Braunschweigische Maschinenbauanstalt AG

Allgemeines

FirmennameBraunschweigische Maschinenbauanstalt AG
OrtssitzBraunschweig
StraßeAm Alten Bahnhof 5
Postleitzahl38122
Art des UnternehmensMaschinenfabrik
AnmerkungenHervorgegangen aus "Friedrich Seele & Co.". Direktor (1892): Leop. Brandt, Stellvertr. Direkt.: Rud. Teichs. Prok.: Joh. Wöhlert. Eigentümer in den 1920er Jahren: Bankhaus Gumpel in Hannover. Firmenzeichen (1928): Braunschweiger Löwe auf Sockel mit Inschrift "BMA". 1938/43: Bahnhofstr. 5/6
Quellenangaben[Maschinenind (1939/40) 228] [Verz Zuckerfabr 17 (1900) Anh.] [BMA-Druckschrift Nr. 350 (1928)] [Braunschw Stadtlexikon (1992) 43] [Adressb Elektr.-Branche (1892) 27] [Handb A.-G. (1943) 1868]
HinweiseLt. Auskunft von Frau Grünert-Retzki (Mai 2000): Außer BMA-Druckschrift Nr. 350 (1928) keine weiteren Unterlagen über Dampfmaschinen im Archiv vorhanden. [Bettgenhäuser: Industrieen des Hzgt. Braunschweig I (1899) 120]




Unternehmensgeschichte

Zeit Ereignis
1853 Gründung der Vorgängerfirma "Fr. Seele & Co." durch Stadtrat Fr. Seele, Fr. L. Schöttler, Wilh. Hasenba1g und Christian Pommer
01.04.1870 Umwandlung in eine Aktiengesellschaft mit einem Kapital von 750.000 Mark unter Übernahme der Maschinenfabrik "Fr. Seele & Co.", Braunschweig, mit einem Grundkapital von M 750.000,00.
1870/71-1877/78 Von 1870/71 bis zum Schluß der Jahre 1877/78 wurden 12.700.000 Mk. umgesetzt und 2225000 Mk. an Löhnen gezahlt.
1889 Der Bau von Brennereien wird als weiteres Standbein der BMA aufgenommen.
1893 Erster Preis für Brennerei-Apparate auf der Weltausstellung in Chicago
Ende Gj. 1894/95 Bis zum Schluß des Geschäftsjahres 1894/95 hat die Fabrik (einschl. der Vorgänger-Firma "Seele & Co.") 71 Zuckerfabriks-Neuanlagen ausgeführt.
1870-1895 In den ersten 25 Jahren des Bestehens des Etablissements als Aktien-Gesellschaft wurden Fabrikate im Werte von 40,5 Millionen Mark abgesetzt, fast 9 Millionen Mark Löhne an Arbeiter gezahlt und im Durchschnitt pro Jahr 340 Arbeiter
beschäftigt. Es wurden in diesem Zeitraum 71 Zuckerfabriks-Neuanlagen, 102 Zuckerfabriks-Umbauten und 20 Melasse-Entzuckerungsanlagen nach dem Elutions-, Substitutions- und Ausscheidungsverfahren ausgeführt.
Ende Gj. 1897/98 Bis zum Schluß des Geschäftsjahres 1897/98 hat die Fabrik (einschl. der Vorgänger-Firma "Seele & Co.") 80 Zuckerfabriks-Neuanlagen ausgeführt.
1898 In diesem Jahr werden Waren im Betrag von etwa 4 Millionen Mark abgesetzt und an durchschnittlich 609 beschäftigte Arbeiter nahezu 750000 Mk. an Löhnen gezahlt.
1900 Das Kapital wird bis 1900 auf M 2.400.000,00 erhöht
1909 Seitdem werden Chlorkalium- und Sulfatfabriken gebaut
1920 Erhöhung des Kapitals um M 2.400.000,00
1921 Erhöhung des Kapitals um Mark 3.000.000,00
1924 Umstellung des Kapitals von M 7.800.000,00 auf Reichsmark 1.615.000,00
1928 Die bisherigen Vorzugsaktien werden eingelöst.
1929 Übernahme des Dampfmaschinenbaues von der Hanomag, deren Modelle nebst den eigenen Maschinen weitergebaut werden.
1931 Übernahme des Gießereibetriebs von Brunsviga
1931 Da der Eigentümer der BMA, das Bankhaus Gumpel in Hannover, die finanziellen Reserven der BMA zur Unterstützung der angeschlagenen "Lindener Eisen- und Gußstahlwerke" verwendete, muß die BMA nach dem Konkurs des Unternehmens in Hannover-Linden den Vergleich anstreben.
1932 Schießung des Werks
1933 Herabsetzung des Kapitals in erleichterter Form von RM 1.600.000,00 auf RM 40.000,00, anschl. Erhöhung um RM 360.000,00 auf RM 400.000,00
Sommer 1933 Wiederaufnahme der Produktion dank Überbrückungskrediten der braunschweigischen Banken
1934 Herabsetzung des Kapitals um RM 100.000,00 auf RM 300.000,00 durch Einziehung von nom. RM 100.000,00 Vorratsaktien.
2. Weltkrieg Die Produktion wird auf Rüstungsgüter umgestellt. Dennoch erzielt die BMA 50 % des Umsatzes durch ihre angestammten Produkte (insbes. Zuckerfabriken und Brennereien) aus der Friedensfertigung.
09.1941 Betriebsführungs- und Gewinngemeinschaftsvertrag mit der Firma E. Deilmann, Bergbau- und Tiefbau G. m. b. H., Dortmund-Kurl, abgeschlossen September 1941 mit Wirkung ab 1. Januar 1942; danach übernimmt die Deilmann G. m. b. H. den gesamten Gewinn bzw. Verlust und garantiert den freien Aktionären eine Jahresdividende von 6 %.
12.05.1943 Letzte ordentliche Hauptversammlung bis 1943/44
03.03.1945 Das Werk wird vollständig zerstört.




Produkte

Produkt ab Bem. bis Bem. Kommentar
Dampfkessel 1900 [Reichs-Adreßbuch (1900) 623] 1940 Letzte Erwähnung  
Dampfmaschinen 1892 [Adr.-Buch Elektr.-Branche (1892)] 1940 Letzte Erwähnung ... jeder Größe. 1900: mit Präzisionsschieber oder Ventilsteuerung, Patent König
Diffusionsbatterien, 1900: auch Patent Pfeiffer 1900 Erste Erwähnung 1911 Letzte Erwähnung bis 1900: 174 Diffusoren eingerichtet
elektrische Antriebe und Anlagen 1900 [Adreßbuch der Zuckerindustrie (1911/12) Anh.] 1911 [Adreßbuch der Zuckerindustrie (1911/12) Anh.] speziell für Zuckerfabriken
Einrichtung zur Trockenscheidung 1900 Erste Erwähnung 1900 Letzte Erwähnung eigenes Patent u. nach Patent Scheven
Elektrohängebahnen 1911 [Adreßbuch der Zuckerindustrie (1911/12) Anh.] 1911 [Adreßbuch der Zuckerindustrie (1911/12) Anh.]  
Freitag-Lenze'sches Verfahren 1900 Erste Erwähnung 1900 Letzte Erwähnung zur Verabreitung der Nachprodukte
Große Centrifugen 1900 Erste Erwähnung 1900 Letzte Erwähnung vom 1 m Durchmesser für 5 ctr. Füllung
Heißdampfmotoren, Patent Schmidt 1900 Erste Erwähnung 1900 Letzte Erwähnung  
Kalköfen 1900 Erste Erwähnung 1911 Letzte Erwähnung nach franz. Schachtsystem
Kalkstationen 1911 [Adreßbuch der Zuckerindustrie (1911/12) Anh.] 1911 [Adreßbuch der Zuckerindustrie (1911/12) Anh.]  
Kochmaischen, Patent Huch 1900 Erste Erwähnung 1900 Letzte Erwähnung  
Kochstationen 1911 [Adreßbuch der Zuckerindustrie (1911/12) Anh.] 1911 [Adreßbuch der Zuckerindustrie (1911/12) Anh.]  
Maschinen für Rüben- und Rohrzuckerfabriken 1900 bis 1900: 182 Neuanlagen und Umbauten 1940 [Adreßbuch der Zuckerindustrie (1911/12) Anh.] bis 1900: 182 Neuanlagen und Umbauten
Melasseentzuckerungsanlagen 1900 Erste Erwähnung 1900 Letzte Erwähnung Patent Dr. Wohl
Schnitzelpressen 1900 [Adreßbuch der Zuckerindustrie (1911/12) Anh.] 1911 [Adreßbuch der Zuckerindustrie (1911/12) Anh.] mit vollkommener Wasserabführung
Schwänzeaufbereitung 1911 [Adreßbuch der Zuckerindustrie (1911/12) Anh.] 1911 [Adreßbuch der Zuckerindustrie (1911/12) Anh.]  
Taschenfilter für Dünn- und Dicksäfte 1900 Erste Erwähnung 1911 Letzte Erwähnung  
Trocknungsanlagen für die chemische Industrie 1940 [Maschinenindustrie (1939/40) 228] 1940 [Maschinenindustrie (1939/40) 228]  
Trocknungsanlagen für die Zuckerindustrie 1940 [Maschinenindustrie (1939/40) 228] 1940 [Maschinenindustrie (1939/40) 228]  
Ultramarin 1900 Erste Erwähnung 1900 Letzte Erwähnung garantiert giftfrei, für Zuckerraffinierien
Ultramarin 1900 Erste Erwähnung 1900 Letzte Erwähnung garantiert giftfrei
Vacuum-Apparate 1900 Erste Erwähnung 1900 Letzte Erwähnung mit kreisförmigen Heizkörpern, Patent Greiner
Ventil-Luftpumpen 1900 Erste Erwähnung 1900 Letzte Erwähnung mit vorzüglicher Wirkung und geringem Kraftbedarf
Verdampfstationen 1911 [Adreßbuch der Zuckerindustrie (1911/12) Anh.] 1911 [Adreßbuch der Zuckerindustrie (1911/12) Anh.]  
Weston-Zentrifugen 1911 [Adreßbuch der Zuckerindustrie (1911/12) Anh.] 1911 [Adreßbuch der Zuckerindustrie (1911/12) Anh.]  




Personal

Zeit gesamt Arbeiter Angest. Lehrl. Kommentar
1877 225        
1934   243     Umsatz: 1,4 Mio RM
1935   250     Umsatz: 1,5 Mio RM
1936   320     Umsatz: 1,9 Mio RM
1937   360     Umsatz: 2,5 Mio RM




Firmen-Änderungen, Zusammenschüsse, Teilungen, Beteiligungen


Zeit = 1: Zeitpunkt unbekannt

Zeit Bezug Abfolge andere Firma Kommentar
1 falsche Schreibweise danach Braunschweiger Maschinenbauanstalt [Birkner (1938)]
1870 Umbenennung zuvor Friedrich Seele & Co.  




Allgemeines

ZEIT1943
THEMAOrgane und Kapital der Gesellschaft
TEXTVorstand: Bergassessor Dr.-Ing. Hans Christoph Seebohm, Dortmund; Dr.-Ing. Rudolf Schien, Berlin. Aufsichtsrat: Bergassessor C. Deilmann, Dortmund, Vojsitzer; Dr. Albert Bock, ßraunschweig, stellv. Vorsitzer; Stabsarzt Dr. Eugen Caspari, Freiburg; Direktor Werner Müller, Erkelenz (Rhld.); Bergwerksdirektor Bergassessor Heinrich Schmidt, Heringen bei Hamm; Gustav Peters, Dortmund-Kurl; Fabrikdirektor Hermann Wehner, Görchen (Warthegau). Stimmrecht: Je nom. RM 100,00 Aktie 1 Stimme. Geschäftsjahr: Kalenderjahr. Grundkapital: nom. RM 300.000,00 Stammaktien in 3000 Stücken zu je RM 100,00.
QUELLE[Handbuch Akt.-Ges. (1943) 1868]


THEMAZweck und Gegenstand des Unternehmens (Organe und Kapital der Gesellschaft)
TEXTZweck: Herstellung von Maschinen aller Art, Ausführung von Eisenguß aller Art sowie Abschluß aller damit mittelbar oder unmittelbar im Zusammenhang stehenden Geschäfte. Die Gesellschaft darf überall Zweigniederlassungen und Vertretungen errichten und sich an wirtschaftlichen Unternehmungen beteiligen, deren Geschäftsbetrieb zu dem ihrigen in Beziehung steht. (Vorstand: Bergassessor Dr.-Ing. Hans Christoph Seebohm, Dortmund; Dr.-Ing. Rudolf Schien, Berlin. Aufsichtsrat: Bergassessor C. Deilmann, Dortmund, Vojsitzer; Dr. Albert Bock, ßraunschweig, stellv. Vorsitzer; Stabsarzt Dr. Eugen Caspari, Freiburg; Direktor Werner Müller, Erkelenz (Rhld.); Bergwerksdirektor Bergassessor Heinrich Schmidt, Heringen bei Hamm; Gustav Peters, Dortmund-Kurl; Fabrikdirektor Hermann Wehner, Görchen (Warthegau). Stimmrecht: Je nom. RM 100,00 Aktie 1 Stimme. Geschäftsjahr: Kalenderjahr. Grundkapital: nom. RM 300.000,00 Stammaktien in 3000 Stücken zu je RM 100,00.)


ZEIT1890 (1943)
THEMAAbsatzkrise und deren Folgen (Organe und Kapital der Gesellschaft)
TEXTDa in Folge des im Jahre 1884 über die deutsche Zuckerindustrie hereingebrochenen Zuckerkrachs der Zuckerfabrikbau in
Deutschland, welcher für die Maschinenbau-Anstalt das Hauptabsatzgebiet bildete, fast gänzlich aufgehört hatte und die Neuanschaffungen für bestehende Fabriken sich auf das geringste Maß beschränkten, so war man darauf bedacht, mit dem Auslande Verbindungen anzubahnen. Zu diesem Zwecke wurden Ingenieure hinausgesandt, Vertretungen etabliert und überseeische Ausstellungen mit Erzeugnissen des Werkes beschickt. Obgleich alle diese Maßnahmen ganz ungewöhnliche finanzielle Opfer verlangten, die zu dem anfangs erzielten Resultate in gar keinem Verhältnis standen, so verfolgte man doch beharrlich das Ziel weiter und gewann von Jahr zu Jahr die Überzeugung mehr, daß der eingeschlagene Weg der richtige gewesen war, denn gut zwei Drittel der Jahresproduktion wandern jetzt zu lohnenden Preisen nach dem Auslande. Rußland, Schweden, Italien, Spanien, Schweiz, Finnland, die Niederlande, Cuba, Java, Mexico, Nord- und Südamerika, Australien, Hawai etc. zählen jetzt zu den Abnehmern der Maschinenbau-Anstalt. Man blieb indessen in der Fabrikation nicht allein auf die Zucker-Industrie beschränkt, sondern nahm die Spiritus-Industrie, den allgemeinen Dampfmaschinen- und Kesselbau und neuerdings die chemische und die elektrotechnische Industrie als neue Fabrikationszweige auf. (Vorstand: Bergassessor Dr.-Ing. Hans Christoph Seebohm, Dortmund; Dr.-Ing. Rudolf Schien, Berlin. Aufsichtsrat: Bergassessor C. Deilmann, Dortmund, Vojsitzer; Dr. Albert Bock, ßraunschweig, stellv. Vorsitzer; Stabsarzt Dr. Eugen Caspari, Freiburg; Direktor Werner Müller, Erkelenz (Rhld.); Bergwerksdirektor Bergassessor Heinrich Schmidt, Heringen bei Hamm; Gustav Peters, Dortmund-Kurl; Fabrikdirektor Hermann Wehner, Görchen (Warthegau). Stimmrecht: Je nom. RM 100,00 Aktie 1 Stimme. Geschäftsjahr: Kalenderjahr. Grundkapital: nom. RM 300.000,00 Stammaktien in 3000 Stücken zu je RM 100,00.)
QUELLE[Bettgenhäuser: Industrieen des Hzgt. Braunschweig I (1899) 123] ([Handbuch Akt.-Ges. (1943) 1868])