Reiherstieg Schiffswerfte und Maschinen-Fabrik Aktien-Gesellschaft


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Reiherstieg Schiffswerfte und Maschinen-Fabrik Aktien-Gesellschaft: Reiherstieg-Dock in Hamburg


Allgemeines

FirmennameReiherstieg Schiffswerfte und Maschinen-Fabrik Aktien-Gesellschaft
OrtssitzHamburg
OrtsteilKlein Grasbrook
StraßeArningstr 1
Postleitzahl20457
Art des UnternehmensSchiffswerft und Maschinenfabrik
AnmerkungenFirmierung bei [Matschoß]: "Schiffswerft und Maschinenfabrik "Reiherstieg". Ab 1706 als "Lucas Kramer" am Reiherstiegdeich 55; ab 1961: Kleiner Grasbrook, Worthdamm. 1748 bis 1846 im Eigentum der Familie Roosen mit wechselnden Firmierungen. Seit 1846 unter der Firma "Reiherstieg Schiffswerfte & Kesselschmiede", seit 1881 als "Reiherstieg Schiffswerfte und Maschinenfabrik AG". Ab 1927 zur "Deutschen Werft".
Quellenangaben[Matschoss (1908) I, 200] [Bauer: Schiffsmaschinenbau I (1923) 100] [Reichs-Adreßbuch (1900) 826] [Adressbuch Elektr.-Branche (1892) 165] http://www.roosen.net/werft.htm; Wikipedia




Unternehmensgeschichte

Zeit Ereignis
1698 Lucas Kramer kauft ein Grundstück einschl. einer Sägemühle von Ancke Bouwes und Boucke Hiddes, beide friesischer Herkunft.
1706 Lucas Kramer (1660-1719; trat in die Mennoniten-Gemeinde ein) gründet die Reiherstiegswerft, indem er auf dem Grundstück Reiherstiegsdeich Nr. 55 eine Schiffbauerei neben einer bestehenden Sägemühle errichtet. Durch die Heirat von Sarah de Vries aus einer Altonaer Mennoniten-Familie, die einen bedeutenden Walfang als Grönlandfahrer betreibt, kann er in das Walfanggeschäft einsteigen.
1719 Tod von Lucas Kramer. Seine Witwe Sara Kramer (geb. de Voss; stammt aus einer Mennoniten-Familie) führt den Werftbetrieb fort.
1731 Berend (I) Roosen (*1705 +1788) heiratet Elisabeth Kramer (*1712 +1788), das einzige Kind von Lucas Kramer, welches das Erwachsenenalter erreicht.
1736 Berend (I) Roosen wird Teilhaber der im Eigentum der Schwiegermutter befindlichen Werft, die sich nun "Kramer Wwe. & Berend Roosen" nennt.
1758 Berend (I) Roosen betreibt die bisherige Firma "Kramer Wwe. & Berend Roosen" nunmehr allein unter seinem Namen "Berend Roosen" weiter. Er ist einer der größten Hamburger Reeder des seiner Zeit. Anders als die übrigen Hamburger Reeder stützt er sich nicht auf die Kapitalbeteiligungen von Mitreedern: Er ist Alleininhaber seiner Handelsflotte, Reederei, Werft und Tranbrennerei und alleiniger Eigentümer aller seiner Schiffe
1765 Das Schiffseigentum von Berend (I) Roosen ("Berend Roosen") beläuft sich sich auf 13 Seeschiffe.
1778 Die Reederei von Berend (I) Roosen ("Berend Roosen") besitzt 21 Seeschiffe.
1788 Tod von Berend (I) Roosen. Die bisherige Werft "Berend Roosen" wird unter der Firma "Berend Roosen Erben" weitergeführt. Erben sind hierbei die Töchter Berend (I) Roosens, die Schwiegersöhne sowie Berend (II) Roosen (*1744 +1829). Die treibende Kraft der Erbengemeinschaft war ist Lucas de Voss (*1726 +1800).
1805 In die Erbengemeinschaft unter der Firma "Berend Roosen Erben" treten Berend (IV) Roosen (+1778 +1853, 1811 Diakon der Mennonitengemeinde) und Hermann (V) Roosen (*1786 +1864, 1787 Diakon der Mennonitengemeinde) ein. Als dirigierende Reeder einzelner Schiffe tauchen sie als "B & H Roosen jres." in den Seepaß-Protokollen auf
1813 Berend (IV) Roosen und Hermann (V) Roosen übernehmen endgültig die Werft "B & H Roosen jres.".
1841 Der Schiffbau auf der Reiherstieg-Werft unter der Familie Roosen wird eingestellt, und es werden nur noch Reparaturen durchgeführt.
1856 Bau des ersten, völlig aus Eisen bestehenden, in Hamburg gebauten Schiffs, des Leichters "Richard"
1858 Siegmund Robinow wird Leiter der Werft
1861 Verlegung der Werft vom Reiherstieg in Wilhelmsburg zum Kleinen Grasbrook, Worthdamm
1871 Ba des ersten Eisbrechers im Hamburger Hafen
1881 Umwandlung der "Reiherstieg Schiffswerfte & Kesselschmiede " in eine Aktiengesellschaft unter der Firma "Reiherstieg Schiffswerfte und Maschinenfabrik AG"
1889 Siegmund Robinow ist bis 1889 Leiter der Werft.
1900 Übernahme der Anlagen der benachbarten Werft "Bernhard Wencke" (1850 gegründet) als Werk II
1912 Die Fährkanal gelegene Werft von Heinrich Brandenburg wird übernommen. Damit erstreckt sich das Betriebsgelände beidseitig der Reiherstiegmündung.
1917 Die östlich angrenzende "J. H. N. Wichhorst Werft" wird gekauft und als Werk III weitergeführt.
1925 Übernahme durch die Maschinenfabrik "Wetzel & Freitag"
Anfang 1927 Der "Deutsche Werft" übernimmt die Aktienmehrheit.
09.1927 Aktientausch und vollständige Fusion mit der "Deutschen Werft"
1967 Durch Fusion zwischen der "Deutschen Werft", der Howaldtswerke in Hamburg und Kiel zur "Howaldtswerke Deutsche Werft AG Kiel und Hamburg" wird die ehemalige Reiherstiegwerft zum Werk Reiherstieg der HDW (später nur noch als Reparaturwerft).
1983 Völlige Stillegung der Werft, bisher Teil der "Howaldtswerke Deutsche Werft AG Kiel und Hamburg"




Produkte

Produkt ab Bem. bis Bem. Kommentar
Dampfkessel 1892 [Adressb Elektr.-Branche (1892)] 1905 [Mengebier (1905)]  
Dampfmaschinen 1892 [Adressb. Elektr.-Branche (1892)] 1892 [Adressb. Elektr.-Branche (1892)]  
Schiffe 1706 Beginn unter L. Kramer 1983 Ende unter HDW (zuletzt nur Reparaturen)  
Schiffsdampfmaschinen 1884 [Matschoß: Ent Dampfmaschine (1908) II, 495] 1903 [Bauer: Schiffsmaschinenbau I (1923) 100]  




Betriebene Dampfmaschinen

Bezeichnung Bauzeit Hersteller
Dampfmaschine vor 1917 Ascherslebener Maschinenbau Act.-Ges., vorm W. Schmidt & Co.
Dampfmaschine vor 1917 Ascherslebener Maschinenbau Act.-Ges., vorm W. Schmidt & Co.
Dampfmaschine vor 1917 Ascherslebener Maschinenbau Act.-Ges., vorm W. Schmidt & Co.




Personal

Zeit gesamt Arbeiter Angest. Lehrl. Kommentar
1888   800      
1914 3245       drittgrößte Hamburger Werft