J. M. Voith, Maschinenfabrik und Eisengießerei

Allgemeines

FirmennameJ. M. Voith, Maschinenfabrik und Eisengießerei
OrtssitzHeidenheim (Brenz)
StraßeSt. Pöltener Str. 43
Postleitzahl89522
Internet-Seitehttp://www.voith.de
Art des UnternehmensMaschinenfabrik
AnmerkungenSeit 1904 Zweigwerk in St. Pölten (s.d.). Seit 1964 auch Zweigwerk in Brasilien "Voith SA", Sao Paulo. PapiermaschinengeschÀft seit 1994 als "Voith Sulzer Paper Technology" (darus schied Sulzer spÀter aus). Um 2009 mit den Sparten: "Voith Paper" (bis 2015 auch Werk in Krefeld), "Voith Industrial Services", "Voith Turbo" und der Wasserturbinen-Hersteller "Voith-Siemens Hydro".
Quellenangaben[Reichs-Adreßbuch (1900) 3746] [Maschinenindustrie (1939/40) 473] [Schweickert: Wasserturbinenbau bei Voith (2002)]




Unternehmensgeschichte

Zeit Ereignis
29.04.1803 Geburt von J. M. Voith als Sohn des Schlossermeisters Johannes Voith in Heidenheim
1822 Johannes Voith kauft die SchleifmĂŒhle eines Waffenschmiedes an der Brenz
1825 Tod des Vaters von Johann MatthĂ€us Voith, Johannes Voith, Übernahme der Schlosserei mit 5 Arbeitern
1830 Johann MatthĂ€us Voith beteiligt sich am Bau einer Papiermaschine von Johann Widmann aus Heilbronn fĂŒr die PapiermĂŒhle Rau und Voelter in Heidenheim.
1837 Johann MatthĂ€us Voith zieht mit seiner Familie in die SchleifmĂŒhle und verkauft das Haus in der Hinteren Gasse
1842 Vorstellung einer Papierschneidemaschine und einer Maschine zum Breiten von Baumwolle
1852 GrĂŒndung der Maschinenfabrik durch Johann MatthĂ€us Voith
1852 Bau des ersten maschinellen Holzschleifers (nach Zusammenarbeit zwischen Voelter und Voith)
1852 J. M. Voith baut zwei Spindelschleifer fĂŒr Heinrich Voelter.
1853 Ausstellung einer Papierschneidemaschine auf der Gewerbeausstellung in Heidenheim
1856 Erster Vertrag zwischen Heinrich Voelter und Johann MatthĂ€us Voith fĂŒr den Bau von Holzschleiferei-Maschinen. Gemeinsam bauen sie eine Holzschleiferei fĂŒr die Papierfabrik KĂŒbler und Niethammer in Kriebstein, Sachsen.
20.03.1856 Baubeginn (?) einer Dampfmaschine durch G. Kuhn, Stuttgart-Berg.
1859 Johann MatthĂ€us Voith erfindet den Raffineur fĂŒr Holzschliff - eine Mahlmaschine, die den splitterreichen Grobstoff der Holzschleifer weiter zerkleinert, so daß die PapierqualitĂ€t verbessert werden kann.
1862 J. M. Voith konstruiert WasserrÀder, Pumpen und Wasserturbinen.
1863 Bau einer eigenen Gießerei
1864 Eintritt von Friedrich Voith, Sohn von Johann MatthĂ€us Voith, in die Firma. Die vorhandene Werkstatt und Gießerei wird um eine große Drehbank, um HollĂ€nderwalzen zu drehen, erweitert
01.01.1867 Übergabe der Fabrik an Friedrich Voith; Eintragung in das Handelsregister. Dieser Zeitpunkt gilt als das GrĂŒndungsjahr der Firma
1867 J. M. Voith zieht sich aufs Altenteil zurĂŒck
1867 Friedrich Voith baut erstmals auf eigene Rechnung und nach eigener Konstruktion eine Voith-Holzschleiferei fĂŒr die Papierfabrik Uhingen
1868 Lieferung von zehn HollĂ€ndern zur Verfeinerung des Papierstoffs fĂŒr die Papierfabrik "KĂŒbler & Niethammer" in Sachsen.
1869 Erstes Voith-Patent auf Holzschleifer mit Zahnstangen-Anpressung
1870 Da die meisten Kunden der Firma, Papierfabriken und Holzschleifereien, an FlĂŒssen liegen, soll die Wasserkraft zum Antrieb dieser Betriebe dienen. Man beginnt mit dem Wasserturbinenbau. Die erste ist eine Jonval-Turbine fĂŒr 100 PS
1870 Prof. von Kankelwitz weist Voith auf die von ihm konstruierte Francis-Turbine mit festen Leitschaufeln hin. Diese entwickelt Friedrich Voith weiter und ergÀnzt sie mit den von Prof. Fink (Berlin) erfundenen beweglichen Leitschaufeln.
1871 Bau einer neuen Gießerei, einer neuen MontagewerkstĂ€tte und einer Schreinerei
1871 Bau der Versuchs-Holzschleiferei
1872-1873 von Kankelwitz hĂ€lt 1872/73 VertrĂ€ge mit Voith ĂŒber die Lieferung von Maschinen und Einrichtungen fĂŒr die Herstellung von Holzstofferzeugern mit anschließenden Papiermaschinen, den erforderlichen Transmissionen und Hilfseinrichtungen sowie ĂŒber WasserrĂ€der.
1873 Bau der ersten Turbine mit Fink'schen Drehschaufeln; dieser Typ erweist sich wegen der besseren Regulierbarkeit gegenĂŒber den bisherigen Turbinentypen als ĂŒberlegen. In den Jahre 1870 bis 1873 wurden fĂŒnf Girard-Turbinen gebaut.
1873 Auf der Weltausstellung in Wien zeigen Voith und Voelter den Voith-Schleifer und erhalten dafĂŒr die Fortschrittsmedaille.
1873 Die erste Francis-Turbine von Voith wird fĂŒr die Weberei C.F. Ploucquet in Heidenheim geliefert. Friedrich Voith hat die bahnbrechenden Eigenschaften dieser ursprĂŒnglich amerikanischen Erfindung erkannt und verbessert sie, indem er u.a. bewegliche Leitschaufeln zur Regulierung der Turbine einsetzt. - Sie steht spĂ€ter im Deutschen Museum in MĂŒnchen.
15.04.1874 Geburt von Walter Voith als Àltester Sohn von Friedrich Voith. Er macht sein Abitur in Ulm, studiert Maschinenbau an den Technischen Hochschulen Stuttgart und Berlin-Charlottenburg und arbeitet bei der AEG und in der eigenen Firma
22.04.1874 Tod von J. M. Voith in Heidenheim
1875 Georg Adolf Pfarr, vormals Student bei von Kankelwitz am Polytechnikum Stuttgart, beginnt auf dessen Vermittlung als Ingenieur bei J. M. Voith. Er erweist sich praktisch denkender Ingenieur, mit konstruktiven und theoretischen FĂ€higkeiten, der auf den Gebieten des Papiermaschinen- und des Wasserturbinenbaus arbeitet.
1879 Pfarr erhÀlt bei Voith Collektiv-Procura und wird bald darauf zum Oberingenieur ernannt
1879 Konstruktion und Bau des ersten Voith-Turbinenreglers nach den PlÀnen von Ingenieur Adolf Pfarr, Turbinenleiter bei Voith
1879 Bau der ersten Bischof-Papierrollmaschine
1881 Bau der ersten kompletten Voith-Papiermaschine mit 2,35 m Siebbreite fĂŒr die Firma Raithelhuber, Bezner u. Cie. in Gemmrigheim. Leistung: 34 m/sec
1882 Patent fĂŒr den dreistufigen SchĂŒttelsortierer
1883 Hermann Gottschick tritt bei Voith ein. Er wird Leiter der Buchhaltung, der Kasse und der Korrespondenz und wird einer der engsen Mitarbeiter von Friedrich Voith
1885 Lieferung einer Francis-Turbine durch J. M. Voith, Heidenheim
1886 Die erste Francis-Turbine mit SpiralgehÀuse wird an E. Holtzmann & Cie., Weisenbach, geliefert.
1889 Bau einer weiteren großen WerkstĂ€tte
1891 Erster Bau des Pfarr'schen indirekt wirkenden selbsttÀtigen Geschwindigkeitsreglers. Auch die Wasserkraftanlage in Lauffen am Neckar wird damit ausgestattet
1891 Erhard Closs tritt in die Turbinenabteilung bei Voith ein. Durch die Betreuung der Wasserkraftanlage in Lauffen lernt er Oskar von Miller kennen und erkennt durch diesen die Bedeutung der Stromerzeugung durch Wasserkraft
1891 Bau des ersten Holzstoff-Sortierers mit vertikaler Welle
1892 Pfarr erhÀlt bei Voith Einzel-Prokura
1892 Baubeginn von Schwamkrug-Turbinen
1893 Ernennung Pfarrs zum Direktor bei Voith
1893 Aufnahme des Baus von Freistrahlturbinen
1896 Die Firma erhĂ€lt Telefonanschluß
06.05.1896 Baubeginn (?) einer Dampfmaschine durch G. Kuhn, Stuttgart-Berg.
28.09.1896 Kostenvoranschlag an Johannes Spek, MĂŒhlhofen, fĂŒr die Lieferung einer regulierbaren Francis-Turbine fĂŒr 3 cbm/s Wasser mit 3,8 m GefĂ€lle, 75-77 % Nutzeffekt und max. 104 PS Leistung. Angebotspreis fĂŒr die Turbine allein: 3.340 Mark, einschl. EinlaufschĂŒtze und Transmission: 6.626,50 Mark
1897 Bis 1897 wurden 370 Turbinen, 20 komplette Papiermaschinen und ca. 400 Holzschleifer und HollÀnder gebaut
01.10.1897 Pfarr verlĂ€ĂŸt Voith und tritt eine Professoren-Stelle an der Technischen Hochschule Darmstadt an
03.01.1898 Albert Ungerer tritt bei Voith in die Abteilung Turbinenbau ein
1900 Übernahme der Pelton- oder Freistrahlturbine (vergl. 1893)
1900 Ausbau einer alten Bleiche und LohmĂŒhle zur einer kleinen Versuchsanstalt. Es ist die erste Voith-Versuchsanstalt fĂŒr Turbinen.
1900 Lieferung einer selbstgebauten Francis-Turbine
1900 Bau der 25. Papiermaschine
1900 Bau der 1000. Wasserturbine
13.01.1900 Die Turbinen im gerade fertigen Kraftwerk drehen sich im Dauerbetrieb (4 Voith-Francis-Turbinen mit gemeinsam 400 bis 1100 PS, je Q= 10 m3/s, Holzkamm-Kegelrad, 200-kW-Drehstromdynamo)
09.02.1900 Baubeginn (?) einer Dampfmaschine durch G. Kuhn, Stuttgart-Berg.
28.06.1900 Baubeginn (?) einer Dampfpumpe durch G. Kuhn, Stuttgart-Berg.
1901 Fritz Oesterlen tritt bei J. M. Voith ein, wo sich besonders bei der Entwicklung der Francisturbinen-LaufrÀder verdient macht
01.10.1901 Fritz Oesterlen wechselt von J. M. Voith zur technischen Hochschule Hannover, wo er den Lehrstuhl fĂŒr Wasserturbinen ĂŒbernimmt
1902 Bis 1902 sind 49 "Hochdruckturbinen" (Schwamkrug-Turbinen) ausgeliefert worden, und die Firma zögerte bisher, den Bau von Pelton-Turbinen aufzunehmen.
1902 Erteilung eines Patents fĂŒr Magazinschleifer sowie Entwicklung des ersten Großkraftschleifers mit hydraulischer Holzanpressung
04.1902 Walter Voith tritt eine dreizehnmonatige Studienreise in die USA an. Er arbeitet dort in verschiedenen Firmen, bis er im Juni 1903 zum Aufbau des Zweigunternehmens in St. Pölten heimgerufen wird
1903 Auftrag fĂŒr 12 Turbinen mit je 12.000 PS fĂŒr die NiagarafĂ€lle. Es sind die grĂ¶ĂŸten Turbinen der Welt. Konstrukteur: Albert Ungerer
1903 Friedrich Voith beschließt die GrĂŒndung des Schwesterwerks in St. Pölten wegen der österreichischen Einfuhrzölle. FĂŒr die Standortwahl ist die Lage an der Westbahn und die NĂ€he zur Hauptstadt Wien ausschlaggebend. Man trug sich vorher mit dem Gedanken, das Thumb'sche Anwesen in Wien auszubauen, was mit großen Kosten verbunden gewesen wĂ€re. Er betraut seinen Ă€ltesten Sohn Walther Voith (gegen dessen Wunsch - er will lieber eine neue Fabrik in den USA errichten) mit der Leitung und beruft ihn von einer Studienreise aus Amerika zurĂŒck.
1903 Ausliefertung der ersten von Voith gebauten Pelton-Turbine fĂŒr die Anlage "Mainbernheim" (Leistung: 9,3 kW)
1903 Carl Kissel tritt als Betriebsleiter und Oberingenieur bei Voith ein
13.07.1903 Anmeldung des St. Pöltener Werks als "Zweigniederlassung der in Heidenheim in WĂŒrttemberg mit der Firma gleichen Namens bestehenden Hauptniederlassung"
1904 Lieferung einer Francis-Turbine durch J. M. Voith, Heidenheim
1904 Friedrich Voith bestellt keinen direkten Nachfolger fĂŒr G. A. Pfarr (1897 ausgeschieden), sondern bildet ein Direktorium. Es besteht aus den drei Direktoren: Erhard Closs (Turbinenbau), Paul Priem (Papiermaschinen und Stofftechnik) und Hermann Gottschalk (kaufmĂ€nnische Verwaltung) und ferner Heinrich Dietlen (BĂŒrovorstand).
1904 Friedrich Voith bestellt keinen direkten Nachfolger fĂŒr G. A. Pfarr (1897 ausgeschieden), sondern bildet ein Direktorium. Es besteht aus den drei Direktoren: Erhard Closs (Turbinenbau), Paul Priem (Papiermaschinen und Stofftechnik) und Hermann Gottschalk (kaufmĂ€nnische Verwaltung) und ferner Heinrich Dietlen (BĂŒrovorstand).
1904 Bau einer Pelton-Turbine mit 1.250 PS Leistung
1904 Hermann Gottschick wird in das Direktorium von Voith bestellt
1905 Bau einer Pelton-Turbine mit 4.025 PS Leistung - 2 Jahre nach dem Bau der ersten Turbine dieser Bauart!
1905 A. Ungerer wird zum Oberingenieur bei Voith ernannt
1905-1912 Erweiterung der Maschinenhalle um die Felder 6 - 12 in den Jahren 1905 und 1912
1905 Albert Ungerer wird bei Voith zum Oberingenieur ernannt. Er leitet die Zweite Abteilung des "Bureau I" fĂŒr Hochdruckturbinen und Spezialkonstruktionen
1905 Voith liefert fĂŒnf Turbinen fĂŒr Itatinga Santos, der ersten in Brasilien installierten Anlage, die Wasserkraft in elektrische Energie umsetzt.
1906 Bau des VerwaltungsgebĂ€udes auf der nördlichen Seite der Ulmer Straße
1906 Das Bahngleis fĂŒr das "Voith-BĂ€hnle" wird durch die Friedrichstraße gelegt.
1906 Voith stellt den Ludwigsburger Heinrich Brecht in der Abteilung Freistrahlturbinenbau ein. Brecht hat darin Erfahrungen durch seine TĂ€tigkeit bei Abner Doble in San Francisco; Doble hatte die Becherform der Pelton-Turbinen weiterentwickelt.
1907 Erwerbung von zwei MĂŒhlen in Hemaringen, die fĂŒr Versuche von Niederdruckturbinen genutzt werden
1907 Closs will seine Direktorenstelle wegen einer Magenerkrankung aufgeben
1908 Kauf der BrunnenmĂŒhle in Heidenheim, die Versuchen mit Voith-Hochdruckturbinen dienen soll (erstes Pumpspeicherwerk der Welt). F. Oesterlen bringt seine Erfahrungen in die Planung ein.
1908 Lieferung einer Wasserturbine durch durch den Hersteller (fĂŒr BrunnenmĂŒhle?)
1908 Eugen Feifel tritt bei Voith als Ingenieur ein
1909-1912 Prof. Reichel (TU Berlin) fĂŒhrt in den Jahren 1909 bis 1912 umfangreiche Versuche an Becherturbinen durch und pflegt enge Kontakte zu Voith
1909 EinfĂŒhrung der Rollenschneidmaschine mit zwei Tragwalzen und Scherenschnitt-Verfahren
1909 EntwĂŒrfe und Patentanmeldung fĂŒr den Voith-Stetigschleifer (Fertigung 1922)
1911 Bau einer neuen Großgießerei mit vier Kupolöfen, Gußputzerei, Schreinerei und Modellhaus an der Alexanderstraße; die Anlage ist so großzĂŒgig, daß erst nach dem 2. Weltkrieg Erweiterungen nötig sind.
1911 Closs bittet um seine Entlassung bei Voith
1912 J. M. Voith, Heidenheim, eröffnet ein VerkaufsbĂŒro in New York
1912 Otto Böhm wird bei Voith fĂŒr die Abteilung Strömungsmaschinen eingestellt. Er hatte bei R. Camerer in MĂŒnchen studiert, dort promoviert und arbeitete dann beim Stettiner Vulcan
1912 FĂŒr das "Projekt Sorocaba" (Brasilien) baut Voith drei Francis-Turbinen mit je 17.500 PS bei 195 m GefĂ€lle - eine Spitzenleistung zu dieser Zeit.
01.11.1912 Umwandlung des Unternehmens in eine Offene Handelsgesellschaft. Als Gesellschafter werden neben Friedrich Voith auch dessen zwei Ă€ltere Söhne Walther Voith (Ingenieur in St. Pölten) und Dr. Hermann Voith (bisher Prokurist) aufgenommen. Alle drei haben das Recht, die Firma allein zu vertreten und fĂŒr die Firma durch ihre alleinige Unterschrift zu zeichnen. Friedrich Voith behĂ€lt das letzte Wort bei Meinungsverschiedenheiten
1913 Bis 1913 wurden ca. 6.500 Wasserturbinen geliefert
1913 Hans Faic Canaan wird als Jungingenieur eingestellt
Anfang 1913 Viktor Kaplan teilt der Firma Voith mit, er habe eine Wasserturbine besonders hoher spezifischer Drehzahl entwickelt.
1913 Bau der grĂ¶ĂŸten Papiermaschine fĂŒr Zeitungsdruck mit 5,20 m Siebbreite fĂŒr Holmen Bruks im schwedischen Hallstavik
Mai/Juli 1913 Die Firmen J. M. Voith, Escher Wyss & Cie. (ZĂŒrich), Briegleb, Hansen & Co., Amme, Giesecke & Konegen AG schließen sich im Zeitraum Mai/Juli 1913 unter der FĂŒhrung von Voith zu einer Interessengemeinschaft deutsch-schweizerischer Turbinenhersteller zusammen, die im MĂ€rz 1920 um Piccard-Pictet & Cie., Escher Wyss & Cie. (Ravensburg) und J. M. Voith (St. Pölten) erweitert wird. Die Vereinigung wird auch "Turbinenvereinigung" oder "Kaplan-Vereinigung" genannt. Viktor Kaplan selbst bezeichnet sie als "Anti-Kaplan-Syndikat"
17.05.1913 Tod von Friedrich Voith
23.06.1913 Nach dem Tod des Vaters tritt Hanns Voith (seit 1912 stiller Teilhaber) aktiv in die Firma ein und ĂŒbernimmt die technische Leitung des Stammwerks
1914 Closs tritt als Direktor zurĂŒck
01.04.1914 Der neue Vorstand bei Voith besteht aus Albert Ungerer (Tubinenbau), Paul Priem (Papiermaschinenbau), Hermann Gottschick (KaufmÀnnisches) und Hans Wiedmann (Werk St. Pölten)
23.02.1915 Es wird ein Abkommen zwischen Kaplan und den Turbinenfirmen ĂŒber die Herstellung von je einer stehenden und liegenden Modellturbine nach Zeichnungen von Kaplan unterzeichnet. Die Versuche sollen in Hemaringen durchgefĂŒhrt werden.
01.01.1916 bis 30.04.1916 Die Versuche mit horizontalen Versuchmodell der Peltonturbine in Hemaringen finden z.T. im Beisein von Kaplan und Vertretern der "Kaplan-Vereinigung" statt.
07.08.1917 Auch Hanns Voith erhÀlt die Berechtigung zur alleinigen Firmenzeichnung
01.04.1919 Carl Kissel wird zum Mitglied des neuen Direktoriums bei Voith ernannt
1922 Fertigung der ersten Kaplan-Turbine bei Voith, erfunden von Prof. Viktor Kaplan - mit 1.100 PS
1922 Lieferung von zwei Dampfmaschinen durch Maschinenbau-Ges. Marktredwitz, Flottmann
1922 Aufnahme des Zahnradgetriebebaus. Durch die langjĂ€hrige Konstruktion von Papiermaschinen und WasserrĂ€dern, deren Antrieb abhĂ€ngig von ZahnrĂ€dern war, besteht großer Erfahrungsschatz.
1922 Die Voith-Welle ist das offizielle Firmenlogo. Entwurf: Professor Hohlwein
1922 Fertigung des ersten Stetigschleifers, der das Produktionsverfahren von Holzschliff beschleunigt. (Entwicklung bereits 1909)
21.10.1922 Es findet ein Schiedsgerichtsverfahren zwischen der Interessengemeinschaft deutsch-schweizerischer Turbinenhersteller (Voith, Escher Wyss & Cie., Amme, Giesecke) statt. Viktor Kaplan erklĂ€rt sich bereit, seine dreidimensionale Turbinentheorie dem Konzern zu ĂŒbergeben. Bis dahin zahlt der Konzern die fĂ€lligen LizengebĂŒhren nicht.
1924 Bestellung einer weiteren Wasserturbine (Kaplanturbine, 1065 PS), da sich die Durchflußmenge vergrĂ¶ĂŸerte und auch das GefĂ€lle von 2,75 m auf durchschnittlich 3,5 m fĂŒr das Kraftwerk Stuttgart-UntertĂŒrkheim (7. Bauauftrag fĂŒr eine Kaplan-Turbine mit senkrechter Welle und 1. fĂŒr die öffentliche Stromversorgung)
1926 Entwicklung des Voith-Schneider-Propellers nach den PlĂ€nen des Wiener Ingenieurs Ernst Schneider. Der Schiffs-Antrieb, der zugleich die Steuerung ĂŒbernimmt, erlaubt eine enorme ManövrierfĂ€higkeit. Er wird bei Schleppfahrzeugen, Eskortfahrzeugen, Schwimmkranen, DoppelendfĂ€hren und Passagierschiffen verwendet.
1927 Eigenkonstruktion von Voith-Stetigschleifern (Fertigung ab 1922)
1927 Bau der neuen Kesselschmiede
1927 Lieferung der 10 000. Voith-Turbine mit 48.500 PS fĂŒr das Pumpspeicherwerk Herdecke in Westfalen.
1927 Bau einer eigenen Werksschule zur Ausbildung der Lehrlinge und Praktikanten, GrĂŒndung der WerksbĂŒcherei
1928 Das erste Schubschiff "Uhu" mit Voith-Schneider-Propeller lÀuft vom Stapel.
1929 Bau der Großturbinenhalle im Werk Heidenheim mit der grĂ¶ĂŸten Karussell-Drehbank der Welt
1929 Bau der ersten Turbokupplungen
1930 Beginn der Entwicklung von AxialgeblÀsen
1930 Beginn der Entwicklung von Turbogetrieben nach dem Föttinger-Prinzip bei Voith
1930er/40er In dieser Zeit stattet Voith 34 Wasserkraftprojekte in Brasilien mit Turbinen aus und liefert fĂŒnf Papiermaschinen nach Brasilien.
15.01.1931 Friedrich Voith zeigt die Umwandlung in eine OHG an
30.05.1931 Carl Kissel geht in den Ruhestand. WĂ€hrend seiner Amtszeit herrschte eine rege BautĂ€tigkeit bei Voith: Gießerei, Erweiterung der Maschinenhalle, Kesselschmiede, Großturbinenhalle
1932 Erster Voith-Windkanal-Ventilator
1933 Fertigstellung des ersten Turbogetriebes bei Voith
1934 Lieferung des ersten Voith-Turbogetriebes fĂŒr den ersten dieselhydraulischen Schienenbus an die Österreichische Bundesbahn
1936 Voith liefert an die "Rio Light Co." eine Francis-Turbine mit 60.000 PS, die zu dieser Zeit grĂ¶ĂŸte Francis-Turbine der Welt.
1941 Bau eines kleinen Werks im Industriehafen von Bremen
12.09.1942 Tod von Dr. jur. Hermann Voith in seinem Haus Wildstr. 25 in Heidenheim
24.04.1945 Besetzung durch die Amerikaner
1939-1945 Voith hat unter seinen Mitarbeitern 422 Kriegstote und 154 Vermißte zu beklagen.
1946 Erste ExportauftrĂ€ge fĂŒr eine Papiermaschine an Frankreich und bald auch fĂŒr den Turbinenbau
15.08.1947 Tod von Walter Voith in Pruggern (Enns)
1949 Lieferung einer selbstgebauten Kaplanturbine
1949 Aufnahme des Baues von KĂŒhlanlagen fĂŒr Lokomotiven
1949 GrĂŒndung des Voith-Werksorchesters
01.01.1950 Umwandlung der Offenen Handelsgesellschaft in eine GmbH
1950-1955 Nach dem 2. Weltkrieg fĂŒhrt Marguerre in einem Block des Großkraftwerks Mannheim die Erzeugung von Drehstrom und Einphasenwechselstrom unter Verwendung des Prinzips der FlĂŒssigkeitskupplung "Voith-Marguerre" ein.
1950 Beginn der Entwicklung automatischer Differential-Wandlergetriebe (Diwabus) fĂŒr Stadtomnibusse
1951 Lieferung einer selbstgebauten Francis-Spiralturbine und einer Kaplanturbine
1951 Stapellauf des ersten Voith-Wassertreckers "Biene" mit Voith-Schneider-Propeller.
1951 Bau eines Gesundheitshauses mit medizinischen BĂ€dern, Sauna und Arztstation
1952 Lieferung von 46 Voith-Turbowendegetrieben fĂŒr Diesellokomotiven Achsfolge C'C' an eine brasilianische Eisenbahngesellschaft
1953 Bau eines modernen Werkes fĂŒr die Fertigung von Turbogetrieben und -kupplungen in Heidenheim
1956 GrĂŒndung der "Voith Turbo KG", Crailsheim. In dem neu erbauten Werk werden Turbokupplungen hergestellt.
1956 Erster Einsatz von Voith-Turbogetrieben in den USA
1956 Neubau der MaterialprĂŒfungsanstalt
1959 Lieferung einer selbstgebauten Kaplanturbine
1960 Neues Flotations-Deinking-Verfahren zur Druckfarbenentfernung aus Altpapier
1960 Entwicklung der Strömungsbremse, Einsatz erstmals in 4.000-PS-Lokomotiven in den USA
1961 GrĂŒndung der "Voith Getriebe KG" in Heidenheim
1961 Lieferung der grĂ¶ĂŸten Zeitungsdruckpapiermaschine Europas mit 8,3 m Siebbreite an Ahlström in Varkaus, Finnland, durch Voith
1961 Neubau fĂŒr die Versuchsanstalt des Papiermaschinenbaus und der Schiffstechnik
1961 Die erste Voith Turbo-Regelkupplung wird im Werk Crailsheim gebaut.
1963 Bau eines Voith-Werks in Garching bei MĂŒnchen fĂŒr die Serienfertigung von automatischen Bus- und Baufahrzeuggetrieben.
1963 Bau der ersten Voith-Getrieberegelkupplung in Crailsheim
1963 Errichtung eines Umlauftankes fĂŒr Schiffsmodell-Untersuchungen
16.07.1964 GrĂŒndung der Tochtergesellschaft "Voith S.A." in Sao Paulo, Brasilien
1965 Erstes Turbowendegetriebe fĂŒr Rangierlokomotiven
1966 Voith erwirbt Gesellschaftsanteile des Papiermaschinen-Herstellers "O. Dörries AG" in DĂŒren
1966 Bestellung der grĂ¶ĂŸten Zeitungsdruckpapiermaschine der Welt mit einer Siebbreite von 9 m durch die Papierfabrik Holmens Bruks in Hallstavik, Schweden, an "J. M. Voith"
1966 Bestellung aus den USA bei "J. M. Voith" fĂŒr die zwei grĂ¶ĂŸten Freistrahlturbinen der Welt, Leistung 226.000 PS.
1966 Bestellung von vier Voith-Francisturbinen, Estreito, aus Brasilien mit einer Leistung von 226.000 PS
1968 Entwicklung der Voith-Retarder fĂŒr Reisebusse
1968 Bau der ersten Voith-Zentrimatic-Kupplung in Crailsheim
1971 Beginn der Serienfertigung von Hydrostatik-Hochdruckpumpen durch Voith in Garching
07.01.1971 Hanns Voith verstirbt
1973 Neue Generation von Stadt- und Überlandbusgetrieben mit Nutzung des Wandlers als Retarder
1974 Die Firma geht ein Gemeinschaftsunternehmen mit "Allis-Chalmers" in Milwaukee ein und bildet die "Voith-Allis Corporation"
1974 Der gebĂŒrtige Stuttgarter Michael Rogowski beginnt bei Voith als Leiter des Personal- und Sozialwesens.
1975 Fertigung von Hochleistungsgelenkwellen fĂŒr Lokomotiven
1975 Der Voith-Retarder R130 fĂŒr Busse und LKW kommt heraus.
1976 Michael Rogowski wird stellvertretender GeschĂ€ftsfĂŒhrer
1977 Übernahme der restlichen Anteile von "Allis-Chalmers". Die Firma wird die "Voith Inc.", Appleton (Sitz der frĂŒheren Firma "Valley Iron Works").
1977 Lieferung der ersten Großgelenkwellen fĂŒr Walzwerke
1977 Lieferung eines Voith-Schneider-Antriebs fĂŒr die weltgrĂ¶ĂŸten DoppelendfĂ€hren in New York fĂŒr je 6.000 Passagiere
1978 Michael Rogowski wird ordentlicher GeschĂ€ftsfĂŒhrer
1978 Gesamtkonstruktion und Beteiligung von "Voith Siemens Hydro Power Generation" an der Lieferung nach Brasilien von 12 der 18 Francisturbinen fĂŒr das leistungsstĂ€rkste Wasserkraftwerk der Welt in ItaipĂș. Leistung: 13 000 MW.
1980 Vorstellung des ersten Voith-Turbogetriebes fĂŒr Großschaufellader und Muldenkipper in den USA
1980 Lieferung von Hochleistungs-Zahnradgetrieben fĂŒr Gasturbinen mit 29 MW Leistung
1982 Auftrag zur Lieferung der breitesten Feinpapiermaschine der Welt (Arbeitsbreite: 9450 mm) an Voith fĂŒr Union Camp/USA
1983 Lieferung der ersten GeblĂ€se fĂŒr Rauchgasentschwefelungsanlagen (REA) in Kraftwerken mit fossilen Brennstoffen
1983 Mit der Übernahme von Appleton Mills in Appleton /USA, vollzieht Voith den Einstieg in die Bespannungstechnik
1985 Fertigstellung des grĂ¶ĂŸten GlĂ€ttzylinders der Welt - 125 Tonnen aus einem Guß
1986 Erste Mikroprozessorsteuerung fĂŒr Voith-Schneider-Propeller
1986 Weltweit grĂ¶ĂŸte Pitturbinen mit 8400 mm Laufraddurchmesser
1987 Beginn der Serienfertigung von TorsionsschwingungsdÀmpfern (Hydrodamp)
1987 Aufbau der Anschlußtechnik mit Sicherheitskupplungen
1988 Der Duoformer in CF-Bauart (Doppelsiebblattbildner) geht in Betrieb
1989 Die grĂ¶ĂŸte Deinkinganlage Europas wird von Voith in Schongau/Deutschland erstellt.
1990 Lieferung der leistungsfÀhigsten Papiermaschine der Welt an Corbehem Stora, Frankreich
1990 Beginn der Entwicklung von Transversalflußmaschinen
1990 Fertigstellung des ersten Regelservomotors
1992 Die Geldinstitute Commerzbank AG, Deutsche Bank AG sowie die Sal. Oppenheim & Cie. KG auf Aktien stellen im Rahmen der Realteilung zwischen den FamilienstĂ€mmen Hanns Voith und Hermann Voith dem Unternehmen ein Genußscheinkapital von 200 Millionen DM zur VerfĂŒgung.
1992 Die FamilienstĂ€mme einigen sich darauf, dem Stamm Hanns Voith das Unternehmen zu ĂŒberlassen.
1992 Ernennung von Michael Rogowski zum Vorsitzenden der KonzerngeschĂ€ftsfĂŒhrung
1993 Inbetriebnahme der ersten Papiermaschine zur Herstellung von Zeitungsdruckpapier aus 100% Altpapier (Schwedt PM 11, Deutschland)
01.10.1994 bis 30.09.1995 Der JahresĂŒberschuß im GeschĂ€ftsjahr 1994/95 wird von 41 auf 55 Millionen DM gesteigert.
01.10.1994 bis 30.09.1995 Die Personalkosten im GeschÀftsjahr 1994/95 nehmen aufgrund der Tariferhöhungen um 10 Prozent zu.
01.10.1994 Das Papiermaschinen-GeschÀft von Voith und "Sulzer AG" wird zur "Voith Sulzer Paper Technology" mit Sitz in Heidenheim zusammengelegt.
1995 Auslieferung der millionsten Turbokupplung, des 100.000sten Retarders, und des 25.000sten Turbogetriebes fĂŒr Schienenfahrzeuge
30.09.1995 bis 01.10.1996 Der Umsatz steigt 1995/96 um 22,8 Prozent auf knapp 3,6 Milliarden DM.
01.10.1995 bis 30.09.1996 Es wird im GeschÀftsjahr 1995/96 ein Auftragseingang von 3,7 Milliarden DM erwartet.
01.10.1995 bis 30.09.1996 Der Umsatz wird im GeschÀftsjahr 1995/96 um 25 Prozent auf etwa 3,6 Milliarden DM gesteigert.
01.10.1995 bis 30.09.1996 Wichtiger UmsatztrÀger im GeschÀftsjahr 1995/96 ist der Bereich Papiermaschinen, mit einem Anteil von 61 Prozent.
1996 In Braviken (Schweden) wird die PM53 wird die mit 1 700 m/min die schnellste Zeitungsdruckpapiermaschine der Welt aufgestellt
1996 Voith erhĂ€lt den Auftrag zur Lieferung von zwei der weltgrĂ¶ĂŸten Papiermaschinen nach China (Dagang).
1996 Übernahme des GeschĂ€ftsfeldes Radsatzgetriebe der "Thyssen Guß AG", Essen
30.09.1996 bis 01.10.1997 Es zeichnet sich 1996 ein Rekord beim Auftragseingang ab.
1997 Die Umwandlung der bisherigen Dachgesellschaft J. M. Voith GmbH in eine AG ist abgeschlossen.
01.01.1997 bis 31.05.1997 Es ist bis Ende Mai geplant, daß Unternehmen in eine AG umzuwandeln.
1997 Voith liefert Triple Star, die leistungsstĂ€rkste Papierherstellungsanlage der Welt, nach Österreich.
1997 Voith Hydro erhĂ€lt den Zuschlag zur Lieferung von sechs Turbinen fĂŒr das zukĂŒnftig leistungsstĂ€rkste Wasserkraftwerk der Welt am Drei-Schluchten-Staudamm in China.
01.10.1997 bis 30.09.1998 In der Sparte Strömungstechnik steigt der Umsatz im GeschÀftsjahr 1997/98 von 493 Mio auf 589 Mio DM
1998 Übernahme von Scharfenbergkupplung, Salzgitter und KĂŒsel Antriebe, Essen
30.09.1998 Mit einem Auftragsbestand in der Sparte Strömungstechnik Ende September liegt man mit 568 Mio DM ĂŒber den geplanten 400 Mio DM
01.10.1998 bis 30.09.1999 Das Unternehmen kann seine AuftragseingĂ€nge im GeschĂ€ftsjahr 1998/99 (30. Sept.) nicht mehr steigern. Bei Papiermaschinen, dem wichtigsten UmsatztrĂ€ger des Unternehmens, ist ein RĂŒckgang der Orders von 2 auf 1,8 Mrd. DM zu erwarten
1999 Voith erwirbt die papiertechnischen GeschÀftsfelder von "Scapa plc." Blackburn
2000 Voith erhöht seine Beteiligung an der "DIW Deutsche Industriewartung AG" und erhĂ€lt die industrielle FĂŒhrung im Gesellschafterkreis
04.2000 Der Vorstandschef der AG, Michael Rogowski, wechselt in den Aufsichtsrat.
04.2000 Voith und Siemens grĂŒnden ein Joint Venture auf dem Gebiet der Wasserkraft: "Voith Siemens Hydro Power Generation"
07.2000 Voith ĂŒbernimmt von der "Sulzer AG" den Großteil der Anteile am Joint Venture in der Papiertechnik. Der Konzernbereich wird in "Voith Paper" umbenannt.
2004 Voith erwartet fĂŒr seine brasilianische Tochtergesellschaft wieder steigende Umsatz- und Auftragszahlen. Vor allem aus der Energiewirtschaft mĂŒĂŸten in den kommenden Jahren wieder grĂ¶ĂŸere Auftrage fĂŒr die Turbinen- und Generatorenproduktion bei Voith-Siemens-Hydro kommen. FĂŒr das laufende GeschĂ€ftsjahr 2003/04 (bis 30.09.) erwartet die Voith SA auf der Basis der ersten drei Quartale einen Umsatzzuwachs um 11,5 Prozent auf 262 Millionen Dollar.
Gj. 2007/08 Der Konzern erreicht mit weltweit 43.000 Mitarbeitern einen Rekordumsatz von 4,9 Mrd. Euro
GeschÀftsjahr 2007/08 Im GeschÀftsjahr 2007/2008 (Beginn: 01.10.) fÀhrt der Konzern erneut einen Rekordumsatz von 4,9 Mrd. Euro ein.
07.02.2009 Voith will wegen der Krise in der Papierindustrie weltweit 900 Stellen abbauen. Der Abbau soll möglichst ohne betriebsbedingte KĂŒndigungen erfolgen. Betroffen sind lediglich die BeschĂ€ftigten beim Papiermaschinenhersteller "Voith Paper". Zudem arbeiten bereits seit Dezember in den Sparten "Voith Turbo" und "Voith Industrial Services" rund 360 BeschĂ€ftigte kurz. Davon stammen rund 300 Mitarbeiter von "Voith Industrial Services", die vor allem extern als Dienstleister bei den Autozulieferern eingesetzt sind.
01.10.2008-31.03.2009 Im ersten GeschĂ€ftshalbjahr (31.03.) wĂ€chst der Umsatz um 17,5 Prozent auf 2,5 Mrd. Euro an. Die Bestellungen steigen um 7,1 Prozent auf 3,1 Mrd. Euro. Zum Teil ist das Wachstum auf ZukĂ€ufe zurĂŒckzufĂŒhren. Im GeschĂ€ftsbereich Hydro (Gemeinschaftsunternehmen mit Siemens; Voith-Anteil: 65 Prozent) kommt es zu einem Boom: Umsatzzuwachs 47 Prozent auf 450 Millionen Euro. Im Bereich Papiermaschinen sind die Bestellungen im Halbjahr um 28 Prozent eingebrochen.
04.2010 Der Aufsichtsratsvorsitzende Michael Rogowski gibt sein Amt an Manfred Bischoff (vorher bei der Dasa bzw. bei der EADS tÀtig) ab.
Ende Juli 2015 Aufgabe des Krefelder Produktionsstandorts. Nach monatelangen Verhandlungen geht das 81.500 qm große GelĂ€nde an der Mevissenstraße wieder zurĂŒck in die HĂ€nde der GrĂŒnderfirma (Kleinewefers Beteiligungs-GmbH). Die VertrĂ€ge sollen Ende Juli 2015 beurkundet werden. Nur noch das Voith-Ausbildungszentrum befindet sich dort und wird auch am Standort bleiben.




Produkte

Produkt ab Bem. bis Bem. Kommentar
Anlagen fĂŒr die Zellstoffindustrie 1939 [Maschinenindustrie (1939/40) 473] 1991 [Maschinenindustrie (1939/40) 473] vollstĂ€ndige Anlagen
CircularsĂ€gen 1891 Erste ErwĂ€hnung 1891 Letzte ErwĂ€hnung  
Dampfmaschinen 1891 Erste ErwĂ€hnung 1891 Letzte ErwĂ€hnung  
Diesellokomotiven 2007 Beginn (an HavellĂ€ndische Eisenbahn)      
Eisenwasserbau 1939 Erste ErwĂ€hnung 1991 Letzte ErwĂ€hnung  
hydraulische Getriebe 1939 Erste ErwĂ€hnung 1991 Letzte ErwĂ€hnung  
Hadernschneider 1891 Erste ErwĂ€hnung 1891 Letzte ErwĂ€hnung  
HollĂ€nder fĂŒr 75 - 450 kg Hadern 1891 Erste ErwĂ€hnung 1891 Letzte ErwĂ€hnung  
Holzhackmaschinen 1891 Erste ErwĂ€hnung 1891 Letzte ErwĂ€hnung  
Kalander fĂŒr Rollen und Bögen 1891 Erste ErwĂ€hnung 1891 Letzte ErwĂ€hnung  
Kolbenpumpen 1862 vmtl. ab 1862 1891 [Wochenbl Papierf 22 (1891) 1853]  
KollergĂ€nge 1891 [Wochenbl Papierf 22 (1891) 1853] 1891 [Wochenbl Papierf 22 (1891) 1853]  
LĂŒfter 1939 [Maschinenindustrie (1939/40) 473] 1940 [Maschinenindustrie (1939/40) 473]  
Maschinen zur Herstellung von Holzschliff 1852 Beginn (erste Spindelschliefer) 1991 [Maschinenindustrie (1939/40) 473]  
Papierschneidemaschinen 1853 Ausstellung Heidenheim 1891 [Wochenbl Papierf 22 (1891) 1853]  
Pappenmaschinen 1891 [Wochenbl Papierf 22 (1891) 1853] 1891 [Wochenbl Papierf 22 (1891) 1853]  
Pelton-Turbinen 1902 Beginn (Anlage "Mainbernheim")      
Pumpen 1862 Beginn     sicher wohl Kolbenpumpen
Raffineure 1859 Beginn (Erfindung) 1891 [Wochenbl Papierf 22 (1891) 1853]  
Rollmaschinen fĂŒr Tapeten und Rotationsdruckrollen 1891 [Wochenbl Papierf 22 (1891) 1853] 1891 [Wochenbl Papierf 22 (1891) 1853]  
Schwamkrug-Turbinen 1892 Beginn 1902 bis dahin 49 StĂŒck  
Sortiermaschinen 1891 [Wochenbl Papierf 22 (1891) 1853] 1891 [Wochenbl Papierf 22 (1891) 1853]  
Spaltmaschinen 1891 [Wochenbl Papierf 22 (1891) 1853] 1891 [Wochenbl Papierf 22 (1891) 1853]  
Transmissionen 1891 [Wochenbl Papierf 22 (1891) 1853] 1892 [Adressb Elektr.-Branche (1892)]  
vollstĂ€ndige Anlagen fĂŒr die Papierindustrie 1881 Beginn des Papiermaschinenbaus 2011 aktiv 1881: 1. komplette Papiermaschine
Voith-Schneider-Schiffsantriebe 1926 Beginn 1957 [Voith (um 1957) 25] 1926: Beginn
Voith-Stauber-Kompressoren 1939 [Maschinenindustrie (1939/40) 473] 1940 [Maschinenindustrie (1939/40) 473]  
WasserrĂ€der 1862 Beginn     [http://www.voith.com] nennt neben WasserrĂ€dern auch Turbinen fĂŒr 1862 (nach anderen Quellen 1870)
Wasserturbinen 1870 Beginn (mit Jonval-Turbinen) 1991 bekannt [http://www.voith.com] nennt WasserrÀder und Turbinen bereits 1862
Zerfaserungsmaschinen 1891 [Wochenbl Papierf 22 (1891) 1853] 1891 [Wochenbl Papierf 22 (1891) 1853]  




Betriebene Dampfmaschinen

Bezeichnung Bauzeit Hersteller
Dampfmaschine 20.03.1856 Maschinen- und Kessel-Fabrik, Eisen- und Gelbgießerei von G. Kuhn
Dampfmaschine 05.1896 Maschinen- und Kessel-Fabrik, Eisen- und Gelbgießerei von G. Kuhn
Dampfpumpe 08.06.1900 Maschinen- und Kessel-Fabrik, Eisen- und Gelbgießerei von G. Kuhn
Dampfmaschine 1900 Maschinen- und Kessel-Fabrik, Eisen- und Gelbgießerei von G. Kuhn
Dampfmaschine 1888 Maschinenfabrik Augsburg AG
Dampfmaschine 1922 Flottmann-Werke, Maschinenfabrik
Dampfmaschine 1922 Flottmann-Werke, Maschinenfabrik




Personal

Zeit gesamt Arbeiter Angest. Lehrl. Kommentar
1825 5       bei Übernahme durch J. M. Voith
1864   25      
1867   30     [http://www.voith.com]: 1864 Mitarbeiter 35
1883 102 90   12 bei Eintritt von Gottschick
1892 330        
1897 450       bei Ausscheiden von Pfarr
1903 1000 930     bei Eintritt von Kissel. [Boelcke: Wirtschaftsgeschichte B-W (1987) 261]: 1005 Arbeiter; [www.voith.com]: Zahl der Mitarbeiter auf 1.000 gestiegen
1913 2280       in Heidenheim
1930   220     ca.; bei Austritt von Kissel
  699        
  2000        
1957 6500       um 1957
1967 7500       in Heidenheim
  13000       weltweit knapp 13000, davo fast 7000 in Deutschland




Firmen-Änderungen, ZusammenschĂŒsse, Teilungen, Beteiligungen


Zeit = 1: Zeitpunkt unbekannt

Zeit Bezug Abfolge andere Firma Kommentar
1904 Nebenwerk danach J. M. Voith, Werk St. Pölten  
1964 Nebenwerk danach Voith S.A.