Märkische Maschinenbauanstalt, vorm. Kamp & Co.

Allgemeines

FirmennameMärkische Maschinenbauanstalt, vorm. Kamp & Co.
OrtssitzWetter (Ruhr)
Postleitzahl58300
Art des UnternehmensMaschinenfabrik
AnmerkungenVorher: "Kamp & Co." (s.d.). [Matschoß (1908)] mehrfach: "Märkische MaschinenFABRIK". Ab 1906: "Märkische Maschinenbauanstalt, Ludwig Stuckenholz" (s.d.)
Quellenangaben[Maschinenindustrie im Dt. Reich (1939/40) 324] [Matschoß: Entw. Dampfmaschine (1908) I, 169 + II, 417] [Ingenieure in Ruhrgebiet (1999) 12]




Unternehmensgeschichte

Zeit Ereignis
1837 Die Märkische Maschinenfabrik in Wetter baut schon 1837 eine vom Regulator beeinflußte Expansionssteuerung für Dampfmaschinen.
1840 Die Märkische Maschinenfabrik in Wetter a. d. Ruhr geht Anfang der 40er Jahre von der Lenkergradführung zur Gleitbahn über.
1873 Die Firma Kamp & Co wird in die Aktiengesellschaft "Märkische Maschinenbau - Anstalt vormals Kamp & Comp" umgewandelt. Trappen bleibt weiter technischer Leiter.
1873 Trappen besitzt an der MMA bei ihrer Gründung als AG ein Kapitalanteil von 3% in Höhe von 36.00 Talern.
1873-1879 In den 70er Jahren ist Kamp & Co. bzw dei Märkische Maschinenbau-Anstalt der führende Hersteller für Walzenzugmaschinen in Deutschland.
1874 Trappen unternimmt ausgedehnte Reisen ins östliche Mitteleuropa und Rußland, um neue Kunden zu gewinnen.
1878 Wilhelm Schnell tritt in die Märkische Maschinenbau-Anstalt ein
1878 Schnell, später Nachfolger Trappens, tritt als Konstrukteur in die MMA ein.
29.12.1878 Die Märkische Maschinenbau-Anstalt kann ihren Kunden eine Kondensationseinrichtung anbieten, die kostengünstig arbeitet. Das Patent ist auf den Oberingenieur Franz Horn zugelassen.
1879 Die Märkische Maschinenbau-Anstalt bekommt Aufträge für die ersten Thomaswerke. Trappen ist maßgeblich an der Einführung des Thomasverfahrens beteiligt.
1880 Trappens Ventilsteuerung ist an einer schweren Maschine des Trägerwalzwerks im saarländischen Burbach (ausgeführt von der Märkischen Maschinenfabrik) ein großer Erfolg.
1880 Für kleine Stahlwerke kommt die neue Thomasanlage aus Kostengründen nicht in Frage. Trappen findet eine Konstruktion von Bessemer- und Thomasanlagen, bei der der Konverter unmittelbar am Ausleger eines Kranes befestigt ist. Es sollen 30 t Stahl pro 24 - Stunden - Tag produziert werden.
1880 In den späten 80er Jahren umfaßt Trappen Mitarbeiterstab etwa 14 Ingenieure und Techniker, ohne die Monteure und Meister.
1880 Der schwerste in Wetter gebaute Dampfhammer mit schmiedeeisernem Unterbau, 3,3 m Fallhöhe und 20 t Bärgewicht geht nach Witkowicz in Böhmen.
1880 Die Märkische Maschinenbau-Anstalt baut Panzerplattenwalzwerke, die auch nach Frankreich und Rußland geliefert werden.
1881 Die Märkische Maschinenbau-Anstalt liefert ihren ersten Gießwagen an den Hörder Bergwerks- und Hüttenverein im Zusammenhang mit der neuen Aufstellung der Thomasbirnen, was für Trappen den Durchbruch bedeutet.
1881-1893 In der Zeit zwischen 1881 - 1893 veröffentlicht Trappen Beiträge in der Fachzeitschrift "Stahl und Eisen". In der Regel sind es herausragende neuartige Produktionen der Märkischen Maschinenbau-Anstalt, die beschrieben werden.
1881-1882 Die verbesserten Thomaswerke werden erstmals 1880/81 in Hörde und Peine in Betrieb genommen.
1882 Der Ingenieur Karl Mayer tritt in die Märkische Maschinenbau-Anstalt ein.
06.11.1883 Die Märkische Maschinenbau-Anstalt erwirbt ein Patent auf die Ventilsteuerung von Trappen. Patentinhaber ist Walter Trappen in Berlin, möglicherweise Alfred Trappens dritter Sohn.
1885 Es werden Verträge zwischen der Märkischen Maschinenbau-Anstalt und den Edison-Gesellschaften in Berlun und Paris über Lizenzen für die Edison-Patente abgeschlossen.
1886 Es werden Ingenieure aus Berlin abgeworben und eine neue Abteilung für angewandte Elektrizität aufgebaut.
1888 Ein Dampfhammer der Märkischen Maschinenfabrik mit 15 t Fallgewicht wird nach Philadelphia/USA geliefert.
1889 Die "Märkische" liefert an Krupp in Essen ein Umkehr-Duo-Walzwerk mit 4 m langen und 90 t schweren gußstählernen Walzen und einer 3.500 PS - Zugmaschine. Das Werk kann 750 mm - Brammen von bis zu 62,5 t Gewicht auf 300 mm herabwalzen, Kesselbleche von 20 m Länge und 32 mm Stärke können erzeugt werden.
1889 Der Fertigungzweig für Dynamomaschinen und Beleuchtungsanlagen aus wirtschaftlichen Gründen aufgegeben.
14.12.1889 Die von Trappen entwickelte Bauart der hydraulischen Schmiedepressen mit dampfgetriebenen Pumpen und ohne Druckwasserakkumulator werden patentiert.
1890 Bis 1890 bekleidet Trappen unter dem Titel "Direktor" bei der Märkischen Maschinenbauanstalt die Funktion eines Vorstandsmitgliedes.
1890 Trappens Kapitalanteil beträgt in Folge von Kapitalschnitten der Krisenzeiten etwa 0,6% (15.000 Mark).
1890 Die "Markische" liefert die erste hydraulische Schmiedepresse aus. Gebaut werden Maschinen mit 300, 600 und 1.200 t Preßdruck und, zu 1,1 m Hub und 149 t Gesamtgewicht.
30.06.1890 Trappen scheidet aus dem aktiven Berufsleben aus. Grund ist wohl seine zunehmende Schwerhörigkeit
1891 Trappen konzipiert bei der Märkischen Maschinenbauanstalt ein Feinblechwalzwerk, das 1891 in der Rudolfshütte in Teplitz/Böhmen in Betrieb kommt.
09.09.1892 Patent auf das Feinblechwalzwerk, das erste kontinuierliche Breitbandwalzwerk der Welt. Patentinhaber ist die Märkische Maschinenbau-Anstalt.
1898 Trappens Anteil beträgt noch 0,3% oder 6.000 Mark, nachdem die beteiligten Banken in Elberfeld und Berlin immer größere Anteile erworben haben.
1900 Um die Jahrhundertwende wird die Märkische Maschinenbau-Anstalt Lizenznehmer von Cockerill für die neu aufkommenden Großgasmaschinen.
1904 Bis 1904 ist Trappen Mitglied im Aufsichtsrat und Berater des Unternehmens.
1906 Zusammenschluß mit der Ludwig Stuckenholz AG zur "Märkischen Maschinenbauanstalt Ludwig Stuckenholz AG"
1906 Die MMA fusioniert mit der Maschinenbaufirma Stuckenholz in Wetter zur "Märkischen Maschinenbau - Anstalt Ludwig Stuckenholz AG" mit dem Leiter Wolfgang Reuter.




Produkte

Produkt ab Bem. bis Bem. Kommentar
Dampfhämmer 1855 Zweiständer mit Unterdampf     d= 45 mm, h= 1100 mm, G= 1,75 t
Dampfmaschinen          
Hochofengasgebläse 1902 [VDI 47 (1903) 1627] auf Elba 1902 [VDI 47 (1903) 1627] auf Elba 1902: Elba
Hochofengasgebläse 1902 auf Elba 1902 auf Elba 1902: Elba
Walzenzugmaschinen 1880 durch A. Trappen 1880 durch A. Trappen  




Firmen-Änderungen, Zusammenschüsse, Teilungen, Beteiligungen


Zeit = 1: Zeitpunkt unbekannt

Zeit Bezug Abfolge andere Firma Kommentar
1873 Umbenennung zuvor Kamp & Co.  
1906 Zusammenschluß, neuer Name danach Märkische Maschinenbauanstalt Ludwig Stuckenholz AG Märkische Mba + Stuckenholz = Märkische Mba L. Stukenholz [VDI 53 (1909) 626]