Bopp & Reuther GmbH, Armaturen- und Meßgerätefabrik

Allgemeines

FirmennameBopp & Reuther GmbH, Armaturen- und Meßgerätefabrik
OrtssitzMannheim
OrtsteilWaldhof
StraßeCarl-Reuther-Str. 1
Postleitzahl68305
Art des UnternehmensArmaturenfabrik
Anmerkungen1898: Fabrik auch in der Neckarvorstadt und Filialen in: Berlin, Breslau, Hamburg, Düsseldorf, München, Utrecht, Wien, London, Mailand, Barcelona, Innsbruck. Siehe Unternehmer Carl, Carl Hermann und Carl Reuther. 1990/2004 zum IWKA-Konzern; Gesellschaften: "VAG Armaturen GmbH" (bis 2004) und "Bopp & Reuther Sicherheits- + Regelarmaturen"
Quellenangaben[Maschinenindustrie (1939/40) 604] [100 Jahre Wasservers Speyer (1983) 98] [Sulzer Bros.: List ... uniflow type (1914)]




Unternehmensgeschichte

Zeit Ereignis
1846 Geburt von Carl Reuther in Gemmrigheim (Württemberg)
1872 Gründung durch Zusammenschluß der Ingenieure Carl Bopp und Carl Reuther als Spezialfabrik zur Herstellung von Pumpen und Schwerarmaturen. Ersterer betrieb bis dahin eine kleine mechanische Werkstatt. Beide erkennen die Notwendigkeit und Wichtigkeit von Armaturen für Wasser-, Gas- und Dampfanlagen und stellen sich deren Herstellung als Aufgabe. Der anstehende Bau der Mannheimer Wasserversorgung bringt Carl Reuther dazu, mit Carl Bopp, der hier eine mechanische Werkstatt betrieb, die Fabrik "Bopp & Reuther" für Armaturen, Meßgeräte und Pumpen zu gründen.
1872 Der anstehende Bau der Mannheimer Wasserversorgung bringt Carl Reuther dazu, mit Carl Bopp, der hier eine mechanische Werkstatt betrieb, die Fabrik "Bopp & Reuther" für Armaturen, Meßgeräte und Pumpen zu gründen.
1872 Die Fabrik wird zunächst in dem im Entstehen begriffenen Stadtteil Mannheim-Neckarstadt (im Gebiet der späteren Lang-, Damm-, Lortzing- und Alphornstraße) in bescheidenem Umfang gebaut.
1876 Geburt von Carl Hermann Reuther in Mannheim als Sohn von Carl Reuther sen.
1877 Auszeichnung auf der Karlsruher Kunst- und Gewerbeausstellung durch die Goldene Medaille (erster Preis)
1880 Auszeichnung auf der Mannheimer Gewerblichen und Landwirtschaftlichen Ausstellung durch en Gold-Diplom (erster Preis)
1881 Carl Bopp tritt aus der Firma aus, und Carl Reuther führt das Geschäft als alleiniger Inhaber unter der bisherigen Firmenbezeichung weiter.
1881 Mit Ausscheiden von Bopp wird Carl Reuther Alleininhaber von "Bopp & Reuther"
1882 Bopp & Reuther führt die Bohrversuche für das Wasserwerk Speyer durch.
1884 Die Firma tritt mit der von Carl Reuther entwickelten "Venturi-Schelle" auf den Markt - eine Neukonstruktion, die die Hausleitungen an das das "Wasserleitungsrohr in zweckmäßigster Weise" anschließt.
1885 Aufnahme von Wasserversorgungsanlagen
1891 Eine hydraulische Formmaschine wird geschaffen - ein bahnbrechender Fortschritt
1893 Aufnahme der Fabrikation von Wassermessern
1895 Aufnahme der Wassermesserfabrikation
1896 Lieferung einer Dampfmaschine durch G. Kuhn, Stuttgart-Berg.
1897 Errichtung einer Eisen- und Metallgießerei auf einem in dem Vorort Waldhof erworbenen Gelände
20.04.1897 Baubeginn (?) einer Dampfpumpe durch G. Kuhn, Stuttgart-Berg.
01.1899 Brunnen IV wird im Januar für das Wasserwerk Speyer gebohrt
02.1899 Brunnen II und III werden im Februar für das Wasserwerk Speyer gebohrt
11.07.1899 Gemäß Vorschlag Bopp & Reuther beginnt man im Wasserwerk Speyer mit der Wiederherstellung des Brunnens I
1900 Bopp & Reuther liefert 60% der Weltproduktion an Wasserschiebern. In den Fabrikationshallen in Mannheim-Waldhof werden Armaturen für Wasserversorgungsanlagen für ganze Städte produziert.
1903 Gründung des Bereiches Dampfarmaturen: Sicherheitsventile mit direkter Gewichts- und Federbelastung; Absperrventile, Kondenstöpfe, Drosselklappen, Auspuffventile und Dampfreduzierventile
1904 Carl Hermann Reuther tritt mit Schwager Dr. Ing. Otto Boehringer als Teilhaber in die väterliche Firma "Bopp & Reuther" ein. - Ihm gelingt es, die marktführende Position bei Gas- und Wasserarmaturen zu festigen. Kommerzienrat.
1904 Fritz Reuther tritt nach kaufmännischer und banktechnischer Ausbildung zusammen mit seinem Bruder Carl Hermann bei "Bopp & Reuther" ein.
1904 Der Umzug von der Neckarstadt zum Waldhof findet mit der Verlegung der Wassermesserfabrikation in das neue Werk seinen Abschluß
1906 Geburt von Carl Reuther in Mannheim
1907 Lieferung einer Dampfmaschine durch Görlitzer Maschinenbauanstalt
1908 Tod von Carl Reuther (vmtl. in Mannheim)
1909 Geburt von Fritz Leonhard Reuther in Mannheim-Waldhof
1911 Fritz Reuther wird Teilhaber bei "Bopp & Reuther".
25.02.1919 Bei den Unruhen auf dem Weg zur Wohnung wird Dr. Carl Hermann Reuther durch Revolverschüsse eines Attentäters getötet.
01.03.1919 bis 31.12.1919 Nach dem Tode des älteren Bruders ist Fritz Reuther als kaufmännischer Geschäftsführer erfolgreich beim wachsenden Export und Wiederaufbau von "Bopp & Reuther" mit 4000 Beschäftigten.
1920 Umwandlung in eine GmbH
1920 Bau von Venturimeßgeräten
1930 Carl Reuther tritt nach dem Studium bei "Bopp & Reuther" ein. Er wird Gesellschafter und Geschäftsführer. Widmet sich konkret Armaturenbau, neuen Produktionsmethoden beim Wiederaufbau, Nachwuchsförderung.
1932 Der Einstieg in die Meßgerätetechnik führte zur Entwicklung des Kraftstoff-Ovalradzählers. Mit diesem hochgenauen Flüssigkeitsvolumenzähler gelingt den Ingenieuren von Bopp & Reuther eine Basiserfindung, die bis heute in den verschiedensten Ausführungen und Anwendungen im Einsatz ist.
1946 Fritz Leonhard Reuther wird Geschäftsführer bei "Bopp & Reuther"
1949 Hans J. Reuther wird Mitglied der Geschäftsführung, verantwortlich für die Finanzen und den Verkauf. Dazu gehört das Meßwesen mit dem Ziel, neue Exportmärkte zu erschließen.
1951 Die Herstellung von Druckminderventilen mit Hilfssteuerung beginnt. Das ist der Ausgangspunkt für die Entwicklung eines Programmes von Sicherheitsventilen für konventionelle und nukleare Kraftwerke sowie für den Anlagenbau der chemischen und petrochemischen Industrie.
1965 Tod von Fritz Reuther (Sohn des Firmengründers, Vater von Hans J. Reuther)
1974 Carl Reuther wird Aufsichtsratsvorsitzender von "Bopp & Reuther".
1977 Hans J. Reuther wird Vorsitzender der Geschäftsführung
1977 Fritz Leonhard Reuther wird Aufsichtsratsvorsitzender der von seinem Großvater gegründeten Armaturen- und Meßgerätefabrik "Bopp & Reuther GmbH".
1980 Tod von Carl Reuther (vmtl. in Mannheim)
1981 Hans J. Reuther wird Vorsitzender des Aufsichtsrats
1983 Tod von Fritz Leonhard Reuther (vmtl. in Mannheim)
1988 Der Umsatz in der Gruppe sinkt 1988 leicht auf 316 Millionen DM, und es wird ein Verlust von 2 Millionen DM ausgewiesen.
1989 IWKA erwirbt Ende Dezember 43 Prozent des 35,1 Millionen DM betragenden Grundkapitals von Familiengesellschaftern.
01.01.1990 bis 31.03.1990 IWKA wird ca. im März Mehrheitsaktionär bei der Bopp & Reuther AG in Mannheim.
1990 Bopp & Reuther wird vom IWKA-Konzern übernommen.
1990-1995 Bopp & Reuther wird neu organisiert.
1990 Im Zuge des Eintritts der IWKA AG erfolgt eine Divisionalisierung des Unternehmens in selbständige Gesellschaften sowie die Einbringung zweier neuer Gesellschaften: der IWK Regler und Kompensatoren GmbH, Stutensee, und der RMG Regel+Meßtechnik GmbH,Kassel. Dadurch kommt es zu einer erheblichen Erweiterung des Tätigkeitsfeldes, das nun weite Bereiche der modernen Armaturen-, Meß- und Regelungstechnik abdeckt.
1994 Der gesamte von der Bopp & Reuther AG gesteuerte Bereich erzielt einen Auftragseingang von 577 Millionen DM und einen Umsatz von 556 Millionen DM.
1996 Die weltweit modernste Prüfanlage für Sicherheitsventile geht in Betrieb.
1997 Einführung des API-Federsicherheitsventils. Damit rundet B&R SR das Programm der Sicherheitsventile nicht nur ab, sondern erweitert den Lieferumfang auf weite Bereiche der ASME-Spezifikation, die weltweit immer mehr an Bedeutung gewinnt.
2001 Übernahme der Firmen "Pier Armaturen GmbH" und "AGP". Hierdurch kann B&R SR sein Lieferprogramm um Schieber und Rückschlagklappen weiter ausbauen. Durch das Folien-Sicherheitsventil eröffnen sich ganz neue Marktsegmente.
07.2002 Die Karlsruher Konzernmutter verkündet Anfang Juli, daß die Sparte Meßtechnik von Mannheim nach Speyer verlegt wird, wobei 1/3 der 147 Stellen gestrichen werden. Meldung vom 17. Juli: Der Bereich Wasserarmaturen mit seinen 252 Mitarbeiter steht im Fokus des Mangements; ein Stellenabbau ist vorgesehen.
2003 Einführung der ENSicherheitsventile. Durch die Vereinheitlichung der europäischen Standards wird eine neue Ventilreihe geschaffen.
09.03.2003 Tod von Dr. Hans J. Reuther
25.06.2003 Das Mangement bemüht sich, den bevorstehenden eigenen Verkauf durch die Karlsruher Mutter IWKA sportlich zu nehmen. Zwar seien die Mitarbeiter und Kunden verunsichert, aber "wir sehen darin auch eine Chance", sagen Markus Ehl und Robert Feller-Feldeff, Geschäftsführer der VAG Armaturen GmbH mit und 650 Mitarbeitern (davon etwa 210 in Mannheim) die größte Gessellschaft der Gruppe. IWKA-Chef Hans Fahr sagte am 24. Juni, daß sich der Maschinenbauer von seiner Sparte Prozeßtechnik, zu der auch die PBopp & Reuther-Gruppe gehört, trennen werden. Weder Fahr noch die beiden Geschäftsführer wollen die Namen der nach Angaben des Vorstands bereits vorhandenen Interessenten nennen.
2004 Die "VAG Armaturen GmbH" erzielt einen Umsatz von 74 Millionen Euro mit 700 Mitarbeitern (davon etwa 220 in Mannheim).
2004 Herstellerzulassung nach ASME Sec. III. Damit erweitert B&R SR den Markt für Nukleararmaturen auf weltweite Anlangen.
24.06.2004 Der Karlsruher Maschinenbau-Konzern IWKA bestätigt erstmals, daß die Mannheimer Popp & Reuther Gruppe verkauft wird. Man werden bis Jahresende die gesamte Sparte Prozeßtechnik, zu der die Bopp & Reuther-Gruppe mit einem Umsatzanteil von rund 40 Prozent maßgeblich zählt, veräußern. Die Sparte (Armaturen, Meß- und Regeltechnik) soll nicht als Ganzes, sondern in Einzelteilen verkauft werden. Von 2005 an werde des dann bei IWKA statt der bisher vier, nur noch drei Konzern-Sparten (Robotertechnik, Automobiltechnik und Verpackungstechnik) geben. Bopp & Reuther besteht zur Zeit aus den Bereichen Wasserarmaturen (220 Mitarbeiter), Sicherheits- und Regelarmaturen (230 Mitarbeiter) und der Meßtechnik (90 Mitarbeiter), die in Form eines Management-Buy-Outs an die beiden Geschäftsführer veräußert werden soll. Ein geplanter Verkauf der Bopp & Reuther-Gruppe war bereits im Februar von der FAZ berichtet, allerdings offiziell nicht bestätigt worden.
01.01.2005 Die "VAG Armaturen GmbH" wird von der Konzernmutter an die Bad Homburger Beteiligungsgesellschaft Equita (gehört zur Harald-Quandt-Gruppe) verkauft. Nach dem Verkauf bleibt nur noch der "Bopp & Reuther"-Bereich "Sicherheits- + Regelarmaturen" beim Karlsruher IWKA-Konzern, der auch verkauft werden soll.
01.01.2005 Der Karlsruher Maschinenbaukonzern IWKA geht davon aus, daß "Bopp & Reuther Sicherheit- und Regelarmaturen" im Laufe des Jahres verkauft werden kann. Dieser Bereich beschäftigt rd. 230 Mitarbeiter und ist die letzte noch bei der IWKA verbliebene Bopp & Reuther-Gesellschaft.




Produkte

Produkt ab Bem. bis Bem. Kommentar
Armaturen aller Art 1900 Erste Erwähnung 1993 [Mannheimer Morgen, 09.03.1993]  
Armaturen für Gasleitungen 1939 [Maschinenindustrie (1939/40) 604] 1940 [Maschinenindustrie (1939/40) 604]  
Dampfarmaturen 1903 Beginn      
Dampfpumpen 1900 [Haeder: Dampfkessel (1900)] 1900 [B&R: Katalog Pumpen und Pumpwerke (1900)] Auch Duplexpumpen und Plungerpumpen mit separater Dampfmaschine
Formmaschinen 1891 Erfindung der hydr. Formmaschine 1898 [100 Jahre Wasservers Speyer (1983) 98]  
Hydranten 1898 [100 Jahre Wasservers Speyer (1983) 98] 1940 s. Quelle  
Kolbenpumpen für alle Zwecke 1898 [100 Jahre Wasservers Speyer (1983) 98] 1898 [100 Jahre Wasservers Speyer (1983) 98]  
Kondenswasser-Ableiter 1898 [100 Jahre Wasservers Speyer (1983) 98] 1911 Letzte Erwähnung  
Kraftstoff-Ovalzähler 1920 Beginn 1940 s. Quelle  
Reduzierventile 1905 [Mengebier: Dampfkesself. (1905)] 1905 [Mengebier: Dampfkesself. (1905)]  
Tiefbohrungen 1885 Beginn 1940 s. Quelle  
Venturimeßgeräte 1920 Beginn 1940 s. Quelle  
Wassermesser, -zähler 1895 Beginn 1895 oder 1893 1990 nach 1990 Verlegung inf. IWKA-Anschluß  
Wasserstände 1905 [Mengebier: Dampfkesself. (1905)] 1905 [Mengebier: Dampfkesself. (1905)]  
Wasserversorgungsanlagen 1885 Beginn 1940 s. Quelle  




Betriebene Dampfmaschinen

Bezeichnung Bauzeit Hersteller
Dampfmaschine vor 1914 Gebr. Sulzer AG
Dampfmaschine 1907 Görlitzer Maschinenbauanstalt und Eisengießerei AG
Dampfpumpe 04.1897 Maschinen- und Kessel-Fabrik, Eisen- und Gelbgießerei von G. Kuhn
Dampfmaschine 1896 Maschinen- und Kessel-Fabrik, Eisen- und Gelbgießerei von G. Kuhn
Dampfmaschine 1892 Maschinenfabrik Augsburg AG




Personal

Zeit gesamt Arbeiter Angest. Lehrl. Kommentar
1873 15 15     wohl noch keine Beamten und Meister
1877 113 105 8    
1880 122 112 19    
1885 175 160 15    
1890 337 302 35    
1895 509 465 44    
1900 876 805 71    
1905 979 885 94    
1938 2000        
1994 2528        
  2428        




Produktionszahlen

Zeitraum Produkt Menge Einheit
1873   Gießereiprodukte 154   t
1877   Gießereiprodukte 350   t
1880   Gießereiprodukte 380   t
1885   Gießereiprodukte 940   t
1890   Gießereiprodukte 2086   t
1895   Gießereiprodukte 2913   t
1900   Gießereiprodukte 5795   t
1905   Gießereiprodukte 8596   t




Allgemeines

ZEIT1902
THEMAFabrikanlage Waldhof
TEXTNach der Verlegung von 1897 bis 1904 beträgt die Fläche 165.00 m2, wovon über 125.000 m² bebaut sind (Werkstätten, Lager, Verwaltungsgebäude)
QUELLE[Steiner-Welz: Mannheimer Industriegeschichte 2 (2001)]