Allgemeine Elektricit├Ąts-Gesellschaft

Allgemeines

FirmennameAllgemeine Elektricit├Ąts-Gesellschaft
OrtssitzBerlin
Stra├čeFriedrich-Karl-Ufer 2-4
Postleitzahl10557
Internet-Seitehttp://www.aeg-ie.com
Art des Unternehmenselektrotechnische Fabrik
AnmerkungenBis 1906: Schiffbauerdamm 22. Auch Huttenstr., Voltastr., Maschinenfabrik Ackerstr. (s.d.), Brunnenstr. (s.d.) Reinickendorf (s.d.), Gl├╝hlampenfabrik: Berlin N., Schlegelstr. 26 und Werke in Main, Litzmannstadt, Obersch├Âneweide und Hennigsdorf (s.d.); USA. Fr├╝her: Deutsche Edison-Gesellschaft. 1892: Generaldirektor: Emil Rathenau; Direktoren: F. Deutsch, R. Kolle, P. Jordan u. P. Mamroth; Stellvertretender Direktor: H. G├Ârz; Prokuristen: J. F. Rosenfeldt, R. Zwez, 0. M├╝ll, 0. L├╝ddeckens, Aug. Soeder. In der Nachkriegszeit Sitz in Berlin-Grunewald, Hohenzollerndamm, und Frankfurt/M.-S├╝d (dort "Zentralverwaltung Westzonen). Friedrich-Karl-Ufer war am Humboldthafen. Auch Fernmelde-Werk in Backnang (s.d.) u. Nennung in Hamburg, Hohe Bleichen 31/32. In den 1960er Jahren: 24 Fabriken und 58 deutsche Niederlassungen. Firmiert um 2013 als "AEG Industrial Engineering GmbH", Hohenzollerndamm 152, D-14199 Berlin (Link siehe unten).
Quellenangaben[Reichs-Adre├čbuch (1900) 1088] [Ingenieurwerke Berlin (1906) 473] [ABC d dt. Wirtschaft (1955) II/675] [Adressbuch Elektr.-Branche (1892) 5] [75 Jahre AEG (1962)] [Handb A.-G. (1943) 1425]
Hinweise[AEG: Elektr. Kraft├╝bertragung und Kraftverteilung (1901) Abb. 48]: Drehstromdynamo mit Zugstangen-Versteifung, 1200 kW, 3600 V; [Verkehrtstechnische Woche (1907) 976]: Glasbl├Ąserei, Apparatefabrik; Z├Ąhlerfabrik, Gro├čmaschinenfabrik; Lokomotivbau; Versandlager; Turbinenfabrik




Unternehmensgeschichte

Zeit Ereignis
11.12.1838 Geburt von Emil Moritz Rathenau in Berlin als Sohn des j├╝dischen Kaufmanns (Getreideh├Ąndlers) Moritz Rathenau (1800 - 1871 und Therese Liebermann. Er besucht das renommierte Berlinische Gymnasium zum Grauen Kloster.
1865 Emil Rathenau wird Mitinhaber einer Maschinenfabrik, auf Auslandsreisen erkennt er dabei die M├Âglichkeiten der neuen Elektrotechnik.
1866 Nach Rathenaus R├╝ckkehr aus England Heirat mit Mathilde Nachmann, die Tochter eines Frankfurter Bankiers. - Aus der Ehe gehen drei Kinder hervor: Walther (1867 geboren; er ├╝bernimmt nach dem Tod seines Vaters im Jahr 1915 die Leitung des Aufsichtsrats der AEG), Erich (1871 geboren; ab 1900 Vorstandsmitglied der AEG; drei Jahre sp├Ąter stirbt er auf einer Reise in ├ägypten) und Edith (mit dem Bankier Fritz Andreae, Partner des Bankhauses Hardy und Co., verheiratet).
1867 Rathenau erwirbt gemeinsam mit einem Jugendfreund er eine kleine Maschinenfabrik an der Berliner Chausseestra├če. Das Unternehmen nimmt einen erfreulichen Aufschwung, wozu in nicht unerheblichem Ma├če der Krieg von 1870/71 beitr├Ągt. - Es gelingt Rathenau und seinen Kompagnon zu ├╝berreden, das Unternehmen in eine Aktiengesellschaft umzuwandeln. Rathenau l├Ą├čt sich seinen Anteil von rund 750.000 Mark auszahlen und bleibt angestellter Direktor. Wenig sp├Ąter ger├Ąt das Unternehmen in Turbulenzen. Die Fabrik ist zu gro├č angelegt und arbeitet infolge mangelnder Belieferung unrentabel.
19.04.1883 Gegr├╝ndet als "Deutsche Edison-Gesellschaft f├╝r angewandte Elektrotechnik" von Emil Rathenau mit einem Kapital vom 5 Mio Mark
1884 Emil Rathenau schlie├čt einen Konzessionsvertrag mit der Stadt Berlin und ruft aum Anfang des Jahres 1884 die "Aktien-Gesellschaft St├Ądtische Elektrizit├Ątswerke" ins Leben und wird deren Generaldirektor.
1885 Bau des ersten ├Âffentlichen Kraftwerkes in Deutschland.
1887 Begr├╝ndung der Apparatefabrik
1887 Das Unternehmen wird in Allgemeine Elektricit├Ąts-Gesellschaft (AEG) umgetauft.
1887 Das Bankenkonsortium der DEG unter F├╝hrung der Deutschen Bank erh├Âht das Kapital der AEG auf zw├Âlf Millionen Mark. Die Deutsche Bank und das Bankhaus Delbr├╝ck ├╝bernehmen davon Aktien von je zwei Millionen Mark, andere Aktion├Ąre - darunter Siemens - f├╝r je eine Million Mark.
1887 Nach dem Vertragsabschlu├č mit "Siemens & Halske" beginnt die AEG, ihre Produktionspalette erheblich zu erweitern.
1887 Die Wedding'sche Maschinenfabrik in der Berliner Ackerstra├če wird gekauft und dort mit zun├Ąchst 100 Besch├Ąftigten die Produktion von Dampfmaschinen, Dynamomaschinen, Elektromotoren, Fahrzeugen, Hebevorrichtungen, Pumpen, Gebl├Ąsen und Installationsmaterial aufgenommen.
1887 Bau der Fabriken Ackerstra├če (Dampfmaschinen, Dynamomaschinen, Elektromotoren), Berlin-Wedding
23.05.1887 Konstituierende Generalversammlung der "AEG": Umwandlung aus "Deutsche Edison-Gesellschaft f├╝r angewandte Elektricit├Ąt" in "Allgemeine Elektricit├Ąts-Gesellschaft". Dabei l├Âst die AEG ihre Rechtsverh├Ąltnisse zu der "Compagnie Continentale Edison" in Paris.
10.1887 Umwandlung der "St├Ądtische Elektricit├Ąts-Werke AG zu Berlin" in "Berliner Elektricit├Ąts-Werke" (BEW), aus denen sp├Ąter die "Berliner Kraft und Licht Aktiengesellschaft" (BEWAG) hervorgeht.
1888 Einrichtung eines Pensionsfonds f├╝r Angestellte
1888 Erste Auslandsgesellschaft der AEG wird gegr├╝ndet (Compania General Madrilena de Electricidad, Spanien)
1888 Beteiligung der AEG an der Gr├╝ndung der "Aluminiumindustrie Neuhausen AG"
1888 AEG steigt in das Gesch├Ąft mit dem Bau elektrischer Bahnen ein und verschafft sich damit ein weiteres wichtiges unternehmerisches Standbein. Die Grundlage bildet der Kauf bew├Ąhrter Techniken, vor allem der Erfindungen des Amerikaners Frank Julian Sprague, der einen funktionst├╝chtigen Rollenstromabnehmer und eine zuverl├Ąssige Konstruktion zur Befestigung des Fahrmotors an der Treibachse (Tatzlagermotor) von Bahnfahrzeugen erfunden hatte. Der Kauf der Patente versetzt die AEG in die Lage, sofort mit dem Bau elektrischer Bahnfahrzeuge zu beginnen.
1889 Bau der ersten Grubenlokomotive
1889 Errichtung des ersten Auslandsb├╝ros der "Deutschen Edison-Gesellschaft f├╝r angewandte Elektricit├Ąt" in Madrid
1889 Gr├╝ndung einer Bahnabteilung, und Einrichtung einer Fabrik in der Ackerstra├če
1889 Aulieferung der ersten Grubenlokomotive
1889 Carl F├╝rstenberg, der Gr├╝nder und Inhaber der Berliner Handelsgesellschaft, ist seit 1889 Mitglied im Aufsichtsrat
1889 Der Ingenieur Michael von Dolivo-Dobrowolski, Leiter der Fertigung in der AEG-Fabrik Ackerstra├če, kann den ersten brauchbaren Drehstrommotor der Welt vorstellen.
1889 S├Ąmtliche Maschinen einer Buchdruckerei werden mit elektrischem Antrieb ausgestattet.
1890 Beteiligung an der "Edison General Electric Co."
1890 Bau kompletter Stra├čenbahnsysteme. Da sich die meisten Kommunen die kostspielige Umstellung der Stra├čenbahnen auf elektrischen Betrieb nicht leisten, m├╝sen diese von der Industrie vor-finanziert werden. Es gelingt es der AEG im Jahre 1890, mit dem Magistrat der Stadt Halle an der Saale einen Vertrag zur Umstellung der Pferdebahn auf elektrischen Betrieb und die ├ťbernahme des Betriebs zu schlie├čen. F├╝r die AEG ergibt sich damit die Gelegenheit, erstmals in Europa ein komplettes elektrifiziertes Stra├čenbahnnetz zu errichten und dem neuen Verkehrsmittel zum Durchbruch zu verhelfen.
1890 Zur Finanzierung des Stra├čenbahngesch├Ąfts ├╝bernimmt die AEG die Dortmunder "Allgemeine Lokal- und Stra├čenbahngesellschaft" und verlegt diese nach Berlin.
1890 Der Holzstoff-Fabrikant Konrad Fischer errichtet in Bad Reichenhall das erste Wechselstromkraftwerk Deutschlands auf Anregung von Oskar von Miller. Erbauer ist das B├╝ro M├╝nchen unter Leitung von Ingenieur Emil Taussig.
01.08.1890 Bei der Gr├╝ndung der "Edison General Electric Co." ├╝bernehmen das Bankenkonsortium der AEG und eines amerikanischen Kreditinstitutes die Finanzierung. Die AEG ist zun├Ąchst mit 210000 Dollar, sp├Ąter mit 416000 Dollar beteiligt. - Ursache ist das Interesse der AEG, im Ausland neue M├Ąrkte zu erschlie├čen. Rathenaus Augenmerk richtete sich dabei auch auf die Vereinigten Staaten von Amerika und dort besonders auf die von Thomas Alva Edison gegr├╝ndeten Elektrounternehmen. Edison war beim Aufbau seiner elektrotechnischen Industrie von Geldgebern abh├Ąngig. Rathenau erkannte darin eine g├╝nstige Gelegenheit, mit Hilfe des AEG-Bankenkonsortiums das Verf├╝gungsrecht ├╝ber die Edison-Unternehmen mit ihren Patenten zu erwerben.
20.12.1890 Erteilung der ersten Genehmigung zum Bau des Kraftwerks Rheinfelden. Emil Rathenau tritt der Vorbereitungsgesellschaft bei.
1891 Die erste Drehstrom-Fern├╝bertragung von Heilbronn nach Frankfurt/Main wird hergestellt.
1891 Das erste komplette Stra├čenbahnnetz wird in Halle an der Saale errichtet.
1891 Aufnahme des elektrischen Stra├čenbahnbetriebs in Halle
1891 Emil Rathenau reist erneut nach New York, um ├╝ber eine Vertiefung der Beziehungen mit der Edison General Electric Co. zu verhandeln. Diese kommt jedoch nicht zustande, weil die "Edison General Electric" durch einen Vertrag mit der "Edison Electric Light Co." in der freien Verf├╝gung ├╝ber die Patente beschr├Ąnkt ist.
1891 Anl├Ą├člich der ersten Drehstromfern├╝bertragung besucht Emil Rathenau das Wasserkraftwerk in Lauffen b. Heilbronn.
1892 AEG und "Siemens & Halske" erwerben gemeinsam die "Akkumulatorenfabrik AG, Hagen"
1892 Beginn der eigenen Herstellung elektrischer Hausger├Ąte
01.06.1892 Von der Fusion der "General Electric Co." (GE) durch Fusion der "Edison General Electric Co." und der "Edison Electric Light Co." mit ihrer bis dahin sch├Ąrfsten Konkurrentin, der "Thomson-Houston International Electric Co." ist Emil Rathenau wenig angetan, da er die Aktien der "Thomson-Houston" erheblich ├╝berbewertet findet. Deshalb ziehen sich die AEG und nach und nach auch das deutsche Bankenkonsortium aus ihrem finanziellen Engagement bei dem neuen Unternehmen zur├╝ck. - Die engen Beziehungen bleiben allerdings bestehen. Sie sollen in Marktaufteilungen, Beteiligungen und Lizenzvertr├Ąge m├╝nden. "General Electric" spielt in der AEG-Geschichte bis in die siebziger Jahre des 20. Jahrhunderts hinein stets eine besondere Rolle.
1893 Gr├╝ndung der "Elektrochemischen Werke GmbH", Bitterfeld
1893 Die AEG gr├╝ndet als Tochtergesellschaften die "Elektrochemischen Werke Bitterfeld".
29.05.1893 Vertrag zwischen der Stadt Plauen und der AEG ├╝ber die Erbauung einer elektrischen Stra├čenbahn
25.09.1893 Abschlu├č des Vertrages ├╝ber den Bau einer elektrischen Stra├čenbahn zwischen dem Rat der Stadt Plauen (Vogtl) und der AEG
1894 Beteiligung der AEG an der "Kraft├╝bertragungswerke Rheinfelden AG"
1894 Nach langwierigen Verhandlungen einigen sich die AEG und "Siemens und Halske" darauf, den Vertrag von 1887 aufzuheben. Beiden Unternehmen ist es es nunmehr gestattet, Zentralstationen zu bauen und zu betreiben.
1894 Den entscheidenden Durchbruch erzielt das Kraftwerksgesch├Ąft bei der AEG, nachdem man sich mit Siemens 1894 auf eine Beendigung der vertraglichen Bindungen einigte.
27.03.1894 Der Rat der Stadt Plauen erteilt die Bauerlaubnis f├╝r die Errichtung einer Kraftstation zum Betrieb der elektrischen Stra├čenbahn.
15./16.11.1894 Abnahme der Stra├čenbahnstrecken in Plauen durch den k├Âniglichen Kommissar aus Dresden und den Direktor der AEG
1895 Die Apparatefabrik an der Ackerstra├če wird als Spezialfabrik betrieben
1895 Die Verlegung des Maschinenbaus in eine neu zu errichtende Maschinenfabrik an der Brunnenstra├če wird beschlossen
1895 Gr├╝ndung der "Elektrochemischen Werke Rheinfelden GmbH" durch Walter Rathenau. - Zun├Ąchst steht im neu errichteten Werk die Gewinnung von Natronlauge f├╝r Seife, Farbstoffe, Cellulose und Kunstseide im Vordergrund. Sp├Ąter gewinnt die Erzeugung des Nebenproduktes Chlor mehr und mehr an Bedeutung. Chlorkalk zum Desinfizieren und Bleichen wird in Rheinfelden in gro├čen Mengen hergestellt
1895 Erstes AEG-Warenzeichen ("G├Âttin des Lichts")
1895 Gr├╝ndung der "Bank f├╝r elektrische Unternehmungen" (Elektrobank, Z├╝rich)
1895 Zur Erschlie├čung zus├Ątzlicher Kapitalquellen f├╝r die Aktivit├Ąten im Ausland gr├╝ndet die AEG in Z├╝rich unter Beteiligung der Deutschen Bank die "Bank f├╝r elektrische Unternehmungen", kurz "Elektrobank" genannt. - Vor allem in Italien und Spanien finanziert die Bank die rasche Expansion des AEG-Konzerns, und sie wird auch in S├╝damerika aktiv. Sie erreicht bis zum Ersten Weltkrieg eine Beteiligung an etwa 50 zumeist ausl├Ąndischen Unternehmen der Elektrotechnik.
1896 Das Bahngesch├Ąft nimmt seit 1891 einen st├╝rmischen Verlauf. Mitte 1896 befinden sich bereits 34 Stra├čenbahnen, Betrieb oder im Bau.
1896 Die letzten vertraglichen Bindungen zwischen AEG und "Siemens & Halske" werden gel├Âst. Die Unternehmen stehen nunmehr auf allen Gebieten der Elektrotechnik im Wettbewerb.
1896 Der Wettbewerb zwischen AEG und Siemens bewegt Georg Siemens, aus dem AEG-Aufsichtsrat auszuscheiden. Nachfolger wird der Bankier Carl F├╝rstenberg.
1896 Bau der Fabriken Brunnenstra├če (Generatoren, Gro├čmaschinen, Bahntechnik), Berlin-Wedding
22.04.1896 Die B├╝rgermeister der Stadt Frankfurt (Oder), Dr. Adolph und Frantz, unterschreiben den Konzessionsvertrag zur Errichtung eines Elektrizit├Ątswerks und einer Stra├čenbahn mit drei Linien. Die Stadt erlaubt der AEG f├╝r 50 Jahre, alle ihr geh├Ârigen Stra├čen, Pl├Ątze und Br├╝cken zur Verlegung von Stromleitungen und Gleisanlagen zu benutzen. Danach soll die Gesamtanlage mit allem Zubeh├Âr unentgeltlich in das Eigentum der Kommune ├╝bergehen.
1897 Anlage des Kabelwerks Oberspree f├╝r 12 Mio Mark mit Gie├čerei, Kupferraffinieranstalt, Kupferwalzwerk, Blechwalzwerk, Bandwalzwerk, Kupferdrahtzieherei, Metalltuchweberei
1897 Carl F├╝rstenberg wird stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender.
1897 Das Kapital der "Bank f├╝r elektrische Unternehmungen" geht voll in den Besitz der AEG ├╝ber.
1897 Die AEG verwendet Druckluft zum Ausblasen der Schaltstrecke bei elektrischen Schaltern an
1897 Schwechten errichtet den AEG-Fabrikeingang an der Brunnenstra├če in Berlin-Gesundbrunnen
1898 Bau der ersten elektrischen Bohrmaschine
1898 Gr├╝ndung der "Elektrochemische Werke GmbH" in Rheinfelden, die eine Mehrheitsbeteiligung der AEG ist. Auch sie nutzt die Energie des neuen Wasserkraftwerks. Gesch├Ąftsf├╝hrer ist der Sohn des AEG-Gr├╝nders Emil Rathenau, der Chemiker Walter Rathenau, sp├Ąter bis zu seiner Ermordung 1922 erster Au├čenminister der Weimarer Republik. Das in Rheinfelden vor Ort gewonnene Steinsalz wird im Werk elektrolytisch in Chlor und Natrium gespalten; das Chlor zu Chlorkalk, das Natrium zu Natronlauge verarbeitet.
1898 Seither wird die Firma mit "AEG" abgek├╝rzt.
1898 Die "Berliner Handelsgesellschaft" ├╝bernimmt an Stelle der Deutschen Bank die F├╝hrung des AEG-Bankenkonsortiums.
1898/99 Die AEG richtet im Kabelwerk Oberspree ein funktechnisches Labor ("Funkentelegraphische Abteilung", System Slaby-Arco)) ein, dessen Leitung Slabys Assistent Graf Georg von Arco ├╝bernimmt.
Gj. 1898/99 Im Verlauf des Gesch├Ąftsjahres 1898/99 errichtet die AEG neben Bauten f├╝r die Berliner Elektricit├Ąts-Werke (BEW) 19 Elektrizit├Ątswerke mit insgesamt 40.000 PS Gesamtleistung, weitere 34 Werke mit rund 80000 PS Gesamtleistung befinden sich im Bau.
12.1898 Er├Âffnung der gemeindeeigenen Trossinger "Verbindungsbahn" und des gemeindeeigenen "Kraftwerks" mit zwei Sauggasmotoren von je 100 PS, welche die Kraft auf vier AEG-Dynamomaschinen ├╝bertragen
1899 Das Kraftwerksgesch├Ąft wird zum selbst├Ąndigen Ressort erhoben, die Leitung ├╝bernimmt Emil Rathenaus ├Ąlterer Sohn Walter. Der Kraftwerksbau hatte zun├Ąchst in der Verantwortung Oskar von Millers gelegen.
1899 Walther Rathenau wird in den Vorstand des Konzerns berufen.
1899 Die AEG beteiligt sich gemeinsam mit Siemens und einem Bankenkonsortium an der Gr├╝ndung der "Studiengesellschaft f├╝r elektrische Schnellbahnen", die im S├╝den Berlins Versuchsfahrten mit drehstromgetriebenen Fahrzeugen unternimmt. Zwar wird dabei mit 210,2 Kilometern pro Stunde ein Geschwindigkeitsweltrekord aufgestellt, die Versuche bringen aber nicht den gew├╝nschten Erfolg.
03.09.1899 Oberingenieur Meng empfiehlt der Stadt Freiberg (Sa), weitere Verhandlungen mit der mindestbietenden AEG wegen des Baues eines Elektrizit├Ątswerks zu f├╝hren
11.09.1899 bis 12.09.1899 Beschlu├č der Stadt Freiberg (Sa), zun├Ąchst nur weitere Verhandlungen mit der AEG wegen des Baues eines Elektrizit├Ątswerks zu f├╝hren
21.11.1899 Der Stadtrat von Freiberg (Sa) genehmigt den Bau- und Pachtvertrag f├╝r das Elektrizit├Ątswerk einschl. Stra├čenbahn. Die AEG verpflichtet sich zur Herstellung s├Ąmtlicher Bauten, Maschinen und Betriebsmittel auf Rechnung der Stadt und zur Pacht der Anlagen auf die Dauer von 10 Jahren. Der Gewinn wird zwischen Stadt und AEG geteilt (2% des Anlagekapitals an die AEG, 3% an die Stadt, die weiteren Prozente h├Ąlftig). Mittel f├╝r die Errichtung: 650.000 Mark.
1900 Die Zahl der gebauten Stra├čenbahnsysteme steigt weltweit auf 70 Stra├čenbahnen mit 1475 Kilometern Streckenl├Ąnge und 2700 Motorwagen.
1900 Der Umsatz versechsfacht sich seit 1893/94 auf 100 Millionen Mark (1900), und der Reingewinn steigt von 2,2 Millionen auf ├╝ber acht Millionen Mark.
1900 Bis zur Jahrhundertwende hat das Unternehmen insgesamt rund 248 Elektrizit├Ątswerke mit einer Gesamtleistung von 210000 PS im In- und Ausland errichtet.
1900 Die Nernst-Gl├╝hlampe (erfunden von Professor Walter Nernst, mit einem Gl├╝hfaden aus anorganischem Material) ist bei der AEG zur Serienreife entwickelt und wird auf der Pariser Weltausstellung vorgestellt. Ein wirtschaftlicher Erfolg ist ihr jedoch nicht beschieden, denn Auer von Welsbach hat inzwischen eine preiswertere elektrische Gl├╝hlampe mit Metallfaden entwickelt.
18.10.1900 Die AEG schreibt an den Magistrat der Stadt Emden, da├č sie aus der Zeitung erfahren habe, in Emden sei eine elektrische Bahn geplant, welche die Seeschleuse mit der Stadt verbinden solle. Die AEG w├╝rde gerne einen ausf├╝hrlichen Kostenvoranschlag unterbreiten.
22.10.1900 Der Magistrat der Stadt Emden schreibt u.a. an die AEG, mit der Bitte um die Hergabe einer Offerte f├╝r eine elektrische Bahn mit 1 m Spurweite auf einer L├Ąnge von 3 Kilometern. - Die AEG wird die Erbauerin der 1902 er├Âffneten Bahn
1901 Beginn des Dampfturbinenbaus
1901 Aufnahme des Turbinenbaues nach Patenten von Riedler und Stumpf. - Die AEG sichert sich wenig sp├Ąter die Rechte zur Nutzung der Patente von Curtis aus den USA. Im Gegenzug erwirbt "General Electric" die Nutzungsrechte an den Riedler-Patenten f├╝r den amerikanischen Markt.
1901-1935 In der Neuen Automobil-Gesellschaft mbH werden Kraftfahrzeuge gebaut.
1901 Die AEG beginnt sich f├╝r den Automobilbau zu interessieren und gr├╝ndet 1901 die "Neue Automobil-Gesellschaft m.b.H." (NAG). Dahinter steht zun├Ąchst der Gedanke, Fahrzeuge elektrisch zu betreiben. Sollte sich dies aus technischen Gr├╝nden nicht verwirklichen lassen, ist an den Bau von Fahrzeugen mit Verbrennungsmotoren gedacht.
1902 Das Zusammenwirken von AEG und UEG ist schon 1902 sehr g├╝nstig, so da├č die v├Âllige Vereinigung f├╝r die Aktion├Ąre vorteilhaft erscheint. Die Fusionsverhandlungen zwischen AEG und UEG werden wieder aufgenommen. Die UEG verf├╝gt auf dem Gebiet der Bahntechnik zwar ├╝ber gro├če Potentiale, ist aber sonst auf die Zusammenarbeit mit anderen Unternehmen angewiesen. Als Ergebnis der Verhandlungen kommt zun├Ąchst die Bildung einer Interessengemeinschaft beider Gesellschaften zustande.
1902 In der Generalversammlung werfen Aktion├Ąrsvertreter Emil Rathenau - wohl nicht ganz zu Unrecht - Bestrebungen zur Errichtung einer "Dynastie" vor.
1902 Die K├Âlner Firma Helios wird zum Sanierungsfall. AEG und "Siemens & Halske" kaufen sie gemeinsam auf und legen sie still.
1902 Die AEG ├╝bernimmt die elektrotechnische Abteilung der Firma Gebr. K├Ârting in Hannover.
1902 Die "Elektrizit├Ąts-Aktiengesellschaft vorm. Schuckert & Co." ger├Ąt in Schwierigkeiten, als ihr f├╝hrender Finanzier, die "Leipziger Bank", 1902 in Konkurs geht. Schuckert sucht daher Anschlu├č an die AEG. Walther Rathenau und Felix Deutsch sprechen sich trotz der desolaten finanziellen Lage des Unternehmens f├╝r eine ├ťbernahme aus. Emil Rathenau will aber nicht auf Jahre hinaus Geld in die Sanierung Schuckerts stecken. Er ├╝berl├Ą├č die Entscheidung dem Vorstand, der sich gegen die Meinung des Sohnes mehrheitlich gegen die Fusion ausspricht. Schuckert wendet sich daraufhin an die Firma Siemens.
1902 Inbetriebnahme des ersten AEG-Obus' auf der Strecke Niedersch├Âneweide - Johannisthal
12.05.1902 Walther Rathenau verl├Ą├čt den Konzern. Der Grund liegt allerdings weniger im Vorwurf der Dynastie-Bildung seitens der Aktion├Ąre als in einem gesch├Ąftspolitischen Streit mit dem Vater, bei dem es um den mi├člungenen Einstieg der AEG bei der "Elektrizit├Ąts-Aktiengesellschaft vorm. Schuckert & Co." geht. Am 12. Mai 1902 gibt der AEG-Aufsichtsrat "unter Bedauern und mit dem Ausdrucke des Dankes" dem Wunsch Walther Rathenaus" statt, aus dem Vorstand auszuscheiden.
1902 An die Stelle Walther Rathenaus als Vorstandsmitglied r├╝ckt Georg Klingenberg, der eine neue Phase im Kraftwerksbau einleitet und richtungsweisende Gro├čprojekte verwirklicht. Klingenberg entwickelt ein raumsparendes Baukastenprinzip.
1903 Der Turbinenbau siedelt mit etwa 500 Arbeitern in die Huttenstra├če ├╝ber.
1903 Bau von Einspritz-Kondensatoren mit Zentrifugal-Wasserpumpe auf der Hauptturbinenwelle nach Riedler-Stumpf
1903 Aufnahme der Fabrikation von "Eintaster-Schreibmaschinen" mit auswechselbarem Schreibkopf" ("Mignon")
27.05.1903 Die AEG und "Siemens & Halske" gr├╝nden gemeinsam die "Gesellschaft f├╝r drahtlose Telegraphie mbH". Das Unternehmen arbeitet zun├Ąchst als Entwicklungs- und Vertriebsgesellschaft, produziert wird in den Fabriken der Eigent├╝mer. Diese Gesellschaft wird durch die Erfolge auf ihrem Gebiete bahnbrechend und erlangt Weltbedeutung.
15.08.1903 AEG beginnt ihre Versuche mit Einphasen-Wechselstrom 25 Hz, 6 kV auf der Strecke Niedersch├Âneweide - Spindlersfeld.
Herbst 1903 Emil Rathenau handelt in den Vereinigten Staaten Vertr├Ąge mit der "General Electric" und "Thomson-Houston" zum gegenseitigen Austausch von Patenten und Erfahrungen aus. Sie bilden die Grundlage f├╝r die endg├╝ltige Fusion der AEG mit der UEG. handelte Rathenau mit GE die gegenseitige ├ťberlassung aller Patente aus und grenzte das Gesch├Ąft territorial ab. Danach ist die GE ausschlie├člich f├╝r die M├Ąrkte in den USA und Kanada zust├Ąndig; die AEG in einem Gro├čteil der L├Ąnder Europas. In Italien gr├╝nden beide Unternehmen eine gemeinsame Gesellschaft; in Gro├čbritannien schlie├čen die "Britische Thomson-Houston Co." und die AEG einen Vertrag ├╝ber das Exportgesch├Ąft. Thomson-Houston beteiligt sich an der englischen AEG-Tochter zur Herstellung von Gl├╝hlampen. In Frankreich erfolgt ein gegenseitiger Patentaustausch mit der dortigen "Thomson-Houston Cie.". Au├čerdem gr├╝nden die AEG und GE eine Gesellschaft zur gegenseitigen Verwertung von Patenten auf dem Turbinensektor und vereinbaren einen Austausch von Rechten beim Bau von Schiffsantrieben. Im Ergebnis wird das Abkommen so gewertet, "da├č die AEG und GE die geistigen Grundlagen ihrer Fabrikation vereinigen und sozusagen die Welt unter sich aufteilen."
27.10.1903 Der AEG-Versuchstriebwagen erreicht auf der Milit├Ąrbahn Marienfelde-Zossen bei Geschwindigkeitsversuchen der "Studiengesellschaft f├╝r elektrische Schnellbahnen" eine Geschwindigkeit von 210,2 km/h
1904 Die AEG geht auf den Bau von Curtisr├Ądern mit eingesetzten radialen Schaufeln ├╝ber
1904 Ausbildung einer Typenserie von Gleichstrom-Turbogeneratoren mit Kompensationswicklung nach D├ęri f├╝r direkte Kupplung
1904 Bau von Oberfl├Ąchen-Kondensatoren mit mehrfacher Umkehrung im Dampfraum und trockenen Schieber-Luftpumpen
1904 Bau der Turbinenfabrik Huttenstra├če, Berlin-Moabit
Febr. 1904 Die AEG-Generalversammlung stimmt der Fusion mit der UEG zu. Durch die Fusion mit der AEG kann diese nun auch auf GE-Patente zur├╝ckgreifen und zu dem amerikanischen Konzern mit eigenen Entwicklungen in Konkurrenz treten, wodurch die Interessen von GE auf das ├Ąu├čerste gef├Ąhrdet sind.
04.04.1904 Die Allgemeine Elektrizit├Ąts-Gesellschaft (AEG) schlie├čt eine Interessengemeinschaft mit der Dampfturbinenaktiengesellschaft Brown, Boveri & Cie. und schafft damit gute Voraussetzungen f├╝r die Expansion im zukunftstr├Ąchtigen Turbinenbau.
27.10.1904 Besichtigung der elektrischen Schwei├čanlagen in der Fabrik Huttenstra├če durch den Verein Deutscher Maschineningenieure
1905 Bau von schnellaufenden Kolbenpumpen zur gemeinsamen F├Ârderung von Kondensat und Luft mit direkt gekuppeltem Motor
1905 Zur Erweiterung der Produktion von Gl├╝hlampen und Nernst-Lampen: Errichtung des neuen Gl├╝hlampenwerks in der Sickingenstra├če
1905 Der Ausbau der Apparatefabrik an der Ackerstra├če ist abgeschlossen
1905 In St. Petersburg werden die Vereinigte Kabelwerke A.G., von Siemens & Halske gemeinsam mit der Allgemeinen Elektrizit├Ątsgesellschaft und der Firma Felten & Guilleaume gegr├╝ndet.
1905 Bau der Fabrik Sickingenstra├če (Gl├╝hlampen, sp├Ąter R├Âhrenwerk), Berlin-Moabit
1905 Die AEG f├╝r ihre neue Tochtergesellschaft "Neue Automobil-Gesellschaft m.b.H." in Berlin-Obersch├Âneweide eine Fabrik, in der neben Sport- und Personenwagen Lastkraftwagen und Zugmaschinen hergestellt werden.
1905/07 Infolge der UEG-Eingliederung steigt der AEG-Umsatz von 132 Millionen Mark (1904/05) innerhalb weniger Jahre auf 237 Millionen Mark. Die Dividende, die w├Ąhrend der Krise 1901/03 auf acht Prozent gefallen war, steigt im Gesch├Ąftsjahr 1906/07 auf zw├Âlf Prozent.
1905 Die AEG richtet bei GE ein Verbindungsb├╝ro ein, das - mit Unterbrechungen - bis in die achtziger Jahre existieren wird.
1905/06 Die ersten AEG-Curtis-Turbinen mit horizontal angeordneter Welle tauchen Auf. Sie werden wegen des geringen Dampfverbrauchs bei Teillast und wegen der kurzen Baul├Ąnge zu gef├╝rchteten Gegnern der Konkurrenz.
Anfang 1905 Mit den St├Ądten Werdau und Crimmitschau werden Vertr├Ąge ├╝ber die Versorgung der beiden Orte mit Licht und Kraft abgeschlossen. Au├čerdem ist der Bau einer Verbindungsbahn zwischen beiden Orten vorgesehen.
1906 Bau von Hochofengebl├Ąsen
1906 Um 1906: Umzug der Hauptverwaltung vom Schiffbauerdamm 22 in ein f├╝r 4 Mio Mark errichtetes Verwaltungsgeb├Ąude am Friedrich-Karl-Ufer
1906 Die AEG gr├╝ndet zusammen mit der "W. C. Heraeus G. m. b. H." in Hanau die "Quarzlampen-Gesellschaft m. b. H.", an der die AEG. noch um 1943 zur H├Ąlfte beteiligt ist.
1906 Die Wolframlampe erscheint erstmals
1906 Heraeus und die AEG gr├╝nden zusammen die "Quarzlampengesellschaft mbH". In enger Zusammenarbeit mit medizinischen Instituten wird die "k├╝nstliche H├Âhensonne Original Hanau" entwickelt.
1907 Einsatz der Dampfturbinen-Drosselregulierung mit Abschaltung von D├╝sengruppen von Hand durch eine selbstt├Ątige D├╝senregelung
1907 Die erste ├╝berhaupt gebaute Anzapfturbine wird in einer Textilfabrik bei Berlin aufgestellt
1907 Luftgek├╝hlte, ventilierte Turbogenerator-Geh├Ąuse
1907 Durch einen Konjunktureinbruch ger├Ąt die traditionsreiche "Felten & Guilleaume-Lahmeyerwerke A.G." in eine bedrohliche Lage. Das Unternehmen ben├Âtigt dringend einen Partner. Walther Rathenau setzt sich bei der AEG f├╝r eine Eingliederung nach dem Vorbild der UEG ein und hat mit seinem Vorhaben Erfolg.
1907 Der Architekt und Formgestalter Peter Behrens wird als k├╝nstlerischer Beirat der AEG verpflichtet. Dieser Schritt erfolgt zu einem Zeitpunkt, als die industrielle Formgestaltung noch am Anfang steht. - In den Jahren seiner T├Ątigkeit f├╝r die AEG pr├Ągt Behrens mit seinen Entw├╝rfen, die von der Visitenkarte bis zu kompletten Fabrikanlagen reichen und die sich durch einfache und klare Formen auszeichnen, das Erscheinungsbild des Unternehmens entscheidend. Hierzu geh├Âren unter anderem die Maschinenhalle der Turbinenfabrik in der Berliner Huttenstra├če und die Lokomotivfabrik in Hennigsdorf. Behrens gestaltet au├čerdem elektrische Bogenlampen, Ventilatoren, Tee- und Wasserkessel, Heizk├Ârper und Uhren. Von ihm stammen Plakate, Festschriften, Werbebrosch├╝ren und schlie├člich auch die Firmenzeichen. Peter Behrens gilt als Sch├Âpfer der "Corporate Identity" und des "Corporate Design".
1907 Fertigstellung der AEG-Apparatefabrik in der Ackerstra├če, geplant von Franz Schwechten
1908 Die 1000-kW-Grenze bei Turbinen mit 3000 U/min wird ├╝berschritten
1908 Nach ├╝ber dreij├Ąhrigen Auseinandersetzungen des RWE mit Kommunen des westf├Ąlischen Ruhrgebiets und der AEG gelingt eine Abgrenzung der Versorgungsgebiete (Demarkation) mit den Vorg├Ąngerunternehmen der sp├Ąteren VEW. Gemeinsam gr├╝ndet man das "Westf├Ąlische Verbandselektrizit├Ątswerk".
1908 Es wird eine Pensionseinrichtung geschaffen. - Sie wird sp├Ąter mehrfach erweitert.
1908 In Fortf├╝hrung der bis dahin von der AEG betriebenen Automobilfabrik erfolgt die Zusammenlegung dieser Fabrik mit der schon bestehenden Vertriebsgesellschaft unter deren Namen "Neue Automobil-Gesellschaft".
1909 Bau von stehenden Kondensat- und Luftpumpen mit Turbinenantrieb f├╝r Schiffszwecke
1909 Verlegung eines 56adrigen Papier-Luftraumkabels der AEG ohne Stanniolschutz f├╝r die Berliner Stadtleitung.
1909 Bau der AEG-Fabriken Hennigsdorf (Isolierstoffe, Bahntechnik, Flugzeugwerft, technisches Porzellan, Hausger├Ąte)
1909 Klingenberg wendet sein Kraftwerks-Baukonzept erstmals im Kraftwerk Heegerm├╝hle bei Eberswalde an. Es dient als Vorbild f├╝r alle weiteren AEG-Kraftwerksbauten.
1909 Gr├╝ndung des "Elektrizit├Ątswerk Schlesien" in Tschechnitz ├╝ber die Finanzierungstochter "Gesellschaft f├╝r elektrische Unternehmungen" (Gesf├╝rel)
1910 Die durchgehende, starre Turbinen-Grundplatte, auf welche sich die Geh├Ąuse mit breiten F├╝├čen aufsetzten, wird verlassen. Stattdessen Befestigung der Geh├Ąuse mit halbkreisf├Ârmigen, breiten Flanschen und Aufh├Ąngung in Achsh├Âhe
1910 Ersatz der Turbinen-D├╝senregelung mit vertikaler Kulissenstange durch auomatische D├╝senregelung nach Curtis mit Nockenwelle
1910 F├╝r die von Prof. Klingenberg entworfene Druckluftzentrale der Rand Mines Power Supply Company in S├╝dafrika: Erster Turbokompressor, f├╝r 36.000m3 sr├╝ndlicher Ansaugleistung
1910 Das Historische Museum der AEG wird gegr├╝ndet.
1910 Die AEG ├╝bernimmt das Lahmeyerwerk, das aus dem Konzern Felten & Guilleaume herausgel├Âst wird.
1910 Die AEG richtet eine flugtechnische Abteilung ein und stellt ihr erstes Flugzeug vor - einen Doppeldecker aus Holz.
1910 Die AEG ├╝bernimmt das Frankfurter Dynamowerk der "Felten & Guilleaume-Lahmeyerwerke A.G.", bringt es in eine eigene Aktiengesellschaft ein und erwirbt zusammen mit der Z├╝richer Elektrobank die Aktienmehrheit am Konzern.
1910 Walther Rathenau wird Vorschlag von Carl F├╝rstenberg zum stellvertretenden Aufsichtsratsvorsitzenden der AEG berufen.
1911 Max Grande beginnt als Chefingenieur bei AEG Mannheim
1911 Gr├╝ndung der Deutschen Betriebsgesellschaft f├╝r drahtlose Telegraphie m. b. H.; diese r├╝stet Schiffe mit Funkanlagen aus.
1911 Die Stra├čenbahn in Halle wird von der AEG bisher in Eigenregie betrieben.
1911 Der elektrotechnischen Industrie gelingt es unter ma├čgeblicher Beteiligung der AEG, noch vor Ausbruch des Ersten Weltkriegs den Weg zur Elektrifizierung der Fernbahnen mit Einphasenwechselstrom zu ebnen. Nach erfolgreichen Pilotprojekten in der N├Ąhe Innsbrucks und in Hamburg wurde 1911 zwischen Bitterfeld und Dessau die erste elektrifizierte Fernbahnlinie Deutschlands in Betrieb genommen.
1911 Die AEG pr├Ąsentiert das Projekt, in Berlin eine komplette U-Bahnlinie von Gesundbrunnen bis Neuk├Âlln in eigener Regie zu errichten. Zu diesem Zweck wird die "AEG-Schnellbahn A.-G." gegr├╝ndet. Der Auftrag hat ein Volumen von 60 Millionen Mark, was 15 Prozent des gesamten Auftragsbestands der AEG ausmacht. - W├Ąhrend des Kriegs kommen die Bauarbeiten an der U-Bahnlinie zum Erliegen, und das Schnellbahnprojekt entwickelt sich zu einer gro├čen finanziellen Belastung f├╝r den Konzern. Nur mit M├╝he gelingt es nach dem Krieg, das gescheiterte Gro├čprojekt abzusto├čen. Die Strecke wird schlie├člich von der Stadt Berlin fertiggestellt.
1911 Die Hausger├Ąte-Produktion wird auf das Gel├Ąnde der AEG-Fabriken Hennigsdorf verlegt.
1911 Einf├╝hrung der L├Âschkammer in Leistungsschaltern in Deutschland (erfunden durch Hillard und Parson 1908)
1911 Nach der zweiten Staatspr├╝fung von Hans Gr├╝nholz (1910) folgen T├Ątigkeiten bei der AEG in M├╝nchen und Berlin: Projektierung von Stra├čenbahnen und Berechnung von Projekten
1911 Entwicklung eines neustufigen, eingeh├Ąusigen Kreiselverdichters f├╝r 7fache Verdichtung und eine Ansaugmenge von 15.000 - 18.000 cbm/h mit Geh├Ąusek├╝hlung und zus├Ątzlicher Au├čenk├╝hlung durch zwei Zwischenk├╝hler. Er kommt im Folgejahr auf den M├Âller-Sch├Ąchten in Betrieb.
27.05.1911 Gr├╝ndung der "Hamburger Hochbahn AG" zusammen mit "Siemens & Halske"
1912 Einf├╝hrung der Turbinen-D├╝senregelung durch direkt gesteuerte Drehkolben
1912 F├╝r die Rand Mines Power Supply Company in S├╝dafrika: Turbokompressor, f├╝r 90.000m3 st├╝ndlicher Ansaugleistung
1912 Bau von Kohlens├Ąure-Turbogebl├Ąsen f├╝r Zuckerfabriken
1912 Es werden Patente f├╝r die erste Elektronenverst├Ąrkerr├Âhre der Welt erworben (Firmenkonsortium unter Beteiligung der AEG)
1912 Emil Rathenau erkrankt und mu├če sich von der Gesch├Ąftsf├╝hrung der AEG zeitweilig zur├╝ckziehen. Damit ger├Ąt das von ihm mit aller Konsequenz verfochtene Unternehmenskonzept ins Wanken. Felix Deutsch, Emil Rathenaus engster Mitarbeiter, und Walther Rathenau brechen einen Machtkampf vom Zaun. Walther Rathenau, teils aus Ehrgeiz, teils auf Wunsch des Vaters, darauf, entweder Vorstandsvorsitzender oder Pr├Ąsident des Aufsichtsrats mit besonderen Vollmachten gegen├╝ber dem Vorstand zu werden.
Juni 1912 Abschlu├č eines Vertrags mit der Stadt Brandenburg (Havel), aufgrund dessen das bisher st├Ądtische Elektrizit├Ątswerk der AEG bzw. der neu zu gr├╝ndenden Gesellschaft ├╝bergeben wird, deren F├╝hrung und ├ťberwachung an die "Elektrizit├Ąts-Lieferungs-Gesellschaft" ├╝bergeht.
10.1912 Emil Rathenau bittet bei Carl F├╝rstenberg um die Aufnahme seines Sohnes Walther in den Vorstand. Felix Deutsch widersetzt sich dieser Absicht energisch und droht mit seinem Austritt aus der Direktion. Walther Rathenaus Versuch, erneut in den Vorstand der AEG einzutreten, ist damit gescheitert. Er zieht daraus die Konsequenz und w├Ąhlt den Posten des Aufsichtsratsvorsitzenden, womit er Vorgesetzter seines Vaters wird.
1913 Die erste Entnahme-Turbine mit Verbundsteuerung und doppelter automatischer D├╝senregelung
1913 Nach seiner Promotion tritt Friedrich M├╝nzinger in die Allgemeine Elektricit├Ątsgesellschaft ein
1913 Der bei der AEG t├Ątige A. Meissner erfindet die R├╝ckkopplungsschaltung
1913 Die AEG erh├Ąlt ihren ersten Gro├čauftrag zur Lieferung elektrischer Fernbahnlokomotiven.
1913 Emil Rathenau kann nach einer Genesung die Gesch├Ąfte wiederaufnehmen. Sein Sohn Walther legt den pers├Ânlichen Streit mit Felix Deutsch bei; gesch├Ąftlich kommen beide ohnehin gut miteinander aus.
1913 Bau eines gro├čen Kreiselverdichters f├╝r normal 100.000 cbm/h f├╝r die "Victoria Falls and Transvaal Power Company" zur Verdichtung von Luft auf einen Enddruck von 10 - 12 ata. Er wird durch eine Dampfturbine mit 3000 U/min angetrieben und besteht aus einem zweiflutigen Niederdruckteil, einem Mitteldruck- und einem Hochdruckteil, besitzt Geh├Ąusek├╝hlung und Zwischenk├╝hlung
14.04.1913 Die AEG-Werke liefern f├╝r den Postg├╝terbahnhof Luckenwalder Stra├če die erste elektrische Lokomotive.
13.05.1913 Abschlu├č eines Pachtvertrags mit der Stadt Rostock f├╝r deren Elektrizit├Ątswerk und die ├ťberlandzentrale Bramow
1. Weltkrieg Mit Beginn des Ersten Weltkriegs entwickelt sich der Flugzeugbau zu einem der bedeutendsten Produktionszweige des gesamten Unternehmens. Entsprechend steigt die Produktion in den beiden Werken in Berlin-Johannisthal (Sitz des Tochterunternehmens AGO Flugzeugwerke) und Hennigsdorf.
01.08.1914 Mit Beginn des Ersten Weltkriegs geht der AEG ein Gro├čteil ihres Auslandsgesch├Ąfts und damit ein Anteil am Umsatz von rund 20 Prozent verloren. Allein in Ru├čland, wo sich die gr├Â├čte Auslandsgesellschaft befindet, verliert der Konzern rund 24 Millionen Goldmark. In den deutschen Fabriken kommt es zu Massenentlassungen und das, obwohl 13.000 der rund 66.000 Besch├Ąftigten eingezogen worden sind.
1. Weltkrieg ├ťbernahme des britischen Werks "A. E. G. Electric Co." durch "Dick, Kerr & Co" in Preston
1. Weltkrieg Nach der Marneschlacht (6. bis 9. September 1914) zeichent sich ein l├Ąngerer Kriegsverlauf ab, und die Auftragslage verbessert sich.
1915 AEG als gr├Â├čtes deutsches Unternehmen der Elektroindustrie besch├Ąftigt mehr als 66 000 Mitarbeiter.
1915 Die "Berliner Elektricit├Ąts-Werke" (BEW) gehen vereinbarungsgem├Ą├č vom AEG-Besitz in st├Ądtisches Eigentum ├╝ber. Zur Kl├Ąrung der Situation und um eine Aufl├Âsung der BEW abzuwenden, kommt es auf der Basis einer Kapitalerh├Âhung bei der AEG zu einem Aktientausch von Stammaktien der BEW gegen junge AEG-Aktien. Die Aktion├Ąre der BEW akzeptieren diese Transaktion, mit der auch der Fortbestand und die Weiterentwicklung der inzwischen zur BEW geh├Ârenden Beteiligungen an elektrowirtschaftlichen Gesellschaften und mitteldeutschen Braunkohlegruben gesichert wird. Insgesamt erh├Ąlt die AEG zwar eine Entsch├Ądigung in H├Âhe von 123 Millionen Mark, h├Ątte jedoch auf diese Einnahme zugunsten einer Fortf├╝hrung der BEW in eigener Regie gerne verzichtet.
1915 Die AEG-F├╝hrung sieht sich veranla├čt, Vorsorge f├╝r die "R├╝ckkehr zur Friedenswirtschaft" zu treffen.
Ende M├Ąrz 1915 Als Walther Rathenau Ende M├Ąrz 1915 in die AEG-F├╝hrung zur├╝ckkehrt, konzentriert er sich dort auf die R├╝stungsfabrikation. Die Voraussetzungen hierf├╝r sind g├╝nstig, denn die AEG liefert schon seit langem Ausr├╝stungen f├╝r Schiffe, Kraftfahrzeuge, Funktechnik sowie Flugzeuge und z├Ąhlt damit zu den bedeutenden deutschen R├╝stungsproduzenten. Dennoch sind gewaltige Investitionen erforderlich, um die milit├Ąrischen Auftraggeber zufriedenzustellen. Diese Ma├čnahmen werden ohne Eigenkapitalzufuhr und ohne Ver├Ąu├čerungen von Beteiligungen finanziert.
20.06.1915 Tod von Emil Moritz Rathenau in Berlin
2. H├Ąlfte 1915 Nach dem Tod von Emil Rathenau entbrennt an der AEG-Spitze erneut ein Streit ├╝ber die k├╝nftige Kompetenzverteilung zwischen Vorstand und Aufsichtsrat. Walther Rathenau fordert Sondervollmachten und den Titel des Pr├Ąsidenten der AEG - mit Erfolg. Damit r├╝ckt er in eine Position, in der er Funktionen des Aufsichtsrats mit denen des Vorstands in seiner Person vereinigt, und hat damit in der AEG alles erreicht, was er erreichen kann.
12.1915 Das Kraftwerk Golpa-Zschornewitz bei Bitterfeld in Betrieb. Es war mit einer Leistung von 128 Megawatt das gr├Â├čte Dampfkraftwerk der Welt.
1916 Aufstellung des ersten von vier Dampftubinens├Ątzen von je 50000 kW f├╝r das Goldenbergwerk der RWE
1916/17 Im Gesch├Ąftsjahr 1916/17 steigt die AEG zum zweitgr├Â├čten R├╝stungslieferanten Deutschlands nach Krupp auf. Von den 534 Millionen Mark Umsatz in jenem Gesch├Ąftsjahr liegt der Anteil der Kriegsfertigung bei 234 Millionen Mark, was einem Anteil von mehr als 45 Prozent am Gesamtumsatz entspricht. Die Zahl der Besch├Ąftigten des Unternehmens kletterte auf fast 80.000. Die AEG liefert elektrische Ausr├╝stungen f├╝r Unterseeboote, funktechnische Anlagen, Scheinwerfer und Flugzeuge. Schwerpunkt ist die Munitionsherstellung. Sie erreicht binnen kurzem eine so gro├če Bedeutung, da├č in der Unternehmensf├╝hrung zeitweilig Pl├Ąne kursieren, sie nach dem Krieg fortzusetzen.
1917 Dr. Sulzberger, Oberringenieur der AEG-Turbinenfabrik, scheidet aus und kehrt in die Schweiz zur├╝ck
1917 Ein AEG-Flugzeug stellt mit 6500 Metern einen H├Âhenflugweltrekord auf.
1917 Als es im Verlauf des Jahres zu einem merklichen R├╝ckgang in der Kriegsfabrikation kommt, werden die Vorbereitungen zur Umstellung auf die Friedenswirtschaft beschleunigt.
27.04.1917 Beteiligung an der Gr├╝ndung der "Innwerk, Bayerische Aluminium AG" in T├Âging (Inn) unter Beteiligung des Deutschen Reiches, des Bayerischen Staates sowie der "Gebr├╝der Giulini GmbH" in Ludwigshafen und der "Siemens-Schuckert-Werke AG", Berlin, mit einem Grundkapital von 13.200.000 Mark
1918 Bau der ersten Getriebe-Schiffsturbine
1918 AEG hat ma├čgeblichen Anteil an der fl├Ąchendeckenden Stromversorgung in Deutschland.
1918 Die AEG nimmt den Bau von Dampflokomotiven auf.
1918 Gemeinsam mit der "Felten & Guilleaume Carlswerk A.-G." besitzt die Gesellschaft seit 1918 das Kapital der "Papierfabrik G. m. b. H. vormals Br├╝der K├Ąmmerer", Osnabr├╝ck (Kapital RM 4.000.000,00) je zur H├Ąlfte.
1918 Die AEG gr├╝ndet zusammen mit der Hapag und der Gutehoffnungsh├╝tte die Deutsche Werft A.-G., Hamburg.
1918 Bau des Stahl- und Walzwerks Hennigsdorf
1918 Es verlassen t├Ąglich bis zu sechs Flugzeuge die Werkhallen in Johannisthal und Hennnigsdorf.
Anfang 1918 Anfang 1918 Gr├╝ndung der "Deutsche Werft AG" durch die AEG gemeinsam mit der Gutehoffnungsh├╝tte und der "Hapag Lloyd AG", die nach Kriegsende Handelsschiffe bauen wird.
1918/21 In den Jahren 1918 bis 1921 wird das Aktienkapital von 200 Millionen Mark auf 850 Millionen Mark erh├Âht. Der enorme Kapitalbedarf kann vom heimischen Geldmarkt aber nicht erbracht werden.
1919 Aus Rentabilit├Ątsgr├╝nden mu├č die flugtechnische Abteilung der AEG in Hennigsdorf geschlossen werden.
1919 Gr├╝ndung der "Osram GmbH KG" durch "Siemens & Halske", die AEG und die "Deutsche Gasgl├╝hlicht AG (Auer-Gesellschaft)"
1919 Er├Âffnung der AEG-Fabrik M├╝lheim/Ruhr (Reparaturwerk)
1919 Versuch der AEG f├╝r den Einstieg in das zivile Luftfahrtgesch├Ąft, durch die Beteiligung an der Gr├╝ndung der "Deutsche Luft-Reederei GmbH" (DLR).
1919 Die AEG-Beteiligung an den AGO-Flugzeugwerken wird liquidiert, deren Grundst├╝ckseigentum in Johannisthal bei Berlin abgesto├čen.
1920 Die AEG, "Siemens & Halske" und die "Deutsche Gasgl├╝hlicht-A.-G. (Auer-Gesellschaft)" sehen sich zum Kampf gegen ausl├Ąndische Konkurrenz veranla├čt, ihre Gl├╝hlampenfertigung zusammenzulegen und gemeinsam die "Osram GmbH KG" (Abk├╝rzung Osram, zusammengesetzt aus den Worten Osmium und Wolfram) zu gr├╝nden. Dabei sichert sich die AEG auf Fabrikation und Gesch├Ąftsf├╝hrung einen hinreichenden Einflu├č. - Der Zusammenschlu├č f├╝hrt schon bald zu positiven Ergebnissen: Osram steigt nicht nur zum f├╝hrenden europ├Ąischen Gl├╝hlampenhersteller auf.
1920 Er├Âffnung der AEG-Fabrik Scheibenberg/Erzgeb. (Installationsmaterial)
1920 Die AEG und "Siemens-Schuckert" gr├╝nden die "Industrie-Einkaufs- und Verwertungs-Gesellschaft mbH".
1920 Als Anfang der zwanziger Jahre die "Felten & Guilleaume Carlswerke AG" in Schwierigkeiten ger├Ąt, stockt die AEG 1920 ihr Kapital um zehn Millionen Mark auf, um diese f├╝r sie wichtige Beteiligung zu halten.
1920 Die AEG bildet eine Interessengemeinschaft mit der "Ph. Rosenthal & Co. A.-G.", Selb, zur Herstellung technischen Porzellans
1920 Beteiligung der AEG an der "Mix & Genest" (Telefon- und Telegraphenbau).
1921 Im Zusammenhang mit mit der Verschmelzung zur Osram-Gesellschaft erfolgt die Angliederung und Betriebsvereinigung der Glaskolbenfabrik f├╝r Gl├╝hlampen der "Vereinigte Lausitzer Glaswerke A. -G." mit der Osram-Gesellschaft. An der "Vereinigte Lausitzer Glaswerke A.-G." bleibt die AEG beteiligt. Die Gesellschaft geh├Ârt auf dem Gebiete der Herstellung von Schleif- und Hohlglas zu den f├╝hrenden Gesellschaften Deutschlands.
1921-1922 Die Aktienmehrheit der "Hartung A.-G. Berliner Eisengie├čerei und Maschinenfabrik" wird gegen Hergabe von AEG-Aktien erworben.
1921 Ein Gemeinschaftswerk zur Geschichte der AEG wird von Paul Ufermann und Carl H├╝glin publiziert. Beide Autoren versuchen, die Geschichte und die ├╝beraus komplizierte Verflechtung des AEG-Konzerns anschaulich zu machen. Die Werksleitung distanziert sich davon.
1921 Bau des Transformatorenwerks Berlin-Obersch├Âneweide
1921 Er├Âffnung der AEG-Fabrik Crottendorf/Erzgeb. (Installationsmaterial)
1921 Bildung einer Interessengemeinschaft der AEG mit den "Linke-Hofmann-Werken". Gemeinsam wird ein Stahlwerk in Hennigsdorf bei Berlin begonnen.
1921 Die AEG gr├╝ndet gemeinsam mit den N├╝rnberger "Bing-Werken" die "Elektrobeheizung G.m.b.H.". Sie wird bald darauf von der AEG ├╝bernommen. Das Werk produziert elektrische Hausger├Ąte.
07.04.1921 In Berlin wird die Deutsche Fernkabel-Gesellschaft (DFKG) als Tochterunternehmen der Deutschen Reichspost, der AEG, den Firmen Siemens & Halske und Felten & Guillaume Carlswerk gegr├╝ndet.
10.1921 Die AEG trifft mit der "Porzellanfabrik Ph. Rosenthal & Co. A.-G." ein Abkommen, durch das die der AEG geh├Ârige Porzellanfabrik in Hennigsdorf und die elektrotechnische Porzellanfabrik des Rosenthal-Konzerns in Selb zu einer Interessengemeinschaft zusammengeschlossen wird.
10.10.1921 Die AEG versendet an die deutschen Verkehrsbetriebe und Kleinbahnen einen Prospekt ├╝ber den von ihr mitentwickelten Benzoltriebwagen, der zu dieser Zeit bei der Kreisbahn Beeskow-F├╝rstenwalde eingesetzt ist.
Dez. 1921 Die AEG-Tochter "Elektrizit├Ąts-Lieferungsgesellschaft" tritt in den Pachtvertrag der AEG mit der Stadt Rostock f├╝r deren Elektrizit├Ątswerk und die ├ťberlandzentrale Bramow ein.
1922 Carl F├╝rstenberg wird Erster Aufsichtsratsvorsitzender.
1922 Er├Âffnung der AEG-Fabrik f├╝r Elektrobeheizung (Hausger├Ąte), N├╝rnberg
1922 Die AEG und "Siemens-Schuckert" gr├╝nden die "Fabrikenvereinigung West-Ost GmbH"
1922 Kauf der "Hartung A.-G. Berliner Eisengie├čerei und Gu├čstahlfabrik"
1922 Erwebung einer Beteiligung an der "Otto Jachmann A.-G."
Ende Mai 1922 Walther Rathenau legt Ende Mai 1922, nachdem er Reichsau├čenminister geworden war, sein Amt als Pr├Ąsident der AEG nieder und scheidet aus dem Vorstand aus. Seine Position im Aufsichtsrat der AEG ├╝bernimmt der Bankier Carl F├╝rstenberg, der diese Position bis zu seinem Tod 1933 inne hat.
1923 Oscar Lasche, Leiter der AEG-Turbinenfabrik, stirbt
1923 Die Dampfturbinen-Grenzleistung liegt bei 25000 kVA
1923 Die Olympia B├╝romaschinenwerke A. -G., hervorgegangen aus der schon in der Vorkriegszeit betriebenen Schreibmaschinenfabrikation der AEG, wird von der AEG und der Deutsche Werke A.-G. zun├Ąchst unter dem Namen "AEG - Deutsche Werke A.-G " gegr├╝ndet. Sie ist eine der gr├Â├čten Schreibmaschinenfabriken Deutschlands. (Die Deutsche Werke A.-G. tritt ihre Anteile sp├Ąter, vor 1943, an die AEG ab.)
1923 Die "Elektrotechnische Fabrik Elfa" in Frankfurt am Main wird von der AEG erworben.
1923 Nach Einf├╝hrung der Rentenmark wird das Kapital der AEG auf 156 Millionen Mark festgesetzt.
1923 Die AEG und "General Electric" schlie├čen erneut einen Vertrag ├╝ber den freien Austausch von Betnebserfahrungen und Erfindungen. Von einer erneuten Aufteilung der Weltm├Ąrkte ist diesmal nicht mehr die Rede, die AEG ist f├╝r die Amerikaner l├Ąngst kein ebenb├╝rtiger Partner mehr, doch vorsichtshalber verst├Ąndigen Konzernf├╝hrungen darauf, da├č die AEG auch weiterhin nicht in den USA und in Deutschland t├Ątig werden solle.
1924 AEG-Umsatz ├╝berschreitet die Marke von 500 Millionen Reichsmark
ab Ostern 1924 Paul Sch├Âning beginnt ein eineinhalbj├Ąhriges Praktikum in verschiedenen AEG-Fabriken.
Juli 1924 Beginn der T├Ątigkeit von Hans Gr├╝nholz bei der AEG f├╝r die wissenschaftliche Behandlung von Fragen des elektrischen Bahnwesens
1925 Die AEG erwirbt ein Paket Aktien der "Hydrawerk A.-G.", die Kondensatoren, aller Art herstellt. (Um 1943 befindet sich das gesamte Kapital von RM 4.000.000. in H├Ąnden der AEG.)
1926 Zusammen mit einem Bankenkonsortium erfolgt die Gr├╝ndung der Kohlenveredlung A.-G., die um 1943 nach Fusion mit. der Schwelwerke Minna-Anna A.-G. "Kohlenveredlung und Schwelwerke A.-G." firmiert. Das Grundkapital der Gesellschaft betr├Ągt RM 8.000.000,00 (Stand 1943).
1926-1927 Erwerb fast des gesamten Grundkapitals der "Dr. Paul Meyer A.-G." (um 1943: "Elektrofinanz A.-G.") in Berlin.
1926 Gemeinsam mit der mit den "Deutschen Werken" in Kiel wird die "Triebwagenbau-AG" (TAG) gegr├╝ndet, man baut nebenher auch noch eigene Fahrzeuge,
1926 Er├Âffnung der AEG-Fabrik Annaberg/Erzgeb. (Installationsmaterial)
1926 Er├Âffnung der Apparatefabrik (Schaltger├Ąte, Gleichrichter, Rundfunkger├Ąte), Berlin-Treptow
1926 Die AEG er├Âffnet in Berlin-Treptow eine neue Apparatefabrik.
1926 Beginn der beruflichen T├Ątigkeit Kurt Piersons im AEG-├ľlmotorenbau und in der AEG-Lokomotivfabrik Hennigsdorf
1927/28 Der Umsatz ├╝berschreitet 500 Millionen Reichsmark.
01.07.1927 bis 31.12.1928 Mit den AEG-Kohlenstaublokomotiven 56 2906 und 2907 werden in der zweiten Jahresh├Ąlfte Werksversuchsfahrten gemacht.
01.1928 Die Kohlenstaublokomotive 56 2906 von der AEG. wird im Januar dem Lokomotiv-Versuchsamt Grunewald ├╝bergeben
1928 Die AEG zieht in das ehemalige "Passage-Kaufhaus" in der Berliner Friedrichstra├če und richtet dort ein Pr├Ąsentationszentrum f├╝r ihre Produkte und Leistungen ein
1928 Bau von Druckgasschaltern
01.02.1928 Felix Deutsch holt den 46j├Ąhrigen Hermann B├╝cher (National├Âkonom und Naturwissenschaftler, war zun├Ąchst f├╝r die deutsche Kolonialverwaltung in Kamerun t├Ątig, seit 1921 Pr├Ąsidialmitglied in den Reichsverband der deutschen Industrie, seit 1925 wirtschaftlicher Berater der Badischen Anilin- und Sodafabriken (BASF) bzw. der I.-G. Farben-Industrie AG) in den Vorstand der AEG.
01.04.1928 In Berlin-Reinickendorf wird das erste Forschungsinstitut der AEG gegr├╝ndet und damit die Forschung im Unternehmen zentralisiert.
19.05.1928 Tod von Felix Deutsch im Alter von 70 Jahren.
2. H├Ąlfte 1928 Nach dem Tod von Felix Deutsch ├╝bernimmt zun├Ąchst ein dreik├Âpfiges Direktorium, bestehend aus Hermann B├╝cher, August Elfes und Professor Waldemar Petersen, die Leitung der AEG
1929 Auch die AEG liefert seit 1929 Hochdruckturbinen von 12.000 kW an das Hochdruckkraftwerk der Ilse-Bergbau; Gleichdruckturbinen f├╝r 100 bar und 450 ┬░C und 2,5 bar Gegendruck.
1929 Die urspr├╝nglich im Besitz der "Bank Elektrischer Werte" befindlichen Aktien der "Bayerische Zugspitzbahn A.-G.", an der au├čer der AEG die "Allgemeine Lokalbahn- und Kraftwerke A.-G." beteiligt ist, werden ├╝bernommen.
1929 Er├Âffnung der AEG-Fabrik Stuttgart-Bad Cannstatt (Instandsetzung von Transformatoren, Elektrowerkzeuge)
1929 Auf dem H├Âhepunkt der konjunkturellen Erholung steigert die AEG seinen Umsatz gegen├╝ber dem Vorjahr um 15 Prozent auf 580 Millionen Reichsmark und ├╝berholt damit zum letztenmal den gro├čen Konkurrenten Siemens.
1929 Es gelingt der AEG ein letztes Mal, einen h├Âheren Umsatz als Siemens zu erzielen. Danach f├Ąllt sie gegen├╝ber ihrem Konkurrenten zur├╝ck. Zwar erholte sich die AEG ab 1934 allm├Ąhlich, Siemens wuchs jedoch ungleich schneller.
1929 Die AEG bietet der Mannheimer Stra├čenbahn Fahrleitungsomnibusse an.
01.04.1929 Das 22.000 qm gro├če Werk der Maschinenfabrik Esslingen in Stuttgart-Bad Cannstatt (bis 1882 "Gebr. Decker & Co."), das ausschlie├člich den Zwecken der elektrotechnischen Abteilung der ME diente, wird mit Wirkung ab 1. April 1929 an die AEG verkauft. - Nach dem Kriege verlagert die AEG ihre gesamte Transformatorenfertigung nach Cannstatt. Ab 1969 zusammen mit Siemens als "Transformatoren Union" und nachfolgende Schlie├čung.
08.1929 Die amerikanische "General Electric" beteiligt am Aktienkapital der AEG - Politikum, das in Deutschland wegen eines angeblichen Ausverkaufs der Industrie an das Ausland zu erregten Debatten f├╝hrt. Es zeigt jedoch, da├č deutsche elektrotechnische Industrie im Ersten Weltkrieg ihre weltweit f├╝hrende Position verloren hat. - Der Einstieg des amerikanischen Unternehmens ist f├╝r die weitere Zukunft der AEG von gro├čer Bedeutung und tr├Ągt wesentlich zu deren ├ťberleben w├Ąhrend der Weltwirtschaftskrise bei.
Ende Sept. 1929 Ende September 1929 sowie Ende M├Ąrz 1930 ├╝bernimmt die "International General Electric Co." 30 Millionen Reichsmark AEG-Stammaktien zum Kurs von 200 Prozent, was einem Anteil von 27,5 Prozent entspricht, und entsendet f├╝nf Mitglieder in den Aufsichtsrat des Konzerns.
Gj. 1929/30 Im Gesch├Ąftsjahr 1929/30 geht der Umsatz um etwa zehn Prozent auf rund 520 Millionen Reichsmark zur├╝ck.
1930 Die Marke "Olympia" wird f├╝r Schreibmaschinen eingef├╝hrt.
1930-1931 Die AEG ├╝bernimmt 1930/31 die Aktienmehrheit von "Sachsenwerk Licht und Kraft" und erwirbt damit eine weitere Rundfunkger├Ątefabrik, deren Erzeugnisse nach wie vor unter dem bisherigen Markennamen "Eswe" entwickelt, gebaut und vertrieben werden.
1930 Von der "P├Âge Elektricit├Ąts-A.-G." in Chemnitz hatte die AEG ein Paket Stamm- und Vorzugsaktien ├╝bernommen. Hierf├╝r erh├Ąlt sie 1930 bei der Fusion des Sachsenwerks mit der P├Âge-Gesellschaft im Verh├Ąltnis 1 : 1 Stammaktien.
1930 August Elfes scheidet aus dem dreik├Âpfigen Direkorium aus. Daraufhin wird Hermann B├╝cher - mit tatkr├Ąftiger Unterst├╝tzung Carl F├╝rstenbergs - alleiniger Vorstandsvorsitzender, und Prof. Petersen wird sein Stellvertreter. B├╝cher verf├╝gt ├╝ber reichlich politische Erfahrung und steht mit seinem Engagement in der Tradition seines gro├čen Vorg├Ąngers Walther Rathenau.
1930 Nach dem Einstieg von "General Electric" wird das AEG-Kapital auf 200 Millionen Reichsmark erh├Âht.
1930/31 Durch Einziehung eigener Aktien sinkt das Kapital 1930/31 auf 185 Millionen Reichsmark und kann auf dieser H├Âhe bis 1936 gehalten werden.
Gj. 1930/31 Der Umsatz geht im Gesch├Ąftjahr 1930/31 um 30 Prozent auf 370 Millionen Reichsmark zur├╝ck. Die Dividendenzahlung wird eingestellt.
Ende 1930 Die "Neue Automobil-Gesellschaft", die sp├Ąter den Namen "Nationale Automobil-Gesellschaft A.-G." annimmt, vereinigt ihre Lastkraftwagenfabrikation mit der "H. B├╝ssing A.-G." (auch "B├╝ssing-Automobil-Werke" genannt), Braunschweig, in der Gr├╝ndung "B├╝ssing/NAG Vereinigte Nutzkraftwagen A.-G.", w├Ąhrend sie die Fabrikation von Personenwagen einstellt. An dem RM 12.000.000,00 betragenden Kapital der B├╝ssing/NAG ist die NAG mit 50 % beteiligt.
1931 Verhandlungen von der AEG und der Siemens & Halske wegen der ├ťbernahme der Maffei-Schwartzkopff-Werke
1931 Das Dampflokomotivgesch├Ąft der Firma "A. Borsig G. m. b. H." und der AEG wird in den "Borsig-Lokomotiv-Werken G. m. b. H." zusammengefa├čt, die durch ihre Quote am Deutschen-Reichsbahn-Lokomotivgesch├Ąft an hervorragender Stelle steht. (Das gesamte Kapital befindet sich um 1943 in H├Ąnden der AEG.)
01.01.1931 Mit Wirkung ab 1. Januar 1931 werden die gesamten Betriebsanlagen der "Dr. Paul Meyer A.G." an die AEG verpachtet, die gleichzeitig die Warenbest├Ąnde kauft.
06.1931 Die AEG kauft von der "Berliner Maschinenbau-Aktiengesellschaft" deren 50prozentige Beteiligung an den Maffei-Schwartzkopff-Werken in Wildau (Sitz der Gesellschaft in Berlin)
Gj. 1931/32 Im Gesch├Ąftsjahr 1931/32 sinkt der Umsatz auf 220 Millionen Reichsmark und bel├Ąuft sich damit nur noch auf etwa 60 Prozent des Vorjahreswertes. Die AEG weist einen Verlust von 72,8 Millionen Reichsmark aus, der durch Aufl├Âsung des Reservefonds auf 30,7 Millionen Reichsmark reduziert werden kann.
1932 Die AEG ├╝bernimmt die Pfleumersche Idee des Magnetbands
1933-1934 Die AEG ├╝bernimmt RM 3.000.000,00 neue Anteile der "Borsig-Lokomotiv-Werke G.m.b.H.", Berlin, sowie weitere Anteile der "Osram G.m.b.H. KG", Berlin.
1933 Carl F├╝rstenberg, seit 1921 Vorsitzender des Aufsichtsrats der AEG, stirbt in Berlin
1933 R├╝ckzug aus der Lkw- und Pkw-Fertigung
1933/34 Die NAG gibt die Fertigung von Personenkraftwagen auf und beschr├Ąnkt sich auf die Verwaltung ihres Grundverm├Âgens, darunter eines gro├čen Fabrikkomplexes in Berlin-Obersch├Âneweide, der an die Muttergesellschaft, die AEG, vermietet wird. Der Fahrzeugbau bei der AEG reduziert sich auf die Fertigung elektrischer Transportkarren in Hennigsdorf und die Ausr├╝stung elektrischer Oberleitungsomnibusse.
1933 Der Umsatz sinkt auf 180 Millionen Reichsmark ab, der AEG droht die Zahlungsunf├Ąhigkeit.
1933 Im Warengesch├Ąft erlebt der Konzern seit 1933 einen beachtlichen Aufschwung.
1934 ├ťbernahme der "Maffei-Schwartzkopff-Werke" in Wildau und Firmierung als "AEG Fabrik Wildau"
1934 Dr.-Ing. Hans Heyne tritt in die AEG ein.
1934 Die AEG l├Ą├čt in ihren Anstrengungen nicht nach, auch in Mannheim O-Busse zu verkaufen. So ├╝bersendet sie einen Katalog, in dem neben den Mettmanner O-Bussen auch Fahrzeuge der mittlerweile eingerichteten O-Bus-Strecken in Berlin und Idar-Oberstein abgebildet sind.
Gj. 1934/35 Umsatzsteigerung auf 273 Millionen Reichsmark
Gj. 1934/35 Im Gesch├Ąftsjahr 1934/35 steigt der Umsatz gegen├╝ber dem Vorjahr von 234 Millionen auf 273 Millionen Reichsmark.
1935 Auf der Funkausstellung in Berlin wird das erste Tonbandger├Ąt der Welt ("Magnetophon") vorgestellt.
1935 Zwecks Anlage fl├╝ssiger Mittel erwirbt die "Dr. Paul Meyer A.G." aus dem Besitz der AEG nom. RM 3.000.000,00 Aktien der Deutschen Werft A.-G., Hamburg.
1935 Der "Telefunken"-Vertrag l├Ąuft aus. Es folgen jahrelange Verhandlungen, ehe ein neuer Vertrag mit einer Laufzeit bis 1945 geschlossen werden kann, mit dem jedoch keine der Seiten zufrieden ist, bis f├╝r Telefunken 1941 eine L├Âsung (├ťbergang an die AEG) gefunden wird.
1936 Anl├Ą├člich der Olympischen Spiele in Berlin kommt die erste elektronische Fernsehkamera der Welt zum Einsatz. Bedient wird sie von Walter Bruch, der nach dem Krieg bei Telefunken das PAL-Farbfernsehsystem erfindet.
1936 Aus der Interessengemeinschaft der Porzellanfabriken der AEG und dem Rosenthal-Konzern geht die Rosenthal-Isolatoren-G. m. b H. hervor.
1936 Die "Hartung A. -G. Berliner Eisengie├čerei und Maschinenfabrik" fusioniert mit der "Otto Jachmann A.-G." und firmiert seitdem "Hartung-Jachmann A. -G.", Berlin-Lichtenberg. Das Kapital dieser Gesellschaft betr├Ągt um 1943 Reichsmark 2.000.000,00 und befindet sich fast ganz im Besitz der AEG.
1936-1937 Anl├Ą├člich der Erh├Âhung des Kapitals der "Olympia B├╝romaschinenwerke A.-G.", Erfurt, ├ťbernahme RM 3.000.000,00 junger Aktien dieser Gesellschaft.
1936 Kapitalschnitt im Verh├Ąltnis 3 : l
1936 Die Technisch-Physikalischen Werkst├Ątten in Berlin-Reinickendorf entstehen.
1936 Die Generalversammlung der AEG beschlie├čt eine Kapitalherabsetzung von 185 auf 61,7 Millionen Reichsmark. Anschlie├čend flie├čen dem Konzern durch eine Kapitalerh├Âhung 120 Millionen Reichsmark zu. Die neuen Aktien werden von der Berliner Handelsgesellschaft, der "General Electric" und der "Gesellschaft f├╝r Elektrische Unternehmungen AG" (GESF├ťREL) - sie allein ├╝bernimmt ein Viertel der 120 Millionen - finanziert. Nach dem Kapitalschnitt kann der Konzern wieder Dividende zahlen.
21.08.1936 Zwecks Ausgleichs von Wertminderungen, Deckung von sonstigen Verlusten sowie zur Bildung eines gesetzlichen Reservefonds beschlie├čt die au├čerordentliche Generalversammlung vom 21. August 1936 eine Herabsetzung des Grundkapitals in erleichterter Form von RM 185.000.000,00 auf RM 61.666.600,00 in der Weise, da├č RM 200,00 Aktien eingezogen und die alsdann noch verbleibenden Reichsmark 184.999.800,00 Aktien im Verh├Ąltnis 3 : 1 zusammengelegt werden. Die gleiche Generalversammlung beschlie├čt die Wiedererh├Âhung des herabgesetzten Kapitals um bis zu RM 58.333.400,00 auf bis zu RM 120.000.000,00. Von den RM 58.333.400,00 neuen ab 1. Oktober 1936 gewinnberechtigten Aktien werden RM 50.000.000,00 fest ├╝bernommen, und zwar RM 30.000.000,00 von der Gesellschaft f├╝r elektrische Unternehmungen Aktiengesellschaft, Berlin, Reichsmark 15.000.000,00, von der International Generera1 Electric S. A., New York, in welchem Betrage die auf den alten Besitz dieser Gesellschaft auf Grund ihres Bezugs rechts entfallenden Aktien mit enthalten sind, und RM 5.000.000,00 von einem unter F├╝hrung der Berliner Handels-Gesellschaft, Berlin, stehenden Bankenkonsortium. Die restlichen Reichsmark 8.333.400,00 Aktien werden von der Berliner Handels-Gesellschaft mit der Verpflichtung ├╝bernommen, sie nach Weisung der Gesellschaft bzw. f├╝r das Bezugsangebot an die Aktion├Ąre zu verwenden, w├Ąhrend die weiter f├╝r den Bezug ben├Âtigten St├╝cke von der International General Electric S. A. und dem Bankenkonsortium zur Verf├╝gung zu stellen sind. Die ├ťbernahme der s├Ąmtlichen Aktien erfolgt zum Kurse von 103 %. Den alten Aktion├Ąren wird ein Bezugsrecht gew├Ąhrt.
Gj. 1936/37 Umsatzsteigerung auf 487 Millionen Reichsmark
1937 Die AEG ├╝berl├Ą├čt ihre Beteiligung an der "Bergmann-Elektricit├Ąts-Werke A.-G.", Berlin, der "Dr. Paul Meyer A.G.".
1937 Der Pachtvertrag mit der "Dr. Paul Meyer A.G." l├Ąuft weiter.
1938 Die erste Hochleistungslokomotive kommt von der AEG.
1938-1939 H├Ąlftige ├ťbernahme der Kapitalerh├Âhung bei der Telefunken-Gesellschaft um RM 10.000.000,00
1938-1939 ├ťbernahme des erh├Âhten Kapitals bei der AEG-Union Elektrizit├Ąts-Gesellschaft in Wien von rd. RM 2.500.000,00
1938-1939 ├ťbernahme von Osram-Anteilen aus der Aufteilung des Besitzes bisheriger Minderheitsbeteiligter
1938 Auslieferung der 5000sten elektrischen Lokomotive
1938 AEG bringt einen Kompressor-K├╝hlschrank auf den Markt
Gj. 1938/39 Umsatzsteigerung auf rund 604 Millionen Reichsmark
1939-1940 H├Ąlftige ├ťbernahme der Kapitalerh├Âhung bei der Telefunken-Gesellschaft um RM 20.000.000,00.
1939 Der AEG-Umsatz (541 Millionen Reichsmark) erreicht nicht einmal die H├Ąlfte ihres Wettbewerbers (1,364 Milliarden Reichsmark).
07.1939 Begebung einer neuen 5 % Anleihe von RM 50.000.000,00.
2. Weltkrieg Die Gesellschaft verliert 75 Prozent ihrer Substanz.
01.09.1939 Der Anteil an der R├╝stungsproduktion bei der AEG zu Kriegsbeginn betr├Ągt lediglich 3,5 Prozent vom Gesamtumsatz (541 Millionen Reichsmark), steigt aber wohl schon 1940 auf ├╝ber ein Drittel des Gesamtumsatzes. Die AEG bzw. Telefunken liefern unter anderem Ortungsger├Ąte, Scheinwerfer, Funkme├čger├Ąte, aber auch leichte Infanteriegesch├╝tze, Z├╝nder, Bombenabwurfvorrichtungen, Minenz├╝ndger├Ąte und Granaten. Der st├Ąndig steigende Bedarf an R├╝stungsg├╝tern veranla├čt die AEG-F├╝hrung, neue Fabriken zu bauen, beispielsweise in Wildau bei Berlin, wo ein gro├čer Betrieb zum Bau von Flugzeugteilen ├╝bernommen wird.
1940-1941 Erwerb der restlichen 50 % Anteile der Telefunken Gesellschaft f├╝r drahtlose Telegraphie m. b. H., Berlin, aus dem Besitz von Siemens
1940-1941 Abgabe der Beteiligung an der "Klangfilm" an Siemens
1940-1941 Abgabe der Beteiligung an den "Vereinigten Eisenbahn-Signalwerke" an Siemens
1940 Die Fabrikationsanlagen der "Dr. Paul Meyer A.G." werden in Benutzung genommen.
09.02.1940 Vorstandsvorsitzende B├╝cher antwortet auf der Bilanzpressekonferenz auf die Frage, ob man wie auch schon im Ersten Weltkrieg auf "Pr├Ązisionsmaschinen Handgranatenstiele" drehen wolle: "Nein, wir bleiben bei unserem Handwerk." Jedoch f├╝gt das Vorstandsmitglied Hans C. Boden vorsichtig hinzu: "Wir bem├╝hen uns jedenfalls, das in diesem Rahmen zu machen."
01.07.1940 Abschlu├č eines Organvertrags mit der "Dr. Paul Meyer A.G.", vom 1. Juli 1940. Dauer: Nicht beschr├Ąnkt. Wesentlicher Inhalt: Die AEG ├╝bernimmt den sich jeweils ergebenden Gewinn bzw. Verlust. Die AEG verpflichtet sich, den Aktion├Ąren der Gesellschaft eine Dividende in H├Âhe von mindestens 3,75 % zu zahlen, sofern die von ihr selbst ausgesch├╝ttete Dividende 5 % nicht ├╝bersteigt. Sch├╝ttet die AEG eine Dividende von mehr als 5 % aus, so erh├Âht sich die garantierte Dividende f├╝r die Aktion├Ąre der Elektrofinanz Aktiengesellschaft im Verh├Ąltnis von 3/4 der Mehraussch├╝ttung.
17.10.1940 Laut Beschlu├č der au├čerordentlichen Hauptversammlung vom 17. Oktober 1940 Kapitalerh├Âhung um Reichsmark 40.000.000,00 durch Ausgabe von 38000 Inhaberaktien zu je RM 1.000,00 und 20000 Inhaberaktien zu Reichsmark 100,00 zum Kurse von 125 % im Verh├Ąltnis 3 : 1 mit Gewinnberechtigung ab 1. Oktober 1940.
17.10.1940 Au├čerordentliche Generalversammlung der AEG-Aktion├Ąre aus Anla├č der Sanktionierung einer umfassenden Interessenabgrenzung zu Siemens.
1941 Aufgrund der Interessenabgrenzung zu Siemens werden einige bis dahin gemeinsam betriebene Gesellschaften aufgeteilt. Die "Telefunken GmbH" geht in Alleinbesitz der AEG ├╝ber. Als Ausgleich ├╝bernimmt Siemens von der AEG deren Anteile an der "Bergmann Elektrizit├Ątswerke AG", die "Klangfilm GmbH" und die "Vereinigte Eisenbahn-Signalwerke AG".
1941-1942 Zum Umtausch des nom. RM 80.000.000,00 betragenden Gesf├╝rel-Kapitals erh├Âht die AEG ihr Grundkapital um nom. RM 100.000.000,00 auf nom. RM 2600.000.000,00. Das Verm├Âgen der Gesf├╝rel besteht in Fabrikations-Unternehmungen und Beteiligungen an solchen (darunter nom. RM 40.000.000,00 AEG-Aktien) sowie in Beteiligungen an Elektrizit├Ątsversorgungsbetrieben. Unter den Fabrikationsunternehmungen ragen drei Betriebe in ihrer Gr├Â├čenordnung besonders hervor: die jetzt ausgegliederte Loewe-Werkzeugmaschinen A.-G., Berlin, fr├╝her als Loewe-Fabriken ein Bestandteil der Gesf├╝rel, die Finow Kupfer- und Messingwerke A.-G., Berlin, und die N├╝rnberger Schraubenfabrik und Elektrowerke A.-G., N├╝rnberg.
1941-1942 Begebung einer 4 % Anleihe von RM 25.000.000,00 zum Umtausch der gek├╝ndigten 5 % Anleihe von 1936 im gleichen Betrage. - Barabl├Âsung der RM 1.797.350,00 Genu├črechte
1941-1942 Gr├╝ndung der Magnetophon G. m. b. H., Berlin, zusammen mit I. G. Farben
1942 Fusion der "Gesellschaft f├╝r elektrische Unternehmungen" und deren Ausgliederung aus "Ludw. Loewe AG"
1942-1943 Firmen├Ąnderung der "AEG Soci├ęt├ę pour Entreprises Electriques, Luxemburg", in "AEG Gesellschaft f├╝r elektrische Unternehmungen"
1942 Die AEG gibt den Bereich Signaltechnik Zuge eines Aktientausches an Siemens ab.
1942 Je l├Ąnger der Krieg dauert, desto st├Ąrker verstricken sich die leitenden Angestellten des Unternehmens in die Politik des NS-Regimes. 1942 wird Hermann B├╝cher in den "R├╝stungsrat" beim Reichsministerium f├╝r Bewaffnung und Munition, einem der wichtigsten Lenkungsinstrumente der deutschen Kriegswirtschaft, berufen.
1942 Die AEG verf├╝gt ├╝ber Beteiligungen am "Kabelwerk Ozarow A.G.", Warschau, (33 Prozent) und am "Kabelwerk Krakau" (100 Prozent). Weitere Produktionsst├Ątten existieren im polnischen Lodz und im lettischen Riga.
1942 Hans Heyne wird zum stellvertretenden Vorstandsmitglied ernannt.
19.02.1942 Die au├čerordentliche Hauptversammlung vom 19. Februar 1942 beschlie├čt die Verschmelzung mit der mit internationalen Kapitalgruppen verbundenen "Gesellschaft Unternehmungen A.-G.", Berlin, wonach das Verm├Âgen dieser Gesellschaft mit Wirkung vom 1. Oktober auf die AEG ├╝bertragen wird. Der Umtausch der Aktien erfolgt im Verh├Ąltnis von je nom. RM 400,00 Gesf├╝rel-Aktien gegen je nom. RM 500,00 AEG-Aktien mit Dividende ab 1. Oktober 1941.
28.05.1942 Die Hauptversammlung vom 28. Mai 1942 beschlie├čt die Herabsetzung des Grundkapitals von nom. RM 260.000.000,00 auf nom. Reichsmark 220.000.000,00 durch Einziehung der aus dem Portefeuille der Gesf├╝rel stammenden nom. RM 40.000.000,00 AEG-Aktien. Nach ┬ž 192 AG mu├č diese Kapitalherabsetzung in vereinfachter Form zu Lasten einer freien R├╝cklage erfolgen, die, da bisher nicht vorhanden, erst durch Aufl├Âsung stiller Reserven geschaffen werden mu├č. Diese R├╝cklage in H├Âhe von RM 40.000.000,00 tritt nicht in Erscheinung, da zu ihren Lasten die Einziehung der RM 40.000.000,00 Aktien erfolgt. Der gleiche Betrag, um den sich das Grundkapital erm├Ą├čigt, wandert in die gesetzliche R├╝cklage.
1943 Die Trafowickelei von Grundig in Vach b. F├╝rth produziert 5.000 Kleintrafos am Tag f├╝r die AEG
02.03.1943 Laut Aufsichtsratsbeschlu├č vom 2. M├Ąrz 1943 Kapitalberichtigung gem├Ą├č DAV vom 12. Juni 1941 um 20 % = Reichsmark 44.000.000,00 auf RM 264.000.000,00. Der erforderliche Betrag wird gewonnen durch Entnahme von Reichsmark 28.000.000,00 aus gesetzlicher R├╝cklage und durch Zuschreibung von RM 16.000.000,00 zu Beteiligungen. Die Pauschsteuer von RM 2.953.446,18 geht zu Lasten des Jahresertr├Ągnisses.
01.04.1943 Letzte ordentliche Hauptversammlung bis 1943/44
1944 Von den 102.000 Besch├Ąftigten, die 1944 bei der AEG arbeiten, sind 25.680 ausl├Ąndische Zivilarbeiter und Kriegsgefangene. Deren Anteil an der Gesamtbelegschaft liegt damit bei 25,1 Prozent.
1944 F├╝r seine Verdienste erh├Ąlt H. Heyne das "Ritterkreuz zum Kriegsverdienstkreuz mit Schwertern", die damals Auszeichnung, die ein Zivilist im "Dritten Reich" erhalten kann. Heyne leitet w├Ąhrend des Zweiten Weltkriegs im R├╝stungsministerium unter Albert Speer den Hauptausschu├č "Flugzeugausr├╝stung" und den Sonderausschu├č f├╝r Flugzeugelektrotechnik.
Herbst 1944 Die T├Ątigkeit des Konzerns ist bis Herbst 1944 durch Kriegseinwirkungen kaum beeintr├Ąchtigt. Erst in der Schlu├čphase der K├Ąmpfe geht ein Viertel der Produktionskapazit├Ąt verloren. Dieser verh├Ąltnism├Ą├čig geringe R├╝ckgang veranla├čt die Unternehmensleitung sp├Ąter zu der optimistischen Einsch├Ątzung, da├č "es ohne weitere Schicksalsschl├Ąge m├Âglich gewesen w├Ąre, selbst diesen erheblichen Substanzverlust ohne Kapitalschnitt auszugleichen".
1945 Nach dem Zweiten Weltkrieg geht ein Gro├čteil der Fabriken in und um Berlin verloren. Sie erwirtschafteten ├╝ber 70 Prozent des Konzernumsatzes. Die Konzentration der Fertigungsst├Ątten auf einen Standort war ein Erbe des Firmengr├╝nders Emil Rathenau, der f├╝rchtete, die ├ťbersicht ├╝ber das Unternehmensgeflecht zu verlieren. Die wenigen Fabriken, die au├čerhalb der Reichshauptstadt liegen, reichen in ihrer Bedeutung nicht ann├Ąhernd an die Berliner Produktionsst├Ątten heran. Im Laufe des Zweiten Weltkriegs wurde ein nennenswerter Teil der Produktion dezentralisiert und haupts├Ąchlich nach Mitteldeutschland verlagert. Innerhalb Berlins verteilten sich die Fabriken der AEG jeweils zur H├Ąlfte auf den West- und Ostteil der Stadt. Nach Kriegsende kommen insgesamt neun Fabriken und 20 Beteiligungsgesellschaften zum sowjetischen Sektor der Stadt; 23 weitere Produktionsst├Ątten - zumeist Verlagerungsbetriebe - und zehn Beteiligungen befinden sich auf dem Gebiet der Sowjetischen Besatzungszone Deutschlands. Hinzu kommen neun Grundst├╝cksgesellschaften. Sie sind Eigent├╝mer eines betr├Ąchtlichen Teils der Liegenschaften, auf denen sich die AEG-Fabriken und AEG-Vertriebsb├╝ros befinden.
1945 Max Grande wird zum Technischen Direktor bei AEG Mannheim ernannt (bis 1951).
nach dem 2. Weltkrieg Der Vorstandsvorsitzende Hermann B├╝cher schl├Ągt nach Kriegsende sein provisorisches Quartier in Hamburg auf.
ab Herbst 1945 Vom Herbst 1945 bis Ende 1949 gehen die Fabriken und B├╝ros im sowjetischen Besatzungsgebiet Deutschlands sowie in den Gebieten jenseits von Oder und Nei├če durch Enteignungen ausnahmslos verloren. Hinzu kommen umfangreiche Demontagen, denen vor allem jene Betriebe zum Opfer fallen, die sich im Westteil Berlins befinden (Turbinenfabrik in der Huttenstra├če, Maschinenfabriken Brunnenstra├če, Apparatefabrik Drontheimer Stra├če, Z├Ąhlerfabrik Ackerstra├če, Apparatefabrik Cuvrystra├če, R├Âhrenfabrik Sickingenstra├če und die Technisch-Physikalischen-Werkst├Ątten im Stadtbezirk Reinickendorf). Der Substanzverlust, den die Konzernmuttergesellschaft hierdurch erleidet, liegt bei 74,5 Prozent; der Gesamtwert der Verluste an den Beteiligungen bel├Ąuft sich auf 31,3 Prozent. Ferner werden in Berlin Bankkonten mit Einlagen in H├Âhe von 132 Millionen Reichsmark blockiert, Warenforderungen an das Reich in H├Âhe von 275 Millionen Reichsmark eingefroren und das gesamte Auslandsverm├Âgen beschlagnahmt. Der Gesamtverlust f├╝r die AEG wird auf weit ├╝ber eine Milliarde Reichsmark gesch├Ątzt.
Gj. 1945/46 Der Umsatz erreicht 1945/46 mit 87 Millionen Reichsmark (1938/39: 541 Millionen Reichsmark) seinen absoluten Tiefstand.
1946 Der Vorstandsvorsitzende Hermann B├╝cher wird wegen seines Engagements w├Ąhrend der Zeit des "Dritten Reichs" auf Anweisung der britischen Milit├Ąrregierung entlassen. An seine Stelle tritt Friedrich Spennrath, der zusammen mit einigen Mitarbeitern in Berlin geblieben war und von der britischen Besatzungsmacht als Treuh├Ąnder eingesetzt wurde.
Anfang Aug. 1946 Die Leitung der "Sowjetischen Staatlichen Actiengesellschaft f├╝r elektrotechnische Industrie, Abteilung Deutschland" unternimmt Anfang August einen Vorsto├č, die enteigneten AEG-Betriebe im sowjetischen Besatzungsgebiet Deutschlands zusammenzufassen und diese der AEG-Konzernf├╝hrung zu unterstellen, vorausgesetzt, diese w├Ąre bereit, ihren Sitz in den sowjetischen Sektor Berlins zu verlegen.
Anfang Sept. 1946 Nach einigem Hin und Her wird das Vorhaben, die AEG-Betriebe in der SBZ unter einer AEG-Konzernf├╝hrung zusammenzufassen, von der sowjetischen Seite Anfang September aufgegeben. Der Kontakt zu den abgetrennten Fabriken bleibt aufgrund gewachsener Beziehungen noch eine Zeitlang recht eng.
1947 Fr. Spennrath ├╝bernimmt offiziell die Nachfolge B├╝chers. Unter seiner Leitung werden die entscheidenden Weichenstellungen f├╝r den Wiederaufbau vorgenommen.
1947/48 In den Jahren 1947/48 wickelt die AEG noch rund 42 Prozent ihrer Gesch├Ąfte mit dem sowjetischen Besatzungsgebiet ab; 56 Prozent entfallen auf den von den Westm├Ąchten besetzten Teil Deutschlands und nur zwei Prozent auf den Export.
22.06.1948 Durch die W├Ąhrungsreform werden Bargeldbetr├Ąge und Guthaben von 171,4 Millionen Reichsmark auf 19,6 Millionen Deutsche Mark abgewertet. Die Schulden reduzieren sich von 224,4 Millionen Reichsmark auf 97,6 Millionen Deutsche Mark, das Aktienkapital wird im Verh├Ąltnis 3 : l auf Deutsche Mark umgestellt, und zwar von 264 Millionen Reichsmark auf 88 Millionen Deutsche Mark. Die Sachwerte des Konzerns bleiben dagegen unber├╝hrt.
Gj. 1948/49 Der Umsatz liegt wieder bei 213 Millionen D-Mark und reicht damit wieder zu drei Vierteln an das Niveau des Jahres 1936 heran.
1949 Finanzchef Hans C. Boden macht gegen├╝ber dem Aufsichtsrat darauf aufmerksam, da├č "insbesondere die durch die Investierungen und die Entwicklung des Gesch├Ąfts notwendig gewordene sehr erhebliche finanzielle Beanspruchung" ein vorsichtiges Finanzgebahren und eine scharfe erscheinen lasse. Dennoch bleibt die Finanzlage gespannt.
Gj. 1949/50 Der Umsatz betr├Ągt im Gesch├Ąftsjahr 270 Millionen Mark.
1950 Gr├╝ndung der "TELDEC Telefunken-Decca Schallplatten GmbH" (Anteil AEG: 50%)
1950 Hermann B├╝cher ├╝bernimmt den Aufsichtsratsvorsitz. Er war ab ca. zun├Ąchst ├╝ber einen Beratervertrag mit der AEG verbunden.
Gj. 1950/51 Im Gesch├Ąftsjahr 1950/51 steigert die AEG ihren Umsatz auf 432 Millionen Mark. Erstmals nach dem Krieg kann wieder eine Dividende von f├╝nf Prozent auf das Grundkapital (88 Millionen Mark) gezahlt werden.
14.07.1951 Tod des Aufsichtsratsvorsitzenden Hermann B├╝cher
10.1951 Die AEG legt in Berlin ihren ersten Nachkriegsgesch├Ąftsbericht ├╝ber die Gesch├Ąftsjahre 1944 bis 1950 vor. Die Abschl├╝sse f├╝r die Jahre 1944/45, 1945/46 und 1946/47 haben wegen der W├Ąhrungsumstellung keine Bedeutung mehr und brauchen mit Genehmigung des Berliner Magistrats nicht vorgelegt und ver├Âffentlicht zu werden. Insgesamt verf├╝gt die AEG ├╝ber 26 Beteiligungsgesellschaften, davon sieben mit lOOprozentiger Beteiligung, elf mit jeweils einem Anteil von mehr als 50 Prozent und acht Minderheitsbeteiligungen.
1952/54 Die AEG trennt sich zwischen 1952 und 1954 von einigen Aktivit├Ąten bei Energieversorgungs- und Verkehrsunternehmen, wie der "Amperwerke" in M├╝nchen und der "Deutschen Betriebsgesellschaft f├╝r drahtlose Telegraphie" (DEBEG). Zur weiteren Abdeckung ihrer Kreditverpflichtungen wird au├čerdem die Beteiligung an der "Koblenzer Elektrizit├Ątswerk u. Verkehrs-A.G." verkauft.
07.05.1952 Der millionste Z├Ąhler seit 1945 verl├Ą├čt die Fabrik Ackerstra├če.
1953 Friedrich M├╝nzinger arbeitet bis 1953 bei der Allgemeinen Elektricit├Ątsgesellschaft. Er ist ma├čgeblich an der Planung und dem Bau der von der ARG errichteten Dampfkraftwerke t├Ątig, so am Bau des Gro├čkraftwerk Zschornewitz-Golpa und dem Berliner Kraftwerk Klingenberg.
1953 Betriebsverfassungsgesetz: 14 Arbeitnehmervertreter in den Aufsichtsrat gew├Ąhlt
1953 Gr├╝ndung des Telefunken-Forschungsinstituts in Ulm
1953 Die AEG verf├╝gt wieder ├╝ber 21 Fabriken. Es kamen neue Werke in Hamburg (Schiffsausr├╝stungen und Tonbandger├Ąte), Menden (Zweigwerk der Schallger├Ąte-Fabrik Neum├╝nster), Essen (Schwei├čmaschinen) und Kassel (Schaltger├Ąte, Fahrkartendrucker, K├╝hlschr├Ąnke) hinzu. Die Nutzfl├Ąche aller Produktionsst├Ątten betr├Ągt 470.000 Quadratmeter, was einem Anteil von 40 Prozent der Produktionsfl├Ąche von 1944 entspricht.
1953 Der Vorstandsvorsitzende Friedrich Spennrath weist auf die Notwendigkeit einer Konsolidierung der AEG hin, aber ungeachtet dessen setzt die Konzernf├╝hrung in den folgenden Jahren die Expansion fort.
Gj. 1953/54 Erh├Âhung des Grundkapitals im Gesch├Ąftsjahr 1953/54 um 22 Millionen Mark auf 110 Millionen Mark
1954 Der Umsatz steigt von 1953 bis 1954 von 617 Millionen Mark auf 736 Millionen Mark
1954 Hugo B├Ąurle wird mit der Leitung der Finanzabteilung betraut und in den Vorstand berufen.
1954 Die AEG erwirbt einen Anteil an der Steatit-Magnesia AG, Lauf/Pegnitz, von 27,1 Prozent.
1955 Das Grundkapital wird um 55 Millionen Mark auf 165 Millionen Mark erh├Âht
1955 Erh├Âhung des Grundkapitals um 55 Millionen Mark auf 165 Millionen Mark.
1955 Der Reingewinn des Konzerns betr├Ągt 14,8 Millionen Mark, die H├Âhe der Verbindlichkeiten belaufen sich auf 157 Millionen Mark.
01.09.1955 Hans C. Boden weist gegen├╝ber dem Finanzausschu├č des Aufsichtsrats darauf hin, da├č "das Verh├Ąltnis Eigen- zum Fremdkapital bei anderen Gesellschaften der Elektroindustrie wesentlich besser" als bei der AEG sei, deren Wiederaufbau "in st├Ąrkstem Ma├če mit fremdem Kapital" erfolgte.
Gj. 1955/56 Der Umsatz ├╝berspringt im Gesch├Ąftsjahr 1955/56 die Milliardengrenze. Die Steigerungsrate erreicht - wie schon im Vorjahr - 20 Prozent.
1956 Der erste deutsche Transistor-Rundfunkempf├Ąnger wird hergestellt.
Anfang 1956 Hans C. Boden ├╝bernimmt Anfang 1956 den Vorstandsvorsitz von Friedrich Spennrath. Er fordert eine Fremdfinanzierung des Unterenhmens.
1956 Der GE-Anteil an der AEG wird auf zehn Prozent gesenkt.
09.1956 Eine au├čerordentliche Hauptversammlung beschlie├čt eine weitere Erh├Âhung des Grundkapitals um 55 Millionen Mark auf 220 Millionen Mark
1957 Seit 1903 wurden Dampfturbinen mit einer Gesamtleistung von mehr als 25 Millionen Kilowatt gebaut.
1957 Kapitalerh├Âhung um 55 Millionen Mark auf 275 Millionen Mark
1957 Neubau des AEG-Forschungsinstituts in Frankfurt am Main/Niederrad
1957/58 Gr├╝ndung des Instituts f├╝r Automation
Fr├╝hjahr 1957 Anfang 1957 wird das Kapital auf nunmehr 275 Millionen Mark aufgestockt.
1957 Konzernchef Boden leitet die ersten Ma├čnahmen zur Neustrukturierung ein. Seine Begr├╝ndung lautet: "Der Aufgabenkreis der AEG ist sowohl der Gr├Â├čenordnung nach wie auch durch die technisch bedingte Aufnahme neuer Arbeitsgebiete immer gr├Â├čer geworden. Die Entwicklung wird auch noch anhalten ... Bei der derzeitigen Organisation, die auf eine wesentlich kleinere und unkompliziertere Firma zugeschnitten wurde, laufen wir Gefahr, den ├ťberblick zu verlieren. Insbesondere in Krisenzeiten kann aber nur ein laufender ├ťberblick ├╝ber die Entwicklung in den einzelnen Gesch├Ąftssparten das rasche Eingreifen der Spitze erm├Âglichen."
1957 Die AEG beschlie├čt - zun├Ąchst unter Verzicht auf Eigenentwicklungen - nach Lizenzen der "General Electric" Siedewasserreaktoren zu bauen, w├Ąhrend sich Siemens f├╝r eine Eigenentwicklung sowie den von Westinghouse entwickelten Druckwasserreaktor entscheidet.
10.1957 Die erste 400-kV-Hochspannungsleitung zwischen K├Âln und Stuttgart wird in Betrieb genommen. Sie dient dem Spitzenlastausgleich zwischen den W├Ąrmekraftwerken des Ruhrgebiets und den Wasserkraftwerken in den Alpen. Sie wird auf Grund l├Ąngj├Ąhriger Vorarbeiten von der AEG, BBC und Siemens im Auftrage des Rheinisch-Westf├Ąlischen Elektrizit├Ątswerkes errichtet.
1958 Ein AEG-Gutachten empfiehlt der TWS ein Mindestgef├Ąlle von 300 m und findet 6 Standorte am Albrand: Geislingen, Eybach, Kuchen, zwischen Dettingen und Uracch sowie beim Dorf Glems
1958 Die AEG bringt ihrer ersten Waschvollautomaten "Lavamat" auf den Markt. Er wird im Werk N├╝rnberg produziert.
1958 Die AEG f├╝hrt um 1958 den Slogan "Aus Erfahrung Gut" ein, der von allen Werbebotschaften im deutschsprachigen Raum mit den gr├Â├čten Bekanntheitsgrad erreicht.
1958 Der Konzernumsatz erreicht 2,2 Milliarden Mark, 943 Millionen Mark davon erwirtschaften diejenigen Tochtergesellschaften, an denen die AEG mit mehr als 50 Prozent beteiligt ist. Das Eigenkapital betr├Ągt 395 Millionen Mark, das Fremdkapital 854 Millionen Mark.
1958 Die AEG stellt den ersten Leistungsthyristor Europas vor
1959 Telefunken stellt mit dem Digitalrechner ("TR 4") die erste in Europa entwickelte wissenschaftlich-technische Gro├črechenanlage her, die eine hervorragende Leistungsf├Ąhigkeit besitzt. Auf dem Gebiet der kommerziellen Datenverarbeitung, das in der Wirtschaft immer gr├Â├čere Bedeutung erlangte, hatte Telefunken allerdings wenig zu bieten.
1959 Die AEG erwirbt den Markennamen "Foen" von einer kleinen Berliner Hausger├Ątefirma.
1959 Der 43j├Ąhrige promovierte Betriebswirt Johannes Semler tritt in die AEG ein.
1959/60 Errichtung eines neuen AEG-Halbleiterwerks in Heilbronn
02.1959 Hans C. Boden kritisiert die mangelnde Ertragskraft und weist auf die hohe Konjunkturabhangigkeit der AEG hin, die in Krisenzeiten schnell zu Verlusten f├╝hren k├Ânne. Gegen├╝ber dem Aufsichtsrat weist er auf den gro├čen Abstand der AEG zum Hauptkonkurrenten Siemens hin, der bei schlechterem Konjunkturverlauf "ein ernstes Problem" werden k├Ânne.
11.1959 Boden befa├čt sich erneut mit der Ertragsschw├Ąche des Konzerns und macht daf├╝r die schwierige Lage nach dem Krieg verantwortlich. W├Ąhrend die AEG nahezu alle Produktionsst├Ątten neu aufbauen mu├čte, gingen Siemens nur wenige Fabriken verloren. Brown Boveri & Cie. (BBC) hatte sich schon w├Ąhrend des Kriegs in der Schweiz ungest├Ârt weiterentwickeln k├Ânnen. Boden fordert erneut die Fortsetzung der Reorganisation des Konzerns und k├╝ndigt konkrete Schritte zu deren Umsetzung an. Es sollten Berater aus den USA eingesetzt werden, "um sich die amerikanischen Erfahrungen nutzbar zu machen".
1960-1969 Vor allem die Konzentration auf das Hausger├Ątegesch├Ąft mit enormen Zuk├Ąufen und Kapazit├Ątsausbau mittels Bankkrediten legen den Grundstein f├╝r das langsame sterben des Elektroriesen.
1960 Die Verwaltung der "Telefunken G.m.b.H." bezieht das am Ernst-Reuter-Platz in Berlin gebaute neue Hochhaus
1960 Umbenennung der "N.S.F. N├╝rnberger Schraubenfabrik und Elektrowerk G.m.b.H." in "N├╝rnberger Schwachstrom-Bauelemente Fabrik G. m. b. H." (sp├Ąter Werk der "Telefunken Microelektronik GmbH")
1960 Umsatzsteigerung von 14 Prozent, aber das Ergebnis wird als nicht befriedigend bezeichnet, insbesondere der Exportanteil, der infolge der Konzentration auf den Wiederaufbau im Inland schon seit l├Ąngerem vernachl├Ąssigt worden war. Sein Anteil am Umsatz sinkt 1960 gegen├╝ber dem Vorjahr von 22 auf 19 Prozent.
1960 Der erste transistorisierte Analogrechner wird vorgestellt.
1960 Pr├Ąsentation des ersten Umkehrantriebs mit Thyristor-Stromrichtern
1960 Die AEG stellt als erster deutscher Hersteller eine numerische Bahnsteuerung f├╝r Werkzeugmaschinen vor.
1961 Das erste deutsche Atom-Versuchskraftwerk (gebaut von der AEG) in Kahl am Main geht in Betrieb.
1961 Bau des ersten deutschen Stereo-Rundfunkstudios (Sender Freies Berlin)
1961 Bau der ersten automatisierten Briefverteilanlage f├╝r die Deutsche Bundespost.
03.1961 Hans C. Boden scheidet aus Altersgr├╝nden aus dem Vorstand aus, wechselt in den Aufsichtsrat und ├╝bernimmt den Vorsitz, ohne die Reform der F├╝hrungsstruktur abgeschlossen zu haben. Sein Nachfolger wird sein langj├Ąhriger Vertrauter, der Jurist Hugo B├Ąurle. B├Ąurle (Jahrgang 1912) aus M├╝nchen
1962 Das PAL-Farbfernsehsystem geht in Betrieb.
12.01.1962 Der Vorstandsvorsitzende Hugo B├Ąurle verstirbt an einer Rippenfellentz├╝ndung.0 Sein pl├Âtzlicher Tod zeigt ein gravierendes Personalproblem an der AEG-Spitze: Es steht keine weitere F├╝hrungskraft zur Verf├╝gung, die sofort an die Stelle B├Ąurles treten k├Ânnte - von einer Ausnahme abgesehen: Hans Heyne. Boden verhindert zun├Ąchst dessen Aufstieg, indem er nach B├Ąurles Tod den Vorsitz im Vorstand zeitweilig selbst wieder ├╝bernimmt.
Ende Sept. 1962 Ende September wird Hans Heyne als Nachfolger Hans C. Bodens in den Vorstand der AEG vorgeschlagen und bleibt au├čerdem Vorstandsvorsitzender der "Telefunken GmbH". Bodenkann erreichen, da├č Heynes Berufung - offiziell aus Altersgr├╝nden - auf maximal f├╝nf Jahre begrenzt wird. Danach soll er den Vorsitz im Aufsichtsrat von AEG und Telefunken ├╝bernehmen.
12.1962 Die AEG erh├Ąlt zusammen mit einer Tochtergesellschaft der "General Electric" und der "Hochtief AG" von der "RWE-Bayernwerke GmbH" den Auftrag zum Bau des ersten gro├čen deutschen Atomkraftwerks (Leistung: 250 Megawatt) in Gundremmingen.
1963 Vorstandschef Hans Heyne mu├č Unverst├Ąndnis die Planungspraxis im Konzern zur Kenntnis nehmen m├╝ssen, als er gegen├╝ber den versammelten F├╝hrungskr├Ąften erkl├Ąrt: "Am Schlu├č meines Referats m├Âchte ich noch ein Problem behandeln, bei dem ich Sie um Ihr Verst├Ąndnis und Ihre Unterst├╝tzung bitte, und zwar handelt es sich um die Planung, die hier bei der AEG noch nicht so sch├Ân l├Ąuft, wie es eigentlich sein sollte. Was ich meine, ist die Vorausplanung des Umsatzes, der Rendite, des Geldbedarfes, der Investitionen, der Entwicklungskosten usw. Zwar gibt es auch bei der AEG einen Plan, aber dieser Plan wird erst nach Beginn des Gesch├Ąftsjahres verabschiedet. Er wird dann w├Ąhrend des Planjahres mehrfach ge├Ąndert, ja sogar kurz vor Schlu├č des Gesch├Ąftsjahres. Sp├Ąter vergleicht man das erreichte Ist des abgelaufenen Gesch├Ąftsjahres mit einem Plan, der schon mehrmals ge├Ąndert wurde. Diese Handhabung ist nat├╝rlich vollkommen unm├Âglich."
06.1963 Der Finanzfachmann Bertold Gamer wechselt vom Vorstand der Hoechst AG in den der AEG. Heyne bildet gemeinsam mit Gamer und dem neuen Chef der Telefunken AG Felix Herriger, ein Triumvirat, das nach seinen Vorstellungen zu den regelm├Ą├čigen "Chef-Besprechungen" zusammentreten sollte, um gemeinsam die Geschicke des Konzerns zu lenken.
01.10.1963 Die neue Organisationsstruktur wird in Kraft gesetzt. Die AEG gliedert sich nunmehr in vertikale und horizontale Bereiche, wobei die vertikalen Gesch├Ąftsbereiche als Tr├Ąger des aktiven Gesch├Ąfts auftreten. Den horizontalen Bereichen fallen beratende und koordinierende Aufgaben zu, die zentral verantwortlich bearbeitet und wahrgenommen werden. Es wurden f├╝nf vertikale Gesch├Ąftsbereiche f├╝r Energieerzeugung und -Verteilung, Energieanwendung, Verkehr, Technisches Liefergesch├Ąft und Hausger├Ąte geschaffen. Die f├╝nf vertikalen Gesch├Ąftsbereiche werden in 16 Fachbereiche unterteilt, die das aktive Gesch├Ąft im Sinne der Eigenverantwortlichkeit f├╝r Entwicklung, Fertigung, Vertrieb und kaufm├Ąnnische Belange f├╝hren.
1964 Erster gemeinsamer Gesch├Ąftsbericht von AEG und Telefunken mit Jahresabschlu├č f├╝r den Konzern Inland
1964 Die Lage des Konzerns hat sich weiter verbessert, Heyne hat allen Grund, zufrieden zu sein: "Die AEG-Bilanz ist in jeder Hinsicht die beste seit Bestehen der AEG in der Nachkriegszeit." So sei es unter anderem gelungen, das Gesch├Ąft der Muttergesellschaft wesentlich zu verbessern und au├čerordentliche Ertr├Ąge zu erzielen.
1964 Auf dem Hausger├Ątesektor erwirbt die AEG eine Mehrheitsbeteiligung von 58,7 Prozent an der "F. K├╝ppersbusch & S├Âhne AG", Gelsenkirchen.
1964 Heyne scheidet Ende 1964 - wie vereinbart - aus dem Vorstand aus und wechselt - wie gew├╝nscht - an die Stelle Bodens als Aufsichtsratsvorsitzender. Heyne ist allerdings keineswegs bereit, die operative F├╝hrung des Konzerns abzugeben, sondern will sein Lebenswerk unbeirrt fortsetzen. Dieses f├╝hrt zu Konflikten mit seinem Nachfolger im Vorstand, Bertold Gamer (Jahrgang 1914)
1965 Erstes vollst├Ąndig automatisiertes Briefverteilsystem (40.000 Sendungen pro Stunde)
1965 Die Eigenkapitalquote liegt bei 36 Prozent.
1965 Die AEG gr├╝ndet gemeinsam mit der "General Electric" in Frankfurt die "KRT Kernreaktorteile GmbH". In Gro├čwelzheim bei Hanau entsteht ein neues Werk zur Herstellung von Kernreaktorteilen, besonders von Brennelementen f├╝r Siedewasserreaktoren. Au├čerdem vertieft die AEG ihre Zusammenarbeit mit GE auf dem Kernreaktorgebiet durch ein umfassendes technisches Austausch- und Lizenzabkommen.
03.1965 Die ausl├Ąndischen Mehrheitsbeteiligungen werden in der im M├Ąrz 1965 gegr├╝ndeten "AEG International AG", Z├╝rich, zusammengefa├čt.
01.12.1965 Hans Heyne teilt dem Aufsichtsrat mit, Gamer werde auf eigenen Wunsch zum 31. Dezember des Jahres aus dem Vorstand ausscheiden. Tats├Ąchlich hat Gamer das Unternehmen zum diesem Zeitpunkt bereits verlassen. Als Begr├╝ndung nennt Heyne, Gamer habe bereits 1964 bei "General Electric", dem einzigen Gro├čaktion├Ąr der AEG, nicht die n├Âtige Resonanz gefunden. Au├čerdem habe er der Neuorganisation des Konzerns nicht positiv gegen├╝bergestanden. Der Aufsichtsrat stellte daraufhin fest, da├č eine weitere Zusammenarbeit zwischen Heyne und Gamer nicht m├Âglich sei und Gamer deshalb ausscheiden m├╝sse.
22.12.1965 Heyne zeigt sich im Aufsichtsrat weiterhin fest entschlossen, die Abl├Âsung Gamers durchzusetzen Der Aufsichtsrat schlie├čt sich dieser Auffassung schlie├člich mehrheitlich an und w├Ąhlt Dr Hans B├╝hler, den Leiter des Hausger├Ątebereichs, zu dessen Nachfolger. Gleichzeitig legt Heyne sein Mandat als Aufsichtsratsvorsitzender nieder und schl├Ągt vor, den Ehrenvorsitzenden des Aufsichtsrats, Hans C. Boden, als seinen Nachfolger zu bestellen. Das Aufsichtsgremium entspricht diesem Wunsch und bitte Boden, erneut die Leitung des Aufsichtsrats zu ├╝bernehmen.
1965 Hans Groebe steigt zum stellvertretenden Vorstandsmitglied auf
1966 AEG setzt fast 4,9 Milliarden DM um.
1966 Eingliederung der "Sachsenwerk Licht- und Kraft-AG", M├╝nchen, in die AEG als Beteiligungsgesellschaft
1966 Eingliederung der "Hydrawerk AG", Berlin, in die AEG als Beteiligungsgesellschaft
1966 Eingliederung der "Elektrofinanz AG", Berlin, in die AEG als Beteiligungsgesellschaft
1966 ├ťbertragung der AEG-Anteile an der "Ludw. Loewe & Co. AG", der "Hartung-Jachmann GmbH" und der "Typograph GmbH" von der AEG auf die "Deutsche Industrieanlagen GmbH" (DIAG)
1966 Bau der ersten deutschen Viersystem-Lokomotive
1966 Jahres├╝berschu├č 92 Millionen Mark
1966 Zwischen der AEG und der "Olympia Werke AG" und der "Ludwig Loewe & Co. KG" werden Beherrschungs- und Gewinnabf├╝hrungsvertr├Ąge geschlossen.
1966 Die AEG trennt von einigen Beteiligungen, um damit einen Beitrag zur Finanzierung ihrer Expansion zu leisten. Die Unternehmen, die verkauft werden, sind die "Bayerische Zugspitzbahn AG" (40-Prozent-Anteil), die "Gesellschaft f├╝r Zugbeleuchtung mbH" (40-Prozent-Anteil) und die "Neckarwerke GmbH" (50,1-Prozent-Anteil) in Esslingen [f├╝r Neckarwerke in der selben Quelle auch 1964 angegeben und Verkauf der restlichen Beteiligung (39,6%) im Jahre 1967].
1966 B├╝hler betreibt durch Erwerb einer Mehrheitsbeteiligung an der "Kabelwerk Duisburg AG" (87,4 Prozent) den Wiedereinstieg der AEG in das Kabelgesch├Ąft.
Anfang 1966 Anfang 1966 wird die Beteiligung an der "Norddeutsche Kabelwerke AG" auf 91,5 Prozent erh├Âht.
Anfang 1966 Anfang 1966 werden s├Ąmtliche Gesch├Ąftsanteile der "Betefa Berliner Telefonschnur-Fabrik GmbH" durch die AEG erworben. [In der selben Quelle auch f├╝r 1965 und 1968 angegeben]
1966 Als Finanzierungsgesellschaft f├╝r das Auslandsgesch├Ąft wird in Luxemburg die "AEG Finanz-Holding S.A." gegr├╝ndet.
1966 Semler steigt zum Leiter des B├╝ros des Vorstandsvorsitzenden (Zentralb├╝ro) auf.
1966 Das Kernkraftwerk Gundremmingen geht in Betrieb und ist das gr├Â├čte Siedewasserreaktorkernkraftwerk der Welt. - Auch der Auftrag zum Bau eines zweiten gro├čen deutschen Kernkraftwerks (Leistung: 250 Megawatt) in Lingen geht an die AEG, die sich mit ├╝ber 34 Prozent auch an der Betreibergesellschaft beteiligt. Mit einem Volumen von 236 Millionen Mark ist es der bis dahin gr├Â├čte Auftrag f├╝r das Unternehmen.
04.1966 Das "Kabelwerk Duisburg" und die "Norddeutsche Kabelwerke AG" schlie├čen einen Verschmelzungsvertrag. Die hierdurch entstandene Gesellschaft erh├Ąlt den Namen "Vereinigte Draht- und Kabelwerke AG" mit Sitz in Berlin und Duisburg. Sie wird als Beteiligungsgesellschaft in die AEG eingegliedert.
23.06.1966 Die Hauptversammlung der AEG beschlie├čt die Eingliederung der "Telefunken AG".
01.01.1967 Harald Wiegand kommt zur AEG.
1967 Jahres├╝berschu├č 155 Millionen Mark
1967 Der italienische Hausger├Ątehersteller "Industrie A. Zanussi S.p.A." und die AEG gr├╝nden eine gemeinsame Tochtergesellschaft, die "AEG-Zanussi S.p.A."
1967 Erwerbung eines 75prozentigen Anteils an der "Linde Hausger├Ąte GmbH", die durch die AEG von der Wiesbadener "Linde AG" ├╝bernommen wird. Die Gesellschaft wurde in "Duofrost K├╝hl- und Gefrierger├Ąte GmbH" umbenannt. Sie produziert K├╝hl- und Gefrierger├Ąte auf der Grundlage eines mit der Linde AG geschlossenen Warenzeichenlizenzvertrags und vertreibt diese weiterhin unter der Marke "Linde".
1967 Die AEG erwirbt die Mehrheit (51 Prozent) an der "Eltro GmbH & Co. Gesellschaft f├╝r Strahlungstechnik" in Heidelberg.
01.01.1967 Aufgrund eines Betriebspachtvertrags wurde das Gesch├Ąft von Telefunken mit Wirkung vom 1. Januar 1967 auf die Muttergesellschaft AEG ├╝bertragen. Gleichzeitig ├Ąndert die AEG ihren Namen in "Allgemeine Elektricit├Ąts-Gesellschaft AEG-Telefunken". Unter diesem Firmennamen wird von Anfang 1967 bis Juni 1979 das gemeinsame Gesch├Ąft beider Unternehmen gef├╝hrt.
1967 Olympia ist seither mit der AEG durch einen Beherrschungsvertrag verbunden.
1967 Abschlu├č eines Lizenzabkommens mit der "General Electric" zur Proze├črechnerfertigung.
1968 EEG-ETI Elektrik Ind├╝strisi A.S. (AEG ETI, Gemeinschaftsgr├╝ndung mit der t├╝rkischen Eti-Bank) nimmt die Produktion auf
1968 Die AEG kauft 75 Prozent des Hausger├Ąteherstellers "Carl Neff GmbH", Bretten, (Kapital: DM 24.000.000) und 51 Prozent der "AKO-Werke GmbH & Co.", Wangen (Allg├Ąu), einem Hersteller elektrischer und elektronischer Programmsteuerungen f├╝r Hausger├Ąte.
1968 Die AEG erh├Âht seinen Anteil an der "Steatit-Magnesia AG", Lauf/Pegnitz, von 27,1 Prozent auf 100 Prozent.
1968 Die AEG erwirbt eine Sperrminorit├Ąt von 15,01 Prozent an der KG "Telefonbau und Normalzeit Lehner & Co." (T & N) und verpflichtet sich, das Unternehmen langfristig zu ├╝bernehmen. T & N, ein f├╝hrender Hersteller der Fernsprechvermittlungstechnik, besch├Ąftigt im In- und Ausland rund 16.000 Menschen und erzielte 1967 einen Umsatz von 500 Millionen Mark. - Der AEG-Anteil wird bis 1980 auf 41% erh├Âht.
1968 Zukauf von 100 % Anteilen der "AEG Elektrotecnica GmbH" (Kapital: DM 2,3 Mio.)
1968 Zukauf von 100 % der "FABEG GmbH" (Kapital: 0,4 Mio. DM)
1968 Zukauf von 100 % Anteilen der "Elektro-Assekuranz GmbH" (Kapital: DM 200.000)
1968 Die AEG Kauft 100 % Anteile der "Richard Herbig & Co. GmbH" (Kapital: 1,25 Mio. DM) und "Bayer. Rich. Herbig & Co." (Kapital: 2 Mio. DM)
1968 Kauf von 80 % Anteilen der "Internat. Flugger├Ąte u. Motoren GmbH" (Kapital: 0,4 Mio. DM)
1968 Kauf von 50,8 % Anteilen der "Eltrughes GmbH" (Kaptital: 0,1 Mio. DM)
1968 Erwerbung aller Anteile der "Betefa GmbH" (Kapital: 0,1 Mio. DM)
1968 66,67 % der Anteile der "Bertuch GmbH" (Kaptial: 0,07 Mio. DM) werden erworben.
04.1968 Die AEG beteiligt sich mit 34,6 Prozent an der "Hartmann & Braun AG" (Beteiligung bis 1980 auf 83,4 % erh├Âht). Mit diesem f├╝hrenden Unternehmen (rund 6.000 Besch├Ąftigte) auf den Gebieten Me├č-, Regel- und Steuerungs- sowie Rechentechnik wird au├čerdem die schrittweise ├ťbernahme der Mehrheit vereinbart.
12.06.1968 B├╝hler begr├╝ndet seinen unternehmenspolitischen Kurs auf der Hauptversammlung der AEG mit folgenden Worten: "AEG-Telefunken hat in den letzten Jahren den Weg der Zusammenarbeit durch Kooperationsvereinbarungen und Beteiligungen an anderen Unternehmen konsequent verfolgt. Wir sehen dann ein entscheidendes unternehmerisches Konzept, das es uns - und den Unternehmen, mit denen wir kooperieren - erm├Âglicht, sich dem schnellen technischen Fortschritt und den ver├Ąnderten Marktbedingungen anzupassen."
10.1968 Die Aufsichtsr├Ąte von AEG und Siemens billigen die Zusammenarbeit im Kraftwerks- und Transformatorengesch├Ąft und damit die Gr├╝ndung der Kapitalgesellschaften "Kraftwerk Union AG" (KWU) sowie der "Transformatoren Union AG" (TU). Diese Gesellschaften werden gegr├╝ndet, um die hohen Produktionskapazit├Ąten beider Unternehmen auf diesen Gebieten besser auslasten zu k├Ânnen. Au├čerdem versprechen sich die AEG und Siemens vor allem im Kraftwerksgesch├Ąft, das hohe Kapitalvorsch├╝sse ben├Âtigt, erhebliche Kostenentlastungen. Die KWU und die TU sind Gemeinschaftsunternehmen, an denen AEG und Siemens jeweils zu 50 Prozent beteiligt sind. Aufgrund einer Vereinbarung beider Konzerne liegt die unternehmerische F├╝hrung der KWU bei Siemens, die der TU bei der AEG.
12.1968 Es wird ein Vertrag ziwchen der AEG und der italienischen "Compagnia Generale di Eletricita", Mailand, zur ├ťbernahme von deren Tochtergesellschaft, der "Telefunken Radio Televisione S.p.A." geschlossen.
Anfang 1968/69 Anfang 1968/69 erwirbt die AEG Beteiligung von 94,2 Prozent an der "Kabelwerk Rheydt AG" (Kapital: DM 26.400.000).
1969 Erwerb der Gesch├Ąftsanteile der "Kuba-Imperial GmbH" durch die AEG, Umbenennung in "Imperial GmbH Radio Fernsehen Phono" (IMPERIAL)
1969 Jahres├╝berschu├č 108 Millionen Mark
1969 Die AEG erh├Âht ihren Anteil an "T & N" auf 17,5 Prozent.
1969 An der "ALKEM, Alpha-Chemie-Metallurgie GmbH", Leopoldhafen, erwirbt die AEG einen Anteil von 30 Prozent.
1969 Erwerbung eienr AEG-Mehrheitsbeteiligung (51 Prozent) am K├╝chenm├Âbelhersteller "Alno-M├Âbelwerke GmbH & Co. KG", Pfullendorf.
1969 Der Umsatz betr├Ągt sieben Milliarden Mark. Der Konzern ist in 31 L├Ąndern an elf Fabrikationsgesellschaften und an 42 Vertriebsgesellschaften mehrheitlich beteiligt. Minderheitsbeteiligungen bestehen au├čerdem an acht Fabrikationsgesellschaften und zwei Vertriebsgesellschaften. In weiteren 102 L├Ąndern existieren Vertretungen. Allein der Umsatz der im Mehrheitsbesitz befindlichen Auslandsgesellschaften nimmt 1969 um 30 Prozent auf 1,437 Milliarden Mark zu. B├╝hler kann einen gegen├╝ber dem Vorjahr um 13 Prozent gestiegenen Umsatz melden. Gr├Â├čten Anteil am Gesch├Ąft (32 Prozent) haben die elektrotechnischen Gebrauchsg├╝ter (haupts├Ąchlich Hausger├Ąte). Dagegen ist der Anteil der Starkstromtechnik von 30 Prozent auf 27 Prozent gefallen.
1969 Bis 1969 steigen die kurz- und mittelfristigen Finanzverbindlichkeiten des Konzerns auf 438 Millionen Mark, die langfristigen auf 439 Millionen Mark, denn nur zu einem Teil sind die K├Ąufe durch au├čerordentliche Ertr├Ąge gedeckt, wie zum Beispiel durch den Verkauf der Beteiligungen an der "Bayerischen Zugspitzbahn AG" (1966) und der "Neckarwerke GmbH" in Esslingen (1967).
1969 ├ťbernahme aller Anteile an der "Electrotecnica International AG" (Kapital: 0,1 Mio. DM)
1969 ├ťbernahme von 75 % der Anteile der Werbeagentur "Dr. K├╝hl GmbH" (Kapital: 0,02 Mio. DM)
1969 Vollst├Ąndige ├ťbernahme des Kapitals (400.000 DM) der "Deutsche Kabelwerke GmbH"
1969 100prozentige ├ťberahme der "Lido-Bertuch GmbH" (Kapital: 0,03 Mio. DM)
1969 Die "Dekatra Transport GmbH" (Kapital: 0,02 Mio. DM) wird zu 100 % ├╝bernommen.
1969 ├ťberahme von 50 % der "Kupfer-Walzwerke Berlin GmbH" (Kapital: 3 Mio. DM)
1970 AEG-Telefunken steht an zw├Âlfter Stelle in der Weltrangliste der gr├Â├čten Elektrounternehmen und besch├Ąftigt weltweit 178.000 Mitarbeiter
1970 Das Unternehmen erreicht einen Umsatz von 8,4 Milliarden DM.
1970 Erster Mikrowellenherd ("Micromat")
1970 Jahres├╝berschu├č 105 Millionen Mark
1970 Der Umsatz betr├Ągt 9,1 Milliarden Mark. Weltweit steht die AEG an zw├Âlfter und in Europa an vierter Stelle aller Elektrounternehmen. Zwar kann sie noch einen Jahres├╝berschu├č von 92 Millionen Mark ausweisen, ihre Finanzschulden und Verbindlichkeiten sind aber seit 1968 von 877 Millionen DM auf 2,539 Milliarden Mark gestiegen.
1970 Hans C. Boden tritt endg├╝ltig vom Aufsichtsrat zur├╝ck. Als Nachfolger r├╝ckt Hans B├╝hler nach, der wiederum den Vorstandsvorsitz an Dr. Hans Groebe (1935 in die AEG eingetreten) weitergibt
1970 ├ťbernahme von 25 % der "Elektronik System-GmbH" (Kapital: 2 Mio. DM)
Anfang 1970 Anfang des Jahres werden f├╝r 71 Millionen Mark von der "General Electric Co." die Gesch├Ąftsanteile der "Kuba-lmperial GmbH" ├╝bernommen. - Diese ├ťbernahme stellt sich bald als Fehlkauf heraus. Hierdurch r├╝ckt die AEG zwar auf Platz eins der europ├Ąischen Fernsehger├Ątehersteller, die erwartete Rendite bleibt jedoch aus.
1970 J. Semler wird stellvertretendes Vorstandsmitglied.
05.1970 Die AEG vereinbart mit der "Deutschen Babcock & Wilcox AG", Oberhausen, die ├ťbernahme der "Saarl├Ąndischen Heiztechnik GmbH" und der "Witte Heiztechnik GmbH & Co."
24.06.1970 Die AEG und die "TELDEC Telefunken-Decca Schallplatten GmbH" in Berlin stellen die erste Bildplatte vor.
07.1970 Kauf des Verkehrssignal- und Au├čenbeleuchtungsherstellers "Signalbau Huber M├╝nchen KG" durch die AEG
1971 Gr├╝ndung der "Zanussi Elettrodomestici S.p.A." (AEG-Anteil 25,01%)
1971 Jahres├╝berschu├č 79 Millionen Mark
1971 Kauf eines 75-Prozent-Anteils am Verkehrszeichenhersteller "Designa Deutsche Signal-Gesellschaft mbH" in Kiel durch die AEG
1971 Die AEG erwirbt eine Minderheitsbeteiligung von 26 % an der "Feinmechanischen Werke Mainz GmbH". - Wird bis 1986 auf 99 % erh├Âht.
Anfang 1971 Anfang 1971 wird von der AEG das Bauelemente- und das Keramikgesch├Ąft der "Steatit-Magnesia AG" in zwei Unternehmen (CRL Electronic Bauelemente und Rosenthal Stemag) eingebracht. An den Firmen beteiligt sich die AEG mit 75 bzw. 25 Prozent.
Anfang 1971 Die AEG erwirbt eine 75-Prozent-Beteiligung an der "Zanker GmbH" (Kapital: DM 500.000). [In der selben Quelle auch angegeben: 1971: "├ťbernahme der Hermann Zanker KG" und 1973: Zukauf von 75%]
1971 Die AEG zahlt genauso viel f├╝r Zinsen wie f├╝r Investitionen.
1971 Verkauf des 26,5-Prozent-Anteils an der "Hochtief AG"
1971 Verkauf der H├Ąlfte des AEG-Anteils an der "AEG-lsolier- und Kunststoff GmbH" (AIK), Kassel an Hoechst
1971 Nach dem Ertragseinbruch von 1971 sieht sich Konzernchef Groebe zwar veranla├čt, die AEG auf einen Konsolidierungskurs zu f├╝hren, die Notwendigkeit eines grunds├Ątzlichen Kurswechsels sieht er aber nicht. Daher sollen im Inland sollten keine Erweiterungsinvestitionen vorgenommen werden, und das Unternehmen soll nur noch im Ausland expandieren, wo sich h├Âhere Renditen erzielen lassen.
1971 Die Verluste in der Unterhaltungselektronik betragen rund 162 Millionen Mark) zu beseitigen. - Noch unter B├╝hler waren rund 100 Millionen Mark in die Produktion von Farbfernsehger├Ąten investiert worden.
1971 Zur Begrenzung der Verluste in der Halbleitertechnik vereinbarte die AEG-F├╝hrung eine Zusammenarbeit mit der franz├Âsischen Thomson-Houston-Hotchkiss-Gruppe
08.1971 Telefunken f├╝hrt auf der Internationalen Funkausstellung in Berlin das sogenannte TED-Bildplattensystem vor und k├╝ndigt f├╝r Anfang 1972 die Auslieferung der ersten Serienger├Ąte an. - Der Termin kann jedoch nicht eingehalten werden. Trotz eines enormen Entwicklungsaufwands bleibt das von Telefunken vorgestellte System zur magnetischen Bildaufzeichnung gegen├╝ber dem Videoband, wie es die Konkurrenz entwickelte, unterlegen.
1972 Erwerbung eines 75-Prozent-Anteils an der "BBC-Hausger├Ąte GmbH" in Mannheim (Kapital: DM 10.000.000) durch die AEG. - Sp├Ąter auf 100 % erh├Âht und in "Rondo Hausger├Ąte" umfirmiert. - Mehr als viereinhalb Millionen Herde, K├╝hlschr├Ąnke, Gefriertruhen, Wasch- und B├╝gelmaschinen sowie andere Haushaltsger├Ąte hatten bis dahin die Werkshallen in Gro├čauheim verlassen. Die Produktion von Haushaltskleinger├Ąten wie Dunstfilter, elektrische Grills, Gesichtsbr├Ąuner, Kaffeemaschinen oder Eierkocher wird noch eine Zeit lang aufrecht erhalten. Gesch├Ąftst├Ątigkeit bis 1982.
1972 Jahres├╝berschu├č 45 Millionen Mark
1972 Das Grundkapital wird um 94 Millionen Mark auf 704 Millionen Mark erh├Âht. Die Summe der Verbindlichkeiten reduziert sich auf 2,439 Milliarden Mark. Der Jahres├╝berschu├č steigt von 51 auf 66 Millionen Mark. Der Jahres├╝berschu├č im Konzern f├Ąllt im Inland von 79 auf 45 Millionen Mark . Ein Teil der Dividende mu├č somit aus der Substanz bezahlt werden.
Anfang 1972 Groebe l├Ą├čt Anfang des Jahres das mit einem Jahresdefizit von 100 Millionen Mark arbeitende Imperial-Werk zu schlie├čen und das Rundfunkgesch├Ąft in eine selbst├Ąndige Gesellschaft, die "Telefunken Fernseh und Rundfunk GmbH", Hannover, auszugliedern. Die gesch├Ąftliche Situation auf dem Sektor der Unterhaltungselektronik verbessert sich dadurch jedoch nicht - und das, obwohl Telefunken die Patente f├╝r das PAL-Farbfernsehsystem besitzt und seit Einf├╝hrung des Farbfernsehens in Deutschland (1967) und vielen anderen L├Ąndern ein Nachfrageboom herrscht.
1972 In W├╝rgassen l├Ąuft infolge eines Risses im Sicherheitsbeh├Ąlter radioaktives Wasser aus. Danach wird f├╝r alle Kernkraftwerke dieses Typs ein Baustopp verf├╝gt. Allein die Pannen in W├╝rgassen haben zur Folge, da├č der f├╝r 1972 geplante ├ťbergabetermin um drei Jahre ├╝berzogen wird, was zu Verlusten von rund 220 Millionen Mark f├╝hrt.
01.01.1972 Zur Entwicklung, zur Fertigung und zum Vertrieb des Computer-Nachfolgemodells ("TR 440") wird mit Nixdorf die "Telefunken Computer GmbH" in Konstanz gegr├╝ndet; AEG-Anteil: 50 %. Damit will man auf dem Gebiet der Elektronik Anschlu├č an die weltweite Entwicklung finden. Das Gemeinschaftsunternehmen mit 2000 Besch├Ąftigten soll j├Ąhrlich 100 Gro├čcomputer fertigen und der AEG den erhofften Durchbruch in der Rechnertechnik bringen. - Tats├Ąchlich gelingt es aber nur, 32 Rechner des Typs TR 440 abzusetzen. Der j├Ąhrliche Verlust betr├Ągt zuletzt knapp 90 Millionen Mark. Um ein ausgeglichenes Ergebnis zu erzielen, h├Ątte der Absatz um 40 Prozent h├Âher sein m├╝ssen als geplant. Die AEG sah sich aufgrund ihrer angespannten Finanzlage nicht in der Lage, weitere Verluste zu tragen, beschlie├čt den Ausstieg aus den Computergesch├Ąft und verkauft ihre Datenverarbeitung an Siemens. Zugleich ver├Ąu├čert sie ihre Anteile an der "Deutschen Datei Gesellschaft f├╝r Datenfernverarbeitung mbH", einem gemeinsam mit Siemens, Nixdorf und der Deutschen Bundespost gegr├╝ndeten Softwarehersteller.
13.06.1972 Finanzchef Johannes Semler warnt angeblich vor einem unkontrollierten Wachstum des Konzerns. Er richtet am 13. Juni deutliche Worte an seine Vorstandskollegen: "Eine weitere Forderung an eine erfolgreiche Unternehmensplanung mu├č deshalb die laufende ├ťberwachung der Umsatzrendite zum Sch├╝tze des Unternehmens gegen eine ertragslose Expansion sein. Wir d├╝rfen uns keine Umsatzausweitung ohne h├Âheres Ergebnis oder gar zu Lasten des Ergebnisses leisten. Unkontrolliertes Wachstum wird in der Medizin Carzinom genannt und f├╝hrt im allgemeinen zum Tode."
11.1972 Ein gesch├Ątzter Fehlbetrag von 185 Millionen Mark mu├č aus "gezielt herbeigef├╝hrten Sonderertr├Ągen" gedeckt werden. Es bleibt jedoch eine Deckungsl├╝cke von 151 Millionen Mark, die durch W├Ąhrungsgewinne um 60 Millionen Mark verringert werden kann.
1973 Jahres├╝berschu├č 94 Millionen Mark
1973 Der Unternehmensbereich Hausger├Ąte erzielt einschlie├člich seiner Beteiligungsgesellschaften weltweit einen Umsatz von 2,8 Milliarden Mark und steigert sich damit gegen├╝ber dem Vorjahr um 14 Prozent. Trotz konjunkturbedingter Einbr├╝che wird die Entwicklung des Gesch├Ąfts f├╝r 1974 noch positiv beurteilt.
1973 ├ťbernahme von 75 % der "Forbach GmbH & Co. KG" (Kapital: 0,6 Mio. DM)
1973 Die Lage der AEG verschlechtert sich wieder. Die Verbindlichkeiten des Konzerns summieren sich mittlerweile auf 2,9 Milliarden Mark. Von den Krediten, die das Unternehmen aufgenommen hatte, sind Ende 1972 44 Prozent langfristig 34 Prozent mittelfristig und 22 Prozent kurzfristig zur├╝ckzuzahlen. Das Verh├Ąltnis von Fremdkapital und Eigenkapital betr├Ągt 3,4 : 1. Insgesamt 71 Prozent des Anlageverm├Âgens sind 1973 durch Eigenkapital gedeckt, 1972 betrug der Anteil noch 81 Prozent.
1973 Es gelingt trotz aller Schwierigkeiten, nochmals eine Dividende zu zahlen. Groebe dazu: "Die Aufrechterhaltung des Dividendensatzes ist nach unserer Auffassung durch die erfreuliche Ergebnissteigerung im laufenden Gesch├Ąft gerechtfertigt. Hinzu kommt, da├č wir im Gesch├Ąftsjahr 1973 einen weiteren deutlichen Gewinnanstieg im laufenden Gesch├Ąft erwarten." Die Dividende wird jedoch erneut aus der Substanz finanziert.
1973 Semler wird ordentliches Vorstandsmitglied, verantwortlich f├╝r die Finanzen und die Auslandsaktivit├Ąten des Konzerns.
1973 Der Verkauf der 36,5-Prozent-Beteiligung an der "Deutschen Werft AG" und des 50-Prozent-Anteils an der "Original Hanau Quarzlampen GmbH" bringt weitere Sonderertr├Ąge. Hinzu kommen Ergebnisverbesserungen in H├Âhe von 17 Millionen Mark unter anderem aus Abschreibungsersparnissen. Die verbliebene Deckungsl├╝cke von 38 Millionen Mark soll durch den Verkauf des Telefunken-Hochhauses am Berliner Ernst-Reuter-Platz geschlossen werden. Ziel ist es, eine Ertragsreserve von 40 Millionen Mark zu schaffen, um damit Risiken aus anderen Bereichen, vor allem dem Kernkraft-und Computergesch├Ąft, abzudecken.
1973 Insgesamt waren von 1970 bis 1973 rund eine halbe Milliarde Mark aus der Unternehmenssubstanz zur Deckung von Verlusten und zur Zahlung der Dividende entnommen worden. Diese Finanzpolitik l├Ą├čt sich auf Dauer nicht fortsetzen. Daher ist f├╝r 1974 vorgesehen, au├čerordentliche Belastungen aus eigenem Ertrag zu decken.
07.1973 Der Kurs der AEG-Aktie sinkt innerhalb eines Monats von 180 Mark auf unter 100 Mark ab.
Anfang Aug. 1973 Als sich Anfang August der Kursverfall fortsetzt, kursiert an den B├Ârsen das Ger├╝cht, der AEG drohe die Zahlungsunf├Ąhigkeit und das Unternehmen ben├Âtige eine Bundesb├╝rgschaft. Etwa zur selben Zeit werden offenbar aus dem Konzern interne Unterlagen an die ├ľffentlichkeit lanciert.
Herbst 1973 Ein Verkauf der Osram-Beteiligung steht seit Herbst bei der AEG-F├╝hrung auf der Tagesordnung. Hintergrund ist das Bestreben der "General Electric", eine Mehrheit an Osram zu erwerben. Falls diese nicht zustande kommen werde, beabsichtigt GE, ihre Anteile an AEG und Siemens zu verkaufen, um in Europa eine eigene Gl├╝hlampenfertigung aufzubauen. GE will auf diese Weise ihre weltweit f├╝hrende Stellung auf diesem Sektor gegen├╝ber Firmen wie Philips, Sylvania und Westinghouse behaupten.
1973 Semler scheidet Ende Dezember aus dem Konzern aus. Man vermutet, da├č er sich mit seinen Warnungen nicht durchsetzen konnte. - Semler geht nach seinem Ausscheiden aus der AEG als Unternehmensberater zur Carl-Zeiss-Gruppe.
1974 Infolge der ├ľlkrise kommt es zu einem weltweiten Konjunktureinbruch, auf den die AEG nicht vorbereitet ist: Die Nachfrage nach elektrischen Hausger├Ąten geht sp├╝rbar zur├╝ck. Auf dem Sektor der Unterhaltungselektronik versch├Ąrfen japanische Firmen den Konkurrenzdruck, im Kernkraftgesch├Ąft bahnt sich ein Desaster ungeahnten Ausma├čes an. Die AEG-Telefunken-Gruppe erreicht zwar einen Weltumsatz von zw├Âlf Milliarden Mark, erleidet aber einen Betriebsverlust von 664 Millionen Mark. Erstmals seit 1951 kann keine Dividende gezahlt werden. Der neue Finanzchef Horst Brandt erkl├Ąrt hierzu, es sei bisher gelungen, die Finanzierung in den letzten Jahren zu sichern; der Stand der Finanzierung sei aber nicht als normal zu bezeichnen. Entscheidend f├╝r den Abschlu├č des Jahres 1974 seien die Risiken aus dem Reaktorgesch├Ąft gewesen. Eine Dividendenzahlung sei aber, wie die Ergebnisberechnung klar zeige, auch ohne diese Belastung aus den Ertr├Ągen des laufenden Gesch├Ąfts nicht m├Âglich gewesen.
1974 Die Beteiligung der AEG an der "F. K├╝ppersbusch & S├Âhne AG" (anfangs: 58,7%) wird bis 1974 auf 96,4% erh├Âht.
1974 Gr├╝ndung der "Telefunken Semiconductors Philippines Inc.", Manila
1974 Die Eigenkapitalquote sinkt stark infolge der Risikovorsorge aus dem Kernkraftwerksgesch├Ąft, deren Bewertung soviel Kopfzerbrechen bereitet, da├č 1975 sogar die Hauptversammlung verschoben werden mu├č.
1974 Verkauf der Anteile an der Gro├črechner-Gesellschaft "Telefunken Computer GmbH" in Konstanz an Siemens.
11.1974 Nach den gro├čen Verlusten im Kernkraft-Gesch├Ąft will die AEG ihre Anteile an der KWU an Siemens verkaufen. Die entsprechende Entscheidung wird im November 1974 gefa├čt. Der AEG-Aufsichtsrat fordert den Vorstand auf, mit Siemens Gespr├Ąche aufzunehmen, bei denen es zun├Ąchst um eine Zuordnung der Risiken und die H├Âhe des Kaufpreises geht. Siemens legt zwar ein Angebot vor, will aber die mit einer ├ťbernahme verbundenen Risiken begrenzen. Daraufhin verzichtet die AEG darauf, ein eigenes Angebot zu unterbreiten und nimmt Verhandlungen mit anderen Interessenten auf. Diese verlaufen ergebnislos.
1975 Beteiligungskauf an der AEG durch die Gl├Âgglergruppe von 7%. (Beteiligung wird vor dem Zusammenbruch wieder ver├Ąu├čert.)
1975 Das Grundkapital wird auf 929,8 Millionen Mark erh├Âht
1975 Gro├čauftrag an die AEG zur Lieferung von Gasturbinen, Kompressoren und des gesamten Rohrleitungssystems f├╝r eine Ferngasleitung in der Sowjetunion
1975 Die Anteile an der "Osram GmbH" (35,8%) werden von der AEG an Siemens verkauft.
1975 Jahresfehlbetrag 77 Millionen Mark
1975 B├╝hler sieht den Hausger├Ątebereich noch als wohlgeordnet an. Tats├Ąchlich sind die neuen Tochterunternehmen nicht in den Konzern integriert worden, sondern machen sich gegenseitig Konkurrenz. Wie sich au├čerdem herausstellt, fehlt es vielen der erworbenen Firmen an Rentabilit├Ąt. Die Zinsaufwendungen des Konzerns werden zur immer gr├Â├čeren finanziellen Belastung. Zur Sicherung anderer Konzernsparten fehlt daher das Geld.
1975 Seit 1967 wurde f├╝r rund drei Milliarden Mark nahezu 50 Firmen gekauft und insgesamt 1,15 Milliarden Mark in das Sachanlageverm├Âgen investiert worden. Die Verbindlichkeiten sind auf 3,564 Milliarden Mark gestiegen, der Jahres├╝berschu├č schrumpft auf 72 Millionen Mark. Das Eigenkapital hingegen kann nur von rund einer Milliarde Mark auf 1,5 Milliarden Mark vergr├Â├čert werden.
1975 Die Eigenkapitalquote sinkt auf 17 Prozent.
1975 Die angespannte finanzielle Lage macht es erforderlich, da├č die AEG neben dem Verkauf ihrer Frankfurter Zentrale f├╝r rund 40 Millionen Mark - sie wird sofort wieder angemietet - weitere wertvolle Beteiligungen verkaufen mu├č, darunter (zur "Schaffung klarer Mehrheitsverh├Ąltnisse") f├╝r 93 Millionen Mark ihren 35,8-Prozent-Anteil an der "Osram GmbH". Dieser geht an Siemens, nachdem zuvor ein Verkauf an die amerikanische "General Electric" vom Bundeskartellamt abgelehnt worden war.
03.1975 Der Fachhandel bietet ab M├Ąrz Bildplattenspieler und Bildplatten an; das TED-System kann sich aber nicht auf dem Markt durchsetzen.
17.03.1975 J├╝rgen Ponto, Vorstandssprecher der Dresdner Bank, wird zum Nachfolger von B├╝hler bestimmt.
06.1975 Das Ersuchen, Hilfe bem Verkauf des KWU-Anteils von der Bundesregierung zu erhalten, lehnt Wirtschaftsminister Hans Friderichs im Juni ab. Daraufhin zielen die Bem├╝hungen darauf ab, wenigstens Teile am Kernkraftgesch├Ąft f├╝r den Konzern zu erhalten, zum Beispiel durch Verpf├Ąndung des AEG-Anteils an ein Bankenkonsortium, von dem es der Konzern eines fernen Tages h├Ątte zur├╝ckkaufen k├Ânnen. Auch dieses Vorhaben scheitert. Daraufhin f├Ąllt der Entschlu├č, die KWU einschlie├člich ihrer Tochtergesellschaften doch vollst├Ąndig abzugeben. Damit geht dem Konzern fast die gesamte Kompetenz auf dem Gebiet der Energieerzeugung verloren.
18.08.1975 Auf der Hauptversammlung - sie mu├č auf Ende August verschoben werden, weil die immense H├Âhe der erforderlichen R├╝ckstellungen kurzfristig eine zus├Ątzliche Bewertung notwendig macht - richten Vertreter der Aktion├Ąre zum Teil heftige Vorw├╝rfe an die Adresse des Vorstands. Sie geben, wie die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" berichtet, "gl├╝cklosen Managern" die Schuld an der Krise und beklagen die h├Ąufigen Wechsel im Vorstandsvorsitz. Noch w├Ąhrend der Hauptversammlung teilte Groebe mit, da├č er nach der ordentlichen Hauptversammlung im kommenden Jahr sein Amt niederlegen werde. Der Aufsichtsrat bestellt auf Vorschlag seines Vorsitzenden J├╝rgen Ponto Dr. Walter Cipa zum stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden und legt fest, da├č er 1976 Groebes Nachfolger werden solle. Zur Sanierung der AEG beschlie├čen die Aktion├Ąrsvertreter, das Grundkapital um 225,7 Millionen Mark auf 929,8 Millionen Mark zu erh├Âhen. Hierdurch flie├čen dem Konzern rund 316 Millionen Mark zu. Insgesamt 25 Banken ├╝bernehmen die von den Aktion├Ąren nicht gezeichneten Aktien. Die finanzielle Situation entspannt sich dadurch etwas.
06.11.1975 Die AEG und Siemens einigen sich auf den Verkauf der AEG-Anteile an der KWU zum Preis von 618 Millionen Mark. Als besonders schmerzlich ist es f├╝r die AEG, da├č ausgerechnet in jenem Jahr die KWU ihr erstes ausgeglichenes Ergebnis erzielt.
1976 Jahres├╝berschu├č 397 Millionen Mark
1976 Zehn Arbeitnehmervertreter werden f├╝r den neu zu bildenden Aufsichtsrat der AEG gew├Ąhlt
1976 Die Frage eines Kapitalschnitts wird erstmals angesprochen. Cipa versucht zun├Ąchst, diesen zu verhindern, sieht ihn aber schlie├člich als unausweichlich an. In der ├ľffentlichkeit wird die M├Âglichkeit staatlicher Hilfen zur Sanierung des Konzerns diskutiert, wogegen die Kapitaleigner erhebliche Bedenken anmelden. Zweifel herrscht im Aufsichtsrat auch am Erfolg eines Kapitalschnitts. Cipa zeigt sich jedoch optimistisch: "Aufgrund unserer jahrzehntelangen engen Verbindungen zu den unser Haus finanzierenden Banken und insbesondere zu den f├╝hrenden Banken, die ... durch sachkundige und erfahrene Vorstandsmitglieder in unserem Aufsichtsrat vertreten sind, haben meine Kollegen und ich keinen Zweifel, da├č in einem solchen Fall entsprechende Ma├čnahmen auch durchf├╝hrbar sein werden."
29.04.1976 Endg├╝ltiger Ausstieg der "General Electric", deren Anteile an der AEG (8 %) am 29. April 1976 die "Dresdner Bank" ├╝bernimmt. Zwar bedeutet die Ver├Ąu├čerung keine Beeintr├Ąchtigung der Wirtschaftlichen und technischen Zusammenarbeit beider Unternehmen, eine gesch├Ąftliche Perspektive sehen die Amerikaner in dem Frankfurter Unternehmen jedoch schon seit geraumer Zeit nicht mehr. Zuletzt war GE mit rund acht Prozent am Aktienkapital des deutschen Elektrokonzerns beteiligt.
01.05.1976 Die Neuorganisation der Konzernf├╝hrung tritt in Kraft. Damit soll den unerw├╝nschten Auswirkungen der Unternehmensstrukturreform, wie sie Hans Heyne in den sechziger Jahren durchgesetzt hatte, ein Riegel vorgeschoben werden. Heyne verschaffte den Unternehmensbereichen gr├Â├čere Selbst├Ąndigkeit. Diese zeigten jedoch schon bald Verselbst├Ąndigungstendenzen und drohten der Kontrolle durch die Zentrale zu entgleiten. Deren mangelhafte Steuerungsfunktion hatte, wie die Presse immer wieder betonte, zur Versch├Ąrfung der AEG-Krise beigetragen. Cipa zieht daraus radikale Konsequenzen und leitet eine Rezentralisierung ein. Er gliedert die Spitze des Konzerns, der bisher 15 Vorst├Ąnde angeh├Ârten, in einen Zentralvorstand (Vorstandsvorsitzender, Finanzen, Planung und Kontrolle, Vertrieb, Personal und Technik), der aktienrechtlich dem Aufsichtsrat und den Aktion├Ąren gegen├╝ber verantwortlich ist. Dem Zentralvorstand werden f├╝nf Unternehmensbereiche (Energie- und Industrietechnik, Nachrichten- und Verkehrstechnik, Serienprodukte, Konsumg├╝ter und B├╝rotechnik) als "Betriebsf├╝hrungsgesellschaften" (abh├Ąngige Aktiengesellschaften) unterstellt und damit eine zweite, untergeordnete Unternehmensstruktur geschaffen.
07.07.1976 Walther Cipa tritt offiziell die Nachfolge von Hans Groebe als Vorstandsvorsitzender an. Der neue Chef, steht nachdem er bei der Gelsenberg ausgeschieden war, unter erheblichem Erfolgszwang.
Ende Okt. 1976 Ende Oktober legt Vorstandschef Cipa einen Sanierungsplan vor, den er gemeinsam mit seinem Vorg├Ąnger erarbeitet hatte. Vor der Presse spricht er auch die Ursache der AEG-Krise an. Danach hat "sich unser Unternehmen als Folge der Expansionspolitik der Vergangenheit einen sehr gro├čen T├Ątigkeitsrahmen geschaffen ... den voll zu integrieren nur teilweise gelungen ist". Cipas interne Lagebeurteilung klingt weniger gedrechselt.
Anfang Nov. 1976 Cipa legt Anfang November dem Aufsichtsrat seine Unternehmensanalyse und das daraus abgeleitete Sanierungsprogramm vor. Dabei stellt er lapidar fest: "Das Unternehmen mit dem T├Ątigkeitsrahmen, den es hat, bewegt sich hart am Rande eines Kollapses entlang." Das Sanierungsprogramm sieht einen Ausbau der Kernarbeitsgebiete, eine Beseitigung von Strukturproblemen im Serien- und Konsumg├╝terbereich durch Schlie├čung, Verkauf oder Kooperation sowie den Abbau der Fremdverschuldung durch Verk├Ąufe von Unternehmensteilen vor. In der Unternehmensanalyse wird der Konzern in 55 Arbeitsgebiete unterteilt und wird einzeln untersucht. Dabei wird festgestellt, da├č im Jahr 1975 81 Prozent des Umsatzes auf Bereiche mit den niedrigsten Wachstumsraten (zum Beispiel das Starkstromgesch├Ąft und Gebrauchsg├╝ter) entfallen. Durch die Gesch├Ąftst├Ątigkeit in riskanten Bereichen - hierzu z├Ąhlten Altauftr├Ąge aus dem Kernkraft- und Proze├črechnergesch├Ąft und die gesamte Auslandst├Ątigkeit - waren Belastungen von insgesamt 350 bis 450 Millionen Mark entstanden, die sich nach Meinung Cipas nur durch Substanzverk├Ąufe ausgleichen lassen. Cipa bewertet die Man├Âvrierf├Ąhigkeit des Konzerns infolge finanzieller Verbindlichkeiten als beschr├Ąnkt. Im einzelnen schl├Ągt er die sofortige Stillegung der Z├Ąhlerfabrik in der Berliner Ackerstra├če und die Kleinstmotorenfertigung in Vechta sowie die Fabriken in Zeil am Main und N├╝rnberg (Passive Bauelemente) vor [in der selben Quelle auch schon f├╝r 1975 angegeben]. Als strukturell erforderlich erachtet Cipa au├čerdem die Verk├Ąufe einer ganzen Reihe von Beteiligungen, darunter die Bildr├Âhren- und Halbleiterfertigung, die Unterhaltungselektronik und schlie├člich die Tochterfirmen K├╝ppersbusch, Olympia, Zanker und KWU. Als Alternative hierzu wird unter anderem der Verkauf der 1960 erworbenen "Elektromechanik GmbH" und der Elektrowerkzeugefertigung in Erw├Ągung gezogen.
1976 Ende 1976 kann die AEG wieder einen Gewinn von 397 Millionen Mark ausweisen. Dieses Ergebnis ist jedoch nur durch den Verkauf wertvoller Substanz m├Âglich geworden: Im November 1976 waren die Anteile an der Kraftwerk Union AG (KWU) f├╝r 668 Millionen Mark an die Siemens AG gegangen. Au├čerdem gab die AEG 25 Prozent ihrer Beteiligung an der Transformatoren Union AG (TU) an Siemens ab und verlor damit auch ├╝ber diese Beteiligungsgesellschaft die unternehmerische F├╝hrung.
1977 Die AEG ihre Beteiligung am italienischen Hausger├Ątehersteller Zanussi, bei dessen Dachgesellschaft ("A. Zanussi S.p.A.", Pordenone/ltalien) sie erst Anfang 1974 mit einer Beteiligung von 20 Prozent eingestiegen war.
1977 Die AEG rutscht erneut in die roten Zah len. Noch Ende 1975 war f├╝r das Jahr 1977 eine Ergebnisverdoppelunggegen├╝ber 1976 vorausgesagt worden, "wobei kein Bereich mehr mit Verlusten arbeiten" solle.
30.07.1977 Der Aufsichtsratsvorsitzende J├╝rgen Ponto f├Ąllt einem terroristischen Attentat zum Opfer. Im Gespann Ponto-Cipa wurde eine Wiederaufnahme der traditionell guten Zusammenarbeit zwischen Banken und der AEG, wie sie von Emil Rathenau und Carl F├╝rstenberg begr├╝ndet worden war, gesehen. Nachfolger Pontos wird der ehemalige BASF-Vorstandsvorsitzende Bernhard Timm. Wie die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" berichtet, fehle nunmehr das ausgewogene Verh├Ąltnis, wie es zwischen Ponto und Cipa herrschte.
1978 Die Beteiligung der AEG an "Hartmann & Braun" wird auf 74,79 % erh├Âht.
1978 Generalunternehmerschaft f├╝r den Bau von zehn Schnellbooten der Klasse S 143 f├╝r die Bundesmarine
1978 Umfirmierung der "Allgemeine Elektricit├Ąts-Gesellschaft AEG-TELEFUNKEN Aktiengesellschaft" in "AEG-TELEFUNKEN Aktiengesellschaft"
1978 Erste Briefsortiermaschine mit vollautomatischem Adressenleser
1978 Jahresfehlbetrag 347 Millionen Mark
1978 Olympia rutscht mit 90 Millionen Mark in die roten Zahlen. Vorstandschef Cipa stellt fest, da├č die Erzeugnisse von Olympia auf wenig wachstumsstarken Arbeitsgebieten liegen und veranla├čt die Einstellung der Produktion elektronischer Rechenmaschinen im fr├╝heren Brunsviga-Werk in Braunschweig, weil die Produktion der Ger├Ąte in Deutschland nicht mehr zu vertretbaren Kosten m├Âglich sei.
09.1978 Cipa mu├č eingestehen, da├č die Gesch├Ąftslage schlechter ist, als noch am Jahresende 1977 prognostiziert. Der Vorstand hat zwar ein funktionsf├Ąhiges F├╝hrungsinstrumentarium als Voraussetzung f├╝r ein erfolgreiches Gesch├Ąft eingef├╝hrt, was aber keinen Erfolg bringt.
19.09.1978 Zwischen Siemens und er AEG wird eine Einigung ├╝ber die Verpflichtungen der AEG aus den an die KWU ├╝bertragenen Siedewasserreaktorauftr├Ągen in H├Âhe von l, 215 Milliarden Mark erzielt. Damit sind alle Anspr├╝che der KWU gegen├╝ber der AEG abgegolten. F├╝r die AEG bedeutet diese Vereinbarung zwar die endg├╝ltige Bereinigung der Kernreaktorrisiken, aber der Substanzverlust, der im Gesch├Ąftsbericht f├╝r 1978 auf insgesamt 1,7 Milliarden Mark beziffert wird, ist f├╝r das Unternehmen existenzbedrohend und tr├Ągt wesentlich dazu bei, da├č sich die AEG wirtschaftlich nie mehr erholt.
Herbst 1978 Cipa verf├╝gt f├╝r die Zentralbereiche und Vorstandsabteilungen einen Einstellungsstopp und verlangte Entlassungen in den Unternehmensbereichen. Er k├╝ndigt die Gr├╝ndung eines Unternehmensbereichs Unterhaltungselektronik, die Neuordnung der Hausger├Ąteproduktion, Konzentration auf gleiche Produktgruppen und die Spezialisierung der Werke auf einheitliche Produktgruppen sowie die Schlie├čung der Hausger├Ątewerke in Uffenheim und Bruchsal an.
14.11.1978 Vorlage einer Schwachstellenanalyse, mit der Cipa die Deutsche Warentreuhand Aktiengesellschaft (DWT) beauftragte, um die genaue Ursache der Planabweichungen zu lokalisieren. Deren Ergebnis klingt wenig schmeichelhaft: "Abweichungen bei dem Umsatz zwischen Sch├Ątzung ... und Budget ... [lassen] ... erkennen - und dies wurde von unseren Gespr├Ąchspartnern auch nicht bestritten -, da├č fast ausschlie├člich ehrgeizige Zielvorstellungen, teilweise m├Âglicherweise Wunschvorstellungen, in die Planung eingeflossen sind. Dies wurde damit begr├╝ndet, da├č der Vertrieb motiviert und zu >Superleistungen< angespornt werden m├╝sse." Im einzelnen F├Ąllen wird festgestellt, da├č die Planungen des Unternehmensbereichs Serienprodukte (UBS) bereits bei der Verabschiedung durch die Konjunkturentwicklung ├╝berholt gewesen seien. Im Konsumg├╝terbereich wird wegen ehrgeiziger Ziele eine zu geringe Ausgewogenheit von Chancen und Risiken festgestellt, au├čerdem gebe es keine Aufstellung erforderlicher Ma├čnahmenpl├Ąne zur Erreichung der Ziele, und schlie├člich sei in Anbetracht des technologischen Stands der AEG deren Marktstellung ├╝bersch├Ątzt worden.
Anfang Dez. 1978 Auf einer Betriebsversammlung Anfang Dezember wird in der Frankfurter AEG-Zentrale bekannt, da├č der Konzern erneut einen massiven Verlust - 350 Millionen Mark - erwarte. Tats├Ąchlich schlie├čt die Bilanz mit einem Verlust von 295 (Konzern, weltweit; Inland: 347) Millionen Mark ab. Gewinne erwirtschaften nur noch die Nachrichten- und die Verkehrstechnik.
06.12.1978 Der DWT-Bericht wird auf der Aufsichtsratssitzung am 6. Dezember vorgelegt. Er bleibt nicht ohne personelle Konsequenzen. Drei Vorst├Ąnde m├╝ssen zum Jahresende aus dem Konzern ausscheiden.
1979 "AEG-Telefunken" (49%) und "Thomson-Brandt" gr├╝nden die "Europacolor S.A.", einen Farbbildr├Âhrenhersteller mit Einbringung des Farbbildr├Âhrengesch├Ąfts
1979 Jahresfehlbetrag: 968 Millionen Mark
1979 Im Laufe des Jahres spitzt sich die Lage der AEG dramatisch zu. Im Juni sind die Finanzschulden des Konzerns auf 3,218 Milliarden Mark und die Netto-Finanzverschuldung auf 3,087 Milliarden Mark gestiegen. In den Monaten Januar bis Mai kommt es zu einem Umsatzr├╝ckgang von f├╝nf Prozent. Das Ergebnis liegt mit minus 419 Millionen Mark um 44 Millionen Mark unter dem entsprechenden Planwert, verursacht im wesentlichen durch den Turbinenhersteller AEG-Kanis und den Unternehmensbereich Serienprodukte.
1979 Im Hausger├Ątebereich sind seither ein neues Fertigungsprogramm, die Spezialisierung der Fabriken auf Produktgruppen, die Straffung der Vertriebsorganisation und eine st├Ąrkere Integration von Tochtergesellschaften vorgesehen.
04.1979 Dietrich Wilhelm von Menges, Mitglied der Aufsichtsr├Ąte der Gutehoffnungsh├╝tte und der AEG, stellt fest, da├č die AEG aus eigener Kraft nicht gesunden k├Ânne. Dazu sei das Verh├Ąltnis zwischen Grundkapital und Finanzschulden zu ung├╝nstig. Der Konsumg├╝terbereich und das Gesch├Ąft mit Elektroanlagen sowie Industriekomponenten erg├Ąnzten sich nicht; wegen der Streuung der Produktionsbetriebe auf 79 Standorte sei eine Kontrolle und Lenkung des Konzerns nicht m├Âglich. Eine L├Âsung der Probleme sieht er in der Aufspaltung des Konzerns und der Verselbst├Ąndigung seiner Bereiche.
23.04.1979 Im Aufsichtsrat wird die Schaffung von f├╝nf Unternehmensbereichen als Voraussetzung f├╝r eine fortschreitende Flexibilisierung des Konzerns begr├╝├čt und die Schaffung einer Holding angeregt worden. Dieser L├Âsung neigt man auch im Aufsichtsrat zu, jedenfalls bezeichnet dessen Vorsitzender Timm einen R├╝ckfall in eine funktionale Steuerung f├╝r das Unternehmen als "lebensbedrohend".
21.06.1979 Die Hauptversammlung von "AEG-Telefunken" beschlie├čt, den Firmennamen "Allgemeine Elektricit├Ąts-Gesellschaft AEG-Telefunken" in "AEG-Telefunken Aktiengesellschaft" zu ├Ąndern.
10.1979 Cipa k├╝ndigt seinen R├╝cktritt an, der im November best├Ątigt wird.
24.10.1979 Vorstandschef Cipa erwartet einen Jahresverlust von 953 Millionen Mark. Mehr als die H├Ąlfte entfallen nach seinen Worten "auf unternehmerische Ma├čnahmen, die f├╝r die Folgejahre deutliche Entlastungen oder positive Ergebnisbeitr├Ąge erbringen". Die Eigenmittel des Konzerns sind bis auf einen Betrag von 170 Millionen Mark aufgezehrt. Dies ist weniger als die H├Ąlfte des Grundkapitals (465 Millionen Mark). Hieraus ergibt sich als zwingende Konsequenz die Notwendigkeit, eine au├čerordentliche Hauptversammlung einzuberufen, um dieser einen Kapitalschnitt und eine anschlie├čende Wiederaufstockung des Kapitals vorzuschlagen. Zur Refinanzierung des Unternehmens sind au├čerdem folgende Ma├čnahmen geplant: Aufnahme eines Schuldscheindarlehens, Plazierung eines Optionsschuldscheindarlehens, Neustrukturierung langfristiger Kredite und Festschreibung der Kreditlinien bis 1982. Au├čerdem sollen 13.000 Stellen abgebaut werden.
03.12.1979 Der Aufsichtsrat beschlie├čt, auf einer au├čerordentlichen Hauptversammlung im Januar 1980 ein ganzes Paket von Ma├čnahmen vorzuschlagen. Kern ist eine Kapitalherabsetzung im Verh├Ąltnis 3 : l und eine anschlie├čende Kapitalerh├Âhung gegen Bareinlagen im Verh├Ąltnis l : l bei einem Ausgabekurs der jungen Aktien von 300 Prozent (150 Mark pro St├╝ck). Hierdurch sollen dem Konzern 930 Millionen Mark zuflie├čen. Insgesamt bringen die Kapitalma├čnahmen dann im Januar 1,682 Milliarden Mark ein. Rund die H├Ąlfte des Kapitals wird von einem Bankenkonsortium unter F├╝hrung der Dresdner Bank - sie verwaltet zu dieser Zeit rund 32 Prozent des Aktienkapitals - der Deutschen Bank und der Westdeutschen Landesbank ├╝bernommen.
03.12.1979 Timm teilt dem Aufsichtsrat mit, da├č "Herr Cipa ihn dar├╝ber unterrichtet habe, da├č er f├╝r eine Verl├Ąngerung seines am 19. August 1980 auslaufenden Vertrags nicht zur Verf├╝gung steht".
04.12.1979 Cipa gibt auf einer Pressekonferenz in Frankfurt bekannt, da├č er f├╝r eine Wiederbestellung als Vorsitzender des Vorstands nach Ablauf seines Vertrags im August 1980 nicht mehr zur Verf├╝gung stehen werde.
29.12.1979 Friderichs spricht mit einem weiteren Kandidaten, mit Heinz D├╝rr, den Gesch├Ąftsf├╝hrenden Gesellschafter der Stuttgarter "Otto D├╝rr Industrie-Anlagen GmbH". Auch andere Bankenvertreter sowie Hans Merkle von der Robert Bosch GmbH und Friedrich Hayek f├╝hren Gespr├Ąche mit dem jungen Unternehmer, der sich als Verhandlungsf├╝hrer der Metallarbeitgeber im Tarifbezirk Nord-W├╝rttemberg/Nord-Baden einen Namen gemacht hatte und dem Fingerspitzengef├╝hl und psychologisches Geschick nachgesagt werden.
1980 Die Beteiligung der AEG an "Hartmann & Braun" wird auf 83,33 % erh├Âht.
1980 Gr├╝ndung des AEG-Gesch├Ąftsbereichs Elektronische Bauelemente mit Sitz in Heilbronn
1980 Einbringung des Gesch├Ąfts der "CRL Electronic Bauelemente GmbH" in "Draloric Electronic GmbH", N├╝rnberg, und Ver├Ąu├čerung an "Corning Glass", USA
1980 Jahresfehlbetrag: 278 Millionen Mark
15.01.1980 In Berlin tritt die au├čerordentliche Hauptversammlung des AEG-Konzerns zu einer dreizehnst├╝ndigen Marathonsitzung zusammen. Die Aktion├Ąre stimmen nicht nur den im Dezember 1979 vorgeschlagenen Kapitalma├čnahmen zu, sondern w├Ąhlen auch Hans Friderichs, Vorstandssprecher der Dresdner Bank, zum neuen Vorsitzenden des Aufsichtsrats.
15.01.1980 Friderichs schl├Ągt Heinz D├╝rr dem Aufsichtsrat als Nachfolger Cipas vor. D├╝rr hatte sich Ende Dezember zum Eintritt in die AEG bereit erkl├Ąrt. Nach Friderichs Meinung entspricht "Herr D├╝rr dem Anforderungsprofil desjenigen ... den man f├╝r ein diversifiziertes Unternehmen, letztlich bestehend aus einer Vielzahl von Einzelunternehmen, haben sollte". Herr D├╝rr sei ein Mann, der ├╝ber Motivations- und Delegationsf├Ąhigkeit verf├╝ge und die F├Ąhigkeit besitze, "mit dem Zentralvorstand und den Vorst├Ąnden der Unternehmensbereiche kooperativ zusammenzuarbeiten". In diesem Sinne argumentiert auch D├╝rr selbst und erkl├Ąrt, da├č er diese Aufgabe als eine Herausforderung f├╝r einen Unternehmer ansehe und glaube, "Erfahrungen und Kenntnisse aus dem Aufbau der D├╝rr-Gruppe mitzubringen, die bei der L├Âsung des AEG-Telefunken-Problems gefragt sind". Er sehe "AEG-Telefunken nicht als Gro├čunternehmen mit einer Monostruktur an, sondern als Zusammenfassung von Betrieben mit teilweise mittelst├Ąndischem Charakter". D├╝rr wird von Friderichs am sp├Ąten Abend des 15. Januar den Aktion├Ąrsvertretern vorgestellt. D├╝rr stie├č auch im Aufsichtsrat nicht auf ungeteilte Zustimmung.
20.01.1980 Heinz D├╝rr wird trotz anf├Ąnglicher Bedenken im Aufsichtsrat einstimmig zum neuen Vorstandsvorsitzenden gew├Ąhlt.
02.1980 Heinz D├╝rr tritt sein neues Amt als Aufsichtratsvorsitzender an. Dieses l├Âst positive Erwartungen aus.
03.1980 Der neue AEG-Chef begibt sich sofort nach seinem Amtsantritt auf die Reise und hat schon Ende M├Ąrz 30 inl├Ąndische AEG-Standorte besucht. Sein Ziel ist es zun├Ąchst, die Besch├Ąftigten zu motivieren und bei den Kunden um Vertrauen zu werben. Es gelingt ihm schnell, die gest├Ârte Kommunikation im Konzern wiederherzustellen, nicht jedoch, den Konzernverlust zu verringern. - Urspr├╝nglich war vorgesehen, die Kapitalma├čnahmen des Jahres 1979/80 so zu berechnen, da├č noch "zwei weitere Verlustjahre durchgestanden" werden k├Ânnen. Wie sich wenig sp├Ąter herausstellt, reicht hierf├╝r der Kapitalschnitt aber nicht aus. Dennoch herrscht hinsichtlich einer erhofften Trendwende Optimismus.
Anfang Apr. 1980 Die restliche Proze├črechneraktivit├Ąten werden von der AEG Anfang April in die "ATM Computer GmbH" (Konstanz) eingebracht, die sie gemeinsam mit der amerikanischen "Modular Computer Systems Inc." (Modcomp), Fort Lauderdale, gr├╝ndet (AEG-Beteiligung: 75%).
23.04.1980 D├╝rr kann in der Sitzung des Aufsichtsrats am 23. April 1980 ein erfreuliches Plus im Auftragseingang melden. Allein im ersten Quartal liege der Inlandsumsatz um 14 Prozent h├Âher als der Vergleichswert des Vorjahres. Nicht ohne Zufriedenheit stellt D├╝rr fest, da├č die Kunden zur AEG wieder Vertrauen gewonnen h├Ątten. Er erwartet f├╝r 1980 zun├Ąchst einen Bilanzverlust in H├Âhe von 130 Millionen Mark, weist zugleich aber "auf die erheblichen Risiken" hin, die dieses "als sehr ehrgeizig" anzusehende Ziel habe. Im Sinne der zuvor vom Aufsichtsrat angemahnten Vorw├Ąrtsstrategie sei es jedoch erforderlich, "ein so hohes Ziel zu setzen". Auf seiten der Bankenvertreter rechnet man ├╝berschl├Ągig mit einem betrieblichen Verlust zwischen 150 und 250 Millionen Mark. Unter Ber├╝cksichtigung au├čerordentlicher Ertr├Ąge von 100 Millionen Mark verbleibe danach ein Verlust zwischen 50 und 150 Millionen Mark. Insofern geht man ebenfalls von einem Betriebsverlust von 130 Millionen Mark aus, verweist jedoch auf Risiken, die "nicht quantifizierbar sind". Der Vorschlag, auf der Hauptversammlung im Juni von einem zu erwartenden Verlust von 250 Millionen Mark zu sprechen, st├Â├čt jedoch auf Ablehnung, weil darin eine Gef├Ąhrdung der erhofften Trendwende gesehen wird. Die Vertreter der Anteilseigner und der Vorstand werden gebeten, den "risikoreichen Weg" einer niedrigen Verlustprognose zu gehen.
09.1980 Es stellen sich erneut erhebliche Abweichungen zwischen Prognosewert (130 Millionen Mark) und Ergebnis heraus. Zwar liegt der Auftragseingang im August 1980 um 15 Prozent ├╝ber dem Vorjahreswert, auch sei die Erwartung des Umsatzes f├╝r das Gesamtjahr 1980 "relativ sicher", aber eine Fortschreibung der Sch├Ątzung vom M├Ąrz 1980 werde zu einem Bilanzverlust von 277 Millionen Mark f├╝hren. Tats├Ąchlich solle sich der Verlust im Konzern (Inland) 1981 auf 278 Millionen Mark belaufen.
Okt.-Dez.1980 D├╝rr k├╝ndigt nach Kenntnis der Abweichungen zwischen Prognosen und Ist-Werten weitere Sanierungsschritte an, zu denen unter anderem die planm├Ą├čige Fortsetzung des Personalabbaus, eine grundlegende Sanierung der Gesch├Ąftsbereiche Energieverteilung sowie Elektrische Maschinen ("Motorenkonzept") und die Zusammenf├╝hrung verschiedener Gesch├Ąftseinheiten zum Gesch├Ąftsbereich "Elektronische Bauelemente" (Oktober 1980) z├Ąhlen. Des weiteren ist vorgesehen, im Bereich der Fertigung von Audioger├Ąten und Videorecordern Gespr├Ąche mit niederl├Ąndischen und japanischen Unternehmen ├╝ber m├Âgliche Kooperationen zu f├╝hren. Bei AEG-Kanis beispielsweise sollte die Gasturbinenfertigung nur noch auf der Grundlage von Auftragsfertigungen fortgef├╝hrt werden.
12.1980 Es werden f├╝r die Fabrik Berlin Brunnenstra├če Mittel in H├Âhe von 67.000.000 DM f├╝r Rationalisierungsma├čnahmen freigegeben. Um so ├╝berraschender kommt die Schlie├čung des Traditionsstandorts im August 1981.
Anfang Dez. 1980 Anfang Dezember verschlechtert sich die Ergebniserwartung f├╝r 1981 um rd. 240 Millionen Mark. Verursacher der Verluste sind acht Gesch├Ąftsbereiche mit einem Anteil am Konzernumsatz von nicht einmal 26 Prozent. Im Aufsichtsrat zeigt man sich zwar davon beeindruckt, da├č es D├╝rr gelang, eine Reihe von Verlustquellen "durch Straffung, Bereinigung und Kooperation" beseitigt zu haben, sieht sich aber dennoch zu der Feststellung veranla├čt, wonach "die Verletzbarkeit des Konzerns in der derzeitigen Struktur extrem hoch sei". Die Bereitschaft der Banken zur weiteren Unterst├╝tzung der AEG werde sprunghaft steigen, "wenn Tatsachen geschaffen werden, vor zu optimistischen Vorstellungen m├╝sse er im gegenw├Ąrtigen Zeitpunkt warnen".
12.1980 AEG verkauft die Anteile an der Firma "Hartmann & Braun" (83 Prozent) an die "Mannesmann AG".
12.1980 Die k├╝nftige Konzernstruktur steht erneut zur Debatte. D├╝rr ist inzwischen zu der Auffassung gelangt, da├č ein ausgeglichenes Ergebnis "u.a. durch die Aufgabe von Verlustbereichen m├Âglich werden" m├╝sse. Als Alternative bieten sich auch Kooperationen an. BP-Chef Hellmuth Buddenberg, ebenfalls Mitglied im Aufsichtsrat, bemerkt hierzu: "Der Weg, durch Kooperationen Liquidit├Ąt zu bekommen, sei ein sehr harter Weg, der jedoch gegangen werden m├╝sse." Grunds├Ątzlich geht es darum, ob die AEG ihre Politik der Notverk├Ąufe fortsetzen wolle oder die geplanten Kapitalfreisetzungen der Anfang eines gr├Â├čeren Gesamtkonzepts sein sollen. Eine Diskussion hier├╝ber findet vorerst aber nicht statt.
1981 Ver├Ąu├čerung der AEG-Beteiligung an der "Hartmann & Braun AG" (83 %) an Mannesmann
1981 R├╝ckkauf der "AEG Isolier- und Kunststoff GmbH", Kassel
1981 Eine neue Betriebsvereinbarung l├Âst das Ruhegeldstatut ab, k├╝nftige Ruhegeldanspr├╝che werden auf zirka ein Drittel reduziert.
1981 Erwerb einer 50%-Beteiligung an der "GEI-Gesellschaft f├╝r elektronische Informationsverarbeitung mbH", sp├Ąter Erwerb aller Anteile
1981 Auftrag an die AEG zur Lieferung von 47 Gasturbinen f├╝r Kompressorstationen an die UdSSR
1981 Die AEG ├╝bernimmt den 50%-Anteil an der "DEBEG GmbH" von Siemens.
1981 Gr├╝ndung der "E.P.T.C. European Power Tool Corp. S.A.", Paris, durch AEG und Peugeot (je 50%), durch Einbringung "AEG Elektrowerkzeuge GmbH" und des entsprechenden Bereichs von Peugeot
1981 Jahres├╝berschu├č Konzern (weltweit 24 Millionen Mark (nach Forderungsverzicht der Konsortialbanken in H├Âhe von 240 Millionen Mark)
1981 Die AEG legt erstmals einen Abschlu├č f├╝r den gesamten, weltweit operierenden Konzern ("Konzern Welt") vor, der es nicht mehr zul├Ą├čt, negative Ergebnisse beispielsweise in Auslandsgesellschaften zu "verstecken". So werden die enormen Belastungen durch zu verzinsende Finanzschulden erkennbar, die sich allein im Ausland auf 1,4 Milliarden Mark belaufen (im Inland: 3,2 Milliarden Mark). Dennoch kann die AEG Ende des Jahres weltweit einen ├ťberschu├č von 24 Millionen Mark ausweisen, der allerdings nur mit ├Ąu├čersten Anstrengungen zustande kam.
1981 Ver├Ąu├čerung der AEG-Aktienbeteiligung von 49 Prozent am Grundkapital der "EUROPACOLOR S.A.", Montrouge, von der AEG an "Thomson-Brandt S.A.", Paris. Das Unternehmen war zusammen mit Thomson-Brandt erst 1979 zur Entwicklung, zur Produktion und zum Vertrieb von Farbbildr├Âhren gegr├╝ndet worden.
1981 Die f├╝nfzigprozentige Beteiligung der AEG an der "Teldix GmbH", Heidelberg, wird an die "Robert Bosch" ver├Ąu├čert.
1981 Die Banken gew├Ąhren einen Schuldenerla├č von 238 Millionen Mark.131 Ohne die Verk├Ąufe h├Ątte der Jahresverlust bei 500 Millionen Mark gelegen. Die Bilanzsumme der AEG (Konzern, weltweit) geht von 11,1 Milliarden Mark auf 10,8 Milliarden Mark zur├╝ck. Der Anteil des Eigenkapitals an der Bilanzsumme betr├Ągt 9,4 Prozent gegen├╝ber 10,6 Prozent im Vorjahr. Der Fehlbetrag bei der AEG AG zu einer lOOprozentigen Deckung der Barwerte laufender Leistungen bei den Pensionsr├╝ckstellungen belauft sich auf 450 Millionen Mark, der bei den unverfallbaren Anwartschaften auf 1,226 Milliarden Mark. Der Fehlbetrag im Konzern, Inland, liegt um rund 600 Millionen Mark dar├╝ber. Die Finanzschulden im Konzern, weltweit, betragen 4,648 Milliarden Mark und haben sich um 640 Millionen Mark gegen├╝ber dem Vorjahr verringert; die Nettofinanzverschuldung geht um 382 Millionen Mark auf rund vier Milliarden Mark zur├╝ck.
09.03.1981 F├╝r den 9. M├Ąrz wird in Frankfurt eine Gl├Ąubigerversammlung einberufen, auf der die H├Ąlfte der Anwesenden, die mindestens 80 Prozent der Forderungen repr├Ąsentierten, dem Vergleich zustimmen mu├č.
04.1981 D├╝rr pr├Ąsentiert sein Konzept einer Teilung des Konzerns in einen Technologie- und einen Partnerschaftsbereich, das im Aufsichtsrat weitgehend Zustimmung findet. Der geringe finanzielle Spielraum des Konzerns l├Ą├čt auch keine andere L├Âsung als eine "Konzentration der Arbeitsgebiete im Rahmen von partnerschaftlichen L├Âsungen" zu.
05.1981 Der Vorstand handelte mit dem Gesamtbetriebsrat eine neue Ruhegeldregelung aus. F├╝r aktive Besch├Ąftigte bedeutet dies, da├č ihre Rentenanwartschaften f├╝r die k├╝nftigen Dienstjahre auf ein Drittel ihrer bisherigen Anspr├╝che reduziert werden. Hierdurch kann eine einmalige finanzielle Entlastung der AEG AG im Jahr 1981 in H├Âhe von 300 Millionen Mark erreicht werden. - F├╝r die Folgejahre (bis 1994) wird durch die neue Ruhegeldregelung eine um rund 3,6 Milliarden Mark niedrigere Pensionsr├╝ckstellung im Vergleich zur Fortf├╝hrung des alten Systems erwartet.
06.1981 Im Finanzausschu├č des Aufsichtsrats wird die Ergebnisprognose erneut beraten. Vertreter der Banken stellen hierzu ├╝bereinstimmend fest: "Die AEG sei in der gegenw├Ąrtigen Struktur nicht ├╝berlebensf├Ąhig. Allein zur Abdeckung der in 1981 und 1982 zu erwartenden Verluste und des R├╝ckstellungsbedarfs f├╝r Mitarbeiterpensionen (Barwerte) fehlen dem Unternehmen ca. l Milliarde Mark." Weitere Hilfe von seiten der Banken k├Ânne "aufgrund der ertragsm├Ą├čigen Lage" in nur begrenztem Umfang erwartet werden: "Die hierzu erforderlichen Mittel m├╝sse das Unternehmen aus Eigenmitteln aufbringen - mit der zwingenden Notwendigkeit, in das Kapitalfreisetzungsprogramm alle nicht unumg├Ąnglichen lebensnotwendigen Bereiche einzubeziehen"
06.1981 Es zeichnet sich eine Verschlechterung ab. Statt des vorgesehenen Jahresergebnisses wird ein Minus in H├Âhe von 230 bis 250 Millionen Mark erwartet. Eine Verbesserung der gesch├Ąftlichen Situation erwartet man "nicht vor Herbst des Jahres". Der Vorstand empfiehlt, auf der Hauptversammlung nur eine "vorsichtig formulierte Voraussage f├╝r die Erwartungen betreffend das Gesch├Ąftsjahr" zu machen. Die Ursachen f├╝r den erneuten Ertragseinbruch liegen im Hausger├Ątebereich, bei der "Telefunken Fernseh und Rundfunk GmbH" sowie bei den Ergebnissen der Bereiche im Auslandsgesch├Ąft. Vor allem bei den Hausger├Ąten operieren "die Marken ... weitgehend selbst├Ąndig", so da├č "die Koordination der Gesch├Ąftsbereiche durch den Vorstand in hohem Ma├č ohne Wirkung" blieb.
06.06.1981 Die AEG k├╝ndigt die Schlie├čung der Hausger├Ątetochter Zanker und Massenentlassungen bei K├╝ppersbusch an.
Mitte Juni 1981 Das Bankenkonsortium l├Ą├čt Mitte Juni ├╝ber den AEG-Vorstand verlauten, es habe das Konzept "AEG '83" "positiv aufgenommen". Die Banken erkl├Ąren sich bereit, durch Forderungsverzicht, Zinsst├╝tzung und Bereitstellung zus├Ątzlicher Kredite einen Ergebnisbeitrag bis zu 260 Millionen Mark zu leisten. Im Aufsichtsrat dr├Ąngt der Vorsitzende Fridenchs auf eine Annahme des Konzepts und macht darauf aufmerksam, da├č nur bei einer Zustimmung Hilfe von Bund und L├Ąndern zu erwarten sei. Kritik melden dagegen die Arbeitnehmervertreter an. Sie f├╝hlen sich vor die Alternative gestellt, entweder dem Konzept zuzustimmen oder die AEG untergehen zu lassen. Nach ihrer Meinung war nur die AEG Technik AG abgesichert. Sie bevorzugen daher eine Beteiligung der ├Âffentlichen Hand. Dagegen verteidigte D├╝rr das Konzept, indem er die Notwendigkeit einer Aufteilung in einen Technik-und einen Konsumbereich unterstreicht, da sich m├Âgliche Partner nur f├╝r einen Teil des Konzerns interessieren.
21.06.1981 Finanzchef Horst Brandt weist auf die dramatisch verschlechterte Liquidit├Ątslage des Konzerns hin. Zahlungen von Kunden tr├Ąfen nur noch schleppend ein, vielfach w├╝rden Vorauszahlungen gefordert. Der Finanzchef warnt davor, da├č Ende Juni die vorhandenen Kreditlinien in H├Âhe von 1,385 Milliarden Mark in Anspruch genommen sein w├╝rden. "Die in den ersten Juli-Tagen noch zu zahlenden Rechnungen werden dazu f├╝hren, da├č die vorhandene Liquidit├Ąt in der ersten H├Ąlfte des Juli aufgebraucht sein wird." Der Vorstand stellt den Antrag, dem Pensions-Sicherungs-Verein der deutschen Industrie (PSV) f├╝r einen Zeitraum von f├╝nf Jahren die ├ťbernahme der Pensionsverpflichtungen zu ├╝bertragen.
22.06.1981 Finanzchef Brandt tritt ├╝berraschend zur├╝ck, offiziell aus gesundheitlichen Gr├╝nden.
24.06.1981 Zwischen dem AEG-Vorstand, Vertretern von Banken, Bund und L├Ąndern findet ein erstes Gespr├Ąch ├╝ber staatliche Unterst├╝tzungsma├čnahmen statt.
28.06.1981 Das Pr├Ąsidium des AEG-Aufsichtsrats trifft mit den Bundesministern Otto Graf Lambsdorff (Wirtschaft) und Manfred Lahnstein (Finanzen) zusammen. Beide Politiker lehnen eine direkte oder indirekte Beteiligung des Bundes an der AEG ab, signalisieren jedoch ihre positive Einstellung zur Gew├Ąhrung einer von der AEG dringend ben├Âtigten Exportb├╝rgschaft. Daraufhin stellt die AEG am 1. Juli einen B├╝rgschaftsantrag ├╝ber eine Milliarde Mark.
03.07.1981 Heinz D├╝rr trifft sich mit Lord Weinstock, Chairman der britischen General Electric Co. Weinstock bekundet Interesse an einer Beteiligung von GEC an der AEG Technik AG.
14.07.1981 Die Bundesregierung erkl├Ąrt sich bereit, eine B├╝rgschaft in H├Âhe von 600 Millionen Mark unter der Voraussetzung zu gew├Ąhren, da├č die Banken weitere 275 Millionen Mark als Kredit geben. In den folgenden Wochen versuchen Vertreter der Banken vergeblich, sich auf eine Quotenaufteilung f├╝r diesen Liquidit├Ątssicherungskredit zu einigen.
24.07.1981 AEG und Grundig unterzeichnen einen "Letter of Intent" ├╝ber eine 51prozentige Beteiligung an der Telefunken Fernseh und Rundfunk GmbH. Vorgesehen ist die Gr├╝ndung einer Zwischenholding mit 51prozentiger Beteiligung von Grundig, die sich zu 51 Prozent an der Telefunken Fernseh und Rundfunk GmbH beteiligen soll.
08.1981 D├╝rr fa├čt in einem Memorandum f├╝r das Pr├Ąsidium des Aufsichtsrats erneut den Stand der Sanierungsbem├╝hungen zusammen: Zwar habe der Kapitalschnitt der AEG geschadet, ihr Ansehen konnte jedoch wiederhergestellt werden. Auch die im September 1980 eingef├╝hrte neue F├╝hrungsstruktur, arbeite inzwischen ohne Reibungsverluste. Au├čerdem seien das Anlagengesch├Ąft in einem Unternehmensbereich zusammengefa├čt und die Leiter der Unternehmensbereiche Anlagentechnik, Serienprodukte und Hausger├Ąte zu Mitgliedern des Vorstands der Muttergesellschaft ernannt worden. D├╝rr erinnert daran, da├č eine derartige Ma├čnahme, die "bei den Sanierungsma├čnahmen 1979 nicht vorgesehen" war, notwendig geworden sei, weil die Gesch├Ąftst├Ątigkeit des Unternehmens durch dessen stark zentralistisch ausgerichtete Organisation behindert wurde.
08.1981 In Bankenkreisen wird bef├╝rchtet, da├č die Halbjahresverluste der AEG sich inzwischen auf die H├Ąlfte des Aktienkapitals (620 Millionen Mark zuz├╝glich der gesetzlichen R├╝cklage von 162 Millionen Mark) belaufen. F├╝r diesen Fall w├Ąre die AEG nach dem Aktiengesetz verpflichtet, eine au├čerordentliche Hauptversammlung einzuberufen.
08.1981 Eine hochrangige Delegation der AEG reist in die USA, um mit der United Technologies Corporation (UTC) ├╝ber eine Beteiligung zu verhandeln. Bereits im Juni 1982 hatte ein Gespr├Ąch mit UTC stattgefunden, in dessen Verlauf die Vertreter des amerikanischen Konzerns ihr Interesse bekundeten, m├Âglicherweise an die Stelle von GEC zu treten und sich an der AEG Technik AG zu beteiligen. Eine fernschriftliche Best├Ątigung des Interesses von UTC liegt inzwischen vor.
02.08.1981 Die Verhandlungen zwischen GEC und AEG ├╝ber eine Beteiligung an der AEG Techmk AG werden offiziell abgebrochen. Als Gr├╝nde nennen die Vertreter von GEC, da├č das Vorhaben einer ausl├Ąndischen Beteiligung in der deutschen Industrie und bei Banken und Gewerkschaften auf Ablehnung stie├č. Die nachrichtentechnische Industrie scheint einiges daran zu setzen, dem britischen Konkurrenten keinen Zugang zum deutschen Markt zu verschaffen.- Hinzu kommt das Problem der fehlenden Pensionsr├╝ckstellungen.
03.08.1981 Eine Sitzung des AEG-Bankenkonsortiums zur Quotenregelung f├╝r den 275-Millionen-Kredit wird auf den 9. August verschoben. Die Bundesregierung l├Ą├čt verlauten, da├č die Voraussetzungen zur Gew├Ąhrung einer B├╝rgschaft nicht erf├╝llt seien.
04.08.1981 Vertreter des AEG Gesamtbetriebsrats und die Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat der AEG treffen sich mit Bundeskanzler Helmut Schmidt. Ihre Hoffnungen auf staatliche Hilfe werden entt├Ąuscht; die Bundesregierung zeigt wenig Neigung, ├╝ber eine B├╝rgschaft hinaus der AEG Unterst├╝tzung zu gew├Ąhren.
06.08.1981 In der ├ľffentlichkeit wird bekannt, da├č die angestrebte Beteiligung der GEC an der AEG Technik AG unsicher geworden sei.
06.08.1981 In einem Telefongespr├Ąch mit Wirtschaftsminister Graf Lambsdorff deutet der Aufsichtsratsvorsitzende Friderichs an, da├č im Fall eines Scheiterns der Verhandlungen mit UTC die AEG Vergleich anmelden m├╝sse.
07.08.1981 Die United Technologies Corporation (UTC) lehnt eine Beteiligung an der AEG ab und l├Ą├čt ihre Absage dem Vorstand telefonisch mitteilen.
08.08.1981 Nach Absage der UTC kommen in den R├Ąumen der Dresdner-Bank-Zentrale in Frankfurt am Main die Vertreter des Vorstands und der Anteilseigner im Aufsichtsrat der AEG zusammen. Heinz D├╝rr teilt den Anwesenden mit, der Vorstand sei zu dem Ergebnis gekommen, "da├č die Sanierung des Unternehmens nur noch im Rahmen eines gerichtlichen Vergleichsverfahrens durchgef├╝hrt werden kann". Der Antrag auf Er├Âffnung eines solchen Verfahrens liegt nahe - nicht erst seit der Absage der GEC. In Erwartung der Zahlungsunf├Ąhigkeit ist das Konzept "AEG '83" den radikal ge├Ąnderten Rahmenbedingungen angepa├čt worden. Die Hoffnungen richten sich nun nicht mehr auf die "AEG '83", sondern auf eine "Neue AEG". Diese soll sich aus denjenigen "Einheiten des technischen Bereichs [zusammensetzen], die zu den Marktf├╝hrern z├Ąhlen". Es sind dies die Hochfrequenztechnik, Energietechnik, Bahntechnik, Industrieanlagen, Schiffbau und Sondertechnik, Komponenten und Motoren, B├╝ro- und Informationstechnik und Kabel mit insgesamt rund acht Milliarden Mark Umsatz und 60000 Besch├Ąftigten. Dar├╝ber hinaus ist beabsichtigt, den Hausger├Ątebereich auszugliedern und mehrheitlich abzugeben. Bei der Unterhaltungselektronik strebte der Vorstand weiterhin eine Kooperation mit Grundig an, der die unternehmerische F├╝hrung ├╝bergeben werden sollte. Ein weiteres Kooperationsprojekt betraf die Zusammenarbeit mit UTC bei den Elektronischen Bauelementen. Das Ma├čnahmenpaket des Vorstands sieht auch die weitere Einstellung bzw. Ver├Ąu├čerung von Bereichen und einen "erheblichen Personalabbau" vor. Die "Neue AEG", so hat man errechnet, w├Ąre dann in der Lage, 1984 ein positives Ergebnis zu erzielen.
09.08.1981 Am Vormittag tritt der Aufsichtsrat zur entscheidenden Sitzung zusammen. Sie sollte urspr├╝nglich schon am 6. August stattfinden, war jedoch aufgrund der sich ├╝berst├╝rzenden Ereignisse zweimal kurzfristig verschoben worden. Zu Beginn legt Heinz D├╝rr seinen "Bericht ├╝ber die Situation des AEG-Telefunken Konzerns" vor und begr├╝ndet darin den Vergleichsantrag: "Es hat sich ... erwiesen, da├č das vom Vorstand verfolgte Sanierungskonzept in einer ├╝berschaubaren Zeit nicht realisierbar ist, weil der in Aussicht genommene Kooperationspartner GEC sich nicht mehr interessiert erkl├Ąrt hat, ein anderer Partner zur Zeit nicht in Sicht ist und sich die Ergebnisprognose f├╝r das Gesch├Ąftsjahr 1982 weiter verschlechtert hat. Der Vorstand ist daher in ├ťbereinstimmung mit dem Bankenkonsortium zu der ├ťberzeugung gelangt, da├č eine Aufnahme weiterer Kredite nicht mehr m├Âglich und nicht mehr zul├Ąssig ist. Die Gesellschaft ist somit nicht mehr in der Lage, ihre f├Ąlligen Verbindlichkeiten zu erf├╝llen." D├╝rr informiert den Aufsichtsrat ├╝ber die Absicht des Vorstands, "heute beim Amtsgericht Frankfurt am Main einen Antrag auf Er├Âffnung des Vergleichsverfahrens im Sinne eines Quotenerla├čvergleichs zur Fortsetzung des Unternehmens zu stellen". Hierf├╝r ben├Âtigt die AEG die Zusage neuer kurzfristig zu gew├Ąhrender Kredite in H├Âhe von 1,3 Milliarden Mark. "F├╝r die Dauer des Vergleichsverfahrens", so D├╝rr, "werden Fortf├╝hrungskredite in H├Âhe von 2,15 Milliarden Mark zuz├╝glich 300 Millionen Mark Avale, d. h. insgesamt rund 2,5 Milliarden Mark ben├Âtigt." In der folgenden Diskussion weisen Bankenvertreter den Vorwurf zur├╝ck, sie h├Ątten den Vergleichsantrag herbeigef├╝hrt, und verweisen statt dessen darauf, da├č "die Verhandlungen mit dem Bund gezeigt [h├Ątten], da├č es dort keineswegs darum gegangen sei, schnell und komplikationslos der AEG zu helfen, wie zum Beispiel aus der Forderung des Bundes nach 25prozentiger Selbstbeteiligung der Banken bei der Exportb├╝rgschaft deutlich geworden ist".
09.08.1981 W├Ąhrend einer Unterbrechung der Aufsichtsratssitzung von 10.25 Uhr bis 15.00 Uhr tagt das Bankenkonsortium. In der ├ľffentlichkeit wird dar├╝ber spekuliert, da├č dort erneut der Versuch unternommen werde, ├╝ber die Quotenverteilung des 275-Millionen-Mark-Kredits eine Einigung zu erzielen. Tats├Ąchlich geht es jedoch darum, eine grunds├Ątzliche ├ťbereinkunft zur Finanzierung des Vergleichs zu erzielen. Gegen 15.30 Uhr liegt ein Zwischenbericht ├╝ber die Tagung der Bankenvertreter vor, wonach "von einer ausreichenden Finanzierung des Fortsetzungsvergleichs ausgegangen werden" k├Ânne. Zeitgleich fa├čt der Vorstand den Beschlu├č, den Vergleichsantrag zu stellen. Der Aufsichtsratsvorsitzende Friderichs res├╝miert: "Der Aufsichtsrat hat mit dem Vorstand die Entscheidung des Vorstands beraten, einen Fortsetzungsvergleich zu beantragen. Auf Anfrage kann die Erkl├Ąrung abgegeben werden, da├č der Aufsichtsrat den Vorstand dabei einm├╝tig begleitet." Nachdem die Sitzung des Aufsichtsrats um 16.15 Uhr beendet wurde, kann der "Antrag auf Er├Âffnung des gerichtlichen Vergleichsverfahrens ... zur Abwendung des Konkurses" beim Frankfurter Amtsgericht gestellt werden.
09.08.1981 Um 16.52 Uhr tritt Heinz D├╝rr vor die Presse und teilt mit, der Vorstand der AEG-Telefunken AG habe beim Amtsgericht Frankfurt am Main die Er├Âffnung des gerichtlichen Vergleichsverfahrens beantragt. Die Notierung der AEG-Aktie, zuletzt noch mit 25 bis 26 Mark gehandelt, wird an den B├Ârsen ausgesetzt. Das Gericht bestellt den 53j├Ąhrigen Frankfurter Rechtsanwalt Dr. Wilhelm-Andreas Schaaf zum vorl├Ąufigen Vergleichsverwalter. Schaaf gilt auf diesem Feld als erfahrener Fachmann. Er hatte seit 1962 insgesamt 130 entsprechende Verfahren abgewickelt. Schaaf widersetzt sich erfolgreich dem Versuch, bei der AEG einen Gl├Ąubigerrat und neben ihm einen zweiten Vergleichsverwalter zu installieren, was die Banken gew├╝nscht hatten. Zum Zeitpunkt des Antrags auf Er├Âffnung eines gerichtlichen Vergleichsverfahrens summieren sich die Verpflichtungen der AEG AG auf insgesamt rund 5,9 Milliarden Mark. Hinzu kommen etwa 1,4 Milliarden Mark Verbindlichkeiten inl├Ąndischer und ausl├Ąndischer Tochtergesellschaften. Der Antrag auf Er├Âffnung eines gerichtlichen Vergleichsverfahrens betrifft ausschlie├člich das Verm├Âgen der AEG-Telefunken AG einschlie├člich ihrer unselbst├Ąndigen Betriebsteile.
10.08.1981 In den AEG-Betrieben wird weitergearbeitet. In den Stabsabteilungen der Konzernzentrale herrscht zwar einige Aufregung, aber dennoch sind viele der Manager erleichtert, weil mit dem Vergleichsantrag eine Phase unertr├Ąglicher L├Ąhmung zu Ende geht. S├Ąmtliche Organe der AEG behalten Zust├Ąndigkeit und Funktion, so da├č sie weiterarbeiten k├Ânnen. Das Bankenkonsortium gew├Ąhrt 200 Millionen Mark des von der AEG gew├╝nschten Kredits von 1,1 Milliarden Mark. An den B├Ârsen wird die AEG-Aktie wieder gehandelt. Ihr Kurs schwankt zwischen 24 und 25 Mark.
11.08.1981 Vergleichsverwalter Schaaf erkl├Ąrt gegen├╝ber der Presse: "Aufgrund eingehender ├ťberpr├╝fungen kann ich sagen, AEG-Telefunken wird weitergehen wie bisher ohne irgendwelche Einschr├Ąnkungen, au├čerdem halte ich den Vergleich f├╝r durchf├╝hrbar, so wie er dargestellt ist. Der Vergleich geht zahlenm├Ą├čig auf, die Quote l├Ą├čt sich errechnen." Schaaf hat diese Erkl├Ąrung am Vortag gemeinsam mit dem AEG-Vorstand abgestimmt, ohne allerdings die Banken zu konsultieren. Dort herrscht wenig Begeisterung, es kommt zu heftigen Reaktionen
11.08.1981 Das Bankenkonsortium sowie Vertreter des Bundes und der L├Ąnder erkl├Ąren ihre Bereitschaft, den AEG Sanierungsvergleich zu unterst├╝tzen. Daraufhin steigt an der B├Ârse die AEG-Aktie auf ├╝ber 28 Mark. Dieser Kurs liegt aber immer noch weit unter dem Nennwert und bedeutet, da├č die AEG "mit ihren 620 Millionen Mark Grundkapital ... an der B├Ârse nur noch noch 325 Millionen Mark wert" ist.
12.08.1981 Eine AEG-Delegation reist nach Z├╝rich, um sich einer besonders heiklen Aufgabe zu stellen. Dort n├Ąmlich kommen Vertreter von rund 100 Banken zusammen, bei denen die AEG-Auslandsgesellschaften - sie sind vom Vergleich nicht direkt betroffen - mit insgesamt rund zwei Milliarden Mark verschuldet sind. Die Banken m├╝ssen nun, um den Vergleich nicht zu gef├Ąhrden, davon ├╝berzeugt werden, ihre Kredite fortzuf├╝hren "und die schwierige Phase durch konstruktive Zusammenarbeit wie bisher zu begleiten". In Einzelgespr├Ąchen, die sich zum Teil ├╝ber Wochen hinziehen, werden die Gl├Ąubiger zum Stillhalten ├╝berredet. Einen nicht unerheblichen Anteil an der Vorbereitung dieses Treffens hat der fr├╝here Finanzchef Horst Brandt, der in seiner Eigenschaft als AEG-Aufsichtsratsmitglied mit nach Z├╝rich reist.
13.08.1981 An der Konzernspitze konstituiert sich die sogenannte Flaschenhalskommission. Sie hat die Aufgabe, "den vorl├Ąufigen Vergleichsverwalter zu unterst├╝tzen und s├Ąmtliche mit der Durchf├╝hrung des Vergleichsverfahrens zusammenh├Ąngenden Ma├čnahmen zu koordinieren", und erh├Ąlt "das Recht, unabh├Ąngig von der bestehenden Organisation Anweisungen zu erteilen, die in direktem Zusammenhang mit der Durchf├╝hrung des Vergleichsverfahrens" stehen.
13.08.1981 Vorstand und der vorl├Ąufige Vergleichsverwalter erkl├Ąren, da├č "alle Verbindlichkeiten aus Gesch├Ąften, die seit dem 10. August 1982 abgeschlossen wurden und k├╝nftig werden ... voll erf├╝llt werden".
16.08.1981 Die AEG stellt bei der Bundesregierung den Antrag auf eine Bundesb├╝rgschaft f├╝r ein Verwalterdarlehen von 1,1 Milliarden Mark.
17.08.1981 Die Tochtergesellschaft "K├╝ppersbusch AG", Gelsenkirchen, stellt einen Forderungserla├čvergleich.
17.08.1981 Die Zanker GmbH, T├╝bingen, beantragt einen Vergleich.
17.08.1981 Die Neff-Werke GmbH, Bretten, beantragen den Vergleich.
17.08.1981 Eine Andeutung des Vorsitzenden des AEG-Aufsichtsrates Hans Friderichs, der Konzern ben├Âtige f├╝r die Sanierung rund 2,2 Milliarden Mark l├Âst Ger├╝chte ├╝ber einen m├Âglichen Anschlu├čkonkurs aus. Sie lassen den Kurs der AEG-Aktie auf den absoluten Tiefstand von 22,50 Mark rutschen. Vergleichsverwalter Schaaf und der AEG-Vorstand treten den Spekulationen sofort entgegen. Allerdings ist die von Fridenchs genannte Summe keineswegs aus der Luft gegriffen, denn wie Schaaf sp├Ąter in einem Interview erl├Ąutert, verhandelte er damals tats├Ąchlich mit den Banken ├╝ber Kredite in dieser H├Âhe: "Ohne die 2,2 Milliarden Mark Liquidit├Ąt h├Ątte ich das Ding nie angefangen."
18.08.1981 Am Abend stellt das Bankenkonsortium der AEG ein nicht bundesverb├╝rgtes Verwalterdarlehen in H├Âhe von 1,1 Milliarden Mark zur Verf├╝gung. 700 Millionen Mark werden davon sofort gezahlt, weitere 400 Millionen Mark, sobald "der Bund eine lOOprozentige Bundesb├╝rgschaft f├╝r ein weiteres gleichrangiges und gleichwertiges Verwalterdarlehen von 1,1 Milliarden Mark gew├Ąhrt". Damit ist eine entscheidende Voraussetzung zur Er├Âffnung des Vergleichsverfahrens geschaffen worden.
18.08.1981 betont Bundesfinanzminister Manfred Lahnstein betont die grunds├Ątzliche Bereitschaft der Bundesregierung, f├╝r die AEG eine Exportb├╝rgschaft bereitzustellen, macht diese jedoch von einem Gutachten der Wirtschaftspr├╝fungsgesellschaft "Treuarbeit" abh├Ąngig. Die Verz├Âgerung der Realisierung der Exportb├╝rgschaft wirkt sich sehr ung├╝nstig auf das laufende Gesch├Ąft der AEG aus.
19.08.1981 Der AEG-Vorstand und der vorl├Ąufige Vergleichsverwalter erkl├Ąren gegen├╝ber der ├ľffentlichkeit, da├č "s├Ąmtliche Verbindlichkeiten aus Gesch├Ąften, die nach dem 09.08.1982 abgeschlossen wurden und k├╝nftig werden ... voll erf├╝llt werden. Ebenso werden Leistungen aus Altgesch├Ąften ... voll verg├╝tet, sofern diese nach dem 9. August 1982 erbracht werden ....". Die wiederholte Garantie der Lieferzusagen ist eine wesentliche Voraussetzung f├╝r das ├ťberleben des Konzerns.
20.08.1981 Der Vorstand legt sein "Strukturkonzept" f├╝r den Standort Berlin vor. Es sieht die "Aufgabe der chronisch verlustbehafteten und nicht sanierungsf├Ąhigen Bereiche Gro├č- und Mittelmaschinen einschlie├člich Schlie├čung der GF [Gro├čmaschinenfabrik] und des Bereichs Industriemotoren einschlie├člich Schlie├čung KF [Kleinmotorenfabrik]" vor. Teile der Produktion werden zu den Lloyd-Dynamowerken nach Bremen und zu AEG-Kanis nach Essen verlegt. Neben der Aufgabe des Standorts Brunnenstra├če ist eine Restrukturierung eines weiteren Fabrikkomplexes an der Sickingenstra├če in Berlin-Moabit vorgesehen (Bereich Senderbau und Mobilfunk). Insgesamt sieht das "Strukturkonzept" die Senkung der Besch├Ąftigtenzahl in Berlin von 10.350 (Stand: Ende Oktober 1982) um 2.600 vor, wobei die genaue Zahl von der weiteren Konjunkturentwicklung abh├Ąngig gemacht wird.
09.1981 Es stellt sich heraus, da├č sich das Bilanzergebnis gegen├╝ber der Planung vom M├Ąrz des Jahres um 150 Millionen Mark (ohne au├čerordentliche Ertr├Ąge) verschlechtern werde. Negative Abweichungen gegen├╝ber dem Budget ergeben sich vor allem im Konsumg├╝terbereich. Allein bei den Hausger├Ąten liegt das Ergebnis um 60 bis 70 Millionen Mark und im Bereich Unterhaltungselektronik um 40 Millionen Mark unter den Planungen. Erhebliche Verluste machen au├čerdem eine Reihe von Auslandsgesellschaften (Brasilien, Italien und Spanien). Das vorl├Ąufige Fazit lautet: "Obwohl im operativen Bereich erhebliche Fortschritte bei der Sanierung gemacht wurden ... konnte die Ergebnissituation nicht in ausreichendem ... Ma├če verbessert werden. Dabei verst├Ąrkt die ung├╝nstige Bilanzstruktur die negative Entwicklung."
09.1981 Bis September sind bereits eine ganze Reihe von Sanierungsma├čnahmen durchgef├╝hrt worden, so zum Beispiel auf dem Gebiet der Energieverteilung. Man erwartet bereits f├╝r das laufende Gesch├Ąftsjahr, die Verluste auszugleichen und f├╝r 1983/84 ein positives Ergebnis erwirtschaften zu k├Ânnen. Bei der Gro├čmaschinenfertigung in Berlin werden mittelfristig eine Reduzierung der Verluste und Kooperationen angestrebt. Im Hausger├Ątebereich hat man neben einer ├änderung der Gesch├Ąftsbereichsorganisation eine Sortimentsbereinigung und eine Festlegung der Sortimentspolitik vorgenommen. Ein neuer Marketingplan sollte zum Abbau von Fixkosten sowie zur Verbesserung der Abstimmung in Produktion und Vertrieb beitragen.
09.1981 D├╝rr ├Ąu├čert zuversichtlich: "Ich bin zutiefst davon ├╝berzeugt, da├č sich die Industrielandschaft in unserem Lande in den n├Ąchsten Jahren entscheidend ver├Ąndern wird. Wir k├Ânnen heute Weichen stellen, den Konzern AEG-Telefunken wohl in seiner bisherigen Struktur zu ver├Ąndern, aber als Ganzes und juristische Person zu erhalten."
01.09.1981 Auf der Grundlage eines Gutachtens der Wirtschaftspr├╝fungsgesellschaft "Treuarbeit", das von einer Sanierungsf├Ąhigkeit der AEG ausgeht, stimmt die Bundesregierung einer B├╝rgschaft von 1,1 Milliarden Mark prinzipiell zu, verlangt aber von den Banken die Bereitschaft, ein weiteres Darlehen von ebenfalls 1,1 Milliarden Mark zu gew├Ąhren.
10.09.1981 Der AEG-Vorstand verabschiedet das "Wei├če Buch". Diese 265 Seiten umfassende Ausarbeitung tr├Ągt den Titel "AEG-Telefunken-Gruppe. Die Lage des Konzerns im September 1982" und wird von Heinz D├╝rr als ein "unverzichtbarer Eckpfeiler f├╝r das Gelingen des Fortsetzungsvergleichs" genannt. Das "Wei├če Buch" enth├Ąlt Angaben zum vorl├Ąufigen Vergleichsstatus, zur Abwicklung und zur Finanzierung des Vergleichsverfahrens. F├╝r die anstehenden Umstrukturierungsma├čnahmen werden Kosten in H├Âhe von 1,3 bis 1,5 Milliarden Mark veranschlagt. Danach soll sich die "Neue AEG" auf die Unternehmensbereiche Technik mit 60.000 Besch├Ąftigten und acht Milliarden Mark Jahresumsatz und auf folgende Bereiche konzentrieren: Hochfrequenztechnik, Energieverteilung, Bahntechnik, Industrieanlagen, Schiffbau und Sondertechnik, Kleinmotorenfertigung, Kabelfertigung und Komponenten.
14.09.1981 Das Bankenkonsortium stimmt dem Lagebericht des AEG-Vorstands zu und stellt daraufhin weitere 400 Millionen Mark zur Verf├╝gung und erkl├Ąrt seine Bereitschaft, ein weiteres bundesverb├╝rgtes Darlehen von 1,1 Milliarden Mark zur Verf├╝gung zu stellen.
16.09.1981 Die Versicherungsunternehmen, die 1980 ein F├╝nf-Prozent-/Sieben-Prozent-lndustrieschuldscheindarlehen gezeichnet haben, werden gebeten, nicht von ihrem vertraglichen K├╝ndigungsrecht Gebrauch zu machen. Sie signalisieren eine "positive Grundhaltung".
Ende Sept. 1981 Ende September stellt der Aufsichtsrat zur Lage der AEG fest: "Gleichbleibende Verh├Ąltnisse vorausgesetzt, kommt man in 1981 in finanzieller Hinsicht 'gerade noch ├╝ber die Runden'." Ohne Kapitalfreisetzungsma├čnahmen sei die Startposition f├╝r 1982 bedenklich, "und es stellt sich kurzfristig die Frage der ├ťberlebensf├Ąhigkeit des Unternehmens". Alle bis zu diesem Zeitpunkt anvisierten Ma├čnahmen reichen "f├╝r eine endg├╝ltige Sanierung des Unternehmens nicht aus". Weitere Unterst├╝tzungsaktionen, vor allem in finanzieller Hinsicht, seien unerl├Ą├člich. D├╝rrs schlie├čt daraus: "Aus sich heraus hat der Konzern in der derzeitigen Struktur keine ├ťberlebenschance."
Herbst 1981 Als Ersatz f├╝r die nach wie vor wichtigen Bereiche Leistungselektronik und Bahntechnik ist vorgesehen, einem Investitionsvolumen von 100 Millionen Mark neue Werke in Berlin-Marienfelde und am Nonnendamm in Berlin-Spandau zu errichten. Wegen beider Vorhaben tritt der Vorstand im Herbst 1982 an den Berliner Senat mit einer Reihe von W├╝nschen heran. Hierzu z├Ąhlt die ├ťberlassung senatseigener Grundst├╝cke in Erbpacht, eine Beteiligung an der Finanzierung der Neubauten und deren langfristige Vermietung durch den Senat sowie die eventuelle ├ťbernahme der frei werdenden Grundst├╝cke der AEG an der Brunnenstra├če und der Schwedenstra├če sowie der Drontheimer Stra├če.
22.09.1981 Die AEG und ihr Bankenkonsortium schlie├čen einen Vertrag ├╝ber ein Verwalterdarlehen von 1,1 Milliarden Mark mit einer Laufzeit bis zum 30. Juni 1986.
23.09.1981 Der AEG-Aufsichtsrat billigt das Sanierungskonzept des Vorstands. In seinem Bericht zur aktuellen Lage des Konzerns hatte D├╝rr zuvor erkl├Ąrt, da├č der Vergleichsverwalter Schaaf wie auch der Vorstand von der Er├Âffnung des Vergleichsverfahrens beim Amtsgericht Frankfurt am Main ausgingen. Schaaf, der w├Ąhrend des Vergleichs als Sachverst├Ąndiger an den Sitzungen des Aufsichtsrats teilnimmt, rechnet mit einer Vergleichser├Âffnung sp├Ątestens am 31. Oktober 1982.
24.09.1981 Der AEG-Aufsichtsrat stimmt mit dem Vorstand ├╝berein, da├č bei konsequenter Durchf├╝hrung aller Ma├čnahmen und bei vollem Einsatz und Engagement aller Beteiligten sowohl die Sanierung der AEG-Telefunken-Gruppe im Rahmen des beantragten Forderungserla├čvergleichs als auch die Lebensf├Ąhigkeit nach dem Vergleich erreicht werden k├Ânne.
13.10.1981 Der AEG steht das so dringend ben├Âtigte Darlehen in H├Âhe von 1,1 Milliarden Mark zur Verf├╝gung. Heinz D├╝rr l├Ą├čt daraufhin verbreiten, da├č die Finanzierung des Vergleichs gesichert sei, und k├╝ndigt f├╝r 1984 ein ausgeglichenes Ergebnis an.
22.10.1981 Mit Wirkung vom 22. Oktober tritt ein zwischen Vorstand und Gesamtbetriebsrat ausgehandelter Zentraler Sozialplan (ZSP) in Kraft, der den bisherigen Plan aus dem Jahr 1980 abl├Âst. Parallel dazu vereinbaren Gesamtbetriebsrat und Vorstand, zahlreiche freiwillige soziale Leistungen, Aufwendungen f├╝r Jubil├Ąen, Zuwendungen bei langj├Ąhriger Dienstzeit und Ferieneinrichtungen zu verringern bzw. zu streichen. Hierdurch k├Ânnen insgesamt 45 Millionen Mark eingespart werden.
25.10.1981 Die Industrie- und Handelskammer in Frankfurt reicht ein Gutachten ├╝ber die positiven Vergleichsaussichten ein. Einen Tag sp├Ąter erkl├Ąren sich die Konsortialbanken bereit ihre Vergleichsforderungen gem├Ą├č der Vergleichsquote von etwa einer Milliarde Mark ├╝ber den Vergleichstermin mittelfristig zu stunden.
31.10.1981 Um 24.00 Uhr er├Âffnet das Frankfurter Amtsgencht das gerichtliche Vergleichsverfahren. Danach steht der AEG eine Frist von 18 Monaten zur Erf├╝llung der Gl├Ąubigerforderungen zur Verf├╝gung. Als Summe der vom Vergleich betroffenen Forderungen werden sechs Milliarden Mark ermittelt (Finanzschulden: 3,175 Milliarden Mark, Pensionen: 2,549 Milliarden Mark). Zu den Gl├Ąubigern z├Ąhlen 20.000 Lieferanten, 27.000 Betriebsrentner und 32.000 Betriebsangeh├Ârige mit unverfallbaren Anspr├╝chen sowie die Konsortialbanken.
31.10.1981 F├╝r Vergleichsma├čnahmen stehen der AEG vom 31. Oktober an Kreditlinien von insgesamt 2,8 Milliarden Mark mit einer Laufzeit bis zum 30. Juni 1986 zur Verf├╝gung. Sie setzen sich aus zwei Verwalterdarlehen in H├Âhe von jeweils 1,1 Milliarden Mark zusammen.
12.1981 Auf dem Gebiet Elektrowerkzeuge kommt eine Kooperation mit der franz├Âsischen Firma "Aciers et Outillage Peugeot" (AOP), dem Mehrheitsunternehmen von Peugeot S.A., Paris, zustande. Danach beteiligen sich beide Unternehmen mit jeweils 50 Prozent an einer neuen Holdinggesellschaft, die 100 Prozent der Anteile an der "AEG Elektrowerkzeuge GmbH" h├Ąlt.
01.12.1981 Die AEG, die "Robert Bosch GmbH" und die "Mannesmann AG" einigen sich ├╝ber eine Kooperation auf dem Gebiet Telekommunikationstechnik. AEG und Bosch gr├╝nden die "Telenorma Beteiligungsgesellschaft mbH & Co.", Frankfurt am Main, in welche die AEG ihren Anteil am Kapital von "Telefonbau und Normalzeit Lehner & Co." (TN) einbringt. An der Telenorma Beteiligungsgesellschaft halten Bosch 75,5 Prozent und die AEG 24,5 Prozent (sp├Ąter auf 15,3 % gesunken).
17.12.1981 Der Bund sagt die Gew├Ąhrung einer Exportb├╝rgschaft in H├Âhe von 600 Millionen Mark zu. Mit diesem Geld k├Ânnen der AEG-Vorstand und der Vergleichsverwalter ein ganzes Paket von Sanierungsma├čnahmen durchf├╝hren.
Ende 1981 Die AEG ver├Ąu├čert Ende des Jahres rund 49 Prozent ihrer Anteile am Schreibmaschinenhersteller Olympia an eine Holding, die "Gesellschaft f├╝r Elektrowerte mbH" (GfE).
Ende 1981 Rund 400 Millionen Mark bringt Ende des Jahres der Verkauf von 49 Prozent des Anteils an der "Olympia Werke AG" durch die AEG.
1981 Beschlu├č f├╝r einen Kapitalschnitt im Verh├Ąltnis von 2 : l (von 130 Millionen auf 65 Millionen Mark). Das Kapital wird anschlie├čend wieder auf 130 Millionen Mark aufgestockt. Die neuen Aktien zeichnet die Holding ("Gesellschaft f├╝r Elektrowerte mbH", GfE), die zu 49 Prozent am Grundkapital von Olympia beteiligt ist. An der "Gesellschaft f├╝r Elektrowerte" beteiligte sich die "Robert Bosch GmbH" zu 40 Prozent direkt; die restlichen 60 Prozent h├Ąlt ein weiterer Finanzpartner. Die AEG beh├Ąlt allerdings die unternehmerische F├╝hrung.
1981 Die AEG bringt den Gesch├Ąftsbereich Weitverkehr und Kabeltechnik zum 31. Dezember 1981 in die mit einem Stammkapital von 150 Millionen Mark neu gegr├╝ndete "AEG-Telefunken Nachrichtentechnik GmbH" (ATN) mit Sitz in Backnang ein. An dieser Gesellschaft beteiligen sich neben der AEG (51 Prozent) Bosch und Mannesmann mit je 20 Prozent sowie die Allianz Versicherungs-AG mit neun Prozent. Die AEG-Telefunken Nachrichtentechnik GmbH befa├čte sich mit der gesamten Nachrichten├╝bertragungstechnik, ausgenommen der Sende-und Empfangstechnik, d.h. Sprechfunkger├Ąten, Rundfunk- und Fernsehsendern. Sie besch├Ąftigte 3400 Menschen, erzielte einen Umsatz von weltweit etwa 750 Milhonen Mark und unterhielt au├čer in Backnang Werke in Offenburg, Schw├Ąbisch Hall und Wol-fenb├╝ttel sowie Auslandsfertigungen bei Tochtergesellschaften in Italien, Kanada und Brasilien.
1982 Der Wettlauf mit dem Erzrivalen Siemens, Markts├Ąttigung bei Konsumg├╝tern, die aufkommende japanische Konkurrenz vor allem in der Unterhaltungselektronik und der hohe Schuldendienst zwingen den Vorstandschef Heinz D├╝rr zum Vergleich.
1982 Die AEG erleidet einen exorbitanten Betriebsverlust in H├Âhe von 932 Millionen Mark, dieser kann jedoch vor allem durch den im Jahresabschlu├č 1982 bilanzierten Vergleichsgewinn von zwei Milliarden Mark "voll aufgefangen" werden. Insgesamt erzielt die AEG im Gesch├Ąftsjahr 1982 einen Umsatz von 13,3 Milliarden Mark, was - vergleichbar gerechnet - einer Steigerung gegen├╝ber dem Vorjahr um ein Prozent entspricht. Die Nettofinanzverschuldung verringert sich um rund 1,4 Milliarden auf 2,471 Milliarden Mark. Die Eigenkapitalquote betr├Ągt 9,5 Prozent.
1982 Die AEG verkauft ihren 50%-Anteil an der "TELDEC Telefunken-Decca Schallplatten GmbH", Hamburg
1982 Verkauf von "Signalbau Huber Designa GmbH" (SHD), M├╝nchen/Kiel, durch die AEG
05.1982 Bei internen Berechnungen geht man von einer Verlustprognose von Minus 865 Millionen Mark aus.
10.05.1982 Allj├Ąhrliche Bilanzpressekonferenz der AEG in Berlin. Wie schon im Vorjahr h├Ąlt sich der Vorstandsvorsitzende mit Zukunftsprognosen zur├╝ck: "Das Gesamtergebnis des Jahres 1982 wird ... dadurch bestimmt sein, wie es uns gelingen wird, mit der ├Ąu├čerst schwierigen Situation im Konsumg├╝terbereich fertig zu werden ... Eine genaue Ergebnisprognose m├Âchte ich deshalb heute f├╝r den Konzern nicht geben. Wir werden auch in diesem Jahr weitere Struktur- und Einzelaufwendungen haben. Mit Hilfe von Sonderma├čnahmen/a.o. [au├čerordentlichen] Ertr├Ągen hoffen wir, zu einem ausgeglichenen Bilanzergebnis zu kommen."
22.05.1982 Auf der Hauptversammlung kann D├╝rr den Aktion├Ąren einen ganzen Katalog erledigter Ma├čnahmen pr├Ąsentieren. So stieg der Umsatz pro Besch├Ąftigtem im Konzern von 91.000 auf 123.000 Mark, die wurde F├╝hrungsspitze gestrafft, das Ruhegeldstatut wurde ge├Ąndert, das Auslandsgesch├Ąft neu organisiert, und der Telematik-Verbund wurde geschaffen.
27.05.1982 Der Vorstand unternimmt den Versuch zur grundlegenden Sanierung des Konzerns und stellt das Konzept "AEG '83" vor. Danach soll die AEG zum 1. Januar 1983 in eine Holding mit erheblich verkleinerter Zentrale (AEG-Telefunken AG) mit den neuen Beteiligungsgesellschaften AEG Technik AG und in die AEG Konsum AG aufgeteilt werden. Die Telefunken Fernseh und Rundfunk GmbH und eventuell auch Olympia will man zumindest mehrheitlich abgegeben, AEG Kanis, die Elektrowerkzeuge und die Lichttechnik in Kooperationen einbringen.
01.06.1982 Edzard Reuter wird in den Aufsichtsrat des AEG-Konzerns gew├Ąhlt.
24.07.1982 AEG und Grundig unterzeichnen eine Absichtserkl├Ąrung ("Letter of Intent") ├╝ber eine 51prozentige Beteiligung an der "Telefunken Fernseh und Rundfunk GmbH".
09.08.1982 Die AEG meldet den Vergleich an.
18.08.1982 Die Beteiligung der AEG an der "Alno M├Âbelwerke GmbH & Co KG" wird eingezogen.
20.08.1982 Er├Âffnung des Vergleichsverfahrens ├╝ber das Verm├Âgen der "K├╝ppersbusch AG".
16.09.1982 Der schwedische Hausger├Ątekonzern Electrolux best├Ątigt, mit der AEG ├╝ber eine Beteiligung an dem seit 1981 in N├╝rnberg ans├Ąssigen Hausger├Ątebereich zu verhandeln.
28.09.1982 Die Verhandlungen zwischen der AEG und Electrolux ├╝ber den AEG-Hausger├Ątebereich werden abgebrochen. Der AEG-Vorstand fa├čt daraufhin den Beschlu├č, den Hausger├Ątebereich in eigener Regie weiterzuf├╝hren. Laut Zeitschrift "Wirtschaftswoche", hatten die Vertreter des schwedischen Konzerns zwar die unternehmerische F├╝hrung des AEG Hausger├Ątebereichs angestrebt, "wollten aber nur auf eine Minderheitsbeteiligung und allenfalls eine Option auf eine Aufstockung eingehen". Electrolux sei in erster Linie an der Marke AEG und an der Vertriebsorganisation interessiert gewesen. Tats├Ąchlich jedoch strebt Electrolux eine stufenweise ├ťbernahme des Hausger├Ątebereichs an, an dessen Ende "die L├Âsung 50% minus l Stimme de facto AEG-Telefunken die Verantwortung f├╝r den Hausger├Ątebereich l├Ą├čt".
01.10.1982 Das Anschlu├čkonkursverfahren f├╝r die "Neff Hausger├Ąte GmbH", Bretten (knapp 1.700 Besch├Ąftigte) wird beantragt.
11.10.1982 Der Vorstand legt ein Konzept vor, an dessen Ausarbeitung der Berater des Konzerns, Klaus K├╝hn, ma├čgeblich beteiligt ist. Es sieht die Trennung von einer Reihe von Tochterunternehmen und damit die Konzentration auf die Marke AEG sowie eine Anpassung der Personal- und Sachkosten vor. Gleichzeitig wird die Produktion auf einige Werke konzentriert: N├╝rnberg (Waschautomaten, W├Ąschetrockner, Geschirrsp├╝ler), Rothenburg ob der Tauber (Herde, Kleinger├Ąte), Bad Neustadt/Saale (Hei├čwasserger├Ąte), Mainz-Kostheim (Gefriertruhen) und Kassel (K├╝hl- und Gefrierschr├Ąnke). Der Umsatz, 1982 noch bei rund 2,4 Milliarden Mark, soll nach der Sanierung bei l 7 Milliarden Mark liegen, die Zahl der Besch├Ąftigten von 18.000 (1982) auf 8.000 schrumpfen. - Der Beschlu├č zur Eigensanierung des Bereichs bringt der AEG neue Belastungen und stellt f├╝r einen Moment den Erfolg des Vergleichs in Frage,
22.10.1982 Das Anschlu├čkonkursverfahren f├╝r die "Zanker GmbH", T├╝bingen (knapp 1.000 Besch├Ąftigte)
29.10.1982 D├╝rr und sein Berater K├╝hn weisen gegen├╝ber Bankenvertretern darauf hin, da├č eine "Konsortialvereinbarung f├╝r die Exportb├╝rgschaft in H├Âhe von 600' [Millionen] Mark ... bis jetzt noch nicht gefunden werden [konnte]. D├╝rr und K├╝hn machen mit Nachdruck darauf aufmerksam, da├č dieses "Nichtben├╝tzenk├Ânnen" der Exportb├╝rgschaft, die seit mehr als vier Wochen vorliegt, an der Verkaufsfront f├╝r die Anlagenbereiche verheerende Auswirkungen hat".
Anfang Nov. 1982 Ungeachtet der Absage der UTC an der AEG im Vorjahre, gelingt es, mit UTC eine weitreichende Kooperation auf dem Gebiet der Fertigung elektronischer Halbleiter zu vereinbaren, die Anfang November 1982 zur Gr├╝ndung der Telefunken electronic GmbH (TEG) mit Einbringung des Halbleitergesch├Ąfts f├╝hrt. Die AEG bringt darin die Aktivit├Ąten ihres Gesch├Ąftsbereichs "Elektronische Bauelemente" (Sl, ohne Fachbereich Technische R├Âhren und Arbeitsgebiet W├Ąrmebild-Bauelemente) ein. Die Anteile an der TEG werden zu je 49 Prozent von der AEG und UTC und zu zwei Prozent von der S├╝ddeutschen Beteiligungsgesellschaft gehalten. Die Vereinbarung mit UTC f├╝hrt auch zur Gr├╝ndung der EUROSIL electronic GmbH durch TEG und UTC, die sich auf die Entwicklung und Produktion von Halbleiterbauelementen konzentriert. Tochtergesellschaften u.a. in ├ľsterreich und auf den Philippinen.
15.11.1982 Vertragsabschlu├č mit der "Bosch-Siemens Hausger├Ąte GmbH" (BSHG) und dem Konkursverwalter von Neff ├╝ber die Ver├Ąu├čerung dieser Tochtergesellschaft.
03.12.1982 In der Aufsichtsratssitzung gibt Vergleichsverwalter Schaaf einen ├ťberblick ├╝ber die laufende Sanierung des Konzerns. Nach seinen Aussagen "haben sich die Liquidit├Ątsentwicklung und die Zahlungseing├Ąnge stabilisiert, so da├č die Inanspruchnahme der bei weitem nicht ausgesch├Âpften Verwaltungsdarlehen reduziert werden kann". Bereits am Tag zuvor hatte sich Schaaf vor dem Finanzausschu├č des Aufsichtsrats optimistisch gezeigt und "keine objektiven Hindernisse in der Durchf├╝hrbarkeit des Vergleichs" gesehen. Es sei ├╝berdies gelungen, die AEG aus den Schlagzeilen herauszuhalten.
1982 Am 31. Dezember wird unter Ausnutzung der Bestimmungen des Gesellschaftervertrags der 51-Prozent-AEG-Anteil an der "AEG-Telefunken Nachrichtentechnik GmbH" (ATN) von Bosch und Mannesmann eingezogen. In den folgenden Monaten entbrennt zwischen der AEG und Bosch bzw. Mannesmann und der Allianz ein heftiger Streit um die verbindliche Feststellung des Wertes der eingezogenen Anteile. Die drei Unternehmen wollen den Preis zugrundelegen, der auch bei ihrem Einstieg Ende 1981 vereinbart worden war. Zum Schutz der Vergleichsgl├Ąubiger lehnt die AEG dies ab und gibt in ├ťbereinstimmung mit dem Vergleichsverwalter eine "fundierte Bewertung" in Auftrag.
1982 Bis zum Jahresende stellt die AEG den Vertrieb der Zanker-Produkte ein; die Fertigung von Waschmaschinen wird nach N├╝rnberg verlegt.
1982 Die 51-Prozent-Beteiligung an der AKO-Werke GmbH wird an deren Gr├╝nderfamilie zur├╝ckgegeben.
1982 Trotz aller bisheriger Sanierungserfolge zeigt sich D├╝rr am Jahresende sehr vorsichtig: "Entscheidend f├╝r den Verlauf des Jahres '83 wird sein, ob es gelingt, die Einsatzfreudigkeit und Moral der AEG-Mannschaft aufrecht zu halten und ob wir weiter so k├Ąmpfen k├Ânnen, wie wir das seit dem 9.8.1982 getan haben. Die subjektiven Schwierigkeiten, die sich uns entgegenstellen, sind gro├č. So sind zum Beispiel die Auswirkungen der Verz├Âgerung in der Zurverf├╝gungstellung der Exportb├╝rgschaft f├╝r unser Anlagengesch├Ąft extrem ung├╝nstig. Die ├ťberwindung dieser subjektiven Schwierigkeiten wird u.a. davon anh├Ąngen, wie sich unser Gro├čaktion├Ąr Bankenkonsortium< zur AEG und ihrer Chance, den Vergleich erfolgreich durchzuf├╝hren, stellt."
1983 Telefunken wird an Thomson-Brandt verkauft.
01.1983 Es liegt ein Preisvorschlag f├╝r den AEG-Anteil an der "AEG-Telefunken Nachrichtentechnik GmbH" vor, der jedoch von der Gegenseite (Bosch, Mannesmann und Allianz) nicht akzeptiert wird, weshalb ein Schiedsverfahren eingeleitet werden mu├č.
01.1983 Es stellt sich heraus, da├č das urspr├╝nglich vorgesehene Konzept f├╝r die "Telefunken Fernseh und Rundfunk GmbH" nicht zu realisieren ist. Die AEG versucht daher, zun├Ąchst ein eigenes Sanierungskonzept umzusetzen, bem├╝ht sich jedoch weiter um Kooperationen, "obwohl mit den derzeitigen Ma├čnahmen TFR [Telefunken Fernseh und Rundfunk GmbH] mittelfristig auch allein lebensf├Ąhig w├Ąre".
1983 Am Ende des Jahres weist die AEG (Konzern, weltweit) einen Gewinn von 37 Millionen Mark aus. Hierdurch kann die bei Vergleichsanmeldung vorgesehene Aufl├Âsung der R├╝cklagen vermieden werden. Der Umsatz liegt mit 11,5 Milliarden Mark unter dem Vorjahreswert, entspricht aber den Zielvorgaben des Vorstands. Die Eigenkapitalquote ist leicht gestiegen und liegt ei 10,3 Prozent. Die Finanzschulden reduzierten sich im Laufe des Jahres um 477 Millionen Mark und betragen noch 3,111 Milliarden Mark. Die Nettofinanzverschuldung verringert sich um 700 Millionen Mark und liegt noch bei 1,78 Milliarden Mark.
1983 Ver├Ąu├čerung der AEG-Anteile von "Imperial" und "Telefunken Radio Televisione S.p.A.", Mailand
Ende Jan. 1983 Das Vorhaben einer 51prozentige Beteiligung an der "Telefunken Fernseh und Rundfunk GmbH" von Grundig wird Ende Januar aufgegeben. Grund daf├╝r ist ein weiterer "Letter of Intent", den Grundig mit der "Thomson-Brandt S.A." ├╝ber eine Mehrheitsbeteiligung des franz├Âsischen Konzerns geschlossen hat. Ungeachtet dessen will die AEG ihre Kooperationsgespr├Ąche mit Grundig fortsetzen, an deren Ende eine ├ťbernahme von 75 Prozent an der "Telefunken Fernseh und Rundfunk GmbH" stehen wird.
02.1983 Der Vorstand fa├čt seine Sanierungsbem├╝hungen in einem weiteren ausf├╝hrlichen Bericht zusammen, den er als "Gelbes Buch" bezeichnet. In dessen Schlu├čbemerkung werden die Perspektiven des AEG-Konzerns sehr realistisch eingesch├Ątzt: "Die Arbeit und die erreichten Fortschritte in den letzten Monaten seit Vergleichsbeantragung haben gezeigt, da├č das von allen Beteiligten angestrebte Ergebnis erreichbar ist, sofern mit der notwendigen Konsequenz vorgegangen wird. Mit dieser festen Haltung m├╝ssen auch die weiteren Sanierungsaktionen betrieben werden."
28.02.1983 Die Gl├Ąubigerbanken des Konzerns geben ihre Zustimmung zum Vergleichsvorschlag.
03.03.1983 In der Sitzung des Aufsichtsrats zeigt sich Vergleichsverwalter Schaaf aufgrund des Eingangs der schriftlichen Gl├Ąubigererkl├Ąrungen - sie repr├Ąsentieren rund 80 Prozent der Forderungen an die AEG - davon ├╝berzeugt, da├č die Annahme des Vergleichsvorschlags als gesichert gelten k├Ânne. Auch die Mitglieder des Aufsichtsrats schlie├čen sich dieser Auffassung an.
07.03.1983 Das Bundeskartellamt untersagt die vorgesehene Zusammenarbeit zwischen Grundig und Thomson-Brandt. Hierdurch sieht sich die AEG zum sofortigen Handeln gezwungen, da sie "durch eine Diskussion in der deutschen ├ľffentlichkeit die sich nunmehr bietende Chance zur L├Âsung der TFR-Problematik" gef├Ąhrdet sieht. Schlie├člich vereinbaren die AEG und die franz├Âsische "Thomson-Brandt S.A." kurzfristig die ├ťbernahme von 75 Prozent der Anteile an der "Telefunken Fernseh und Rundfunk GmbH" zum Preis von 75 Millionen Mark. Die restlichen 25 Prozent sollen am 31 Januar 1984 folgen, ausgenommen bleibt lediglich die brasilianische Telefunken-Tochter "Telefunken Radio e Televisao". Durch den Verkauf reduziert sich die Bilanzsumme des Konzerns um 500 Millionen Mark, der Abbau der Finanzschulden ist jedoch nur gering (250 Millionen Mark).
08.03.1983 Es gelingt, einen K├Ąufer f├╝r die "Telefunken Fernseh und Rundfunk GmbH" zu finden. Damit trennt sich die AEG nicht nur von einem ihrer gr├Â├čten Verlustbringer, sondern auch von einem bedeutenden Imagetr├Ąger des Konzerns. W├Ąhrend der Markenname "AEG" in erster Linie mit der Hausger├Ątesparte in Verbindung steht, ist dies auf dem Sektor der Unterhaltungselektronik der Name "Telefunken".
09.-11.03.1983 F├╝r die Gl├Ąubigerversammlung, die vom 9. bis 11. M├Ąrz in Frankfurt stattfindet, wird wegen des erwarteten gro├čen Andrangs die gro├če Festhalle auf dem Frankfurter Messegel├Ąnde gemietet. Doch es finden sich dort nur wenige Gl├Ąubiger ein; die meisten haben ihr Votum vorher schriftlich abgegeben. Am Ende stimmen die Gl├Ąubiger mit 99,33 Prozent dem Vergleichsantrag zu.
18.03.1983 Das Amtsgericht Frankfurt best├Ątigt nach der Zustimmung der Gl├Ąubiger den Vergleich antragsgem├Ą├č.
23.03.1983 Ab dem 23. M├Ąrz werden die Anspr├╝che der insgesamt mehr als 12.000 Kleingl├Ąubiger mit Forderungen bis zu 10.000 Mark befriedigt. Deren Vergleichsforderungen belaufen sich auf insgesamt 37,5 Millionen Mark. Die Befriedigung der Forderungen aller anderen Gl├Ąubiger erfolgt mit einer Quote von 40 Prozent innerhalb von 18 Monaten nach Best├Ątigung des Vergleichs.61 Insgesamt verzichten die Banken auf Forderungen von insgesamt 2,057 Milliarden Mark. Mit Best├Ątigung des Vergleichsantrags mu├č au├čerdem der Pensions-Sicherungs-Verein der deutschen Industrie (PSV) 60 Prozent der laufenden Betriebsrenten und unverfallbaren Versorgungsanwartschaften der aktiven und ehemaligen AEG-Besch├Ąftigten ├╝bernehmen. Allein hierdurch wird der Konzern um 1,5 Milliarden Mark entlastet.
13.05.1983 Auf der Bilanzpressekonferenz kann der Vorstandsvorsitzende D├╝rr eine weitere Stabilisierung des Gesch├Ąfts feststellen. Der Umsatz stieg im ersten Quartal auf 2,6 Milliarden Mark und liegt damit um f├╝nf Prozent h├Âher als im Vorjahr. Die Umsatzerwartung liegt f├╝r 1983 bei 11,2 Milliarden Mark. Der Personalbestand ging zum 31. M├Ąrz 1983 weltweit auf 82.200 zur├╝ck. F├╝r Ende 1983 erwartet man nur noch 77.500 Besch├Ąftigte.
23.06.1983 Auf der Hauptversammlung teilt D├╝rr den Aktion├Ąren mit, da├č die F├╝hrungsstruktur neu geordnet wurde. So wurden die Spitzen von vier der sechs Unternehmensbereiche neu besetzt. Die Zahl der Gesch├Ąftsbereiche wurde von 32 auf 20 reduziert.
10.09.1983 Die Gro├čgl├Ąubiger au├čer den Banken erhalten Verrechnungsschecks. Mit der Bundesregierung kommt man ├╝berein, da├č die Exportb├╝rgschaft in H├Âhe von 600 Millionen Mark bis Mitte 1986 ihre G├╝ltigkeit behalten solle.
10.1983 Nach Ablauf des Vergleichsverfahrens legt Hans Friderichs sein Mandat als Aufsichtsratsvorsitzender der AEG nieder. Nachfolger wird Klaus K├╝hn, der seit August 1982 dem Unternehmen als Berater zur Seite stand.
02.10.1983 Die insgesamt 923 Gro├čgl├Ąubiger sind mit Vergleichsforderungen von 3,513 Milliarden Mark befriedigt worden.
03.10.1983 Der Beschlu├č zur Aufhebung des gerichtlichen Vergleichsverfahrens wird mit Ablauf des 3. Oktober 1984 rechtskr├Ąftig.
03.10.1983 Vergleichsverwalter Schaaf teilt mit, da├č das Unternehmen den Vergleich fristgerecht erf├╝llt habe. Mit den Konsortialbanken wird vereinbart, da├č die Vergleichsquote in H├Âhe von 1,04 Milliarden Mark der AEG als mittelfristiger Kredit zur Verf├╝gung stehe. Au├čerdem kann ein von den Banken garantierter Kreditrahmen von 1,3 Milliarden Mark zur Verf├╝gung gestellt werden.
1984 Jahres├╝berschu├č: 311 Millionen Mark
05.1984 Ein Schiedsgutachten ├╝ber die H├Âhe des Entsch├Ądigungsanspruchs f├╝r den AEG-Anteil an der "AEG-Telefunken Nachrichtentechnik GmbH" liegt vor.
Anfang Aug. 1984 Anfang August wird eine endg├╝ltige Einigung ├╝ber die H├Âhe des Entsch├Ądigungsanspruchs f├╝r den AEG-Anteil an der "AEG-Telefunken Nachrichtentechnik GmbH" erzielt werden, und der Konzern kann erleichtert den Eingang von 731 Millionen Mark einschlie├člich Zinsen melden, wof├╝r wegen des hohen Verlustvortrags keine K├Ârperschaftssteuer gezahlt werden mu├č. Nach Meinung der Presse gehe der AEG mit ATN, eine "Perle" verloren. Im Vorstand zeigt man sich jedoch weniger pessimistisch. Auch nach Einziehung der ATN-Anteile werde die AEG "in erheblichem Umfang auf dem Gebiet der Telematik/Kommu-nikationstechnik" t├Ątig bleiben.
02.08.1984 ├ťber die Entsch├Ądigung f├╝r die eingezogenen Gesch├Ąftsanteile am ehemaligen Tochterunternehmen "AEG-Telefunken Nachrichtentechnik GmbH" (ATN) wird nach harten Verhandlungen eine Einigung erzielt.
01.09.1984 Zwei Wochen vor Abschlu├č des Vergleichsverfahrens treffen sich AEG-Chef Heinz D├╝rr und der Finanzvorstand des Daimler-Benz-Konzerns, Edzard Reuter, in Litzelstetten am Bodensee zu einem ausgedehnten Spaziergang. Die "Daimler-Benz AG" ist zu dieser Zeit im Begriff, sich vom Automobilhersteller zum diversifizierten Technologiekonzern zu wandeln. Die Idee, die dahinter steht, geht von der Pr├Ąmisse aus, da├č Gro├čunternehmen sich zu Systemanbietern wandeln m├╝ssen, um langfristig wettbewerbsf├Ąhig zu bleiben. Ein Unternehmen wie Daimler-Benz habe auch davon ausgehen, da├č das Automobil k├╝nftig Bestandteil integrierter Verkehrssysteme sei. Edzard Reuter treibt diese Entwicklung mit Energie voran und findet darin Unterst├╝tzung bei der Deutschen Bank, dem gr├Â├čten Anteilseigner des Konzerns.
Anfang Sept. 1984 Als das Vergleichsverfahren der AEG vor dem Abschlu├č steht, ist der AEG-Konzern f├╝r Daimler-Benz ein interessanter ├ťbernahmekandidat geworden. Nach der unerwartet erfolgreichen Bew├Ąltigung des Vergleichs lebt die AEG mit dem Image eines sanierten Unternehmens. Es scheint, als werde sie in nicht allzu ferner Zeit wieder in die Gruppe der technologisch f├╝hrenden Firmen Deutschlands aufsteigen. Das Erscheinungsbild ├╝berstrahlt viele der strukturellen M├Ąngel, die ihr trotz aller Sanierungserfolge nach wie vor anhaften. Um so attraktiver mu├č D├╝rr der Gedanke erscheinen, den Konzern unter das Dach des finanziell gl├Ąnzend dastehenden Daimler-Benz-Konzerns schl├╝pfen zu lassen und damit "f├╝r die AEG und ihre Mitarbeiter sicherlich einen entscheidenden Schub ... und einen Aufbruch nach vorn" zu geben. Auch f├╝r Reuter liegt es nahe, "da├č es lohnend sein k├Ânnte, die AEG in die ├ťberlegungen zur Neustrukturierung des Daimler-Benz-Konzerns einzubeziehen".
18.09.1984 Die ├╝brigen Gl├Ąubiger werden mit insgesamt 350 Millionen Mark befriedigt. Die Quotenanspr├╝che der ├╝brigen Banken, der Schuldscheindarlehensgeber sowie der Gl├Ąubiger mit Quoten ├╝ber 500000 Mark reguliert man durch telegrafische ├ťberweisung, die der der AEG verbundenen Unternehmen durch Gutschrift auf Verrechnungskonten.
19.09.1984 Das Amtsgericht Frankfurt am Main hebt das gerichtliche Vergleichsverfahren ├╝ber das Verm├Âgen der AEG-Telefunken Aktiengesellschaft auf.
12.1984 Es best├Ątigten sich negative Entwicklungen in der Hochspannungstechnik, im Schiffbau, bei Olympia sowie im Bereich "Geb├Ąudeausr├╝stung und zivile Infrastruktursysteme". Statt des erwarteten Jahresgewinns von 150 Millionen Mark wird nur ein ├ťberschu├č von 80 bis 120 Millionen Mark in Aussicht gestellt. Eine besondere Belastung war durch einen Projektverlust von 110 Millionen Mark entstanden. Hierbei handelt es sich um einen Auftrag zur Geb├Ąudeinstallation in der Universit├Ąt Riyadh in Saudi-Arabien aus dem Jahr 198l.
1984 Ende 1984 kann die AEG einen Jahres├╝berschu├č von 400 Millionen Mark ausweisen. Darin sind Sonderertr├Ąge in H├Âhe von 437 Millionen Mark enthalten. Gr├Â├čter Ertragsposten mit 395 Millionen Mark ist die Entsch├Ądigung f├╝r die eingezogenen Gesch├Ąftsanteile am ehemaligen Tochterunternehmen AEG-Telefunken Nachrichtentechnik GmbH (ATN). Die Nettofinanzverschuldung sank bis Ende 1984 von 3,865 Milliarden Mark auf 849 Millionen Mark; der Eigenkapitalanteil stieg auf 16,4 Prozent, der Kurs der AEG-Aktie kletterte auf 90 bis 100 Mark. Der Jahres├╝berschu├č soll in der Hauptsache zur Aufstockung der R├╝cklagen dienen.
1985 Die AEG ├╝bernimmt die 48prozentige Beteiligung von Bosch und den Gro├čbanken an Olympia. Ungeachtet dessen ist die Konsolidierung von Olympia noch keineswegs abgeschlossen, auch wenn man glaubt, die entsprechenden Ma├čnahmen "im Grundsatz" festgelegt zu haben. Ein positives Ergebnis wird weder f├╝r 1985 noch f├╝r 1986 erwartet.
1985 ├ťbernahme von 48% der Olympia-Aktien von der "Gesellschaft f├╝r Elektrowerk mbH" (GfE)
01.07.1985 Der Vorstand beschlie├čt die Umbenennung des Unternehmens in "AEG Aktiengesellschaft". Damit wird den Ver├Ąnderungen im Konzern Rechnung getragen. Der Namensbestandteil "Telefunken" verschwindet, weil dieser in erster Linie mit der "Braunen Ware" identifiziert wird, die von der fr├╝heren Tochtergesellschaft "Telefunken Fernseh und Rundfunk GmbH" hergestellt wurde.
01.07.1985 Mit Wirkung vom 1. Juli 1985 tritt die neue F├╝hrungsstruktur in Kraft. Mit Einf├╝hrung der neuen Struktur entf├Ąllt die unter Walter Cipa eingef├╝hrte Gliederung in Unternehmensbereiche und Betriebsf├╝hrungsgesellschaften. Die inl├Ąndischen Unternehmensbereiche des AEG-Konzerns werden zu elf juristisch unselbst├Ąndigen und drei juristisch selbst├Ąndigen Gesch├Ąftsbereichen zusammengefa├čt. Tochter- und Beteiligungsgesellschaften im Ausland werden einzelnen Mitgliedern des Vorstands oder der Leitung eines Gesch├Ąftsbereichs, der Zentralabteilung Auslandsm├Ąrkte, unterstellt. Inl├Ąndische Beteiligungen unterstehen fortan einzelnen Vorstandsmitgliedern, sofern sie nicht Teil eines Gesch├Ąftsbereichs sind.
23.08.1985 Die von der "Gesellschaft f├╝r Elektrowerte mbH" gehaltenen Olympia-Anteile werden von der AEG wieder zur├╝ckerworben, so da├č die AEG 99 Prozent des Grundkapitals der in "Olympia Aktiengesellschaft" umbenannten Tochtergesellschaft besitzt.
14.01.1985 Die "Daimler-Benz AG" erkl├Ąrt sich bereit, eine Mehrheitsbeteiligung an der AEG zu erwerben. Dies war urspr├╝nglich nicht vorgesehen. "Daimler-Benz" beabsichtigte zun├Ąchst nur einen Minderheitsanteil von 25 Prozent zu ├╝bernehmen, der schrittweise "auf eine knappe Mehrheit" aufgestockt werden soll, entscheidet sich dann auf Dr├Ąngen Alfred Herrhausens, Chef der Deutschen Bank, jedoch daf├╝r, eine Mehrheit an der AEG zu erwerben. Nur so sei Daimler-Benz in der Lage, den weiteren Weg des Elektrokonzerns ma├čgeblich zu beeinflussen." Daimler-Benz zeichnet zun├Ąchst ein genehmigtes Kapital von 250 Millionen Mark, was einem Anteil von 24,9 Prozent entspricht. Der AEG flie├čen durch diese Transaktion insgesamt 850 Millionen Mark zu. Ihr Grundkapital erh├Âht sich auf 890 Millionen, das Eigenkapital auf 2,11 Milliarden Mark. Die Eigenkapitalquote liegt dadurch bei 25,4 Prozent. Die Daimler-Benz Aktiengesellschaft unterbreitet den Aktion├Ąren der AEG ein Kaufangebot, um eine Mehrheitsbeteiligung an der AEG zu erwerben.
Anfang 1986 Der 50-Prozent-Anteil der AEG an der "European Power Tool Corporation S.A.", Nanterre/Paris (EPTC) wird Anfang des Jahres wieder vollst├Ąndig zur├╝ckerworben.
1986 Einstellung der Gesch├Ąftst├Ątigkeit der "Duofrost K├╝hl- und Gefrierger├Ąte GmbH"
1986 Erh├Âhung des AEG-Anteils an der "Modular Computer Systems Inc." (MODCOMP), Fort Lauderdale, USA. von 25% auf 100%
Febr. 1986 Anderthalb Jahre nach dem Verkauf des AEG-Anteils an der "AEG-Telefunken Nachrichtentechnik GmbH" stellt der Vorstand fest; "Dem Konzern ist weniger Technologie durch den Abgang der ATN verlorengegangen als allgemein bef├╝rchtet wurde. Die Telekommunikation befindet sich ohnehin im Umbruch wegen des Aufkommens der Mikroelektronik und der Glasfaser-Technologie."
02.1986 Daimler-Benz investiert weitere 1,6 Milliarden Mark in die AEG und steigert seinen Anteil an der AEG auf 56 Prozent. Grunds├Ątzliche kartellrechtliche Einw├Ąnde gibt es nicht. Mit dem Einstieg von Daimler-Benz geben erstmals in der Geschichte des Elektrokonzerns die Banken ihre Anteile am Konzern fast vollst├Ąndig ab.
02.07.1986 Heinz D├╝rr wird zum Mitglied des Vorstandes der Daimler-Benz AG bestellt. Der AEG-Chef bewertet den Einstieg von Daimler-Benz: "Die beiden Unternehmensgruppen erg├Ąnzen sich in sehr vielen Gebieten in geradezu idealer Weise und ├╝berschneiden sich kaum. Daimler-Benz sieht sich in der Rolle eines guten und starken Partners. Die AEG wird ihre volle Eigenst├Ąndigkeit und Eigenverantwortlichkeit behalten. Die bisherige F├╝hrungsspitze der AEG wird, wie es auch der Wunsch von Daimler-Benz ist, den Kurs der AEG weiter bestimmen. Mit Daimler-Benz und deren Tochtergesellschaften wird selbstverst├Ąndlich ├╝ber Projekte der Zusammenarbeit gesprochen und deren Verwirklichung, sofern sie f├╝r die AEG erfolgstr├Ąchtig und profitabel sind, auch betrieben werden."
1987 Die Bahntechniksparte hat einen Umsatz von rund 300 Millionen Mark und ist das kleinste Gesch├Ąftsfeld der AEG.
1987 Es gelingt der AEG, ihren steuerlichen Verlustvortrag von 1,3 Milliarden Mark zu retten, der sonst verfallen w├Ąre. Durch eine drastische Erh├Âhung bei Sachanlagen wurden stille Reserven mobilisiert und die entstehenden Buchgewinne mit dem Verlustvortrag verrechnet. Zu diesem Zweck hat man die "AEG-Anlagenvermietung GmbH + Co. Frankfurt oHG" (AVO) gegr├╝ndet, in die Sachanlagen zu Verkehrswerten von 2,1 Milliarden Mark eingebracht wurden, wodurch ein au├čerordentlicher Gewinn von 1,3 Milliarden Mark entsteht. Daf├╝r braucht das Unternehmen wegen der Verrechnung mit dem Verlustvortrag keine Steuern zu entrichten. Sp├Ąter sollen die Abschreibungen mit den dann erwarteten Gewinnen steuerlich verrechnet werden.
1987 Ver├Ąu├čerung des 15,3%-Anteils der AEG an "Telenorma"
1987 Ver├Ąu├čerung des 25%-Anteils der AEG an "Transformatoren-Union AG" an Siemens
1987 Erwerb 80%ige Beteiligung an der "Kollmorgen Ireland Ltd.", Ennis, Irland (sp├Ąter umfirmiert in "AEG Servo Systems Ltd.", ASSL, und Anteil auf fast 100% erh├Âht)
1987 Gr├╝ndung "AEG Anlagenvermietung GmbH & Co. Frankfurt oHG" und Einbringung des Grundverm├Âgens der AEG
12.1987 Vorlage eines Strukturkonzept "B├╝ro- und Kommunikationstechnik". Danach sollen auf der Grundlage einer Studie des AEG-Beraters und sp├Ąteren Vorsitzenden des Aufsichtsrats Klaus K├╝hn die Bereiche Kommunikationstechnik (Sprech- und Datenfunk, Autotelefon), Informationstechnik (Briefsortier-und Verteilsysteme, Formular- und Belegleser) und Olympia (Schreibmaschinen und Personalcomputer) zur "AEG Olympia AG" zusammengelegt werden. Insgesamt stehen als Starthilfe f├╝r den neuen B├╝rokommunikationsriesen 400 Millionen Mark zur Verfugung, darunter 200 Millionen Mark f├╝r neue Produkte und 150 Millionen zum Kauf eines Softwarehauses. K├╝hn hat dieses Vorhaben zwar angeregt, macht aber den Erfolg von einem hervorragenden Management abh├Ąngig.
1988 Die AEG ├╝bertr├Ągt das N├╝rnberger Werk von "AEG Kanis" auf die Mannheimer "Asea Brown Boveri Aktiengesellschaft" (ABB).
1988 In Erg├Ąnzung zu Modcomp kauft die AEG von der amerikanischen "Gould Inc." die "Industrial Automation Systems Group", North Andover, USA. Dieses Unternehmen das unter dem Namen "Modicon" bekannt geworden ist, hatte Ende der sechziger Jahre die weltweit ersten frei programmierbaren Steuerungen gebaut und gilt auf diesem Gebiet als f├╝hrend. Der hohe Kaufpreis (rund 290 Millionen US-Dollar) wird mit den "Zukunftserwartungen der AEG" begr├╝ndet, "die jedoch erst realisiert werden m├╝ssen".
1988 Die Ertragslage des Konzerns hat sich erheblich verschlechtert. Gr├Â├čte Sorgen bereitet der Turbinenhersteller "AEG Kanis GmbH", der einzige Hersteller von Energieerzeugungsanlagen, welcher der AEG nach dem Ausstieg aus der KWU verblieb. AEG Kanis erleidet bei einem Umsatz von einer halben Milliarde Mark einen Verlust von 120 Millionen Mark - haupts├Ąchlich verursacht durch eine erhebliche Versch├Ąrfung der Konkurrenzsituation am Markt. Dort hatten der franz├Âsische Alsthom-Konzern und die britische GEC unter Beteiligung der amerikanischen "General Electric" die "European Gasturbine" (EGT) gegr├╝ndet, die sich mit Erfolg gegen├╝ber ihren Konkurrenten durchsetzte. Der geplante Ausbau der Tochtergesellschaft AEG Kanis, f├╝r die unter anderem der Neubau einer Turbinenfabrik f├╝r rund 1000 Besch├Ąftigte in Essen und die Erweiterung einer Fabrik f├╝r Dampfturbinenanlagen in N├╝rnberg vorgesehen war, mu├č kurzerhand gestrichen werden.
1988 Erfreuliche Ergebnisse erzielen die Bereiche Verteidigungstechnik und Serienprodukte mit jeweils 100 Millionen Mark und die Hausger├Ąte mit 40 Millionen Mark Gewinn. Auch verbucht die AEG einen au├čerordentlichen Ertrag aus dem Verkauf ihrer restlichen Telenorma-Anteile (25 Prozent). Insgesamt kann die AEG im Jahr 1988 eine 15prozentige Umsatzsteigerung auf 13,4 Milliarden Mark erzielen, mu├č jedoch Reserven in H├Âhe von 60 Millionen Mark in Anspruch nehmen. Die Eigenkapitalquote sinkt dadurch auf 21,2 Prozent (1987: 24,6 Prozent). Das interne Jahresabschlu├čreferat konstatiert eine "deutliche Verschlechterung der Bilanzqualit├Ąt".
01.01.1988 Die Bereiche Kommunikations- und Informationstechnik werden in die "AEG Olympia AG" angebracht, Heinz D├╝rr pers├Ânlich ├╝bernimmt die Leitung. Er schl├Ągt dem Gesch├Ąftsfeld au├čerdem die Sende und Informationstechnik zu. Die "AEG Olympia AG" besch├Ąftigt fast 10.000 Menschen und erreicht einen j├Ąhrlichen Umsatz von rund 1,5 Milliarden Mark. Obwohl die B├╝rokommunikationsbranche zu dieser Zeit einen enormen Aufschwung erlebt und ihre Zukunftsaussichten vor allem von Daimler-Benz enorm hoch eingesch├Ątzt werden, kann die Branche vom Boom wegen des starken Wettbewerbs kaum profitieren.
1988 In ihrem ersten Gesch├Ąftsjahr erleidet "AEG Olympia" einen Verlust von 128,8 Millionen Mark. Der Marktanteil betr├Ągt in Deutschland nur 20 Prozent. Im preiswerten Schreibmaschinensegement herrschen scharfer Konkurrenzdruck aus Japan, bei anspruchsvolleren B├╝romaschinen aus den USA. Es geht das Ger├╝cht um, da├č die Frankfurter AEG-Zentrale die Produktion in Deutschland nicht werde halten k├Ânnen. Knapp ein Drittel der 3.800 Arbeitspl├Ątze im Wilhelmshavener Stammwerk stehen zur Disposition. In der Tat ist die Schlie├čung l├Ąngst ├╝berf├Ąllig, mu├č aber immer wieder hinausgeschoben werden, weil der Muttergesellschaft das Geld fehlt.
1988 Die Kanis GmbH (Dampfturbinenanlagen) wird von ABB ├╝bernommen.
1988 Ver├Ąu├čerung von 75 % der "Feinmechanische Werke Mainz" an "Mannesmann Rexroth"
1988 Abgabe der "Telefunken Radio es Televiso/Telefunken da Amazonia" an "Grandiente Electronica"
04.1988 hatte Daimler-Benz erh├Âht seinen Anteil an der AEG auf zun├Ąchst 68 Prozent. Im selben Monat schlie├čen die AEG und die Daimler-Benz AG einen Unternehmensvertrag. Dieser beinhaltet einen Beherrschungsvertrag, der sofort wirksam wwird, und einen Gewinnabf├╝hrungsvertrag, der zum 1. Januar 1992 in Kraft treten soll. Zu diesem Zeitpunkt soll die AEG nach den Vorstellungen Edzard Reuters einen Jahresumsatz von 15 Milliarden Mark und eine Rendite vor Steuern von f├╝nf Prozent erreicht haben. Von diesem Ziel, das Heinz D├╝rr bereits 1984 vorgegeben hatte, ist die AEG aber noch weit entfernt.
04.1988 Um das Technolgie-Defizit auf dem Gebiet der Mikroelektronik auszugleichen, erwirbt die AEG von der "United Technologies Corporation" (UTC) deren 49-Prozent-Beteiligung an der Heilbronner "Telefunken Electronic GmbH" (TEG) zur├╝ck und h├Ąlt damit 98 Prozent der Anteile an diesem Unternehmen.
22./27.04.1988 Die Aufsichtsr├Ąte der "Daimler-Benz AG" und von AEG stimmen dem Beherrschungs- und Gewinnabf├╝hrungsvertrag zu. Das Umtauschverh├Ąltnis ist von einem ausgew├Ąhlten Kreis von F├╝hrungskr├Ąften beider Konzerne auf Schlo├č Heinsheim bei Bad Rappenau ("Operation Heinsheim") ermittelt worden. Das Ertragsverh├Ąltnis beider Konzerne errechnet sich zwischen AEG und Daimler-Benz auf l: 15,3, wodurch sich unter Ber├╝cksichtigung der unterschiedlichen Grundkapitalien von 931 Millionen Mark und 2,11 Milliarden Mark eine Wertrelation je Aktie von l :6,7 ergibt. Das Verh├Ąltnis der spekulativen Aktienkurse bel├Ąuft sich auf l: 3. Reuter und D├╝rr einigen sich schlie├člich auf ein Umtauschangebot f├╝r die freien Aktion├Ąre von l: 5. Die AEG-Aktion├Ąre k├Ânnen daraufhin ihre Anteile entweder an Daimler-Benz verkaufen oder im Verh├Ąltnis 5: l in Daimler-Benz-Aktien umtauschen oder bekommen je AEG-Aktie eine Dividende in H├Âhe von 20 Prozent der jeweiligen Daimler-Benz-Dividende garantiert. Von diesem Angebot wird bis Ende September 1988 reger Gebrauch gemacht, so da├č sich der Daimler-Benz-Anteil an der AEG auf rund 80 Prozent erh├Âht.
05.1988 Die AEG erwirbt eine Minderheitsbeteiligung an der "ElectroCom Automation Inc.", Arlington, Texas. Diese baut Briefverteilanlagen nach AEG-Lizenzen mit denen der Elektrokonzern eine Nische im elektrotechnischen Gesch├Ąft weltweit erfolgreich besetzt.
09.1988 ├ťbernahme der Schienenverkehrstechnik der amerikanischen "Westinghouse Electric Corporation" aus Pittsburgh durch die AEG und Gr├╝ndung der "AEG Westinghouse Transport Systeme" (AWTS). Der Einstieg bei Westinghouse verschafft der Bahntechniksparte der AEG, die bisher als kleinstes Gesch├Ąftsfeld eher eine Randexistenz gef├╝hrt hatte, nicht nur einen enormen Auftrieb, sondern f├Ârdert das Selbstbewu├čtsein der AEG insgesamt, denn nach Jahren defensiver Unternehmensstrategie hat das Unternehmen nunmehr in einem Bereich wieder die F├╝hrungsrolle ├╝bernommen.
1989 Die "Telefunken Electronic GmbH" steigt mit einer Beteiligung von 39 Prozent bei dem Elektronikhersteller "Siliconix Inc.", Santa Clara, Californien, ein.
1989 Aus der "Telefunken Electronic GmbH" und ihren Beteiligungen wird das neue Gesch├Ąftsfeld Mikroelektronik gebildet, in das neben dem Temic-Anteil der Gesch├Ąftsbereich Opto- und Vakuum-Elektronik einbezogen wird.
1989 Das Gasturbinengesch├Ąft der AEG wird in die "Kanis Energie GmbH" eingebracht und zu 55 Prozent an EGT (im Konzernverbund GEC Alstom) ver├Ąu├čert.
1989 Die AEG erreicht nur noch einen Umsatz von 12,2 Milliarden Mark. Das Betriebsergebnis liegt internen Berechnungen zufolge bei minus 370 Millionen Mark. Dazu tr├Ągt die Automatisierungstechnik bereits rund 200 Millionen Mark bei. Allein der Auftrag zur elektrischen Installation in der neuen Daimler-Benz-Zentrale in Stuttgart-M├Âhringen schlie├čt mit einem Verlust von 120 Millionen Mark ab. Von seiten der AEG war ein ├Ąu├čerst knapp kalkuliertes Festpreisangebot abgegeben worden, das mit einer (zu) sparsamen Auftragsausf├╝hrung kompensiert werden sollte. Rote Zahlen meldet nun auch die Hausger├Ątesparte, bei der es Anlaufschwierigkeiten mit einer neuen Generation von Herden gibt, die unter dem Markennamen "Competence" weltweit an unterschiedliche Kochgewohnheiten angepa├čt werden soll. Defizit├Ąr arbeitet auch die "AEG Elektrowerkzeuge GmbH". In der Mikroelektronik dr├╝ckt der niedrige Kurs des amerikanischen Dollars auf den Ertrag, in der Bahntechnik mu├č das Unternehmen wegen technischer Schwierigkeiten von einem Auftrag zum Bau einer Magnetbahn in Las Vegas zur├╝cktreten. Auch das Vorhaben, auf dem Frankfurter Flughafen eine Magnetbahn zu errichten, mu├č wenig sp├Ąter zugunsten eines konventionellen Antriebssystems aufgegeben werden, da sich die AEG nicht in der Lage sieht, ein zuverl├Ąssiges funktionierendes Magnetbahnsystem in der vorgesehenen Zeit zu errichten. - Die einzige im t├Ąglichen Fahrbetrieb getestete Magnetbahn-Versuchsstrecke der AEG in Berlin zwischen dem U-Bahnhof Gleisdreieck und dem Kulturforum am Kemperplatz mu├č nach der Wiedervereinigung Deutschlands im Zuge der Wiederherstellung eines einheitlichen Berliner U-Bahnnetzes abgebaut werden.
1989 Ver├Ąu├čerung eines 55-%-Anteils an der "Kanis Energie GmbH" an die "European Gas Turbine Company" (EGT)
1989 ├ťbernahme von 51 % des Kapitals an dem Schaltger├Ątehersteller "E.I.B. S.A.", Dison, Belgien
1989 50%-Beteiligung der AEG an der Matra-Tochtergesellschaft "Matra-MHS S.A.", Nantes
1989 Erwerb der Automatisierungsaktivit├Ąten der "Westinghouse Electric Company", Pittsburgh (AEG Automation Systems Corp.)
1989 Jahres├╝berschu├č: 275 Millionen Mark
02.1989 Heinz D├╝rr wird vom der AEG des Unternehmens f├╝r weitere f├╝nf Jahre zum Vorstandsvorsitzenden bestellt.
Mitte 1989 Mitte des Jahres wird die "AEG Olympia AG" in eine Holding zur F├╝hrung der "AEG Olympia Office GmbH", "AEG Electro-com GmbH" (Postautomatisierung) und der "Telefunken Sendertechnik GmbH" umgewandelt.
Anfang 1990 Die AEG mu├č Anfang des Jahres im Zuge einer Umschichtung von Unternehmensteilen im Daimler-Benz-Konzern einige Federn lassen. Die Bereiche Hochfrequenztechnik (internes K├╝rzel: AI) sowie Marine- und Sondertechnik (internes K├╝rzel: A4) werden in die Telefunken Systemtechnik eingebracht und f├╝r 1,4 Milliarden Mark an die Deutsche Aerospace AG (Dasa) ver├Ąu├čert. Auch die neu gegr├╝ndete Telefunken Sendertechnik geht an die Dasa. Beide Firmen bleiben allerdings unter F├╝hrungsverantwortung der AEG. Daimler-Benz ├╝bernimmt au├čerdem f├╝r 200 Millionen Mark die AEG-Forschungsinstitute in Berlin, Frankfurt und Ulm. Der Daimler-Benz Interservices AG (debis) werden etliche Rechenzentren der AEG, das Softwarehaus GEI-Gesellschaft f├╝r Elektronische Informationsverarbeitung mbH, die hauseigene Versicherungsvermittlung EAS (Elektro-Assekuranz) sowie der Bereich Marketing ├╝bertragen. Au├čerdem geht die t├Ągliche Abwicklung von Geldgesch├Ąften mit den Banken an ein zentrales Cash-Management bei Daimler-Benz. Insgesamt erh├Ąlt die AEG durch die Verk├Ąufe einen Betrag von rund 1,7 Milliarden Mark gutgeschrieben. Mit den Bereichen AI und A4 verliert der Konzern allerdings seine lukrativsten Gesch├Ąftsfelder. Nun bleiben dem Konzern nur noch die Serienprodukte, die Hausger├Ąte, die Opto- und Vakuumelektronik und die Komponentenherstellung als Gewinnbringer.
1990 Ungeachtet der Umorganisation verschlechtert sich die wirtschaftliche Lage des Konzerns. Mitte des Jahres sind alle Gesch├Ąftsfelder, mit Ausnahme der Elektrotechnischen Anlagen und Komponenten, in die roten Zahlen gerutscht. Am Ende des Jahres kann der Konzernumsatz zwar weltweit um sieben Prozent auf 13,1 Milliarden Mark gesteigert werden, die Gewinn- und Verlustrechnung schlie├čt aber mit einem Fehlbetrag von 205 Millionen Mark ab. In krassem Gegensatz dazu steht das im Budget eingeplante Ergebnis von minus 33 Millionen Mark, das allerdings auf zu optimistischen Planungen basierte und zudem au├čerordentliche Erl├Âse enthielt. So wurden R├╝ckstellungen aus dem Vorjahr in H├Âhe von 349 Millionen Mark aufgel├Âst und sogenannte Bewertungsma├čnahmen in H├Âhe von 120 Millionen Mark vorgenommen. Damit kann das Gesch├Ąftsergebnis zum Erfolg umgedeutet werden.
1990 Die Unternehmensberatung "McKinsey Inc." schl├Ągt f├╝r den Konzern eine Holding-Struktur, bestehend aus rechtlich selbst├Ąndigen Unternehmen an denen die AEG als Dachgesellschaft finanziell beteiligt ist. Diese solle dem Unternehmen nicht nur den Auftritt am Markt, sondern auch die Beteiligung Dritter erleichtern. Im einzelnen wird vorgeschlagen, die Hausger├Ątesparte zu verkaufen Olympia zu schlie├čen, die Bahnsysteme an Mercedes-Benz und die Mikroelektronik an die Dasa abzugeben. Somit werden der AEG nur das Gesch├Ąft mit der Energieverteilung und Automatisierungstechnik bleiben.
1990 Die AEG strebt eine Spitzenposition im internationalen Wettbewerb und eine f├╝nfprozentige Umsatzrendite vor Steuern. Dazu sollen die "MAN Bahntechnik" in N├╝rnberg und das Bahngesch├Ąft von MBB in Donauw├Ârth ├╝bernommen werden. Au├čerdem ist eine 50prozentige Beteiligung an der Preussag-Tochter "Linke-Hoffmann-Busch GmbH" (Jahresumsatz 300 Millionen Mark), der "Krupp Verkehrstechnik" (Jahresumsatz 500 Millionen Mark) sowie eine 50Prozentige Beteiligung am Schienenfahrzeugbereich von "VEB Lokomotivbau Hans Beimler" (LEW, Jahresumsatz 500 Millionen Mark) und am bisherigen Kombinat Schienenfahrzeuge der DDR (Jahresumsatz 3,5 Milliarden Mark) vorgesehen. Insgesamt peilt man eine Steigerung des Umsatzes von 700 Millionen Mark (1990) auf 5,5 Milliarden Mark an Damit k├Ânne die AEG nicht nur die ersehnte Systemf├Ąhigkeit erwerben, sondern sei auch unbestrittene Spitzenreiter im deutschen Bahngesch├Ąft.
1990 AEG erwirbt die Schienenverkehrstechnik von MAN ("MAN GHH Schienenverkehrstechnik GmbH") und ├╝ber diese wiederum diejenige von MBB. Es gilngt ihr aber nicht, weitere Unternehmen zu erwerben, um auf diese Weise die auf dem Weltmarkt erforderliche Gr├Â├če und Durchsetzungskraft zu erreichen. So bleibt der AEG nur noch der tschechische Hersteller CKD ("Ceskomoravska-Kolben-Danek A. S.") aus Prag. Jedoch auch dieses Gemeinschaftsunternehmen kommt nicht zustande.
1990 Abgabe der "Telefunken Sendertechnik GmbH" TFS an "Deutsche Aerospace AG", Dasa
1990 Ver├Ąu├čerung eines 50%-Anteils der Kleinmotorenaktivit├Ąt an ein Gemeinschaftsunternehmen mit Electrolux AB
1990 Abgabe der AEG Forschungsinstitute an Daimler-Benz
1990 Ausgr├╝ndung des Bereichs Hochfrequenztechnik, Marine- und Sondertechnik in die "TELEFUNKEN Systemtechnik GmbH" (TST) und Ver├Ąu├čerung an die Deutsche Aerospace AG
1990 Abgabe der "Elektro-Assekuranz GmbH" an "Daimler-Benz Interservices", debis
1990 Ver├Ąu├čerung eines 75%-Anteils an der "Werbeagentur Dr. K├╝hl GmbH" an "Daimler-Benz Interservices", debis
1990 AEG und Siemens gr├╝nden die "EUPEC Europ├Ąische Gesellschaft f├╝r Leistungshalbleiter mbH & Co. KG" durch Einbringung der jeweiligen Gesch├Ąftsaktivit├Ąten
1990 Die AEG ├╝bernimmt die "Schorch GmbH", M├Ânchengladbach, von der "Berliner Bergmann Elektro GmbH".
1990 Ausgr├╝ndung der AEG-Kleinmotorenaktivit├Ąten in "AEG Kleinmotoren GmbH", Oldenburg, und Einbringung in das Joint Venture "FHP Motors GmbH" (AEG und Electrolux AB je 50%)
1990 AEG und "EAW-Automatisierungstechnik Aktiengesellschaft", Berln, gr├╝nden die "AEG EAW Z├Ąhler GmbH", Berlin-Treptow (AEG-Anteil: 51 %).
1990 Erh├Âhung des AEG-Anteils an "Siliconix Inc.", USA auf 80%
01.06.1990 Gr├╝ndung der rechtlich selbst├Ąndigen "AEG Hausger├Ąte AG". Die neue Tochtergesellschaft mit Sitz in N├╝rnberg wird mit einem Grundkapital von 150 Millionen Mark ausgestattet. Sie besch├Ąftigt rund 12.000 Mitarbeiter und setzt weltweit etwa drei Milliarden Mark um. - Nach der rechtlichen Verselbst├Ąndigung beginnt die AEG-F├╝hrung mit der Suche nach Partnern f├╝r den Hausger├Ątebereich.
Mitte Juni 1990 Der neue AEG-Chef St├Âckl zeigt sich entschlossen, das Kapitel "Olympia" m├Âglichst schnell abzuschlie├čen. Bis Mitte Juni soll ein K├Ąufer gefunden werden, doch die Verhandlungen, unter anderem mit dem koreanischen Samsung-Konzern und dem amerikanischen Hersteller "Smith Corona", ziehen sich hin und scheitern schlie├člich.
10.1990 D├╝rr deutet an, "AEG Olympia" mehrheitlich abgeben zu wollen. "Die langj├Ąhrigen Verluste", so der AEG-Chef, "sind durch die ├╝brigen Konzerngesch├Ąftsfelder nicht mehr aufzubringen."
10.10.1990 Anfang Oktober werden die Mobiltelefon-Aktivit├Ąten in der "AEG Mobile Communication GmbH" (AMC) mit Sitz in Ulm zusammengefa├čt.
15.10.1990 Es steht seither fest, da├č der Vorstandsvorsitzende der "Freightliner Corporation" in Portland, Oregon/USA, Ernst Georg St├Âckl, D├╝rrs Nachfolger werden soll. St├Âckl ist ein f├╝r die AEG zwar unbekannter, zugleich jedoch auch unvorbelasteter Manager. Der aus dem s├╝dbadischen Sulzburg stammende Diplomkaufmann hatte mit einer Unterbrechung seit 1971 haupts├Ąchlich im Ausland f├╝r den Daimler-Benz-Konzern gearbeitet. In Laufe seiner Karriere erwarb er sich den Ruf als "kr├Ąftiger Ausputzer und Aufbauer". Zuletzt hatte er die "Freightliner Corporation", die seit 1981 zu Daimler-Benz geh├Ârt, erfolgreich saniert.
19.10.1990 In der AEG-Aufsichtsratssitzung gibt Heinz D├╝rr seinen Wechsel auf den Posten des Vorsitzers der Deutschen Bundesbahn bekannt. Seine Ank├╝ndigung kommt ├╝berraschend. D├╝rr begr├╝ndet seinen Wechsel damit, da├č er einem Wunsch des Bundeskanzlers und des Verkehrsministers folge. D├╝rrs "Meisterst├╝ck" ist es in der Meinung der Presse, "die in die Diversifizierung dr├Ąngende Daimler-Benz AG f├╝r die AEG zu gewinnen"
01.01.1991 bis 01.03.1991 Ernst Georg St├Âckl wechselt von der Mercedes-Tochter Freightliner zur AEG nach Frankfurt. (vergl. 01.01.1992)
1991 Die bei der Daimler-Tochter untergebrachte Dieselmotorensparte kommt zur AEG.
1991-1995 Die AEG kauft neun Firmen, erwirbt 12 Beteiligungen, schlie├čt sieben Kooperationsabkommen, er├Âffnet 12 Fabriken und gibt acht Aktivit├Ąten ab.
1991-1995 AEG macht einen Verlust von 2,1 Milliarden DM und verliert 12 500 Jobs.
1991 Die "AEG Mobile Communication" wird an "Matra Communication" ver├Ąu├čert.
1991 Die "AEG KABEL Aktiengesellschaft" geht an "Alcatel Cable S.A."
1991 Gr├╝ndung der "AEG Hungaria Kft" (AHU) in Budapest (ver├Ąu├čert 1996)
1991 Gr├╝ndung der "AEG Ceskoslovensko spol. s.r.o." in Prag
1991 Die AEG gr├╝ndet die FAEL, Zabkowice bei Breslau (gemeinsam mit der staatlichen polnischen Au├čenhandelsgesellschaft Elektrim, 1995 gemeinsam mit dem Bereich Z├Ąhler ver├Ąu├čert)
1991 Kauf der "Starkstromanlagen Dresden GmbH" (SAD)
1991 Gr├╝ndung der "AEG Leitungs- und Netzbau GmbH" in Potsdam und "AEG Postautomation GmbH", Berlin-Marzahn
1991 Abbau der M-Bahn-Versuchsstrecke in Berlin
13.02.1991 In der Aufsichtsratssitzung gibt Edzard Reuter unmi├čverst├Ąndlich zu verstehen, da├č es "aufgrund der geschilderten Ergebnissituation [notwendig sei], f├╝r die k├╝nftige Gesch├Ąftsausrichtung Priorit├Ąten festzulegen. Die vom Vorstand aufgezeigte Prognose einer Ergebnisverbesserung von rd. 100 Millionen Mark im Jahre 1991 auf dann minus 340 Millionen Mark verdeutliche die Diskrepanz zu der in der urspr├╝nglichen Planung angestrebten Erreichung des Break-Even-Punktes in 1992. Es werde daraus sehr deutlich, wie unausweichlich drastische Ma├čnahmen erforderlich seien". St├Âckl k├╝ndigt an, da├č alle 60 strategischen Gesch├Ąftseinheiten der AEG einer sorgf├Ąltigen Untersuchung unterzogen werden, was unter Umst├Ąnden zu "erheblichen Verschiebungen" f├╝hren k├Ânne.
04.1991 Da nicht absehbar ist, wann die AEG wieder in der Lage sein werde, Gewinne zu erzielen, wird zun├Ąchst der Beherrschungs- und Gewinnabf├╝hrungsvertrag mit Daimler-Benz vorfristig in Kraft gesetzt. Bis dahin mu├čte Daimler-Benz die Verluste der Frankfurter Tochter ausgleichen, ohne diese steuerlich abzugsf├Ąhig gestalten zu k├Ânnen. Nun k├Ânnen die Verluste steuerfrei verrechnet werden.
05.1991 Der Vorstand legt sein Strategiekonzept vor. Es sieht den Ausstieg aus der B├╝rokommunikation vor. Die f├╝nf ├╝brigen Gesch├Ąftsfelder sollen, da aus eigener Kraft nicht ├╝berlebensf├Ąhig, verselbst├Ąndigt werden, um sie entweder in strategische Allianzen einzubringen oder notfalls zu verkaufen.
06.1991 Die franz├Âsische "MATRA Communication S.A." ├╝bernimmt 90 Prozent der Kapitalanteile der "AEG Mobile Communication GmbH" AMC. Im Gegenzug beteiligt sich die AEG mit zehn Prozent an der "Matra Communication", verkauft jedoch kurze Zeit sp├Ąter diesen Anteil.
Sommer 1991 Vertreter von AEG und Siemens nehmen im Sommer Gespr├Ąche zur Schaffung eines Gemeinschaftsunternehmen auf dem Eisenbahn-Sektor auf, in die beide Seiten allerdings nicht mit hohen Erwartungen gehen. Das Unternehmen soll nach Reuters Vorstellungen unter industrieller F├╝hrung von Daimler-Benz stehen.
24.10.1991 Die AEG und die franz├Âsische Alcatel, Paris, schlie├čen eine Grundsatzvereinbarung, der zufolge am Jahresende die "AEG KABEL Aktiengesellschaft", M├Ânchengladbach, einschlie├člich fast aller Tochtergesellschaften von der "Alcatel Cable SA", Clichy/Pans, ├╝bernommen werden soll. Das Kabelsatzgesch├Ąft der "Temic Telefunken Kabelsatz GmbH" bleibt vom Verkauf vorerst ausgenommen.
09.12.1991 Der AEG-Aufschtsrat stimmt dem R├╝ckzug aus der B├╝rotechnik zu, ohne da├č allerdings ein K├Ąufer gefunden war. Trotzdem soll die "AEG Olympia" bis Jahresende 1992 alle Entwicklungs- und Fertigungsaktivit├Ąten einstellen. Die j├Ąhrliche Produktion von Schreibmaschinen, die noch in den sechziger Jahren bei einer Million Ger├Ąte lag, sank zuletzt auf 160.000 St├╝ck. Das Gesch├Ąft, vor allem im Ausland, war vollends eingebrochen.
Ende 1991 In diesem Gesch├Ąftsjahr erzielt die AEG einen Umsatz von 14 Milliarden Mark, was einer Steigerung gegen├╝ber dem Vorjahr von 6,5 Prozent entspricht. Ende des Jahres bel├Ąuft sich der Jahresfehlbetrag aus gew├Âhnlicher Gesch├Ąftst├Ątigkeit einschlie├člich Steuern auf 144 Millionen Mark, davon entfallen allein 140 Millionen Mark auf "AEG Olympia". Au├čerdem gilt die Automatisierungstechnik als Verlusttr├Ąger, verursacht im wesentlichen durch Anlageprojekte. Hinzu kommen Verluste der amerikanischen T├Âchter. Vor allem Modcomp, der Hersteller von Rechnern f├╝r die Industrieautomatisierung, erweist sich schnell als ein Unternehmen ohne Aussicht auf Profitabilit├Ąt.
1991 Die AEG gibt ihre Elektrowerkzeugsparte an den schwedischen Konzern "Atlas Copco" ab, nachdem eine Kooperation mit der Bosch GmbH an kartellrechtlichen Bedenken scheiterte. Auch eine Zusammenarbeit mit der britischen "Black & Decker" kam nicht zustande.
1992 Der Bereich B├╝rotechnik wird geschlossen.
01.01.1992 Die AEG erwirbt zum 1. Januar ihre ehemalige Lokomotivfabrik in Hennigsdorf zur├╝cker und wird somit wieder zum Anbieter kompletter Eisenbahnfahrzeuge.
1992 Bildung des Joint Venture "TEMIC Telefunken Microelektronik GmbH" (TEMIC), Heilbronn, auf dem Bereich der Mikroelektronik (AEG 50%, MBB 50%, ab 1995 51% bei AEG), ├ťbertragung seitens AEG von "Telefunken Electronic GmbH", "TEMIC Telefunken Kabelsatz GmbH", "Siliconix" (80%), "Matra MHS" (50%), "FHP Motors" (50%) und anderen.
1992 Jahres├╝berschu├č vor Ergebnis├╝bernahme: zehn Millionen Mark
05.1992 AEG-Chef St├Âckl spricht vom "Dreisprung in die schwarzen Zahlen" und k├╝ndigt f├╝r das laufende Jahr als Ergebnis eine "Schwarze Null" an. Dieser Begriff wird schnell auch in anderen Bereichen der Wirtschaft verwendet. Tats├Ąchlich gelingt es den Kaufleuten in der Frankfurter AEG-Zentrale, die "Schwarze Null" zu erreichen. Es bedarf allerdings der Aufbietung aller finanziellen Reserven "und damit eines ziemlichen Spagats, um sie im Ergebnis aus gew├Âhnlicher Gesch├Ąftst├Ątigkeit darzustellen". Im operativen Gesch├Ąft betr├Ągt der Verlust n├Ąmlich rund 200 Millionen Mark. Der Wirtschaftsinformationsdienst "Czerwensky intern" nennt das Konzernergebnis "lediglich ein Produkt der ertragreichen Finanzanlagen" und eines Sonderertrags. F├╝r den Konzern ist die "Schwarze Null" jedoch von gro├čer psychologischer Bedeutung, denn St├Âckl kann nun gegen├╝ber der Stuttgarter Zentrale zumindest den festen Willen unterstreichen, ein ausgeglichenes Ergebnis zu liefern.
05.1992 Als Partner f├╝r die Hausger├Ąte-Sparte wird die schwedische "Electrolux AB" gefunden, mit der man schon 1982 Verhandlungen gef├╝hrt hatte und mit der man sich nun auf eine langfristige Zusammenarbeit bei der Herstellung elektrischer Hausger├Ąte verst├Ąndigt. Zu diesem Zweck erwirbt Electrolux f├╝r 80 Millionen Mark eine Beteiligung von zehn Prozent an der "AEG Hausger├Ąte AG". Gleichzeitig beteiligt sich die AEG mit einer zehnprozentigen Wandelanleihe an Electrolux. Der schwedische Konzern erh├Ąlt au├čerdem eine Option auf den Erwerb weiterer zehn Prozent der Anteile zum Preis von 100 Millionen Mark zum 1. Januar 1994 und "entgegen der heutigen strategischen Zielsetzung" ein Vorkaufsrecht auf die restlichen 80 Prozent einschlie├člich aller Wei├če-Ware-Aktivit├Ąt innerhalb der AEG-Auslandsvertriebsgesellschaften und der zeitlich unbegrenzten Nutzung des Markenzeichens AEG f├╝r Hausger├Ąte.
01.07.1992 Die AEG und die "Deutsche Aerospace" (Dasa) gr├╝nden die "Telefunken Microelektronik GmbH" (Temic), in die die AEG die "Telefunken Electronic GmbH", Heilbronn, und mehrere weitere Beteiligungen einbringt. An dem neuen Gemeinschaftsunternehmen, das mit einem Eigenkapital von 600 Millionen Mark ausgestattet ist, sind beide Unternehmen zu je 50 Prozent beteiligt.
Herbst 1992 Es wird der Versuch gemacht, eine Kooperation von AEG mit Siemens im Bahnbereich zustande zu bringen, der anfangs hoffnugnsvoll erscheint.
1993 AEG macht einen Verlust von 1,2 Milliarden DM.
1993 Die "Temic Telefunken Kabelsatz GmbH" wird mit Verlust an ein britisches Unternehmen verkauft. - 1994 meldet es Konkurs an.
1993 Es liegt ein Paket von Strukturma├čnahmen vor, die insgesamt 600 Millionen Mark kosten sollen und ein letzter Versuch sind, aus der AEG ein profitables Unternehmen zu machen. Das Konzept umfa├čt f├╝nf Schwerpunkte: ein Standortkonzept f├╝r Berlin, ein "Motorenkonzept" zur Bereinigung der Strukturprobleme bei der Motorenfertigung, ein Konzept f├╝r die Fertigung von Antrieben ("Drives"), eine Neuorganisation des Vertriebs und die Verkleinerung der Konzernzentrale. Im Komponentenbereich sollen der Fachbereich Niederspannungsschaltger├Ąte (Standorte: Neum├╝nster, Hameln und Kiel, 1.800 Mitarbeiter, Umsatz 1994: etwa 320 Millionen Mark) an das Gemeinschaftsunternehmen "Power Controls B.V.", Amsterdam, der amerikanischen "General Electric" und der britischen GEC verkauft werden. Auch ist vorgesehen, die Z├Ąhlerfertigung an die GEC zu ver├Ąu├čern. Mit den Erl├Âsen soll eine Minderheitsbeteiligung an "Power Controls" erworben werden. Da sich GE und GEC jedoch nicht auf dieses Konzept einigen k├Ânnen, verkauft die AEG die Z├Ąhlerfertigung an die New Yorker "Schlumberger Limited". Die Fertigung von Ger├Ąten zur Energieeinsparung mit Sitz in Hameln geht an die "F. Kromschr├Âder AG" aus Osnabr├╝ck.
1993 Die AEG-Gasturbinenfertigung geht an "GEC Alsthom"
1993 Ver├Ąu├čerung "AEG Isolier- und Kunststoff GmbH"
03.1993 Der Versuch gemacht, eine Kooperation von AEG mit Siemens im Bahnbereich mu├č abgebrochen werden, nachdem das Bundeskartellamt Bedenken angemeldet hat.
Mitte M├Ąrz 1993 Die D├╝sseldorfer "Kiepe Elektrik GmbH", einen Ausr├╝ster von Stra├čenbahnen und Hersteller von Komponenten f├╝r die Bahnstromversorgung, wird durch die AEG Mitte M├Ąrz von "GEC Alstom" ├╝bernommen.
Herbst 1993 Die Umstrukturierung des AEG-Konzerns im Herbst wertet die Bahnsparte zum vorrangigen Unternehmenszweck auf. Der Bereich befindet sich einerseits noch im Aufbau, gleichzeitig ergibt sich erheblicher Sanierungsbedarf. Die Bahnsysteme der AEG leiden, obwohl dem gesamten Gesch├Ąft mittelfristig gute Perspektiven einger├Ąumt werden, wie die gesamte deutsche Bahnindustrie unter erheblichen ├ťberkapazit├Ąten. Diese sind unter anderem durch die Reform der Deutschen Bundesbahn verursacht worden, die de facto zu einem mehrj├Ąhrigen Beschaffungsstopp f├╝hrt.
10.1993 Es werden Pl├Ąne ├╝ber einen v├Âlligen Umbau und damit das Ende der AEG in ihrer bisherigen Struktur bekannt. Die AEG solle nur noch als Holding "im wesentlichen f├╝r die Aufgaben Steuerung, Koordinierung und Kontrolle der Gesch├Ąftspolitik sowie der Personal- und Sozialpolitik" der Unternehmensbereiche zust├Ąndig sein. Nach Bekanntwerden dieser Pl├Ąne ist man im Konzern eilig bem├╝ht, die aufsch├Ąumenden Emotionen zu gl├Ątten.
10.1993 AEG-Chef St├Âckl stellt dem Aufsichtsrat des Konzerns tiefgreifende Strukturma├čnahmen vor und meint, diese w├╝rden zu "einer fundamentalen St├Ąrkung der Position dieses Unternehmens im Daimler-Benz Konzern f├╝hren, allerdings mit einer etwas anderen Schwerpunktsetzung, als es dem Traditionsverst├Ąndnis der AEG entspreche". Der gravierendste Eingriff in dieses Traditionsverst├Ąndnis ist zweifellos der Verkauf der Hausger├Ątesparte, der schon seit Jahrzehnten immer wieder in Erw├Ągung gezogen wurde, vor dessen Vollzug man jedoch wegen der nur schwer absehbaren Folgen zur├╝ckschreckte. Denn die Markenidentit├Ąt der AEG bezieht sich inzwischen haupts├Ąchlich auf das Hausger├Ątegesch├Ąft, obwohl die AEG nach ihrem eigenen Verst├Ąndnis in erster Linie ein Ausr├╝ster von Kraftwerken, von Energie├╝bertragungsanlagen, Lokomotiven etc. ist.
27.10.1993 Edzard Reuter dementiert in einem Rundfunkinterview ein m├Âgliches Ende der AEG, deutete allerdings zugleich weitreichende Ver├Ąnderungen an, die unter anderem in einem Namenszusatz ihren Niederschlag finden w├╝rden: "Deswegen werden wir wahrscheinlich den Namen AEG erg├Ąnzen durch eine Unterzeile, in der klar wird, welches die Rolle der AEG im Konzern in Zukunft sein soll."
09.11.1993 Es wird f├╝r den Bahnbereich ein Strukturkonzept best├Ątigt, das die Aufgabe der Fabrik an der Berliner Nonnendammallee vorsieht, mit deren Errichtung erst 1983, also w├Ąhrend des Vergleichs, mit Unterst├╝tzung des Berliner Senats begonnen worden wurde und die nun nach Hennigsdorf verlegt werden soll, woraufhin die Berliner Landesregierung ihre finanzielle Unterst├╝tzung zur├╝ckverlangt. Insgesamt will man bei der AEG im Bahnbereich 1.500 Arbeitspl├Ątze abbauen. Da die Kooperation mit der tschechischen CKD nicht zustande kommt, werden schlie├člich nur 1400 Stellen gestrichen.
12.1993 Die AEG wird neu ausgerichtet. Die Hausger├Ąte gehen an Electrolux.
08.12.1993 Der Aufsichtsrat verabschiedet die Neuausrichtung der AEG innerhalb des Daimler-Benz-Konzerns: Das Unternehmen umfa├čt nach eigenem Verst├Ąndnis nunmehr jene "Gesch├Ąftsaktivit├Ąten, die zum verkehrstechnischen Stammgesch├Ąft des Technologiekonzerns Daimler-Benz die schienengebundenen Produkte und Systeme beisteuern". Au├čerdem solle es "den f├╝r alle Konzernteile wichtigen Technologiezugriff in der Mikroelektronik" sichern sowie "industrielle Konzernaufgaben wahrnehmen], die nicht im engeren Sinne zum Automobilbereich oder zur Luft- und Raumfahrt geh├Âren, sowie diejenigen, die aus dem eigenen technischen Stammgesch├Ąft hervorgegangen sind". Im einzelnen ist die strukturelle Neuausrichtung mit der ├ťbernahme der Mehrheit und damit der industriellen F├╝hrung bei der Temic (Erh├Âhung des AEG-Anteils von 50 auf 51 Prozent), der Zuordnung der MTU Friedrichshafen (bisher bei der Dasa), dem Verkauf der Hausger├Ąte an Electrolux und der Abgabe des Lichttechnik- und Z├Ąhlergesch├Ąfts verbunden.
Ende 1993 Electrolux erwirbt Ende des Jahres - wie vereinbart - weitere zehn Prozent an der AEG Hausger├Ąte AG.
1994 AEG bleibt in der Verlustzone
1994 AEG erreicht 1994 einen Umsatz von zehn Milliarden DM.
1994 Daimler m├Âchte einen letzten Versuch mit AEG wagen.
1994 Die Lichttechnik und das Z├Ąhlergesch├Ąft werden abgesto├čen.
1994 Jahresfehlbetrag vor Ergebnis├╝bernahme: 357 Millionen Mark
Anfang 1994 Anfang des Jahres werden die Z├Ąhlerfabrik in Hameln und das Werk f├╝r Lichttechnik in Springe ausgegr├╝ndet und zum Kauf angeboten. W├Ąhrend ├╝ber Hameln mit der britischen GEC verhandelt wird, sucht man f├╝r das Zweigwerk in Springe einen anderen Interessenten.
1994 Vorstellung des Lokomotivprototyps "12X". Damit kann die AEG nachweisen, da├č sie hinsichtlich der technologischen Kompetenz gegen├╝ber der Konkurrenz aufgeholt hat, die wirtschaftliche Lage ver├Ąndert sich allerdings nicht. Um wenigstens Marktanteile zu halten und Arbeitspl├Ątze zu sichern, nimmt die AEG Auftr├Ąge herein, die nicht rentabel abgewickelt werden k├Ânnen und das Ergebnis des Bereichs lange Zeit belasten werden.
1994 Auftrag der Deutschen Bahn AG zum Bau von 80 Lokomotiven und die Option ├╝ber weitere 400 Fahrzeuge der Baureihe 145 sowie der Auftrag zum Bau von Neigetechnik-Triebz├╝gen (Baureihe 611). - Sie werden ohne die bis dahin ├╝bliche langj├Ąhrige technische Erprobung in Serie gefertigt und f├╝hren im Bahnbetrieb f├╝r Pannen.
1994 Erwerb der restlichen 74%-Anteile an "ElectroCom Automation Inc.", Arlington, Texas,
1994 Ausgr├╝ndung des Gesch├Ąfts Niederspannung in "AEG Niederspannungstechnik GmbH"
03.1994 AEG will laut Ernst Georg St├Âckl eine f├╝hrende Rolle im Konzern ├╝bernehmen.
04.1994 Der AEG wird die Ende 1993 beschlossene neue Identit├Ąt verpa├čt, und sie nennt sich nun offiziell "AEG Daimler-Benz Industrie". Die Einf├╝hrung des neuen Signets ist Ausdruck des Bem├╝hens, sich von den Hausger├Ąten als bisherigem Markentr├Ąger zu distanzieren. In einer aufwendigen Werbekampagne (Slogan "Zukunft beginnt t├Ąglich") wird versucht, das neue Erscheinungsbild und das neue Selbstverst├Ąndnis im Bewu├čtsein einer breiten ├ľffentlichkeit zu verankern.
04.1994 Die AEG und die franz├Âsische "Groupe Schneider" beschlie├čen mit Wirkung vom 1. Januar des folgenden Jahres ihre Arbeitsbereiche auf dem Gebiet Steuerungs- und Regelungstechnik zusammenzulegen (AEG Schneider Automation). Verhandlungen mit Schneider ├╝ber ein Gemeinschaftsunternehmen in der Energietechnik scheitern jedoch.
04.1994 Die AEG und die Bremer "Atlas Elektronik GmbH" legen ihr Gesch├Ąft auf den Arbeitsgebieten Schutz- und Netzleittechnik in der "AEG Atlas Schutz-und Leittechnik GmbH" zusammen. Das Unternehmen wird von der AEG, die 75 Prozent der Anteile h├Ąlt, industriell gef├╝hrt.
Anfang Mai 1994 Anfang Mai unterzeichnen die AEG und die niederl├Ąndische "Philips Lighting" eine Absichtserkl├Ąrung ├╝ber den Erwerb der Lichttechnik durch Philips.
04.05.1994 Die Verhandlungen zur vollst├Ąndigen Abgabe Der "AEG Hausger├Ąte AG" an "Electrolux AB" werden abgeschlossen. Insgesamt entrichtet der schwedische Konzern einen hohen Betrag, n├Ąmlich 730 Millionen Mark, zahlbar in drei Raten innerhalb von 18 Monaten nach dem Kauf, und ├╝bernimmt au├čerdem s├Ąmtliche Finanzschulden.
Anfang Juli 1994 Anfang Juli gehen s├Ąmtliche noch in Besitz der AEG befindlichen Aktivit├Ąten der ehemaligen AEG Olympia an die ELITE-Gruppe aus Hongkong. Hierzu z├Ąhlen das in 120 L├Ąndern pr├Ąsente Vertriebsnetz, eine Schreibmaschinenfabrik in Mexiko und 17 ausl├Ąndische Tochtergesellschaften der "AEG Olympia". Alles in allem wechselt ein Unternehmen mit 450 Millionen Mark Umsatz, in dem 2.200 Menschen arbeiteten, den Eigent├╝mer. Die "AEG Olympia Office GmbH" bleibt weiter bestehen, befa├čt sich aber nur noch mit der Vermarktung eines Gewerbeparks, der auf dem Wilhelmshavener Olympia-Grundst├╝ck eingerichtet wird. - Alles in allem mu├čte die AEG f├╝r die B├╝rokommunikation seit 1983 ├╝ber zwei Milliarden Mark aufbringen. Allein die Schlie├čung kostete 948 Millionen Mark.
01.10.1994 Nachdem im Juni 1994 die europ├Ąischen Kartellbeh├Ârden zugestimmt haben, wird die "AEG Hausger├Ąte AG" in den Electrolux-Konzern integriert, der auch ohne zeitliche Begrenzung das Markenzeichen ├╝bernimmt.
06.10.1994 Start der Pilotfertigung f├╝r eine neue Hochleistungsbatterie (Natrium-Nickel-Chlorid-Batterie)
12.1994 Die AEG ver├Ąu├čert den Bereich Heizungsregelungssysteme der "AEG Z├Ąhler GmbH" an die "G. Kromschr├Âder AG" in Osnabr├╝ck.
Mitte Dez. 1994 Ein kurzer Bericht in der "Wirtschaftswoche" mit dem Titel "Aus f├╝r die AEG" Mitte Dezember sorgt in der Zentrale des Unternehmens f├╝r erhebliches Aufsehen. Darin hie├č es, der designierte Daimler-Benz-Chef, J├╝rgen Schrempp, beabsichtige, den Technologiekonzern zum integrierten Verkehrskonzern umzubauen. In dieses Konzept, so die "Wirtschaftswoche", passe die AEG nicht mehr hinein. Nur die Bereiche Bahnsysteme und Mikroelektronik blieben erhalten und w├╝rden direkt an die Konzernzentrale angeh├Ąngt. Die MTU Friedrichshafen, die ohnehin von der AEG ohne Kapitalbeteiligung nur gef├╝hrt wurde, sollte zu Mercedes-Benz gehen. Der Rest der AEG werde aufgel├Âst, die noch freien Aktion├Ąre ausbezahlt.
Ende 1994 Kare Vagner, Vorstandsmitglied f├╝r den Bahnbereich bei ABB, l├Ądt Ende des Jahres AEG-Chef St├Âckl zu einem Treffen am Z├╝richer Flughafen ein. Dort er├Âffnet der d├Ąnische Manager dem Vertreter der AEG, da├č auch f├╝r ABB eine Fortsetzung der Bahnaktivit├Ąten ausschlie├člich in eigener Regie zu riskant erscheine und man deshalb M├Âglichkeiten einer Kooperation oder Fusion mit dem entsprechenden Gesch├Ąftszweig der AEG ausloten wolle. Anfang 1995 werden direkte Verhandlungen aufgenommen.
1994 Am Jahresende liegt der Umsatz um 3,4 Prozent unter dem Vorjahreswert. Der Verlust im operativen Gesch├Ąft bel├Ąuft sich auf 500 Millionen Mark, verursacht im wesentlichen durch eine geringe Auslastung der Fabriken, Preisverfall und h├Âhere R├╝ckstellungen. Erneut offenbart sich das Dilemma der AEG: ein zu geringer Marktanteil, ein zu geringer Fertigungsanteil im Ausland, fehlende Vertriebsrepr├Ąsentanz und technischer R├╝ckstand. Der Verlust kann gegen├╝ber 1992 nur deshalb klein gehalten werden, weil der Strukturaufwand geringer ausfiel und bedeutende Aktivit├Ąten verkauft wurden. So erbrachte die Abgabe des Hausger├Ątegeschafts sowie die Ver├Ąu├čerung weiterer Gesch├Ąftsfelder einen Gewinn von 300 Millionen Mark.
1995 Es fallen 1995 1500 Stellen weg.
1995 Es wird f├╝r 1995 ein Anstieg des Umsatzes auf zw├Âlf bis 13 Milliarden DM erwartet.
1995 Es wird ein Verlust von 1,3 Milliarden DM verzeichnet.
1995 AEG bleibt in der Verlustzone.
1995 Der Konzern erleidet einen Verlust von 2,256 Milliarden Mark, wovon allein 1,5 Milliarden Mark auf Strukturma├čnahmen entfallen. Als Umsatzziel waren f├╝r die AEG 14,5 Milliarden Mark vorgesehen, von dem die Industrieautomatisierung vier Milliarden Mark, die Bahnsysteme 2,5 Milliarden Mark, die Hausger├Ąte und die Energietechnik jeweils drei Milliarden Mark und die Mikroelektronik vier Milliarden Mark beitragen sollten.
01.01.1995 Aufteilung des Tochterunternehmens "Schorch GmbH" in die "Schorch Elektnsche Maschinen und Antriebe GmbH" und in die "AEG Schorch Transformatoren GmbH" zum 1. Januar.
01.01.1995 Ver├Ąu├čerung der "AEG Z├Ąhler GmbH" an die New Yorker "Schlumberger Limited" zum 1. Januar 1995
16.01.1995 Die AEG und die "Cegelec S.A.", der Unternehmensbereich Industrieanlagen von Alcatel Alsthom, unterzeichnen einen Vertrag zur Gr├╝ndung eines Gemeinschaftsunternehmens f├╝r antriebsorientierte Automatisierungstechnik ("Cegelec AEG Drive Systems GmbH"), an dem die Franzosen einem Anteil von 51 Prozent und damit die F├╝hrung ├╝bernehmen.
01.02.1995 bis 31.03.1995 St├Âckl berichtet ├╝ber etliche lukrative Auftr├Ąge.
26.03.1995 Ank├╝ndigung durch Chefs von Daimler-Benz und ABB, Edzard Reuter und Percy Barnevik, da├č das Bahngesch├Ąft beider Konzerne in einem Unternehmen zusammengelegt werden solle. Betroffen sind davon der gesamte AEG-Schienenfahrzeugbereich (1,5 Milliarden Mark Umsatz) und die "ABB Henschel AG" (2,7 Milliarden Mark Umsatz). Daimler-Benz zahlt, da der AEG-Bereich wesentlich kleiner ist, an ABB einen Ausgleich von 900 Millionen US-Dollar. Ferner vereinbaren Daimler-Benz und ABB, das Gemeinschaftsunternehmen nach dem "arms-length-Prinzip" f├╝hren zu lassen, so da├č keiner der Partner die F├╝hrung ├╝bernehmen kann. Damit wird die Bahntechnik, die erst ein Jahr zuvor zum eigentlichen Unternehmenszweck der AEG erkl├Ąrt worden war, nicht mehr operativ gef├╝hrt. - Vor dem AEG-Aufsichtsrat begr├╝ndet St├Âckl den Schritt zur Gr├╝ndung von ADtranz mit der angespannten Situation auf dem Bahnmarkt: Danach sei die Situation durch einen drastischen Preisverfall, einem "traumatischen" Anstieg der Kapazit├Ąten in der deutschen Bahnindustrie seit der Wiedervereinigung sowie durch die Deregulierung des Marktes gekennzeichnet. Die AEG habe, so St├Âckl, vor der Alternative gestanden, entweder aus dem Bahngesch├Ąft ganz auszusteigen oder sich auf die Herstellung von Fahrzeugen des Nahverkehrs (z.B. Stra├čenbahnen) zu beschr├Ąnken. Zum selbst├Ąndigen Ausbau des Gesch├Ąftsfeldes reiche die Kraft nicht aus. Keiner der sonstigen Bahnhersteller sei bereit gewesen, seinen Anteil zugunsten der AEG zu verkaufen.
24.05.1995 Daimler-Benz-Chef tritt sein Amt an. Die f├╝nfunddrei├čig Gesch├Ąftsfelder werden ├╝berpr├╝ft; die ├ťberlebenschance der AEG Daimler-Benz Industrie AG ist gering
09.08.1995 Nachdem im Sommer keine Entscheidungen gefallen waren, wendet sich der Gesamtbetriebsrat des AEG-Konzerns in einem besorgten Brief an den neuen Daimler-Benz-Chef Schrempp und setzt sich darin f├╝r einen Erhalt der AEG in ihrer tradierten Struktur ("AEG Classic") ein.
Anfang Sept. 1995 In Schrempps Antwort auf den Brief vom Gesamtbetriebsrat vom Vormonat macht der Chef der Daimler-Benz das ├ťberleben des Elektrokonzerns von dessen k├╝nftiger Rendite anh├Ąngig.
Ende Sept. 1995 St├Âckl in einer Rede vor dem Vorstand und Gesamtbetriebsrat teilt Schrempp mit: "Wegen der gesamtstrategischen Ausrichtung des Daimler-Benz-Konzerns sind unsere Gesch├Ąftsbereiche Anlagen und Automatisierungstechnik sowie Energieverteilung nicht mehr als Kerngesch├Ąftsfelder des Konzerns eingestuft." Lediglich die Temic die MTU und das im Aufbau befindliche Gemeinschaftsunternehmen auf dem Gebiet der Bahntechnik werden noch zu den Kerngesch├Ąftsfeldern der AEG gez├Ąhlt.
10.1995 Die Europ├Ąische Kommission stimmt der geplanten Fusion von "ABB Henschel" und der AEG-Schienenfahrzeugsparte mit der Auflage zu, da├č die zum AEG-Gesch├Ąftsfeld Bahnsysteme z├Ąhlende "Kiepe Elektrik GmbH" ver├Ąu├čert werden m├╝sse.
1. Oktoberh├Ąlfte 1995 In der ersten Oktoberh├Ąlfte verdichten sich dann Ger├╝chte ├╝ber eine direkte Anbindung der AEG an Daimler-Benz.
20.10.1995 Der AEG-Vorstand stellt w├Ąhrend einer Strategieklausur fest, da├č die AEG ohne umfangreiche Investitionen oder die Hereinnahme von Partnern keine stabilen Ertr├Ąge erwirtschaften k├Ânne.
23.10.1995 Vorstandschef Schrempp teilt vor den Aufsichtsr├Ąten von Daimler-Benz mit, da├č von den AEG-Gesch├Ąftsfeldern Energie- und Automatisierungstechnik keine soliden Kapitalrenditen zu erwarten seien.
31.10.1995 Verkauf der Industrieautomatisierung und der Energietechnik.
08.11.1995 Der Aufsichtsrat des Daimler-Benz-Konzerns tagt. Noch ist nicht eindeutig bestimmt, wie die Restaktivt├Ąten der AEG verwaltet werden sollen. Man geht aber davon aus, da├č es eines Konzern├╝berbaus k├╝nftig nicht mehr bed├╝rfe.
09.11.1995 St├Âckl informiert seine Vorstandskollegen in Frankfurt vom Verlauf der Daimler-Benz-Aufsichtsratssitzung und best├Ątigt deren grundlegende Bedeutung f├╝r das weitere Schicksal der AEG. Die Aufl├Âsung des Konzern├╝berbaus, also der Konzernzentrale, sei, so St├Âckl, allerdings nur als "Szenario" diskutiert worden. Zugleich pr├Ąsentiert der AEG-Chef den Fahrplan zur Durchf├╝hrung eines ganzen Pakets an Strukturma├čnahmen, die er gemeinsam mit zwei Vorstandsmitgliedern hatte ausarbeiten lassen. Zun├Ąchst wird ein Ablaufplan ("Masterplan") vorgestellt, mit dem Ziel, die Strukturma├čnahmen "insbesondere bez├╝glich der freien Aktion├Ąre und der Pension├Ąre" abzusichern. Hierzu soll ein Team ausgew├Ąhlter Mitarbeiter und externer Berater gebildet werden. Diesem ├╝bergeordnet sind jeweils die Vorstandsvorsitzenden der AEG und der Daimler-Benz AG sowie ein sogenannter Lenkungskreis, der sich aus Mitgliedern des Daimler-Benz-Vorstands zusammensetzt.
19.12.1995 Nach einer Sitzung des Wirtschaftsausschusses, l├Ą├čt die Konzernf├╝hrung verlauten, da├č die weltweit t├Ątigen Bereiche Energietechnik mit 9.000 Mitarbeitern und zwei Milliarden Mark Umsatz sowie Automatisierungstechnik mit 6.000 Besch├Ąftigten und 1,5 Milliarden Mark Umsatz mit wirtschaftlicher Wirkung vom 1. Januar des folgenden Jahres verkauft werden sollen. - Die Verkaufsverhandlungen ziehen sich bis Ende 1996 hin. Die Energietechnik wird an "GEC Alsthom" ver├Ąu├čert, die Automatisierungstechnik geht an Cegelec, die bereits 1995 den Bereich antriebsorientierte Automatisierungstechnik erworben hatte.
1996 AEG erreicht 1996 die Gewinnzone.
1996 Die Bereiche Bahnsysteme mit ABB, Mikroelektronik, Dieselantriebe und Energietechnik werden 1996 positiv abschlie├čen.
1996 Die sterblichen ├ťberreste in Form des Werksmuseums und des Archivs zur Firmengeschichte werden dem Museum f├╝r Verkehr und Technik in Berlin ├╝bergeben.
01.01.1996 "Mit wirtschaftlicher Wirkung" gehen die beiden Kernbereiche Energieverteilung mit 9 000 sowie die Anlagen- und Automatisierungstechnik mit 6 000 Besch├Ąftigten in das Reich des franz├Âsischen Gro├čkonzerns Alcatel Alsthom ├╝ber.
1996 Die Frankfurter AEG-Zentrale mit 700 Besch├Ąftigten wird geschlossen.
01.01.1996 bis 30.04.1996 AEG steigert den Umsatz um 23 Prozent auf 2,2 Milliarden DM.
01.01.1996 Ausgr├╝ndung des Gesch├Ąfts Energietechnik in die "AEG Energietechnik GmbH" und Ver├Ąu├čerung des weltweiten Gesch├Ąfts AEG Energietechnik an "GEC Alsthom", Paris. Hierbei u.a. Ver├Ąu├čerung der Anteile an AEG Sachsenwerk, AEG Schorch Transformatoren, AEG Starkstromanlagen Dresden (SAD), E.I.B, AEG ETI. Alcatel ├╝bernimmt die Sparten Energietechnik und Industrieautomatisierung der AEG.
01.01.1996 Alle operativen Bereiche werden in 20 selbstst├Ąndige Einheiten ausgegr├╝ndet.
1996 St├Âckl k├╝ndigt eine Ertragswende an.
1996 Die AEG-Bereiche Energietechnik und Industrieautomatisierung werden an GEC Alsthom und Cegelec S.A. ver├Ąu├čert.
1996 Abgabe der "AEG Niederspannungstechnik GmbH" an "General Electric Co."
1996 Ver├Ąu├čerung von "AEG Elotherm GmbH", "Elektro-Mechanik GmbH", "Lloyd Dynamowerke GmbH", "AEG Sensorsysteme GmbH" (vormals "Internationale Flugger├Ąte und Motoren GmbH"), "Schorch Elektrische Maschinen und Antriebe GmbH", "AEG Fabrica de Motores S.A." (Spanien) u.a. an die "Elexis Elektroholding AG"
1996 Ver├Ąu├čerung des 50%-Anteils an den "JV Kleinmotoren" (FHP Motors GmbH) an Electrolux
1996 Ver├Ąu├čerung des 50%-Anteils am Joint Venture EUPEC von der AEG an Siemens
1996 Ver├Ąu├čerung des Gesch├Ąfts der "Modular Computer Systems Inc." (MODCOMP), USA
1996 Ver├Ąu├čerung des 50%-Anteils am Joint Venture "AEG Schneider Automation" an Schneider, Paris
1996 Ver├Ąu├čerung der 49%-Anteile an Cegelec AEG SAS
01.01.1996 Ausgr├╝ndung des Gesch├Ąfts in die "AEG Automatisierungstechnik GmbH", Frankfurt am Main, und Ver├Ąu├čerung des weltweiten Gesch├Ąfts (AAT) an Cegelec, Paris
17.01.1996 Pl├Ąne zur Aufl├Âsung der Zentrale der AEG in Frankfurt
17.01.1996 Beschlu├č: die Bereiche Mikroelektonik, Bahnsysteme, Postautomatisierung, werden Daimler-Benz unterstellt
17.01.1996 Beschlu├č: die Bereiche Anlagen- und Atuomatisierungstechnik .. werden in GmbHs umgewandelt
17.01.1996 Der AEG-Aufsichtsrat beschlie├čt die Verschmelzung der AEG auf die Daimler-Benz AG, was dem Ende des Elektro-Konzerns gleichkommt. Zwar widersprechen die Arbeitnehmervertreter den Aufl├Âsungspl├Ąnen, doch macht Aufsichtsratschef Schrempp von seinem Doppelstimmrecht Gebrauch. Es folgt die gesch├Ąftsm├Ą├čige Abwicklung eines Konzerns. Das im Daimler-Benz-Konzern im Dezember 1995 eingerichtete "Steering Comittee" beaufsichtigt die ordnungsgem├Ą├če Abwicklung des Konzerns. Die eigentliche Abwicklung ist ein ├Ąu├čerst umf├Ąngliches und kompliziertes Vorhaben, in dessen Verlauf zun├Ąchst nahezu das gesamte Verm├Âgen der AEG auf eine Tochtergesellschaft, die EHG Elektroholding GmbH (EHG), ├╝bertragen und anschlie├čend die AEG auf die Daimler-Benz AG verschmolzen wird. Diese Aufgabe blibt einer Gruppe von Experten beider Konzerne vorbehalten. Durch die ├ťbertragung fast s├Ąmtlicher Verm├Âgenswerte beschr├Ąnkte sich die AEG "im wesentlichen auf die Funktion einer Holding", die auf die Muttergesellschaft verschmolzen werden soll. F├╝r die freien Aktion├Ąre der AEG wird im Zuge der anstehenden Verschmelzung ein Umtauschverh├Ąltnis von 7: l f├╝r den Aktientausch festgelegt. Allerdings bleibt das alte, aus dem Beherrschungs- und Gewinnabf├╝hrungsvertrag bestehende Verh├Ąltnis von 5: l bis zum Zeitpunkt der Verschmelzung bestehen.
06.03.1996 Eine ├╝berraschend ruhig verlaufene au├čerordentliche Hauptversammlung stimmt in Berlin der Ausgr├╝ndung der Kernbereiche Energietechnik sowie Anlagen- und Automatisierungstechnik zu. Die ausgegr├╝ndeten Gesch├Ąftsbereiche brauchen die AEG als Holding nicht mehr.
07.03.1996 Die AEG AG ist jetzt eine reine Holding mit alleinigen Sitz in Frankfurt/Main.
Anfang Juni 1996 Bis Anfang Juni erh├Âht sich der Daimler-Benz-Anteil an der AEG durch Aktientausch auf ├╝ber 97 Prozent.
05.06.1996 Mit der Hauptversammlung endte AEG. Auf der Tagesordnung steht die Verschmelzung der AEG mit der Mutter "Daimler-Benz". Dieser Vorgang wird r├╝ckwirkend zum 1. Januar mit der Eintragung in das Stuttgarter Handelsregister rechtsg├╝ltig. Es folgt ein Spaltungs- und ├ťbernahmevertrag der "AEG AG" und ihrer Tochter "EHG Elektroholdung GmbH"; durch den Vertrag werden Verm├Âgen, Verbindlichkeiten, Schulden, Vertr├Ąge, Rechtsverh├Ąltnisse der AEG zum 1. Januar auf die Zwischenholding ├╝bertragen. Die EHG bleibt als Teil des Daimler-Benz-Konzerns zwar bestehen, h├Ąlt aber nur noch Marken und Schutzrechte der einstigen AEG. Au├čerdem verwaltet sie die R├╝ckstellungen, die f├╝r die rund 45.000 Pensionsberechtigten der AEG bebildet wurden. Ende 1996 sollen in der ehemaligen Konzernzentrale in Frankfurt die Lichter ausgehen.
06.06.1996 Letzte Hauptversammlung der AEG in Berlin. Sie best├Ątigt die Verschmelzung des Konzerns auf Daimler-Benz
Mitte Sept. 1996 Eintragung der Verschmelzung mit Daimler-Benz in das Handelsregister.
20.09.1996 F├╝r die Muttergesellschaft Daimler Benz ist das Kapitel AEG mit der Eintragung der Verschmelzung im Handelsregister Stuttgart abgeschlossen.
1996 Bis Ende des Jahres ver├Ąu├čert die "EHG Elektroholding GmbH" den 50-Prozent-Anteil an Adtranz und den 51-Prozent-Anteil an der Temic an die Muttergesellschaft.
1997 Die Postautomatisierung der AEG ("AEG Electrocom GmbH", "AEG Postautomation GmbH" und "ElectroCom Automation Inc.") wird direkt an die Siemens AG verkauft.
Anfang Apr. 1997 Die "Siemens AG" ├╝bernimmt die "AEG-Electrocom" von Daimler-Benz und ordnet sie ihrem Gesch├Ąftsfeld Automatisierungstechnik in N├╝rnberg zu
14.03.2007 Der letzte Geschirrsp├╝ler l├Ąuft im Electrolux-Werk Muggendorf vom Band. Damit geht die AEG-Hausger├Ątefertigung zu Ende, und die Produktionsanlagen werden anschlie├čend abgebaut.
01.08.2010 Die "AEG Hausger├Ąte GmbH" in Rothenburg ob der Tauber wird in "Electrolux Rothenburg GmbH Factory & Development" umbenannt. Grund f├╝r die Umbenennung ist die Verschmelzung der "AEG Hausger├Ąte GmbH" und der "Electrolux Immobilien GmbH am 1. August, r├╝ckwirkend zum 1. Januar. Damit wird das Werk vom Mieter zum Eigent├╝mer der Liegenschaften in Rothenburg. Die Marke AEG dagegen bleibt.




Produkte

Produkt ab Bem. bis Bem. Kommentar
Bogenlampen 1907 AEG-Apparate (1907) 1907 AEG-Apparate (1907) Triplexlampen, Wechselstrom-Diferentialbogenlampen ...
Dampfmaschinen 1887 Beginn nach dem Kauf der Wedding'schen Mf 1896 [AEG: Elektr. Kraft├╝bertragung (1896) 29] Nur Versuchsproduktion (mit Bajonettrahmen und stehende mit gemeinsamem Gu├č-Gestell f├╝r Dampfmaschine und Gleichstromgenerator). Lt. [Unsere AEG (1952) 12]: ab 1898.
Dampfturbinen   [VDI 53(1909)648+699]   [VDI 53(1909)648+699] Turbinenfabrik
elektrische Maschinen   Erste Erw├Ąhnung   Letzte Erw├Ąhnung  
elektrischer Teil von Elloks 1889 Beginn 1993 bekannt  
Elektroger├Ąte          
Fernmeldeanlagen          
Fernmeldekabel 1940 [Dt. Elektro-Adre├čbuch (1940) 204] 1940    
Fernmelderelais 1940 [Dt. Elektro-Adre├čbuch (1940) 206] 1940 [Dt. Elektro-Adre├čbuch (1940) 206]  
Fernmeldeschn├╝re 1937 [Bezugsquellennachw dt Elektr-Ind (1937) 172] 1940 [Dt. Elektro-Adre├čbuch (1940) 207]  
Gl├╝hlampen 1892 [Adressb Elektr.-Branche (1892)] 1913 Nitra-Lampe (um 1913)  
Gl├╝hlampenfassungen 1907 AEG-Apparate (1907) 1907 AEG-Apparate (1907)  
Hebelschalter 1907 AEG-Apparate (1907) 1907 AEG-Apparate (1907) Triplexlampen, Wechselstrom-Diferentialbogenlampen ...
Klingelschn├╝re 1937 [Bezugsquellennachw dt Elektr-Ind (1937) 172] 1937 [Bezugsquellennachw dt Elektr-Ind (1937) 172]  
mechanische Stellwerke         ├ähnlich J├╝del, l├Ąngere, d├╝nnere Fahrstra├čenhebel, anderes Verschlu├čregister, Hebel-Stellweg kleiner als 180┬░
Morseapparate 1930 [Seibt: Bezugsquellennachweis ca. 1930) 394] 1930 [Seibt: Bezugsquellennachweis ca. 1930) 394]  
Quarzlampen 1907 AEG-Apparate (1907) 1907 AEG-Apparate (1907)  
Radios 1924 Neurodyn-Empf├Ąnger 1984 ├ťbernahme durch Thomson-Brandt Fabriken: Berlin, Drontheimer Str. und Elektro-Apparate-Fabrik, K├Âppelsdorf (Th├╝r)
Relais 1955 [ABC d dt. Wirtschaft (1955) II/1782] 1955 [ABC d dt. Wirtschaft (1955) II/1782] Im Werk Brunnenstra├če. Unsicher, inwieweit Relais f├╝r Fernmeldetechnik
Rundfunkschn├╝re 1937 [Bezugsquellennachw dt Elektr-Ind (1937) 173] 1937 [Bezugsquellennachw dt Elektr-Ind (1937) 173]  
Rundfunk├╝bertragungsanlagen f├╝r Fernsprechleitungen 1937 [Bezugsquellennachw dt Elektr-Ind (1937) 180] 1937 [Bezugsquellennachw dt Elektr-Ind (1937) 180]  
Schmelzsicherungen 1907 AEG-Apparate (1907) 1907 AEG-Apparate (1907)  
Tr├Ągerfrequenzanlagen f├╝r Fernsprechleitungen 1937 [Bezugsquellennachw dt Elektr-Ind (1937) 180] 1937 [Bezugsquellennachw dt Elektr-Ind (1937) 180]  
Verst├Ąrker f├╝r Fernsprechleitungen 1937 [Bezugsquellennachw dt Elektr-Ind (1937) 180] 1937 [Bezugsquellennachw dt Elektr-Ind (1937) 180]  
Widerstandsdr├Ąhte 1937 [Bezugsquellennachw dt Elektr-Ind (1937) 174] 1937 [Bezugsquellennachw dt Elektr-Ind (1937) 174]  




Betriebene Dampfmaschinen

Bezeichnung Bauzeit Hersteller
Dampfmaschine vor 1917 Ascherslebener Maschinenbau Act.-Ges., vorm W. Schmidt & Co.




Betriebsanlagen

Zeit Betr.-Teil Fl├Ąche bebaut Gleis Whs Betr. in Kommentar
1883 alte Gl├╝hlampenfabrik. Schlegelstr.           1906: Schwei├čmaschinen, Mikanit
1887 Apparatefabrik Ackerstr.           zwischen Acker-, Feld-, Hussiten- und Hermsdorfer Str. 1906: mehr als 6500 Arbeiter. 1905: Ausbau abgeschlossen
1895 Maschinenfabrik Brunnenstr. 80000         1906: 7500 Arbeiter
1897 Kabelwerk Oberspree           1906: 6000 Arbeiter
1901 Turbinenfabrik, Berlichingenstr.           ehemals Werkst├Ątten der Union EG
1905 Gl├╝hlampenfabrik Sickingenstr.            




Personal

Zeit gesamt Arbeiter Angest. Lehrl. Kommentar
1893/94 3400       "Arbeiterschaft" 1893/94
1899/1900 17000       "Arbeiterschaft"
1900/01 14600       "Belegschaft"
1901/02 14800        
1902/03 18300        
1903/04 27500        
1904/05 30400        
1905/06 34000        
1906/07 30700        
1907/08 32000        
1908/09 33000        
1909/10 41700        
1910/11 60800        
1911/12 70200        
1912/13 68700        
1913/14 66000        
1914/15 54000        
1915/16 58200        
1916/17 79300       auch genannt: fast 80.000 (durch R├╝stungsauftr├Ąge)
1917/18 73000        
1918/19 58500        
1919/20 63300        
1920/21 51400        
1922/23 59900        
1923/24 57500        
Ende 1928 65000       bis 1933: 45.500 Arbeiter und Angestellte entlassen
1928/29 60000        
1929/30 55000        
1930/31 46000        
1931/32 27400        
1932/33 24000        
04.1933 24500        
1933/34 37500        
1934/35 42000       Am Ende des Berichtsjahres 1934/35 wieder ann├Ąhernd 42.000 Arbeiter und Angestellte
1935/36 49000        
1936/37 57000        
1937/38 65000        
1939 70000       [75 Jahre]: 70000; [Strunk]: von 1939 bis Ende September 1944 von rund 55000 auf 102000 ... gewachsen
1938/39 72000        
1944 102000       Davon sind 25.680 ausl├Ąndische Zivilarbeiter und Kriegsgefangene. Deren Anteil an der Gesamtbelegschaft liegt damit bei 25,1 Prozent
1945 10000        
1945 9600       oder 1948/49?
1948/49 23900        
1950/51 32600        
1951/52 32000        
1952/53 35100        
1953/54 40600        
1954/55 46800        
1955/56 51500       im G├Ąschaftsjahr 1955/56
1956/57 55400        
1957/58 105000        
1958/59 109000        
1959/60 119200        
1960/61 125000        
1961/62 127000        
1962/63 125400        
1964 128000       [Brockhaus]: 66.600
1965 142000        
1966 138000        
1967 135500        
1968 146400        
1969 164000       in der AEG-Gruppe
1970 178000        
1971 166700        
1972 166000        
1973 175000        
1974 170400        
1975 162000        
1976 162000        
1977 158400        
1978 162600        
1979 154300        
Ende 1970er 136000        
1980 145000        
Ende 1981 123700       im Konzern, weltweit
Ende 1982 92700       im Konzern, weltweit
1983 76600        
Ende M├Ąrz 1983 82200       im Konzern, weltweit
1984 73720        
1985 73170        
1986 76260        
1987 78870        
1988 87078        
1989 76230        
1990 76949        
1991 76338        
1992 60784        
1993 58921        
1994 44800        
1995 49432        
1996 50000        




Firmen-Änderungen, Zusammenschüsse, Teilungen, Beteiligungen


Zeit = 1: Zeitpunkt unbekannt

Zeit Bezug Abfolge andere Firma Kommentar
1910 Nebenwerk danach A.E.G.-Lahmeyerwerke AG  
1918 L├Âsung (Tochter neuer Name) danach Allgemeine Elektricit├Ąts-Gesellschaft, Werk Hennigsdorf Berlin --> Hennigsdorf [Messerschmidt: Dt. Lokomotivfabriken (1977)]
1 Nebenwerk danach Allgemeine Elektricit├Ąts-Gesellschaft, Werk Hennigsdorf AEG <--> Lokfabr. Hennigsdorf
1903 Nebenwerk danach Union Schreibmaschinen-Gesellschaft AEG gr├╝ndet Dt. Werke [Masch-Ind Dt Reich (1939/40) 343]
1 L├Âsung (Tochter neuer Name) danach Kohlenstaubfeuerung GmbH Tochter der AEG (bis 1935)




Allgemeines

ZEIT1943
THEMAOrgane und Kapital der Gesellschaft
TEXTVorstand: Ordentliche Mitglieder: Wirklicher Legationsrat a. D., Dr. phil., Dr. oec. publ. h. c. Hermann B├╝cher, Vorsitzender des Vorstandes, Berlin; Dipl.-Ing. August G├Âtz, stellv. Vorsitzer des Vorstandes ... [unleserlich]; stellv. Mitglieder: Dr.-Ing, Ernst Hanauser, Berlin, Dr.-Ing. Hans Heyne, Berlin; Dipl.-Ing. Herbert Kind, Berlin; Hans Klemm, Berlin; Professor Dr. Carl Ramsauer, Berlin; Otto Rusche, Berlin; Dipl.-Ing. Heinz Th├Ârner, Berlin. Aufsichtsrat: Staalsrat Dr. Kurt Schmitt. Reichs- und Staatsminister a. D., Vorsitzer des Vorstandes der M├╝nchener R├╝ckversicherung-Gesellschaft, M├╝nchen, Vorsitzer; Carl Goetz, Vorsitzer des Aufsichtsrates der Dresdner Bank, Berlin, stellv. Vorsitzer; Dr. Karl Kimmich, Vorstandsmitglied der Deutschen Bank, Berlin, stellv. Vorsitzer; Staatsfinanzrat a, D. Hans Weltzien, Gesch├Ąftsinhaber der Berliner Handels-Gesellschaft, Berlin, stellv. Vorsitzer; Dr. Wilhelm Beutner, Rechtsanwalt und Notar, Berlin; Dr. G. Bindschedler Z├╝rich; Guidotto Graf Henckel F├╝rst von Donnersmarck, Neudeck (O.-S.); Rechtsanwalt und Notar Dr. Georg Eschstruth, Berlin; August von Finck, Mitinhaber des Bankhauses Merck, Finck & Co., M├╝nchen; Dr. Friedrich Flick [?], Berlin; Georg Casper, i. Fa. Otto Wolff, K├Âln, Landrat a, D. Dr. Karl Haniel, Vorsitzer des Aufsichtsrates der Gutehoffnungsh├╝tte Oberhausen A.-G., D├╝sseldorf-Grafenberg; Ewald Hecker, Pr├Ąsident der Industrie und Handelskammer Hannover, Hannover; Carl Joerger, i. Fa. Delbr├╝ck Schickler & Co , Berlin; Dr. Ewald L├Âser, Mitglied des Direktoriums der Fried. Krupp A.-G., Essen; Gustav Overbeck, Vorstandsmitglied der Dresdner Bank, Berlin; Dr. Robert Pferdmenges, i. Fa. Pferdmenges & Co., K├Âln; Dr. G├╝nther Quandt, Berlin; Staatsrat Friedrich Reinhart, Vorsitzer des Aufsichtsrates der Commerzbank A.-G., Berlin; Dr. Johannes Vielmetter, Berlin; Direktor Fritz Wintermantel, Vorstandsmitglied der Deutschen Bank, Berlin; Wilhelm Zangen, Vorsitzer des Vorstandes der Mannesmannr├Âhren-Werke, D├╝sseldorf. Gesch├Ąftsjahr: 1. Oktober bis 30. September. Hauptversammlung (Stimmrecht): Je nom. RM 100,00 Aktie 1 Stimme, je nom. RM 1.000,00 Aktie 10 Stimmen. Reingewinn-Verwendung: Der sich aus dem Jahresabschlu├č ergebende Reingewinn wird wie folgt verwandt: 1. Die Aktion├Ąre erhalten einen Gewinnanteil bis zu 4 %; 2. der Rest wird nach dem Ermessen der Hauptversammlung unter Ber├╝cksichtigung des dem Aufsichtsrat zustehenden Anteils am Jahresgewinn an die Aktion├Ąre als weiterer Gewinnanteil verteilt oder in anderer Weise verwandt. Dio Mitglieder des Aufsichtsrals erhalten als Anteil am Jahresgewinn im ganzen 5 % vom Reingewinn, der sich nach Vornahme von Abschreibungen und Wertberichtigungen, nach Bildung von R├╝cklagen und R├╝ckstellungen sowie nach Absetzung der unter Aufwendungen zu verbuchenden Gewinnanteile der Vorstandsmitglieder ergibt; abzusetzen ist ferner der Teil des Gewinns, der durch die Aufl├Âsung von R├╝cklagen entstanden ist, sowie ein f├╝r die Aktion├Ąre bestimmter Betrag von 4 % der geleisteten Einlagen. Grundkapital: nom. RM 264.000.000,00 Aktien in 240000 St├╝cken zu je RM 1000 (Nr. 100001 - 248000 und 388001 - 480000), 240000 St├╝cken zu je RM 100 (Nr. 1 - 100000 und 248 001 - 383 000).
QUELLE[Handbuch Akt.-Ges. (1943) 1425]


ZEIT1943
THEMAZweck und Gegenstand des Unternehmens
TEXTGegenstand des Unternehmens: Jede Art gewerblicher Ausnutzung der Elektrizit├Ąt und jede sonstige Bet├Ątigung auf industriellem Gebiete im In- und Auslande, namentlich Herstellung, Vertrieb oder Verwertung industrieller Erzeugnissa, Herstellung, Einrichtung, Erwerb, Pachtung, Bewirtschaftung oder Verwertung von industriellen und Verkehrsanlagen und Betrieben, sowie die Schaffung von Unternehmungen zur Ausnutzung solcher Anlagen. Die Gesellschaft ist berechtigt, Zweigniederlassungen im In- und Auslande zu errichten und sch bei anderen Unternehmungen zu beteiligen.
QUELLE[Handbuch Akt.-Ges. (1943) 1425]


ZEIT1943
THEMABesitzverh├Ąltnisse
TEXTGrundbesitz: Die AEG besitzt f├╝r ihre Fabrikations- und Betriebsst├Ątten Grundst├╝cke in Gro├č-Berlin, Hennigsdorf, Annaberg, Crottendorf, Scheibanberg, M├╝lheim (Ruhr), N├╝rnberg, Stuttgart-Cannstatt und Bodenbach. Die der AEG geh├Ârenden Hennigsdorfer Terrain- und Hafen-Gesellschaft m. b. H., Werkst├Ątten und Wohnungen, G. m. b. H., Grundst├╝cks-Aktiengesellschaft Marwitz sowie die der AEG nahestehenden Grundst├╝cks- und Baugesellschaften: Hennigsdorfer Siedelungsgesellschaft m. b. H., Gemeinn├╝tzige Bau-Aktiengesellschaft Obersch├Âneweide, Grundst├╝cks- und Werkst├Ątten-Gesellschaft Wildau m. b. H., besitzen in Gro├č-Berlin, Annaberg, Bremen, Chemnitz, Dresden, Erfurt, Essen, Frankfurt (Main), Gleiwitz, Hagen (Westf.), Halle, Hennigsdorf (Havel), Kattowitz, K├Ânigs Wusterhausen, Mannheim, Marwitz, M├╝lheim (Ruhr), M├╝nster (Westf.), N├╝rnberg, Plauen, Teplitz-Sch├Ânau und Waldenburg Gesch├Ąfts- und Wohngrundst├╝cke sowie Siedlungsterrains. Siehe neben: Fabriken f├╝r Transformatoren und Hochspannungsschalter: Transformatoren, Hochspannungsschaltzeuge, ├ťberspannungs- und ├ťberstromschutzger├Ąte, Hochspannungsmaterial. Technisch-Physikalische Werkst├Ątten: Technisch-physikalische Sonderger├Ąte wie: Elektronenstrahl-Oszillographen. Zeitdehner, Stroboskope, elektrische Me├člehren und magnetische Me├čger├Ąte - auch die einzelnen Fabriken in Berlin, im Erzgebirge, Bodenbach, N├╝rnberg und Stuttgart!
QUELLE[Handbuch Akt.-Ges. (1943) 1425]


ZEIT1943
THEMABeteiligung an folgenden Unternehmens
TEXTAEG-Union Elektrizit├Ąts-Gesellschaft, Wien, Kapital: RM 1.333.000 Lit. A, 1.200.000 Lit. B, 2467000 Lit. C, Beteiligung: fast 100 %; AEG Gesellschaft f├╝r elektrische Lieferungen A. -G., Luxemburg, Kapital: RM 600.000, Beteiligung: 100%; Aero-Union A.-G., Berlin, Kapital: RM 150.000, Beteiligung: 25%; Bayerische Zugspitzbahn A.-G., Garmisch, Kapital: RM 5.000.000, Beteiligung: unter 50%; Borsig Lokomotiv-Werke G m b H, Berlin-Hennigsdorf, Kapital: RM 5.000.000, Beteiligung: 100%; Deutsche Betriebsgesellschaft f├╝r drahtlose Telegraphie G. m. b. H., Berlin, Kapital: RM 2.500.000, Beteiligung: unter 50 %; Deutsche Fernkabel G. m. b. H., Berlin, Kapital: RM 420.000, Beteiligung: unter 25 %; Fahrzeug-Beleuchtung G. m. b. H., Berlin, Kapital: RM 300.000, Beteiligung: 50%; Gesellschaft f. elektr. Zugbeleuchtung m. b. H., Berlin, Kapital: RM 500.000, Beteiligung: ├╝ber 25%; Grundst├╝cks-Aktiengesellschaft Marwitz, Berlin, Kapital: RM 300.000, Beteiligung: 100 %; Grundst├╝cks- und Werkst├Ątten-Gesellschaft Wildau m. b. H., Berlin, Kapital: RM 1.400.000, Beteiligung: fast 100%; Hartung-Jachmann A. -G., Berlin, Kapital: RM 2.090.000, Beteiligung: fast 100%; Hennigsdorfer Terrain- und Hafen-G. m. b. H., Berlin, Kapital: RM 500.000, Beteiligung: 100 %; Hochtief A.-G. f├╝r Hoch- und Tiefbauten vorm. Gebr. Helfmann, Essen, Kapital: RM 7.750.000, Beteiligung: unter 25 %; Hydrawerk A.-G., Berlin, Kapital: RM 4.000.000, Beteiligung: 100 %; Kade & Co. Pre├čspanfabrik, G. m. b. H., S├Ąnitz, Kapital: RM 300.000, Beteiligung: ├╝ber 25 %; Kohlenveredlung und Schwelwerke A.-G., Berlin, Kapital: RM 8.000.000, Beteiligung: 50%; Lloyd-Dynamowerke A.-G., Bremen, Kapital: RM 2.500.000, Beteiligung: fast 100%; Loewe-Werkzeugmaschinenfabrik A.-G., Berlin, Kapital: RM 10.000.000, Beteiligung: 100 %; Magnetophon G. m. b. H., Berlin, Kapital: RM 400.000, Beteiligung: 50 %; Merseburger ├ťberlandbahnen A.-G., Merseburg, Kapital: RM 3.300.000, Beteiligung: ├╝ber 25%; Elektrofinanz A.-G., Berlin, Kapital: RM 5.600.000, Beteiligung: fast 100%; Nationale Automobil-Gesellschaft A.-G., Berlin, Kapital: RM 3.000.000, Beteiligung: fast 100%; Neuroder Kohlen- und Thonwerke, Neurode, Kapital: 1000 Kuxe, Beteiligung: unter 25 %; Oldenburger Moorkultur G, m. b. H., Ramsloh, Kapital: RM 75.000, Beteiligung: 50 %; Olympia B├╝romaschinenwerke A.-G., Erfurt, Kapital: RM 6.000.000, Beteiligung: fast 100%; Osram G. m. b. H , Kommanditges., Berlin, Kapital: RM 57.000.000, Beteiligung: unter 50 %; Pallas Apparate-Ges. m. b. H., Berlin, Kapital: RM 1.000.000, Beteiligung: fast 100%; Papierfabrik G. m. b. H. vorm. Br├╝der K├Ąmmerer, Osnabr├╝ck, Kapital: RM 4.000.000, Beteiligung: 50%; Quarzlampen Gesellschaft m. b. H., Hanau, Kapital: RM 2.400.000, Beteiligung: 50%; Rosenthai-Isolatoren G. m. b. H., Selb, Kapital: RM 1.500000, Beteiligung: 50%; Sachsenwerk Licht- und Kraft A.-G , Dresden-Niedersedlitz, Kapital: RM 5.037.500, Beteiligung: ├╝ber 75%; Schlesische Kleinbahn, Kattowitz, Kapital: RM 11.000.000, Beteiligung: ├╝ber 50%; Telefunken Gesellschaft f├╝r drahtlose Telegraphie m. b. H., Berlin, Kapital: RM 40.000.000, Beteiligung: 100 %; Vereinigte Lausitzer Glaswerke A.-G., Wei├čwasser-Berlin, Kapital: RM 8.000.000, Beteiligung: ├╝ber 25 %; Verkehrsbetriebe Oberschlesien A.-G., Gleiwitz, Kapital: RM 4.000.000, Beteiligung: 50 %; Werkst├Ątten und Wohnungen, G. m. b. H., Berlin, Kapital: RM 3.000.000, Beteiligung: 100 %; Ago-Flugzeugwerke G m. b. H., Oschersleben (aus dem Gesf├╝rel-Portefeuille), Kapital: RM 5.500.000, Beteiligung: ├╝ber 50%; A.-G. f├╝r elektrische und Verkehrsunternehmungen, Budapest (aus dem Gesf├╝rel-Portefeuille), Kapital: Peng├ 35.000.000, Beteiligung: ├╝ber 25%; Amperwerke Elektrizit├Ąts-A.-G., M├╝nchen (aus dem Gesf├╝rel-Portefeuille), Kapital: RM 28.000.000, Beteiligung: ├╝ber 50 %; Apparat-G. m. b. H., Esslingen (aus dem Gesf├╝rel-Portefeuille), Kapital: RM 600.000, Beteiligung: 100 %; Elektrizit├Ątswerk Schlesien A.-G., Breslau (aus dem Gesf├╝rel-Portefeuille), Kapital: RM 45.000.000 St.-Akt., 300000 Vorz.-Akt., Beteiligung: ├╝ber 50% bzw. 100 %; Elektrizit├Ątswerk Westerwald A., G., Marienberg (aus dem Gesf├╝rel-Portefeuille), Kapital: RM 3.000.000, Beteiligung: unter 50 %; Finow Kupfer- und Messingwerke A.-G., Berlin (aus dem Gesf├╝rel-Portefeuille), Kapital: RM 20.000.000, Beteiligung: fast 100%; Koblenzer Elektrizit├Ąts- und Verkehrs-A.-G., Koblenz (aus dem Gesf├╝rel-Portefeuille), Kapital: RM 12.000.000, Beteiligung: fast 100%; Loewe- Werkzeugmaschinen A.-G., Berlin (aus dem Gesf├╝rel-Portefeuille), Kapital: RM 10.000.000, Beteiligung: 100 %; Neckarwerke A.-G., Esslingen (aus dem Gesf├╝rel-Portefeuille), Kapital: RM 20.000.000 und 10.000.000 (65% Einzahlung), Beteiligung: ├╝ber 50% bzw. unter 25 %; Norddeutsche Kabelwerke A.-G, Berlin-Neuk├Âlln (aus dem Gesf├╝rel-Portefeuille), Kapital: RM 4.000.000, Beteiligung: ├╝ber 50%; NSF-N├╝rnberger Schraubenfabrik und Elektrowerk G. m. b. H., N├╝rnberg (aus dem Gesf├╝rel-Portefeuille), Kapital: RM 5.000.000, Beteiligung: 100 %; Porzellanfabrik Sophienau A.-G., Charlottenbrunn (aus dem Gesf├╝rel-Portefeuille), Kapital: RM 600.000, Beteiligung: 50%; Schlesische Elektrizit├Ąts- und Gas-A.-G., Gleiwitz (aus dem Gesf├╝rel-Portefeuille), Kapital: RM 40.000.000, Beteiligung: ├╝ber 25 %; Typograph G. m. b. H., Berlin (aus dem Gesf├╝rel-Portefeuille), Kapital: RM 2.500.000, Beteiligung: fast 100%; Vereinigte Isolatorenwerke A.-G., Berlin-Pankow (aus dem Gesf├╝rel-Portefeuille), Kapital: RM 500.000 St.-Akt., RM 500000 Vorz.-Akt., Beteiligung: ├╝ber 50% bzw. 50%; Volta-Werke Elektrizit├Ąts-A.-G., Berlin-Waidmannslust (aus dem Gesf├╝rel-Portefeuille), Kapital: RM 700.000, Beteiligung: fast 100%; Richard Weber G. m. b. H., Berlin-Tempelhof (aus dem Gesf├╝rel-Portefeuille), Kapital: RM 2.500.000, Beteiligung: 100 %. Buchwert am 30. September 1942: Beteiligungen RM 266.500.388,00; Wertpapiere RM 38.075.498.27.
QUELLE[Handbuch Akt.-Ges. (1943) 1425]


ZEIT1895
THEMABau elektrischer Bahnen
TEXTIn Altenburg, Chemnitz, Dortmund, Essen, Gera; Halle-Giebichenstein - Bad Wittekind-Trotha; K├Ânigsberg; L├╝beck; Plauen; Stra├čburg; Stuttgart: Zahnradbahn - Gutenbergstra├če; Bromberg (im Bau); Danzig (im Bau); Kiel (im Bau); N├╝rnberg: Pl├Ąrrer - Dutzendteich und Maxfeld - Zentralbahnhof - Steinb├╝hl (in Bau); Spandau (im Bau); Stuttgart (im Bau); Wiesbaden (im Bau); Duisburg - Broich und Ruhrort (in Vorbereitung); Eisenach - Marienthal - Wartburg (in Vorbereitung); Stettin (in Vorbereitung). Im Ausland in Betrieb: Kiew; im Bau begriffen: in Bilbao, Las Arenas y Algorta, Bilbao - Santurce. Christiania, Genua (Societ├á di Ferrovie Elletriche e Funicolari und Societ├á Anonima dei Tramways Orientali); in Vorbereitung: Genua Nervi,Genua-Pegli-Voltri et Genua Ponte decimo, - Genua - Doria- Prato und Madrid.


ZEIT1952
THEMAFabriken
TEXTBerlin, Ackerstra├če (bis 1887 Maschinenfabrik Wedding): Z├Ąhler- und Uhrenfabrik mit Stanz-und Drehautomaten, Lackiererei; Berlin, Brunnenstra├če (seit 1896 gebaut): Elektromaschinenbau (auch f├╝r Rheinfelden, Marienfelde-Zossen, Sch├Âneweide-Spindlersfeld, Walzwerksantriebe, Gro├čtransformatoren, Karussell-Drehbank mit 10 m Durchmesser, Kleinmotoren ausgelagert; Berlin, Turbinenfabrik in Moabit: Dampfturbinen von 0,5 kW f├╝r Lokomotiven bis 100.000 kW, 50 Jahren mahr als 21.000.000 kW Gesamtleistung hergestellt, darunter 25.000 Kleinturbinen, auch Hilfsmaschinen (Getriebe, Vorgelege, Regler); Berlin-Reinickendorf (seit 1947 dn Betrieb Seestra├če ├╝bernommen; fr├╝her Treptow): Forschungsinstitut f├╝r Grundlagenforschung, Pr├Ązisions-Me├čtechnik, Wandler; R├Âhrenfabrik Berlin, Sickingenstra├če: Elektronenr├Âhren, Fotozellen, Thyratrons, Ignitrons, R├Ântgenr├Âhren; Fabrik f├╝r Fernmeldetechnik, Backnang (seit 1947; bis 1945 in Berlin-Sch├Âneweide): Pupin-Spulen, Niederfrequenzverst├Ąrker, Ger├Ąte f├╝r Telefonie auf Hochspannungsleitungen und f├╝r Fernwirktechnik; R├Âhren- und Gleichrichterfabrik Belecke (seit 1945):bis 1952 2 Mio. Trockengleichrichter gebaut, Selengleichrichter, Gro├čfl├Ąchenplatten; Fabrik Essen (seit nach 1945 in einer Halle von Krupp): Reparatur und Neufertigung von Turbinen in allen Gr├Â├čen, Turbokompressoren bis zu 12.000 PS; Fabrik Altenessen (seit 1945, zun├Ąchst als Reparaturbetrieb): Elektroschwei├čmaschinen, Schwei├čwandler; Magnetophon-Ger├Ątebau Hamburg: Kleinger├Ąte und f├╝r Rundfunksender; Transformatorenfabrik Hamburg-Schenefeld (1946 als Reparaturbetrieb, sp├Ąter Neufertigung): ├ľltransformatoren 5 bis 1000 kVA, bis 1951 wurden ├╝ber 2000 Transformatoren hergestellt; Schiffbau Hamburg (1945 Arbeit wieder aufgenommen): Schiffselektrotechnik, auch sympathische Selbststeuerung und hydraulische Drehfl├╝gelruderanlage, Bordinstallationen; Z├Ąhlerfabrik Hameln (1946 errichtet: baut normale Wechselstromz├Ąhler und Drehstromz├Ąhler, bis 1952 1.000.000 St├╝ck, auch Langfeldleuchten und Leuchten anderer Art; Fabrik Heiligenhaus (seit 1946 in kleinem Umfang, Neubau seit 1952, setzt die Produktion von Berlin-Treptow fort): Me├č-, Regel- und Relaistechnik, auch Signalrelais, Hilfsrelais und Distanzrelais, Tirrillregler, w├Ąrmetechnische Betriebskontrollger├Ąte; Hochspannungsschaltger├Ątefabrik Kassel (seit 1948): vom Trennschalter bis zum Freistrahl-Druckgasschalter, angegliederte Isolierstofffabrik f├╝r Lacke, Farben, Glimmererzeugnisse (Mikanitpapier, Glimmerfeingewebe), Hartpapier, mit Hochspannungsinstitut; K├╝hlschrankfabrik Kassel (1950 neu gebaut): K├╝hlschr├Ąnke in den Gr├Â├čen 100, 160, 250 imd 450 l; Druckapparatefabrik Kassel (seit 1948; fr├╝her in Hennigsdorf): Fahrkartendrucker, bis zu 650 - 1250 Druckplatten, auch Kleindrucker; Fabrik M├╝lheim (seit ca. 1912): Reparatur von Gro├čmaschinen und Transformatoren, auch Neuanfertigung von Bergbau- Walzwerksantrieben; Fabrik M├╝lhem-Saarn (seit 1946, Produktion seit 1947): als Spezialfabrik f├╝r schlagwettergesch├╝tzte Motoren und Schaltger├Ąte mit Leistungen von 500 W bis 250 kW; Schaltger├Ątefabrik Neum├╝nster (seit November 1947 in Betrieb): Klein-Motorschutzschalter, ├ľl- und Luftsch├╝tze, Sicherungs-Schmelzeins├Ątze, Schaltschr├Ąnke; Fabrik f├╝r Elektrobeheizung N├╝rnberg (seit 1912): Elektroherde, Hei├čwasserspeicher, B├╝geleisen, Tauchsieder, Wassserkocher, Haartrockner, Heizkissen, neuerdings auch Waschmaschinen und W├Ąschschleudern; Fabrik Oldenburg (Old), seit 1947: Kleinstmotoren f├╝r Haushaltsger├Ąte, Kaffeem├╝hlen, Tisch- und Wandventilatoren, "Vampyrette"-Staubsauger; Fabrik Stuttgart-Bad Cannstatt (war 1945 bis auf die Grundmauern niedergebrannt): Gro├čtransformatoren, Pr├╝ftransformatoren, Me├čwandler, Elektrowerkzeuge (diese schon vor 1945); Vibrationstechnik in Frankfurt-Niederrad: Sch├╝ttelrinnen; Zentralwerkst├Ątten in Berlin und Frankfurt-Niederrad: Schalteinrichtungen f├╝r Walzwerke, F├Ârdermaschinen, Elektro├Âfen. Verwaltung: 48 Haupt- und Ingenieurb├╝ros; Anlagenabteilungen: Kraftwerke und -├╝bertragungen, Industrie, Bahnen, Schiffbau; Finanzabteilung, Zentral-Buchhaltung, juristisches B├╝ro, Abteilung f├╝r Beteiligungen, Abteilungen zur Bearbeitung von Personal-, Sozial- und wirtschaftspolitischen Fragen, Versicherungsabteilung, Pressestelle, Werbeabteilung, Patentb├╝ro
QUELLE[Unsere AEG (1952) 26 ff]