Maschinenfabrik Sangerhausen Aktiengesellschaft

Allgemeines

FirmennameMaschinenfabrik Sangerhausen Aktiengesellschaft
OrtssitzSangerhausen
Stra├čeHornung-Rabe-Str. 2
Postleitzahl06526
Art des UnternehmensMaschinenfabrik
AnmerkungenVorher unter der Firma "Sangerh├Ąuser Actien-Maschinenfabrik und Eisengie├čerei" bzw. (um 1900) "Actien-Maschinenfabrik und Eisengie├čerei, vorm. Hornung & Rabe". Vertreter in Surabaya und Den Haag: "J. & C. Vrins". Nach 1991 als GmbH. Um 2003: Das 112.000 Quadratmeter gro├če Gel├Ąnde wurde durch Lutz Br├╝ning gekauft; der gr├Â├čte Teil davon ist reif f├╝r den Abbruch; die Maschinenfabrik und zwei weitere Firmen auf dem Gel├Ąnde belegen derzeit lediglich etwas mehr als 30.000 Quadratmeter; 70.000 Quadratmeter an nicht ben├Âtigten Fl├Ąchen hat Br├╝ning an die St├Ądtische Sanierungsgesellschaft (SSG) verkauft.
Quellenangaben[Maschinenindustrie (1939/40) 738] [Handbuch Akt.-Ges. (1943) 1873] [Mitteldt. Zeitung, 02.11.2003] http://www.aktiensammler.de
HinweiseF├╝r die freundliche ├ťberlassung von Fotokopien aus den Lieferverzeichnissen von Dampfmaschinen und -pumpen danke ich der Maschinenfabrik Sangerhausen und Herrn Menzel. - Archivebstand I 562 (1,7 m) im Landesarchiv Merseburg.




Unternehmensgeschichte

Zeit Ereignis
30.08.1865 Gr├╝ndung des Ursprungsunternehmens durch den Kaufmann Julius Hornung und den Ingenieur Carl Fl├╝gel als "Eisengie├čerei und Maschinenfabrik Fl├╝gel & Hornung" zur Herstellung von Maschinen und kompletten Einrichtungen f├╝r R├╝ben- und Rohrzuckerfabriken und Raffinerien.
1867 In das Ursprungsunternehmen "Eisengie├čerei und Maschinenfabrik Fl├╝gel & Hornung" tritt der Ingenieur Carl Rabe als Mitinhaber ein, verbunden mit der Umfirmierung in "Eisengie├čerei und Maschinenfabrik Hornung & Rabe"
01.04.1873 Die "Sangerh├Ąuser Aktien-Maschinenfabrik" wird als kleines Werk von den Vorbesitzern, den Herren Hornung und Rabe, ├╝bernommen.
19.04.1873 Gr├╝ndung als "Sangerh├Ąuser Actien-Maschinenfabrik und Eisengie├čerei vormals Hornung & Rabe" unter ├ťbernahme der seit 1863 bestehenden Firma mit einem Grundkapital von M 600.000,00.
1910 Im deutschen Bergbau sind um 1910 4 Sangerh├Ąuser Luftkompressoren (2 mit Dampf- und 1 mit Elektroantrieb, Gesamtleistung: 130 bzw. 80 PS) in Betrieb
14.01.1921 ├änderung der Firma aus "Sangerh├Ąuser Actien-Maschinenfabrik und Eisengie├čerei vormals Hornung & Rabe" in "Maschinenfabrik Sangerhausen Aktiengesellschaft" und Umwandlung in eine Aktiengesellschaft
16.05.1933 Zur Verlustdeckung und Wertberichtigung sowie zur Bildung eines Reservefonds wird durch Hauptversammlungsbeschlu├č vom 16. Mai 1933 das Grundkapital im Verh├Ąltnis 2 : 1 in erleichtertet Form von RM 2.4 Mill. auf RM 1.2 Mill. herabgesetzt, und zwar durch Herabsetzung des Nennbetrages der Aktien von RM 200,00 auf RM 100,00.
1936 Erweiterung des Fabrikationsprogramms durch die Aufnahme der Herstellung von Trocknungsanlagen aller Art und zellenlosen Saugfiltern.
1936-1937 Betr├Ąchtliche Erweiterung des Fabrikationsprogramms insbesondere auf dem Gebiete der chemischen Industrie. Mit der "Deutsche Vacuumapparate Dreyer & Holland-Merten G. m. b. H." wird ein Abkommen f├╝r den Bau von Vacuum-Apparaturen getroffen.
1937-1938 Betr├Ąchtliche Erweiterung des Ausfuhrgesch├Ąftes.
1938-1939 Lieferung der gr├Â├čten Zuckerrohrm├╝hle der Welt.
1939-1940 Errichtung eines Versuchsfeldes f├╝r die Verfahrenstechnik.
1939-1940 ├ťbernahme der Patent- und Lizenzrechte der Deutschen Vacuumapparate Dreyer & Holland-Merten G. m. b. H., sowie Erwerb s├Ąmtlicher Gesch├Ąftsanteile dieser Gesellschaft.
24.11.1945 Aufgrund des Befehls Nr. 126 der SMAD wird die Maschinenfabrik Sangerhausen unter Sequester gestellt.
Juli 1946 Die Sowjets beschlagnahmen den Betrieb und f├╝hren ihn als "Sowjetische Aktiengesellschaft" (SAG) weiter.
03.06.1952 Die "Sowjetische Aktiengesellschaft" wird als als "VEB Maschinenfabrik Sangerhausen - VVB Nagema" in Volkseigentum ├╝bergeben.
29.-31.10.1953 Zu den Nachtschichten vom 29. zum 30. und vom 30. zum 31. Oktober bleiben einige Dreher unentschuldigt von der Arbeit fern, da dieselben nach Ludwigsfelde/Potsdam gefahren waren, um sich dort in dem Industriewerk neue Arbeit zu suchen. Wie die Ermittlungen ergeben, wurden die Dreher von einem gewissen B., der wegen Beteiligung an den Provokationen am 17.6.1953 aus dem VEB Maschinenfabrik Sangerhausen entlassen wurde, zu der Fahrt nach Ludwigsfelde aufgefordert. B. wollte hierdurch vermutlich dem Betrieb einen Schaden zuf├╝gen, da in dem genannten VEB Dreher dringend ben├Âtigt werden. Von der Personalabteilung und der Betriebsparteiorganisation der SED werden Massnahmen eingeleitet, um die Dreher von einer K├╝ndigung des Arbeitsverh├Ąltnisses abzuhalten. Die Abt. K. VPKA Sangerhausen wurde verst├Ąndigt. [Proteste und Stimmung der Arbeiter im Spiegel der Lageberichte der Volkspolizei]
1959 Der Betrieb wird Kommanditist der nun halbstaatlichen Firmen "Eisengie├čerei Kupferh├╝tte Plank" und "Paul Rudolf KG Kesselschmiede und Maschinenbau".
Mitte 1960er Mit dem ├ťbergang des volkseigenen Betriebs in den Verband der "VVB Chemieanlagen" wird die Maschinenfabrik Sangerhausen Teil des "VEB Chemieanlagenbau Sta├čfurt"
1990 Umwandlung des "VEB Maschinenfabrik Sangerhausen" in den Treuhandbetrieb "Maschinenfabrik Sangerhausen GmbH"
Juli 1991 Verkauf an die Portland Corp., plc.
1994 Die Allgemeine Ortskrankenkasse in Halle hat die Er├Âffnung eines Gesamtvollstreckungsantrages beantragt. Die Forderungen f├╝r nicht bezahlte Beitr├Ąge betragen rd. 3 Mio DM
1994 Gegen der Gesellschafter, Kurt Mayer, wird Haftbefehl wegen Betrug, Geldw├Ąsche und Untreue erlassen
06.1994 Er├Âffnung des Gesamtvollstreckungsverfahren.
08.06.1994 Acht Staatsanw├Ąlte und 120 Polizisten transportieren sechs Lastwagenladungen voll Akten aus den Samag-B├╝ros, Mayer wird verhaftet. Sachsen-Anhalts sp├Ąterer Ministerpr├Ąsident Reinhard H├Âppner, zu dieser Zeit SPD-Oppositionschef im Magdeburger Landtag, ist an der Aktion zumindest indirekt beteiligt: Er hatte dem damaligen Justizminister Walter Remmers einen Tip auf angeblich krumme Dinge bei der Samag gegeben.
Okt. 1994 Schlie├čung, bisher unter der Firmenbezeichnung "SAMAG Maschinenfabrik Sangerhausen GmbH"
12.1994 Das Werksgrundst├╝ck wird aus der Konkursmasse an die Treuhandanstalt verkauft.
01.01.1995 bis 31.07.1995 Verhandlungen mit einer Moskauer Privatbank scheitern.
07.1995 Der ehemalige Gesellschafter und Gesch├Ąftsf├╝hrer der Maschinenfabrik, Kurt Mayer steht in Halle vor Gericht. Ihm wird Betrug in 14 F├Ąllen vorgeworfen.
1996 Das Unternehmen nimmt die Produktion mit 250 Mitarbeitern auf.
10.06.1996 Im Proze├č vor der 3. Kammer des Landgerichts Halle kommt nach 50 Tagen das Gericht zu der ├ťberzeugung: "Aufgrund des bisherigen Beweisergebnisses ist dem Angeklagten ein strafbares Verhalten nicht nachzuweisen." Er sei daher freizusprechen. Der Haftbefehl wird aufgehoben und das Verfahren unterbrochen, um der Staatsanwaltschaft die Chance f├╝r weitere Ermittlungen zu geben.
30.09.1996 Ehemalige Mitarbeiter der Maschinenfabrik Sangerhausen GmbH, protestieren gegen die geplante Versteigerung des Maschinenparks des Betriebes.
1997 Neugr├╝ndung als "Maschinenfabrik Sangerhausen GmbH & Co. KG" nach dem Betrugsskandal von 1994
30.12.1997 Bericht in der Zeitung "Die Welt": "Au├čergew├Âhnlich, aber nicht kriminell, Sangerhausens letzte Hoffnung oder Wieweit kann man bei der Sanierung maroder Unternehmen im Osten Deutschlands gehen?": Dieser Mann scheint ein vielbesch├Ąftigter Unternehmer zu sein. Innerhalb einer Monatsfrist verhandelt er mit Moldawiens Pr├Ąsidenten ├╝ber Millioneninvestitionen, ist auf dem M├╝nchner Flughafen mit hohen Mitarbeitern der Europ├Ąischen Union verabredet, beugt sich in Moskau ├╝ber Ausbaupl├Ąne der russischen Zuckerindustrie und jettet zur Europ├Ąischen Bank f├╝r Wiederaufbau nach London. In seinen B├╝chern, sagt er, stehen feste Vertr├Ąge f├╝r 1,2 Milliarden Mark. Der Mann hei├čt Kurt Mayer. Promovierter Jurist, vor 55 Jahren in S├╝dtirol geboren und im Osten Deutschlands bekannt f├╝r eine der gr├Â├čten Wirtschaftspleiten in den neuen L├Ąndern. Betrug und Untreue warf ihm die Staatsanwaltschaft vor und errechnete einen Schaden von 58 Millionen Mark - wurde aber am 10. Juni 1996 freigesprochen. ...
13.07.2000 Kleine Anfrage des Abgeordneten Dr. Uwe-Jens R├Âssel und der Fraktion der PDS an den Deutsche Bundestag zum Gesamtvollstreckungsverfahren der Maschinenfabrik in Sachsen-Anhalt und seine sozialen Folgen:
1. Was sind die Ursachen f├╝r die im Jahr 1994 eingeleitete Gesamtvollstreckung der Maschinenfabrik Sangerhausen GmbH?
2. Wie viele Belegschaftsangeh├Ârige der Maschinenfabrik Sangerhausen GmbH haben infolge der Gesamtvollstreckung des Unternehmens ihren Arbeitsplatz verloren?
3. Gab es zur Privatisierung zwischen der fr├╝heren Treuhandanstalt und der Maschinenfabrik Sangerhausen GmbH einen rechtskr├Ąftigen Kaufvertrag, und wenn ja, was beinhaltet dieser vor allem?
4. Worin bestanden ggf. die Kontroll- und Aufsichtspflichten der fr├╝heren Treuhandanstalt gegen├╝ber den K├Ąufern?
5. Ist der Bundesregierung bekannt, wie die damalige Treuhandanstalt ihre Kontroll- und Aufsichtspflichten gegen├╝ber der Maschinenfabrik Sangerhausen GmbH wahrgenommen hat?
6. Ist der Bundesregierung bekannt, welche Pers├Ânlichkeit als Verwalter mit der Liquidation der Maschinenfabrik Sangerhausen GmbH im Rahmen der Gesamtvollstreckung beauftragt wurde?
Sind der Bundesregierung auch die dazu vereinbarten finanziellen Rahmenbedingungen bekannt, und wenn ja, worin bestanden sie?
7. Ist der Bundesregierung bekannt, mit welchen Rechten und Pflichten die als Verwalter mit der Liquidation beauftragte Pers├Ânlichkeit ausgestattet worden ist?
8. Ist der Bundesregierung bekannt, wie im Rahmen des Gesamtvollstreckungsverfahrens eventuelle finanzielle Anspr├╝che der Belegschaft sowie der Interessenvertretung der Maschinenfabrik Sangerhausen GmbH geregelt
worden sind?
2003 Die "MAFA Industrie-service GmbH" firmiert sich aus der ehemaligen Maschinenfabrik Sangerhausen und ist seit 2004 am Standort Halle/Saale, Merseburger Str. 237, etabliert.
Nov. 2003 Die Auftragsb├╝cher sind gut gef├╝llt. "Besonders im Beh├Ąlterbau wollen wir m├Ąchtig zulegen", sagt Gesch├Ąftsf├╝hrer Lutz Br├╝ning. W├Ąhrend bis zum gegenw├Ąrtigen Zeitpunkt monatlich vier Kesselwagen den Betrieb verlie├čen, sollen es zum Jahresende sechs sein. Auch in der Zuckerindustrie ist die Maschinenfabrik vor allem im Servicebereich gefragter Gesch├Ąftspartner, wenngleich sich laut Br├╝ning der Beh├Ąlterbau zum wichtigsten Standbein entwickelt habe.
2004 Das Unternehmen geht nach dem erfolglosen Versuch, auch im alten Gesch├Ąftsfeld Zuckerfabriksausr├╝stungen wieder Fu├č zu fassen, endg├╝ltig in Insolvenz.
2006 Die Werksanlagen werden abgerissen, und auf dem Gel├Ąnde entsteht ein neues Gewerbegebiet.
16.05.2008 Auf den Tr├╝mmern des alten Industriestandortes der Maschinenfabrik Sangerhausen (Mafa) ist ein neues Gewerbegebiet entstanden. Die Rekultivierung des Areals zwischen Brandrain und Probstm├╝hle hat zwei Jahre gedauert. Die Ansiedlungsfl├Ąche wird am 16. Mai nach Beendigung der Arbeiten ├╝bergeben. Rund zehn Millionen Euro hat die Sanierung der Industriebrache am Stadteingang gekostet.




Produkte

Produkt ab Bem. bis Bem. Kommentar
Dampfmaschinen          
Dampfpumpmaschinen          
Gro├čapparate f├╝r die chemische Industrie 1939 Erste Erw├Ąhnung 1940 Letzte Erw├Ąhnung  
Maschinen und Anlagen f├╝r die Zuckerindustrie 1939 [Maschinenind. Dt. Reich (1939/40)] 1991 [FAZ, 01.10.1996, S. 20]  
rotierende zellenlose Trommensaugfilter 1939 Erste Erw├Ąhnung 1940 Letzte Erw├Ąhnung  
Sulfat-Laugenstationen f├╝r Zellstoffindustrie 1939 Erste Erw├Ąhnung 1940 Letzte Erw├Ąhnung  
Trocknungsanlagen f├╝r Industrie und Landwirtschaft 1939 Erste Erw├Ąhnung 1940 Letzte Erw├Ąhnung  




Betriebene Dampfmaschinen

Bezeichnung Bauzeit Hersteller
Dampfmaschine   Maschinenfabrik Sangerhausen Aktiengesellschaft
Dampfmaschine   Maschinenfabrik Sangerhausen Aktiengesellschaft
Dampf-Kolbenpumpe 08.07.1917 Maschinenfabrik Sangerhausen Aktiengesellschaft




Personal

Zeit gesamt Arbeiter Angest. Lehrl. Kommentar
1935   268 43 33 L├Âhne: 553.000 RM, Umsatz: 1,51 Mio RM
1936   305 57 49 L├Âhne: 708.000 RM, Umsatz: 1,95 Mio RM
1937 104 305 510 85 L├Âhne: 1.294.000 RM, Umsatz: 2,86 Mio RM
1938   605 115 146 L├Âhne: 1.653.000 RM, Umsatz: 5,06 Mio RM
1991 1000       Zeit ca.
  1000        




Firmen-Änderungen, Zusammenschüsse, Teilungen, Beteiligungen


Zeit = 1: Zeitpunkt unbekannt

Zeit Bezug Abfolge andere Firma Kommentar
1900 Anschlu├č (Namensverlust) zuvor F. Schmidt, Dampfkesselfabrik  
1921 Umbenennung zuvor Actien-Maschinenfabrik und Eisengie├čerei, vorm. Hornung & Rabe  




Allgemeines

ZEIT1943
THEMAOrgane und Kapital der Gesellschaft
TEXTVorstand: Dipl.-Ing. Werner Melot de Beauregard, Sangerhausen; Erich Karl Dreyer, Sangerhausen; Walter H. Tesch, Sangerhausen. Aufsichtsrat: Dr. Hermann Jannsen, Vorstandsmitglied der Reichs-Kredit-Gesellschaft A.-G., Berlin, Vorsitzer; Staatsbankdirektor a. D. Wilhelm M. Striebig, Kassel, stellv. Vorsitzer; Herbert Quandt, Vorstandsmitglied der Accumulatorenfabrik A.-G., Berlin, Berlin; Dipl.-Kaufm. Karl von Wirth, Vorstandsmitglied der Deutschen Luftfahrt- und Handels-A.-G., Berlin; Dr.-Ing. Friedrich Wilhelm Z├╝rcher, Vorstandsmitglied der Auergesellschaft, Berlin. Abschlu├čpr├╝fer f├╝r das Gesch├Ąftsjahr 1942/43: Deutsche Waren-Treuhand-A.-G., Hamburg-Berlin, Gesch├Ąftsjahr: 1. Oktober bis 30. September. Hauptversammlung (Stimmrecht): je nom. RM 100,00 Stammaktien 1 Stimme. Reingewinn-Verwendung: ├ťber die Verwendung des Reingewinns beschlie├čt die Hauptversammlung. Grundkapital: nom. RM 1.200.000,00 Stammaktien in 12.000 St├╝cken zu je RM 100,00 (Nr. 1-12.000).
QUELLE[Handbuch Akt.-Ges. (1943) 1873]


ZEIT1943
THEMAZweck und Gegenstand des Unternehmens
TEXTGegenstand des Unternehmens: Maschinenfabrikation, Eisengie├čerei und Fertigung von Eisenwaren jeder Art, namentlich auch Herstellung von ganzen Fabriken. Die Gesellschaft ist zu allen Gesch├Ąften und Ma├čnahmen berechtigt, die zur Erreichung des Gesellschaftszweckes notwendig oder n├╝tzlich erscheinen, insbesondere zum Erwerb von Anlagen und Grundst├╝cken, zur Beteiligung an Unternehmungen gleicher oder verwandter Art, zur Errichtung von Zweigniederlassungen im In- und Auslande, zur Beteiligung an wirtschaftlichen Verb├Ąnden und zum Abschlu├č von Interessengemeinschaftsvertr├Ągen. Erzeugnisse: Herstellung von R├╝ben- und Rohrzuckerfabriken und Raffinerien; Lieferung der dazugeh├Ârigen Einrichtungen und Maschinen; Apparate insbesondere f├╝r die chemische, Montan- und Nahrungsmittelindustrie; Verdampfer, Vacuumtiockner, Destillatoren, Kalzinatoren, Impr├Ągnierer, Frederkingapparate, Kalkl├Âschanlagen, Filterpressen, Saugtrommelfilter, Nutschen- und Druckfilter, Zentrifugen, Trommeltrockner, Kalzinier- und K├╝hltrommeln, Walzentrockner, Schaufeltrockner, Laugenregenerationsanlagen, Dialysatoren.
QUELLE[Handbuch Akt.-Ges. (1943) 1873]


ZEIT1943
THEMABesitzverh├Ąltnisse
TEXTBesitz- und Betriebsbeschreibung: 1. Betriebsanlagen. Dreherei, Schlosserei, Schmiede, Gie├čerei, 5 Montagehallen, Werkzeugmacherei, Modellschreinerei und verschiedene Nebenbetriebe. Kraftanlagen: 2 Dampfmaschinen, 3 Dynamos, Transformatorenstation und dgl. Grundbesitz, bebaut mit Fabrik-, Lager- und Verwaltungsgeb├Ąude, rund 47.056 qm. 2. Sonstiger Besitz: Bebaute Grundst├╝cke 6042 qm, 9 Wohnh├Ąuser. Ferner unbebaute Grundst├╝cke, rund 92.238 qm. Beteiligung Deutsche Vacuumapparate Dreyer & Holland-Merten G. m. b. H., Sangerhausen.
QUELLE[Handbuch Akt.-Ges. (1943) 1873]


ZEIT2000
THEMAKleine Anfrage im Deutschen Bundestag
TEXTAntwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage des Abgeordneten Dr. Uwe-Jens R├Âssel und der Fraktion der PDS
? Drucksache 14/3938 ? Gesamtvollstreckungsverfahren einer Maschinenfabrik in Sachsen-Anhalt und seine sozialen Folgen:
1. Laut Bericht des Gesamtvollstreckungsverwalters vom 31. August 1994 hat das Unternehmen im Jahre 1993 einen tiefen Umsatzeinbruch mit erheblichem Verlustanfall erlitten. Aufgrund fehlender Kundenauftr├Ąge wurde seit der Jahreswende 1993/1994 "auf Halde" produziert. Die Liquidit├Ątslage des Unternehmens wurde zunehmend schwieriger. Bis zum Zeitpunkt der Sequestration wurden erhebliche Verluste in zweistelliger Millionenh├Âhe angeh├Ąuft. Wegen r├╝ckst├Ąndiger Sozialversicherungsbeitr├Ąge in gr├Â├čerem Umfang stellte die AOK Halle schlie├člich am 9. Juni 1994 Antrag auf Er├Âffnung des Gesamtvollstreckungsverfahrens.
2. Zum Zeitpunkt der Er├Âffnung der Gesamtvollstreckung waren lt. Bericht des Gesamtvollstreckungsverwalters bei der Gesellschaft 1.082 Arbeitnehmer besch├Ąftigt. F├╝r die Mehrzahl dieser Arbeitnehmer konnten Besch├Ąftigungsm├Âglichkeiten
in einer Sanierungs- bzw. Auffanggesellschaft f├╝r mehrere Jahre geschaffen werden.
3. Die Treuhandanstalt hat die Maschinenfabrik Sangerhausen GmbH mit notariellem Kaufvertrag vom 26. Juni 1991 an die Portland Corp. PLC, London, und an Dr. D. Merzel, M├╝nchen, ver├Ąu├čert. Der Kaufvertrag ist uneingeschr├Ąnkt
wirksam. Zum Inhalt des Kaufvertrages kann aus datenschutzrechtlichen Gr├╝nden keine Auskunft gegeben werden.
4. Das Vertragsmanagement der Treuhandanstalt hatte die Einhaltung der durch die Erwerber vertraglich ├╝bernommenen Verpflichtungen, wie z.B. der Arbeitsplatz- sowie der Investitionszusagen zu kontrollieren. Dar├╝ber hinausgehend hatte die BvS keine rechtlichen M├Âglichkeiten, etwa die Gesch├Ąftst├Ątigkeit des Unternehmens zu ├╝berwachen oder zu steuern. Die Aufsicht ├╝ber die Gesch├Ąftst├Ątigkeit des Unternehmens oblag dem Aufsichtsrat der Gesellschaft.
5. Die Treuhandanstalt hat von der Portland Corp. PLC f├╝r die Jahre 1992 bis 1994 Nachweise ├╝ber die Einhaltung der vertraglichen Arbeitsplatz- und Investitionsverpflichtungen angefordert, die jedoch nicht vorgelegt wurden.
6. Mit Beschluss des Amtsgerichts Halle-Saalkreis vom 9. Juni 1994 wurde das Gesamtvollstreckungsverfahren ├╝ber das Verm├Âgen der Maschinenfabrik Sangerhausen GmbH er├Âffnet und Dipl.-Kfm. Eckart Nellessen, Wirtschaftspr├╝fer und Steuerberater in Halle/Saale, zum Verwalter bestellt. F├╝r die Durchf├╝hrung des Verfahrens ? darunter auch die finanzielle Abwicklung ? galten die Bestimmungen der Gesamtvollstreckungsordnung (GesO) in der Fassung der Bekanntmachung vom 23. Mai 1991 (BGBl. I S. 1185).
7. Die Aufgaben, Rechte und Pflichten des Verwalters im Gesamtvollstreckungsverfahren sind in der vorstehend genannten Gesamtvollstreckungsordnung geregelt.
8. Auskunft ├╝ber eventuelle finanzielle Anspr├╝che der Belegschaft sowie der Interessenvertretung der Maschinenfabrik Sangerhausen GmbH kann nur der vom zust├Ąndigen Amtsgericht bestellte Gesamtvollstreckungsverwalter geben.
QUELLEDrucksache 14/3993 Deutscher Bundestag ? 14. Wahlperiode