Maschinenbauanstalt, Eisengießerei und Dampfkesselfabrik H. Paucksch AG

Allgemeines

FirmennameMaschinenbauanstalt, Eisengießerei und Dampfkesselfabrik H. Paucksch AG
OrtssitzLandsberg (Warthe)
StraßeDammstr. 75/78
Art des UnternehmensMaschinen- und Dampfkesselfabrik
AnmerkungenVorher unter der Firma "Paucksch & Freund", Teils nur "H. Paucksch Aktiengesellschaft". 1892: Besitzer: Aktiengesellschaft; Direktoren: Otto Paucksch, H. Paucksch jun., Max Nonn, Alfred Sucker u. Heinr. Engmann; Dampfbetrieb. 1892 auch nur als "H. Paucksch, Gasmotoren- u. Dampfkessel-Fabrik", Besitzer (um 1892): Kommerzienrat Herm. Paucksch, Otto Paucksch, Herm. Pancksch jun. u. Max Nonn, angegeben. Kommerzienrat Hermann Paucksch wohnte 1896 am Wall 1, Fabrikdirektor Hermann Paucksch in der Fernemühlenstr. 29, Fabrikdirektor Otto Paucksch in der Dammstr. 79 (dieser 1913 als Rentier in der Probstei 5; war 12 Jahre als Direktor tätig). Zweigniederlassungen: Berlin, Neustädter Kirchstr. 15 u. Budapest, Josefsring 25. [Katalog Dampfmaschinen (1899) eBay] "H. Paucksch A.G.". 1913: Angerstrasse 8/9, Probstei 5/8, Dammstrasse 73/79, Zimmerstrasse 5/7; Schiffswerft: Am Wall 5. Seit 1923 zur WUMAG, Görlitz.
Quellenangaben[Lieferbed Kuhn (1900)] [VDI (1911) 1957] [Matschoß: Entw. Dampfmasch. I (1908) 183] [Bericht Pariser Weltausstellung (1900) 37] [Adressbuch Elektr.-Branche (1892) 133/154] Adreßbücher
HinweiseDer Katalog Dampfmaschinen (1899) bei eBay (Juni 2008) als wichtige Quelle zum Dampfmaschinenbau der Firma erzielte im Juni 2008 sehr hohe Preise und konnte daher nicht ersteigert und ausgewertet werden; ich wäre dem/n Eigentümer(n) einer solchen Schrift dankbar, wenn ich die Daten auwerten und einer breiten Öffentlichkeit nutzbar machen könnte.




Unternehmensgeschichte

Zeit Ereignis
13.04.1816 Geburt von Hermann Paucksch in Landsberg (Warthe) als Sohn des Drechslermeisters Johann Gottlieb Paucksch und seiner Frau Dorothea, geb. Jabelt. Er wächst in einfachen Verhältnissen auf und wird von seinem Patenonkel, einem Sattler, erzogen, der schnell die Begabung des Kindes erkennt. Er erlernt in Landsberg den Beruf des Messingarbeiters.
1843 Gründung als durch Johann Gottlieb Paucksch. - Nach Eintritt von Johann Heinrich Freund als "Paucksch & Freund"
03.07.1877 Paucksch erhält das D.R.P. Nr. 891 auf einen Maischapparat
1879 Paucksch stiftet eine Invaliden- und Rentenkasse, in die er 5.000 Taler überweist, und er verpflichtet sich, für jeden Arbeiter und Angestellten für jedes Jahr 2 Taler einzuzahlen.
1884 Hermann Johann Heinrich Paucksch, Sohn des Gründers, wird technischer Direktor
1885 Hermann Johann Heinrich Paucksch erhält das Patent auf einen Flammrohrkessel
um 1889 Umwandlung in eine Aktiengesellschaft
1896/97 Hermann Paucksch stiftet den nach ihm benannten Pauckschbrunnen: Eine Frauenfigur, die an einem Tragjoch zwei Eimer trägt. Er wird durch den Bildhauer Cuno von Uechtritz-Steinkirch (*1856 +1908) geschaffen. Einweihung: 1897. - Der zerstörte Orignal-Brunnen wird 1997 als Stiftung ehemaliger Landsberger Bürger durch die polnische Bildhauerin Zofia Bilinska erneuert.
Ende 19. Jh. Bau einer Binnenschiffswerft an der Warthe
05.03.1899 Tod von Hermann Paucksch im Alter von 83 Jahren
1901 Das erste Passagierschiff läuft vom Stapel
31.10.1912 Herabsetzung des Grundkapitals um 750.000 Mark durch Zusammenlegung der Aktien im Verhältnis 4 : 3
22.03.1923 Die außerordentliche Hauptversammlung der Görlitzer "Waggon- und Maschinenbau-AG" vom 22. März 1923 beschließt die Verschmelzung mit der "Dresdner Maschinenfabrik und Schiffswerft Übigau A.-G.", Dresden, und Paucksch.
1926 Das stillgelegte Paucksch-Werk wird von der "Waggon- und Maschinenbau-Aktiengesellschaft", Görlitz, an die Stadt Landsberg verkauft.
02.07.1997 Einweihung des von Zofia Bilinska vorbildgetreu neugeschaffenen Paucksch-Brunnens, dessen Original um 1942 verloren ging.
23.02.2009 Die Paucksch-Villa ist vom Verfall bedroht: Das Dach muß repariert und die Wände müssen trockengelegt werden. Die Kosten werden auf 1,2 Millionen Zloty geschätzt. Die Stadt hat kein Geld, und das Ministerstwo Kultury i Dziedzictwa Narodowego lehnt die Bezuschussung ab.




Produkte

Produkt ab Bem. bis Bem. Kommentar
Binnenschiffe 1900 Beginn vmtl. 1916 Ende (dann noch Reparaturen) 63 Einheiten bekannt. Die "Bavaria"/"Swiatowid"" (1907) hatte eine Schichau-Maschine [http://www.zegluga.wroclaw.pl]
Dampf-Schneidemühlen 1900 [Reichs-Adreßbuch (1900/01)] 1900 [Bericht Pariser Weltausstellung (1900) 37]  
Dampfkessel jeder Konstruktion und Größe 1892 [Adressb Elektr.-Branche (1892)] 1916 [Parow: Kartoffeltrocknung (1916) Anh.] 1900: "aller Systeme, 7000 Ausführungen"
Dampfmaschinen 1892 [Adressb Elektr.-Branche (1892)] 1916 [Parow: Kartoffeltrocknung (1916) Anh.] 1903: über 7000 kompl Dampfanlagen, stehende und liegende 1-, 2- und 3zylindermaschinen bis 5000 PS, auch Kapsel-Compoundmaschinen
Gasmotoren 1892 [Adressb. Elektr.-Branche (1892)] 1892 [Adressb. Elektr.-Branche (1892)]  
komplette Spiritusbrennereien 1900 [Reichs-Adreßbuch (1900)] 1916 [Parow: Kartoffeltrocknung (1916) Anh.] 1900: mehr als 1500 Stück geliefert
Maisch- und Wasserpumpen 1903 [Maercker: Spiritusfabrikation (1903), Anh.] 1903 [Maercker: Spiritusfabrikation (1903), Anh.]  
Schiffsdampfmaschinen 1885 seither an zahlreiche Werften 1887 [Georg: Maschinenbau I (o.J.) 731]  
Transmissionen 1903 [Maercker: Spiritusfabrikation (1903), Anh.] 1903 [Maercker: Spiritusfabrikation (1903), Anh.]  
Trockenanlagen 1916 [Parow: Kartoffeltrocknung (1916) Anh.] 1916 [Parow: Kartoffeltrocknung (1916) Anh.]  
Turbinen 1900 [Reichs-Adreßbuch (1900) ] 1900 [Bericht Pariser Weltausstellung (1900) 37]  
Wärmemotor, Patent Diesel 1903 [Maercker: Spiritusfabrikation (1903), Anh.] 1903 [Maercker: Spiritusfabrikation (1903), Anh.]  




Personal

Zeit gesamt Arbeiter Angest. Lehrl. Kommentar
1892 600       in der Quelle als "Arbeiterzahl" bezeichnet




Firmen-Änderungen, Zusammenschüsse, Teilungen, Beteiligungen


Zeit = 1: Zeitpunkt unbekannt

Zeit Bezug Abfolge andere Firma Kommentar
1 Umbenennung zuvor Paucksch & Freund, KG auf Aktien Pauksch & Freund --> H. Pauksch