Aug. Kl├Ânne


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Aug. Kl├Ânne: Gesamtansicht Werksanlagen Aug. Kl├Ânne: Bearbeitungshalle Aug. Kl├Ânne: Zusammenbauhallen Aug. Kl├Ânne: Kesselbauhalle
Aug. Kl├Ânne: Maschinenbauhalle Aug. Kl├Ânne: Schamottewerke Volmarstein Aug. Kl├Ânne: Oker-Br├╝cke Aug. Kl├Ânne: Elbebr├╝cke Sch├Ânebeck
Aug. Kl├Ânne: Donaubr├╝cke Novi-Sad Aug. Kl├Ânne: Br├╝ckenentwurf K├Âln-Deutz Aug. Kl├Ânne: Entwurf Kaiserbr├╝cke Bremen Aug. Kl├Ânne: Bahnhof Sao Paulo
Aug. Kl├Ânne: F├Ârderkorb Aug. Kl├Ânne: Kugelbeh├Ąlter Aug. Kl├Ânne: Otto Benninghoff Aug. Kl├Ânne: Ernst Bufleb
Aug. Kl├Ânne: Johannes Schmidt Aug. Kl├Ânne: Wilhelm Mensendieck Aug. Kl├Ânne: Ludwig Rickelt Aug. Kl├Ânne: Eduard Roth
Aug. Kl├Ânne: Richard Ra├čbach Aug. Kl├Ânne: Ewald Baukenkrodt Aug. Kl├Ânne: Georg Schumacher Aug. Kl├Ânne: August Kl├Ânne


Allgemeines

FirmennameAug. Kl├Ânne
OrtssitzDortmund
Stra├čeWei├čenburger Str. 75
Art des UnternehmensStahlbauunternehmen
Anmerkungen1892: Kontor: Heiligenweg 10. Besitzer: Ingenieur Aug. Kl├Ânne (s.d.); Prokuristen: Frau Gertr. Kl├Ânne, E. Bufleb, Wilh. Mensendieck u. Fritz Pr├Âbsting. 1995: "Thyssen-Kl├Ânne GmbH", 44789 Bochum, Christstr. 9/33; 2012: Baldusstr. 13, Tel.; 0203/4498300. 2012: 19.000 qm Hallenfl├Ąchen wurden vom neuen Eigent├╝mer f├╝r Logistik-Zwecke saniert; 2.100 qm B├╝rofl├Ąche verf├╝gbar [www.immobilienscout24.de]. Nutzer (2013) die Firmen "Logistik-Firma L-Shop Team" und "Scholz Edelstahl GmbH" [http://www.lokalkompass.de/dortmund-ost].
Quellenangaben[Aug. Kl├Ânne, Denkschrift (1929)] [Jahrbuch der dt. Braunkohlen...Industrie (1913)] [Adressbuch Elektr.-Branche (1892) 107] [Eisenbahnwesen der Gegenwart 2 (1911) 494] Wikipedia
Hinweise[Gl├╝ckauf (1907) Anzeige]




Unternehmensgeschichte

Zeit Ereignis
21.08.1849 August Kl├Ânne, Gr├╝nder des gleichnamigen Dortmunder Stahlbauunternehmens, wird in M├╝lsborn bei Meschede geboren. - Sein Vater Friedrich hat dort ein Gut gepachtet, nachdem er einige Jahre vorher das alte Rittergut Goldschmieding bei Castrop besessen hatte. Seine Mutter Auguste, geb. Greve, ist eine Schwester des B├╝rgermeisters Greve von Bochum. Die Vorfahren Kl├Ânne stammen aus Hamm, wo sie in vier Generationen Mitglieder der Gilden waren.
17.12.1878 Geburt der beiden S├Âhne August Kl├Ânnes und seiner Frau, Gertrud, geb. Haverkamp, der Zwillingsbr├╝der Max und Moritz, in Dortmund. - Moritz Kl├Ânne studiert von 1897 bis 1899 Rechtswissenschaft in M├╝nchen und bis 1904 Ingenieurwissenschaften in Hannover.
01.07.1879 A. Kl├Ânne macht sich in Dortmund mit einem Ingenieurb├╝ro und den unter seinem Namen erteilten Patenten f├╝r den Gasofenbau selbst├Ąndig. Er entwickelt zahlreiche Verbesserungen, die bei der Erzeugung von Kokereigas n├╝tzlich sind.
01.07.1879 Wilhelm Mensendieck, Oberingenieur und Reisevertreter der Gasfach-Abteilung und Prokurist, tritt in das Unternehmen ein.
07.09.1879 Otto Benninghoff, Oberingenieur und Leiter der Gasfach-Abteilung und Prokurist, tritt in das Unternehmen ein.
04.11.1880 Johannes Schmidt, Oberingenieur und Leiter der Gasbeh├Ąlterbau-Abteilung, tritt in das Unternehmen ein.
01.01.1884 Ludwig Rickelt, Oberingenieur und Leiter der Br├╝ckenbauabteilung und Prokurist, tritt in das Unternehmen ein.
21.09.1885 Ernst Bufleb, Leiter der kaufm├Ąnnischen Abteilung und Chefprokurist, tritt in das Unternehmen ein.
01.10.1885 Ewald Baukenkrodt, Leiter der Montageabteilung und Prokurist, tritt in das Unternehmen ein.
1886 August Kl├Ânne kauft die Werkst├Ątten der "Dortmunder Br├╝ckenbau-Aktien-Gesellschaft, vorm Karl Backhaus" auf. Kl├Ânne erweiterte die Produktionspalette um den Bereich Br├╝cken- und Eisenhochbau: er baut Gasbeh├Ąlter, Wasserbeh├Ąlter, Eisenbahnbr├╝cken, Bahnhofshallen, Schleusen, Wehre und Schiffshebewerke.
02.01.1886 Eduard Roth, Leiter der Montageabteilung und Prokurist, tritt in das Unternehmen ein.
16.01.1887 Richard Ra├čbach, Oberingenieur in der Hochbau-Abteilung und Prokurist, tritt in das Unternehmen ein.
08.08.1888 Georg Schumacher, Oberingenieur in der Br├╝ckenbau-Abteilung und Prokurist, tritt in das Unternehmen ein.
1892/93 August Kl├Ânne kauft die Adlerbrauerei in Unna
1893 Bau eines Gasbeh├Ąlters in Hamburg-Altona, nach dem Gadd'schen System mit einem Fassungsverm├Âgen von 33000 cbm erbaut. Bei dieser Ausf├╝hrung drehen sich die Glocken und die beiden Teleskopausz├╝ge schraubenf├Ârmig aus- und meinander. - Der Beh├Ąlter ist die einzige Ausf├╝hrung seiner Art in Deutschland.
1896 Zweigleisiger Ausbau der Torgauer Eisenbahnbr├╝cke durch einen zweiten Br├╝ckenzug. Erbauer: Aug. Kl├Ânne, Dortmund
1898 Bau der Bahnsteighallen des Dresdner Hauptbahnhofs
1899 Bau der Stadtbr├╝cke Gr├╝nhain (l= 185,5 m, h= 15,8 m), Kuttenbachbr├╝cke (l= 87,1 m, h= 8,58 m) und Fuchsbrunnbr├╝cke (l= 63,1 m, h= 16,74 m) der Bahnstrecke Zw├Ânitz ? Scheibenberg ("S├Ąchsiche Aussichtsbahn"). Kl├Ânne bietet 883.700,00 Mark f├╝r die Erbauung aller Br├╝cken. F├╝r den ersten Teilabschnitt Zw├Ânitz?Gr├╝nhain (Sektion I) erh├Ąlt Aug. Kl├Ânne den Zuschlag (drei Br├╝cken), f├╝r die vier Br├╝cken der Sektion II (Gr├╝nhain?Scheibenberg) die "K├Ânigin-Marien-H├╝tte", Cainsdorf. Die erste Zugfahrt findet am 11.12.1899 statt.
1900 Beim zweigleisigen Ausbau der Unteren Ruhrtalbahn (Kettwig - Mintard - Saarn - M├╝lheim-Broich) wird in Kettwig westlich neben die erste M├╝lheimer die zweite M├╝lheimer Br├╝cke gebaut, eine Stahlbr├╝cke mit zwei B├Âgen.
01.03.1901 Bau der Marienbr├╝cke (Eisenbahnbr├╝cke) ├╝ber die Elbe in Dresden durch Aug. Kl├Ânne. Inbetriebnahme am 1. M├Ąrz 1901
1902 Bau der Bahnsteighallen des Hauptbahnhofs in Essen. - Sie werden im Zweiten Weltkrieg zerst├Ârt.
1903/04 Bau des Wasserturms in Groitzsch durch Aug. Kl├Ânne, Dortmund, ein 45 m hohes Stahlskelettbauwerk mit quadratischem Gruneri├č und quadratischem Kopf (noch 100 Jahre sp├Ąter in Nutzung)
1904 Richard M├╝ller (*18.02.1877 +18.11.1930) arbeitet als Bauingenieur bei Kl├Ânne
1904/05 Bau des Wasserturms in Dortmund-Lanstrup ("Lanstruper Ei") durch Aug. Kl├Ânne. Es ist ein Barkhausen-Beh├Ąlter mit einem zylindrischen Zwischenst├╝ck zwischen zwei Halbkugeln. Das Bauwerk ist 14 Meter breit, inklusive Ger├╝st 55,5 Meter hoch und wiegt 180 Tonnen, sein Fassungsverm├Âgen betr├Ągt 2000 cbm. Er versorgt die Stadtteile Lanstrop, Derne, Mengede, Brambauer und Teile von L├╝nen. - Durch den hohen Wasserverbrauch der umliegenden Zechen Gneisenau, Preu├čen, Scharnhorst und Minister Achenbach kann die Wasserversorgung ohne einen solchen Hochbeh├Ąlter nicht mehr sichergestellt werden. 1981 wird der Betrieb als Wasserturm eingestellt, seit 1985 ist der Turm als Baudenkmal in die Denkmalliste der Stadt Dortmund eingetragen.
1905 Moritz Kl├Ânne tritt in das Unternehmen seines Vaters ein. Er ist f├╝r die Abteilungen Stahlbr├╝ckenbau, Stahlhochbau und Stahlwasserbau zust├Ąndig.
29.10.1905 Tod Eduard Roth, Leiter der Montageabteilung und Prokurist, im Alter von 49 Jahren
1907/08 Bau des Wasserturms des Eisenbahn-Betriebswerks Berlin Anhalter Bahnhof (sp├Ąer: Gel├Ąnde des Deutschen Technikmuseums)
1907 Fertigstellung der Drehbr├╝cke ("Hembrug") ├╝ber den Nordseekanal bei Zaandam durch Aug. Kl├Ânne, Dortmund. Bauzeit: 1903 bis 1907
1907 Bau eines Schwimmdocks f├╝r den Kriegshafen Talcahuano. Die Tragf├Ąhigkeit betr├Ągt 2500 t, gen├╝gt also zum Docken von Torpedobooten und kleinen Kreuzern. Das Konstruktionsgewicht betr├Ągt 653 t. Das Dock wird der Marineverwaltung betriebsf├Ąhig an Ort und Stelle ├╝bergeben.
1908 Bau des 44 m hohen F├Ârderger├╝sts mit Schachtgeb├Ąude und H├Ąngebank des "Petersenschachtes" des Kaliwerks "Gl├╝ckauf" in Sondershausen, ein Doppelbock-F├Ârderger├╝st, auf Wunsch des F├╝rsten mit Jugendstilelementen, vom Eiffelturm inspiriert.
1908 Bau eines zweiteiligen Telekopgasbeh├Ąlters mit Vollstrahlf├╝hrung, Inhalt 3.100 cbm f├╝r die Stadt Wesel
30.12.1908 Tod des Gr├╝nders August Kl├Ânne in seiner Villa in Unna-K├Ânigsborn. Er wird in der Familiengruft auf dem Ostenfriedhof Dortmund beigesetzt. - Seine Sohne, die Zwillingsbr├╝der Max und Moritz (*17.12.1878), werden seine Nachfolger.
1909 Bau eines des neuen Silos mit 16.000 t Fassungsverm├Âgen f├╝r die Rolandm├╝hle in Bremen, bestehend aus 12 zylindrischen, eisernen Zellen auf einem Unterbau aus Eisenbeton. H├Âhe: 45 m - der 1910 vmtl. gr├Â├čte in Europa.
1910 Bau der Bahnsteighallen des Hauptbahnhofs in Dortmund (im Kriege zerst├Ârt)
1910/11 Bau des Br├╝ckenensembles Unionstra├če, Eisenbahn├╝berf├╝hrung zum Dortmunder Hauptbahnhof, durch Aug. Kl├Ânne
08.02.1911 Tod von Otto Benninghoff, Oberingenieur und Leiter der Gasfach-Abteilung und Prokurist, im Alter von 49 Jahren
22.05.1911 In K├Âln wird die Hohenzollernbr├╝cke im Beisein von Kaiser Wilhelm II. eingeweiht. Beteiligt ist neben anderen Firmen Aug. Kl├Ânne (mittlerer ├ťberbau, l= 167 m, b= 18,3 m, vmtl. f├╝r die Stra├čenbr├╝cke), und an den Planungen ist Moritz Kl├Ânne beteiligt.
1912 Bau einer Kabel-H├Ąngebr├╝cke ├╝ber einen Meeresarm in Santos durch Aug. Kl├Ânne, Dortmund
30.11.1912 Bau der Elbebr├╝cke Sch├Ânebeck durch Aug. Kl├Ânne, Dortmund. Sie wird ab 1910 gebaut und am 30. November eingeweiht. Der Br├╝ckenzug besteht aus vier Abschnitten, der 25,7 m langen westlichen Flutbr├╝cke, der Strombr├╝cke sowie der ├Âstlichen Vorlandbr├╝cke mit zehn ├ľffnungen. ├ťber der Schifffahrts├Âffnung wird ein Bogenfachwerktr├Ąger mit Zugband und einer St├╝tzweiten von 133,5 m montiert. Als Konstruktionselement des ├ťberbaus der ├Âstlichen, 425,6 m langen Vorlandbr├╝cken wurden genietete Strebenfachwerktr├Ąger mit Pfosten und mit obenliegender Fahrbahn gew├Ąhlt. Der Br├╝ckenteil geh├Ârt zu den ├Ąltesten Stahlbr├╝cken dieser Gr├Â├če in Deutschland. In L├Ąngsrichtung sind Gerbertr├Ąger mit eingeh├Ąngten Koppeltr├Ągern als Bauwerkssystem vorhanden. Vier Felder haben bei 3,4 m Tr├Ągerh├Âhe eine St├╝tzweite von 56,0 m, sechs Felder spannen mit 2,34 m hohen Tr├Ągern 33,6 m weit. Die Pfeiler sind auf Holzpf├Ąhlen gegr├╝ndet. Die Br├╝cke, insbesondere die Strombr├╝cke, war von Bruno M├Âhring im Jugendstil gestaltet worden.
1913 Bau des Wasserturms in Haltingen f├╝r die Badische Staatsbahn. Der 25 m hohe Turm ruht Ringfundament aus Steinquadern mit 8,50 Meter Durchmesser. Ein 10 Meter hohes, aus acht St├Ąndern zusammengesetztes Stahlger├╝st dient als Turmschaft und verj├╝ngt sich von 8,20 Meter auf 6,40 Meter Durchmesser. Die vertikalen St├Ąnder sind zur Aussteifung mit horizontalen und sich kreuzenden Streben verbunden. Auf dem Schaft ruht ein kugelf├Ârmiger Wasserbeh├Ąlter mit einem Fassungsverm├Âgen von 500 Kubikmetern.
1913-1916 Bau der drei Stahlb├Âgen des Ruhr-Viadukts bei Witten im Bereich des M├╝hlengrabens durch Aug. Kl├Ânne, Dortmund. Bahnstrecke Witten - Schwelm. Die Br├╝cke hat im s├╝dlichen Bereich 17 Betonb├Âgen mit Sandsteinverkleidung. Freigabe der Br├╝cke erst am 04.10.1926
1913-1916 Bau der Hindenburgbr├╝cke (sp├Ąter: Berliner Br├╝cke) in Halle (Saale) durch Aug. Kl├Ânne, Dortmund, eine Dreifeldbr├╝cke als genietete Stahlfachwerkkonstruktion, von R. Jung und Th. Siemers. Sie ├╝berspannt mit St├╝tzweiten von 125 Metern im Mittelfeld und 75 Metern in den Endfeldern, mit einer Gesamtl├Ąnge von 275 Metern den G├╝terbahnhof Halle (Saale) sowie die vom Hauptbahnhof nach Norden f├╝hrenden Streckengleise. Obwohl einer H├Ąngebr├╝cke ├Ąhnlich, entspricht die Z├╝gelgurtkonstruktion statisch dem Prinzip von Auslegertr├Ągern. - Die Br├╝cke wird wegen starker Korrosionssch├Ąden im bis zum 03.06.2006 verschrottet und durch eine Schr├Ągseilbr├╝cke ersetzt.
1913 Errichtung von zwei Trib├╝nen f├╝r den Dortmunder Rennverein
1914 Bau des Wasserturms in der Vetschauer Stra├če in Cottbus durch Aug. Kl├Ânne, Dortmund
1914-1917 Bau von Luftschiff-Hangars in Nordholz, D├╝sseldorf, Seerappen (Ostpreu├čen)
24.05.1914 Tod Wilhelm Mensendieck, Oberingenieur und Reisevertreter der Gasfach-Abteilung und Prokurist, im Alter von 64 Jahren
16.03.1917 Tod von Richard Ra├čbach, Oberingenieur in der Hochbau-Abteilung und Prokurist, im Alter von 60 Jahren
1918/19 Fertigstellung der Stra├čenbr├╝cke bei F├╝rstenberg (Oder). Der Auftrag auf die 600 m lange Br├╝cke ├╝ber die Oder bei F├╝rstenberg wurde der Firma Kl├Ânne erteilt als Ergebnis eines engeren Wettbewerbs. Die Ausf├╝hrung fiel in die Kriegsjahre 1914/15, die Vollendung in die Jahre 1918/19. Hier ist f├╝r alle Br├╝cken├Âffnungen in konsequenter Weise die Bogenlinie durchgef├╝hrt, die ein ├Ąu├čerst befriedigendes ruhiges Bild ergibt. Der eiserne Sichelbogen der Strombr├╝cke hat eine Spannweite von 103,5 m.
01.04.1919 Johannes Schmidt, Oberingenieur und Leiter der Gasbeh├Ąlterbau-Abteilung, tritt in den Ruhestand.
07.04.1920 Tod von Ernst Bufleb, Leiter der kaufm├Ąnnischen Abteilung und Chefprokurist, im Alter von 69 Jahren
1921 Moritz Kl├Ânne wird Mitglied der Handelskammer Dortmund.
1921 Moritz Kl├Ânne wird Dr.-Ing. E.h. der Abteilung f├╝r Bauingenieurwesen der Technischen Hochschule Darmstadt
01.01.1923 Die von Kl├Ânne gebaute Ofenanlage des neuen Gaswerks in Gera ist betriebsf├Ąhig.
1926-1927 Bau von neuen Strom├╝berbauten der Eisenbahn-Rheinbr├╝cke bei Wesel. Sie hat vier Spannweiten zu je 104,52 m und ist ein Rautenfachwerk nach dem Entwurf und Bauleiter, dem Reichsbahn-Oberrat Friedrich Krabbe (*06.06.1877). Die ├ťberbauten der beiden mittleren Felder (II und III) werden auf einem Montageger├╝st neben Feld II montiert und quer eingeschoben (Feld II) bzw. in Feld III eingeschwommen. Die Felder I und IV werden neben den alten montiert und quer eingeschoben. Ausf├╝hrung des Stahlbaus durch "Aug. Kl├Ânne", Dortmund, und durch die Gutehoffnungsh├╝tte, Oberhausen. Gesmtkosten: 2,9 Millionem RM. - Die Br├╝cke wird am 10.03.1945 von deutschen Pionieren gesprengt.
1926-1927 Im Jahre 1921 erhielt die Firma Kl├Ânne in Verbindung mit einer anderen Firma den Reparaturauftrag auf Entwurf und Lieferung einer Stra├čenbr├╝cke ├╝ber die Donau zwischen Novi-Sad und Peterwardein im Gewicht von 3400 t. Mit R├╝cksicht auf die zu erwartenden schwierigen Aufstellungsverh├Ąltnisse wurde ein Kragtr├Ąger-System gew├Ąhlt, dessen geschwungene Gurte ├Ąu├čerlich das sch├Âne Bild einer H├Ąngebr├╝cke zeigen. Die Aufstellung der Br├╝cke, die in den Jahren 1926/27 stattfindet, mu├čte wegen des felsigen Untergrundes des Flu├čbettes ohne Aufstellungsger├╝st vorgenommen werden. Die Seiten├Âffnungen wurden zun├Ąchst an Land montiert, dann durch L├Ąngsverschiebung auf Schiffe abgesetzt, eingeschwommen und auf die Pfeiler aufgelagert. Hierauf wurde der eingeh├Ąngte Tr├Ąger der Mittel├Âffnung ebenfalls eingeschwommen, hochgezogen und eingebaut.
19.08.1926 Tod von Ludwig Rickelt, Oberingenieur und Leiter der Br├╝ckenbauabteilung und Prokurist, im Alter von 76 Jahren
1927 Aug. Kl├Ânne baut einen Wasserflugzeug-Hangar in Travem├╝nde
1927 Erweiterung des Getreidesilos f├╝r die Rolandm├╝hle in Bremen auf 20.000 t (24 Zellen)
1928 Moritz Kl├Ânne wird Vizepr├Ąsident der Internationalen Vereinigung f├╝r Br├╝cken- und Hochbau.
1928 Bau der Br├╝cken Nr. 4 und Nr. 6 der Erzbahn in Bochum (vom Rhein-Herne-Kanal zum Bochumer Verein) durch "Aug. Kl├Ânne", Dortmund
1928 August Kl├Ânne erh├Ąlt zusammen mit "Louis Eilers", den "Mitteldeutschen Stahlwerken" und "Gr├╝n & Bilfinger" den ersten Preis (unter zw├Âlf beteiligten Firmen) beim Wettbewerb f├╝r die Elbebr├╝cke bei Tangerm├╝nde (durchlaufende Blechtr├Ągerbr├╝cke, St├╝tzweiten: 25 m, 115,08 m und 58,20 m, ferner Vorlandbr├╝cke mit 21 ├ľffnungen ├á 30 m = 832 m lang)
01.02.1928 Tod Ewald Baukenkrodt, Leiter der Montageabteilung und Prokurist, im Alter von 60 Jahren
Winter 1928/29 Bei strengstem Frost Umbau des Gasbeh├Ąlters im Gaswerk Wernigerode (2.500 cbm Inhalt) in einen Teleskopbeh├Ąlter mit 5.000 cbm Inhalt umgebaut.
14.02.1929 Georg Schumacher, Oberingenieur in der Br├╝ckenbau-Abteilung und Prokurist, verstirbt im Alter von 79 Jahren.
1931 Beginn der Stahlbauarbeiten f├╝r das Schiffshebewerk Niederfinow. Daran sind die Unternehmen August Kl├Ânne, Dortmund; J. Gollnow & Sohn, Stettin; die Gutehoffnungsh├╝tte AG, Oberhausen, und die Mitteldeutschen Stahlwerke AG, Lauchhammer, beteiligt. Die Pl├Ąne gehen zum Teil auf Moritz Kl├Ânne zur├╝ck. (Abschlu├č der Arbeiten: 1933)
1931 Bau des Stahlskelett-Tragwerks der Essener Hauptpost durch Aug. Kl├Ânne
1934 Die Firma "Aug. Kl├Ânne" ist am Bau des Hauptbahnhofs in Duisburg beteiligt.
1938 Bau eines Scheibengasbeh├Ąlters in Gelsenkirchen-Horst (Fassungsverm├Âgen: 600.000 cbm, H├Âhe: 150 m, Stahlgewicht: 5000 t
1940 Die Firma "Aug. Kl├Ânne" ist am Bau Schleusentore in Wilhelmshaven beteiligt.
1941 Die Firma "Aug. Kl├Ânne" ist am Bau der K├Âln-Rodenkirchener Autobahnbr├╝cke beteiligt. (Durch einen Luftangriff am 14. Januar 1945 zerst├Ârt und in ├Ąhnlicher Form wieder aufgebaut)
1945 Tod von Dr. h. c. Max Kl├Ânne
13.01.1962 Tod von Moritz Kl├Ânne in Salzburg
1966 ├ťbernahme durch die Thyssen-R├Âhrenwerke AG
2014 Sanierungsarbeiten an den leerstehenden Kl├Ânne-Werkhallen durch das Stahlbauunternehmen "Heines Montagebau" in Brilon. St├╝tzen, Kranbahnen und die waagerechten Binder (Blechtr├Ąger) bleiben erhalten, die Dachkonstruktion (flaches Satteldach, auf den Bindern aufgelagert, mit Windverb├Ąnden in den Dachfl├Ąchen) werden erneuert.




Produkte

Produkt ab Bem. bis Bem. Kommentar
Bahnhofshallen 1911 [Eisenbahnwesen der Gegenwart 2 (1911) 495] 1911 [Eisenbahnwesen der Gegenwart 2 (1911) 495] z.B. Essen Hbf, Dresden Hbf, Dortmund Hbf, Altona Hbf, Kiel Hbf
Dampfkessel 1892 [Adressb. Elektr.-Branche (1892)] 1892 [Adressb. Elektr.-Branche (1892)] Unischer, ob auch Dampferzeuger (sonst als solche in keiner Quelle)
F├Ârderger├╝ste 1913 [Jahrbuch der dt. Braunkohlen-... (1913)] 1913 [Jahrbuch der dt. Braunkohlen-... (1913)]  
F├Ârderger├╝ste 1913 [Jahrbuch der dt. Braunkohlen-... (1913)] 1913 [Jahrbuch der dt. Braunkohlen-... (1913)]  
Gasbeh├Ąlter         In Kooperation mit der TH Hannover und TH Berlin Konstruktion des ersten oberirdischen Gasringbeh├Ąlters
Gaswerkseinrichtungen 1879 Beginn als Ingenieurb├╝ro 1925 Gaswerk Gera Gaswerksbau bis 1886 in angemieteten Werkst├Ątten. Baute die ersten ersten Horizontal- und Vertikalkammer├Âfen.
Hochbeh├Ąlter 1886 seitdem eigener Stahlbau 1913 [Jahrbuch der dt. Braunkohlen-... (1913)]  
Hochbeh├Ąlter 1886 seitdem eigener Stahlbau 1913 [Jahrbuch der dt. Braunkohlen-... (1913)]  
Hochbeh├Ąlter 1886 seitdem eigener Stahlbau 1913 [Jahrbuch der dt. Braunkohlen-... (1913)]  
Kokerei-Nebenproduktanlagen 1890 Beginn ca.      
Schiffshebwerke 1890 Beginn ca. 1911 [Jahrbuch der dt. Braunkohlen-... (1913)] Den Stahlbau daf├╝r
Schleusen 1890 Beginn ca. 1911 [Jahrbuch der dt. Braunkohlen-... (1913)] Den Stahlbau daf├╝r
Stahl-Hochbau 1890 Beginn ca. 1913 [Jahrbuch der dt. Braunkohlen-... (1913)] Kauf der "Dortmunder Br├╝ckenbau AG" schon 1886
Stahlbau 1886 Kauf der "Dortmunder Br├╝ckenbau AG" 1929 50j. Jubil├Ąum In Zus.-Arb. mit Wissenschaftlern wie Prof. Dr. Barkhausen, Hannover; Prof. Dr. M├╝ller-Breslau, Berlin, und Prof. Engesser, Karlsruhe
Stahlbr├╝cken 1890 Beginn ca. 1911 [Jahrbuch der dt. Braunkohlen-... (1913)] Kauf der "Dortmunder Br├╝ckenbau AG" schon 1886. Z.B.: Drehbr├╝cke Zaandam und Hohenzollerbr├╝cke K├Âln (1910)
Wehre 1890 Beginn ca. 1911 [Jahrbuch der dt. Braunkohlen-... (1913)] Kauf der "Dortmunder Br├╝ckenbau AG" schon 1886




Betriebene Dampfmaschinen

Bezeichnung Bauzeit Hersteller
Dampfmaschine   Eisenwerk Carlsh├╝tte




Maschinelle Ausstattung

Zeit Objekt Anz. Betriebsteil Hersteller Kennwert Wert [...] Beschreibung Verwendung
1927 Lichtbogenschwei├čmaschinen   Hauptwerk unbekannt          
1927 Motoren   Hauptwerk unbekannt Leistung 2000 PS    
1927 pneumatische Nietmaschinen   Hauptwerk unbekannt          




Betriebsanlagen

Zeit Betr.-Teil Fl├Ąche bebaut Gleis Whs Betr. in Kommentar
1929 Hauptwerk 64000 30000 1     6 Hallen je 30 m breit und 170 - 200 m lang. 24.000 qm Lagerpl├Ątze




Personal

Zeit gesamt Arbeiter Angest. Lehrl. Kommentar
1913 2260 2000 260    




Produktionszahlen

von bis Produkt im Jahr am Tag Einheit
1927 1927 Stahlbau (Kapazit├Ąt) 30000 100 t




Firmen-Änderungen, Zusammenschüsse, Teilungen, Beteiligungen


Zeit = 1: Zeitpunkt unbekannt

Zeit Bezug Abfolge andere Firma Kommentar
1892 Nebenwerk danach Linden- und Adlerbrauerei GmbH Adlerbrauerei 1892 oder 1893 von Kl├Ânne erworben




Allgemeines

ZEIT1911
THEMAElbebr├╝cke in Sch├Ânebeck
TEXTDer Bau einer neuen Elbbr├╝cke, welche die Stadt Sch├Ânebeck a. d. Elbe ausf├╝hrt, wird seit Oktober 1910 eifrig gef├Ârdert. Die Br├╝cke soll den bisherigen F├Ąhrbetrieb zwischen Sch├Ânebeck und Gr├╝newalde abl├Âsen und bereits am 1. April 1912 dem Verkehr ├╝bergeben werden. Das Bauwerk, das einen Kostenaufwand von l 1/4 Mill. Mark erfordert, hat eine L├Ąnge von rund 950 m und eine Nutzbreite von 13 m. Die Schiffahrt├Âffuung am Sch├Ânebecker Ufer wird durch einen Zweigelenkbogen, bei dem der wagerechte Schub durch Zugband aufgehoben wird, ├╝berspannt und zeigt die stattliche
Weite von 133.156 m. F├╝r die Flut├Âffnungen am rechten Ufer ist ein Gerber-Fachwerkbalken mit obenliegender Fahrbahn vorgesehen, der dem Hochwasser durch weitere zehn ├ľffnungen Abflu├č verschafft, von denen vier die Spannweite von je 56 m und sechs eine solche von je 33,60 m haben. Au├čerdem wird noch eine st├Ądtische Stra├če mit einem von Pendels├Ąulen unterst├╝tzten Blechtr├Ąger ├╝berbr├╝ckt. Die Ausgangspunkte der Rampen liegen auf dem Marktplatz in
Sch├Ânebeck und auf dem rechten Elbuler etwa 80 m hinter dem Deich in Gr├╝newalde. Die Bauleitung ist von den st├Ądtischen K├Ârperschaften dem Regierungsbaumeister a.D. Kaertge ├╝bertragen worden. Die Ausf├╝hrung der Arbeiten hat die Firma "Aug. Kl├Ânne" in Dortmund ├╝bernommen, von der die Firma "B. Liebold & Co., A.-G." in Holzminden-Berlin als Unternehmer f├╝r die Wasser- und Tiefbauarbeiten verpflichtet worden ist.
QUELLE[Zentralbl Bauverw (1911) 232]


ZEIT1927
THEMAUnternehmensleitung
TEXTInhaber: Dr. Ing. eh. Max Kl├Ânne und Dr. Ing. eh. Moritz Kl├Ânne. Prokuristen: Franz Kamrath, Friedrich Einbeck, Walter K├Ânig, August Fritzen, Wilhelm M├╝ller, Carl Hartmann, Theodor Siemers, Heinrich Herdemerten, Carl Winterkamp.
Handlungsbevollm├Ąchtiger: Wilhelm Lehmk├╝hler.
QUELLE[Aug. Kl├Ânne (1929) 23]


ZEIT1929
THEMABiografie A. Kl├Ânnes und Geschichte des Unternehmens
TEXTAugust Kl├Ânne, der Gr├╝nder des gleichnamigen Werkes in Dortmund, wurde am 21. August 1849 in M├╝lsborn bei Meschede geboren. Sein Vater Friedrich hatte dort ein Gut gepachtet, nachdem er einige Jahre vorher das alte Rittergut Goldschmieding bei Castrop besessen hatte. Seine Mutter Auguste, geb. Greve, war eine Schwester des damaligen B├╝rgermeisters Greve von Bochum. Die Vorfahren Kl├Ânne stammten aus Hamm, wo sie in vier Generationen Mitglieder der Gilden waren. Einer von ihnen scheint sich durch kaufm├Ąnnischen Weitblick ausgezeichnet zu haben, da er mit englischen Firmen Handel trieb. Die Beziehungen m├╝ssen auch au├čergesch├Ąftlich gute gewesen sein, da einer der Londoner Kaufherren Pate eines Kl├Ânne wurde. Ein anderer Vorfahre dieses Namens lebte anfangs des 18. Jahrhunderts als Erbrichter in Soest. Friedrich Kl├Ânne hatte mit der Landwirtschaft kein Gl├╝ck. Er siedelte nach Oberhausen ├╝ber und starb dort als Gesch├Ąftsmann im Alter von 56 Jahren. Bei seinem Tode war das Verm├Âgen aufgebraucht, so da├č sein Sohn August nicht an ein akademisches Studium denken konnte, sondern die Schule mit der Primareife verlassen und f├╝r sich selbst sorgen mu├čte. Er ging nach Barop, um "bei einem Maschinenbauer in die Lehre zu treten" und arbeitete mehrere Jahre bei der Baroper Maschinenbau-A.-G. unter besonderer Anleitung des Direktors Winter praktisch. Zu dieser Zeit starb auch seine Mutter, so da├č beide Eltern die gro├če Hoffnung, die sie in ihren Sohn gesetzt hatten, nicht mehr in Erf├╝llung gehen sahen.
August Kl├Ânne sorgte nun f├╝r eine gr├╝ndliche Ausbildung auf dem Konstruktionsb├╝ro. Dabei dachte er schon damals an eine Bet├Ątigung auf dem Gebiete des Gasfaches. Hatte er bereits in Barop eine Petroleumgasanstalt zur Beleuchtung der Maschinenwerkstatt gebaut, so lernte er auf der Gasanstalt in Bochum das Steinkohlengas kennen und bewies dabei einen so guten Blick, da├č in der Hauptsache nach seinen Pl├Ąnen eine neue Gasanstalt in Bochum gebaut wurde. Gleichzeitig besuchte er die Bergschule dortselbst. Auch in seiner n├Ąchsten Stellung bei der K├Âlnischen Maschinen-A.-G. f├╝r Gasbeh├Ąlterbau in Bayenthal bei K├Âln benutzte er jede freie Minute, um die ihm fehlende wissenschaftliche Bildung nachzuholen. Er nahm dort Unterricht bei einem zu jener Zeit sehr bekannten Zivilingenieur. Diese T├Ątigkeit wurde durch den deutsch-franzosi schen Krieg unterbrochen, den Kl├Ânne als Freiwilliger mitmachte, und zwar, da man ihn mehrerer Knochenbr├╝che wegen bei einer fechtenden Truppe nicht annehmen wollte, als Krankentr├Ąger.
Im Jahre 1873 erhielt er, 24 Jahre alt, die Stelle des Vorstandes der Gas- und Wasserwerke der Union in Dortmund, wobei ihm gleichzeitig das Amt eines "Kesselrevisionsingenieurs" ├╝bertragen wurde.
1874 siedelte er nach Dortmund ├╝ber und verheiratete sich hier im n├Ąchsten Jahre mit Gertrud Haverkamp, die ihm eine treue Lebensgef├Ąhrtin wurde und ihn durch Selbstlosigkeit, Sparsamkeit und liebevolles Eingehen auf seine Pl├Ąne in seinem Vorw├Ąrtskommen unterst├╝tzte.
Um diese Zeit schuf Kl├Ânne eine bahnbrechende Neuerung auf dem Gebiete der Gaserzeugungs├Âfen, und zwar durch Einf├╝hrung der Generatorfeuerung. Nach seiner Erfindung erfolgten schon damals Neubauten in Dortmund, Wesel, Barmen, Elberfeld, Hannover, Eisenach und Turin. Er stand auch mit verschiedenen St├Ądten in Verbindung wegen ├ťbernahme der Stellung eines Gaswerksdirektors, so mit Krefeld, Witten und Heidelberg.
Nachdem seine Erfindungen, die f├╝r den Ofenbau vorbildlich und grundlegend wurden, patentiert worden waren, konnte er 1879 daran denken, ohne fremde Hilfe in Anspruch zu nehmen, sich selbst├Ąndig zu machen. Am 1. Juli dieses Jahres gr├╝ndete er in Dortmund ein Ingenieurb├╝ro, das den Grundstock des heutigen Werkes bildete. Seine ├ľfen waren bald nicht nur in Deutschland, sondern auch in ganz Europa bekannt und fanden ebenso Einf├╝hrung in den Vereinigten Staaten. Auf allen Gebieten der Erzeugung, K├╝hlung, Waschung, Reinigung, Bef├Ârderung und Aufspeicherung des Gases, sowie auch auf denjenigen der Kohlen- und Koksbehandlung machte Kl├Ânne zahlreiche Erfindungen, die deutlich beweisen, da├č er die Bedeutung der sogenannten Nebenprodukte als einer der ersten erkannte. Am 15. Januar 1885 brachte der Berliner B├Ârsenkurier einen Artikel ├╝ber billige Gaspreise, der den Namen August Kl├Ânne auch in anderen Kreisen als denen der Gaserzeuger bekannt machte.
Die Eisenkonstruktionen, die heim Gaswerksbau n├Âtig waren, legten Kl├Ânne den Gedanken nahe, eine eigene Konstruktionswerkst├Ątte zu schaden. Nachdem er zun├Ąchst Werke dieser Art gepachtet hatte,, kaufte er im Jahre 1886 die Werkst├Ątten der Dortmunder Br├╝ckenbau-Aktien-Gesellschaft (vorm. Karl Backhaus), Dortmund, aus denen sich die Weltfirma Aug. Kl├Ânne entwickelte. In den eigenen Werkst├Ątten gelangte, Kl├Ânne gegen 1890 auf das Gebiet des Br├╝cken- und Eisenhochbaues. Seine Erfolge hierin waren ebenso durchschlagend wie im Gaswerksbau. Bedeutende Ingenieurbauten aller Art legen beredtes Zeugnis daf├╝r ab.
Im Jahre 1893 erweiterte er sein Arbeitsgebiet durch den Ankauf einer Brauerei und erwarb sich in kurzer Frist die n├Âtigen Kenntnisse, um auch auf diesem Gebiete wettbewerbsf├Ąhig zu werden. Das Geheimnis des Erfolges dieses Mannes liegt wohl darin, da├č er sich nicht auf sein gro├čes praktisches K├Ânnen, seine unerm├╝dliche Arbeitskraft und seinen Willen zum Vorw├Ąrtskommen verlie├č, sondern stets nach wissenschaftlicher Erkenntnis strebte. Wie er noch als Direktor der Gas- und Wasserwerke der Dortmunder Union in seinen Abendstunden Privatunterricht in Sonderf├Ąchern der Chemie genommen hatte, so zog er als selbst├Ąndiger Unternehmer M├Ąnner der Wissenschaft heran - von denen hier Geh. Regierungsrat Prof. Dr. Barkhausen, Hannover, Geh. Regierungsrat Prof. Dr. M├╝ller-Breslau, Berlin und Geh. Regierungsrat Prof. Engesser, Karlsruhe, genannt sein sollen - um seine Entw├╝rfe zu ├╝berpr├╝fen und sie zur Forderung und Vertiefung seiner Ideen anzuregen. Da├č die Wissenschaft ihrerseits August Kl├Ânne von allem Anfang an hoch einsch├Ątzte, bewies schon 1880 die Technische Hochschule in Aachen, als sie dem Drei├čigj├Ąhrigen einen Lehrstuhl f├╝r Maschinenwesen und H├╝ttenkunde antrug.
August Kl├Ânne f├╝hrte neben seinem rastlosen Schaffen im Kampfe des Lebens ein ├╝beraus reiches und gl├╝ckliches Familienleben. An der Seite der ihn ganz verstehenden Gattin war er seinen 5 Kindern, von denen seine beiden S├Âhne das Gesch├Ąft weiterf├╝hren, ein r├╝hrender Vater. Es zeichnete ihn aber auch eine verst├Ąndige Sorge f├╝r das Wohl seiner Angestellten und Arbeiter aus, und er ├╝bte au├čerdem seine Wohlt├Ątigkeit im Stillen an Kirchen, Kranken- und Waisenh├Ąusern aus. So ist es kein Wunder, da├č eine gro├če Zahl aufrichtiger Freunde und alle diejenigen, die in Gesch├Ąft und Wissenschaft mit ihm zusammenkamen, ihm hohe Achtung zollten und ihn ehrten als eine Gestalt, deren Charaktereigenschaften ebenso ├╝berragend waren wie seine geistigen F├Ąhigkeiten. Er war ein Mann von spr├╝hendem Temperament, ein geistvoller Unterhalter, immer wieder ├╝berraschend durch die K├╝hnheit und Nat├╝rlichkeit seiner Ideen und die W├Ąrme seines Herzens, die ihm aus den Augen leuchtete. M├╝├čig sah man ihn nie. Nur so ist es zu verstehen, da├č er trotz seiner ├╝berreichen Arbeit Zeit fand, die Pferdezucht, die seine besondere Liebhaberei war, wissenschaftlich zu studieren und Musik und Literatur zu pflegen. Seine Lieblingsdichter waren Shakespeare und Reuter, eine f├╝r seine Art bezeichnende Wahl. Aus beiden pflegte er sich im Kreise der um ihn versammelten Familie und Freunde vorlesen zu lassen.
August Kl├Ânne starb am 30. Dezember 1908 in Unna-K├Ânigsborn; mit ihm ging nicht nur der alleinige Sch├Âpfer und Leiter seines Werkes dahin, sondern auch das geistige Haupt der Familie und der verehrte Freund seiner Freunde - sein Tod ri├č eine tiefe L├╝cke.
QUELLE[Aug. Kl├Ânne (1929) 9]


ZEIT1929
THEMAWerksanlagen
TEXTDas Fabrikgel├Ąnde der Firma Aug. Kl├Ânne liegt an der Wei├čenburger- und K├Ârnebachstra├če. Es umfa├čt rd. 64.000 qm. Davon sind rd. 30.000 qm mit gr├Â├čtenteils neuzeitlichen Hallen ├╝berdacht. Die vor den Hallen liegenden, mit Kran- und Transportanlagen ├╝berspannten Lagerpl├Ątze umfassen etwa 24.000 qm. Jede der 6 gro├čen Arbeitshallen ist 30 m breit und 170 bis 200 m lang. Daneben bestehen noch besondere Lager- und Ger├Ątepl├Ątze am Vorbahnhof Lucas von etwa 14.000 qm Grundfl├Ąche.
Die einzelnen Werkst├Ątten sind f├╝r die Bearbeitung des Materials mit neuzeitlichen Hochleistungsmaschinen und elektrischen Einzelantrieben ausger├╝stet. Im Betriebe findet das autogene Schwei├čen und Schneiden, sowie das elektrische Schwei├čen nach dem Lichtbogen-Schwei├čverfahren Anwendung. Die Nietung erfolgt pneumatisch. Die zur Verf├╝gung stehende Kraftmotorenst├Ąrke betr├Ągt etwa 2000 PS., womit eine Produktion von ├╝ber 30.000 t Jahresleistung erreicht werden kann. Der gesamte Betrieb ist nach neuzeitlichen Gesichtspunkten eingerichtet. Die einzelnen Arbeitsvorg├Ąnge sind zwangsl├Ąufig aneinander gereiht unter Anwendung der wirtschaftlichsten Arbeitsmethoden, so da├č stets der h├Âchste Leistungsgrad erreicht wird. Das Werk besitzt Eisenbahnanschlu├č an den Vorbahnhof Lucas (K├Âln-Mindener Eisenbahn). Durch eine gro├čz├╝gig angelegte elektrische Kran- und Transportanlage wird eine schnelle Ent- und Beladung der Eisenbahnwagen gew├Ąhrleistet. Es ist gro├čer Wert darauf gelegt, die teuren Transporte in Flurh├Âhe m├Âglichst auszuschalten, deshalb sind in allen Arbeitshallen mehrere elektrische Krane, die ├╝ber Flur auf Kranbahnen laufen, vorhanden, damit das Material auf schnellstem Wege und ohne St├Ârung der anderen Arbeitsvorg├Ąnge transportiert werden kann. Das Arbeitsgebiet des Werkes umfa├čt, wie oben im einzelnen ausgef├╝hrt ist, Br├╝cken-und Eisenhochbau, Bergwerks- und H├╝ttenanlagen, Eisenwasserbau, Beh├Ąlterbau jeder Art, Na├č- und Trockengasbeh├Ąlter, Rohrleitungen, Blechkonstruktionen, Gaswerkseinrichtungen jeder Gr├Â├če, sowie maschinelle Transport- und Aufbereitungsanlagen. In seinem Aufbau ist das Werk als eines der gr├Â├čten seiner Art anzusprechen und durch seine Erzeugnisse in allen L├Ąndern der Welt bekannt. Infolge des st├Ąndig wachsenden Bedarfes der Firma Kl├Ânne an feuerfesten Baustoffen und infolge der au├čerordentlich hohen Anforderungen, die heute an diese Stoffe gestellt werden, sah sie sich veranla├čt, eine eigene Schamotte- und Silika-fabrik, die Schamottewerke Kl├Ânne G.m.b.H. in Volmarstein ihrem Betriebe anzugliedern. Die Aufgabe der Schamottewerke Kl├Ânne besteht haupts├Ąchlich darin, hochwertige Materialien zu erzeugen, in der Hauptsache Silika- und Silikalit-Steine. Um sich von fremden Betrieben m├Âglichst unabh├Ąngig zu machen, hat die Firma ferner die Mehrheit der Aktien einer leistungsf├Ąhigen Gie├čerei und Maschinenfabrik, n├Ąmlich der "Kemag" Eisengie├čerei und Maschinenfabrik A.-G. zu Dortmund erworben. Hier werden die Armaturen und Gu├čteile hergestellt, die f├╝r den Gaswerksbau und die anderen Zweige des Gesch├Ąltes ben├Âtigt werden.
QUELLE[Aug. Kl├Ânne (1929) 59]


ZEIT1929
THEMAleitende Mitarbeiter
TEXTZur Erf├╝llung seiner Lebensaufgabe bedurfte er der tatkr├Ąftigen und treuen Hilfe seiner Mitarbeiter. Aus der gro├čen Reihe derer, die ihm zur Seite standen und die er hoch sch├Ątzte, seien hier genannt: 1. Ernst Bufleb, Leiter der kaufm├Ąnnischen Abteilung und Cbefprokurist, eingetreten am 21. September 1885, verstorben am 7. April 1920 im Alter von 69 Jahren. 2. Otto Benninghoff, Oberingenieur und Leiter der Gasfach-Abteilung und Prokurist, eingetreten am 7. September 1879, verstorben am 8. Februar 1911 im Alter von 49 Jahren. 3. Johannes Schmidt, Oberingenieur und Leiter der Gasbeh├Ąlterbau-Abteilung, eingetreten am 4. November 1880, seit dem 1. April 1919 im wohlverdienten Ruhestand. 4. Ludwig Rickelt, Oberingenieur und Leiter der Br├╝ckenbauabteilung und Prokurist, eingetreten am 1. Januar 1884, verstorben am 19. August 1926 im Alter von 76 Jahren. 5. Wilhelm Mensendieck, Oberingenieur und Reisevertreter der Gasfach-Abteilung und Prokurist, eingetreten am 1. Juli 1879, verstorben am 24. Mai 1914 im Alter von 64 Jahren. 6. Eduard Roth, Leiter der Montageabteilung und Prokurist, eingetreten am 2. Januar 1886, verstorben am 29. Oktober 1905 im Alter von 49 Jahren. 7. Ewald Baukenkrodt, Leiter der Montageabteilung und Prokurist, eingetreten am 1. Oktober 1885, verstorben am 1. Februar 1928 im Alter von 60 Jahren. 8. Richard Ra├čbach, Oberingenieur in der Hochbau-Abteilung und Prokurist, eingetreten am 16. Januar 1887, verstorben am 16. M├Ąrz 1917 im Alter von 60 Jahren. 9. Georg Schumacher, Oberingenieur in der Br├╝ckenbau-Abteilung und Prokurist, eingetreten am 8. August 1888, verstorben am l4. Februar 1929 im Alter von 79 Jahren. Auch die Namen Kugler, Forschepiepe, Frahne, Tiemann, Bach, von den Betriebsleitern Brand, Unverhau und Berse, von den Vorzeichnern Niermann und Wittschiebe, von den Meistern Brombach, Wittich, Tatsch, Watermann, von den Monteuren Br├╝der Brackmeyer, Baer, Gehring, Jennebach, sollen als mit dem Werden des Werkes aufs engste verkn├╝pft nicht ungenannt bleiben.
QUELLE[Aug. Kl├Ânne (1929) 15]


ZEIT1929
THEMAGaswerksbau
TEXTKl├Ânnes Werk haben wir bisher in kleinen Grundz├╝gen schon kennen gelernt, denn es la├čt sich von der Pers├Ânlichkeit seines Begr├╝nders kaum trennen. Die, Jahre 1879, 1885/86, in denen einmal das Konstruktionsb├╝ro in Dortmund errichtet, dann der Grund und Boden der heutigen Werkst├Ątten erworben wurden, sind wichtige, Wendepunkte. Wie das Jahr 1879 den Ausgangspunkt f├╝r das selbst├Ąndige Wirken Kl├Ânnes auf dem Gebiete der Gastechnik bildet, so war mit den Jahren 1885 und 1886 die, M├Âglichkeit nicht nur f├╝r die eigene Herstellung der Eisenleile f├╝r den Gaswerksbau, sondern auch f├╝r die Aufnahme des Eisenhoch- und Br├╝ckenbaues gegeben. Gleichwohl hat Kl├Ânne schon vor diesen Jahren nennenswerte Leistungen aufzuweisen. Die ersten beiden Ofen (mit 6 und 3 Retorten), die, von einem gemeinschaftlichen, in einem, dritten Gew├Âlbe zwischen den Ofen untergebrachten Generator geheizt wurden, hatte er schon 1874 erbaut. Die folgenden Neuerungen zeigen darin einen bemerkenswerten Fortschritt, da├č jeder Ofen seinen besonderen Innengenerator erhielt. Gleich im ersten Jahre nach der Gesch├Ąftsgr├╝ndung stellte Kl├Ânne auf der Ausstellung in D├╝sseldorf einen vollst├Ąndigen Ofen mit drei Retorten ans, der die Aufmerksamkeit der in- und ausl├Ąndischen Fachwelt erregte. Der auf Bild l dargestellte 9er Retortenofen machte den Namen Kl├Ânne weltbekannt. Schon um 1880 war die Leistungsf├Ąhigkeit der Kl├Ânne-├ľfen von anerkanntem Rufe. In D├╝sseldorf z. B. vermochte man damals in einem Kl├Ânne-Ofen aus 100 kg Kohlen 29,60 cbm Gas zu gewinnen, w├Ąhrend bis dahin Gasausbeuten von 24 bis 25 cbm als Spitzenleistung galten. Hand in Hand mit der fortschreitenden Entwicklung der Gaswerke wurden die Anspr├╝che an die Leistungsf├Ąhigkeit der Ofensysteme gesteigert. Man suchte neue Wege, um auf dem gleichen Raum ein Vielfaches der urspr├╝nglichen Erzeugung zu erzielen. Dies konnte nur durch eine wesentliche Vergr├Â├čerung der Retortenladef├Ąhigkeit erreicht werden, und so kam man auf den Kammerofen. - Im Jahre 1892 wurde der erste Kammerofen durch die Firma Kl├Ânne mit einer Kammer von 5 t Kohlenladung entworfen und ausgef├╝hrt und damit der Ansto├č zur Entwicklung des modernen Ofenbaues gegeben. Zun├Ąchst fand der Horizontalkammerofen Verwendung (Bild 2). Der erste Vertikalkammerofen wurde durch die Firma Kl├Ânne im Jahre 1908 in Dortmund gebaut (Bild 3). Die senkrecht gestellte Kammer wird durch einen F├╝llwagen geladen. Der Koks f├Ąllt infolge seines Eigengewichtes beim ├Âffnen des unteren Kammerverschlusses selbstt├Ątig heraus, so da├č das Laden und Entladen der Kammern in k├╝rzester Zeit erfolgt. Auch hier gelang es, die Leistungsf├Ąhigkeit fortw├Ąhrend zu steigern, so da├č heute Kammern mit mehr als 6,5 t Kohlenladung im Betrieh sind (Bild 4 und Bild 5). Entsprechend den Anforderungen der Werke werden die ├ľfen f├╝r 12- oder 24st├╝ndige Entgasungszeit gebaut. Ein weiterer Schritt zur Erleichterung des Ofenbetriebes geschah durch die Einf├╝hrung des stetig betriebenen Vertikalkammerofens. Die Kohle wird hier dem Ofen oben selbstt├Ątig zugef├╝hrt; sie entgast, w├Ąhrend sie langsam durch die Kammer wandert. In ihrem unteren Teil wird der Koks durch Zuf├╝hrung von Dampf gek├╝hlt und automatisch ausgetragen (Bild 6). - Entsprechend den gr├Â├čeren Anforderungen an die Ofensysteme ging die Firma Kl├Ânne auch zum Bau von Zentral-Generatoranlagen ├╝ber. Sie hat mehrfach gr├Â├čere Anlagen dieser Art errichtet, u. a. in Frankfurt a. M.-Ost (Bild 7). - Die Firma hat sich bei ihren Konstruktionen nicht darauf beschr├Ąnkt, Einzelheiten f├╝r Gaswerke zu liefern, sondern sie hat schon fr├╝hzeitig den Bau und den Betrieb von vollst├Ąndigen Werken aufgenommen. Zahlreiche Konzessions-Vertr├Ąge mit gr├Â├čeren und kleineren St├Ądten des In- und Auslandes haben es erm├Âglicht, die Annehmlichkeiten des Gases weitesten Schichten der Bev├Âlkerung zug├Ąnglich zu machen. Auf Bild 8 ist das Werk f├╝r die Stadt Einbeck dargestellt, das von der Firma Kl├Ânne schl├╝sselfertig errichtet wurde, und das lange Jahre als Mustergaswerk galt. Auch nach dem Kriege wurden Ausf├╝hrung und Finanzierung ganzer Gaswerksneubauten, so u. a. f├╝r die Stadt Gera ├╝bernommen. Die Gesamtansicht des Gaswerkes ist auf (Bild 10). Eine stattliche Anzahl von Patenten legt von der Vielseitigkeit der Bet├Ątigung der Firma Zeugnis ab. Die ersten datieren aus dem Jahre 1877 und sind auf Wascherk├╝hler und Hochreiniger f├╝r die Entfernung des Schwefelwasserstoffes erteilt worden. Es folgen im Jahre 1884 Patente auf Kolonnenw├Ąscher, die insbesondere auf Kokereien gro├če Verbreitung gefunden haben. Eine hervorragende Neuerung stellt der Kl├Ânne'sche Raumk├╝hler dar, der der Vork├╝hlung des Gases und der Teer- und Naphthalinausscheidung dient und auch heute noch in fast der gleichen Konstruktion gebaut wird. Er arbeitet nach dem Gegenstromprinzip in der Weise, da├č die abfallenden Teernebel das Naphthalin aus dem aufsteigenden Gas aufnehmen (Bild 11). Auch sehr viele Neuerungen und Erfindungen auf dem Gebiete der Schwefelreinigung werden der Firma Kl├Ânne verdankt. Die alten Reiniger wurden von ihr durch die mehrstromige F├╝hrung und die zwangsweise Steuerung des Gases nach oben oder unten verbessert. Die Vierwegventile oder Steuert├Âpfe mit Wasserabschlu├č geh├Âren ebenfalls hierher. Durch den Stromwechsel erreichte Kl├Ânne, da├č auf derselben Grundfl├Ąche gegen├╝ber fr├╝her ein mehrfaches Volumen Gas gereinigt werden konnte. Die erste dieser Anlagen wurde im Jahre 1901 in Gouda in Holland errichtet. Der damalige Direktor der St├Ądtischen Gasanstalt Gouda, Prinz van Doesburgh, ├Ąu├čerte sich ├╝ber die Anlage wie folgt: "Die Reinigerkasten mit regulierbarer Einstr├Âmung sind so ausgezeichnet, da├č man beinahe vergessen k├Ânnte, da├č ein Reinigerhaus besteht. Durchschnittlich haben wir j├Ąhrlich 4 - 5 Kasten neu zu beschicken und ist das Eisenoxyd dann vollst├Ąndig ausgenutzt. Regenerationsschuppen werden demzufolge nicht mehr benutzt. Ein Kasten, welcher mit einfachem Strom arbeitend, innerhalb ein paar Tagen 170 mm Widerstand gab, wurde nach einigen Minuten durch ├Âffnen der Ventile auf 15 mm Widerstand reduziert. Kurzum, dieses Reinigersystem ist die beste Erfindung auf diesem Gebiete und eine Bel├Ąstigung weniger bei der Gasfabrikation." Diese Reinigeranlagen traten einen unaufhaltsamen Siegeszug an. Heute sind fast s├Ąmtliche Reinigungsanlagen, gro├če und kleine, nach diesem Prinzip ausgef├╝hrt. Die Gasfernversorgung macht ausschlie├člich von dieser Konstruktion Gebrauch. Die Firma Kl├Ânne ist auch wohl die erste gewesen, die die Anregung gab, die Reinigtmgskasten ins Freie zu setzen, wie dies z.B. bei den Gaswerken Gera, Rapperswil (Schweiz) und vielen Anlagen der Gasfernversorgung geschehen ist (Bild 12). Wenn fr├╝her nur gu├čeiserne Kasten zur Ausf├╝hrung kamen, so war es wiederum Kl├Ânne, der einen mutigen und erfolgreichen Versuch mit schmiedeeisernen Kasten auf der Staatsgrube Bergmannsgl├╝ck in Buer machte. Leichteres Gewicht erlaubte billigere Anlagekosten, und gleichzeitig entfiel die Gefahr der Spr├╝nge im Gu├čeisen bei Bergsch├Ąden. Seitdem sind die schmiedeeisernen Kasten auf einer gro├čen Anzahl weiterer Anlagen eingef├╝hrt, die sich s├Ąmtlich hervorragend bew├Ąhren (Bild 13).
Die Entwicklung des Gaswerksbaues zur gegenw├Ąrtigen H├Âhe w├Ąre nicht m├Âglich gewesen, wenn nicht mechanische F├Ârderanlagen geschaffen worden w├Ąren. Wurden anfangs die Retorten├Âfen noch in der hergebrachten Weise mit der Schaufel von Hand geladen, so wurden bald besondere Lademulden gebaut, die mit mechanischen Vorrichtungen zum Heben und Senken versehen wurden. Mit ihrer Hilfe war es m├Âglich, die oft abseits im Kohlenschuppen lagernde Kohle unmittelbar aufzunehmen und in die Retorten zu f├╝llen. Auf diese Weise entstanden in den Gaswerken die ersten Gleisstr├Ąnge und Drahtseilbahnen. Es ist bemerkenswert zu sehen, wie schnell dieses System der H├Ąnge- und Schienenbahnen von den anderen Industriezweigen ├╝bernommen wurde, so da├č heute kein industrielles Werk mehr ohne diese Art Innenbef├Ârderung denkbar ist. - Vollzog sich bei diesen Transportanlagen die Bef├Ârderung der Kohlen vorwiegend in horizontaler Richtung, so stellten die stetig in die H├Âhe gehende Entwicklung der Gaserzeugungs├Âfen und die st├Ąndige Vergr├Â├čerung ihrer Kammern bald neue Aufgaben. Die fortw├Ąhrend wachsende H├Âhe der ├ľfen erschwerte immer mehr ihre Beschickung. Kl├Ânne legte daher im Dachraume des Ofenhauses gro├če Hochbeh├Ąlter an, die in der Lage waren, den Bedarf eines ganzen Tages und mehr zu fassen. Becherwerke, Transportb├Ąnder, Kratzerketten (Bild 14) usw. schafften den Koks hinauf. Die F├╝llung der ├ľfen konnte nun innerhalb kurzer Zeit m├╝helos vorgenommen werden. Durch die Anlage der Hochbeh├Ąlter wurde die ganze Art des Geb├Ąudes selbst wesentlich beeinflu├čt. An Stelle der ehemaligen niedrigen, dumpfen Ofenh├Ąuser entstanden jetzt hohe, helle, luftige R├Ąume (Bild 15 und Bild 16). - ├ähnlich wie die Beschickung der ├ľfen urspr├╝nglich von Hand geschah, wurde auch der anfallende Koks von Hand durch Ziehhaken entfernt und meist unmittelbar am Ofen gel├Âscht. An Stelle der Ziehhaken traten Ziehmaschinen, die anf├Ąnglich noch von Hand, sp├Ąter hydraulisch bedient wurden. Jetzt erfolgte die L├Âschung nicht mehr am Ofen selbst, sondern Schlepprinnen mit flie├čendem Wasser schafften den Koks aus dem Ofenhaus und l├Âschten ihn gleichzeitig. Je gr├Â├čer die Ladef├Ąhigkeit f├╝r die Ofeneinheiten wurde, um so mehr Sorgfalt mu├čte auf die Ausbildung der Kokstransportanlagen gelegt werden. Bemerkenswert ist die in Bild 17 enthaltene Darstellung des Kokstransportes f├╝r die Vertikalkammer├Âfen Rom, wo der aus der Kammer fallende Koks in einer hochgestellten Flachmulde aufgenommen wird. Der Wagen wird durch eine elektrisch angetriebene Lokomotive verfahren und elektrisch entleert. Entsprechend den wachsenden Anforderungen an die Qualit├Ąt des Kokses mu├čte seiner Aufbereitung immer gr├Â├čere Aufmerksamkeit geschenkt werden. Die Konstruktion der Kl├Ânne'schen Koksaufbereitungsanlagen hat sich nicht nur auf Gaswerken, sondern auch auf modernen Kokereien eingef├╝hrt. Auf Bild 18 ist die f├╝r das Gaswerk Berlin-Charlottenburg gelieferte Brech- und Siebanlage dargestellt. Es gibt heute in Deutschland fast keine gro├če Stadt mehr, die nicht mit einer Kl├Ânne-Aufbereitungsanlage ausger├╝stet ist.
QUELLE[Aug. Kl├Ânne (1929) 31]


ZEIT1929
THEMABr├╝ckenbau
TEXTEin Gebiet, auf dem die Firma Kl├Ânne sich ebenfalls Weltruf zu schaffen verstanden hat, ist der gesamte Eisenbau, wozu besonders der eiserne Br├╝ckenbau, der Eisenhochbau, der Eisenwasserbau und bauliche Anlagen f├╝r den Bergbau zu rechnen sind. Es sei hier zun├Ąchst einiges ├╝ber den Br├╝ckenbau gesagt: Schon Ende der 80er Jahre ging die Firma nach einer Reihe kleinerer Ausf├╝hrungen zum Gro├č-Br├╝ckenbau ├╝ber. Eins der ersten Werke dieser Art war die Eisenbahnbr├╝cke ├╝ber die Elbe bei Torgau (Bild 19) im Gewichte von 850 t. Anschlie├čend hieran wurde die Eisenbahnbr├╝cke ├╝ber die Ruhr bei Kettwig im Gewicht von 560 t errichtet (Bild 20). Beide Bauwerke bestehen heute nicht mehr. Die starke Steigerung des Verkehrs bedingte ihren Ersatz durch neue Bauwerke.
In der Folgezeit baute die Firma Eisenbahn- und Stra├čenbr├╝cken in gro├čer Zahl; besonders die Ausf├╝hrungen nach eigenen Entw├╝rfen zeichneten sich durch architektonische Sch├Ânheit aus. Letztere wurden mit k├╝nstlerischer Einf├╝hlung dem jeweiligen Landschaftsbilde angepa├čt. Gleichg├╝ltig, ob sie im nordischen Flachland den breiten Weserstrom in k├╝hnen Bogen ├╝berspannen, ob sie die felsigen Ufer der Donau miteinander verbinden, ob sie in wuchtiger Gestalt den stolzen Rheinstrom oder in geschmeidigen, fast zierlichen Formen als Kaisersteg die Spree ├╝berqueren, ob in Holland oder Frankreich, in den Staaten des Balkans, in ├ägypten oder in der T├╝rkei, in Argentinien oder Brasilien - ├╝berall sind sie K├╝nder deutscher Ingenieurkunst und deutschen Kunstempfindens.
Einige der bemerkenswerten Br├╝ckenbauten m├Âgen hier kurz erw├Ąhnt werden. Die viergleisige Eisenbahnbr├╝cke ├╝ber die Elbe bei Dresden, die in den Jahren 1897/98 mit einem Gewicht von 4750 t ausgef├╝hrt wurde, war ein bedeutendes Br├╝ckenbauwerk jener Zeit. Die Gesamtl├Ąnge betr├Ągt 259 m, Gesamtbreite rund 20 m. Die Aufstellung der Br├╝cke erfolgte mittels eiserner Hilfsbr├╝cke (Bild 21). Die im Jahre 1902 bei Beverungen ├╝ber die Weser erbaute Stra├čenbr├╝cke hat ein Gewicht von 700 t. Mit drei sch├Ân geformten Bogenbr├╝cken wird hier der Strom ├╝berspannt (Bild 22). Die Hohenzollernbr├╝cke in K├Âln (Bild 23), deren dumpfes Dr├Âhnen jeden von der rechten Rheinseite kommenden Reisenden daran erinnert, da├č er ├╝ber den Fluten des Vaters Rhein schwebt und das hl. K├Âln vor ihm liegt, ist zum Teil ein Werk der Firma Kl├Ânne. Es ist die gro├če Mittel├Âffnung der Stra├čenbr├╝cke von 167 m Spannweite und einem Gewicht von 3100 t, welche der Firma im Jahre 1909/10 zur Ausf├╝hrung zufiel. Besonders schwierig war die Aufstellung, weil keine festen Ger├╝stteile im Strombett verwendet werden durften und die Br├╝cke 1,5 m ├╝ber ihrer endg├╝ltigen Lage montiert werden mu├čte, um Behinderungen der Schiffahrt zu vermeiden. Trotz dieser Schwierigkeiten gelang es, die Aufstellung in 6 Monaten durchzuf├╝hren.
Ein sch├Ânes Br├╝ckenbauwerk ist die 1914/15 ├╝ber den Bahnhof Halle a. d. Saale (Bild 24) errichtete Hindenburgbr├╝cke. Die Ausf├╝hrung erfolgte mit einem Krag-tr├Ąger-System, wobei die Mittel├Âffnung 127 m, die Seiten├Âffnungen je 74 m Spannweite erhielten. Das Gewicht der Br├╝cke betr├Ągt 2500 t.
Im Jahre 1912 erhielt die Firma Kl├Ânne auf Grund eines eigenen Entwurfes den Auftrag auf eine Kabel-H├Ąngebr├╝cke von 180 m Spannweite ├╝ber einen Meeresarm bei Santos in Brasilien (Bild 25). Es ist eine Br├╝cke f├╝r Stra├čenverkehr mit Stra├čenbahn, welche gleichzeitig zur ├ťberf├╝hrung schwerer Wasserleitungen dient. Abgesehen von der guten ├Ąsthetischen Wirkung der H├Ąngebr├╝cke, war diese Bauweise im vorliegenden Fall geboten, weil die Herstellung von Zwischenpfeilern und die Aufstellung fester R├╝stungen unm├Âglich war. Mit R├╝cksicht auf den schwierigen Seetransport war eine weitgehende Aufl├Âsung der Kabel erforderlich. Diese bestanden aus 12 Einzelkabeln von je 65 mm und 4 Einzelkabeln von je 82 mm Durchmesser. Die gesamten Aufstellungsarbeiten erfolgten durch die Firma Kl├Ânne.
Zu den gr├Â├čten Eisenbahn-Drehbr├╝cken des Kontinents geh├Ârt die zweigleisige Br├╝cke bei Zaandam (Bild 26). Die Br├╝cke hat eine Gesamtl├Ąnge von 264 m; der drehbare Mittelteil allein ist 128 m lang; jede der beiden festen Br├╝cken mi├čt 68 m. Das gesamte Konstruktionsgewicht betr├Ągt 2600 t. Die Br├╝cke liegt 10 m ├╝ber dem Wasser, so da├č kleine Schiffe auch im geschlossenen Zustand unter der Br├╝cke durchfahren k├Ânnen. Die gro├če Eisenmasse des Mittelteiles von 1400 t Gewicht wird in weniger als zwei Minuten gedreht, um den Durchgang f├╝r gro├če Seeschiffe freizugeben. Der Auftrag auf die 600 m lange Stra├čenbr├╝cke ├╝ber die Oder bei F├╝rstenberg wurde der Firma Kl├Ânne erteilt als Ergebnis eines engeren Wettbewerbs. Die Ausf├╝hrung fiel in die Kriegsjahre 1914/15, die Vollendung in die Jahre 1918/19. Hier ist f├╝r alle Br├╝cken├Âffnungen in konsequenter Weise die Bogenlinie durchgef├╝hrt, die ein ├Ąu├čerst befriedigendes ruhiges Bild ergibt. Der eiserne Sichelbogen der Strombr├╝cke hat eine Spannweite von 103,5 m (Bild 27). Es sei auch die ebenfalls etwa 600 m lange Stra├čenbr├╝cke ├╝ber die Elbe bei Sch├Ânebeck erw├Ąhnt, die nach engerem Wettbewerb auf Grund eigenen Entwurfs der Firma Kl├Ânne in Auftrag gegeben wurde. Das Gewicht betr├Ągt 2250 t (Bild 28). Aus den strombautechnischen Vorschriften ergab sich die Notwendigkeit, den gesamten ├ťberbau der Br├╝cke in Eisen auszuf├╝hren. W├Ąhrend die Strombr├╝cke mit einer St├╝tzweite von 133,56 m Bogenform und zwar Fachwerkbogen mit Zugband erhielt, war es m├Âglich, die ├ťberbauten der Flutbr├╝cken als zusammenh├Ąngende Kraggelenktr├Ąger unter die Fahrbahn zu legen. Der Auftrag umfa├čte die General-Unternehmung f├╝r den vollst├Ąndigen Br├╝ckenbau einschlie├člich Pfeilerbauten mit anschlie├čenden Br├╝ckenrampen. Die Arbeiten fielen in die Jahre 1910/12. Die neue zweigleisige Eisenbahnbr├╝cke ├╝ber den Rhein bei Wesel (Bild 29) wurde unter Beseitigung der vorhandenen alten Br├╝cke 1926/27 erbaut. Die ruhigen Formen der Br├╝cke passen sich der niederrheinischen Landschaft sehr gut an. Die vier Br├╝cken-├ľffnungen von je 100 m Spannweite im Gewicht von 4000 t wurden von der Firma Kl├Ânne gemeinsam mit einer anderen Firma ausgef├╝hrt. Bei der Aufstellung durften Eisenbahnverkehr und Schiffahrtsbetrieb nicht gest├Ârt werden. Es wurden deshalb zun├Ąchst auf einem unterhalb von ├ľffnung I und II errichteten Montage-Ger├╝st die neuen ├ťberbauten neben den alten aufgestellt. Inzwischen wurden unter diesen Br├╝cken vier feststehende Verschubbahnen hergerichtet. Nach Verbinden dieser beiden Br├╝cken├Âffnungen, die sp├Ąter als kontinuierliche Balken auf drei St├╝tzen wirken sollten, wurden diese auf Rollwagen gelagert. In gleicher Weise wurden die alten ├ťberbauten abgesetzt-unmittelbar hieran schlo├č sich der Verschub-Vorgang, d. h. das Ausschieben der alten und das Einschieben der neuen ├ťberbauten. Das gesamte hierbei bewegte Geweicht betrug rund 3500 t. Die Aufstellung der ├ťberbauten f├╝r ├ľffnung III und IV erfolgte auf denselben Ger├╝sten. Nach Einschwimmen in die ├ľffnungen III und IV und Absetzen auf die hier errichteten Verschubbahnen vollzog sich der Auswechselungsvorgang in ├Ąhnlicher Weise. Im Jahre 1921 erhielt die Firma Kl├Ânne in Verbindung mit einer anderen Firma den Reparaturauftrag auf Entwurf und Lieferung einer Stra├čenbr├╝cke ├╝ber die Donau zwischen Novi-Sad und Peterwardein im Gewicht von 3400 t (Bild 30). Mit R├╝cksicht auf die zu erwartenden schwierigen Aufstellungsverh├Ąltnisse wurde ein Kragtr├Ąger-System gew├Ąhlt, dessen geschwungene Gurte ├Ąu├čerlich das sch├Âne Bild einer H├Ąngebr├╝cke zeigen. Die Aufstellung der Br├╝cke, die in den Jahren 1926/27 stattfand, mu├čte wegen des felsigen Untergrundes des Flu├čbettes ohne Aufstellungsger├╝st vorgenommen werden. Die Seiten├Âffnungen wurden zun├Ąchst an Land montiert, dann durch L├Ąngsverschiebung auf Schiffe abgesetzt, eingeschwommen und auf die Pfeiler aufgelagert. Hierauf wurde der eingeh├Ąngte Tr├Ąger der Mittel├Âffnung ebenfalls eingeschwommen, hochgezogen und eingebaut. Auch an gro├čen Br├╝cken-Wettbewerben hat sich die Firma erfolgreich beteiligt. So wurden z. B. ihre Entw├╝rfe bei den Wettbewerben der Ersatz-Schiffsbr├╝cke K├Âln-Deutz (Bild 31) und der Kaiserbr├╝cke in Bremen pr├Ąmiiert (Bild 32). Neuerdings ist auch der von ihr in Gemeinschaft mit der Firma Louis Eilers, Hannover, eingereichte Entwurf ├╝ber die Elbebr├╝cke bei Tangerm├╝nde als einziger Entwurf vom Preisgericht f├╝r die Ausf├╝hrung empfohlen worden.
QUELLE[Aug. Kl├Ânne (1929) 39]


ZEIT1929
THEMAEisenhochbau
TEXTSowohl an Zahl der Ausf├╝hrungen wie an sch├Âner und wirtschaftlicher Durchbildung bleiben die Kl├Ânne'schen Eisenhochbauten hinter den Br├╝cken nicht zur├╝ck. Es handelt sich um Bauwerke f├╝r die Eisen- und Stahlindustrie (Bild 33), den Bergbau, die Maschinenindustrie, f├╝r die weiten Gebiete der chemischen Industrie, der Textilbranche usw., ferner um alle Eisenbauten f├╝r beh├Ârdliche und kommunale Bed├╝rfnisse wie Lokomotivschuppen, G├╝ter- und Lagerh├Ąuser, Gas-und Kraftwerksbauten, Stahlh├Ąuser und Stahl-Skelettbauten. Die Ausf├╝hrungen der Firma Kl├Ânne befinden sich in gro├čer Mannigfaltigkeit nicht nur in der engeren Heimat, sondern in allen Teilen unseres deutschen Vaterlandes und im Auslande. Interessante und schwierige Bauwerke haben ebenfalls dazu beigetragen, den Namen Kl├Ânne in aller Welt bekannt zu machen. Im nachstehenden seien nur einige Beispiele aufgez├Ąhlt:
Die Abteilung f├╝r Eisenhochbau hat allein in den letzten Jahrzehnten etwa 11000 t Eisenbauten f├╝r die Vereinigten Stahlwerke A.-G., Abteilung H├Ârder Verein, geliefert, umfassend Stahl- und Walzwerkshallen, Werkst├Ąttengeb├Ąude, Hochofenger├╝ste usw. (Bild 34), ferner etwa 13000 t Eisenbauten f├╝r die Fried. Krupp A.-G. in Essen, etwa 12000 t Eisenkonstruktion der Walzwerkshallen der Adolf-Emil-H├╝tte in Esch (Bild 35), f├╝r die Gelsenkirchener Bergwerks A.-G., etwa 14 000 t Eisenkonstruktion f├╝r das Eisen-und Stahlwerk Hoesch A.-G. in Dortmund, umfassend Stahl- und Walzwerkshallen, Werkst├Ąttengeb├Ąude, Hochofen-Gasleitungen usw. (Bild 36). Eine besonders bemerken werte Ausf├╝hrung war das 1908/09 erbaute Hochofenwerk Sakchi in Indien (Bild 37 und Bild 38), und zwar handelt es sich hierbei um die Errichtung von zwei vollst├Ąndigen Hoch├Âfen mit allen Zubeh├Ârteilen, einer Roheisen-Mischeranlage und einer Stahlwerksanlage im Gesamtgewichte von rund 4000 t. Der Firma Kl├Ânne fiel nicht nur die Lieferung der Konstruktionen mit den mechanischen Teilen zu, sondern auch die vollst├Ąndige Montage in Indien. Eine neuzeitliche Agglomerieranlage wurde im Jahre 1922 auf der Ilseder H├╝tte in Gro├č-Ilsede erbaut. In enger F├╝hlungnahme mit der H├╝tte und der die Apparate liefernden "Lurgi"-Gesellschaft hat die Firma Kl├Ânne die Entw├╝rfe f├╝r die gesamte Eisenkonstruktion ausgearbeitet und den Bau ausgef├╝hrt (Bild 39). Im Jahre 1929 wurde eine Bauanlage f├╝r die Kryolith-Mine in Ivigtut (Gr├Ânland) beendet. Es handelte sich um die Herstellung eines F├Ârderger├╝stes mit Separation und Silogeb├Ąude, Transportanlagen usw. im Gesamtgewichte von etwa 1800 t. Alle Arbeiten wurden bis zur betriebsfertigen Herstellung durchgef├╝hrt. Die Gesamtanlage zeigt Bild 40. An weiteren gro├čen Auslandslieferungen sei noch erw├Ąhnt die Markthalle in Valparaiso (Bild 41) im Gesamtgewichte von rund 1000 t, die von der Firma Kl├Ânne geliefert und fertig aufgestellt wurde. W├Ąhrend des Weltkrieges wurden etwa 12000 t Eisenkonstruktion f├╝r Luftschiff-und Flugzeughallen geliefert und aufgestellt. Hierzu geh├Âren u. a. die gro├čen Doppelluftschiffhallen m D├╝sseldorf, Seerappen bei K├Ânigsberg und Nordholz bei Cuxhaven (Bild 42), letztere mit einer ├Ąu├čeren Breite von 80,90 m, Firsth├Âhe 4l m, L├Ąnge 260 m. Es sei hier auch die im Jahre 1927 errichtete Flugzeughalle Travem├╝nde bei L├╝beck (Bild 43) genannt.
Von den f├╝r Eisenbahndirektionen ausgef├╝hrten Eisenhochbauten zeigt Bild 44 den Hauptbahnhof Dresden, dessen gro├če Halle 59 m Spannweite und 180 m L├Ąnge hat und dessen kleine Halle 32 m Spannweite und 250 m L├Ąnge. Gesamtgewicht etwa 3500 t. An gr├Â├čeren Bahnhofsbauten sei weiter noch erw├Ąhnt der Hauptbahnhof in Dortmund mit zwei Hallen von 22 m Spannweite und 200 m L├Ąnge (Bild 45) und die gesamte Eisenkonstruktion f├╝r Bahnsteighallen und Empfangsgeb├Ąude in Essen, Bahnsteighallen f├╝r Hauptbahnhof Kiel und Altona. Der Auftrag auf die Bahnsteighallen des neuen Bahnhofes in Sao Paulo (Brasilien) (Bild 46) wurde in internationalem Wettbewerb erteilt. Die Ausf├╝hrung erfolgte nach eigenem Entwurf. 1913 wurden zwei Trib├╝nen f├╝r den Dortmunder Reitverein errichtet.
QUELLE[Aug. Kl├Ânne (1929) 44]


ZEIT1929
THEMAEisenwasserbau
TEXTVon den zahlreichen Ausf├╝hrungen der Firma Kl├Ânne auf diesem Gebiet, das insbesondere Schleusenbau, Schwimmdocks und Wehranlagen umfa├čt, seien nur einige wenige herausgegriffen. F├╝r den Bau der Kachletstufe bei Passau im Gro├čschiffahrtswege Rhein-Main-Donau wurden 1923/24 die vollst├Ąndigen Schleusentore entworfen, geliefert und betriebsfertig aufgestellt. Es kamen f├╝r die je 24 m breite Nord- und S├╝dschleuse in Frage drei Paar Stemmtore von 13,2 m H├Âhe und 12,8 m Fl├╝gelbreite und ein Paar Stemmtore von 5,5 m H├Âhe und 12,8 m Fl├╝gelbreite (Bild 47 und Bild 48). F├╝r dieses wichtige Bauwerk wurden au├čerdem schwimmende Dammbalken geliefert von 25,7 m L├Ąnge und 10,55 m Gesamtbauh├Âhe. Eine gro├če Zahl weiterer Schleusentore der verschiedensten Bauarten f├╝r Binnenschiffahrtsschleusen sind aus den Werkst├Ątten der Firma Kl├Ânne hervorgegangen. Im vorigen Jahre wurden die f├╝r den gr├Â├čten Hafenausbau Deutschlands, dem neuen Nordhafen in Bremerhaven, erforderlichen Schleusentore der Firma Kl├Ânne in Auftrag gegeben. Es handelt sich um 3 Schiebetore f├╝r eine lichte Durchfahrt von 45 m Weite. Die Tore selbst erhalten eine H├Âhe von 18,6 m. Das Konstruktionsgewicht betr├Ągt rund 3000 t. Die Anlage befindet sich um 1929 in Ausf├╝hrung. Der Bau wurde erforderlich, weil die Durchfahrts├Âffnung der bestehenden Schleusen sich f├╝r die neuen Lloyd-Dampfer "Europa" und "Bremen" als zu klein erwies. Von wichtigeren, zur Zeit in Ausf├╝hrung befindlichen Schleusentoren seien noch diejenigen der Seine-Schleuse bei Amfreville erw├Ąhnt. Es kommen zur Ausf├╝hrung 2 Schiebetore von 17 m lichte Weite und l Paar Stemmtore von 15 m lichte Weite, sowie 9 St├╝ck schwimmende Dammbalken. Von fr├╝heren Ausf├╝hrungen gr├Â├čerer Hafen- bezw. Seeschleusentore seien noch 6 Paar Stemmtore f├╝r die Seeschleuse Terneuzen an der Maasm├╝ndung angef├╝hrt. Im Jahre 1902/04 lieferte die Firma Kl├Ânne f├╝r die Stadt Rotterdam ein Schwimmdock mit einer Tragf├Ąhigkeit von 16000 t. Das Dock hat seinen Liegeplatz im Hafen von Rotterdam. Das Konstruktionsgewicht betrug 6500 t (Bild 49). Das Dock wurde f├╝r Selbstdockung eingerichtet. Die 170 m langen und 11 m hohen Seitenk├Ąsten ruhen auf 7 Pontons von je 36 m L├Ąnge und 23 m Breite. Die chilenische Kriegsmarine beauftragte die Firma Kl├Ânne im Jahr 1907 mit der Lieferung eines Schwimmdocks f├╝r den Kriegshafen Talcahuano (Bild 50). Die Tragf├Ąhigkeit betrug 2500 t, gen├╝gte also zum Docken von Torpedobooten und kleinen Kreuzern. Das Konstruktionsgewicht betrug 653 t. Das Dock wurde der Marineverwaltung betriebsf├Ąhig an Ort und Stelle ├╝bergeben. Als Beispiel f├╝r ausgef├╝hrte Wehranlagen sei diejenige des Weser-Wehres bei D├Ârverden erw├Ąhnt, die im Jahre 1911/12 erbaut wurde. Diese Anlage besteht aus 2 Segmentwehren von je 16 m Lichtweite und 2 Sch├╝tzenwehren von je 36 m Lichtweite, Stauh├Âhe 4,6 m. Die Segmentwehre sind absenkbar eingerichtet und dienen zur Stauregulierung. Die beiden Sch├╝tzenwehre bestehen aus Griesst├Ąndern, die an der Wehrsohle verriegelt sind und zwischen denen sich die Sch├╝tzen bewegen. Die Griesst├Ąnder sind so miteinander verbunden, da├č in jeder Wehr├Âffnung von 36 in lichte Weite zwei Klappen entstehen. Die Einrichtung ist dergestalt getroffen, da├č im Notfalle bei Hochwassergefahr jede Klappe von 18 m Breite entriegelt werden kann. Dadurch wird sofort eine Durchflu├č├Âffnung von 18m Breite freigegeben, durch die gefahrdrohendes Hochwasser schnell abflie├čt (Bild 51). Es sei bemerkt, da├č die Firma Kl├Ânne auf dem Gebiet des Eisenwasserbaues ├╝ber verschiedene eigene Patente verf├╝gt.
QUELLE[Aug. Kl├Ânne (1929) 47]


ZEIT1929
THEMAEisenbau f├╝r bergbauliche Anlagen
TEXTDas Arbeitsgebiet der Firma Kl├Ânne erstreckt sich auch auf den gesamten Eisenbau, der f├╝r bergbauliche Anlagen ben├Âtigt wird. Es wurden in den letzten Jahrzehnten zahlreiche F├Ârderger├╝ste geliefert, darunter f├╝r die Gewerkschaft Gl├╝ckauf Sondershausen (Bild 52), Auguste Viktoria (Bild 53), Schacht Rheinelbe III, Vereinigte Stahlwerke A.-G., Abtlg. Bergbau, Gelsenkirchen (Bild 54), Gewerkschaft Gro├čherzog Wilhelm Ernst in Oldisleben (Bild 55) und viele andere. Einen modernen Eisenbau zeigt die Abbildung der Kohlenseparation der Zeche Erin, Vereinigte Stahlwerke A.-G., Abtlg. Bergbau, Dortmund (Bild 56). Neben den Eisenbauten f├╝r F├Ârderanlagen, Separationen usw. wurden zahlreiche F├Ârder- und Kettenbahnbr├╝cken geliefert, sowie F├Ârderk├Ârbe (Bild 57), Aufz├╝ge, Wipper, R├Ątter, Becherwerke usw. f├╝r bergbauliche Betriebe ausgef├╝hrt.
QUELLE[Aug. Kl├Ânne (1929) 50]


ZEIT1929
THEMAGasbeh├Ąlterbau
TEXTDen Bau von Gasbeh├Ąltern nahm die Firma Kl├Ânne schon sehr fr├╝h auf. Bereits vor Gr├╝ndung der Firma hatte August Kl├Ânne im Jahre 1874 f├╝r die Dortmunder Union den ersten Gasbeh├Ąlter mit eisernem, oberirdischem Bottich gebaut. Er zeigte hierbei auch gleich sein Konstrukteur- und Erfindertalent. Wurden fr├╝her die Wasserbecken aus Mauerwerk oder Gu├čeisen ganz oder teilweise ins Erdreich eingelassen, so ist es Kl├Ânnes Verdienst, Beh├Ąlter mit freistehendem, eisernem Becken in das Gasfach eingef├╝hrt zu haben. Bekannt sind auch die Verbesserungen an den F├╝hrungsger├╝sten. An (anglich wurde die Art der F├╝hrungsger├╝ste beibehalten, wie sie bei Beh├Ąltern mit versenktem Becken verwendet wurde, nat├╝rlich mit den Ab├Ąnderungen, die durch die eiserne Wandung bedingt waren. Bald aber erkannte die Firma die Nachteile dieser Radialf├╝hrungsger├╝ste und es gelang ihr, nach verschiedenen Versuchen ein Tangentialf├╝hrungsger├╝st zu konstruieren, das sich auf das beste bew├Ąhrte und alle Nachteile der Radialf├╝hrung vermied. Sp├Ąter wurde noch die sogenannte Vollstrahlf├╝hrung entworfen, die erstmalig bei einem Gasometer in Wesel im Jahre 1908 zur Ausf├╝hrung kam (Bild 58). Ein Verdienst der Firma Kl├Ânne ist es ferner, den ersten gr├Â├čeren oberirdischen Gasbeh├Ąlter mit Ringbecken entworfen und ausgef├╝hrt zu haben. Als es galt, in Amsterdam f├╝r den gro├čen Gasbeh├Ąlter von 100000 cbm Fassungsraum auf einem sehr schlechten Baugrund eine geeignete Konstruktion zu finden, um die Wassermassen des Beckens so gering wie m├Âglich zu halten, bot die Firma Kl├Ânne ihr neu entworfenes Ringbecken an. Die Konstruktion fand allseitige Bewunderung und der Firma Kl├Ânne wurde der Zuschlag erteilt. Konstruktion und Ausf├╝hrung bewahrten sich gl├Ąnzend. Breit und m├Ąchtig steht dieser Gasbeh├Ąlter da, ein Wahrzeichen deutschen Erfindergeistes und deutscher Ingenieurkunst (Bild 59). Einige Gasbeh├Ąlterbauten seien noch besonders erw├Ąhnt.
Bild 60 stellt einen Beh├Ąlter alter Bauart im Geb├Ąude dar, der im Jahre 1895 errichtet wurde und aus einem Teleskop und einer Glocke besteht, mit einem Fassungsraum von 30000 cbm. Bild 61 zeigt einen Gasbeh├Ąlter mit schmiedeeisernem Flachbodenbecken, drei Teleskopausz├╝gen und einer Glocke. Das F├╝hrungsger├╝st ist f├╝r tangentiale und radiale F├╝hrung konstruiert. Der f├╝r die Vereinigten Stahlwerke, Kokerei Zeche Tremonia in Dortmund erbaute Beh├Ąlter von 20000 cbm Inhalt hat ein schmiedeeisernes Flachbodenbecken, zwei Teleskopausz├╝ge und eine Glocke (Bild 62). Bild 63 stellt einen Teleskopgasbeh├Ąlter von 5000 cbm dar, bestehend aus einem Teleskopauszug und einer Glocke. Das Betonbecken ist in den Erdboden eingelassen. Dieser Beh├Ąlter wurde f├╝r einen urspr├╝nglichen Fassungsraum von 2500 cbm im Jahre 1903 erbaut und im Winter 1928/29 bei strengstem Frost w├Ąhrend des Betriebes teleskopiert. Bild 64 und Bild 65 zeigen die Arbeiten w├Ąhrend der Teleskopierung. Die Glocke ist w├Ąhrend dieser Zeit nicht eine Stunde au├čer Betrieb gewesen. Zu erw├Ąhnen ist noch der Gasbeh├Ąlter in Hamburg-Altona, der nach dem Gadd'schen System im Jahre 1893 mit einem Fassungsverm├Âgen von 33000 cbm erbaut wurde (Bild 66). Bei dieser Ausf├╝hrung drehen sich die Glocken und die beiden Teleskopausz├╝ge schraubenf├Ârmig aus- und meinander. Der Beh├Ąlter ist die einzige Ausf├╝hrung seiner Art in Deutschland. Auch dem neuesten Gasbeh├Ąltertyp, dem sogenannten Druckgasbeh├Ąlter in Form einer Kugel, hat die Firma Kl├Ânne schon seit l├Ąngerer Zeit ihre Aufmerksamkeit zugewandt (Bild 67). In Verhandlungen mit den deutschen Genehmigungsbeh├Ârden hat sie Richtlinien f├╝r die Abnahme solcher Beh├Ąlter aufgestellt und gekl├Ąrt, so da├č auch diesem Beh├Ąlter, der in der Hauptsache in der Ferngasversorgung Verwendung findet, die Wege geebnet wurden. In neuerer Zeit geht man, namentlich bei gr├Â├čeren Gasbeh├Ąltern, zu dem System der sogenannten wasserlosen oder Trocken-Gasbeh├Ąlter ├╝ber. Die Vorz├╝ge dieser Beh├Ąlterart gegen├╝ber den Beh├Ąltern mit Wasserbecken bestehen haupts├Ąchlich in dem geringen Gewicht und dem gleichm├Ą├čigen Abnahmedruck. Nach mehrj├Ąhrigen kostspieligen Versuchen ist es der Firma Kl├Ânne gelungen, einen Beh├Ąlter zu konstruieren, der allen Anforderungen an einen neuzeitlichen Beh├Ąlter in jeder Weise entspricht. Die Erfindung ist im deutschen Reich und in den wichtigsten Kulturl├Ąndern der Erde patentiert worden. Eine Reihe von Verbesserungen und Neuerungen ist zum Patent angemeldet. Der neue Beh├Ąlter besteht aus einem Zylindermantel, der durch ein Kuppeldach abgedeckt ist. In dem Behalter bewegt sich ein Kolben auf und ab, der aus einer versteiften Blechkuppel besteht. An dem Bande des Kolbens befindet sich ein doppelter Kranz von Holzrollen, die eine sichere F├╝hrung des Kolbens gew├Ąhrleisten und dessen Schiefstellen verhindern. Die Abdichtung zwischen Kolben und Mantel erfolgt durch einen elastischen freih├Ąngenden Dichtungsring, der mittels Gegengewichte an die Beh├Ąlterwand gepre├čt wird und mit seinem unteren Ende in eine mit ├ľl gef├╝llte Ringtasse eintaucht. Die Vorz├╝ge des neuen Beh├Ąlters bestehen neben dem geringeren Gewicht und dem gleichm├Ą├čigen Abgabedruck darin, da├č zu dessen Betrieb weder Pumpen, noch Motore, noch eine Heizung erforderlich sind. In seinem ├äu├čeren bietet der Beh├Ąlter durch seine zylindrische Form und die Kuppeldecke ein gef├Ąlliges Aussehen, das durch einen passenden Anstrich noch gehoben werden kann. Ein Beweis f├╝r die G├╝te dieses Beh├Ąlters ist die Tatsache, da├č die Firma Kl├Ânne in weniger als zwei Jahren 10 Beh├Ąlter dieser Art in der Gr├Â├če von 6000 bis zu 50000 cbm Inhalt ausgef├╝hrt bzw. in Auftrag genommen hat. Bild 68 und Bild 69 zeigen die Beh├Ąlter in Herne und L├╝nen.
QUELLE[Aug. Kl├Ânne (1929) 51]


ZEIT1929
THEMABeh├Ąlterbau
TEXTGleichzeitig mit der Aufnahme des Gasbeh├Ąlterbaues wurde eine besondere Abteilung f├╝r den Bau von Beh├Ąltern aller Art, Blechkonstruktionen und Bohrleitungen eingerichtet. Auch auf diesem Gebiete errang die Firma schnell eine f├╝hrende Stellung. Sehr erfolgreich war sie im Bau von Hochbeh├Ąltern, wof├╝r sie mehrere wichtige Patente, z. B. Nr. 107890 und 223941 besa├č, nach denen mehrere hundert St├╝ck ausgef├╝hrt wurden. Eine besondere Bauart sind die Kugelbeh├Ąlter, die die Firma zuerst auf den Markt gebracht hat, und die heute ein Wahrzeichen des rheinisch-westf├Ąlischen Industriegebietes sind. Es gibt im deutschen Reiche fast keinen gr├Â├čeren Bahnhof, auf dem nicht ein Kl├Ânne-Behalter zu sehen ist. Die Hochbeh├Ąlter werden auf gemauertem oder eisernem Unterbau errichtet. Wie die Abbildungen zeigen, kann sowohl bei eisernen als auch bei steinernen Unterbauten dem Bauwerk eine besondere k├╝nstlerische Note gegeben werden, um seine Form dem Gel├Ąnde and der Umgebung anzupassen. Sehr bemerkenswert ist in dieser Hinsicht der Wasserturm in Peking (Bild 70), der mit reichen Verzierungen versehen ist. Seine Form ist im chinesischen Stil gehalten und es scheint, als sei er unmittelbar aus der Landschaft emporgewachsen. Auch der Wasserturm Probstheida der Stadt Leipzig, gegen├╝ber dem V├Âlkerschlachtdenkmal (Bild 71), pa├čt sich dem Landschaftsbilde sehr gut an. Erw├Ąhnenswert ist ferner der Wasserturm Leutzsch bei Leipzig (Bild 72), dessen eiffelturmartige Ausf├╝hrung dem Bauwerk einen besonderen Charakter verleiht. Dieses Bauwerk dient zugleich als Aussichtsturm. Von den Wasserbeh├Ąltern mit eisernem Unterbau seien genannt der Wasserturm Celaya in Mexiko (Bild 73), der Wasserturm der Deutschen Solvay-Werke in Borth bei B├╝derich (Bild 74), der Wasserturm der Societ├á┬á "Ilva" Savona in Italien (Bild 75), der Turm mit 6 Beh├Ąltern der Gewerkschaft Friedrich der Gro├če in Herne (Bild 76) und der Wasserturm f├╝r den Bahnhof Gelsenkirchen-Bismarck (Bild 77). Auch auf die beiden Schornsteinbeh├Ąlter der Grube Ph├Ânix in Mumsdorf (Bild 78) sei verwiesen.
Neben diesen Wasserbeh├Ąltern sind zahlreiche Beh├Ąlter, Silos und Tankanlagen im In- und Auslande geliefert zur Aufspeicherung von Getreide, Soda, Zement, Petroleum, Teer usw. Es m├Âgen erw├Ąhnt werden die beiden Sodabeh├Ąlter der Deutschen Solvay-Werke in Saaralben in Elsa├č-Lothringen (Bild 79), die Siloanlage zur Aufspeicherung von Getreide in Bremen, sie wurde im Jahre 1909 f├╝r einen Fassungsraum von 16.000 t errichtet und im Jahre 1927 auf 20.000 t vergr├Â├čert (Bild 80). Eine ├Ąhnliche Anlage von gleicher Gr├Â├če ist in den Jahren 1911/12 in Saloniki errichtet worden (Bild 81). Ferner sind zu nennen die 16 Erzsilos der Societ├á┬á"Ilva" Savoiia in Italien (Bild 82), die beiden Petroleumgasbeh├Ąlter der Deutsch-Russischen Naphtha-Importgesellschaft in Berlin (Bild 83), die Schwefels├Ąurebeh├Ąlter in Kugelform f├╝r die I.G. Farbenindustrie (Bild 84), die 19 Tanks der Deutschen Vacuum Oil Company, Hamburg, f├╝r das Lager Schulau (Bild 85) und die Tankanlage der Rhenania-Ossag Mineral├Âlwerke A.-G. in Hamburg (Bild 86). Einen augenf├Ąlligen Beweis f├╝r die Leistungsf├Ąhigkeit der Firma auf dem Gebiete der Blechkonstruktionen zeigt Bild 87, das die elektrische Gasreinigungsanlage der Vereinigten Stahlwerke A.-G. in Gelsenkirchen mit einer Stundenleistung von 90.000 cbm darstellt.
F├╝r den Bahnhof Hanau-Ost wurde eine Lokomotiv-Bekohlungsanlage errichtet, die aus 50 einzelnen Zellen besteht und ein Bauwerk eigenartiger Konstruktion darstellt (Bild 88). F├╝r die H├╝ttenwerke sind umfangreiche Roh- und Reingasleitungen, Cowper, Staubt├Âpfe usw. geliefert, bei denen die schwierigsten Blechkonstruktionen angewandt wurden. Eine gr├Â├čere Anzahl D├╝ker- und Turbinenrohre wurden f├╝r Hamburg, die Edertalsperre und f├╝r das im Bau begriffene Kraftwerk bei Niederwartha geliefert.
QUELLE[Aug. Kl├Ânne (1929) 56]