Wiede's Papierfabrik Rosenthal GmbH

Allgemeines

FirmennameWiede's Papierfabrik Rosenthal GmbH
OrtssitzBlankenstein (Saale)
StraßeHauptstr. 16
Postleitzahl07366
Internet-Seitehttp://www.zpr.de
Art des UnternehmensZellstoff- und Papierfabrik
Anmerkungen1882-1883: "Wiedes Holzstoff- und Papierfabrik Blankenstein". 1894 die Papierfabrik Blankenberg der Gebr. Flinsch erworben. DDR-Zei: "VEB Zellstoff- und Papierfabrik Rosenthal" (s.d.). Seit 1994: "Zellstoff- und Papierfabrik Rosenthal GmbH & Co. KG" und Tochter der Mercer International Ltd., Zürich. 2008: Tagesverarbeitung 4.000 t Holz (für Verpackungs- und Hygieneartikel).
Quellenangaben[Birkner: Papierind (1938) I 116] [Reichs-Adreßbuch (1900) 2536] [FAZ, 14.09.1998, S. 26] [TLZ, 08.08.2008] [MAN-, Ascherslebener Dampfmaschinenlisten] Homepage (2008)




Unternehmensgeschichte

Zeit Ereignis
1881/1883 Gründung der Papierfabrik Rosenthal/Reuß durch Anton Wiede
14.08.1883 Die erste Papiermaschine mit einer Produktionsmenge von 3.000 kg/d läuft an
1891 Beginn der Herstellung von Sulfit-Zellstoff
1894 Anton Wiede übernimmt im Zuge der Erweiterung seines Unternehmens die Papierfabrik Blankenberg
20.04.1899 Eine schwere Kesselexplosion ereignet sich morgens um 6.15 Uhr, kurz nach Schichtwechsel bei ca. 10 bar Dampfdruck. Sie kostet fünf Arbeitern das Leben: drei Maurern (ein weiterer überlebt schwerverletzt), dem Maschinisten der benachbarten Betriebsdampfmaschine und einem Schlosser. Der explodierte Kessel ist ein Batteriekessel, bestehend aus 16 Siederohren von 740 mm Durchmesser und 7 m Länge, die in vier Reihen von je 4 Siederohren übereinander angeordnet sind; er enthielt 43.000 kg Wasser.
1903 Anläßlich des zwanzigsten Jubiläums von "Wiedes Papierfabrik Rosenthal" wird der Wiedeturm bei Blankenstein gebaut.
19.04.1911 Tod von Anton Wiede in Karlsbad
1973 Errichtung einer neuen Zellstoff-Produktionsanlage zur weiteren Steigerung der Produktionskapazität
1990 Übernahme des Staatsbetriebs durch die Treuhand
1994 Die Mercer-Gruppe aus Nordamerika erwirbt die Fabrik von der Treuhand. - Das Werk wird in den folgenden Jahren mit einem Investitionsaufwand von 558 Millionen DM zur ersten Kraftzellstofffabrik Deutschlands umgebaut.
1998 Mit einem Aufwand von rd. 560 Mio DM wird die Zellstoffabrik Rosenthal Ende 1998 auf das lange in Deutschland nicht als genehmigungsfähig geltende Kraftzellstoff-Verfahren umgerüstet. Die Generalplanung hat das finnische Ingenieurbüro Jaakko Pöry. Das Herzstück der Anlage, der Kocher, wird vom Anlagenbauer Ahlström auf das Sulfatzellschtoffverfahren umgerüstet. Dieses Unternehmen liefert auch das 55-MW-Kraftwerk, in dem die beim Holzaufschluß anfallende "Schwarzlauge" verbrannt wird.
30.10.1999 bis 31.10.1999 Ende Oktober soll die neue Anlage den ersten Sulfatzellstoff produzieren. Sie ist für eine Kapazität von 200.000 t/a ausgelegt. Die Modernisierung und Kapazitätsverdoppelung kostete 300 Millionen Euro.
2007 Es wird ein Produktionsrekord von 326.838 t Zellstoff im Jahr 2007 erreicht. Zugleich steigt der Umsatz im 13 Prozent auf 165,1 Millionen Euro. Der Exportanteil liegt bei 43 Prozent.
2008 Es wird mit der Baugenehmigung zur Erweiterung der Fabrik auf eine Produktionsmenge von 400.000 t/a mit ca. 100 Millionen Euro Baukosten gerechnet
01.01.2008 Mit Wirkung zum 01. Januar 2008 wird die "Zellstoff- und Papierfabrik Rosenthal GmbH & Co. KG" mit ihrer Komplementärin "ZPR Geschäftsführungs GmbH" verschmolzen. Die GmbH wird umfirmiert in die "Zellstoff- und Papierfabrik Rosenthal GmbH".
09.08.2008 Das 125jährige Bestehen wird mit einem Tag der offenen Tür gefeiert.




Produkte

Produkt ab Bem. bis Bem. Kommentar
Chromopapier 1938 [Birkner: Papierind (1938) I 116] 1938 [Birkner: Papierind (1938) I 116]  
Fichtenschlitt f. eig. Bed. 1938 [Birkner: Papierind (1938) I 116] 1938 [Birkner: Papierind (1938) I 116]  
Illustrationsdruckpapier 1881 Beginn vmtl. ab Gründung 1938 [Birkner: Papierind (1938) I 116]  
Kunstdruckpapier 1938 [Birkner: Papierind (1938) I 116] 1938 [Birkner: Papierind (1938) I 116]  
Sulfit-Zellstoff 1938 [Birkner: Papierind (1938) I 116] 1938 [Birkner: Papierind (1938) I 116]  
Tiefdruckpapier 1881 Beginn vmtl. ab Gründung 1938 [Birkner: Papierind (1938) I 116]  
Werkdruckpapier 1938 [Birkner: Papierind (1938) I 116] 1938 [Birkner: Papierind (1938) I 116]  




Betriebene Dampfmaschinen

Bezeichnung Bauzeit Hersteller
Dampfmaschine 1907 Maschinenfabrik Augsburg-Nürnberg AG
Dampfmaschine vor 1917 Ascherslebener Maschinenbau Act.-Ges., vorm W. Schmidt & Co.
Dampfmaschine vor 1917 Ascherslebener Maschinenbau Act.-Ges., vorm W. Schmidt & Co.
Dampfmaschine vor 1917 Ascherslebener Maschinenbau Act.-Ges., vorm W. Schmidt & Co.
Dampfmaschine   unbekannt




Betriebsanlagen

Zeit Betr.-Teil Fläche bebaut Gleis Whs Betr. in Kommentar
1938 Stammwerk           4 Langsiebpapiermasch. 2 à 230, 2 à 210 cm, 9 Streichmasch., 6 Zellstoffkocher




Personal

Zeit gesamt Arbeiter Angest. Lehrl. Kommentar
2006 440     16  
2007 452     16  




Produktionszahlen

von bis Produkt im Jahr am Tag Einheit
1938   Druckpapier   100 t
1938   Sulfit-Zellstoff   55 t




Firmen-Änderungen, Zusammenschüsse, Teilungen, Beteiligungen


Zeit = 1: Zeitpunkt unbekannt

Zeit Bezug Abfolge andere Firma Kommentar
1 Anschluß (Namensverlust) zuvor Papierfabrik Blankenberg Blankenberg zu Rosenthal