Hermann Gruson

Allgemeines

FirmennameHermann Gruson
OrtssitzMagdeburg
OrtsteilBuckau
Postleitzahl39104
Art des UnternehmensGußstahl- und Maschinenfabrik
AnmerkungenVorher: "Schiffswerft und Maschinenfabrik an der Elbe" (s.d.); 1893 durch F. A. Krupp, Essen, gekauft --> "Fried. Krupp Grusonwerk AG" (s.d.). Im Jahre 1870 durch Herrn Ingenieur H. Liebau in Magdeburg erbaut, hat um 1885 Gasbeleuchtung durch Mischgas, ca. 600 Flammen.
Quellenangaben[Geitel: Hermann Gruson (1891) 22] [Wikipedia (2005)]




Unternehmensgeschichte

Zeit Ereignis
13.03.1821 Geburt von Hermann August Jacques Gruson in Magdeburg als Sohn des Premierleutnants Louis Abraham Gruson in der Magdeburger Zitadelle. Er besucht nach der Vorbereitung durch einen Hauslehrer das Domgymnasium, wechselt dann jedoch zur Gewerbe- und Handelsschule, da ihn aber die "Realien" mehr als die alten Sprachen Griechisch und Hebräisch interessieren.
01.06.1855 Gruson gründet in Buckau bei Magdeburg die "Maschinen-Fabrik und Schiffsbauwerkstatt H.Gruson Buckau-Magdeburg". An der Mündung der Sülze in die Elbe entsteht eine Werft (auch unter der Namensform: "Schiffswerft und Maschinenfabrik an der Elbe"). Wichtiges Standbein seiner Unternehmung ist jedoch die angeschlossene Gießerei. Er verbesserte die Festigkeit von Gußeisen, durch Gattieren (Mischen verschiedenere Roheisensorten), deutlich, so daß Hartgußprodukte aus den Grusonwerken zu einem Markenprodukt werden. Diese gewinnen u.a. große Bedeutung für die Entwicklung des Maschinenbaus und des Eisenbahnbaus in Deutschland. Viele Eisenbahn- und Wagenhersteller versehen ihre Produkte mit dem Hinweis "nur mit Gruson'schen Hartgußrädern".
1858 H. Gruson hat den Einfall, Weichenherzstücke aus Hartguß herzustellen
1859 Das Unternehmen wird bestreikt. Der an sich konservativ eingestellte Gruson nimmt dieses Ereignis als ein Zeichen, in seinem Unternehmen eine von der wirtschaftlichen Entwicklung abhängige sozial zuträgliche Lohnpolitik zu betreiben. - Es kommt unter seiner Leitung zu keinem weiteren Streik. Neben vielen persönlichen Zuwendungen und Darlehen unterstützt er seine Mitarbeiter auch durch Stiftungen, die laut testamentarischer Verfügungen auch nach seinem Tod bestehen bleiben.
1861-1863 Nach 1860 erhält Gruson vermehrt auch Rüstungsaufträge seitens des preußischen Militärs.
1865 Gruson erhält große Aufträge der preußischen Regierung zur Herstellung von Panzergranaten
1869 Gruson führt auf dem Schießplatz Berlin-Tegel seinen ersten Hartguß-Panzerstand dem preußischen Kriegsminister und hohen Militärs vor. Der Artilleriebeschuß bestätigt die Eignung des Hartgusses auch für diesen Zweck.
1869-1872 Es werden Erweiterungen der Produktionskapazitäten erforderlich, worauf hin zwischen 1869 und 1871 moderne Anlagen in der Buckauer Marienstraße errichtet werden. Es erfolgt die Werksverlegung vom Elbufer, und es entsteht ein neues, großzügiges Werk an der Magdeburg-Halberstädter Bahn. Aus der Gruson'schen Gießerei gehen auch die ersten Panzertürme für Befestigungsanlagen in Deutschland hervor.
1870 Einrichtung eines Gaswerks
19.07.1870 bis 31.08.1870 Zu Beginn des deutsch-französichen Krieges: Anfertigung von 21-cm-Küstenlafetten
1873 Ein von Gruson konstruierter Panzerturm übertrifft die gestellten Anforderungen bei weitem
1879 Die ersten deutschen Dampftriebwagen werden von der Niederschlesisch-Märkischen Eisenbahn auf der Berliner Ringbahn in Betrieb genommen. Sie sind als Bauart "Weißenborn" gebaut und ähneln mit dem zweiachsigen Antriebsteil der Bauart "Rowan". Zwei Wagen stammen von Gruson und zwei von Schwartzkopff. Nach fünf Jahren werden sie an die KED Erfurt abgegeben.
1882 Dier Herstellung der Heißbleipresse für Kabelummantelung von Huber wird vom Grusonwerk in Magdeburg-Buckau übernommen.
1882 Auch die neuen, wesentlich verbesserten Geschosse prallen von den Gruson'schen Panzern ab
1882 Gruson schließt Freundschaft mit seinem früheren Gegner, dem Ingenieur-Major Schumann. An den technischen Erfolgen hat sein Mitarbeiter Max Schumann, Ingenieuroffizier und Experte für gepanzerte Befestigungen, einen bedeutenden Anteil.
1886 Umwandlung in eine Aktiengesellschaft, um das nötige Geld für neue Investitionen zu beschaffen. Hermann Gruson übernimmt als erstes Vorstandsmitglied die Leitung.
1886 Die "Spezia" widersteht Schüssen aus einem englischen 43-cm-Schütz
1887 Errichtung einer Stahlgießerei
1888 Errichtung des Schießplatzes Tangerhütte mit einer 10 km langen Schießbahn
01.07.1891 Gruson beendet seine Mitarbeit im Vorstand der Gruson AG. Zwei Jahre später wird das Unternehmen von Krupp übernommen. - Als Privatmann verfolgt Hermann Gruson aufmerksam die weitere Entwicklung.
1892 Ein Betriebsüberlassungsvertrag mit Krupp kommt zustande
01.05.1893 Käufliche Übernahme unter der Firma "Fried. Krupp Grusonwerk"
30.01.1895 Tod von Hermann August Jacques Gruson in Magdeburg




Produkte

Produkt ab Bem. bis Bem. Kommentar
Binnenschiffe 1855 Erste Erwähnung   Letzte Erwähnung als Schiffswerft 1855 gegr.; Einstellung mit der Handelskrise der 1850er Jahre
Dampfmaschinen 1860 [Rühlmann: Dampfmaschinen Kgr. Hannover (1860)] 1880 [Wochenbl Papierf 11 (1880) 1587] 1880: Second-Hand-Angebot
Dampftriebwagen 1879 Fabr.-Nr. 60 u. 62 für Niederschl.-Märk. Eb. 1879 Fabr.-Nr. 60 u. 62 Weissenborn'sche Triebwagen, System "Rowan"
Hartguß 1858 Erste Erwähnung 1940 Letzte Erwähnung um 1858: Beginn
Hartgußgranaten 1865 Erste Erwähnung 1918 Letzte Erwähnung 1865: Großauftrag
Hartgußpanzerungen von Geschützen 1873 Erste Erwähnung 1918 Letzte Erwähnung 1873: 1. Erfolg
Hartzerkleinerungsmaschinen 1858 Erste Erwähnung 1940 Letzte Erwähnung Beginn um 1858
Stahlguß 1887 Erste Erwähnung 1940 Letzte Erwähnung 1887: Errichtung der Stahlgießerei
Weichenherzstücke aus Hartguß 1858 Erste Erwähnung 1911 Letzte Erwähnung 1858: Beginn




Personal

Zeit gesamt Arbeiter Angest. Lehrl. Kommentar
  250       Mitte der 1860er Jahre




Firmen-Änderungen, Zusammenschüsse, Teilungen, Beteiligungen


Zeit = 1: Zeitpunkt unbekannt

Zeit Bezug Abfolge andere Firma Kommentar
1855 falsche Schreibweise zuvor Schiffswerft und Maschinenfabrik an der Elbe [Berdrow: Krupp und sein Geschlecht (1943) 284] [Maschinenindustrie (1939/40) 598]
1893 Umbenennung danach Fried. Krupp Grusonwerk AG [Berdrow: Krupp und sein Geschlecht (1943) 284] [Maschinenindustrie (1939/40) 598]