Joh. Wilh. Spaeth


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Joh. Wilh. Spaeth: Joh. Wilh. Spaeth: Gr├╝nder Joh. Wilhelm Spaeth


Allgemeines

FirmennameJoh. Wilh. Spaeth
OrtssitzN├╝rnberg
OrtsteilDutzendteich
Stra├čeLudendorffstr. 31
Postleitzahl90480
Art des UnternehmensMaschinenfabrik
AnmerkungenAuch bezeichnet als "Erste Bayerische Maschinenfabrik". Besitzer um 1885: Herr Joh. Falk. Die Fabrikantenvilla (Baujahr: 1890) in der Dutzendteichstra├če steht um 2009 noch ("Knabenseminar St. Paul", geh├Ârt der Kirche; wird 2009 saniert).
Quellenangaben[Maschinenindustrie (1939/40) 666] [MAN-Dampfmaschinenliste] [Adressbuch Elektr.-Branche (1892) 198] [N├╝rnberger Nachrichten, 04.09.2009, S. 9]




Unternehmensgeschichte

Zeit Ereignis
1786 Geburt von Johann Wilhelm Spaeth in Ismannsdorf (Landkreis Gunzenhausen) als Sohn eines M├╝llers. - Er erlernt auch das M├╝llerhandwerk und arbeitet dann als M├╝hlbursche in der N├╝rnberger Pfannenm├╝hle.
14.06.1806 Der N├╝rnberger Mechanicus Joh. Wilhelm Spaeth wird als Sohn eines M├╝llers in I├čmannsdorf im F├╝rstentum Ansbach geboren. Nachdem er nach gutem altem Brauch das Gewerbe seines Vaters erlernt hatte, begibt er sich auf die Wanderschaft, in deren Verlauf er zun├Ąchst nach N├╝rnberg und Schwabach, sp├Ąterhin nach Schlesien und Preu├čen und sogar bis an die Waterkant kommt.
1815 Johann Wilhelm Spaeth l├Ą├čt sich nach seiner Wanderschaft als "M├╝hlarzt" in N├╝rnberg nieder.
1820 Spaeth ├╝bernimmt die Werkstatt des Tuchfabrikanten Johann Philipp Lobenhofer, die zur Einrichtung seiner Tuchfabrik in W├Âhrd errichtet worden war. Der Mechaniker konstruiert Spinn- und Schermaschinen sowie Webst├╝hle und Tuchpressen. 40 der 56 Maschinen kommen aus der Spaeth'schen Werkstatt. - Nachdem er diese Aufgabe zur vollkommenen Zufriedenheit seiner Auftraggeber vollendet hatte, betreibt er die Werkst├Ątte zun├Ąchst auf eigene Rechnung weiter.
1821 Gr├╝ndung [auch 1825 genannt] durch Johann Wilhelm Sp├Ąth (1786-1854), der sich w├Ąhrend seiner Wanderjahre auch mit englischen Maschinen bekannt machte. - Das Unternehmen ist noch 1939 in Familienbesitz
1825 Bald werden Spaeth die R├Ąume in der Tuchfabrik zu eng, so da├č er sich nach einer neuen Heimst├Ątte umsehen mu├č. Die M├╝llerss├Âhne Johann Michael und Johann Wilhelm Spaeth erwerben daher das zum Kauf ausgebotene, schon 1337 urkundlich erw├Ąhnte "Hammer- und M├╝hlwerk" am Ausgang des Dutzendteichs, die Saigerh├╝tte samt Haus und Herberg und anderen Zu- und Eingeh├Ârungen am "Dutzendteich" bei N├╝rnberg.
1827 Die von Spaeth gebauten Textilmaschinen f├╝r f├╝r den Tuchfabrikanten Lobenhofer werden bei der Inventur lobend erw├Ąhnt.
1827 Durch eine Beteiligung des Bankhauses L├Âdel & Merkel in H├Âhe von 8.000 Gulden kann Spaeth seinen Betrieb erweitern. Das Unternehmen firmiert nun unter "Spaeth & Co.". In den erweiterten Betriebsr├Ąumen sind eine Dreherei, Schlosserei sowie eine Schreinerei untergebracht, und die Auftragslage war gut. Nach Abschluss der Ausstattung in Lobenhofers Fabrik stellt Sp├Ąth nun M├╝hlen-Ausstattungen nach englisch-amerikanischem System her und fertigt auch Maschinen f├╝r Draht-, Tabak-, und Kattunfabriken.
1827 Das Hammerwerk am Dutzendteich wird umgebaut.
1831 Die Erweiterung ist fertig
1831 J. W. Spaeth erh├Ąlt als Anerkennung f├╝r die Ausstattung seiner M├╝hle am Fischbach den Staatspreis in H├Âhe von 3.000 Gulden.
1832 Spaeth verlegt den Sitz des Unternehmens, das "als die erste Maschinenbauanstalt in Bayern in der Entwicklung des Fabrik- und Verkehrswesens bahnbrechend vorangehen sollte", in die neu erbaute Werkst├Ątte, in welcher haupts├Ąchlich Mahlm├╝hlen in einer gegen fr├╝her wesentlich verbesserten Konstruktion, au├čerdem auch Schleifmaschinen, Drahtz├╝ge, Hopfenpressen usw. hergestellt wurden.
1833-1835 Als auf Anregung weitblickender M├Ąnner wird eine Aktiengesellschaft zur Erbauung einer Eisenbahn von N├╝rnberg nach F├╝rth gegr├╝ndet wird, hat der Leiter des Unternehmens, der kgl. Bezirksingenieur Denis, der bestrebt ist, nach M├Âglichkeit nur deutsche Erzeugnisse zu verwenden, mit manchen Schwierigkeiten zu k├Ąmpfen, weil ja die einheimischen Fabriken keinerlei Erfahrungen auf diesem Gebiete besitzen. Aber auch hier bew├Ąhrt sich Spaeth auf das beste. Er konstruiert die f├╝r den Betrieb notwendigen Drehscheiben, ferner baut er unter Beteiligung einiger N├╝rnberger und F├╝rther Wagner-, Schmiede- und Sattlermeister Eisenbahnwaggons und ├╝bernimmt es 1835 auch, die in England bestellte Lokomotive Adler, die wegen etwas g├╝nstigerer Verzollung in einzelnen Teilen geliefert wurde, in Dutzendteich zusammenzusetzen, welche schwierige Arbeit so gut gelingt, da├č schon 17 Tage sp├Ąter die erste Probefahrt auf der Strecke gemacht werden kann.
1835 Zusammenbau der Lokomotive "Adler" durch J. W. Spaeth in N├╝rnberg. Die Lok wurde in 100 Einzelteilen von Stephenson geliefert.
1835-1836 Mit Auftr├Ągen f├╝r den Bau der Ludwigsbahn (ab 1835) und des Ludwigskanals (1836-1846) beginnt der Aufschwung des Unternehmens.
1835 Eine Vergr├Â├čerung der Werkstatt auf dem Gel├Ąnde der Tuchfabrik ist nicht mehr m├Âglich, um alle Auftr├Ąge zu erledigen. Daher verlagert Spaeth seine Maschinenbauanstalt mit Dreherei, Schreinerei, Schlosserei, Schmiede und Zimmerwerkstatt nach und nach bis 1835 an den Dutzendteich. Die Dreherei (mit zwei Bohrmaschinen, zwei Drehb├Ąnken und einer Kopfdrehbank) wird durch ein oberschl├Ąchtiges Wasserrad angetrieben.
1836 Spaeth lehnt Auftr├Ąge f├╝r die Ludwigseisenbahn wegen "├╝berh├Ąufter Bestellungen" ab.
01.07.1836 Spaeth schafft f├╝r den Ludwigs-Donau-Main-Kanal, mit dessen Bau am 1. Juli 1836 begonnen wird, eine F├╝lle neuer Maschinen und Ausr├╝stungen, darunter die durch Dampf und Wasserkraft angetriebenen Erdtransportmaschinen.
1837 Spaeth baut alle Maschinen f├╝r die leonische Drahtfabrik
19.01.1842 Spaeth entschlie├čt sich zur Errichtung einer eigenen Eisengie├čerei und bewirbt sich um die Konzession, gleichzeitig mit einer Konzession zum Betrieb einer Maschinenfabrik, die ihm beide am 19. Januar 1842 erteilt werden, wodurch er sich das Recht erwirbt, das er bis dahin als "Mechanicus" nicht hatte, seine Arbeiten, Maschinen und sonstigen Konstruktionen allein und im ganzen zu liefern und zu bewerten.
1842 Die Gie├čerei entsteht.
1848 Aufstellung einer Dampfmaschine. - Als weitere Antriebskraft dient eine ausrangierte Dampflokomotive der Ludwigs-Eisenbahn. Die Lok wird aufgebockt, und ihre Antriebsr├Ąder drehen eine Transmissionswelle.
1850 Ein erbetenes Darlehn von 15.000 bis 30.000 Gulden wird von der Regierung abgelehnt.
1850 Ein ausgeschriebener Auftrag zur Lieferung von 400 Eisenbahnwaggons geht an den Konkurrenten Cramer-Klett, der auf Massenproduktion spezialisiert ist, w├Ąhrend Spaeth eher handwerklich arbeitet und seine St├Ąrken in der Einzelfertigung hat. Er kann bei Preisgestaltung und Lieferterminen nicht mithalten.
1853 Erneut wird ein Darlehn wird von der bayerischen Regierung abgelehnt.
1854 Spaeth erh├Ąlt auf der "Allgemeinen Deutschen Industrieausstellung" in M├╝nchen zwei Auszeichnungen f├╝r einen eisernen Wandkran, eine Klauenpresse sowie einen eisernen Mahlgang. Er f├╝hrt verschiedene neue Modelle and Maschinen vor; die Ehrungen, die ihm f├╝r "eigent├╝mliche Konstruktionen und gute Ausf├╝hrung, sowie wegen der Vielseitigkeit seiner sonstigen Leistungen" zugedacht waren, erlebt er nicht mehr.
10.08.1854 Tod des Gr├╝nders Johann Wilhelm Sp├Ąth an der Cholera, mit der er sich in M├╝nchen auf der "Allgemeinen Deutschen Industrieausstellung" infiziert hatte.
1854 Nach dem Tod des Gr├╝nders ├╝bernimmt sein Schwiegersohn Johannes Falk den Betrieb. Falk versteht es , sich den Anforderungen einer neueren Zeit unter Aufrechterhaltung der bew├Ąhrten alten ├ťberlieferung anzupassen. - Nach dessen R├╝ckzug geht das Unternehmen an seine Schwiegers├Âhne Eduard und Wilhelm Hammmerbacher sowie Baptist K├╝lp.
1862 Bau einer Gasanstalt nach den Angaben und Pl├Ąnen von L. A. Riedinger in Augsburg
24.11.1862 Er├Âffnung der Gasanstalt f├╝r die Beleuchtung der Maschinenfabrik
1882 Die Firma wird auf der Ersten Bayerischen Landesausstellung mit der gro├čen goldenen Medaille ausgezeichnet.
1883 Gr├╝ndung der Johann-Wilhelm-Spaeth-Stiftung. Sie k├╝mmert sich um Arme in der Gemeinde Gleishammer.
1890 Johannes Falk (Schwiegersohn von Joh. Wilhelm Spaeth) zieht sich nach mehr als f├╝nfzigj├Ąhriger T├Ątigkeit von der Leitung des Gesch├Ąftes zur├╝ck, die von seinen Schwiegers├Âhnen, W. Hammerbacher und J. B. K├╝lb sowie deren S├Âhnen ├╝bernommen wird.
1893 Beginn des Signal- und Weichenbaues
93 Bisher wurden 580 Eisenbahnbr├╝cken gebaut.
1934 Johann Wolfgang Hammerbacher ist seit dem Tod seiner Mutter in der Firma t├Ątig.
1935 Der "Zweckverband Reichsparteitag N├╝rnberg" kauft das das Firmengel├Ąnde zu einem diktierten Preis weit unter Wert.
Ende 1950er Abbruch der Werksanlagen




Produkte

Produkt ab Bem. bis Bem. Kommentar
Dampfmaschinen 1876 Erste Erw├Ąhnung 1876 Letzte Erw├Ąhnung 1876: im CIK N├╝rnberg
Drahtumspinnmaschinen 1892 [Adressb Elektr.-Branche (1892)] 1892 [Adressb Elektr.-Branche (1892)]  
Drahtumspinnmaschinen 1892 [Adressb Elektr.-Branche (1892)] 1892 [Adressb Elektr.-Branche (1892)]  
Drehscheiben 1835 Beginn (f├╝r N├╝rnberg-F├╝rth) 1940 Letzte Erw├Ąhnung 1893: Beginn
Dreschmaschinen 1854 Ausstellung M├╝nchen 1854 Ausstellung M├╝nchen mit Pferdeg├Âpel
Eisenbahnoberbau-Gegenst├Ąnde 1845 [Preis-Courant]; vmtl. schon ab 1835     Schon f├╝r die Ludwigsbahn?
Eisengraugu├č 1939 Erste Erw├Ąhnung 1940 Letzte Erw├Ąhnung wohl schon ab den 1820er/30er Jahren
Hopfenpressen 1939 Erste Erw├Ąhnung 1940 Letzte Erw├Ąhnung  
Krane 1845 Preis-Courant 1940 Letzte Erw├Ąhnung auch auf der M├╝nchener Ausstellung 1854
Maschinen f├╝r Drahtfabriken 1827 Beginn ca. 1827 1845 [Preis-Courant]  
Maschinen f├╝r Fabakfabriken 1827 Beginn ca. 1827      
Maschinen f├╝r Kattunfabriken 1827 Beginn ca. 1827      
M├╝hlen 1827 Beginn ca. 1827 1854 Ausstellung M├╝nchen [Preis-Courant (1845)]: nach englisch-amerikanischem System; 1854: eiserner M├╝hlstuhl
Pferdeg├Âpel 1854 Ausstellung M├╝nchen 1854 Ausstellung M├╝nchen zum Dreschmaschinenantrieb
Sch├╝tzenaufz├╝ge f├╝r Wehre 1939 Erste Erw├Ąhnung 1940 Letzte Erw├Ąhnung  
Sch├╝tzenaufz├╝ge f├╝r Wehre 1939 Erste Erw├Ąhnung 1940 Letzte Erw├Ąhnung  
Sicherungsanlagen 1893 Beginn 1940 Letzte Erw├Ąhnung Keine Eigenkonstruktionen, sondern Zimmermann-und-Buchloh-Lizenz
Signalanlagen 1893 Beginn 1940 Letzte Erw├Ąhnung  
Stahlhochbauten 1939 Erste Erw├Ąhnung 1940 Letzte Erw├Ąhnung  
Wagen-Untergestelle 1835 Beginn (erste 8 f├╝r Eisenbahn N├╝rnberg-F├╝rth)      
Weichen und Kreuzungen 1893 Erste Erw├Ąhnung 1940 Letzte Erw├Ąhnung 1893: Beginn




Betriebene Dampfmaschinen

Bezeichnung Bauzeit Hersteller
Dampfmaschine 1892 Maschinenfabrik Augsburg AG




Personal

Zeit gesamt Arbeiter Angest. Lehrl. Kommentar
um 1827 22        
1840 50        
1860 400       "w├Ąchst bis auf 400"
1894 140        
vor 1945 100        
Mitte 1950er 35       in Boxdorf




Allgemeines

ZEIT1930
THEMASelbstdarstellung
TEXTVor etwas mehr als 100 Jahren gr├╝ndete der N├╝rnberger Mechanicus Joh. Wilhelm Spaeth, der am 14. Juni 1806 als Sohn eines M├╝llers in I├čmannsdorf im F├╝rstentum Ansbach das Licht der Welt erblickt hatte dt heute noch bestehende Fabrik gleichen Namens Nachdem er nach gutem altem Brauch das Gewerbe seines Vaters erlernt hatte, begab er sich auf die Wanderschaft, in deren Verlauf er zun├Ąchst nach N├╝rnberg und Schwabach, sp├Ąterhin nach Schlesien und Preu├čen und sogar bis an die Waterkant kam. Da er sich ├╝berall mit offenen Augen in der Welt umsah, hatte er auch die englischen Maschinen und ihre Vorz├╝ge gegen├╝ber den wenigen deutschen und den noch wenigeren bayerischen Erzeugnissen, die es in damaliger Zeit ├╝berhaupt gab, kennen gelernt und dabei wohl auch manche Anregung empfangen. Von seiner Wanderschaft, welche sieben Jahre gedauert hatte, zur├╝ckgekehrt, lie├č sich Spaeth in N├╝rnberg als M├╝hlen- und Maschinenbauer nieder, woselbst er sich schon nach kurzer Zeit einen so guten Ruf erworben hatte, da├č er 1820 mit der Leitung der mechanischen Werkst├Ątte, die der neugegr├╝ndeten Johann Philipp Lobenhofferschen Tuchfabrik in der Vorstadt W├Âhrd zwecks Bau der ben├Âtigten Maschinen angegliedert worden war, betraut wurde. Nachdem er diese Aufgabe zur vollkommenen Zufriedenheit seiner Auftraggeber vollendet hatte, betrieb er die Werkst├Ątte zun├Ąchst auf eigene Rechnung weiter, aber bald wurden ihm die R├Ąume zu eng, so da├č er sich nach einer neuen Heimst├Ątte umsehen mu├čte. Spaeth erwarb daher im Jahr 1825 das zum Kauf ausgebotene, schon 1337 urkundlich erw├Ąhnte "Hammer- und M├╝hlwerk", die Saigerh├╝tte samt Haus und Herberg und anderen Zu- und Eingeh├Ârungen am "Dutzendteich" bei N├╝rnberg. Im Jahre 1832 verlegte er dann den Sitz des Unternehmens, das "als die erste Maschinenbauanstalt in Bayern in der Entwicklung des Fabrik- und Verkehrswesens bahnbrechend vorangehen sollte", in die neu erbaute Werkst├Ątte, in welcher haupts├Ąchlich Mahlm├╝hlen in einer gegen fr├╝her wesentlich verbesserten Konstruktion, f├╝r welche Spaeth im Jahre 1831 mit einem Staatspreis von 3000 fl. ausgezeichnet worden war, au├čerdem auch Schleifmaschinen, Drahtz├╝ge, Hopfenpressen usw. hergestellt wurden. Als dann im Jahre 1833 auf Anregung weitblickender M├Ąnner eine Aktiengesellschaft zur Erbauung einer Eisenbahn von N├╝rnberg nach F├╝rth gegr├╝ndet wurde, hatte der Leiter des Unternehmens, der kgl. Bezirksingenieur Denis, der bestrebt war, nach M├Âglichkeit nur deutsche Erzeugnisse zu verwenden, mit manchen Schwierigkeiten zu k├Ąmpfen, weil ja die einheimischen Fabriken keinerlei Erfahrungen auf diesem Gebiete besa├čen. Aber auch hier bew├Ąhrte sich Spaeth auf das beste. Er konstruierte die f├╝r den Betrieb notwendigen Drehscheiben, ferner baute er unter Beteiligung einiger N├╝rnberger und F├╝rther Wagner-, Schmiede- und Sattlermeister Eisenbahnwaggons und ├╝bernahm es auch, die in England bestellte Lokomotive Adler, die wegen etwas g├╝nstigerer Verzollung in einzelnen Teilen geliefert wurde, in Dutzendteich zusammenzusetzen, welche schwierige Arbeit so gut gelang, da├č schon 17 Tage sp├Ąter die erste Probefahrt auf der Strecke gemacht werden konnte. Inzwischen war in Bayern ein anderes gro├čes Werk zur Ausf├╝hrung herangereift, der Ludwigs-Donau-Main-Kanal, mit dessen Bau am 1. Juli 1836 begonnen wurde. Auch hier tauchten - die deutsche Technik war eben einer so gro├čen neuartigen Aufgabe noch nicht gewachsen - neue Probleme und Schwierigkeiten auf, aber der auf der H├Âhe seines Lebens und seiner Arbeitskraft stehende Herr des Dutzendteicher Werkes, der sich selbst als "Maschinenbaumeister" bezeichnete, lie├č sich nicht abschrecken und ging alsbald zielbewu├čt und energisch an diese Hauptaufgabe seines Lebens heran. Er schuf eine F├╝lle neuer Maschinen und Ausr├╝stungen, von denen die durch Dampf und Wasserkraft angetriebenen Erdtransportmaschinen in bis dahin noch nicht dagewesenen Abmessungen genannt seien. Hierbei ergaben sich naturgem├Ą├č auch manchmal Mi├čhelligkeiten, z. B. hinsichtlich der Beschaffung und G├╝te des f├╝r die Maschinen ben├Âtigten Gu├čeisens, welches von dem etwa 90 Kilometer entfernten Herzoglich Leuchtenbergschen H├╝ttenwerk Obereichst├Ątt bezogen wurde. Da er aber ein Mann war, der mit starker Hand alle Hindernisse aus dem Weg zu r├Ąumen wu├čte, entschlo├č er sich zur Errichtung einer eigenen Eisengie├čerei. Er bewarb sich zu Anfang des Jahres 1842 um die Konzession zum Bau der Eisengie├čerei gleichzeitig mit einer Konzession zum Betrieb einer Maschinenfabrik, die ihm beide am 19. Januar 1842 erteilt wurden, wodurch er sich das Recht erwarb, das er bis dahin als "Mechanicus" nicht hatte, seine Arbeiten, Maschinen und sonstigen Konstruktionen allein und im ganzen zu liefern und zu bewerten. Stets bestrebt, zu lernen und sich weiterzubilden, besuchte der 66j├Ąhrige Spaeth noch die Londoner Weltausstellung und f├╝hrte zwei Jahre sp├Ąter - 1854 auf der Ausstellung in M├╝nchen - verschiedene neue Modelle and Maschinen vor; die Ehrungen, die ihm f├╝r "eigent├╝mliche Konstruktionen und gute Ausf├╝hrung, sowie wegen der Vielseitigkeit seiner sonstigen Leistungen" zugedacht waren, hat er aber nicht mehr erlebt, denn er starb nach kurzer Krankheit am 10. August 1854. Nach seinem Tode wurde die Fabrik von seinem 1822 geborenen Schwiegersohne Johannes Falk weitergef├╝hrt, der es verstand, sich den Anforderungen einer neueren Zeit unter Aufrechterhaltung der bew├Ąhrten alten ├ťberlieferung anzupassen. So wurden z. B., als sich in der deutschen Industrie das Bestreben der Arbeitsteilung und Spezialisierung immer mehr durchsetzte, die M├╝hlenanlagen und anderes aufgegeben, daf├╝r aber auch, soweit sich Bedarf ergab, im Laufe der Zeit neue Abteilungen angegliedert, von denen Weichen- und Br├╝ckenbau sowie Signalzentralisierungsanlagen f├╝r Bahnh├Âfe und Ausr├╝stungen f├╝r die elektrochemische Gro├čindustrie genannt seien. Um das Jahr 1890 zog sich Falk, nachdem die Firma inzwischen auf der l. bayerischen Landesausstellung 1882 mit der gro├čen goldenen Medaille ausgezeichnet worden war, nach mehr als f├╝nfzigj├Ąhriger T├Ątigkeit von der Leitung des Gesch├Ąftes zur├╝ck, die von seinen Schwiegers├Âhnen, W. Hammerbacher und J. B. K├╝lb sowie deren S├Âhnen ├╝bernommen wurde. Im gro├čen Kriege sah sich die Firma wiederum vor eine neue Aufgabe gestellt. Galt es doch, mit gr├Â├čter Beschleunigung die Umstellung auf die Kriegswirtschaft durchzuf├╝hren, obwohl die Werksinhaber und ein Teil der Angestellten und Arbeiter l├Ąngere oder k├╝rzere Zeit im Felde standen. Noch schwieriger war die Wiederumstellung unter Verh├Ąltnissen, die gegen fr├╝her weit ung├╝nstiger geworden waren; aber auch diese Aufgabe wurde, obwohl das in einer langen Reihe von Jahren m├╝hsam zusammengetragene Betriebskapital fast restlos verloren ging, unter Einschaltung einer etwa zwei Jahre dauernden ├ťbergangszeit, w├Ąhrend welcher haupts├Ąchlich Lokomotiven und Eisenbahnwagen instandgesetzt wurden, schlie├člich gel├Âst, so da├č heute der Beharrungszustand, wenn auch unter Verringerung der Belegschaft, des Umsatzes und des Ertrages, bei gleichzeitiger Erh├Âhung der steuerlichen und sozialen Leistungen, im wesentlichen wieder erreicht ist. Hat sich also auch manches gegen fr├╝her nicht im vorteilhaften Sinne ge├Ąndert, so ist doch das Fundament unersch├╝ttert geblieben. Auf diesem aber will der derzeitige Eigent├╝mer des Werkes, ein Urenkel des Gr├╝nders, mit Unterst├╝tzung seiner Mitarbeiter in B├╝ro und Werkst├Ątte, unter allm├Ąhlicher Behebung der durch den Krieg und seine Nachwehen entstandenen Sch├Ąden, unverzagt weiter bauen, ohne jetzt schon tiefgr├╝ndige Untersuchungen dar├╝ber anzustellen, ob in sp├Ąterer Zeit industrielle Unternehmungen mittleren Umfanges in Deutschland ├╝berhaupt noch imstande sein werden, ihre Selbst├Ąndigkeit zu behaupten.
QUELLE[Buch der alten Firmen der Stadt N├╝rnberg (1930) 37]


ZEIT1885
THEMAbetriebseigenes Gaswerk
TEXTHat eine eigene Privat-Gasanstalt zum Zwecke der Beleuchtung der Fabriklokalit├Ąten, in welchen Maschinenbau betrieben wird, und im Jahre 1862 nach den Angaben und Pl├Ąnen des Herrn L. A. Riedinger in Augsburg erbaut und am 24. November des gleichen Jahres er├Âffnet wurde. Die erste Anzahl der Flammen betrug 150 und steigerte sich allm├Ąhlich bis auf 300 gegenw├Ąrtig. Die Produktion betrug im Jahre 1875: 8.780 m┬│. Betrieb mit b├Âhmischen und s├Ąchsischen Steinkohlen. Koks und Teer werden zur Heizung verwendet. Urspr├╝ngliches Anlagekapital 25.715 Mk.
QUELLE[Stat. Mitt. Gasanstalten (1885) 181]


ZEIT1885
THEMAAnlagen des eigenen Gaswerks
TEXTDie Anstalt hat 3 gu├čeiserne Retorten jede mit eigener Feuerung (0,409 x 0,211 x 1,372 m), 3 gesonderte Vorlagen, l Kondensator mit vierfacher R├Âhrenleitung, l Scrubber, l Reiniger (Laming'sche Masse), l Stationsuhr, l Gasbeh├Ąlter mit 70,8 m┬│ Inhalt. 730 laufende Meter Leitungsr├Âhren von 63 mm lichter Weite.
QUELLE[Stat. Mitt. Gasanstalten (1885) 181]