Wanderer-Werke, vorm. Winklhofer & Jaenicke


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Wanderer-Werke, vorm. Winklhofer & Jaenicke: Wanderer-Werke, vorm. Winklhofer & Jaenicke: Fabrikanlage Wanderer-Werke, vorm. Winklhofer & Jaenicke: Wanderer-Werke: Anzeige


Allgemeines

FirmennameWanderer-Werke, vorm. Winklhofer & Jaenicke
OrtssitzChemnitz
OrtsteilSchönau
StraßeZwickauer Str.
Postleitzahl09116
Art des UnternehmensMaschinenfabrik
AnmerkungenBis 1908: "Wanderer-Fahrradwerke vorm. Winklhofer & Jaenicke" (s.d.). "Wanderer" = Markenname (als Übersetzung des engl. "Rover" = Dreirad-Marke der "J. K. Starley & Sutton Co." in Coventry). Ab 1921/27: Zweigwerk in Siegmar (Autoproduktion). 1932: Automobil-Abteilung an "Auto Union". Ab 1938 unter der Firma "Wanderer-Werke Aktiengesellschaft" (s.d.). Nachfolge-Unternehmen nach dem Zweiten Weltkrieg: "Wanderer-Werke AG, Köln" (s.d.)
Quellenangaben[Maschinenindustrie (1939/40) 760] [Industriemus. Chemnitz (1994)] [Rauch: DKW (1981) 33+143] [Eisenbahnwesen der Gegenwart 2 (1911) 557]




Unternehmensgeschichte

Zeit Ereignis
26.02.1885 Gründung des Ursprungsunternehmens "Chemnitzer Velociped-Depôt Winklhofer & Jaenicke" in Chemnitz durch Kommerzienrat Winklhofer, München, und Direktor Jänicke, Dresden
15.05.1896 Umwandlung der vormaligen "Maschinen- und Fahrräder-Fabrik Winklhofer & Jaenicke" in Schönau in eine Aktiengesellschaft "Wanderer-Fahrradwerke vorm. Winklhofer & Jaenicke", der Vorgänger-Firma der 1908 entstandenen "Wanderer-Werke ..."
1908 Auszeichnung durch eine goldene Medaille in Rostow
1908 Auszeichnung durch eine goldene Medaille in Saragossa
1908 Auszeichnung durch einen Grand Prix in Genua
15.01.1908 Änderung der Firma aus "Wanderer-Fahrradwerke vorm. Winklhofer & Jaenicke"
1910 R. Stuhlmacher wird technischer Leiter bei den Wanderer-Werken
1910 Das Unternehmen erhält auf der Weltausstellung in Brüssel zwei Grands Prix
1910 Vom Betriebskapital in Höhe von 1.000.000 Mark werden 25 % Dividende ausgeschüttet.
1911 Der erste PKW "Puppchen" verläßt das Werk. Der Wagen mit Sitzen in Tandem-Anordnung hat einen 1150-ccm-Vierzylindermotor mit 12 PS und Magnetzündung, Dreiganggetriebe mit Rückwärtsgang; V= 70 km/h
1912 Baubeginn des Hauptwerks an der Zwickauer Straße nach dem Projekt des Architekten Erich Basarke
1912 Die nach und nach zu stattlicher Ausdehnung gewachsenen Werksanlagen mit ihren Einrichtungen ermöglichen es, eine Abteilung für Motorwagenbau zu errichten.
02.1914 Die Schreibmaschinen werden ab Februar mit Tabulator ausgestattet
1916 Baubeginn von Adressiermaschinen
1916 Als weiterer Fabrikationszweig wird der Bau der Addier- und Subtrahier- sowie Buchungsmaschinen "Continental" aufgenommen
1916 Entstehung des 6/30-PS-Kraftwagens.
1917 Tod von Richard Adolf Jaenicke
1917 Fertigstellung des Hauptwerks an der Zwickauer Straße
1920 Die Continental-Addier- und Subtrahiermaschine wird auch mit elektrischem Antrieb gefertigt.
1921 Baubeginn des Zweigwerks Siegmar
1921 Die erste Wanderer-Einfräsmaschine wird vorgestellt.
1923 Wanderer präsentiert den Kraftwagen mit 6/24 PS Motor.
1924 Ein Zweizylinder-Motorrad, ein 4,5-PS-Modell mit Kickstarter, 3-Gang-Getriebe und Kettenantrieb, kommt auf dem Markt
1925-1926 1925 und 1926 wird ein Zweigwerk in Siegmar errichtet.
1925 Der zwei- und dreisitzig gebaute 5/15 PS-Wagen wird vom neuen viersitzigen 5/20 PS Typ W 8 abgelöst.
1925 Im Fahrradbau wird eine Montagebahn als erste deutsche Einrichtung dieser Art in Betrieb genommen.
1926 Der gut verkäufliche W 235 mit 6/30 PS aus 1,55 l Hubvolumen erscheint
1926 Als erstes Wanderer-Automobil mit Linkssteuerung und Vierradbremse erscheint der Wanderer 6/30 PS Typ W 10 mit 1,55-Liter-Vierzylindermotor. - Er wird in den folgenden Jahren das Rückgrat der Wanderer Automobilproduktion bilden.
1927-1928 Fertigstellung der Hochbauten in Siegmar.
29.01.1927 Bezugsrechtsangebot auf nom. Reichsmark 2.729.000,00 Vorratsaktien an Stamm- und Vorziigsaktionäre im Verhältnis 4 : 1 zu 135 % plus Dividende 1926/27.
1928 Fertigstellung des Fräsmaschinenwerks in Siegmar
1928 Der Zweiliterwagen W 240 mit 8/40 PS wird gebaut
1928 Die Automobilproduktion wird in das neue Werk Siegmar verlegt
1928 Errichtung von Verkaufsniederlassungen für Motorwagen in Berlin NW 87, Jagowstraße 31-34, und München, Odeonsplatz 12.
1928 Die Automobil-Ausstellung in Berlin wird der neu Pkw Typ W 11 mit Sechszylinder 10/55 PS Motor vorgestellt.
10.01.1928 Laut Beschluß vom 10. Januar 1928 werden die restlichen nom. RM 2.000.000,00- Vorratsaktien der Gesellschaft den bisherigen Stamm- und Vorzugsaktionären im Verhältnis 7 : 1 zu 150 % plus Dividende 1927/28 u. ff. angeboten.
1929 Die Prager Firma Janecek erwirbt die Wanderer-Motorradproduktion und führt sie unter dem Namen "Jawa" (Ja = Janecek, wa = Wanderer) weiter.
um 1929 Abschluß eines Vertrags zwischen Wanderer und Dr. Porsche über die Konstruktion eines neuen Motors (der von Auto Union übernommen wird)
1929-1930 Wiedereinführung des 6/30-PS-Kraftwagens nach vorübergehender Fertigung größerer Wagen
1929-1930 Neueinführung der kleinen Continental-Schreibmaschine und der Continental-Pult-Addier- und Saldier-Maschine sowie der Continental-Buchungs-Maschine.
1929 Das Wanderer-Markenzeichen (ein geflügeltes "W") wird als Wahrzeichen gesetzlich geschützt.
1930 Man geht wieder auf ein 6/30-Vierzylindermodell zurück (vorher Sechszylinder)
1930-1931 Trotz der Krise ist es der Gesellschaft durch weiteren Ausbau ihrer Verkaufsorganisation möglich, eine Steigerung des Umsatzes gegenüber dem Vorjahre zu erzielen.
1930 Zwei neue preiswerte Fahrrad-Modelle mit den Namen "Vulkan" und "Wanderer-Vulkan" kommen heraus.
14.03.1930 Errichtung der "Continental Büromaschinen Gesellschaft m.b.H.", Berlin SW 68, Kochstraße 60/61.
01.01.1932 Mit Wirkung vom 1. Januar 1932 überträgt die Gesellschaft ihre Automobilinteressen an die neu gegründete "Auto Union A.-G.", die durch die Vereinigung der Firmen "Zschopauer Motorenwerke J. S. Rasmussen A.-G.", "Audi-Werke A.-G." und "Horch-Werke A.-G." entstanden war. Gleichzeitig wird ein Pachtvertrag über die dem Automobilbau dienenden Werkstätten in Siegmar-Schönau abgeschlossen. Die "Wanderer-Werke Aktiengesellschaft" und die "Auto Union A.-G." in Chemnitz sind also zwei rechtlich und wirtschaftlich getrennte und voneinander völlig unabhängige Unternehmen.
1932-1933 Die Gesellschaft widmet sich in verstärktem Maße der Herstellung von Werkzeugmaschinen (Fräsmaschinen) und Werkzeugen (Fräsern), Continental-Schreib-, Addier- und Buchungsmaschinen, Wanderer-Fahr- und -Motorfahrrädern.
29.06.1932 Im Zuge der Fusion zur Auto Union kommt durch Pacht und Kauf noch die Automobilabteilung der Wanderer-Werke hinzu, um alle PKW-Fabriken des Freistaates Sachsen zusammenzufassen.
29.06.1932 Im Zusammenhang mit der Übertragung der Auto-Interessen an die "Auto Union AG" ist bei den "Wanderer-Werken" eine entsprechende Korrektur nach der Kapitalseite hin zweckmäßig. Die Hauptversammlung vom 29. Juni 1932 beschließt eine Herabsetzung des Grundkapitals in erleichterter Form von bisher RM 15.734.000,00 auf Reichsmark 7.860.000,00- derart, daß zunächst RM 14.000,00 eigene Stammaktien eingezogen und die noch verbleibenden RM 15.636.000,00 Stammaktien sowie die RM 84.000,00 Vorzugsaktien im Verhältnis 2 : 1 zusammengelegt werden.
29.06.1932 Abschluß eines Pachtvertrags mit der "Auto Union Aktiengesellschaft", Chemnitz, mit Wirkung ab 1. Januar 1932. Wesentlicher Inhalt: Die Wanderer-Werke haben den Teil des ihnen gehörenden Siegmarer Werkes, welcher ausschließlich ihrer Automobilfabrikation gedient hat, an die Auto Union verpachtet. Das verpachtete Gebäude ist ein in sich abgeschlossener Teil des den Wanderer-Werken gehörenden Siegmarer Werkes, in welchem auch weiterhin noch die Werkzeugmaschinenfabrikation der Gesellschaft selbständig betrieben wird. Die Hilfsbetriebsanlagen wie z. B. Kesselhaus, Kraft- und Transformatorenstation, Kühlanlage und dergleichen sind nicht mitverpachtet, jedoch werden Strom und Kraft usw. gegen besondere Berechnung zur Verfügung gestellt. Die gesamte Belegschaft des früheren Automobilwerks ist von der Auto Union A.-G. übernommen worden.
1934 Die Fräsmaschinenfabrik gilt als die größte Europas
1934 Die 500.000 "Continental" verläßt das Werk
1934 Die Produktion der Audi-Frontantriebswagen mit 2-, später 2,3-l-Wanderer-Motor wird in das Werk Horch verlegt
Apr./Mai 1934 Wanderer bringt die bisher einzige deutsche geräuschlose Schreibmaschine "Continental Silenta" heraus.
1935 Aufnahme der Herstellung von Buchungs-Schreibmaschinen mit Rapidus-Einwerfer
1936 Beteiligung an der Rüstungsproduktion
1937 Erwerb des Geschäftshauses in Berlin. Kochstr. 60/61, in dem die Vertriebsgesellschaft "Continental Büromaschinen Gesellschaft m. b. H." und die Berliner Verkaufsvertretung des Werkzeugmaschinenwerkes schon seit Jahren ansässig sind. Nach erfolgtem Umbau ist auch das Berliner Fahrrad-Verteilungslager dort untergebracht. Damit sind im Berliner "Wanderer-Haus" alle Verkaufsstellen für den Bezirk Groß-Berlin zusammengefaßt.
24.06.1938 Laut Hauptversammlungsbeschluß vom 24. Juni 1938 Änderung der Firma zur Vereinfachung in "Wanderer-Werke Aktiengesellschaft"




Produkte

Produkt ab Bem. bis Bem. Kommentar
Addiermaschinen 1916 Beginn 1925 [Martin: Rechenmaschinen (1925) I 312] "Continental" (Volltastenmaschine), Konstrukteur: John E. Greve
Adressiermaschinen 1916 Beginn      
Fahrräder 1908 Umfirmierung aus "Wanderer-Fahrradw." 1938 Umfirmierung in "Wanderer-Werke"  
Fräsmaschinen 1908 Umfirmierung 1938 Umfirmierung  
Motorräder 1908 Umfirmierung 1929 Ende (Erwerbung durch Janecek, Prag) andere Quelle: noch 1932
Personenkraftwagen 1911 Beginn ("Puppchen") 1932 am 01.01.1932 an Auto-Union  
Schreibmaschinen 1908 Umfirmierung 1938 Umfirmierung "Continental"




Betriebene Dampfmaschinen

Bezeichnung Bauzeit Hersteller
Dampfmaschine 1895 Sächsische Maschinenfabrik vorm. Richard Hartmann AG




Personal

Zeit gesamt Arbeiter Angest. Lehrl. Kommentar
1911 1900       1.900 Beamte und Arbeiter
1939 9300        




Produktionszahlen

von bis Produkt im Jahr am Tag Einheit
1951   Schnellaster 7000    




Firmen-Änderungen, Zusammenschüsse, Teilungen, Beteiligungen


Zeit = 1: Zeitpunkt unbekannt

Zeit Bezug Abfolge andere Firma Kommentar
1932 Anschluß (Namensverlust) danach Auto Union AG nur die Autoabteilung [Maschinenindustrie (1939/40) 249] [Rauch: DKW (1981) 33]
1938 Umbenennung danach Wanderer-Werke Aktiengesellschaft  
1908 Umbenennung zuvor Wanderer-Fahrradwerke vorm. Winklhofer & Jaenicke Wanderer Fahrradw. --> Wanderer-Werke