei ehemalige Pferdebahnwagen aus der Nummerngruppe 302 - 308. Die genauen Nummern sind unbekannt.)
1916 In der Halle 1 werden handwerksmĂ€ĂŸig die ersten Quecksilberdampfgleichrichter hergestellt.
1916 Ab 1916 wird eine elektrophysikalische Untersuchung von Isolationsmaterialien durchgefĂŒhrt
1916 Infolge des Ersten Weltkrieges sind die Fabriken der deutschen BBC voll ausgelastet. Zahlreiche Mitarbeiter werden eingezogen, etliche von ihnen kommen nicht mehr zurĂŒck. Die gewĂ€hrten UnterstĂŒtzungen an die Familien der zu den Fahnen einberufenen Arbeiter und Angestellten belaufen sich auf knapp 800.000 Mark.
1916 Starke BeschĂ€ftigung der Betriebe, höchste AusnĂŒtzung der vorhandenen Einrichtungen. Steigende Materialpreise und Löhne. Ungeschulte ArbeitskrĂ€fte, erhebliche AbnĂŒtzung der Einrichtungen, erhöhte Abschreibungen.
1917 Als eine der ersten BBC-Gleichrichteranlagen wird eine bei Heinrich Lanz, Mannheim, aufgestellt
1917 Erste Elektrolyse mit Gleichrichtern in Deutschland
1917 BBC-Produkte werden verstĂ€rkt zu militĂ€rischen Zwecken verwendet: Dampfturbinen der Marke BBC treiben Torpedoboote der deutschen Marine an, MilitĂ€rflugzeuge steigen mit Hilfe von BBC-Ladeluftkompressoren in die Luft. Im Auftrag des Staates mĂŒssen in untergeordnetem Maße auch Granaten gedreht und Minenwerfer gebaut werden.
1917 Die Bahnabteilung der BBC baut transportable Kompressoranlagen fĂŒr Stollenbau in den Vogesen.
1918-1919 Der Fabrikbetrieb von Stotz & Cie., Mannheim geht ganz auf die BBC ĂŒber
1918 Erwerb von Aktien der Isolation Aktiengesellschaft, Mannheim
1918 Im Bau von Turbo-Generatoren ist man fĂŒr 3000 U/min bei einer Leistung von 12.500 kVA und fĂŒr 1500 U/min bei der doppelten Leistung angelangt. Die vierpolige Maschine wird nur noch zweimal (1922 und 1929) fĂŒr Spitzenleistungen gebaut. Alle ĂŒbrigen Turbogeneratoren sind zweipolig (3000 U/min).
1918 193 BBC-Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verlieren im Ersten Weltkrieg ihr Leben. Das Ende des Krieges fĂŒhrt bei BBC zu einem deutlichen GeschĂ€ftseinbruch: Wegen Stornierungen vor allem der MarineauftrĂ€ge ist die Maschinenbauabteilung praktisch beschĂ€ftigungslos. FĂŒr BBC fĂŒhrt dies zu erheblichen Verlusten, die den Gewinn der Vorjahre schnell aufzuzehren drohen.
1918 Direktor Gaa beauftragt Dr. Wilh. Meyer mit dem Aufbau einer Mannheimer Exportabteilung mit Sitz in Berlin
1918 Umstellung von Kriegs- auf Friedensproduktion, große Verluste. Die produktive Arbeit geht zurĂŒck; der Achtstundentag wird vielfach verbummelt. Steigende Löhne und GehĂ€lter. Ungleiche Belastung der Abteilungen durch AuftrĂ€ge; Maschinenbau fast ohne BeschĂ€ftigung, Trafo- und Apparatebau stark belastet. Die Regierung treibt Elektrifizierung des Landes voran.
01.04.1918 Nach dem Ausscheiden von Obering. Mulch dem bisherigen Vertreter C. O. Röntgen die Leitung des BĂŒros Köln ĂŒbertragen.
01.12.1918 Die Abteilung Afk wird in die Gruppen unterteilt: "Technische Arbeiten fĂŒr Schaltanlagen und Schaltapparate", "Technische Arbeiten fĂŒr Apparate", "Konstruktive Arbeiten fĂŒr Schaltapparate", "Konstruktive Arbeiten fĂŒr Regulierapparate", "Preiskalkulation" und "KaufmĂ€nnische Arbeiten" unterteilt.
1919 Der um 1919 auftretende Wohnungsmangel ist Anlaß zum Kauf einger HĂ€user, um auf diesem Wege einigen ihrer Werksangehörigen zu Wohnungen zu verhelfen.
1919 Die Brown, Boveri & Cie. erwirbt in Lampertheim ein FabrikgelÀnde, um dort eine Gleichrichterfabrik einzurichten.
01.1919 Das Werk entschließt sich Anfang 1919, die Reparatur und den Bau von Dampflokomotiven aufzunehmen. In der Turbinen-Montagehalle werden LokomotivstĂ€nde eingebaut, und damit kann zunĂ€chst mit der Instandsetzung der von der Badischen Staatsbahn zugewiesenen Reparaturlokomotiven begonnen und dadurch der Betrieb mit dem Dampflokomotivbau vertraut gemacht werden. Dann wird der Bau von 12 neuen 1'E h3 -GĂŒterzugdampflokomotiven der Gattung G 12, Reihe 5, aufgenommen.
01.01.1919 Die zwei Gruppen der Abteilung Afk werden in zwei getrennte Abteilungen aufgeteilt, und zwar Abteilung Afka (= Konstruktionsabteilung fĂŒr Apparate) und Afks (= Konstruktionsabteilung fĂŒr Schaltanlagen).
1920 Die Stammanteile an den "Rheinischen Kabel- und Drahtwerken" in Köln werden aufgeteilt in 900.000 Mark an BBC-Baden und 100.000 Mark an BBC-Mannheim.
01.02.1920 Die Abteilung Afks wird in folgende Gruppen eingeteilt: Kraft- und Umspannwerke, Anlage Gröbers, Gleichrichteranlagen und Normen, Preisbearbeitung, Bestellungen, Orderbearbeitung
1921 Die BBC erwirbt die Gleichrichter GmbH in Berlin, ein Unternehmen, das seit 1918 Glas-Gleichrichter herstellt.
1921 Bestellung der ersten Turbo-GeblĂ€semaschine durch eine HĂŒtte des Siegerlandes. Sie hat eine Ansaugeleistung von 21.000 cbm/h und einen Enddruck von 0,45 bar.
1921 BBC ĂŒbernimmt in Großauheim bei Hanau eine brachliegende Fabrik und beginnt dort mit der Fertigung von Schaltapparaten. SpĂ€ter laufen in diesem Werk Herde, KĂŒhlschrĂ€nke oder KĂŒhltruhen von den MontagebĂ€ndern.
01.03.1921 Die Installationsabteilung wird dem Technischen BĂŒro Mannheim unterstellt. Gesamtbezeichnung: "BBC Mannheim".
06.05.1921 Die Abteilung S der BBC erhĂ€lt den Auftrag von der D.C.G.G. Dessau zum Bau der 100-kV-Schaltanlage Magdeburg einschließlich Montage
06.1921 Infolge der Materialknappheit kann die erste fertige Dampflokomotive erst im Juni 1921 das Werk verlassen.
12.1921 Die Abteilung Afks wird in folgende Gruppen aufgeteilt: Große Schaltanlagen (drei Gruppen unter Heller, Peter bzw. Stockinger), Gleichrichteranlagen, Kleine Anlagen, Normalkonstruktionen, Eisenkonstruktionen fĂŒr Normalien, Preiszettel, KaufmĂ€nnische Arbeiten.
05.12.1921 Die Abteilungen Afks, Afka und S ziehen in die neuen BĂŒros im obersten Geschoß des Hochbaues
1922 Bau eines Turbo-Generators fĂŒr 1500 U/min fĂŒr Spitzenleistung (37.500 kVA)
1922 Lieferung eines Gleichstrom-Fördermotors mit 1440 kW, n= 51 U/min. Die Drehzahl der Maschine wird durch Änderung der zugefĂŒhrten Spannung, die ein von einer Dampfturbine augetriebener Gleichstromgenerator liefert, gesteuert.
01.01.1922 Die Abteilung An wird gegrĂŒndet.
01.01.1922 Das BauleitungsbĂŒro der BBC in MĂŒnchen wird eröffnet.
24.02.1922 Die Abteilung A wird aufgeteilt in die Gruppen A I (Herr Claussen) und A II (Dr. Prechter)
31.03.1922 Die Arbeiter streiken wegen achtstĂŒndiger Arbeitszeit ohne Anrechnung der Pause. Streikdauer: 8,5 Wochen
17.05.1922 Dr. MĂŒhlschlegel ĂŒbernimmt die Abteilungen Tfk und Tfv.
01.06.1922 Die Niederlassung Dortmund entsteht als Reparaturwerk
01.07.1922 Die Apparatefabrik Af wird nach Groß-Auheim verlegt. Die Leitung ĂŒbernehmen die Herren Krömer und Fuchs.
17.07.1922 Es werden in allen Abteilungen PĂŒnktlichkeitslisten aufgelegt, die fĂŒnf Minuten nach Arbeitsbeginn im PersonalbĂŒro sein mĂŒssen.
01.09.1922 Herr HĂ€user Afks II ĂŒbernimmt die Gruppe Eisenkonstruktionen
01.10.1922 Das technische BĂŒro Hindenburg von "Brown, Boveri & Cie." wird eröffnet.
18.11.1922 Feier im Friedrichspark Mannheim anlĂ€ĂŸlich der Fertigstellung der 100.000 elektrischen Maschine. Man hatte die in Frankfurt begonnene ZĂ€hlung der gefertigten elektrischen Maschinen in Mannheim fortgesetzt. Motoren, Generatoren und Transformatoren wurden ohne Unterschied der Leistung fortgezĂ€hlt, und so trifft im Herbst 1922 die JubilĂ€umszahl 100.000 auf einen 1000-kVA-Transformator. Begonnen hatte man die ZĂ€hlung bereits vor der GrĂŒndung der deutschen BBC im Frankfurter BĂŒro der schweizerischen Muttergesellschaft. An der Feier nehmen vor allem auch die frĂŒheren Frankfurter BBC-Mitarbeiter teil, von denen in diesem Jahr viele ihr 25-jĂ€hriges BetriebsjubilĂ€um feiern können.
1923 J. Wizlsperger, er hatte in seiner Heimatstadt Wien Elektrotechnik studiert, kommt zur BBC [unsicher, ob zunĂ€chst in Baden oder in Mannheim). Er ist zunĂ€chst fĂŒr zwei Jahre in der Abteilung Centralen und Trubinen tĂ€tig und tritt dann in die Abteilung Hochspannungsfreileitungen und Ortsnetze ĂŒber. Hier ist er als Bauleiter fast 10 Jahre im In- und Ausland tĂ€tig.
1923 EinfĂŒhrung des Motorisolators in Deutschland, in Zusammenarbeit mit der Firma "Motor-Columbus AG", Baden (Schweiz)
01.01.1923 Der Schalttafelbau bei Stotz wird aufgelöst und nach KÀfertal verlegt. Bei Stotz verbleiben kleinere Lichtverteilungs- und ZÀhlertafeln.
16.01.1923 Im Werk KÀfertal wird eine Betriebsdirektion errichtet. Leitung durch die Betriebsdirektoren Max Mayer und Dr. Röbel
18.01.1923 Betriebsdirektion wird eingefĂŒhrt. Direktor Max Mayer
18.03.1923 GrĂŒndung der "Bayerischen Brown, Boveri G.m.b.H." in MĂŒnchen
17.04.1923 Herr Egetemeyer wird Betriebsleiter fĂŒr den Schalttafelbau
01.05.1923 Alle AuftrĂ€ge werden in Zukunft nur noch in der Konstruktionsabteilung ausgeschrieben. Die Order-Nummer muß der VA mitgeteilt werden und in einem Nachtrag zur Bestellung festgelegt werden.
08.07.1923 Tod von Direktor Scherenberg
Ende Juli 1923 Die Reisespesen werden nach einer Grundzahl, multipliziert mit dem Hotel-Index berechnet. Die Grundzahl ist 8 bis 10 RM tÀglich. Der Hotelindex betrÀgt am 30.07.1923 42.000 Mark und steigt bis zum 25.10.1923 auf 15.000.000.000 Mark
01.10.1923 Eröffnung des BBC-BĂŒros NĂŒrnberg
01.11.1923 Die Abteilungen S, Afks, Afka, Afm, Tfp und Tfm werden Direktor Nokk unterstellt. Die Abteilungen S und Afks werden der Oberleitung von Oberingenieur GĂ€bert unterstellt.
1924 Einbringung der Abteilung Kleinmotorenbau in die Saar Brown Boveri AG, SaarbrĂŒcken
1924 Lieferung der Einphasen-Generatoren (Grenzleistungs-Bahnstrommaschinen, mit 16.000 kVA belastbar) fĂŒr 16 2/3 Hz fĂŒr das Walchensee-Kraftwerk
1924 EinfĂŒhrung des Einzelachsantriebs durch BBC bei Schnellzuglokomotiven in Deutschland
1924 Entwicklung von DreigehĂ€use-Dampfturbinen fĂŒr ganz hohe DampfdrĂŒcke und -temperaturen
1924 Tod der beiden FirmengrĂŒnder Charles E. L. Brown und Walter Boveri
01.01.1924 Die Goldmark-Eröffnungsbilanz (4.300.000 RM Stammaktien und 700.000 RM Vorzugsaktien) beendet die Hyper-Inflation. Die Bilanzsumme der letzten BBC-Papiermarkbilanz hatte auf 19.271.852.591.547.996.383 Mark gelautet. Die Lage bleibt dennoch gespannt. FĂŒr den Vorstand sind neben LohnkĂ€mpfen und den hohen Zinsen die Steuerlasten das dritte Übel, das geeignet ist, alle Anstrengungen der Industrie zunichte zu machen.
1924 In Dettingen wird die erste BBC-Schaltanlage mit Bedienungsschaltbild in Betrieb genommen.
1924 Das technische BĂŒro DĂŒsseldorf wird geschlossen.
09.01.1924 Gorgel wird Prokurist in der Abteilung T
01.04.1924 GrĂŒndung der "Brown, Boveri G.m.b.H." in Kattowitz
24.04.1924 Vorstandsmitglied Carl Gaa, einer der Pioniere der deutschen BBC, stirbt. Sage mir nur keiner, es gehe nicht, war seine Losung, denn damit, dass etwas nicht geht, hat noch keiner etwas erreicht. [auch als 1925 angegeben]
24.08.1924 Errichtung eines technischen BĂŒros der "Brown, Boveri" in Augsburg unter Leitung von Oberingenieur Hilsenbeck
03.10.1924 GrĂŒndung der Verkehrsabteilungen zur beseren Zusammenarbeit mit der Kundschaft. Sie pflegen der Verkehr mit den verschiedenen Kundenkreisen.
1925 Bau der grĂ¶ĂŸten KĂ€ltemaschine der Welt mit einer KĂ€lteleistung von 8 Millionen Kalorien/h fĂŒr die Glaubersalzherstellung
1925 Baubeginn fĂŒr die 220/380-kV-Leitung des Rheinisch-WestfĂ€lischen ElektrizitĂ€tswerks. FĂŒr die Leiterseile werden Kupfer-Hohlseile verwendet, fĂŒr welche die Vereinigten Deutschen Metallwerke (VDM) in Mainz-Gustavsburg eine Neukonstruktion herausbringen, bei welcher KupferflachdrĂ€hte durch Nut und Feder miteinander verbunden werden und jede StĂŒtzkonstruktion im Seilinnern fortfĂ€llt. Zur EinfĂŒhrung dieser Seilkonstruktion bildet die die Abteilung Leitungsbau mit VDM eine Insteressengemeinscahft, welche eingehende Versuche mit diesen neuen Seilen durchfĂŒhrt.
1925 Ludwig Roebel wird zum Technischen Direktor bei der BBC ernannt.
24.04.1925 Tod von Direktor Dr. Carl Gaa im Alter von 54 Jahren
27.05.1925 Direktor Dr. Schnetzler ĂŒbernimmt den Vorsitz im BBC-Vorstand
27.05.1925 In der Abteilung S wird eine besondere Gruppe zur Bearbeitung der Anlagen "Jmatra" unter der Leitung von Herrn Brundwinkel gebildet.
01.08.1925 Bestellung fĂŒr eine neue Turbine fĂŒr das Kraftwerk Stuttgart-MĂŒnster zum Kaufpreis von 739.120 Mark. Sie erhĂ€lt Dampfanzapfung zur SpeisewasservorwĂ€rmung
13.10.1925 Direktor Prechter geht in den Ruhestand
1926 Auftrag fĂŒr eine neu entwickelte Turbinenbauart, Leistung 17.700 kW fĂŒr das Kraftwerk Stuttgart-MĂŒnster (3 GehĂ€use, 3000 U/min, 33 atĂŒ, 420°C; als 17. von der BBC gebaute Dreizylinder-Dampfturbine).
1926-1927 Um die Möglichkeiten zur Herstellung grĂ¶ĂŸerer und schwererer Maschinen zu schaffen, wird die Halle 14 erweitert und mit einem 80-t-Kran versehen. In dieser Halle werden nicht nur Turbinen und große Generatoren montiert, auch fĂŒr Großtransformatoren wird am Ende der neuen Halle eine besondere Montagegrube in unmittelbarer Nachbarschaft zum HochspannungsprĂŒffeld angelegt.
1926 Dr. Engelmann wird Nachfolger von Direktor Prechter.
25.01.1926 Herr Deichmann ĂŒbernimmt die GeschĂ€ftsfĂŒhrung der "Gleichrichter-Gesellschaft", Berlin
07.1926 In Amerika wird eine BBC-Gesellschaft gegrĂŒndet, welche die grĂ¶ĂŸte Turbogruppe der Welt mit 160.000 kW baut
18.09.1926 Dr. Engelmann wird zum Vorstandsmitglied ernannt.
20.09.1926 Die 700.000 RM Vorzugsaktien werden lt. Hauptversammlung vom 20. Sept. 1926 in 680.400 RM Stammaktien ungetauscht. Ferner Erhöhung des Kauptals um 5.000.000 RM zum Kurs von 118 % mit Bezugsrecht 1 : 1 (plus Dividenden fĂŒr 1927) und Erhöhung um weitere 5.000.000 RM zu 114 % an ein Bankenkonsortium (ohne Bezugsrecht)
02.10.1926 Herr Schnee feiert als erster der Abteilung Afks sein fĂŒnfundzwanzigjĂ€hriges DienstjubilĂ€um.
08.12.1926 Die BBC Kattowitz wird aufgelöst. Kattowitz gehört in Zukunft zur polnischen "BBC Warschau"
1927 Erwerbung der FabrikgrundstĂŒcke der Fahrzeugfabrik GmbH in Groß-Auheim
1927 Die BBC liefert fĂŒr die Berliner Stadtbahn ĂŒber 100 Großgleichrichter
1927 BBC ĂŒbernimmt die Aktien der Audiffren-SingrĂŒn KĂ€ltemaschinen AG in Basel
1927 Die Lehrlingsausbildung wird in einer "Lehrecke" zusammengefaßt. Diese findet ihren Raum in der Werkstatt Mf 7. Ein besonderer Lehrlingsmeister, der ein geschulter Ausbilder ist, wird bestellt.
1927 Elektrische SteuerausrĂŒstung fĂŒr das erste bedienungslose Wasserkaftwerk Ramstein (Kyll)
1927/29 Entwicklung und EinfĂŒhrung der Einlagen-Hohlseile im Rahmen dees Hohlseil-Syndikats
01.01.1927 Die BBC-Mitteilungen werden wieder herausgegeben.
1927 Der erste Distanzschutz wird and das Bayernwerk geliefert.
1927 Das Umspannwerk Rheinau mit seiner 100-kV-DacheinfĂŒhrung wird in Betrieb gesetzt
17.09.1927 Lt. Hauptversammlung vom 17. September Erhöhung des Kapitals um 19.600 RM zur Abrundung auf 15.000.000 RM
21.10.1927 Tod vom Direktor der Bahn-Bahnabteilung, Dr. Wichert
24.10.1927 Direktor Schnetzler wird zum Ehrendorktor der TH Darmstadt ernannt.
1928 VollstĂ€ndiger Besitz des Grundkapitals der Gußwerke Frankenthal
1928 Die ersten in Deutschland gebauten Hochdruckturbinen liefert 1929 die BBC fĂŒr das Großkraftwerk Mannheim. Es sind zwei Vorschaltturbinen von 4800 kW und 7000 kW Leistung mit einem Dampfzustand am Eintritt von 95 at und 450 °C bei einem Gegendruck von 19 bar.
1928 Bau der grĂ¶ĂŸten Einwellen-Dreizylinder-Turbosatzes mit einer Leistung von 85.000 kW fĂŒr das Kraftwerk Zschornewitz (Inbetriebnahme: 1929). Er arbeitet mit Dampf von 14,5 ata und 360°C und wird in Hinblick auf den niedrigen Dampfdruck und die sich daraus ergebenden großen Abmessungen noch fĂŒr 1500 U/min gebaut. Die Ventile werden vollstĂ€ndig durch Öl gesteuert
1928 Bestellung von zwei HochofengeblĂ€sen fĂŒr ein HĂŒttenwerk am Niederrhein. Sie haben eine Stundenleistung von 157.200 cbm bei einem Winddruck von 1,5 bar. Die Antriebsturbine eines GeblĂ€ses entwickelt 10.000 kW
1928 Vertrag mit der General Electric Co. in London, mit welchem die Abteilung Leitungsbau die gesamte Planung einschließlich Berechnung der Maste und die oberste Bauleitung von ca. 1.000 km 132-kV-Leitung im Ausland ĂŒbernimmt. Dabei steht die BBC in schĂ€rfter Konkurrenz zu amerikanischen Firmen. Aufgrund umfangreicher Versuche im MaterialprĂŒfungsamt der Technischen Hochschule Dresden kann die BBC jedoch Maste entwickeln, die allen Forderungen entsprechen und um 10 % leichter sind als die von den Amerikanern angebotenen Maste. Die Abteilung entwickelt in der Folgezeit im gesamten europĂ€ischen Gebiet einschließlich des Vorderen Orient eine sehr rege TĂ€tigkeit und erstellt sehr bedeutende Anlagen wie z.B. die 132-kV-Leitung von Rjukan nach Heroen in Norwegen, eine außerordentlich schwierige Gebirgsleitung.
1928 Der Umsatz steigt erstmals ĂŒber 100 Millionen Mark, BBC ist auf seinem vorlĂ€ufigen Höhepunkt angekommen.
01.01.1928 Die BBC-Mitteilungen werden in BBC-Nachrichten umbenannt.
1928 Die BBC liefert ein automatisches Glasgleichrichterunterwerk fĂŒr Danzig-Heubude.
09.03.1928 Die Herren Dr. Meyer-Delius, Dr. Krömer und Fuchs erhalten den Direktoren-Titel.
30.03.1928 Erhöhung des Kapitals um 10.000.000 RM lt. Hauptversammlung vom 30. MĂ€rz zum Kurs von 132 %, Bezugsrecht: 3 : 2 (halbe Dividende fĂŒr 1928)
01.09.1928 Direktor Schlemmer ĂŒbernimmt die Bahnabteilung
01.10.1928 Von der Abteilung S der BBC Mannheim wird in Berlin das "BaubĂŒro Bewag" zur Bearbeitung der Anlage in Kreuzberg eröffnet. Die Leitung wird Herrn Peter ĂŒbertragen.
08.10.1928 Direktor Weizsaecker stirbt im Alter von 50 Jahren
01.11.1928 Die Vielseitigkeit der Arbeit in der Abteilung Afks zwingt zur Arbeitsaufteilung in Afks I und Afks II - erstere in vier Gruppen mit zusammen 22 Personen und Afks II in sechst Gruppen mit 39 Personen.
Nov 1928 Einbau der ersten eisernen TrĂ€gerdecke fĂŒr Ölschalter im Umspannwerk Schillerstraße in Ludwigshafen durch die BBC.
1929 Bau der grĂ¶ĂŸten grĂ¶ĂŸten Wasserkraftgeneratoren in Europa mit je 35.000 kW Leistung bei n= 75 U/min fĂŒr das Kraftwerk Ryburg-Schwörstadt (1931 geliefert). Der Rotor ist 250 t schwer und hat einen Durchmesser von 9,4 m; der GehĂ€use-Außendurchmesser betrĂ€gt 13,5 m. Der Schleuderversuch mit 180 U/min (= 90 m/s Umfangsgeschwindigkeit) innerhalb von 2 Minuten wird mit liegender Welle in einer Grube ausgefĂŒhrt.
1929 Bau eines zweiten Schleudertunnels mit verstÀrktem Antrieb.
1929 Bau des ersten Transformators fĂŒr 220 kV (Leistung: 40.000 kVA)
1929 Das Großkraftwerk Mannheim erhĂ€lt die ersten 100-bar-Dampfturbinen
1929 EinfĂŒhrung von gußgekapselten SchaltgerĂ€ten und Schaltanlagen fĂŒr Hochspannung mit Luftsiolation
1929 Die Installationsabteilung in O 4, 8-9 wird aufgeteilt in: Abteilung Installation, Herr Hohm, Abteilung M, HW und AS, Herr Schumann.
01.01.1929 Dr. Muthesius tritt bei der BBC ein und ĂŒbernimmt die Abteilung Elektroöfen (EO).
1929 Das von der BBC gebaute Leuchtschaltbild mit Schaltfehlerschutz beim Umspannwerk Mundenheim wird in Betrieb genommen.
1929 Das von der BBC gebaute Leuchtschaltbild mit Schaltfehlerschutz in Pfrombach wird in Betrieb genommen.
1929 Die ersten Wasserschalter der BBC werden fĂŒr Auma geliefert.
19.02.1929 Direktor Dr. Schlemmer wird zum Vorstandsmitglied ernannt.
19.02.1929 Direktor Dr. Neuenhofer ĂŒbernimmt die Verkaufsdirektion
19.02.1929 Dr. Caspari, Herr Gorgel und Herr GĂ€bert werden Abteilungsdirektoren.
14.03.1929 Der Prokurist in der Buchhaltung, Herr Nagel, stirbt im Alter von 54 Jahren.
01.09.1929 Errichtung eines BBC-BahnleitungsbĂŒros Berlin unter der Leitung von Oberingenieur Oertel
01.11.1929 Herr Kowalzick ĂŒbernimmt die Leitung von BMV
24.12.1929 Erwerb von Aktien der H. Römmler AG, Spremberg. Das Preßstoff-Material soll kĂŒnftig von dort bezogen werden.
1929 Herr Eisert der Abteilung Afks geht zur SSW Berlin .
1930 Der Umsatz sinkt von 102 auf nur noch 81 Millionen Mark. Am meisten unter der Krise zu leiden hat der Kern des Unternehmens, das DampfturbinengeschÀft, da die Energieversorger in solchen Zeiten ihre KapazitÀten wegen der sinkenden Nachfrage nicht erweitern.
1930/31 DurchfĂŒhrung von Dauerstands- und Schwingungsversuchen mit Aluminium-Stahl-Seilen und Untersuchungen des elastischen und plastischen Verhaltens der Aluminium-DrĂ€hte in Zusammenarbeit mit der Technischen Hochschule Darmstadt
14.11.1930 Dr. Lesch ĂŒbernimmt die Leitung der Abteilung C.
03.12.1930 Samstags Betriebsruhe wegen Arbeitsmangel
15.12.1930 Der von der BBC gebaute Großsender Heilsberg (ca. 3 Kilometer nordwestlich von Heilsberg an der Landstraße von Heilsberg nach Preußisch-Eylau) geht in Betrieb. Er hat eine Sendeleistung von 60 Kilowatt und hat eine Antenne in Form einer Vertikalreuse, die an einem Seil zwischen zwei freistehenden, 102 Meter hohen HolztĂŒrmen (Abstand 200 m) gespannt ist.
1931 Die BBC Mannheim liefert die erste vollstĂ€ndige Maschinenautomatik (Pumpspeicherwerk der Großwasserkraftanlage HĂ€usern der Schluchsee AG, Freiburg)
1931 Die BBC erstellt die erste Raumklimatisierungsanlage (im Pflanzeninstitut MĂŒncheberg)
1931 Der Umsatz sinkt von 81 auf 61 Millionen Mark, die Zahl der Mitarbeiter geht um fast 2.000 auf 6.000 zurĂŒck. Das GeschĂ€ftsjahr schließt mit einem Verlust von 6 Millionen Mark.
1931/32 Die BBC Baden/Mannheim fĂŒhrt fĂŒr den Bau einer Nilkreuzung grundlegende Schwingungsuntersuchungen zusammen mit dem Wöhler-Insititut der Technischen Hochschule Braunschweig durch.
01.03.1931 Direktor v. SÀÀf tritt ein und ĂŒbernimmt die Leitung der Abteilung Kleinfabrikate.
07.05.1931 Herr v. Wittgenstein, Abteilung JP, stirbt im Alter von 52 Jahren.
16.11.1931 Abschluß eines Patentabkommens zwischen der SSW und BBC ĂŒber Gleichrichter und Wasserschalter
1932 Der Auftragseingang erreicht seinen Tiefststand, der Umsatz geht auf 39 Millionen Mark zurĂŒck. Erst Kurzarbeit, spĂ€ter dann Massenentlassungen kennzeichnen den vergeblichen Kampf um die wenige Arbeit. Auf den Lohn- und Gehaltslisten stehen nur noch 4.600 Mitarbeiter. Im Vergleich zu 1928 ist ihre Zahl um fast die HĂ€lfte gesunken.
1932 Nach AuslandstÀtigkeit kommt Hans Leonhard Hammerbacher zur Brown, Boveri & Cie AG Mannheim
1932 Es serden die ersten neuen Relais HB und S geliefert.
1932 Die KĂŒrzung der Arbeitszeit und Entlassung von Mitarbeitern infolge der allgemeinen Wirtschaftskrise erreicht ihren Höhepunkt.
1932 Auf eigene Kosten baut die Firma BBC in die Wagen 271 und 272 der Mannheimer Straßenbahn eine automatische Steuerung ein, die aber erst im MĂ€rz 1933 in Betrieb genommen wird.
09.02.1932 Direktor Gorgel, Abt. C., stirbt im Alter von 57 Jahren.
31.03.1932 Direktor Nokk tritt in den Ruhestand. Seine Stelle wird nicht mehr besetzt.
31.03.1932 Herr Keller ĂŒbernimmt die Leitung von Mt
25.07.1932 FĂŒr die fĂŒr das Reparationskonto zu liefernde Anlage Faulquemont wird dort ein BaubĂŒro errichtet. Seine Leitung ĂŒbernimmt Dipl.-Ing. Wizlsperger.
15.08.1932 Die Installationsabteilung wird ins VerwaltungsgebÀude KÀfertal verlegt und der Abteilung S angegliedert; neue Bezeichnung "SJ". Leitung: Herr Direktor GÀbert oder Hohm [je nach Quelle].
27.10.1932 Herabsetzung des Kapitals in erleichterter Form durch Einziehung von 1.000.000 Mark eigener Aktien per 31.12.1931 lt. Hauptversammlung vom 27. Oktober
1933 Bei Giesche's Erben wird die erste Zink-Eletrolyseanlage mit Gleichrichteranlage mit Aluminiumschienen in Betrieb genommen.
1933 Das technische BĂŒro Köln schließt das GeschĂ€ftsjahr 1933 mit 879.000 RM Umsatz, 62.000 RM Gemeinkosten und 13.900 RM Reingewinn ab.
16.01.1933 Tod von Dirktor Fuchs (WGA)
30.01.1933 bis 31.12.1933 Nach der MachtĂŒbernahme durch die Nationalsozialisten beginnt bei der deutschen BBC eine Einstellungswelle, die innerhalb weniger Monate fast 700 neue ArbeitsplĂ€tze bringt. GrĂ¶ĂŸere AuftrĂ€ge sind indes noch keine eingegangen.
01.02.1933 Eberhard Schnitzler ĂŒbernimmt die WerkstĂ€ttenleitung in WGA
03.1933 Die Abteilung EO wird nach Dortmund verlegt.
01.04.1933 Die Abteilungen H und O (Herr Jungblut) und PT (Herr Baltz) werden der Gesamtleitung von Dr. Lesch unterstellt.
01.05.1933 Herr Deichmann ĂŒbernimmt die Gesamtleitung des BĂŒros der BBC Mannheim in Berlin.
10.08.1933 GrĂŒndung der Abteilung AB-Arbeitsbeschaffung
06.12.1933 FĂŒr die Bearbeitung von PrĂŒfstĂ€nden wird die Abteilung DPA gegrĂŒndet.
19.12.1933 Direktor des Werks KĂ€fertal Robert Boveri tritt in den Ruhestand.
29.12.1933 Herabsetzung des Kapitals in erleichterter Form um 19.200.000 Mark lt. Hauptversammlung vom 29. Dezember und Erhöhung um 7.200.000 Mark an GroßaktionĂ€re bzw. Konsortialbanken (ohne Bezugsrecht)
1934 Die ersten BBC-Druckluft-Schnellschalter werden fĂŒr das Wasserwerk Ludwigshafen geliefert.
1934 Das technische BĂŒro Köln schließt das GeschĂ€ftsjahr 1934 mit 1.432.100 RM Umsatz, 86.600 RM Gemeinkosten und 83.800 RM Reingewinn ab.
25.03.1953 Tod von Robert Boveri im Alter von 61 Jahren
01.04.1934 Bildung der Industrie-Abteilung unter Leitung von Dr. Lesch. Die bisherigen Abteilungen O, H, W, PT heißen jetzt JC, JH, JW, JP
01.04.1934 Direktor Deichmann ĂŒbernimmt die Oberleitung des BBC-BĂŒrohauses in Berlin
07.04.1934 Tod von BBC-Direktor Dr. Ludwig Roebel in Königsfeld (Schwarzw)
01.07.1934 Dr. Kade kommt als Chefelektriker zur BBC KĂ€fertal.
01.07.1934 Herr Wiedemann wird zum Konstruktionschef von Mfk bestellt.
11.07.1934 Der Tag wird als "ganz besonders bedeutungsvoll in der neuzeitlichen Geschichte der Brown, Boveri und Cie." bezeichnet An diesem Tag hat "die Gefolgschaft doch die Ehre, Reichsstatthalter Robert Wagner in ihren BetriebsrĂ€umen begrĂŒĂŸen zu können." Dazu gibt es Cervela und Bier.
18.07.1934 Die Herren Gollhofer, Braun, Hild, Dr. Lesch und Steck erhalten Prokura
01.12.1934 Chefelektriker Dr. Kade wird zum Fabrikdirektor ernannt.
19.12.1934 Dr. Hans Leonhard Hammerbacher ĂŒbernimmt als Vorstandsmitglied die kaufmĂ€nnische Leitung bei der BBC, noch vor Kriegsende den Vorsitz im Vorstand
1935 Erste gittergesteuerte Walzwerksanlage fĂŒr ein saarlĂ€ndisches HĂŒttenwerk
1935 Der Auftragseingang macht einen Sprung von 47 auf 71 Millionen Mark. Besondere Anstrengungen unternimmt das Unternehmen im ExportgeschĂ€ft: der Exportanteil liegt um ein Viertel höher als im Jahr zuvor. Aus dem Ausland erhĂ€lt BBC gegen schĂ€rfste Konkurrenz den Auftrag fĂŒr mehrere Dampfturbogruppen. Die grĂ¶ĂŸten Wettbewerber kommen aus Tschechien und aus Schweden.
1935 Bau der ersten Gleichrichteranlage durch die BBC fĂŒr Rheinfelden
1935 Baubeginn fĂŒr eine Umrichteranlage von 50 Hz, 100 kV auf 16 2/3 Hz in Pforzheim durch die BBC
1935 Das technische BĂŒro Köln schließt das GeschĂ€ftsjahr 1935 mit 3.255.300 RM Umsatz, 101.300 RM Gemeinkosten und 279.000 RM Reingewinn ab.
1935 Der Triebwagen 87 der Mannheimer Straßenbahn wird von der BBC mit einer Feinstufensteuerung ausgerĂŒstet, wodurch eine höhere Anfahrbeschleunigung und eine höhere Bremsverzögerung möglich werden.
03.01.1935 Die Werbeabteilung We (frĂŒher: Literarisches BĂŒro) wird neu gebildet. Die Leitung ĂŒbernimmt Herr Wegener; der Sitz ist bei Stotz in Neckarau.
01.03.1935 Dr.-Ing. Hans Schwaab beginnt bei der BBC in der Konstruktionsabteilung fĂŒr Transformatoren.
08.03.1935 Oberingenieur Seyffer, Ab. Afks I, erhÀlt Handlungsvollmacht.
31.03.1935 Direktor Dr. Engelmann scheidet aus.
07.1935 Oberbaurat Mitzlaff und Herr Bölzel werden zu Direktoren ernannt
01.10.1935 Eröffnung des BBC-Saalbaues
12.1935 Die Herren Hermle, Heini Meyer, Steinfeld und Voigt (CT) werden zu Prokuristen ernannt.
06.12.1935 Bildung einer Abteilung Landturbinen (Leitung: Heini Meyer) und einer Abteilung Turboverdichter (Leitung: Herr Schattschneider)
Weihnachten 1935 Zum ersten Mal wird eine Weihnachtsgratifikation fĂŒr alle Arbeiter und Angestellten ausbezahlt.
1935 Auflösung der Saar Brown Boveri AG als selbstĂ€ndige Gesellschaft; das Vermögen geht auf die BBC Mannheim ĂŒber
1936-1937 Lieferung von 15 Freiluft-Generatoren (je 5000 kVA Leistung, n= 15 U/min) fĂŒr drei Inn-Kraftwerke
1936 Lieferung der ersten Gleichrichter-Lokomotive (E 244 11 fĂŒr die Höllentalbahn)
1936 BBC baut die erste Walzwerksanlage mit gittergesteuerten Gleichrichtern fĂŒr die Drehzahlregelung.
1936 Das Unternehmen baut das Netz der sozialen Sicherung seiner Mitarbeiter deutlich aus. Jeder Angestellte besitzt jetzt ab einer bestimmten Betriebszugehörigkeit ein Recht auf Alters-, Witwen- und Waisenrente. Um auch eine Altersversorgung fĂŒr die Arbeiter aufbauen zu können, wird der bereits bestehende Arbeiter-Pensionsfonds um 300.000 auf 500.000 Mark aufgestockt.
1936 Beginn der TĂ€tigkeit von Korbinian Heckl als Konstruktionsingenieur bei BBC (bis 1968)
1936 BBC liefert die Gleichrichteranlage fĂŒr den Rundfunksender Zeesen
1936 Das technische BĂŒro Köln schließt das GeschĂ€ftsjahr 1936 mit 2.922.800 RM Umsatz, 288.900 RM Gemeinkosten und 279.000 RM Reingewinn ab.
1937-1938 Erwerb der restlichen Aktien der H. Römmler AG, Spremberg
1937 Eine neue Lehrwerkstatt in Halle 6 wird in Betrieb genommen. Die Anzahl der gewerblichen Lehrlinge betrÀgt ab 1934 30 bis 35 pro Jahr.
01.01.1937 Jochen C. Spiess tritt in den Dienst der BBC, zunÀchst ist er als Reise- und Versuchsingenieur in der Dampfturbinen-Versuchsabteilung tÀtig. Nachdem Kriege leitet er zwei Jahre lang die Motorenreparaturwerkstatt in Kelheim.
1937 Das Unternehmen stellt den ersten dieselelektrischen Schnelltriebwagen fĂŒr eine Geschwindigkeit von 160 Stundenkilometern fertig.
1937 GeschĂ€fte mit KĂŒhlaggregaten gewinnen fĂŒr BBC immer stĂ€rker an Bedeutung. Neben KĂŒhlschrĂ€nken baut das Unternehmen immer hĂ€ufiger auch Klimaanlagen fĂŒr Forschungs- und FabrikationsstĂ€tten, BĂŒrorĂ€ume sowie Transporteinrichtungen im Bahn-, Lastwagen- und Schiffsverkehr.
1937 Lieferung der elektrischen Anlagen fĂŒr drei Stufen der Kraftwerke Mittlerer Inn (Wasserburg, Gars und Teufelsbruck) durch die BBC.
1937 Lieferung der elektrischen Einrichtung fĂŒr Schiff "Wuppertal"
1937 Lieferung der Gleichrichteranlage Töging durch die BBC
1937 BBC liefert die erste Gleichrichteranlage fĂŒr ein Walzwerk in Gleiwitz.
1937 Entwicklung und EinfĂŒhrung des Vollkern-Langstabisolators und der Lichtbogen-Schutzarmaturen
1937 Das technische BĂŒro Köln schließt das GeschĂ€ftsjahr 1937 mit 2.879.800 RM Umsatz, 121.600 RM Gemeinkosten und 288.900 RM Reingewinn ab.
1938 Erwerb der Aktienmehrheit der Österreichischen Brown Boveri-Werke, Wien
1938 Die "Elektra-Lack-Gesellschaft mbH" wird von der BBC ĂŒbernommen und als Tochtergesellschaft dem Stammhaus angegliedert.
1938 GrĂŒndung einer gemeinnĂŒtzigen Siedlungsgemeinschaft. Ihre Aufgabe ist es, durch den Bau von SiedlungshĂ€usern und die Finanzierung von Wohnbauten in der NĂ€he des Stammwerks in Mannheim-KĂ€fertal weiteren Mitgliedern zu einem neuen Heim zu verhelfen.
1938 Der Neubau einer LehrlingswerkstĂ€tte wird seiner Bestimmung ĂŒbergeben.
1938 Die BBC Mannheim besitzt das gesamte Gesellschaftskapital von "Rheinkabel". - Es wurde im Laufe der Jahre von BBC Baden auf die Mannheimer Gesellschaft ĂŒbertragen.
1938 Das technische BĂŒro Köln schließt das GeschĂ€ftsjahr 1938 mit 4.487.000 RM Umsatz, 153.900 RM Gemeinkosten und 475.200 RM Reingewinn ab.
06.12.1938 Erhöhung des Kapitals um 12.000.000 Mark zum Kurs von 106 %, Bezugsrecht 1 : 1 (Dividende fĂŒr 1939) lt. Hauptversammlung vom 6. Dezember
1939 BBC entwickelt die erste Verbrennungs-Gasturbine der Welt fĂŒr die Erzeugung von elektrischer Energie. Ihre Leistung betrĂ€gt 4.000 kW.
1939 Umbau des BBC-Kesselhauses und der Schaltanlagen
1939 Das technische BĂŒro Köln schließt das GeschĂ€ftsjahr 1939 mit 5.162.100 RM Umsatz, 171.100 RM Gemeinkosten und 749.300 RM Reingewinn ab.
04.09.1939 Morgens von 4 bis 5 Uhr erster Fliegeralarm
09.09.1939 EinfĂŒhrung des "Eintopfessens"
1940 Bau eines HochofenturbogeblĂ€ses fĂŒr eine Förderleistung von 100.000 cbm/h mit Gasturbinenantrieb
1940 Obwohl immer mehr Mitarbeiter zum Wehrdienst einberufen werden, steigt ihre Zahl noch einmal um fast 2.600 auf jetzt 20.648 an.
1940 Alle GeschÀftszweige verzeichnen eine lebhafte Entwicklung, der Umsatz klettert von 170 auf 182 Millionen Mark.
1940 Das technische BĂŒro Köln schließt das GeschĂ€ftsjahr 1940 mit 5.681.500 RM Umsatz, 131.700 RM Gemeinkosten und 746.300 RM Reingewinn ab.
03.09.1940 Eröffnung des SteuerbĂŒros
10.1940 Eröffnung der ersten BBC-Zeichnerinnen-Schule
1941 Der Auftragseingang legt um 20 Prozent zu und ĂŒberspringt erstmals die Grenze von 200 Millionen Mark.
1941 Die zunehmend schwieriger werdende Versorgungslage macht eine Anpassung der Konstruktionen auf so genannte Austauschstoffe erforderlich. BBC stellt die erste Gasturbinen-Lokomotive der Welt vor.
1941 Das technische BĂŒro Köln schließt das GeschĂ€ftsjahr 1941 mit 6.048.800 RM Umsatz, 103.900 RM Gemeinkosten und 946.700 RM Reingewinn ab.
1942 Waffen im herkömmlichen Sinn werden bei BBC nicht produziert. Antriebe fĂŒr U-Boote, Turbinen fĂŒr FlugzeugtrĂ€ger und Schlachtschiffe, ZĂŒnder fĂŒr Flugzeugmotoren, Energiezentralen fĂŒr RĂŒstungsbetriebe oder Verdichter fĂŒr chemische Prozesse aber tragen dazu bei, die Kriegsmaschinerie am Laufen zu halten.
1942 Anmeldung eines Patents fĂŒr einen "Verschmutzungsarmen, keramischen Langstabisolator mit zahlreichen Regenschutzschirmen" (D.R.P. 751 679). Er erlangt als Nebellangstab mit 27 Schirmen eine große Bedeutung.
1942 Das technische BĂŒro Köln schließt das GeschĂ€ftsjahr 1942 mit 3.918.300 RM Umsatz, 98.300 RM Gemeinkosten und 458.800 RM Reingewinn ab.
1942 Bemerkungen zum Abschluß per 31. Dezember 1942: Im GeschĂ€ftsjahr 1942 waren die Werke der Gesellschaft sowie die Tochtergesellschaften mit allen ihren Abteilungen und den gesamten technischen Einrichtungen auf den seit jeher von der Gesellschaft gepflegten Gebieten voll und erfolgreich beschĂ€ftigt.
1943 Inbetriebnahme des ersten 110 kV-Druckluft-Schnellschalters
1943 Die Alliierten verstĂ€rken ihre Luftangriffe auf das Mannheimer BBC-Werk. Das WerksgelĂ€nde in KĂ€fertal wird mit einem Hagel von Spreng-, Brand- und Minenbomben ĂŒberzogen. Teile des Werkes werden aus Mannheim heraus verlegt. Die GeschĂ€ftsfĂŒhrung lĂ€ĂŸt sich vorĂŒbergehend in Heidelberg nieder.
1943 Richard Mariaux beginnt bei der BBC
1943 Baubeginn fĂŒr eine 100 kV Gleichstromversuchsanlage
1943 Das technische BĂŒro Köln schließt das GeschĂ€ftsjahr 1943 mit 5.868.900 RM Umsatz, 128.100 RM Gemeinkosten und 839.400 RM Reingewinn ab.
23.06.1943 Letzte ordentliche Hauptversammlung bis 1943/44
23.09.1943 Der Verwaltungsbau brennt aus.
1944 Die Fliegerangriffe nehmen an HĂ€ufigkeit und StĂ€rke noch zu und fĂŒgen den Werken und BĂŒros von BBC und ihren Tochtergesellschaften schwere SchĂ€den zu. An einen geordneten Betriebsablauf ist kaum noch zu denken.
1944 Der Umsatz steigt auf die Rekordhöhe von 271 Millionen Mark.
1944 Das technische BĂŒro Köln schließt das GeschĂ€ftsjahr 1944 mit 4.306.700 RM Umsatz, 112.600 RM Gemeinkosten und 512.900 RM Reingewinn ab.
1945 J. Wizlsperger ĂŒbernimmt die Abteilung HW
1945 Am Ende des Krieges besteht das KĂ€fertaler Werk zu zwei Dritteln aus Ruinen. 1.300 BBC-Mitarbeiter haben ihr Leben verloren, fĂŒnf Jahre spĂ€ter werden noch mehr als 600 vermißt. Die materiellen SchĂ€den werden mit 84,2 Millionen Mark beziffert.
1945 Richard Mariaux wird Leiter der Hauptpersonalabteilung der BBC
1945 Korbinian Heckl wird Betriebsrat bei der BBC
1945 William R. Boveri ĂŒbernimmt Sonderaufgaben bei der BBC
1945 Das technische BĂŒro Köln schließt das GeschĂ€ftsjahr 1945 mit 1.449.700 RM Umsatz, 53.400 RM Gemeinkosten und 208.400 RM Reingewinn ab.
1946 Trotz großer Schwierigkeiten bei der Materialbeschaffung, Facharbeitermangels und erheblicher Probleme bei der Lebensmittelversorgung geht der Neuanfang voran. AnfĂ€nglich ist fast die gesamte Belegschaft mit AufrĂ€umungsarbeiten beschĂ€ftigt. Die meisten der ausgelagerten Betriebe kehren nach und nach wieder nach Mannheim zurĂŒck.
1946 Das technische BĂŒro Köln schließt das GeschĂ€ftsjahr 1946 mit 921.700 RM Umsatz, 45.100 RM Gemeinkosten und 81.500 RM Reingewinn ab.
01.01.1946 Das technische BĂŒro DĂŒsseldorf wurd selbstĂ€ndig
1947 Der Wiederaufbau der BBC-BetriebsstĂ€tten wird durch die Schwierigkeiten bei der Materialbeschaffung und durch den Mangel an qualifizierten ArbeitskrĂ€ften stark behindert. Ein sehr strenger Winter tut ein Übriges. Die unzureichende ErnĂ€hrung der Mitarbeiter und in Verbindung damit das AufblĂŒhen von SchwarzmĂ€rkten verschlechtert die produktive GeschĂ€ftstĂ€tigkeit noch mehr.
1948 Hans Hermann Happoldt ist nach seiner Promotion zum Elektroingenieur (1949) Direktor bei der BBC und leitet dort die Verkaufsabteilung fĂŒr Generatoren, Generatorschutz und Schnellregler.
23.04.1948 Jochen C. Spiess wird Porkura erteilt
28.10.1948 Jochen C. Spiess ĂŒbernimmt die Leitung der Dampfturbinen-Versuchsabteilung der BBC im Werk KĂ€fertal
1949 Montage des höchsten Rundfunkmastes in Europa von 270 m Höhe fĂŒr den SĂŒddeutschen Rundfunk
01.01.1949 bis 30.04.1949 In den ersten Monaten des Jahres muß BBC einen leichten RĂŒckgang des Auftragseingangs und sinkende Preise hinnehmen.
1949 Wiederaufbau der Altersversorgung fĂŒr ihre Arbeiter und Angestellten
01.04.1949 Dr.-Ing. Hans Schwaab wird Leiter der Abteilung fĂŒr Transpromatorenbau der BBC
01.07.1949 bis 31.12.1949 In der zweiten JahreshÀlfte stabilisiert sich die Auftragsentwicklung wieder.
Herbst 1949 Bau des neuen Sendemastes fĂŒr Radio Stuttgart, der mit 270 m Höhe zu dieser Zeit der höchste Sendemast Europas ist.
1950 AnlĂ€ĂŸlich des 50-jĂ€hrigen Bestehens erhalten die Mitarbeiter betrĂ€chtliche finanzielle Zuwendungen. ZusĂ€tzlich stellt die Unternehmensleitung 300.000 Mark fĂŒr die Förderung begabter Mitarbeiter und ihrer Kinder zur VerfĂŒgung.
1950 Das ABB-Mitarbeitermagazin "Kontakt" erscheint zum ersten Mal.
1950 Das betriebliche Vorschlagswesen wird ins Leben gerufen.
1950 William R. Boveri tritt in die Verkaufsdirektion ein.
1951 Vor allem im Kraftwerksbau eine deutliche Belebung des GeschÀfts.
1951 Die Freigabe des Baus von Handelsschiffen fĂŒhrt erstmals auch wieder zu AuftrĂ€gen fĂŒr grĂ¶ĂŸere Schiffsturbinen.
1951 Der Auftragseingang fĂŒr elektrische Antriebe in den Grundstoffindustrien steigt betrĂ€chtlich.
1951/52 Maßgebliche Mitwirkung der BBC bei den Versuchen der Deutschen Verbundgesellschaft und der Energieversorgung Schwaben AG in Wendlingen, durech die die Bemessungsgrundlagen fĂŒr leichtere MastgestĂ€nge bestimmt werden. Dabei können auch wichtige Erkenntnisse ĂŒber das Verhalten der MastgrĂŒndungen gesammelt werden.
05.12.1951 Hauptversammlungsbeschluß zur Umwandlung der "Gußwerke AG Frankenthal AG" in ein BBC-Werk unter der Bezeichnung "BROWN, BOVERI & CIE., Aktiengesellschaft, Gußwerk Frankenthal"
1952 Der Auftragseingang steigt gegenĂŒber dem Vorjahr um 25 Prozent..
1952 Erneut werden rund 1.000 Mitarbeiter neu eingestellt.
1952 Bei Installationsmaterial und Kabeln schwÀcht sich dagegen die Nachfrage nach BBC-Produkten ab: die Zahl der Wettbewerber hat rapide zugenommen.
1952 BBC entwickelt zusammen mit der Maschinenfabrik Esslingen, Fuchs in Heidelberg, der Waggonfabrik J. Rathgeber, dem BZA MĂŒnchen und Brown Boveri fĂŒr die Deutsche Bundesbahn den Wechselstrom-Triebwagen ET 56.
1952 Die "Deutsche Eisenbahn-Betriebsgesellschaft" stellt der BBC und dem Badenwerk den 14,08 km langen Streckenabschnitt der Albtalbahn zwischen Busenbach und Herrenalb sowie die Elektrolok 4 fĂŒr einen Zweifrequenz-Zugbetrieb mit 25 Hz / 50 Hz zur VerfĂŒgung.
26.10.1952 Tod von Direktor J. Wizlsperger nach schwerer Krankheit
1953 Das RWE-Kraftwerk Goldenberg erhÀlt einen Höchstdruck-Frischdampf-Kondensations-Einwellenturbosatz, dessen Leistung mit 100.000 kW / 143.000 kVA bei 3000 U/min in Europa einen Rekord darstellt.
1953 FĂŒr die Ruhr-Schnellbahn bestellt die Bahn eine Reihe dreiteiliger TriebzĂŒge, an deren Entwicklung BBC maßgeblich beteiligt ist.
1955 Innerhalb der Kraftwerksabteilung beginnt BBC mit der Bildung einer Gruppe, die sich mit der Nutzung der Kernenergie fĂŒr die Stromerzeugung beschĂ€ftigt. Es ist das Ziel, Atomkraftwerke zu projektieren und gegebenenfalls zu bauen.
1955 Richard Mariaux wird Direktor bei der BBC
1955 Oskar Hasenfuß wird Vorsitzender des Gesamtbetriebsrats BBC (bis 1959)
1955 Korbinian Heckl wird Vorsitzender des BBC-Gesamtbetriebsrats (bis 1961)
1956 Aufstellung einer Borsig-Dampfmaschine mit einer Leistung von 880 PS und mit BBC-Generator mit 600 KVA in das Dampfkessel- und Maschinenhaus der Matth. Hohner AG, Trossingen, (gebaut 1913)
1956 Die Kernenergiegruppe kommt mit ihren Entwicklungsarbeiten gut voran. FĂŒr den Bau von Atomkraftwerken werden mehrere Projekte ausgearbeitet.
1956 Zum ersten Mal in Europa liefert das Unternehmen eine Gasturbine mit einer Arbeitstemperatur von 750 Grad Celsius.
1957 Die Brown Boveri Krupp Reaktorbau GmbH, ein Gemeinschaftsunternehmen von BBC mit dem Essener Krupp-Konzern, erhĂ€lt von der Arbeitsgemeinschaft deutscher Energieversorgungsunternehmen zur Vorbereitung der Errichtung eines Leistungsversuchsreaktors (AVR) e.V. den Auftrag fĂŒr die Entwicklung und den Bau eines gasgekĂŒhlten Hochtemperatur-Versuchsreaktors. Der Reaktor mit einer Leistung von 15 Megawatt entsteht auf dem GelĂ€nde der Arbeitsgemeinschaft in JĂŒlich.
10.1957 Die erste 400-kV-Hochspannungsleitung zwischen Köln und Stuttgart wird in Betrieb genommen. Sie dient dem Spitzenlastausgleich zwischen den WÀrmekraftwerken des Ruhrgebiets und den Wasserkraftwerken in den Alpen. Sie wird auf Grund lÀngjÀhriger Vorarbeiten von der AEG, BBC und Siemens im Auftrage des Rheinisch-WestfÀlischen ElektrizitÀtswerkes errichtet.
05.10.1957 Das Rheinisch-WestfĂ€liche ElektrizitĂ€tswerk ĂŒbergibt nach kurzer Bauzeit und nach sehr umfangreichen, einwandfrei verlaufenen Schaltversuchen die erste deutsche 380-kV-Übertragungsanlage dem Normalbetrieb und beendet damit eine sich ĂŒber rund sechs Jahre erstreckende Vorbereitungsarbeit mit Erfolg, zu der sich maßgebende Energieversorgungsunternehmungen und Elektrofirmen in der "Deutschen Verbundgesellschaft" und in der "Forschungsgemeinschaft fĂŒr Höchstpannungsgsanlagen" zusammengeschlossen hatten. Die Energie wird mit 380 kV ĂŒber ein 340 km lange Drehstrom-Freileitung von Rommerskirchen bei Köln nach Hoheneck bei Stuttgart mit 660 kVA Nennleistung ĂŒbertragen. Von den insgesamt 8 Transformatoren wurden zwei durch die BBC Mannheim gebaut
1958 Im Rahmen des Neubauprogramms der Deutschen Bundesbahn liefert BBC die 100. Lokomotive.
1958 Der Umsatz erreicht den Rekordwert von 720 Millionen Mark und liegt um gut zehn Prozent ĂŒber dem Wert des Vorjahres. Der Auftragseingang geht jedoch erstmals wieder zurĂŒck, liegt zum ersten Mal seit dem Krieg unter dem Wert des Umsatzes.
1958 Korbinian Heckl kommt als Arbeitnehmervertreter in den Aufsichtsrat der BBC (bis 1963)
1958 Hans Leonhard Hammerbacher gibt den Vorsitz im Vorstand der BBC ab. Zu dieser Zeit beschÀftigt der wiedererstandene BBC-Konzern 37.000 Menschen.
1959 Auftragseingang und Umsatz von BBC nÀhern sich wieder an.
1959 Die Zahl der Mitarbeiter ĂŒbersteigt erstmals 30.000.
1959 BBC liefert die grĂ¶ĂŸte ferngesteuerte Gasturbinen-Kraftzentrale der Welt. Ihre Leistung betrĂ€gt vier mal 30 Megawatt.
1959 Errichtung der PrĂŒfstation fĂŒr Hochspannungmaste mit zwei VersuchsstĂ€nden
1959 Errichtung einer PrĂŒfstation fĂŒr Hochspannungs-Freileitungsmaste in Mannheim
1961 Die zweiwöchentliche Lohnzahlung wird auf einen Monatsrhythmus umgestellt. Der Betriebsrat im Werk Mannheim-KĂ€fertal leistet gegen diese Umstellung heftigen Widerstand. Erst nach zweitĂ€gigen Verhandlungen kommt es zu einem Kompromiß.
1962 BBC steigt gemeinsam mit Krupp in die Entwicklung des Hochtemperatur-Kernreaktors HTR ein.
1963 Richard Mariaux kommt in den BBC-Vorstand.
02.1963 Ein Großfeuer zerstört weite Teile des HaushaltsgerĂ€tewerks in Großauheim bei Hanau. 11.000 Quadratmeter HallenflĂ€che werden dabei völlig vernichtet, 3.600 stark beschĂ€digt. Der Sachschaden betrĂ€gt 20 Millionen Mark, die Produktion von Waschmaschinen, Herden und GefriergerĂ€ten liegt weitgehend still. Nach dem schnellen Wiederaufbau kommt das GeschĂ€ft aber nicht mehr richtig in Gang.
1964 BBC erwirbt die Firma Zuse in Bad Hersfeld und dehnt sich in den Zukunftsmarkt der elektronischen Datenverarbeitung aus. Der Name Zuse hat einen guten Klang in der Branche: Konrad Zuse gilt als Erfinder der ersten programmgesteuerten Rechenmaschine der Welt.
1965 Erstmalige EinfĂŒhrung der direkten WasserkĂŒhlung fĂŒr Rotor- und Statorwicklungen: Eine WasserkĂŒhlung im Zentrum des Stators garantiert eine ausreichende WĂ€rmeabfĂŒhrung der Statorwicklungen, so daß eine Überhitzung ausgeschlossen werden kann.
1965 Die Zahl der BBC-Mitarbeiter erreicht mit 38.000 einen vorlÀufigen Höchststand. 3.000 von ihnen sind auslÀndische Mitarbeiter.
08.1966 Der von BBC und Krupp gebaute Hochtemperatur-Reaktor im Stetternicher Forst bei JĂŒlich wird getestet. Nach der DurchfĂŒhrung eines umfangreichen Versuchsprogramms wird das Kernkraftwerk ab jetzt fĂŒr die Aufnahme des Leistungsbetriebs vorbereitet. Die ersten Versuche zeigen eine gute Übereinstimmung mit den Vorausberechnungen.
1967 Verkauf der Firma Zuse, Bad Hersfeld, an Siemens
26.06.1967 Das Staatliche Hafenamt Mannheim gibt die letzte historische Umformermaschine (Baujahr 1900) an die Herstellerfirma fĂŒr 1 Mark zurĂŒck
12.1967 Der von BBC und Krupp gebaute gasgekĂŒhlte Hochtemperatur-Versuchsreaktor (AVR) in JĂŒlich gibt im Dezember erstmals elektrische Energie ins öffentliche Netz ab. Kurze Zeit spĂ€ter erreicht er seine volle elektrische Leistung von 15 Megawatt. Im ersten Betriebsjahr kann die Anlage ohne nennenswerte Störungen gefahren werden. Die VerfĂŒgbarkeit des Reaktors liegt bereits in der Anfangszeit teilweise bei 90 Prozent.
1968 BBC entwickelt fĂŒr die Kraftwerks-Automatisierung eine spezielle Elektronik-Baureihe, die vom Markt gut aufgenommen wird. Innerhalb eines Jahres erhĂ€lt das Unternehmen AuftrĂ€ge fĂŒr die Automatisierung von acht Kraftwerksblöcken.
1968 Im Kernkraftwerksbereich wird die Erstellung baureifer Unterlagen fĂŒr einen 300-Megawatt-Thorium-Hochtemperatur-Reaktor abgeschlossen.
1969 Übernahme der Firma "Metrawatt AG", NĂŒrnberg
1969 BBC erwirbt den GeschĂ€ftsbereich Elektro der Busch-Jaeger DĂŒrener Metallwerke AG in LĂŒdenscheid, eines bedeutenden Herstellers von technischem Serienmaterial.
1969 Die Gesamtzahl aller BBC-Mitarbeiter erreicht mit rund 40.000 einen neuen Höchststand. Ein stÀrkeres Wachstum des Unternehmens wird durch einen erheblichen Mangel an Facharbeitern verhindert.
1970 Auftragsboom im KraftwerksgeschĂ€ft: In dieser Zeit wird alle zehn Jahre eine Verdoppelung der KraftwerkskapazitĂ€ten erforderlich. Die Energieversorger geben bei dem Unternehmen Dampfturbogruppen mit einer Gesamtleistung von 1.700 Megawatt in Auftrag. Die Großmaschinenfertigung im Stammwerk Mannheim-KĂ€fertal ist dadurch voll beschĂ€ftigt, die KapazitĂ€tsauslastung ĂŒber mehrere Jahre gesichert.
1971 Erste dieselelektrische Lokomotive mit Drehstromantrieb
1971 Der Umsatz ĂŒbersteigt erstmals die Zwei-Milliarden-Grenze; bis zur Verdoppelung hatte es gerade zehn Jahre gedauert. Das AnlagengeschĂ€ft steht voll unter Dampf, im SeriengeschĂ€ft dagegen herrscht Flaute.
1971 An mehreren Standorten wird vorĂŒbergehend kurzgearbeitet und dabei die Viertagewoche eingefĂŒhrt.
1971 Im westfĂ€lischen Hamm-Uentrop beginnt BBC mit den Bauarbeiten fĂŒr den 300-Megawatt-Thorium-Hochtemperatur-Reaktor, kurz THTR.
1972 Inbetriebnahme der grĂ¶ĂŸten Dampfturbogruppe der Welt; Leistung: 1.300 Megawatt.
1972 BBC verkauft seine HausgerĂ€te GmbH mehrheitlich an AEG-Telefunken, ein 75-Prozent-Anteil an der "BBC-HausgerĂ€te GmbH" in Mannheim (Kapital: DM 10.000.000). Mehr als viereinhalb Millionen Herde, KĂŒhlschrĂ€nke, Gefriertruhen, Wasch- und BĂŒgelmaschinen sowie andere HaushaltsgerĂ€te hatten bis dahin die Werkshallen in Großauheim verlassen. Die Produktion von HaushaltskleingerĂ€ten wie Dunstfilter, elektrische Grills, GesichtsbrĂ€uner, Kaffeemaschinen oder Eierkocher wird noch eine Zeit lang aufrecht erhalten.
1972 Konrad Pfrang kommt in den Betriebsrat der BBC
1973 Die Babcock-Brown Boveri Reaktor GmbH, ein Gemeinschaftsunternehmen von BBC mit der amerikanischen Babcock & Wilcox, erhĂ€lt von RWE den Auftrag zum Bau des 1.200-MW-Druckwasser-Reaktors in MĂŒlheim-KĂ€rlich bei Koblenz.
1973 BBC ĂŒbernimmt die Aktienmehrheit der Calor-Emag ElektrizitĂ€ts-Aktiengesellschaft in Ratingen. Beide Unternehmen hatten bereits seit lĂ€ngerer Zeit auf dem Gebiet der Hoch- und Mittelspannungsschaltanlagen zusammen gearbeitet.
1974 Forscher der deutschen BBC beginnen mit der Entwicklung einer Meßsonde fĂŒr Autoabgase. Als FĂŒhler zur Messung der Verbrennung in Otto-Motoren wird ein von BBC entwickelter keramischer Ionenleiter eingesetzt. Bei vollstĂ€ndiger Verbrennung Ă€ndert sich die LeitfĂ€higkeit. Mit diesem Verfahren soll ermöglicht werden, den bei der Verbrennung entstehenden Kohlenmonoxidanteil zu minimieren.
1974 Bau der grĂ¶ĂŸten Kurzwellen-Antennenanlage Europas
1975 Erste serienmĂ€ĂŸige elektrische Industrie-Lokomotive mit Drehstromantrieb
1975 Der Auftragseingang bei der deutschen BBC steigt von 3,4 auf 5,2 Milliarden Mark (Plus von 55 Prozent). Mehr als die HĂ€lfte der Bestellungen kommt aus dem Ausland, vor allem aus den durch die Ölkrise reich gewordenen OPEC-Staaten. Besonders gut im GeschĂ€ft ist das Unternehmen mit dem Iran. Durch den geplanten Bau zweier Großkraftwerke entfĂ€llt auf dieses Land zeitweise ein FĂŒnftel des gesamten Auftragsbestands.
1975 BBC liefert die weltweit erste Hochleistungs-Niederdruck-Ultraviolettlampe zur Trinkwasser-Entkeimung.
1976 Unter dem Namen Solarwatt bringt BBC ein Warmwasseraufbereitungs-System fĂŒr Haushalte auf den Markt. Das Interesse an dieser umweltfreundlichen Energieerzeugung ist zwar groß, der Umsatz bleibt aber hinter den Erwartungen zurĂŒck. BBC rĂŒstet ein Schwimmbad im bergischen Wiehl mit Europas grĂ¶ĂŸter Sonnenkollektor-Anlage aus. Wegen baulicher Integrationsprobleme schwenkt man spĂ€ter von den Dach-Sonnenkollektoren auf ein Energiedach mit integrierter WĂ€rmepumpe um. Aber auch dies fĂŒhrt nicht zum erhofften Erfolg.
1978 Konrad Pfrang wird BBC-Betriebsratsvorsitzender
1979 Erste Universal-Lokomotive mit Drehstromantrieb (E 120) fĂŒr schnellen Personenverkehr und schweren GĂŒterverkehr
1979 Der Auftragseingang aus dem Ausland, zur Mitte des Jahrzehnts noch bei 2,8 Milliarden DM, sackt auf weniger als die HĂ€lfte zusammen. Der Bau der BBC-Kernkraftwerke in MĂŒlheim-KĂ€rlich und des THTR in Hamm-Uentrop wird durch die Behörden immer weiter erschwert.
1980 Mit einer Hochspannungs-Gleichstrom-Kurzkupplung im österreichischen DĂŒrnrohr ermöglicht BBC erstmals den Stromaustausch zwischen Ost- und Westeuropa.
1980 Erste Testfahrten mit der Hochenergiebatterie verlaufen erfolgreich. Eingesetzt wird sie in einem fĂŒr den Elektroantrieb umgebauten VW-Transporter.
anch dem 2. WK In Zusammenarbeit mit der Mak in Kiel werden Standardloks mit elektrischer LeistungsĂŒbertragung in Drehstromtechnik geliefert.
01.08.1980 Tod von William R. Boveri (vmtl. in Mannheim)
1981 Nach 21 Jahren unverĂ€nderter Dividendenzahlung muß BBC die AusschĂŒttung von acht auf sechs Mark kĂŒrzen.
1981 Auf dem Sektor Stromerzeugung gibt es in Deutschland erstmals wieder Bestellungen von Dampfturbogruppen fĂŒr große Steinkohlekraftwerke. Von der Energieversorgung Schwaben erhĂ€lt BBC den Auftrag fĂŒr die 750-MW-Turbogruppe des Kraftwerks Heilbronn.
1981 Beim Hochtemperatur-Reaktor kommt es wegen eines angeblichen Formfehlers im Genehmigungsverfahren zu einem teilweisen Baustopp.
1981 Die grĂ¶ĂŸte SF6-Schaltanlage der Welt (Spannung 500 kV) wird gebaut. Diese Technik reduziert den notwendigen Sicherheitsabstand zwischen aktiven und nicht aktiven Teilen einer Schaltanlage. Mann kann die Schaltanlage damit kleiner bauen.
1982 In den meisten Fabriken fĂŒr die Herstellung technischer Serienerzeugnisse wird wegen der schlechten Auftragslage kurzgearbeitet. Zum Jahresende sind davon rund 4.000 Mitarbeiter und damit rund zehn Prozent aller BeschĂ€ftigten betroffen.
09.1982 BBC gibt den Planungsauftrag fĂŒr das 1.300-MW-Kernkraftwerk Neupotz bei Ludwigshafen an die Auftraggeber RWE und Pfalzwerke wegen "mangelnder Aussicht auf Preisdeckung" zurĂŒck
1983 Der Kugelhaufenreaktor des 300-MW-Prototyp-Kernkraftwerks THTR in Hamm-Uentrop wird erstmals kritisch.
10.1983 Die Unternehmensleitung kĂŒndigt wegen der erneut schlechten Auftragslage in der Stromerzeugung den Abbau von Stellen im Werk Mannheim-KĂ€fertal an. Interessensausgleiche, SozialplĂ€ne und vorzeitige Pensionierungen gehören immer hĂ€ufiger zur Tagesordnung. Die Zahl der Mitarbeiter geht um mehr als 2.000 zurĂŒck.
1984 Die Deutsche Bundesbahn bestellt die ersten 60 Exemplare der von BBC entwickelten Lokomotive E 120. Die mit Drehstromtechnik angetriebene Universal-Lokomotive kann sowohl schnelle Intercitys als auch schwere GĂŒterzĂŒge ziehen. Außerdem ist sie deutlich wartungsĂ€rmer und speist auch noch die Bremsenergie zurĂŒck ins Netz. Die Technik der E 120 ist zugleich Basis fĂŒr den Intercity Experimental, den spĂ€teren Intercity Express (ICE).
1984 Erster Hochspannungs-Gleichstromschalter der Welt
1985 Der Intercity Experimental (ICE) fÀhrt mit BBC-Drehstromantriebstechnik
1985 Der ICE fÀhrt mit von BBC entwickelter Drehstromantriebstechnik einen deutschen Geschwindigkeitsrekord von 317 Stundenkilometer mit FahrgÀsten.
16.11.1985 14 Jahre nach dem Beginn der Bauarbeiten speist das erste großtechnische Kernkraftwerk mit Kugelbett-Hochtemperatur-Reaktor (THTR) erstmals elektrische Energie in das öffentliche Netz ein. BBC ist sich sicher: Wir besitzen mit dem THTR 300 nunmehr die Referenzanlage fĂŒr eine bedeutende Innovation auf dem Energieversorgungsmarkt, die mittel- und langfristig einen wichtigen Beitrag zur sicheren, umweltschonenden und wirtschaftlichen Energieversorgung leisten kann.
1986 BBC liefert die grĂ¶ĂŸte Gasturbine der Welt mit einer Leistung von 140 Megawatt.
Herbst 1986 Im Herbst können die Übergabeverhandlungen zwischen BBC und dem RWE fĂŒr das Atomkraftwerk MĂŒlheim-KĂ€rlich endlich erfolgreich abgeschlossen werden. Trotz der Einigung mit dem Auftraggeber bleibt BBC auf einem Minus von mehreren hundert Millionen DM sitzen, die durch RĂŒcklagen gedeckt sind. Mit der Übergabe der Anlage liegt das Risiko jetzt beim Betreiber. - Zwei Wochen spĂ€ter wird der Meiler wegen eines Einspruchs gegen den KĂŒhlturm zum ersten Mal abgeschaltet.
1987 BBC installiert den grĂ¶ĂŸten und leistungsfĂ€higsten Schachtfördermotor der Welt mit einer Leistung von 4.200 Kilowatt.
10.08.1987 Die BBC-Muttergesellschaft gibt in der Schweiz völlig ĂŒberraschend den Zusammenschluß mit der schwedischen Asea bekannt. Nicht nur fĂŒr die Öffentlichkeit und die Medien, auch fĂŒr die Mitarbeiter kommt diese Nachricht wie ein Blitz aus heiterem Himmel. In den Deal, den BBC-VerwaltungsratsprĂ€sident Fritz Leutwiler und sein schwedisches Pendant Curt Nicolin eingefĂ€delt hatten, waren im Vorfeld nur wenige Personen eingeweiht.
01.01.1988 Fusion mit ASEA zu ASEA-Brown-Boveri mit 180.000 Mitarbeitern in 140 LĂ€ndern und einem Jahresumsatz von 27 Milliarden Mark eines der weltweit grĂ¶ĂŸten Unternehmen auf dem Gebiet der Elektrotechnik.
01.05.1988 Der Hochgeschwindigkeitszug der Deutschen Bundesbahn, der "Intercity Experimental (ICE)" mit BBC-Drehstromtechnik, stellt auf der Strecke Fulda-WĂŒrzburg mit einer Spitzengeschwindigkeit von 406,9 km/h einen Weltrekord fĂŒr Schienenfahrzeuge auf.
1989 Das von BBC gebaute Kombikraftwerk Pegus in den Niederlanden erreicht mit 52 Prozent den bis dahin höchsten Wirkungsgrad ĂŒberhaupt.




Produkte

Produkt ab Bem. bis Bem. Kommentar
AusrĂŒstungen fĂŒr elektrische Bahnen 1939 Erste ErwĂ€hnung 1989 Fusion zu ABB  
Dampflokomotiven 1918 Beginn 1921 Ende 12 StĂŒck pr. G 12
Dampfturbinen fĂŒr alle Leistungen 1900 Erste ErwĂ€hnung 1989 Fusion zu ABB  
Dampfturbinen gegenlĂ€ufiger Bauart 1939 Erste ErwĂ€hnung 1940    
elektrische EinĂ€scherungsöfen 1939 Erste ErwĂ€hnung 1989 Fusion zu ABB  
elektrische Lokomotiven 1920 Beginn 1992 lĂ€uft noch  
elektrische Öfen fĂŒr Glas und Keramik 1939 Erste ErwĂ€hnung 1989 Fusion zu ABB  
elektrische Schmelzöfen 1938 [Anzeiger fĂŒr Maschinenwesen, 26.07.1938, S. 34] 1989 Fusion zu ABB  
Einphasenstrommotoren 1939 Erste ErwĂ€hnung 1989 Fusion zu ABB  
ElektrowĂ€rmegerĂ€te fĂŒr Haushalt und GroßkĂŒche 1939 Erste ErwĂ€hnung 1989 Fusion zu ABB Marke "Sigma"
Fernmeldekabel 1955 [ABC d dt. Wirtschaft (1955) II/676] 1955 [ABC d dt. Wirtschaft (1955) II/676]  
Gleichstromgeneratoren 1939 Erste ErwĂ€hnung 1989 Fusion zu ABB  
Gleichstrommotoren 1939 Erste ErwĂ€hnung 1989 Fusion zu ABB  
Hochspannungsfreileitungen 1939 Erste ErwĂ€hnung 1989 Fusion zu ABB  
KĂŒhlschrĂ€nke fĂŒr Haushalt und Gewerbe 1939 Erste ErwĂ€hnung 1940   Marke "Sigma"
OberflĂ€chenkondensationsanlagen 1939 Erste ErwĂ€hnung 1940    
Relais 1955 [ABC d dt. Wirtschaft (1955) II/1782] 1955 [ABC d dt. Wirtschaft (1955) II/1782] Unsicher, inwieweit Relais fĂŒr Fernmeldetechnik
Stotz-Automaten 1939 Erste ErwĂ€hnung 1940    
Stromrichter 1939 Erste ErwĂ€hnung 1989 Fusion zu ABB  
vollstĂ€ndige Dampfkraftwerke 1900 Erste ErwĂ€hnung 1988 Fusion zu ABB  
vollstĂ€ndige Schaltanlagen 1939 Erste ErwĂ€hnung 1989 Fusion zu ABB  
vollstĂ€ndige Speicherkraftwerke 1939 Erste ErwĂ€hnung 1988 Fusion zu ABB  
vollstĂ€ndige Unter- bzw. Umspannwerke 1939 Erste ErwĂ€hnung 1989 Fusion zu ABB  
vollstĂ€ndige Wasserkraftwerke 1939 Erste ErwĂ€hnung 1988 Fusion zu ABB  
Veloxdampferzeuger zur maschinellen Dampferzeugung 1939 Erste ErwĂ€hnung 1940    
Wechselstromgeneratoren 1939 Erste ErwĂ€hnung 1989 Fusion zu ABB  
Wechselstrommotoren 1939 Erste ErwĂ€hnung 1989 Fusion zu ABB  




Personal

Zeit gesamt Arbeiter Angest. Lehrl. Kommentar
  400        
1903 598        
1904 1172        
1905 1611        
1906 1793        
1932 4600       im Vergleich zu 1928: nur noch die HĂ€lfte
1933 5300       Zuwachs nach der "Machtergreifung". 700 mehr als im Vorjahr
1940 20648       Anstieg um 2.600
1945 10200        
1950 14700       [Messerschmidt]: 14.000; [BBC]: 14.700
1959         In diesem Jahr erstmals ĂŒber 30.000
1965         38.000 als vorlĂ€ufiger Höchststand
1969         40.000 als neuer Höchststand
          Gesamt: 32900




Produktionszahlen

von bis Produkt im Jahr am Tag Einheit
1918 1021 Dampflokomotiven 12   StĂŒck




Firmen-Änderungen, ZusammenschĂŒsse, Teilungen, Beteiligungen


Zeit = 1: Zeitpunkt unbekannt

Zeit Bezug Abfolge andere Firma Kommentar
1988 Zusammenschluß, neuer Name danach ASEA Brown Boveri [Stuttgarter Zeitung Nr. 229, 02.10.1991]
1 Nebenwerk danach Brown Boveri Cie., Werk Heidelberg  
1939 Nebenwerk danach Brown Boveri Cie., Werk Ladenburg Seit Sept. 1939: Auslagerung des SaarbrĂŒcker Werks. [BBC: Kontakt (1953) 3]
1910 Nebenwerk danach Saar Brown Boveri AG [BBC: Kontakt (1952) 62]
1921 Zusammenschluß, neuer Name danach Brown, Boveri & Cie., Werk Lampertheim  
1921 Zusammenschluß, neuer Name danach Glas-Gleichrichter GmbH  
1952 Nebenwerk danach Brown Boveri & Cie., Werk Augsburg-NeusĂ€ĂŸ [BBC: Kontakt (1952) 177]
1922 Nebenwerk danach Brown, Boveri & Cie., Werk Dortmund [BBC: Kontakt (1953) 40]




Allgemeines

ZEIT1943
THEMAOrgane und Kapital der Gesellschaft
TEXTVorstand: Dipl.-Ing.. Dr.-Ing. e. h. Karl Schnetzler, Heidelberg. Vorsitzer Dr. jur. et rer. pol. Hans Leonhard Hammerbacher, Mannheim, stellv. Vorsitzer; Dr.-Ing. Eduard Caspari, Heidelberg; Dipl.-Ing. Ferdinand Deichmann, Berlin; Dr.-Ing. Heinrich Meyer-Delius, Heidelberg; Dr.-Ing. Karl Neuenhofer, Mannheim; Dipl.-Ing. Oberbaurat Friedrich Schlemmer, Heidelberg-Ziegelhausen. Stellvertretende Mitglieder: Ing. Walter Griesshaber, Heidelberg; Dipl.-Ing. Georg Rechel, Heidelberg. Aufsichtsrat: Franz Belitz, MĂŒnchen, Vorsitzer; Leo Bodmer, VizeprĂ€sident des Verwaltungsrats der Aktiengesellschaft Brown, Boveri & Cie in Baden (Aargau), stellv. Vorsitzer; Eugen BĂ€ndel, Vorstandsmitglied der Commerzbank Aktiengesellschaft, Berlin; Alfred Busch, Vorstandsmitglied der Dresdner Bank, Berlin; Geheimer Legationsrat Dr. jur,. Dr. phil. Walther Frisch, GeschĂ€ftsfĂŒhrer des Bankhauses Hardy & Co., G.m.b.H., Berlin; Geheimer Regierungsrat Johannes Gassner, Ministerialdirektor a. D., Berlin; Paul Greyer, Vorstandsmitglied der Reichs-Kredit-Gesellschaft A.-G., Berlin; Kommerzienrat Dr. jur. Carl Jahr, Mannheim; Alfred Kurzmeyer, Direktor der Deutschen Bank, Berlin; Hans Vincent von Moller, Vorstandsmitglied der Allgemeinen Deutschen Credit-Anstalt, Leipzig; Kommerzienrat Dr. rer. pol. h. c., Dr.-Ing. e. h. Hermann Röchling, HĂŒttenbesitzer, Völklingen (Saar); Dr.-Ing. h. c. Max Schiesser, Delegierter des Verwaltungsrates der Aktiengesellschaft Brown, Boveri & Cie. in Baden (Aargau); Dr. phil. Hans Schippel, Vorstandsmitglied der Dresdner Bank, Berlin. AbschlußprĂŒfer fĂŒr das GeschĂ€ftsjahr 1943: Deutsche Waren-Treuhand-Aktiengesellschaft, Hamburg-Berlin. GeschĂ€ftsjahr: 1. Januar bis 31. Dezember. Hauptversammlung (Stimmrecht): Je nom. RM 100,00 Stammaktie 1 Stimme. Reingewinn-Verwendung: Der Reingewinn, der sich nach Vornahme von Abschreibungen, Wertberichtigungen, RĂŒckstellungen und RĂŒcklagen ergibt, wird unbeschadet der AnsprĂŒche der Vorstandsmitglieder auf zugesicherte Gewinnanteile wie folgt verteilt: a) ZunĂ€chst werden auf die Aktien bis zu 4 % als Gewinnanteil ausgeschĂŒttet, b) sodann erhĂ€lt der Aufsichtsrat den ihm unter BerĂŒcksichtigung der Bestimmung des § 98 Abs. 3 Aktiengesetz satzungsgemĂ€ĂŸ zustehenden Anteil am Jahresgewinn, auf den die festen VergĂŒtungen anzurechnen sind, c) der Rest wird an die AktionĂ€re verteilt, soweit die Hauptversammlung keine andere Verwendung bestimmt. Grundkapital: nom. RM 24.000.000,00 Stammaktien in 22 000 StĂŒcken zu je RM 1.000,00 (Nr. 1-10000 u. 21 501- 33500), 8 500 StĂŒcken zu je RM, 200,00 (Nr. 10001- 18500), 3 000 StĂŒcken zu je RM 100,00 (Nr. 18501- 21 500). GroßaktionĂ€re: Die Aktienmehrheit wird seit Jahren von deutschen Banken unter FĂŒhrung der Reichs-Kredit-Gesellschaft Aktiengesellschaft, Berlin, kontrolliert.
QUELLE[Handbuch Akt.-Ges. (1943) 5989]


ZEIT1943
THEMAZweck und Gegenstand des Unternehmens
TEXTGegenstand des Unternehmens: Herstellung elektrischer Maschinen und Apparate, Dampfturbinen und Kreiselverdichter, sowie Hersteilung von Maschinen und maschinellen Einrichtungen anderer Art; Handel mit solchen und verwandten Artikeln; Erbauung elektrischer Zentralen, Bahnen und anderer Ă€hnlicher Anlagen fĂŒr eigene Rechnung oder fĂŒr Rechnung Dritter; Betrieb derartiger Anlagen fĂŒr eigene oder fĂŒr fremde Rechnung. Die Gesellschaft kann zur Erreichung ihrer Zwecke GrundstĂŒcke erwerben, Fabriken errichten, Unternehmungen grĂŒnden oder sich bei solchen beteiligen und alle GeschĂ€fte betreiben, die geeignet sind, den Zweck der Gesellschaft zu fördern. Fabrikationsprogramm: Dampfturbinen fĂŒr Land- und Schiffsanlagen fĂŒr alle Leistungen in AusfĂŒhrung als Kondensations-, Entnahme-, Abdampf-, Zweidruck-, Gegendruck- und Vorschaltturbinen fĂŒr alle DrĂŒcke und Temperaturen, mit zugehörigen Zahnradgetrieben und Kondensationsanlagen. Turboverdichter, TurbogeblĂ€se und Gassauger fĂŒr Bergwerke, Hochofenanlagen, Stahlwerke, KĂ€lteerzeugung. AufladegeblĂ€se mit Antrieb durch Abgasturbinen zum SpĂŒlen und Aufladen von Verbrennungsrnaschinen. Gasturbinen. Veloxdampferzeuger fĂŒr Öl- und Gasfeuerung fĂŒr Kraftwerke, Schiffe und Hochofenanlagen, Generatoren zur Stromerzeugung fĂŒr alle Leistungen, Spannungen und Stromarten. Motoren fĂŒr Gleich- und Wechselstrom in1 verschiedensten Bauformen und fĂŒr vielseitigste Anwendung. Elektrische Spezialmaschinen zur Umformung, Netzkupplung usw. Transformatoren bis zu den höchsten Spannungen und Leistungen. Regeltransformatoren, Erdschlußlöschspulen und Drosselspulen mit Eisenkern. Stromrichter mit Eisen- und GlasgefĂ€ĂŸen als Gleich-, Wechsel- und Umrichter zum Erzeugen von Gleichstrom und zum Umformen von Stromart und Frequenz, fĂŒr Licht- und Bahnnetze, Elektrolysen, Walzwerks- und Förderanlagen, Großrundfunksender. Schaltapparate wie Ölschalter, ölarme Schalter, Wasserschalter und Druckluftschalter fĂŒr jede Leistung und Spannung, mit elektrischem und Druckluftantrieb, Trennschalter, Strom- und Spannungswandler, Luftdrosselspulen, Schnellschalter, Automaten, Motorschutzscharter, Schalttafeln, gekapseltes Niederspannungs- und Hochspannungsmaterial, Fernsteuerungen. Regel- und Schutzeinrichtungen; Schnellregler fĂŒr Spannung, Strom, Leistung; u.a. Parallelschaltapparate, Synchronisierregler, Schutz- und Hilfsrelais, SchaltschĂŒtze. Elektrische Öfen zum Schmelzen, GlĂŒhen, HĂ€rten usw. Elektrische Schweißmaschinen als Transformatoren, Umformer oder mit Verbrennungskraftmaschinenantrieb, Mehrstellenschweißmaschinen und Schweißzentralen. KĂŒhlschrĂ€nke, KĂŒhlanlagen und Klimaanlagen. Weitere Arbeitsgebiete: Zur Erzeugung, Umformung und Fortleitung elektrischer Energie werden ĂŒbernommen: Planung, Bauleitung und AusfĂŒhrung von Dampfkraftwerken, Wasserkraftanlagen, Notstromzentralen, Umspannwerken, Hoch- und Niederspannungsschaltanlagen, Freileitungen und Leitungsnetzen. Zur Anwendung elektrischer Energie werden entworfen und ausgefĂŒhrt: Elektrische Bahnen: Voll- und Nebenbahnen, Straßen-, Berg-, Industrie-, Seil- und Schwebebahnen fĂŒr alle Stromarten. Wechselstrom-Triebwagen, dieselelektrische Triebwagen, Abraum- und Grubenlokomotiven, Akkumulatorenfahrzeuge, benzinelektrische Fahrzeuge, Oberleitungs-Omnibusse, Bahn-Fahrleitungen aller AusfĂŒhrungs- und Stromarten, Warn- und Signalanlagen, Zugbeleuchtung, Zugheizung und -lĂŒftung, Einzelteile fĂŒr elektrische AusrĂŒstung von Bahnen jeder Art. Elektrische AusrĂŒstungen fĂŒr die Industrie: z. B. fĂŒr Bergwerke, Kokereien, HĂŒtten- und Walzwerke, chemische Fabriken, fĂŒr die Textil-, Papier- und Zementindustrie, Druckereien, Zuckerfabriken, Brauereien, Glasindustrie, ferner fĂŒr Wasserwerke, selbsttĂ€tige Pumpwerke fĂŒr Be- und EntwĂ€sserung. Elektrische AusrĂŒstungen fĂŒr Werkzeugmaschinen, Hebezeug- und Transportanlagen, Bagger, Abraum-FörderbrĂŒcken. Dreh-, Hub- und KlappbrĂŒcken, Wehranlagen. SelbsttĂ€tige elektrische, Zentralsteuerungen fĂŒr stetige Bandförderanlagen, Getreidespeicher, BrĂŒcken, Schleusen, Wehranlagen.
QUELLE[Handbuch Akt.-Ges. (1943) 5989]


ZEIT1943
THEMABeteiligung an folgenden Unternehmens
TEXTBBC ist beteiligt an Unternehmen zur Herstellung von: Kabeln und isolierten Leitungen, Installationsmaterial, blanken, umsponnenen und lackierten DrĂ€hten, Kunstharzen, Preßmassen, Kunstharzpreßteilen, Eisen- und Metallguß, Isolierlacken.
QUELLE[Handbuch Akt.-Ges. (1943) 5989]