G. Siegle & Co., GmbH, Farbenfabriken


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G. Siegle & Co., GmbH, Farbenfabriken: Fabrikansicht in Stuttgart (um 1865)


Allgemeines

FirmennameG. Siegle & Co., GmbH, Farbenfabriken
OrtssitzStuttgart
StraßeHasenbergstr. 22
Postleitzahl70178
Art des UnternehmensFarbenfabrik
AnmerkungenUm 1855 als "Heinrich Siegle", Karmin- und Lackfarbenfabrik, Rotebühlstr. 103. 1857: Inh. Heinrich Siegle (leitet auch die Fabrikation), stiller Gesellschafter: Dr. Friedrich Ammermüller. Hauptwerk in Besigheim (seit 1920). Um 1955: in Stuttgart-Feuerbach, Sternensstr. 76. 1970 an BASF.
Quellenangaben[Reichs-Adreßbuch (1900) 3831] [Chem Ind Dt Reich (1929/30) 240] [Weltadreßbuch Emaille-Ind (1940)] [Wankmüller: Farbenfabrik des Apothekers H. Siegle; Beiträge (1970) 143]




Unternehmensgeschichte

Zeit Ereignis
14.11.1815 Eintragung von Wilhelm Heinrich Siegle, dem Gründer des Ursprungsunternehmens von "G. Siegle & Co.", in das Taufbuch der Gemeinde Unterensingen. - Die Mutter stirbt, als er zwei Jahre alt ist, der Vater 1824; die Stiefmutter heiratet anschließend wieder. Um 1828 bis 1831 ist er Apothekerlehrling in der Apotheke Carl Christian Friedrich Ulmer in Nürtingen, arbeitet dann zwei Jahre in Apotheken in Göppingen und Kirchheim (Teck) und studiert dann 1 1/2 Jahre an der Universität München.
1836 Heinrich Siegle kauft nach seinem Studium an der Universität München eine Apotheke in Welzheim
29.04.1837 Heinrich Siegle legt in Stuttgart sein Apothekerexamen ab.
1839 Heinrich Siegle verkauft seine Apotheke in Welzheim
02.02.1840 Geburt von Georg Siegle in Nürtingen als Sohn des Apothekers und Müllerssohns Heinrich Siegle (1815-1863) und seiner Frau Marie, geb. Wörnle. Er wächst in München auf, wo sein Vater in Haidhausen eine Farbenfabrik betreibt. Diese wird später nach Stuttgart in die Rotebühlstraße verlegt. Georg besucht dort das Eberhard-Ludwigs-Gymnasium und studiert anschließend am Polytechnikum Chemie.
1845 Der Apotheker Heinrich Siegle gründet nach dem Verkauf seiner Apotheke in Nürtingen sowie einigen Ersparnissen und Schulden eine kleine Farbenfabrik in München.
1848 Heinrich Siegle (1815-1863) verlegt seine kleine Farbenfabrik von München nach Stuttgart. Er kauft ein Grundstück an der Rotebühlstraße und stellt hauptsächlich Chochenillekarmin und Zinnober sowie Cochenillelacke her. (Auch als Gründungsjahr genannt)
1851 Verleihung einer Preismedaille in London
1852 Verleihung einer Silbermedaille in Stuttgart
1853 Lieferung einer Dampfmaschine durch G. Kuhn, Stuttgart-Berg.
1854 Aufstellung eines Dampfkessels. Hersteller: G. Kuhn, Stuttgart-Berg
1854 Verleihung der Großen Medaille in München
1855 Verleihung einer Silbermedaille I. Klasse in Paris
1862 Verleihung einer Preismedaille in London
22.03.1863 Tod von Heinrich Siegle in Stuttgart
1867 Verleihung einer goldenen Medaille in Paris
1871 Verleihung einer goldenen Medaille in Ulm
1872 Geburt von Otto Haas in Stuttgart. Er tritt nach der Lehre zum Bankkaufmann in einer Stuttgarter Bank zunächst in die Firma "Siegle & Co." in Stuttgart ein
1872 Verleihung der großen goldenen Medaille in Moskau
1873 Fusion mit der Badischen Anilin- und Sodafabrik und der Firma Rudolf Knosp, Stuttgart zwecks gemeinsamer Erzeugung von Mineral- und Anilinfarben
1880 Verleihung eines ersten Preises in Sidney
1881 Verleihung des ersten Preises und einer goldenen Medaille in Melbourne
1883 Verleihung eines Ehrendiploms in Amsterdam
1884 Verleihung einer Goldmedaille in Kalkutta
1885 Verleihung eines Ehrendiploms in Antwerpen
1889 Trennung von der nach Ludwigshafen verlegten Badischen Anilin- und Sodafabrik
1889 Verleihung eines ersten Preises in Melbourne
18.02.1889 Baubeginn (?) einer Dampfmaschine durch G. Kuhn, Stuttgart-Berg.
1890 Verleihung einer goldenen Medaille in Würzburg
1892 Aufstellung von 3 Dampfkesseln. Hersteller: G. Kuhn, Stuttgart-Berg
1898 Umwandlung in eine GmbH
1899 Aufstellung eines Dampfkessels. Hersteller: G. Kuhn, Stuttgart-Berg
03.05.1905 Baubeginn (?) einer Dampfmaschine durch Kuhn/Maschinenfabrik Esslingen.
10.10.1905 Tod von G. von Siegle. Er hatte nach 1897 einige Schlaganfälle und war an Rollstuhl und Bett gefesselt; er wurde von seiner Frau Julie und seinen beiden überlebenden Töchtern gepflegt. Beisetzung auf dem Fangelsbachfriedhof in Stuttgart
1912 Fertigstellung des Gustav-Siegle-Hauses (Baubeginn 1910, Architekt: Professor Theodor Fischer) durch die Witwe Julie und Stiftung an die Stadt Stuttgart
1917 Übernahme der Firma "Pabst & Lambrecht", Nürnberg
1920 Erwerb des Werkes in Besigheim
13.07.1970 Die BASF übernimmt ohne Vorankündigung die Unternehmensgruppe Siegle samt der Stuttgarter Schwesterfirma "Kast + Ehinger GmbH" (3000 Beschäftigte, 265 Millionen Mark Umsatz).




Produkte

Produkt ab Bem. bis Bem. Kommentar
Anilinfarben 1873 Fusion mit BASF 1940 [Weltadreßb Emailleind (1940)]  
Bleiglätte 1929 [Chem Ind Dt Reich (1929/30) 240] 1929 [Chem Ind Dt Reich (1929/30) 240]  
Bleiweiß 1929 [Chem Ind Dt Reich (1929/30) 240] 1929 [Chem Ind Dt Reich (1929/30) 240]  
Bunt- und Mineralfarben 1873 Fusion mit BASF 1940 [Weltadreßb Emailleind (1940)]  
chemische Produkte 1940 [Weltadreßb Emaille-Ind (1940)] 1940 [Weltadreßb Emaille-Ind (1940)]  
Chromoxyd-Farben 1929 [Chem Ind Dt Reich (1929/30) 240] 1929 [Chem Ind Dt Reich (1929/30) 240]  
Farben für Autolacke 1929 [Chem Ind Dt Reich (1929/30) 240] 1940 [Weltadreßb Emailleind (1940)]  
Farben für Buchdruck 1929 [Chem Ind Dt Reich (1929/30) 240] 1929 [Chem Ind Dt Reich (1929/30) 240]  
Farben für Japanlacke 1929 [Chem Ind Dt Reich (1929/30) 240] 1929 [Chem Ind Dt Reich (1929/30) 240]  
Farben für lichtechte Farblacke 1929 [Chem Ind Dt Reich (1929/30) 240] 1929 [Chem Ind Dt Reich (1929/30) 240]  
Farben für Möbelfabriken 1929 [Chem Ind Dt Reich (1929/30) 240] 1929 [Chem Ind Dt Reich (1929/30) 240]  
Farben für Nahrungs- und Genußmittel 1929 [Chem Ind Dt Reich (1929/30) 240] 1929 [Chem Ind Dt Reich (1929/30) 240]  
Farben für Nahrungs- und Genußmittel 1929 [Chem Ind Dt Reich (1929/30) 240] 1929 [Chem Ind Dt Reich (1929/30) 240]  
Farben für Nitrolacke 1929 [Chem Ind Dt Reich (1929/30) 240] 1929 [Chem Ind Dt Reich (1929/30) 240]  
Farben für Spritlacke 1929 [Chem Ind Dt Reich (1929/30) 240] 1929 [Chem Ind Dt Reich (1929/30) 240]  
Farben für Steindruck 1929 [Chem Ind Dt Reich (1929/30) 240] 1929 [Chem Ind Dt Reich (1929/30) 240]  
Gummi- und Kautschuk-Farben 1929 [Chem Ind Dt Reich (1929/30) 240] 1929 [Chem Ind Dt Reich (1929/30) 240]  
keramische Farben 1940 [Weltadreßb Emaille-Ind (1940)] 1940 [Weltadreßb Emaille-Ind (1940)]  
keramische Farben 1940 [Weltadreßb Emaille-Ind (1940)] 1940 [Weltadreßb Emaille-Ind (1940)]  
Künstlerfarben 1929 [Chem Ind Dt Reich (1929/30) 240] 1929 [Chem Ind Dt Reich (1929/30) 240]  
Papier-Farben 1929 [Chem Ind Dt Reich (1929/30) 240] 1929 [Chem Ind Dt Reich (1929/30) 240]  
Pigmentfarbstoffe 1940 [Weltadreßb Emaille-Ind (1940)] 1940 [Weltadreßb Emaille-Ind (1940)]  
Tonerdehydrat für Druckzwecke 1929 [Chem Ind Dt Reich (1929/30) 240] 1929 [Chem Ind Dt Reich (1929/30) 240]  
Zinkgrün, Zinkgelb 1929 [Chem Ind Dt Reich (1929/30) 240] 1929 [Chem Ind Dt Reich (1929/30) 240]  




Betriebene Dampfmaschinen

Bezeichnung Bauzeit Hersteller
Dampfmaschine   Ulrich Kohllöffel, Maschinenfabrik
Dampfmaschine 1853 Maschinen- und Kessel-Fabrik, Eisen- und Gelbgießerei von G. Kuhn
Dampfmaschine 1883 Maschinen- und Kessel-Fabrik, Eisen- und Gelbgießerei von G. Kuhn
Dampfmaschine 06.1887 Maschinen- und Kessel-Fabrik, Eisen- und Gelbgießerei von G. Kuhn
Dampfmaschine 18.02.1889 Maschinen- und Kessel-Fabrik, Eisen- und Gelbgießerei von G. Kuhn
Dampfmaschine 1905 Maschinen- und Kessel-Fabrik, Eisen- und Gelbgießerei von G. Kuhn




Maschinelle Ausstattung

Zeit Objekt Anz. Betriebsteil Hersteller Kennwert Wert [...] Beschreibung Verwendung
1929 Dampfkesselanlage 1 Besigheim unbekannt Heizfläche 250 m² 1 Wasserrohrkessel H= 250 m², p= 25 bar, mehrere Zweiflammrohrkessel, je 120 m²; zum Antrieb einer Dampfturbine. Auch Wasserkraft  




Betriebsanlagen

Zeit Betr.-Teil Fläche bebaut Gleis Whs Betr. in Kommentar
1929 Besigheim     1     eigenes Elektrizitätswerk
1929 Feuerbach     1      
1929 Feuerbach, Stuttgart, Besigheim 133005          




Personal

Zeit gesamt Arbeiter Angest. Lehrl. Kommentar
1893 171 140 31   5 Chemiker und 26 Beamte
1929 416 294 120   15 Chemiker, 1 Ingenieur, 1 Architekt




Firmen-Änderungen, Zusammenschüsse, Teilungen, Beteiligungen


Zeit = 1: Zeitpunkt unbekannt

Zeit Bezug Abfolge andere Firma Kommentar
1889 Trennung, Namensverlust zuvor Badische Anilin- und Sodafabriken Siegle trennt sich von BASF [Chem Ind Dt Reich (1929/30) 240]
1873 Zusammenschluß, neuer Name danach Badische Anilin- und Sodafabriken Siegle zusammen mit BASF [Chem Ind Dt Reich (1929/30) 240]
1 Nebenwerk zuvor Arzberger, Schöpff & Co. GmbH Arzberger angegliedert an Siegle [Chem Ind Dt Reich (1929/30) 240]




Allgemeines

ZEIT1893
THEMABeschreibung
TEXTDie Fabrik wurde im Jahre 1848 unter der Firma Heinrich Siegle gegründet; im Jahre 1873 vereinigte sie sich mit der
Badischen Anilin- und Soda-Fabrik, als deren Zweiggeschäft sie bis zum Jahre 1889 betrieben wurde, in welchem sie meder unter der Firma G. Siegle & Co. selbständig wurde. Sie betreibt heute die Fabrikation von Farben aller Art für Malerei, Buch- und Steindruck, Anstrich u. a. m. und ist auf diesem Gebiete eine der bedeutendsten. Ihr Carmin, Carminlack, Krapplack, Carmin-Zinnober, ihre Zinnoberimitation, ihr Permanentgrün (in eigentümlicher Weise
bereitetes Chromhydroxyd), ihre giftfreien Farben für Konditoren und Spielwarenfabriken, ihre Blumenpapiere, Farben für Papier-, Buntpapier- und Tapetenfabrikation, ihr Türkischrotöl für die Zwecke der Färberei, der Appretur und des Zeugdrucks, ihre fertig zubereiteten Farben für den letzteren erfreuen sieh allgemeiner Beliebtheit und werden auch in erheblicher Menge nach den Vereinigten Staaten exportiert. Vertreter sind: Wm. Pickhardt und Kuttroff, Liberty Street 98, New York. Für ihre Angestellten sorgt die Firma durch eine Beamten-Pensionskasse, eine Arbeiter-Sparkasse und Hilfskasse, durch eine Bade- und eine Speise-Anstalt, endlich durch Gewährung zweckmäßig eingerichteter Wohnungen.
QUELLE[Führer durch die Ausstellung der chemischen Industrie Deutschlands (1893) 92]