Aug. Klönne


Zum Vergrößern Bild anklicken


Aug. Klönne: Gesamtansicht der Werksanlagen Aug. Klönne: Bearbeitungshalle Aug. Klönne: Zusammenbauhallen Aug. Klönne: Kesselbauhalle
Aug. Klönne: Maschinenbauhalle Aug. Klönne: Schamottewerke Klönne GmbH, Volmarstein (Ruhr) Aug. Klönne: Straßenbrücke über die Oder bei Fürstenberg Aug. Klönne: Straßenbrücke über die Elbe bei Schönebeck während des Eisganges
Aug. Klönne: Brücke über die Donau bei Novi-Sad Aug. Klönne: Entwurf Aug. Klönne: Entwurf Aug. Klönne: Bahnhofshalle Sao Paulo (Brasilien)
Aug. Klönne: Förderkorb mit Fangvorrichtung, Zwischengeschirr und Unterseil-Aufhängung Aug. Klönne: Druckgaskugelbehälter Aug. Klönne: Otto Benninghoff, Oberingenieur und Leiter der Gasfach-Abteilung Aug. Klönne: Ernst Bufleb, Leiter der kaufmännischen Abteilung und Chefprokurist
Aug. Klönne: Johannes Schmidt, Oberingenieur und Leiter der Gasbehälterbau-Abteilung Aug. Klönne: Wilhelm Mensendieck, Oberingenieur und Reisevertreter der Gasfach-Abteilung und Prokurist Aug. Klönne: Ludwig Rickelt, Oberingenieur und Leiter der Brückenbauabteilung und Prokurist Aug. Klönne: Edard Roth, Leiter der Montageabteilung und Prokurist
Aug. Klönne: Richard Raßbach, Oberingenieur in der Hochbau-Abteilung und Prokurist Aug. Klönne: Ewald Baukenkrodt, Leiter der Montageabteilung und Prokurist Aug. Klönne: Georg Schumacher, Oberingenieur in der Brückenbau-Abteilung und Prokurist Aug. Klönne: August Klönne  *21.08.1849  +30.12.1908


Allgemeines

FirmennameAug. Klönne
OrtssitzDortmund
StraßeWeißenburger Str. 75
Art des UnternehmensStahlbauunternehmen
Anmerkungen1892: Kontor: Heiligenweg 10. Besitzer: Ingenieur Aug. Klönne (s.d.); Prokuristen: Frau Gertr. Klönne, E. Bufleb, Wilh. Mensendieck u. Fritz Pröbsting. 1995: "Thyssen-Klönne GmbH", 44789 Bochum, Christstr. 9/33; 2012: Baldusstr. 13, Tel.; 0203/4498300. 2012: 19.000 qm Hallenflächen werden vom neuen Eigentümer für Logistik-Zwecke saniert; 2.100 qm Bürofläche verfügbar [www.immobilienscout24.de].
Quellenangaben[Aug. Klönne, Denkschrift (1929)] [Jahrbuch der dt. Braunkohlen...Industrie (1913)] [Adressbuch Elektr.-Branche (1892) 107] [Eisenbahnwesen der Gegenwart 2 (1911) 494] Wikipedia
HinweiseBild l




Unternehmensgeschichte

Zeit Ereignis
  August Klönne, Gründer des gleichnamigen Dortmunder Stahlbauunternehmens, wird in Mülsborn bei Meschede geboren. - Sein Vater Friedrich hat dort ein Gut gepachtet, nachdem er einige Jahre vorher das alte Rittergut Goldschmieding bei Castrop besessen hatte. Seine Mutter Auguste, geb. Greve, ist eine Schwester des Bürgermeisters Greve von Bochum. Die Vorfahren Klönne stammen aus Hamm, wo sie in vier Generationen Mitglieder der Gilden waren.
  Geburt der beiden Söhne August Klönnes und seiner Frau, Gertrud, geb. Haverkamp, der Zwillingsbrüder Max und Moritz, in Dortmund. - Moritz Klönne studiert von 1897 bis 1899 Rechtswissenschaft in München und bis 1904 Ingenieurwissenschaften in Hannover.
  A. Klönne macht sich in Dortmund mit einem Ingenieurbüro und den unter seinem Namen erteilten Patenten für den Gasofenbau selbständig. Er entwickelt zahlreiche Verbesserungen, die bei der Erzeugung von Kokereigas nützlich sind.
  Wilhelm Mensendieck, Oberingenieur und Reisevertreter der Gasfach-Abteilung und Prokurist, tritt in das Unternehmen ein.
  Otto Benninghoff, Oberingenieur und Leiter der Gasfach-Abteilung und Prokurist, tritt in das Unternehmen ein.
  Johannes Schmidt, Oberingenieur und Leiter der Gasbehälterbau-Abteilung, tritt in das Unternehmen ein.
  Ludwig Rickelt, Oberingenieur und Leiter der Brückenbauabteilung und Prokurist, tritt in das Unternehmen ein.
  Ernst Bufleb, Leiter der kaufmännischen Abteilung und Chefprokurist, tritt in das Unternehmen ein.
  Ewald Baukenkrodt, Leiter der Montageabteilung und Prokurist, tritt in das Unternehmen ein.
1886 August Klönne kauft die Werkstätten der "Dortmunder Brückenbau-Aktien-Gesellschaft, vorm Karl Backhaus" auf. Klönne erweiterte die Produktionspalette um den Bereich Brücken- und Eisenhochbau: er baut Gasbehälter, Wasserbehälter, Eisenbahnbrücken, Bahnhofshallen, Schleusen, Wehre und Schiffshebewerke.
  Eduard Roth, Leiter der Montageabteilung und Prokurist, tritt in das Unternehmen ein.
  Richard Raßbach, Oberingenieur in der Hochbau-Abteilung und Prokurist, tritt in das Unternehmen ein.
  Georg Schumacher, Oberingenieur in der Brückenbau-Abteilung und Prokurist, tritt in das Unternehmen ein.
1892/93 August Klönne kauft die Adlerbrauerei in Unna
  Bau eines Gasbehälters in Hamburg-Altona, nach dem Gadd'schen System mit einem Fassungsvermögen von 33000 cbm erbaut. Bei dieser Ausführung drehen sich die Glocken und die beiden Teleskopauszüge schraubenförmig aus- und meinander. - Der Behälter ist die einzige Ausführung seiner Art in Deutschland.
  Zweigleisiger Ausbau der Torgauer Eisenbahnbrücke durch einen zweiten Brückenzug. Erbauer: Aug. Klönne, Dortmund
  Bau der Bahnsteighallen des Dresdner Hauptbahnhofs
  Bau der Stadtbrücke Grünhain (l= 185,5 m, h= 15,8 m), Kuttenbachbrücke (l= 87,1 m, h= 8,58 m) und Fuchsbrunnbrücke (l= 63,1 m, h= 16,74 m) der Bahnstrecke Zwönitz – Scheibenberg ("Sächsiche Aussichtsbahn"). Klönne bietet 883.700,00 Mark für die Erbauung aller Brücken. Für den ersten Teilabschnitt Zwönitz–Grünhain (Sektion I) erhält Aug. Klönne den Zuschlag (drei Brücken), für die vier Brücken der Sektion II (Grünhain–Scheibenberg) die "Königin-Marien-Hütte", Cainsdorf. Die erste Zugfahrt findet am 11.12.1899 statt.
  Beim zweigleisigen Ausbau der Unteren Ruhrtalbahn (Kettwig - Mintard - Saarn - Mülheim-Broich) wird in Kettwig westlich neben die erste Mülheimer die zweite Mülheimer Brücke gebaut, eine Stahlbrücke mit zwei Bögen.
  Bau der Marienbrücke (Eisenbahnbrücke) über die Elbe in Dresden durch Aug. Klönne. Inbetriebnahme am 1. März 1901
  Bau der Bahnsteighallen des Hauptbahnhofs in Essen. - Sie werden im Zweiten Weltkrieg zerstört.
  Bau des Wasserturms in Groitzsch durch Aug. Klönne, Dortmund, ein 45 m hohes Stahlskelettbauwerk mit quadratischem Gruneriß und quadratischem Kopf (noch 100 Jahre später in Nutzung)
  Richard Müller (*18.02.1877 +18.11.1930) arbeitet als Bauingenieur bei Klönne
  Bau des Wasserturms in Dortmund-Lanstrup ("Lanstruper Ei") durch Aug. Klönne. Es ist ein Barkhausen-Behälter mit einem zylindrischen Zwischenstück zwischen zwei Halbkugeln. Das Bauwerk ist 14 Meter breit, inklusive Gerüst 55,5 Meter hoch und wiegt 180 Tonnen, sein Fassungsvermögen beträgt 2000 cbm. Er versorgt die Stadtteile Lanstrop, Derne, Mengede, Brambauer und Teile von Lünen. - Durch den hohen Wasserverbrauch der umliegenden Zechen Gneisenau, Preußen, Scharnhorst und Minister Achenbach kann die Wasserversorgung ohne einen solchen Hochbehälter nicht mehr sichergestellt werden. 1981 wird der Betrieb als Wasserturm eingestellt, seit 1985 ist der Turm als Baudenkmal in die Denkmalliste der Stadt Dortmund eingetragen.
  Moritz Klönne tritt in das Unternehmen seines Vaters ein. Er ist für die Abteilungen Stahlbrückenbau, Stahlhochbau und Stahlwasserbau zuständig.
  Tod Eduard Roth, Leiter der Montageabteilung und Prokurist, im Alter von 49 Jahren
  Bau des Wasserturms des Eisenbahn-Betriebswerks Berlin Anhalter Bahnhof (späer: Gelände des Deutschen Technikmuseums)
1907 Fertigstellung der Drehbrücke ("Hembrug") über den Nordseekanal bei Zaandam durch Aug. Klönne, Dortmund. Bauzeit: 1903 bis 1907
  Bau eines Schwimmdocks für den Kriegshafen Talcahuano. Die Tragfähigkeit beträgt 2500 t, genügt also zum Docken von Torpedobooten und kleinen Kreuzern. Das Konstruktionsgewicht beträgt 653 t. Das Dock wird der Marineverwaltung betriebsfähig an Ort und Stelle übergeben.
  Bau des 44 m hohen Fördergerüsts mit Schachtgebäude und Hängebank des "Petersenschachtes" des Kaliwerks "Glückauf" in Sondershausen, ein Doppelbock-Fördergerüst, auf Wunsch des Fürsten mit Jugendstilelementen, vom Eiffelturm inspiriert.
  Bau eines zweiteiligen Telekopgasbehälters mit Vollstrahlführung, Inhalt 3.100 cbm für die Stadt Wesel
30.12.1908 Tod des Gründers August Klönne in seiner Villa in Unna-Königsborn. Er wird in der Familiengruft auf dem Ostenfriedhof Dortmund beigesetzt. - Seine Sohne, die Zwillingsbrüder Max und Moritz (*17.12.1878), werden seine Nachfolger.
1909 Bau eines des neuen Silos mit 16.000 t Fassungsvermögen für die Rolandmühle in Bremen, bestehend aus 12 zylindrischen, eisernen Zellen auf einem Unterbau aus Eisenbeton. Höhe: 45 m - der 1910 vmtl. größte in Europa.
  Bau der Bahnsteighallen des Hauptbahnhofs in Dortmund (im Kriege zerstört)
  Bau des Brückenensembles Unionstraße, Eisenbahnüberführung zum Dortmunder Hauptbahnhof, durch Aug. Klönne
  Tod von Otto Benninghoff, Oberingenieur und Leiter der Gasfach-Abteilung und Prokurist, im Alter von 49 Jahren
22.05.1911 In Köln wird die Hohenzollernbrücke im Beisein von Kaiser Wilhelm II. eingeweiht. Beteiligt ist neben anderen Firmen Aug. Klönne (mittlerer Überbau, l= 167 m, b= 18,3 m, vmtl. für die Straßenbrücke), und an den Planungen ist Moritz Klönne beteiligt.
  Bau einer Kabel-Hängebrücke über einen Meeresarm in Santos durch Aug. Klönne, Dortmund
  Bau der Elbebrücke Schönebeck durch Aug. Klönne, Dortmund. Sie wird ab 1910 gebaut und am 30. November eingeweiht. Der Brückenzug besteht aus vier Abschnitten, der 25,7 m langen westlichen Flutbrücke, der Strombrücke sowie der östlichen Vorlandbrücke mit zehn Öffnungen. Über der Schifffahrtsöffnung wird ein Bogenfachwerkträger mit Zugband und einer Stützweiten von 133,5 m montiert. Als Konstruktionselement des Überbaus der östlichen, 425,6 m langen Vorlandbrücken wurden genietete Strebenfachwerkträger mit Pfosten und mit obenliegender Fahrbahn gewählt. Der Brückenteil gehört zu den ältesten Stahlbrücken dieser Größe in Deutschland. In Längsrichtung sind Gerberträger mit eingehängten Koppelträgern als Bauwerkssystem vorhanden. Vier Felder haben bei 3,4 m Trägerhöhe eine Stützweite von 56,0 m, sechs Felder spannen mit 2,34 m hohen Trägern 33,6 m weit. Die Pfeiler sind auf Holzpfählen gegründet. Die Brücke, insbesondere die Strombrücke, war von Bruno Möhring im Jugendstil gestaltet worden.
  Bau des Wasserturms in Haltingen für die Badische Staatsbahn. Der 25 m hohe Turm ruht Ringfundament aus Steinquadern mit 8,50 Meter Durchmesser. Ein 10 Meter hohes, aus acht Ständern zusammengesetztes Stahlgerüst dient als Turmschaft und verjüngt sich von 8,20 Meter auf 6,40 Meter Durchmesser. Die vertikalen Ständer sind zur Aussteifung mit horizontalen und sich kreuzenden Streben verbunden. Auf dem Schaft ruht ein kugelförmiger Wasserbehälter mit einem Fassungsvermögen von 500 Kubikmetern.
  Bau der drei Stahlbögen des Ruhr-Viadukts bei Witten im Bereich des Mühlengrabens durch Aug. Klönne, Dortmund. Bahnstrecke Witten - Schwelm. Die Brücke hat im südlichen Bereich 17 Betonbögen mit Sandsteinverkleidung. Freigabe der Brücke erst am 04.10.1926
  Bau der Hindenburgbrücke (später: Berliner Brücke) in Halle (Saale) durch Aug. Klönne, Dortmund, eine Dreifeldbrücke als genietete Stahlfachwerkkonstruktion, von R. Jung und Th. Siemers. Sie überspannt mit Stützweiten von 125 Metern im Mittelfeld und 75 Metern in den Endfeldern, mit einer Gesamtlänge von 275 Metern den Güterbahnhof Halle (Saale) sowie die vom Hauptbahnhof nach Norden führenden Streckengleise. Obwohl einer Hängebrücke ähnlich, entspricht die Zügelgurtkonstruktion statisch dem Prinzip von Auslegerträgern. - Die Brücke wird wegen starker Korrosionsschäden im bis zum 03.06.2006 verschrottet und durch eine Schrägseilbrücke ersetzt.
  Errichtung von zwei Tribünen für den Dortmunder Rennverein
  Bau des Wasserturms in der Vetschauer Straße in Cottbus durch Aug. Klönne, Dortmund
  Bau von Luftschiff-Hangars in Nordholz, Düsseldorf, Seerappen (Ostpreußen)
  Tod Wilhelm Mensendieck, Oberingenieur und Reisevertreter der Gasfach-Abteilung und Prokurist, im Alter von 64 Jahren
  Tod von Richard Raßbach, Oberingenieur in der Hochbau-Abteilung und Prokurist, im Alter von 60 Jahren
1918/19 Fertigstellung der Straßenbrücke bei Fürstenberg (Oder). Der Auftrag auf die 600 m lange Brücke über die Oder bei Fürstenberg wurde der Firma Klönne erteilt als Ergebnis eines engeren Wettbewerbs. Die Ausführung fiel in die Kriegsjahre 1914/15, die Vollendung in die Jahre 1918/19. Hier ist für alle Brückenöffnungen in konsequenter Weise die Bogenlinie durchgeführt, die ein äußerst befriedigendes ruhiges Bild ergibt. Der eiserne Sichelbogen der Strombrücke hat eine Spannweite von 103,5 m.
  Johannes Schmidt, Oberingenieur und Leiter der Gasbehälterbau-Abteilung, tritt in den Ruhestand.
  Tod von Ernst Bufleb, Leiter der kaufmännischen Abteilung und Chefprokurist, im Alter von 69 Jahren
  Moritz Klönne wird Mitglied der Handelskammer Dortmund.
  Moritz Klönne wird Dr.-Ing. E.h. der Abteilung für Bauingenieurwesen der Technischen Hochschule Darmstadt
  Die von Klönne gebaute Ofenanlage des neuen Gaswerks in Gera ist betriebsfähig.
  Bau von neuen Stromüberbauten der Eisenbahn-Rheinbrücke bei Wesel. Sie hat vier Spannweiten zu je 104,52 m und ist ein Rautenfachwerk nach dem Entwurf und Bauleiter, dem Reichsbahn-Oberrat Friedrich Krabbe (*06.06.1877). Die Überbauten der beiden mittleren Felder (II und III) werden auf einem Montagegerüst neben Feld II montiert und quer eingeschoben (Feld II) bzw. in Feld III eingeschwommen. Die Felder I und IV werden neben den alten montiert und quer eingeschoben. Ausführung des Stahlbaus durch "Aug. Klönne", Dortmund, und durch die Gutehoffnungshütte, Oberhausen. Gesmtkosten: 2,9 Millionem RM. - Die Brücke wird am 10.03.1945 von deutschen Pionieren gesprengt.
  Im Jahre 1921 erhielt die Firma Klönne in Verbindung mit einer anderen Firma den Reparaturauftrag auf Entwurf und Lieferung einer Straßenbrücke über die Donau zwischen Novi-Sad und Peterwardein im Gewicht von 3400 t. Mit Rücksicht auf die zu erwartenden schwierigen Aufstellungsverhältnisse wurde ein Kragträger-System gewählt, dessen geschwungene Gurte äußerlich das schöne Bild einer Hängebrücke zeigen. Die Aufstellung der Brücke, die in den Jahren 1926/27 stattfindet, mußte wegen des felsigen Untergrundes des Flußbettes ohne Aufstellungsgerüst vorgenommen werden. Die Seitenöffnungen wurden zunächst an Land montiert, dann durch Längsverschiebung auf Schiffe abgesetzt, eingeschwommen und auf die Pfeiler aufgelagert. Hierauf wurde der eingehängte Träger der Mittelöffnung ebenfalls eingeschwommen, hochgezogen und eingebaut.
  Tod von Ludwig Rickelt, Oberingenieur und Leiter der Brückenbauabteilung und Prokurist, im Alter von 76 Jahren
  Aug. Klönne baut einen Wasserflugzeug-Hangar in Travemünde
  Erweiterung des Getreidesilos für die Rolandmühle in Bremen auf 20.000 t (24 Zellen)
  Moritz Klönne wird Vizepräsident der Internationalen Vereinigung für Brücken- und Hochbau.
  Bau der Brücken Nr. 4 und Nr. 6 der Erzbahn in Bochum (vom Rhein-Herne-Kanal zum Bochumer Verein) durch "Aug. Klönne", Dortmund
  Tod Ewald Baukenkrodt, Leiter der Montageabteilung und Prokurist, im Alter von 60 Jahren
Winter 1928/29 Bei strengstem Frost Umbau des Gasbehälters im Gaswerk Wernigerode (2.500 cbm Inhalt) in einen Teleskopbehälter mit 5.000 cbm Inhalt umgebaut.
  Georg Schumacher, Oberingenieur in der Brückenbau-Abteilung und Prokurist, verstirbt im Alter von 79 Jahren.
  Beginn der Stahlbauarbeiten für das Schiffshebewerk Niederfinow. Daran sind die Unternehmen August Klönne, Dortmund; J. Gollnow & Sohn, Stettin; die Gutehoffnungshütte AG, Oberhausen, und die Mitteldeutschen Stahlwerke AG, Lauchhammer, beteiligt. Die Pläne gehen zum Teil auf Moritz Klönne zurück. (Abschluß der Arbeiten: 1933)
  Bau des Stahlskelett-Tragwerks der Essener Hauptpost durch Aug. Klönne
  Die Firma "Aug. Klönne" ist am Bau des Hauptbahnhofs in Duisburg beteiligt.
  Bau eines Scheibengasbehälters in Gelsenkirchen-Horst (Fassungsvermögen: 600.000 cbm, Höhe: 150 m, Stahlgewicht: 5000 t
  Die Firma "Aug. Klönne" ist am Bau Schleusentore in Wilhelmshaven beteiligt.
  Die Firma "Aug. Klönne" ist am Bau der Köln-Rodenkirchener Autobahnbrücke beteiligt. (Durch einen Luftangriff am 14. Januar 1945 zerstört und in ähnlicher Form wieder aufgebaut)
  Tod von Dr. h. c. Max Klönne
  Tod von Moritz Klönne in Salzburg
  Übernahme durch die Thyssen-Röhrenwerke AG




Produkte

Produkt ab Bem. bis Bem. Kommentar
Bahnhofshallen 1911 [Eisenbahnwesen der Gegenwart 2 (1911) 495] 1911 [Eisenbahnwesen der Gegenwart 2 (1911) 495] z.B. Essen Hbf, Dresden Hbf, Dortmund Hbf, Altona Hbf, Kiel Hbf
Dampfkessel 1892 [Adressb. Elektr.-Branche (1892)] 1892 [Adressb. Elektr.-Branche (1892)] Unischer, ob auch Dampferzeuger (sonst als solche in keiner Quelle)
Fördergerüste 1913 [Jahrbuch der dt. Braunkohlen-... (1913)] 1913 [Jahrbuch der dt. Braunkohlen-... (1913)]  
Fördergerüste 1913 [Jahrbuch der dt. Braunkohlen-... (1913)] 1913 [Jahrbuch der dt. Braunkohlen-... (1913)]  
Gasbehälter         In Kooperation mit der TH Hannover und TH Berlin Konstruktion des ersten oberirdischen Gasringbehälters
Gaswerkseinrichtungen 1879 Beginn als Ingenieurbüro 1925 Gaswerk Gera Gaswerksbau bis 1886 in angemieteten Werkstätten. Baute die ersten ersten Horizontal- und Vertikalkammeröfen.
Hochbehälter 1886 seitdem eigener Stahlbau 1913 [Jahrbuch der dt. Braunkohlen-... (1913)]  
Hochbehälter 1886 seitdem eigener Stahlbau 1913 [Jahrbuch der dt. Braunkohlen-... (1913)]  
Hochbehälter 1886 seitdem eigener Stahlbau 1913 [Jahrbuch der dt. Braunkohlen-... (1913)]  
Kokerei-Nebenproduktanlagen 1890 Beginn ca.      
Schiffshebwerke 1890 Beginn ca. 1911 [Jahrbuch der dt. Braunkohlen-... (1913)] Den Stahlbau dafür
Schleusen 1890 Beginn ca. 1911 [Jahrbuch der dt. Braunkohlen-... (1913)] Den Stahlbau dafür
Stahl-Hochbau 1890 Beginn ca. 1913 [Jahrbuch der dt. Braunkohlen-... (1913)] Kauf der "Dortmunder Brückenbau AG" schon 1886
Stahlbau 1886 Kauf der "Dortmunder Brückenbau AG" 1929 50j. Jubiläum In Zus.-Arb. mit Wissenschaftlern wie Prof. Dr. Barkhausen, Hannover; Prof. Dr. Müller-Breslau, Berlin, und Prof. Engesser, Karlsruhe
Stahlbrücken 1890 Beginn ca. 1911 [Jahrbuch der dt. Braunkohlen-... (1913)] Kauf der "Dortmunder Brückenbau AG" schon 1886. Z.B.: Drehbrücke Zaandam und Hohenzollerbrücke Köln (1910)
Wehre 1890 Beginn ca. 1911 [Jahrbuch der dt. Braunkohlen-... (1913)] Kauf der "Dortmunder Brückenbau AG" schon 1886




Personal

Zeit gesamt Arbeiter Angest. Lehrl. Kommentar
1913 2260 2000 260    




Firmen-Änderungen, Zusammenschüsse, Teilungen, Beteiligungen


Zeit = 1: Zeitpunkt unbekannt

Zeit Bezug Abfolge andere Firma Kommentar
1892 Nebenwerk danach Linden- und Adlerbrauerei GmbH Adlerbrauerei 1892 oder 1893 von Klönne erworben




Allgemeines

ZEIT1911
THEMAElbebrücke in Schönebeck
TEXTDer Bau einer neuen Elbbrücke, welche die Stadt Schönebeck a. d. Elbe ausführt, wird seit Oktober 1910 eifrig gefördert. Die Brücke soll den bisherigen Fährbetrieb zwischen Schönebeck und Grünewalde ablösen und bereits am 1. April 1912 dem Verkehr übergeben werden. Das Bauwerk, das einen Kostenaufwand von l 1/4 Mill. Mark erfordert, hat eine Länge von rund 950 m und eine Nutzbreite von 13 m. Die Schiffahrtöffuung am Schönebecker Ufer wird durch einen Zweigelenkbogen, bei dem der wagerechte Schub durch Zugband aufgehoben wird, überspannt und zeigt die stattliche
Weite von 133.156 m. Für die Flutöffnungen am rechten Ufer ist ein Gerber-Fachwerkbalken mit obenliegender Fahrbahn vorgesehen, der dem Hochwasser durch weitere zehn Öffnungen Abfluß verschafft, von denen vier die Spannweite von je 56 m und sechs eine solche von je 33,60 m haben. Außerdem wird noch eine städtische Straße mit einem von Pendelsäulen unterstützten Blechträger überbrückt. Die Ausgangspunkte der Rampen liegen auf dem Marktplatz in
Schönebeck und auf dem rechten Elbuler etwa 80 m hinter dem Deich in Grünewalde. Die Bauleitung ist von den städtischen Körperschaften dem Regierungsbaumeister a.D. Kaertge übertragen worden. Die Ausführung der Arbeiten hat die Firma "Aug. Klönne" in Dortmund übernommen, von der die Firma "B. Liebold & Co., A.-G." in Holzminden-Berlin als Unternehmer für die Wasser- und Tiefbauarbeiten verpflichtet worden ist.
QUELLE[Zentralbl Bauverw (1911) 232]


ZEIT1927
THEMAUnternehmensleitung
TEXTInhaber: Dr. Ing. eh. Max Klönne und Dr. Ing. eh. Moritz Klönne. Prokuristen: Franz Kamrath, Friedrich Einbeck, Walter König, August Fritzen, Wilhelm Müller, Carl Hartmann, Theodor Siemers, Heinrich Herdemerten, Carl Winterkamp.
Handlungsbevollmächtiger: Wilhelm Lehmkühler.
QUELLE[Aug. Klönne (1929) 23]


ZEIT1929
THEMABiografie A. Klönnes und Geschichte des Unternehmens
TEXTAugust Klönne, der Gründer des gleichnamigen Werkes in Dortmund, wurde am 21. August 1849 in Mülsborn bei Meschede geboren. Sein Vater Friedrich hatte dort ein Gut gepachtet, nachdem er einige Jahre vorher das alte Rittergut Goldschmieding bei Castrop besessen hatte. Seine Mutter Auguste, geb. Greve, war eine Schwester des damaligen Bürgermeisters Greve von Bochum. Die Vorfahren Klönne stammten aus Hamm, wo sie in vier Generationen Mitglieder der Gilden waren. Einer von ihnen scheint sich durch kaufmännischen Weitblick ausgezeichnet zu haben, da er mit englischen Firmen Handel trieb. Die Beziehungen müssen auch außergeschäftlich gute gewesen sein, da einer der Londoner Kaufherren Pate eines Klönne wurde. Ein anderer Vorfahre dieses Namens lebte anfangs des 18. Jahrhunderts als Erbrichter in Soest. Friedrich Klönne hatte mit der Landwirtschaft kein Glück. Er siedelte nach Oberhausen über und starb dort als Geschäftsmann im Alter von 56 Jahren. Bei seinem Tode war das Vermögen aufgebraucht, so daß sein Sohn August nicht an ein akademisches Studium denken konnte, sondern die Schule mit der Primareife verlassen und für sich selbst sorgen mußte. Er ging nach Barop, um "bei einem Maschinenbauer in die Lehre zu treten" und arbeitete mehrere Jahre bei der Baroper Maschinenbau-A.-G. unter besonderer Anleitung des Direktors Winter praktisch. Zu dieser Zeit starb auch seine Mutter, so daß beide Eltern die große Hoffnung, die sie in ihren Sohn gesetzt hatten, nicht mehr in Erfüllung gehen sahen.
August Klönne sorgte nun für eine gründliche Ausbildung auf dem Konstruktionsbüro. Dabei dachte er schon damals an eine Betätigung auf dem Gebiete des Gasfaches. Hatte er bereits in Barop eine Petroleumgasanstalt zur Beleuchtung der Maschinenwerkstatt gebaut, so lernte er auf der Gasanstalt in Bochum das Steinkohlengas kennen und bewies dabei einen so guten Blick, daß in der Hauptsache nach seinen Plänen eine neue Gasanstalt in Bochum gebaut wurde. Gleichzeitig besuchte er die Bergschule dortselbst. Auch in seiner nächsten Stellung bei der Kölnischen Maschinen-A.-G. für Gasbehälterbau in Bayenthal bei Köln benutzte er jede freie Minute, um die ihm fehlende wissenschaftliche Bildung nachzuholen. Er nahm dort Unterricht bei einem zu jener Zeit sehr bekannten Zivilingenieur. Diese Tätigkeit wurde durch den deutsch-franzosi schen Krieg unterbrochen, den Klönne als Freiwilliger mitmachte, und zwar, da man ihn mehrerer Knochenbrüche wegen bei einer fechtenden Truppe nicht annehmen wollte, als Krankenträger.
Im Jahre 1873 erhielt er, 24 Jahre alt, die Stelle des Vorstandes der Gas- und Wasserwerke der Union in Dortmund, wobei ihm gleichzeitig das Amt eines "Kesselrevisionsingenieurs" übertragen wurde.
1874 siedelte er nach Dortmund über und verheiratete sich hier im nächsten Jahre mit Gertrud Haverkamp, die ihm eine treue Lebensgefährtin wurde und ihn durch Selbstlosigkeit, Sparsamkeit und liebevolles Eingehen auf seine Pläne in seinem Vorwärtskommen unterstützte.
Um diese Zeit schuf Klönne eine bahnbrechende Neuerung auf dem Gebiete der Gaserzeugungsöfen, und zwar durch Einführung der Generatorfeuerung. Nach seiner Erfindung erfolgten schon damals Neubauten in Dortmund, Wesel, Barmen, Elberfeld, Hannover, Eisenach und Turin. Er stand auch mit verschiedenen Städten in Verbindung wegen Übernahme der Stellung eines Gaswerksdirektors, so mit Krefeld, Witten und Heidelberg.
Nachdem seine Erfindungen, die für den Ofenbau vorbildlich und grundlegend wurden, patentiert worden waren, konnte er 1879 daran denken, ohne fremde Hilfe in Anspruch zu nehmen, sich selbständig zu machen. Am 1. Juli dieses Jahres gründete er in Dortmund ein Ingenieurbüro, das den Grundstock des heutigen Werkes bildete. Seine Öfen waren bald nicht nur in Deutschland, sondern auch in ganz Europa bekannt und fanden ebenso Einführung in den Vereinigten Staaten. Auf allen Gebieten der Erzeugung, Kühlung, Waschung, Reinigung, Beförderung und Aufspeicherung des Gases, sowie auch auf denjenigen der Kohlen- und Koksbehandlung machte Klönne zahlreiche Erfindungen, die deutlich beweisen, daß er die Bedeutung der sogenannten Nebenprodukte als einer der ersten erkannte. Am 15. Januar 1885 brachte der Berliner Börsenkurier einen Artikel über billige Gaspreise, der den Namen August Klönne auch in anderen Kreisen als denen der Gaserzeuger bekannt machte.
Die Eisenkonstruktionen, die heim Gaswerksbau nötig waren, legten Klönne den Gedanken nahe, eine eigene Konstruktionswerkstätte zu schaden. Nachdem er zunächst Werke dieser Art gepachtet hatte,, kaufte er im Jahre 1886 die Werkstätten der Dortmunder Brückenbau-Aktien-Gesellschaft (vorm. Karl Backhaus), Dortmund, aus denen sich die Weltfirma Aug. Klönne entwickelte. In den eigenen Werkstätten gelangte, Klönne gegen 1890 auf das Gebiet des Brücken- und Eisenhochbaues. Seine Erfolge hierin waren ebenso durchschlagend wie im Gaswerksbau. Bedeutende Ingenieurbauten aller Art legen beredtes Zeugnis dafür ab.
Im Jahre 1893 erweiterte er sein Arbeitsgebiet durch den Ankauf einer Brauerei und erwarb sich in kurzer Frist die nötigen Kenntnisse, um auch auf diesem Gebiete wettbewerbsfähig zu werden. Das Geheimnis des Erfolges dieses Mannes liegt wohl darin, daß er sich nicht auf sein großes praktisches Können, seine unermüdliche Arbeitskraft und seinen Willen zum Vorwärtskommen verließ, sondern stets nach wissenschaftlicher Erkenntnis strebte. Wie er noch als Direktor der Gas- und Wasserwerke der Dortmunder Union in seinen Abendstunden Privatunterricht in Sonderfächern der Chemie genommen hatte, so zog er als selbständiger Unternehmer Männer der Wissenschaft heran - von denen hier Geh. Regierungsrat Prof. Dr. Barkhausen, Hannover, Geh. Regierungsrat Prof. Dr. Müller-Breslau, Berlin und Geh. Regierungsrat Prof. Engesser, Karlsruhe, genannt sein sollen - um seine Entwürfe zu überprüfen und sie zur Forderung und Vertiefung seiner Ideen anzuregen. Daß die Wissenschaft ihrerseits August Klönne von allem Anfang an hoch einschätzte, bewies schon 1880 die Technische Hochschule in Aachen, als sie dem Dreißigjährigen einen Lehrstuhl für Maschinenwesen und Hüttenkunde antrug.
August Klönne führte neben seinem rastlosen Schaffen im Kampfe des Lebens ein überaus reiches und glückliches Familienleben. An der Seite der ihn ganz verstehenden Gattin war er seinen 5 Kindern, von denen seine beiden Söhne das Geschäft weiterführen, ein rührender Vater. Es zeichnete ihn aber auch eine verständige Sorge für das Wohl seiner Angestellten und Arbeiter aus, und er übte außerdem seine Wohltätigkeit im Stillen an Kirchen, Kranken- und Waisenhäusern aus. So ist es kein Wunder, daß eine große Zahl aufrichtiger Freunde und alle diejenigen, die in Geschäft und Wissenschaft mit ihm zusammenkamen, ihm hohe Achtung zollten und ihn ehrten als eine Gestalt, deren Charaktereigenschaften ebenso überragend waren wie seine geistigen Fähigkeiten. Er war ein Mann von sprühendem Temperament, ein geistvoller Unterhalter, immer wieder überraschend durch die Kühnheit und Natürlichkeit seiner Ideen und die Wärme seines Herzens, die ihm aus den Augen leuchtete. Müßig sah man ihn nie. Nur so ist es zu verstehen, daß er trotz seiner überreichen Arbeit Zeit fand, die Pferdezucht, die seine besondere Liebhaberei war, wissenschaftlich zu studieren und Musik und Literatur zu pflegen. Seine Lieblingsdichter waren Shakespeare und Reuter, eine für seine Art bezeichnende Wahl. Aus beiden pflegte er sich im Kreise der um ihn versammelten Familie und Freunde vorlesen zu lassen.
August Klönne starb am 30. Dezember 1908 in Unna-Königsborn; mit ihm ging nicht nur der alleinige Schöpfer und Leiter seines Werkes dahin, sondern auch das geistige Haupt der Familie und der verehrte Freund seiner Freunde - sein Tod riß eine tiefe Lücke.
QUELLE[Aug. Klönne (1929) 9]


ZEIT1929
THEMAWerksanlagen
TEXTDas Fabrikgelände der Firma Aug. Klönne liegt an der Weißenburger- und Körnebachstraße. Es umfaßt rd. 64.000 qm. Davon sind rd. 30.000 qm mit größtenteils neuzeitlichen Hallen überdacht. Die vor den Hallen liegenden, mit Kran- und Transportanlagen überspannten Lagerplätze umfassen etwa 24.000 qm. Jede der 6 großen Arbeitshallen ist 30 m breit und 170 bis 200 m lang. Daneben bestehen noch besondere Lager- und Geräteplätze am Vorbahnhof Lucas von etwa 14.000 qm Grundfläche.
Die einzelnen Werkstätten sind für die Bearbeitung des Materials mit neuzeitlichen Hochleistungsmaschinen und elektrischen Einzelantrieben ausgerüstet. Im Betriebe findet das autogene Schweißen und Schneiden, sowie das elektrische Schweißen nach dem Lichtbogen-Schweißverfahren Anwendung. Die Nietung erfolgt pneumatisch. Die zur Verfügung stehende Kraftmotorenstärke beträgt etwa 2000 PS., womit eine Produktion von über 30.000 t Jahresleistung erreicht werden kann. Der gesamte Betrieb ist nach neuzeitlichen Gesichtspunkten eingerichtet. Die einzelnen Arbeitsvorgänge sind zwangsläufig aneinander gereiht unter Anwendung der wirtschaftlichsten Arbeitsmethoden, so daß stets der höchste Leistungsgrad erreicht wird. Das Werk besitzt Eisenbahnanschluß an den Vorbahnhof Lucas (Köln-Mindener Eisenbahn). Durch eine großzügig angelegte elektrische Kran- und Transportanlage wird eine schnelle Ent- und Beladung der Eisenbahnwagen gewährleistet. Es ist großer Wert darauf gelegt, die teuren Transporte in Flurhöhe möglichst auszuschalten, deshalb sind in allen Arbeitshallen mehrere elektrische Krane, die über Flur auf Kranbahnen laufen, vorhanden, damit das Material auf schnellstem Wege und ohne Störung der anderen Arbeitsvorgänge transportiert werden kann. Das Arbeitsgebiet des Werkes umfaßt, wie oben im einzelnen ausgeführt ist, Brücken-und Eisenhochbau, Bergwerks- und Hüttenanlagen, Eisenwasserbau, Behälterbau jeder Art, Naß- und Trockengasbehälter, Rohrleitungen, Blechkonstruktionen, Gaswerkseinrichtungen jeder Größe, sowie maschinelle Transport- und Aufbereitungsanlagen. In seinem Aufbau ist das Werk als eines der größten seiner Art anzusprechen und durch seine Erzeugnisse in allen Ländern der Welt bekannt. Infolge des ständig wachsenden Bedarfes der Firma Klönne an feuerfesten Baustoffen und infolge der außerordentlich hohen Anforderungen, die heute an diese Stoffe gestellt werden, sah sie sich veranlaßt, eine eigene Schamotte- und Silika-fabrik, die Schamottewerke Klönne G.m.b.H. in Volmarstein ihrem Betriebe anzugliedern. Die Aufgabe der Schamottewerke Klönne besteht hauptsächlich darin, hochwertige Materialien zu erzeugen, in der Hauptsache Silika- und Silikalit-Steine. Um sich von fremden Betrieben möglichst unabhängig zu machen, hat die Firma ferner die Mehrheit der Aktien einer leistungsfähigen Gießerei und Maschinenfabrik, nämlich der "Kemag" Eisengießerei und Maschinenfabrik A.-G. zu Dortmund erworben. Hier werden die Armaturen und Gußteile hergestellt, die für den Gaswerksbau und die anderen Zweige des Geschältes benötigt werden.
QUELLE[Aug. Klönne (1929) 59]


ZEIT1929
THEMAleitende Mitarbeiter
TEXTZur Erfüllung seiner Lebensaufgabe bedurfte er der tatkräftigen und treuen Hilfe seiner Mitarbeiter. Aus der großen Reihe derer, die ihm zur Seite standen und die er hoch schätzte, seien hier genannt: 1. Ernst Bufleb, Leiter der kaufmännischen Abteilung und Cbefprokurist, eingetreten am 21. September 1885, verstorben am 7. April 1920 im Alter von 69 Jahren. 2. Otto Benninghoff, Oberingenieur und Leiter der Gasfach-Abteilung und Prokurist, eingetreten am 7. September 1879, verstorben am 8. Februar 1911 im Alter von 49 Jahren. 3. Johannes Schmidt, Oberingenieur und Leiter der Gasbehälterbau-Abteilung, eingetreten am 4. November 1880, seit dem 1. April 1919 im wohlverdienten Ruhestand. 4. Ludwig Rickelt, Oberingenieur und Leiter der Brückenbauabteilung und Prokurist, eingetreten am 1. Januar 1884, verstorben am 19. August 1926 im Alter von 76 Jahren. 5. Wilhelm Mensendieck, Oberingenieur und Reisevertreter der Gasfach-Abteilung und Prokurist, eingetreten am 1. Juli 1879, verstorben am 24. Mai 1914 im Alter von 64 Jahren. 6. Eduard Roth, Leiter der Montageabteilung und Prokurist, eingetreten am 2. Januar 1886, verstorben am 29. Oktober 1905 im Alter von 49 Jahren. 7. Ewald Baukenkrodt, Leiter der Montageabteilung und Prokurist, eingetreten am 1. Oktober 1885, verstorben am 1. Februar 1928 im Alter von 60 Jahren. 8. Richard Raßbach, Oberingenieur in der Hochbau-Abteilung und Prokurist, eingetreten am 16. Januar 1887, verstorben am 16. März 1917 im Alter von 60 Jahren. 9. Georg Schumacher, Oberingenieur in der Brückenbau-Abteilung und Prokurist, eingetreten am 8. August 1888, verstorben am l4. Februar 1929 im Alter von 79 Jahren. Auch die Namen Kugler, Forschepiepe, Frahne, Tiemann, Bach, von den Betriebsleitern Brand, Unverhau und Berse, von den Vorzeichnern Niermann und Wittschiebe, von den Meistern Brombach, Wittich, Tatsch, Watermann, von den Monteuren Brüder Brackmeyer, Baer, Gehring, Jennebach, sollen als mit dem Werden des Werkes aufs engste verknüpft nicht ungenannt bleiben.
QUELLE[Aug. Klönne (1929) 15]


ZEIT1929
THEMAGaswerksbau
TEXTKlönnes Werk haben wir bisher in kleinen Grundzügen schon kennen gelernt, denn es laßt sich von der Persönlichkeit seines Begründers kaum trennen. Die, Jahre 1879, 1885/86, in denen einmal das Konstruktionsbüro in Dortmund errichtet, dann der Grund und Boden der heutigen Werkstätten erworben wurden, sind wichtige, Wendepunkte. Wie das Jahr 1879 den Ausgangspunkt für das selbständige Wirken Klönnes auf dem Gebiete der Gastechnik bildet, so war mit den Jahren 1885 und 1886 die, Möglichkeit nicht nur für die eigene Herstellung der Eisenleile für den Gaswerksbau, sondern auch für die Aufnahme des Eisenhoch- und Brückenbaues gegeben. Gleichwohl hat Klönne schon vor diesen Jahren nennenswerte Leistungen aufzuweisen. Die ersten beiden Ofen (mit 6 und 3 Retorten), die, von einem gemeinschaftlichen, in einem, dritten Gewölbe zwischen den Ofen untergebrachten Generator geheizt wurden, hatte er schon 1874 erbaut. Die folgenden Neuerungen zeigen darin einen bemerkenswerten Fortschritt, daß jeder Ofen seinen besonderen Innengenerator erhielt. Gleich im ersten Jahre nach der Geschäftsgründung stellte Klönne auf der Ausstellung in Düsseldorf einen vollständigen Ofen mit drei Retorten ans, der die Aufmerksamkeit der in- und ausländischen Fachwelt erregte. Der auf Bild l dargestellte 9er Retortenofen machte den Namen Klönne weltbekannt. Schon um 1880 war die Leistungsfähigkeit der Klönne-Öfen von anerkanntem Rufe. In Düsseldorf z. B. vermochte man damals in einem Klönne-Ofen aus 100 kg Kohlen 29,60 cbm Gas zu gewinnen, während bis dahin Gasausbeuten von 24 bis 25 cbm als Spitzenleistung galten. Hand in Hand mit der fortschreitenden Entwicklung der Gaswerke wurden die Ansprüche an die Leistungsfähigkeit der Ofensysteme gesteigert. Man suchte neue Wege, um auf dem gleichen Raum ein Vielfaches der ursprünglichen Erzeugung zu erzielen. Dies konnte nur durch eine wesentliche Vergrößerung der Retortenladefähigkeit erreicht werden, und so kam man auf den Kammerofen. - Im Jahre 1892 wurde der erste Kammerofen durch die Firma Klönne mit einer Kammer von 5 t Kohlenladung entworfen und ausgeführt und damit der Anstoß zur Entwicklung des modernen Ofenbaues gegeben. Zunächst fand der Horizontalkammerofen Verwendung (Bild 2). Der erste Vertikalkammerofen wurde durch die Firma Klönne im Jahre 1908 in Dortmund gebaut (Bild 3). Die senkrecht gestellte Kammer wird durch einen Füllwagen geladen. Der Koks fällt infolge seines Eigengewichtes beim öffnen des unteren Kammerverschlusses selbsttätig heraus, so daß das Laden und Entladen der Kammern in kürzester Zeit erfolgt. Auch hier gelang es, die Leistungsfähigkeit fortwährend zu steigern, so daß heute Kammern mit mehr als 6,5 t Kohlenladung im Betrieh sind (Bild 4 und Bild 5). Entsprechend den Anforderungen der Werke werden die Öfen für 12- oder 24stündige Entgasungszeit gebaut. Ein weiterer Schritt zur Erleichterung des Ofenbetriebes geschah durch die Einführung des stetig betriebenen Vertikalkammerofens. Die Kohle wird hier dem Ofen oben selbsttätig zugeführt; sie entgast, während sie langsam durch die Kammer wandert. In ihrem unteren Teil wird der Koks durch Zuführung von Dampf gekühlt und automatisch ausgetragen (Bild 6). - Entsprechend den größeren Anforderungen an die Ofensysteme ging die Firma Klönne auch zum Bau von Zentral-Generatoranlagen über. Sie hat mehrfach größere Anlagen dieser Art errichtet, u. a. in Frankfurt a. M.-Ost (Bild 7). - Die Firma hat sich bei ihren Konstruktionen nicht darauf beschränkt, Einzelheiten für Gaswerke zu liefern, sondern sie hat schon frühzeitig den Bau und den Betrieb von vollständigen Werken aufgenommen. Zahlreiche Konzessions-Verträge mit größeren und kleineren Städten des In- und Auslandes haben es ermöglicht, die Annehmlichkeiten des Gases weitesten Schichten der Bevölkerung zugänglich zu machen. Auf Bild 8 ist das Werk für die Stadt Einbeck dargestellt, das von der Firma Klönne schlüsselfertig errichtet wurde, und das lange Jahre als Mustergaswerk galt. Auch nach dem Kriege wurden Ausführung und Finanzierung ganzer Gaswerksneubauten, so u. a. für die Stadt Gera übernommen. Die Gesamtansicht des Gaswerkes ist auf (Bild 10). Eine stattliche Anzahl von Patenten legt von der Vielseitigkeit der Betätigung der Firma Zeugnis ab. Die ersten datieren aus dem Jahre 1877 und sind auf Wascherkühler und Hochreiniger für die Entfernung des Schwefelwasserstoffes erteilt worden. Es folgen im Jahre 1884 Patente auf Kolonnenwäscher, die insbesondere auf Kokereien große Verbreitung gefunden haben. Eine hervorragende Neuerung stellt der Klönne'sche Raumkühler dar, der der Vorkühlung des Gases und der Teer- und Naphthalinausscheidung dient und auch heute noch in fast der gleichen Konstruktion gebaut wird. Er arbeitet nach dem Gegenstromprinzip in der Weise, daß die abfallenden Teernebel das Naphthalin aus dem aufsteigenden Gas aufnehmen (Bild 11). Auch sehr viele Neuerungen und Erfindungen auf dem Gebiete der Schwefelreinigung werden der Firma Klönne verdankt. Die alten Reiniger wurden von ihr durch die mehrstromige Führung und die zwangsweise Steuerung des Gases nach oben oder unten verbessert. Die Vierwegventile oder Steuertöpfe mit Wasserabschluß gehören ebenfalls hierher. Durch den Stromwechsel erreichte Klönne, daß auf derselben Grundfläche gegenüber früher ein mehrfaches Volumen Gas gereinigt werden konnte. Die erste dieser Anlagen wurde im Jahre 1901 in Gouda in Holland errichtet. Der damalige Direktor der Städtischen Gasanstalt Gouda, Prinz van Doesburgh, äußerte sich über die Anlage wie folgt: "Die Reinigerkasten mit regulierbarer Einströmung sind so ausgezeichnet, daß man beinahe vergessen könnte, daß ein Reinigerhaus besteht. Durchschnittlich haben wir jährlich 4 - 5 Kasten neu zu beschicken und ist das Eisenoxyd dann vollständig ausgenutzt. Regenerationsschuppen werden demzufolge nicht mehr benutzt. Ein Kasten, welcher mit einfachem Strom arbeitend, innerhalb ein paar Tagen 170 mm Widerstand gab, wurde nach einigen Minuten durch öffnen der Ventile auf 15 mm Widerstand reduziert. Kurzum, dieses Reinigersystem ist die beste Erfindung auf diesem Gebiete und eine Belästigung weniger bei der Gasfabrikation." Diese Reinigeranlagen traten einen unaufhaltsamen Siegeszug an. Heute sind fast sämtliche Reinigungsanlagen, große und kleine, nach diesem Prinzip ausgeführt. Die Gasfernversorgung macht ausschließlich von dieser Konstruktion Gebrauch. Die Firma Klönne ist auch wohl die erste gewesen, die die Anregung gab, die Reinigtmgskasten ins Freie zu setzen, wie dies z.B. bei den Gaswerken Gera, Rapperswil (Schweiz) und vielen Anlagen der Gasfernversorgung geschehen ist (Bild 12). Wenn früher nur gußeiserne Kasten zur Ausführung kamen, so war es wiederum Klönne, der einen mutigen und erfolgreichen Versuch mit schmiedeeisernen Kasten auf der Staatsgrube Bergmannsglück in Buer machte. Leichteres Gewicht erlaubte billigere Anlagekosten, und gleichzeitig entfiel die Gefahr der Sprünge im Gußeisen bei Bergschäden. Seitdem sind die schmiedeeisernen Kasten auf einer großen Anzahl weiterer Anlagen eingeführt, die sich sämtlich hervorragend bewähren (Bild 13).
Die Entwicklung des Gaswerksbaues zur gegenwärtigen Höhe wäre nicht möglich gewesen, wenn nicht mechanische Förderanlagen geschaffen worden wären. Wurden anfangs die Retortenöfen noch in der hergebrachten Weise mit der Schaufel von Hand geladen, so wurden bald besondere Lademulden gebaut, die mit mechanischen Vorrichtungen zum Heben und Senken versehen wurden. Mit ihrer Hilfe war es möglich, die oft abseits im Kohlenschuppen lagernde Kohle unmittelbar aufzunehmen und in die Retorten zu füllen. Auf diese Weise entstanden in den Gaswerken die ersten Gleisstränge und Drahtseilbahnen. Es ist bemerkenswert zu sehen, wie schnell dieses System der Hänge- und Schienenbahnen von den anderen Industriezweigen übernommen wurde, so daß heute kein industrielles Werk mehr ohne diese Art Innenbeförderung denkbar ist. - Vollzog sich bei diesen Transportanlagen die Beförderung der Kohlen vorwiegend in horizontaler Richtung, so stellten die stetig in die Höhe gehende Entwicklung der Gaserzeugungsöfen und die ständige Vergrößerung ihrer Kammern bald neue Aufgaben. Die fortwährend wachsende Höhe der Öfen erschwerte immer mehr ihre Beschickung. Klönne legte daher im Dachraume des Ofenhauses große Hochbehälter an, die in der Lage waren, den Bedarf eines ganzen Tages und mehr zu fassen. Becherwerke, Transportbänder, Kratzerketten (Bild 14) usw. schafften den Koks hinauf. Die Füllung der Öfen konnte nun innerhalb kurzer Zeit mühelos vorgenommen werden. Durch die Anlage der Hochbehälter wurde die ganze Art des Gebäudes selbst wesentlich beeinflußt. An Stelle der ehemaligen niedrigen, dumpfen Ofenhäuser entstanden jetzt hohe, helle, luftige Räume (Bild 15 und Bild 16). - Ähnlich wie die Beschickung der Öfen ursprünglich von Hand geschah, wurde auch der anfallende Koks von Hand durch Ziehhaken entfernt und meist unmittelbar am Ofen gelöscht. An Stelle der Ziehhaken traten Ziehmaschinen, die anfänglich noch von Hand, später hydraulisch bedient wurden. Jetzt erfolgte die Löschung nicht mehr am Ofen selbst, sondern Schlepprinnen mit fließendem Wasser schafften den Koks aus dem Ofenhaus und löschten ihn gleichzeitig. Je größer die Ladefähigkeit für die Ofeneinheiten wurde, um so mehr Sorgfalt mußte auf die Ausbildung der Kokstransportanlagen gelegt werden. Bemerkenswert ist die in Bild 17 enthaltene Darstellung des Kokstransportes für die Vertikalkammeröfen Rom, wo der aus der Kammer fallende Koks in einer hochgestellten Flachmulde aufgenommen wird. Der Wagen wird durch eine elektrisch angetriebene Lokomotive verfahren und elektrisch entleert. Entsprechend den wachsenden Anforderungen an die Qualität des Kokses mußte seiner Aufbereitung immer größere Aufmerksamkeit geschenkt werden. Die Konstruktion der Klönne'schen Koksaufbereitungsanlagen hat sich nicht nur auf Gaswerken, sondern auch auf modernen Kokereien eingeführt. Auf Bild 18 ist die für das Gaswerk Berlin-Charlottenburg gelieferte Brech- und Siebanlage dargestellt. Es gibt heute in Deutschland fast keine große Stadt mehr, die nicht mit einer Klönne-Aufbereitungsanlage ausgerüstet ist.
QUELLE[Aug. Klönne (1929) 31]


ZEIT1929
THEMABrückenbau
TEXTEin Gebiet, auf dem die Firma Klönne sich ebenfalls Weltruf zu schaffen verstanden hat, ist der gesamte Eisenbau, wozu besonders der eiserne Brückenbau, der Eisenhochbau, der Eisenwasserbau und bauliche Anlagen für den Bergbau zu rechnen sind. Es sei hier zunächst einiges über den Brückenbau gesagt: Schon Ende der 80er Jahre ging die Firma nach einer Reihe kleinerer Ausführungen zum Groß-Brückenbau über. Eins der ersten Werke dieser Art war die Eisenbahnbrücke über die Elbe bei Torgau (Bild 19) im Gewichte von 850 t. Anschließend hieran wurde die Eisenbahnbrücke über die Ruhr bei Kettwig im Gewicht von 560 t errichtet (Bild 20). Beide Bauwerke bestehen heute nicht mehr. Die starke Steigerung des Verkehrs bedingte ihren Ersatz durch neue Bauwerke.
In der Folgezeit baute die Firma Eisenbahn- und Straßenbrücken in großer Zahl; besonders die Ausführungen nach eigenen Entwürfen zeichneten sich durch architektonische Schönheit aus. Letztere wurden mit künstlerischer Einfühlung dem jeweiligen Landschaftsbilde angepaßt. Gleichgültig, ob sie im nordischen Flachland den breiten Weserstrom in kühnen Bogen überspannen, ob sie die felsigen Ufer der Donau miteinander verbinden, ob sie in wuchtiger Gestalt den stolzen Rheinstrom oder in geschmeidigen, fast zierlichen Formen als Kaisersteg die Spree überqueren, ob in Holland oder Frankreich, in den Staaten des Balkans, in Ägypten oder in der Türkei, in Argentinien oder Brasilien - überall sind sie Künder deutscher Ingenieurkunst und deutschen Kunstempfindens.
Einige der bemerkenswerten Brückenbauten mögen hier kurz erwähnt werden. Die viergleisige Eisenbahnbrücke über die Elbe bei Dresden, die in den Jahren 1897/98 mit einem Gewicht von 4750 t ausgeführt wurde, war ein bedeutendes Brückenbauwerk jener Zeit. Die Gesamtlänge beträgt 259 m, Gesamtbreite rund 20 m. Die Aufstellung der Brücke erfolgte mittels eiserner Hilfsbrücke (Bild 21). Die im Jahre 1902 bei Beverungen über die Weser erbaute Straßenbrücke hat ein Gewicht von 700 t. Mit drei schön geformten Bogenbrücken wird hier der Strom überspannt (Bild 22). Die Hohenzollernbrücke in Köln (Bild 23), deren dumpfes Dröhnen jeden von der rechten Rheinseite kommenden Reisenden daran erinnert, daß er über den Fluten des Vaters Rhein schwebt und das hl. Köln vor ihm liegt, ist zum Teil ein Werk der Firma Klönne. Es ist die große Mittelöffnung der Straßenbrücke von 167 m Spannweite und einem Gewicht von 3100 t, welche der Firma im Jahre 1909/10 zur Ausführung zufiel. Besonders schwierig war die Aufstellung, weil keine festen Gerüstteile im Strombett verwendet werden durften und die Brücke 1,5 m über ihrer endgültigen Lage montiert werden mußte, um Behinderungen der Schiffahrt zu vermeiden. Trotz dieser Schwierigkeiten gelang es, die Aufstellung in 6 Monaten durchzuführen.
Ein schönes Brückenbauwerk ist die 1914/15 über den Bahnhof Halle a. d. Saale (Bild 24) errichtete Hindenburgbrücke. Die Ausführung erfolgte mit einem Krag-träger-System, wobei die Mittelöffnung 127 m, die Seitenöffnungen je 74 m Spannweite erhielten. Das Gewicht der Brücke beträgt 2500 t.
Im Jahre 1912 erhielt die Firma Klönne auf Grund eines eigenen Entwurfes den Auftrag auf eine Kabel-Hängebrücke von 180 m Spannweite über einen Meeresarm bei Santos in Brasilien (Bild 25). Es ist eine Brücke für Straßenverkehr mit Straßenbahn, welche gleichzeitig zur Überführung schwerer Wasserleitungen dient. Abgesehen von der guten ästhetischen Wirkung der Hängebrücke, war diese Bauweise im vorliegenden Fall geboten, weil die Herstellung von Zwischenpfeilern und die Aufstellung fester Rüstungen unmöglich war. Mit Rücksicht auf den schwierigen Seetransport war eine weitgehende Auflösung der Kabel erforderlich. Diese bestanden aus 12 Einzelkabeln von je 65 mm und 4 Einzelkabeln von je 82 mm Durchmesser. Die gesamten Aufstellungsarbeiten erfolgten durch die Firma Klönne.
Zu den größten Eisenbahn-Drehbrücken des Kontinents gehört die zweigleisige Brücke bei Zaandam (Bild 26). Die Brücke hat eine Gesamtlänge von 264 m; der drehbare Mittelteil allein ist 128 m lang; jede der beiden festen Brücken mißt 68 m. Das gesamte Konstruktionsgewicht beträgt 2600 t. Die Brücke liegt 10 m über dem Wasser, so daß kleine Schiffe auch im geschlossenen Zustand unter der Brücke durchfahren können. Die große Eisenmasse des Mittelteiles von 1400 t Gewicht wird in weniger als zwei Minuten gedreht, um den Durchgang für große Seeschiffe freizugeben. Der Auftrag auf die 600 m lange Straßenbrücke über die Oder bei Fürstenberg wurde der Firma Klönne erteilt als Ergebnis eines engeren Wettbewerbs. Die Ausführung fiel in die Kriegsjahre 1914/15, die Vollendung in die Jahre 1918/19. Hier ist für alle Brückenöffnungen in konsequenter Weise die Bogenlinie durchgeführt, die ein äußerst befriedigendes ruhiges Bild ergibt. Der eiserne Sichelbogen der Strombrücke hat eine Spannweite von 103,5 m (Bild 27). Es sei auch die ebenfalls etwa 600 m lange Straßenbrücke über die Elbe bei Schönebeck erwähnt, die nach engerem Wettbewerb auf Grund eigenen Entwurfs der Firma Klönne in Auftrag gegeben wurde. Das Gewicht beträgt 2250 t (Bild 28). Aus den strombautechnischen Vorschriften ergab sich die Notwendigkeit, den gesamten Überbau der Brücke in Eisen auszuführen. Während die Strombrücke mit einer Stützweite von 133,56 m Bogenform und zwar Fachwerkbogen mit Zugband erhielt, war es möglich, die Überbauten der Flutbrücken als zusammenhängende Kraggelenkträger unter die Fahrbahn zu legen. Der Auftrag umfaßte die General-Unternehmung für den vollständigen Brückenbau einschließlich Pfeilerbauten mit anschließenden Brückenrampen. Die Arbeiten fielen in die Jahre 1910/12. Die neue zweigleisige Eisenbahnbrücke über den Rhein bei Wesel (Bild 29) wurde unter Beseitigung der vorhandenen alten Brücke 1926/27 erbaut. Die ruhigen Formen der Brücke passen sich der niederrheinischen Landschaft sehr gut an. Die vier Brücken-Öffnungen von je 100 m Spannweite im Gewicht von 4000 t wurden von der Firma Klönne gemeinsam mit einer anderen Firma ausgeführt. Bei der Aufstellung durften Eisenbahnverkehr und Schiffahrtsbetrieb nicht gestört werden. Es wurden deshalb zunächst auf einem unterhalb von Öffnung I und II errichteten Montage-Gerüst die neuen Überbauten neben den alten aufgestellt. Inzwischen wurden unter diesen Brücken vier feststehende Verschubbahnen hergerichtet. Nach Verbinden dieser beiden Brückenöffnungen, die später als kontinuierliche Balken auf drei Stützen wirken sollten, wurden diese auf Rollwagen gelagert. In gleicher Weise wurden die alten Überbauten abgesetzt-unmittelbar hieran schloß sich der Verschub-Vorgang, d. h. das Ausschieben der alten und das Einschieben der neuen Überbauten. Das gesamte hierbei bewegte Geweicht betrug rund 3500 t. Die Aufstellung der Überbauten für Öffnung III und IV erfolgte auf denselben Gerüsten. Nach Einschwimmen in die Öffnungen III und IV und Absetzen auf die hier errichteten Verschubbahnen vollzog sich der Auswechselungsvorgang in ähnlicher Weise. Im Jahre 1921 erhielt die Firma Klönne in Verbindung mit einer anderen Firma den Reparaturauftrag auf Entwurf und Lieferung einer Straßenbrücke über die Donau zwischen Novi-Sad und Peterwardein im Gewicht von 3400 t (Bild 30). Mit Rücksicht auf die zu erwartenden schwierigen Aufstellungsverhältnisse wurde ein Kragträger-System gewählt, dessen geschwungene Gurte äußerlich das schöne Bild einer Hängebrücke zeigen. Die Aufstellung der Brücke, die in den Jahren 1926/27 stattfand, mußte wegen des felsigen Untergrundes des Flußbettes ohne Aufstellungsgerüst vorgenommen werden. Die Seitenöffnungen wurden zunächst an Land montiert, dann durch Längsverschiebung auf Schiffe abgesetzt, eingeschwommen und auf die Pfeiler aufgelagert. Hierauf wurde der eingehängte Träger der Mittelöffnung ebenfalls eingeschwommen, hochgezogen und eingebaut. Auch an großen Brücken-Wettbewerben hat sich die Firma erfolgreich beteiligt. So wurden z. B. ihre Entwürfe bei den Wettbewerben der Ersatz-Schiffsbrücke Köln-Deutz (Bild 31) und der Kaiserbrücke in Bremen prämiiert (Bild 32). Neuerdings ist auch der von ihr in Gemeinschaft mit der Firma Louis Eilers, Hannover, eingereichte Entwurf über die Elbebrücke bei Tangermünde als einziger Entwurf vom Preisgericht für die Ausführung empfohlen worden.
QUELLE[Aug. Klönne (1929) 39]


ZEIT1929
THEMAEisenhochbau
TEXTSowohl an Zahl der Ausführungen wie an schöner und wirtschaftlicher Durchbildung bleiben die Klönne'schen Eisenhochbauten hinter den Brücken nicht zurück. Es handelt sich um Bauwerke für die Eisen- und Stahlindustrie (Bild 33), den Bergbau, die Maschinenindustrie, für die weiten Gebiete der chemischen Industrie, der Textilbranche usw., ferner um alle Eisenbauten für behördliche und kommunale Bedürfnisse wie Lokomotivschuppen, Güter- und Lagerhäuser, Gas-und Kraftwerksbauten, Stahlhäuser und Stahl-Skelettbauten. Die Ausführungen der Firma Klönne befinden sich in großer Mannigfaltigkeit nicht nur in der engeren Heimat, sondern in allen Teilen unseres deutschen Vaterlandes und im Auslande. Interessante und schwierige Bauwerke haben ebenfalls dazu beigetragen, den Namen Klönne in aller Welt bekannt zu machen. Im nachstehenden seien nur einige Beispiele aufgezählt:
Die Abteilung für Eisenhochbau hat allein in den letzten Jahrzehnten etwa 11000 t Eisenbauten für die Vereinigten Stahlwerke A.-G., Abteilung Hörder Verein, geliefert, umfassend Stahl- und Walzwerkshallen, Werkstättengebäude, Hochofengerüste usw. (Bild 34), ferner etwa 13000 t Eisenbauten für die Fried. Krupp A.-G. in Essen, etwa 12000 t Eisenkonstruktion der Walzwerkshallen der Adolf-Emil-Hütte in Esch (Bild 35), für die Gelsenkirchener Bergwerks A.-G., etwa 14 000 t Eisenkonstruktion für das Eisen-und Stahlwerk Hoesch A.-G. in Dortmund, umfassend Stahl- und Walzwerkshallen, Werkstättengebäude, Hochofen-Gasleitungen usw. (Bild 36). Eine besonders bemerken werte Ausführung war das 1908/09 erbaute Hochofenwerk Sakchi in Indien (Bild 37 und Bild 38), und zwar handelt es sich hierbei um die Errichtung von zwei vollständigen Hochöfen mit allen Zubehörteilen, einer Roheisen-Mischeranlage und einer Stahlwerksanlage im Gesamtgewichte von rund 4000 t. Der Firma Klönne fiel nicht nur die Lieferung der Konstruktionen mit den mechanischen Teilen zu, sondern auch die vollständige Montage in Indien. Eine neuzeitliche Agglomerieranlage wurde im Jahre 1922 auf der Ilseder Hütte in Groß-Ilsede erbaut. In enger Fühlungnahme mit der Hütte und der die Apparate liefernden "Lurgi"-Gesellschaft hat die Firma Klönne die Entwürfe für die gesamte Eisenkonstruktion ausgearbeitet und den Bau ausgeführt (Bild 39). Im Jahre 1929 wurde eine Bauanlage für die Kryolith-Mine in Ivigtut (Grönland) beendet. Es handelte sich um die Herstellung eines Fördergerüstes mit Separation und Silogebäude, Transportanlagen usw. im Gesamtgewichte von etwa 1800 t. Alle Arbeiten wurden bis zur betriebsfertigen Herstellung durchgeführt. Die Gesamtanlage zeigt Bild 40. An weiteren großen Auslandslieferungen sei noch erwähnt die Markthalle in Valparaiso (Bild 41) im Gesamtgewichte von rund 1000 t, die von der Firma Klönne geliefert und fertig aufgestellt wurde. Während des Weltkrieges wurden etwa 12000 t Eisenkonstruktion für Luftschiff-und Flugzeughallen geliefert und aufgestellt. Hierzu gehören u. a. die großen Doppelluftschiffhallen m Düsseldorf, Seerappen bei Königsberg und Nordholz bei Cuxhaven (Bild 42), letztere mit einer äußeren Breite von 80,90 m, Firsthöhe 4l m, Länge 260 m. Es sei hier auch die im Jahre 1927 errichtete Flugzeughalle Travemünde bei Lübeck (Bild 43) genannt.
Von den für Eisenbahndirektionen ausgeführten Eisenhochbauten zeigt Bild 44 den Hauptbahnhof Dresden, dessen große Halle 59 m Spannweite und 180 m Länge hat und dessen kleine Halle 32 m Spannweite und 250 m Länge. Gesamtgewicht etwa 3500 t. An größeren Bahnhofsbauten sei weiter noch erwähnt der Hauptbahnhof in Dortmund mit zwei Hallen von 22 m Spannweite und 200 m Länge (Bild 45) und die gesamte Eisenkonstruktion für Bahnsteighallen und Empfangsgebäude in Essen, Bahnsteighallen für Hauptbahnhof Kiel und Altona. Der Auftrag auf die Bahnsteighallen des neuen Bahnhofes in Sao Paulo (Brasilien) (Bild 46) wurde in internationalem Wettbewerb erteilt. Die Ausführung erfolgte nach eigenem Entwurf. 1913 wurden zwei Tribünen für den Dortmunder Reitverein errichtet.
QUELLE[Aug. Klönne (1929) 44]


ZEIT1929
THEMAEisenwasserbau
TEXTVon den zahlreichen Ausführungen der Firma Klönne auf diesem Gebiet, das insbesondere Schleusenbau, Schwimmdocks und Wehranlagen umfaßt, seien nur einige wenige herausgegriffen. Für den Bau der Kachletstufe bei Passau im Großschiffahrtswege Rhein-Main-Donau wurden 1923/24 die vollständigen Schleusentore entworfen, geliefert und betriebsfertig aufgestellt. Es kamen für die je 24 m breite Nord- und Südschleuse in Frage drei Paar Stemmtore von 13,2 m Höhe und 12,8 m Flügelbreite und ein Paar Stemmtore von 5,5 m Höhe und 12,8 m Flügelbreite (Bild 47 und Bild 48). Für dieses wichtige Bauwerk wurden außerdem schwimmende Dammbalken geliefert von 25,7 m Länge und 10,55 m Gesamtbauhöhe. Eine große Zahl weiterer Schleusentore der verschiedensten Bauarten für Binnenschiffahrtsschleusen sind aus den Werkstätten der Firma Klönne hervorgegangen. Im vorigen Jahre wurden die für den größten Hafenausbau Deutschlands, dem neuen Nordhafen in Bremerhaven, erforderlichen Schleusentore der Firma Klönne in Auftrag gegeben. Es handelt sich um 3 Schiebetore für eine lichte Durchfahrt von 45 m Weite. Die Tore selbst erhalten eine Höhe von 18,6 m. Das Konstruktionsgewicht beträgt rund 3000 t. Die Anlage befindet sich um 1929 in Ausführung. Der Bau wurde erforderlich, weil die Durchfahrtsöffnung der bestehenden Schleusen sich für die neuen Lloyd-Dampfer "Europa" und "Bremen" als zu klein erwies. Von wichtigeren, zur Zeit in Ausführung befindlichen Schleusentoren seien noch diejenigen der Seine-Schleuse bei Amfreville erwähnt. Es kommen zur Ausführung 2 Schiebetore von 17 m lichte Weite und l Paar Stemmtore von 15 m lichte Weite, sowie 9 Stück schwimmende Dammbalken. Von früheren Ausführungen größerer Hafen- bezw. Seeschleusentore seien noch 6 Paar Stemmtore für die Seeschleuse Terneuzen an der Maasmündung angeführt. Im Jahre 1902/04 lieferte die Firma Klönne für die Stadt Rotterdam ein Schwimmdock mit einer Tragfähigkeit von 16000 t. Das Dock hat seinen Liegeplatz im Hafen von Rotterdam. Das Konstruktionsgewicht betrug 6500 t (Bild 49). Das Dock wurde für Selbstdockung eingerichtet. Die 170 m langen und 11 m hohen Seitenkästen ruhen auf 7 Pontons von je 36 m Länge und 23 m Breite. Die chilenische Kriegsmarine beauftragte die Firma Klönne im Jahr 1907 mit der Lieferung eines Schwimmdocks für den Kriegshafen Talcahuano (Bild 50). Die Tragfähigkeit betrug 2500 t, genügte also zum Docken von Torpedobooten und kleinen Kreuzern. Das Konstruktionsgewicht betrug 653 t. Das Dock wurde der Marineverwaltung betriebsfähig an Ort und Stelle übergeben. Als Beispiel für ausgeführte Wehranlagen sei diejenige des Weser-Wehres bei Dörverden erwähnt, die im Jahre 1911/12 erbaut wurde. Diese Anlage besteht aus 2 Segmentwehren von je 16 m Lichtweite und 2 Schützenwehren von je 36 m Lichtweite, Stauhöhe 4,6 m. Die Segmentwehre sind absenkbar eingerichtet und dienen zur Stauregulierung. Die beiden Schützenwehre bestehen aus Griesständern, die an der Wehrsohle verriegelt sind und zwischen denen sich die Schützen bewegen. Die Griesständer sind so miteinander verbunden, daß in jeder Wehröffnung von 36 in lichte Weite zwei Klappen entstehen. Die Einrichtung ist dergestalt getroffen, daß im Notfalle bei Hochwassergefahr jede Klappe von 18 m Breite entriegelt werden kann. Dadurch wird sofort eine Durchflußöffnung von 18m Breite freigegeben, durch die gefahrdrohendes Hochwasser schnell abfließt (Bild 51). Es sei bemerkt, daß die Firma Klönne auf dem Gebiet des Eisenwasserbaues über verschiedene eigene Patente verfügt.
QUELLE[Aug. Klönne (1929) 47]


ZEIT1929
THEMAEisenbau für bergbauliche Anlagen
TEXTDas Arbeitsgebiet der Firma Klönne erstreckt sich auch auf den gesamten Eisenbau, der für bergbauliche Anlagen benötigt wird. Es wurden in den letzten Jahrzehnten zahlreiche Fördergerüste geliefert, darunter für die Gewerkschaft Glückauf Sondershausen (Bild 52), Auguste Viktoria (Bild 53), Schacht Rheinelbe III, Vereinigte Stahlwerke A.-G., Abtlg. Bergbau, Gelsenkirchen (Bild 54), Gewerkschaft Großherzog Wilhelm Ernst in Oldisleben (Bild 55) und viele andere. Einen modernen Eisenbau zeigt die Abbildung der Kohlenseparation der Zeche Erin, Vereinigte Stahlwerke A.-G., Abtlg. Bergbau, Dortmund (Bild 56). Neben den Eisenbauten für Förderanlagen, Separationen usw. wurden zahlreiche Förder- und Kettenbahnbrücken geliefert, sowie Förderkörbe (Bild 57), Aufzüge, Wipper, Rätter, Becherwerke usw. für bergbauliche Betriebe ausgeführt.
QUELLE[Aug. Klönne (1929) 50]


ZEIT1929
THEMAGasbehälterbau
TEXTDen Bau von Gasbehältern nahm die Firma Klönne schon sehr früh auf. Bereits vor Gründung der Firma hatte August Klönne im Jahre 1874 für die Dortmunder Union den ersten Gasbehälter mit eisernem, oberirdischem Bottich gebaut. Er zeigte hierbei auch gleich sein Konstrukteur- und Erfindertalent. Wurden früher die Wasserbecken aus Mauerwerk oder Gußeisen ganz oder teilweise ins Erdreich eingelassen, so ist es Klönnes Verdienst, Behälter mit freistehendem, eisernem Becken in das Gasfach eingeführt zu haben. Bekannt sind auch die Verbesserungen an den Führungsgerüsten. An (anglich wurde die Art der Führungsgerüste beibehalten, wie sie bei Behältern mit versenktem Becken verwendet wurde, natürlich mit den Abänderungen, die durch die eiserne Wandung bedingt waren. Bald aber erkannte die Firma die Nachteile dieser Radialführungsgerüste und es gelang ihr, nach verschiedenen Versuchen ein Tangentialführungsgerüst zu konstruieren, das sich auf das beste bewährte und alle Nachteile der Radialführung vermied. Später wurde noch die sogenannte Vollstrahlführung entworfen, die erstmalig bei einem Gasometer in Wesel im Jahre 1908 zur Ausführung kam (Bild 58). Ein Verdienst der Firma Klönne ist es ferner, den ersten größeren oberirdischen Gasbehälter mit Ringbecken entworfen und ausgeführt zu haben. Als es galt, in Amsterdam für den großen Gasbehälter von 100000 cbm Fassungsraum auf einem sehr schlechten Baugrund eine geeignete Konstruktion zu finden, um die Wassermassen des Beckens so gering wie möglich zu halten, bot die Firma Klönne ihr neu entworfenes Ringbecken an. Die Konstruktion fand allseitige Bewunderung und der Firma Klönne wurde der Zuschlag erteilt. Konstruktion und Ausführung bewahrten sich glänzend. Breit und mächtig steht dieser Gasbehälter da, ein Wahrzeichen deutschen Erfindergeistes und deutscher Ingenieurkunst (Bild 59). Einige Gasbehälterbauten seien noch besonders erwähnt.
Bild 60 stellt einen Behälter alter Bauart im Gebäude dar, der im Jahre 1895 errichtet wurde und aus einem Teleskop und einer Glocke besteht, mit einem Fassungsraum von 30000 cbm. Bild 61 zeigt einen Gasbehälter mit schmiedeeisernem Flachbodenbecken, drei Teleskopauszügen und einer Glocke. Das Führungsgerüst ist für tangentiale und radiale Führung konstruiert. Der für die Vereinigten Stahlwerke, Kokerei Zeche Tremonia in Dortmund erbaute Behälter von 20000 cbm Inhalt hat ein schmiedeeisernes Flachbodenbecken, zwei Teleskopauszüge und eine Glocke (Bild 62). Bild 63 stellt einen Teleskopgasbehälter von 5000 cbm dar, bestehend aus einem Teleskopauszug und einer Glocke. Das Betonbecken ist in den Erdboden eingelassen. Dieser Behälter wurde für einen ursprünglichen Fassungsraum von 2500 cbm im Jahre 1903 erbaut und im Winter 1928/29 bei strengstem Frost während des Betriebes teleskopiert. Bild 64 und Bild 65 zeigen die Arbeiten während der Teleskopierung. Die Glocke ist während dieser Zeit nicht eine Stunde außer Betrieb gewesen. Zu erwähnen ist noch der Gasbehälter in Hamburg-Altona, der nach dem Gadd'schen System im Jahre 1893 mit einem Fassungsvermögen von 33000 cbm erbaut wurde (Bild 66). Bei dieser Ausführung drehen sich die Glocken und die beiden Teleskopauszüge schraubenförmig aus- und meinander. Der Behälter ist die einzige Ausführung seiner Art in Deutschland. Auch dem neuesten Gasbehältertyp, dem sogenannten Druckgasbehälter in Form einer Kugel, hat die Firma Klönne schon seit längerer Zeit ihre Aufmerksamkeit zugewandt (Bild 67). In Verhandlungen mit den deutschen Genehmigungsbehörden hat sie Richtlinien für die Abnahme solcher Behälter aufgestellt und geklärt, so daß auch diesem Behälter, der in der Hauptsache in der Ferngasversorgung Verwendung findet, die Wege geebnet wurden. In neuerer Zeit geht man, namentlich bei größeren Gasbehältern, zu dem System der sogenannten wasserlosen oder Trocken-Gasbehälter über. Die Vorzüge dieser Behälterart gegenüber den Behältern mit Wasserbecken bestehen hauptsächlich in dem geringen Gewicht und dem gleichmäßigen Abnahmedruck. Nach mehrjährigen kostspieligen Versuchen ist es der Firma Klönne gelungen, einen Behälter zu konstruieren, der allen Anforderungen an einen neuzeitlichen Behälter in jeder Weise entspricht. Die Erfindung ist im deutschen Reich und in den wichtigsten Kulturländern der Erde patentiert worden. Eine Reihe von Verbesserungen und Neuerungen ist zum Patent angemeldet. Der neue Behälter besteht aus einem Zylindermantel, der durch ein Kuppeldach abgedeckt ist. In dem Behalter bewegt sich ein Kolben auf und ab, der aus einer versteiften Blechkuppel besteht. An dem Bande des Kolbens befindet sich ein doppelter Kranz von Holzrollen, die eine sichere Führung des Kolbens gewährleisten und dessen Schiefstellen verhindern. Die Abdichtung zwischen Kolben und Mantel erfolgt durch einen elastischen freihängenden Dichtungsring, der mittels Gegengewichte an die Behälterwand gepreßt wird und mit seinem unteren Ende in eine mit Öl gefüllte Ringtasse eintaucht. Die Vorzüge des neuen Behälters bestehen neben dem geringeren Gewicht und dem gleichmäßigen Abgabedruck darin, daß zu dessen Betrieb weder Pumpen, noch Motore, noch eine Heizung erforderlich sind. In seinem Äußeren bietet der Behälter durch seine zylindrische Form und die Kuppeldecke ein gefälliges Aussehen, das durch einen passenden Anstrich noch gehoben werden kann. Ein Beweis für die Güte dieses Behälters ist die Tatsache, daß die Firma Klönne in weniger als zwei Jahren 10 Behälter dieser Art in der Größe von 6000 bis zu 50000 cbm Inhalt ausgeführt bzw. in Auftrag genommen hat. Bild 68 und Bild 69 zeigen die Behälter in Herne und Lünen.
QUELLE[Aug. Klönne (1929) 51]


ZEIT1929
THEMABehälterbau
TEXTGleichzeitig mit der Aufnahme des Gasbehälterbaues wurde eine besondere Abteilung für den Bau von Behältern aller Art, Blechkonstruktionen und Bohrleitungen eingerichtet. Auch auf diesem Gebiete errang die Firma schnell eine führende Stellung. Sehr erfolgreich war sie im Bau von Hochbehältern, wofür sie mehrere wichtige Patente, z. B. Nr. 107890 und 223941 besaß, nach denen mehrere hundert Stück ausgeführt wurden. Eine besondere Bauart sind die Kugelbehälter, die die Firma zuerst auf den Markt gebracht hat, und die heute ein Wahrzeichen des rheinisch-westfälischen Industriegebietes sind. Es gibt im deutschen Reiche fast keinen größeren Bahnhof, auf dem nicht ein Klönne-Behalter zu sehen ist. Die Hochbehälter werden auf gemauertem oder eisernem Unterbau errichtet. Wie die Abbildungen zeigen, kann sowohl bei eisernen als auch bei steinernen Unterbauten dem Bauwerk eine besondere künstlerische Note gegeben werden, um seine Form dem Gelände and der Umgebung anzupassen. Sehr bemerkenswert ist in dieser Hinsicht der Wasserturm in Peking (Bild 70), der mit reichen Verzierungen versehen ist. Seine Form ist im chinesischen Stil gehalten und es scheint, als sei er unmittelbar aus der Landschaft emporgewachsen. Auch der Wasserturm Probstheida der Stadt Leipzig, gegenüber dem Völkerschlachtdenkmal (Bild 71), paßt sich dem Landschaftsbilde sehr gut an. Erwähnenswert ist ferner der Wasserturm Leutzsch bei Leipzig (Bild 72), dessen eiffelturmartige Ausführung dem Bauwerk einen besonderen Charakter verleiht. Dieses Bauwerk dient zugleich als Aussichtsturm. Von den Wasserbehältern mit eisernem Unterbau seien genannt der Wasserturm Celaya in Mexiko (Bild 73), der Wasserturm der Deutschen Solvay-Werke in Borth bei Büderich (Bild 74), der Wasserturm der Società  "Ilva" Savona in Italien (Bild 75), der Turm mit 6 Behältern der Gewerkschaft Friedrich der Große in Herne (Bild 76) und der Wasserturm für den Bahnhof Gelsenkirchen-Bismarck (Bild 77). Auch auf die beiden Schornsteinbehälter der Grube Phönix in Mumsdorf (Bild 78) sei verwiesen.
Neben diesen Wasserbehältern sind zahlreiche Behälter, Silos und Tankanlagen im In- und Auslande geliefert zur Aufspeicherung von Getreide, Soda, Zement, Petroleum, Teer usw. Es mögen erwähnt werden die beiden Sodabehälter der Deutschen Solvay-Werke in Saaralben in Elsaß-Lothringen (Bild 79), die Siloanlage zur Aufspeicherung von Getreide in Bremen, sie wurde im Jahre 1909 für einen Fassungsraum von 16.000 t errichtet und im Jahre 1927 auf 20.000 t vergrößert (Bild 80). Eine ähnliche Anlage von gleicher Größe ist in den Jahren 1911/12 in Saloniki errichtet worden (Bild 81). Ferner sind zu nennen die 16 Erzsilos der Società "Ilva" Savoiia in Italien (Bild 82), die beiden Petroleumgasbehälter der Deutsch-Russischen Naphtha-Importgesellschaft in Berlin (Bild 83), die Schwefelsäurebehälter in Kugelform für die I.G. Farbenindustrie (Bild 84), die 19 Tanks der Deutschen Vacuum Oil Company, Hamburg, für das Lager Schulau (Bild 85) und die Tankanlage der Rhenania-Ossag Mineralölwerke A.-G. in Hamburg (Bild 86). Einen augenfälligen Beweis für die Leistungsfähigkeit der Firma auf dem Gebiete der Blechkonstruktionen zeigt Bild 87, das die elektrische Gasreinigungsanlage der Vereinigten Stahlwerke A.-G. in Gelsenkirchen mit einer Stundenleistung von 90.000 cbm darstellt.
Für den Bahnhof Hanau-Ost wurde eine Lokomotiv-Bekohlungsanlage errichtet, die aus 50 einzelnen Zellen besteht und ein Bauwerk eigenartiger Konstruktion darstellt (Bild 88). Für die Hüttenwerke sind umfangreiche Roh- und Reingasleitungen, Cowper, Staubtöpfe usw. geliefert, bei denen die schwierigsten Blechkonstruktionen angewandt wurden. Eine größere Anzahl Düker- und Turbinenrohre wurden für Hamburg, die Edertalsperre und für das im Bau begriffene Kraftwerk bei Niederwartha geliefert.
QUELLE[Aug. Klönne (1929) 56]