Zeit |
Ereignis |
1800 |
Jacob Weisser betreibt eine Poststation mit Huf- und Wagenschmiede im "Grünen Baum" in Langenschiltach |
1807 |
Der Sohn von Jacob Weisser, Johann Georg, wird geboren. Er wird später "Postschmied" genannt. |
1830 |
Johann Georg Weisser, der "Postschmied", fertigt mit zwei Gesellen in seiner Schlosser- und Zeugschmiede kleine Drehbänke und Schraubstöcke |
1842 |
Übersiedlung der Schmiede von Langeschiltach nach St. Georgen |
12.05.1855 |
Das Fabrikgebäude zwischen St. Georgen und Peterzell mit der zugehörigen Wasserkraft geht in den Besitz von Joh. Gg. Weisser über |
1856 |
Joh. Gg. Weisser beginnt mit der fabrikmäßigen Anfertigung von Maschinen und Werkzeugen aller Art. Antrieb der größeren Maschinen mit Wasserkraft, der kleineren mit Fußantrieb |
01.07.1856 |
Gründung durch den alten "Postschmied" Johann Georg Weisser |
1860 |
Erste Eigenkonstruktion einer kleinen Tischdrehbank "mit zusammengesetztem Gestell" |
1866 |
Erste Patentanmeldung beim Großherzoglich Badischen Patentamt in Karlsruhe |
1868 |
Joh. Gg. Weisser scheidet altershalber aus dem Geschäft aus |
1868 |
Das Geschäft wird nach Ausscheiden des Gründers von den beiden Söhnen Andreas (geb. 1834) und Johann Georg (geb. 1839) weitergeführt |
1869 |
Erste Exporte und Ausstellungsbeteiligungen |
1869 |
Medaille auf der Allgemeinen Deuschen Gewerbe- und Industrieausstellung in Wittenberg an Weisser, St. Georgen |
1870 |
Tod von Andreas Weisser. Johann Georg Weisser, jun. wird alleiniger Geschäftsführer |
1873 |
Das Herstellungsprogramm umfaßt neben Drehbänken und Revolverdrehbänken Bohr- und Fräsmaschinen, Verzahnungsmaschinen und Teilapparate |
1876 |
Bau der ersten Leitspindeldrehbank; Drehlänge etwa 2 m, Bett mit Flachführungen und Kröpfung, Stufenscheiben-Spindelstock und Deckenvorgelege |
1882 |
Gründung einer Betriebskrankenkasse, die erste im weitem Umkreis |
1885 |
Eine Maschinenhalle und Turbinenanlage mit 20 PS werden gebaut |
1885 |
Eine Modellschreinerei und eine Zangenwerkstatt werden eingerichtet |
1886 |
Johann Georg Weisser, jun. verstirbt |
1886 |
Konstruktion der Leitspindeldrehbank UNIKUM mit Umschaltung für Zoll- und metrisches Gewinde durch Korrekturrad. Deutsches Reichspatent. Der Typ "UNIKUM" wird 750mal gebaut |
1886 |
Georg Weisser, ältester Sohn des Johann Georg Weisser jun., fällt einem Eisenbahnunglück zum Opfer |
1888 |
Johann Georg Weisser sen. verstirbt |
1888 |
Ehrenpreis auf der Internationalen Ausstellung in Melbourne |
1888 |
Ehrenpreis auf der Deutschen Kraft- und Arbeitsmaschinen-Ausstellung in München |
1889 |
Einrichtung eines weiteren Fabrikgebäudes. Beginn einer beschleunigten industriellen Entwicklung |
1890 |
Es sind 80 Produktionsmaschinen im Einsatz. Eigene Härterei |
1890 |
Die Turbinenanlage von 1885 wird durch eine stationäre Dampfmaschinenanlage mit 80 PS Leistung ersetzt |
1890 |
Ludwig Weisser, Sohn des Johann Georg Weisser jun., tritt in die Leitung der Firma ein |
1896 |
Aufstellung eines Dampfkessels. Hersteller: G. Kuhn, Stuttgart-Berg |
1896 |
Nach Installation einer Gleichstrom-Dynamomaschine mit großer Akkumulatorenbatterie wird die Fabri mit elektrischem Licht versorg |
1896 |
Die Präzisions-Leitspindeldrehbank NON PLUS ULTRA erhält den ersten elektrischen Einzelantrieb. Dieser Maschinentyp ist schon mit Gewinderäderkasten für 2 x 11 Steigungen und Support-Umschaltung für Vor- und Rücklauf ausgerüstet |
02.03.1896 |
Baubeginn (?) einer Dampfmaschine und einer Dampfpumpe durch G. Kuhn, Stuttgart-Berg. |
1898 |
Eduard Weisser tritt in die Leitung der Firma ein. Zusammen mit seinem Bruder Ludwig ist es ihm vergönnt, fast 60 Jahre lang tätig zu sein. |
1900 |
Eine zweigeschossige Montagewerkstatt wird gebaut, ferner Erweiterungen für Fräserei und Hauptmagazin. |
1900 |
Weisser baut die ersten automatischen Drehmaschinen: Ein Einspindelautomat für die Herstellung von Fassondrehteilen und Schrauben, ZH/ZC, mit Trommelkurven für Materialvorschub und Längsschlitten mit Scheibenkurven für 2 Planschlitten, sowie ein Bohr- und Plandrehautomat mit drei Arbeitstationen mit Schaftwellenantrieb und Kupplung für jede Station. |
1902 |
Erlangung eines Reichspatents für "Vorrichtung zum Gewindeschneiden nach metrischem und Whitworth-System an Leitspindel-Drehbänken". Anstelle des Umsteckens einer Anzahl von Wechselrädern ist nur noch das Umlegen eines Hebels erforderlich. |
1903 |
Für die neuen Schnellarbeitsstähle aus Amerika werden die Drehbänke neu konstruiert. Doppelte Arbeitsgeschwindigkeit. |
1911 |
Auf der Handwerkerausstellung in München werden alle Weisser-Maschinen mit elektrischem Einzelantrieb gezeigt. |
1912 |
ein dreistöckiger Fabrikneubau wird bezogen, die erste Eisenbetonkonstruktion der Gegend. |
1914-1918 |
Die zweite Montagehalle ist fertig eingerichtet |
1914-1918 |
Die "Programmbereinigung" ist abgeschlossen: Schwerpunkt: Drehen, Fräsen, Bohren, Hobeln |
1914-1918 |
Das Drehbank-Programm wird ausgebaut. Leit- und Zugspindel-Drehbänke von 110 - 300 mm Spitzenhöhe, die ersten Vielstahl-Drehbänke, neue Revolverdrehbänke bis 54 mm Spindeldurchlaß werden entwickelt. |
1919 |
Die Armaturendrehbank Typ MA entsteht, der Vorläufer der späteren Präzisionsrevolver-Drehbank RO |
1937 |
Ing. grad. Gottfried Rettich, Schwiegersohn des Eduard Weisser, tritt in die Geschäftsführung en, nachdem der viele Jahre als Konstrukteur und Betriebsleiter bei namhafen Unternehmen tätig war. |
1938 |
Die Neuentwicklungen, die 1938 auf den Markt kommen, tragen die Handschrift von Gottfried Rettich |
1938 |
Auf der letzten Werkzeugmaschinenausstellung in Leipzig findet die Universal-Drehbank WS 117 besondere Beachtung durch ihre stufenlsoe Drehzahlregelung vom Reitstock aus. Abgedeckte Führungsbahnen und gemeinsame Umlaufschmierung für alle Getriebe. Sämtliche Gewindearten bis zu 7 mm Steigung können ohne Umstecken von Wechselrädern geschnitten werden. Stufenlose Drehzahlregelung erhält ebenfalls die neue Baureihe Revolverdrehbänke Typen RA und RB |
1943 |
GottfriedRettich wird alleiniger Geschäftsführer |
1945-1948 |
Kriegsende und Demontage der Maschinen bringen einige bittere Jahre. Die Gebäude bleiben mit Ausnahme der Fensterscheiben nahezu unbeschädigt. Dagegen werden zwei Drittel der wertvollsten Produktionsmaschinen demontiert |
1949-1954 |
Die Serienfertigung läuft wieder an. Das Baukastenprinzip beschleunigt die Fertigung. Monatlicher Ausstoß bis zu 60 gleiche Antriebseinheiten. |
1954 |
Der erste stirnseitig bediente Futterdrehautomat wird entwickelt: der FRONTOR mit kurzem Maschinenbett, da ermittelt worden ist, daß 80% aller Drehteile kürzer sind als ihr Durchmesser. |
1955 |
Der erste FRONTOR 35 wird auf der Werkzeugmaschinen-Ausstellung in Hannover ausgestellt |
1957 |
Eduard Weisser verstirbt. Mit ihm endet die dritte Generation. |
1957 |
Durchschlagender Erfolg des FRONTOR. Das Warenzeichen wird weltweit geschützt |
1958 |
Der FRONTOR 35 erhält die erste automatische Beschickung eigener Konstruktion |
1959 |
Erste vollautonatisch arbeitende Maschinengruppe für Komplettbearbeitung von Wälzlager-Ringen als verkettete Einspindel-Automaten FRONTOR 35 mit Hub- und Wendestation |
1960 |
Gemeinschaftsentwicklung Weisser-Diedesheim: FRONTOR 25 und 40 auf der WMA Hannover |
1961 |
Erste Auslandsausstellung für FRONTOR auf der EWA in Brüssel. Prominentester Stand-Besucher: König Baudouin von Belgien. |
1962 |
Erstmals integrierte Meßstation an einer Drehstraße für PKW-Bremsringe. |
1963 |
FRONTOR 35 mit Gleichstromantrieb und BBC-Lochbandsteuerung, erstmals ausgestellt auf der EWA Mailand. Vorläufer des numerisch gesteuerten FRONTOR |
1964 |
Erste Bremsscheibenstraße FRONTOR 25 mit Verkettung von Folgemaschinen in Betrieb genommen. Auf der WMA Hannover wird der Zwillings-FRONTOR 25 D vorgestellt |
1966 |
Die ersten numerisch gesteuerten FRONTOR 25 mit BBC-Zweiachsen-Steuerung und patentierter Kolbenklemmung für die noch hydraulisch angetriebenen Schlitteneinheiten werden gebaut. |
1967 |
Ing. (grad.) Rolf Rettich tritt nach mehrjähriger Tätigkeit in der Schweiz und in Australien als Assistent der technischen Leitung ein |
1968 |
Der Bruder von Rolf Rettich, Betriebswirt Horst Rettich, führt die EDV ein und bringt damit Kalkulation, Betriebsabreichnung, Buchhaltung und Fertigungssteuerung auf den Stand, den eine Einzelfertigung mit Projektbearbeitung und deren Finanzierungsaufgaben unerläßlich macht. |
1968 |
Großauftrag für die Vollautomatenstraßen 52 FRONTORe mit maschinenintegrierten Beschickungseinrichtungen und Portalverkettungen. Letzere für die zentrale Werkstückversorgung mit Roh- und Fertigungsteilespeichern, Elevatoren, Meßeinrichtungen, Werkzeugstandmengen-Kontrolle und Voreinstelleinrichtungen für Werkzeugwechselhalter. |
1970 |
Die FRONTOR-Reihe von Weisser und Diedesheim ist das größe Frontdrehmaschinenprogramm der Welt: 3000 Maschinen sind inzwischen geliefert worden. |
1972 |
Für den Werkstückbereich unter 60 mm Durchmesser entsteht der zweispindelige FRONTOR 6, ein kurvengesteuerter Drehautomat für extrem kurze Taktzeiten, deshalb auch mit druckluftgesteuerter Beschickungseinrichtung und Spindeldrehzahlen bis 6300 U/min |
1973 |
Eine grundlegende Neuentwicklung frontbedienter Drehautomaten entsteht: FRONTOR 27 als Ein- und Zweispindler in Kompaktbauweise. Grundmodell für die Drehmaschinenstraße TRANSFERTOR. Die Konstruktion berücksichtigt insbesondere die neuen Oxidkermaik-Schneidstoffe. |
1973 |
Gottfried Rettich, der geistige Vater des FRONTOR, scheidet aus der aktiven Geschäftsführung aus und übergibt seinem Sohn Rolf die technische Leitung, bleibt indessen noch beratend, insbesondere in der Entwicklung, tätig |
1973 |
Richard Weisser, der kaufmännische Leiter, ist nun Senior der Geschäftsführung, unterstützt von seinem Bruder Kurt Weisser, Leiter der Angebotsabteilung, und seinem Neffen Rolf Rettich, Technischer Geschäftsführer, und Horst Rettich, Leiter des Finanzwesens. |
1974 |
Dipl.-Wirtschaftsingenieur Helmit Weisser, Sohn des Richard Weisser, beendet Studium und praktische Vorbereitung bei seinem Großunternehmen und tritt in die Firma ein. Im selben Jahr übernimmt er die Vertriebsleitung. |
1975 |
FRONTOR 25-1 und 25-2, kompaktere und leistungsstärkere Weiterentwicklungen des Typs 25, werden rechtzeitig zur europäischen Werkzeugmaschinen-Ausstellung in Paris fertig. Ihre Konzeption - ähnlich dem FRONTOR 27 - kommt insbesondere den Wünschen der Wölzlager-Herseller entgegen, die großte Leistung auf kleinem Raum verlangen. Beide Typen bilden die Grundstufe zum FRONTOR-Modular-System. |
1977 |
Kurt Weisser scheidet altershalber aus, nimmt aber nach wie vor regen Anteil an den FRONTOR-Problemlösungen |
1977 |
In diese Zeit nachlassender Konjunktur fallen interessante Verfeinerungen und Weiterentwicklungen. Es entstehen Feindrehmaschinen, wie z.B. FRONTOR mit hydrostatischer Spindellagerung zu Diamantdrehen von Alu-Trommeln für Kopiergeräte oder für Fertigebearbeitung von Bremsscheiben anstelle des Schleifens. |
1980 |
Zum ersten Mal besteht der größte Teil der Fertigung aus numerisch gesteuerten FRONTOR-Maschinen, einzeln oder zu Straßen verkettet. Außer handbeschickten Ein- und Zweispindel-Drehmaschinen auch Anlagen mit maschinenintegrierter Beschickungseinrichtung oder Portal-Beschickung und Verkettung z.B. Ein- oder Zweispindel-Automaten mit Folgemaschinen zur Komplettbearbeitung von Werkstückfamilien. |
1980 |
Rolf Rettich gibt seine Tätigkeit als Technischer Geschäftsführer auf, um sich Forschungsaufgaben zu widmen. |
1981 |
An die Stelle von Rolf Rettich als Technischer Geschäftsführer tritt Helmut Weisser, der von seiner Außendienst-Erfahrung als Vertriebsleiter her für die beiden Führungspositionen beste Voraussetzungen bietet. |
1981 |
Auf der EMO Hannover wird die Drehzelle DZ 300 als besonders interessante und grundsätzliche Neuentwicklung vorgestellt |
13.06.1981 |
Als besondere Ehrung im Jubiläumsjahr wird die Gedenkplakette "Livnica 1908 Kikinda" mit Urkunde überreicht - für die von einer Fachkommisson im neuen Zulieferwerk für Automobiltile IDA, Kikinda, Jugoslawien, ausgewählte zuverlässigste Anlage. |