Gaswerk Offenbach


Zum Vergrößern Bild anklicken


Gaswerk Offenbach: Gesamtansicht Gaswerk Offenbach: Gaswerk Offenbach: Vertikalofenhaus Gaswerk Offenbach: Hochbehälter für Teer- und Ammoniakwasser


Allgemeines

FirmennameGaswerk Offenbach
OrtssitzOffenbach (Main)
Art des UnternehmensGaswerk
AnmerkungenEigentümerin: Seit 1879 die Stadt. Dirigent: Herr Aug. Kugler, auch für die städtische Wasserleitung. Frühere Eigentümerin : die Gasgesellschaft in Offenbach. Lt. Vertrag von 1855 (Laufzeit: 25 Jahre) hatte die Stadt nach Ablauf dieser Zeit das Recht, das Werk zu einem dem wirklichen Wert und der Rentabilität entsprechenden Preis zu übernehmen. Machte sie hievon keinen Gebrauch, so blieb die Konzession nicht mehr ausschließlich bestehen.
Quellenangaben[Schillings statistische Mitteilungen Gasanstalten (1885) 544]




Unternehmensgeschichte

Zeit Ereignis
1847 Eröffnung der Anstalt, die sich bis 1855 in einem Provisorium befindet.
01.07.1855 Beginn der Laufzeit des Vertrags auf 25 Jahre
Anfang Juli 1879 Die Gasanstalt geht in das Eigentum der Stadt über.




Produkte

Produkt ab Bem. bis Bem. Kommentar
Stadtgas 1847 Beginn 1885 [Stat. Mitt. Gaswerke (1885)]  




Betriebene Dampfmaschinen

Bezeichnung Bauzeit Hersteller
Dampfmaschine vor 1885 unbekannt




Allgemeines

ZEIT1885
THEMAVerträge, Tarife
TEXTDie Gaspreise sind für Privatbeleuehtung 20 Pf., für Kochgas 18 Pf., für Motoren, städtische und öffentliche Ämter sowie für Straßenbeleuchtung 16 Pf. pro l m³. Bezüglich letzterer werden 7 Brennstunden der Laternen für je l m³ gerechnet die Gasanstalt hat die Unterhaltung und das Anzünden und Löschen der Laternen auf ihre Kosten zu besorgen. Die Lichtstärke des Gases ist 16,5 - 17 Kerzen im Normal-Argandbrenner für 150 l Konsum pro Stunde. Im Betriebsjahre 1884/85 betrug die Jahresproduktion 1.244.000 m³, der Tageskonsum im Maximum 7.290 m³, im Minimum 1.030 m³. 532 Straßenlaternen brennen mit je 142 l Konsum pro Stunde, davon brennen nur 236 Laternen nach Mitternacht. Außerdem brennen vor Mitternacht 2 Siemens-Regenerativbrenner mit je 640 l Konsum pro Stunde. Die Gasabgabe betrug für Privatbeleuchtung 830.230 m³, für Straßenbeleuchtung 153.790 m³, für städtische Anstalten 18.840 m³, für öffentliche Anstalten 43.690 m³, für Motoren 65.990 m³, für Kochzwecke 11.160 m³, also verkauftes Gas 1.123.700 m³ und Selbstverbrauch, Verlust und Kondensation 120.300 m³. Betrieb mit ca. 300 Doppelwaggon Saarkohlen, ca. 100 Doppelwaggon Ruhrkohlen und ca. 20 Doppelwaggon böhmische Stückkohlen. 24 Gasmotoren, meist Otto'sches System, haben 59 Pferdestärken. Das im Jahr 1879 von der Stadt für Übernahme der Gasanstalt aufgewendete Anlagekapital von 720.000 Mk. ist bis auf 640.000 Mk. zurückbezahlt und außerdem ein Reservefond von ca. 50.000 Mk. angesammelt, während die Gasanstalt außer 4,5 % Kapitalzinsen jährlich noch 40.000 Mk. vom Nutzen an die Stadt abliefert. Der Reinertrag einschließlich der von der Stadt zu bezahlenden Zinsen betrug 1882/83 114.170 Mk., 1883/84 129.914 Mk. Näheres Journ. f. Gasbel. 1859, 203. 1862, 318. 1873, 2. 1878, 462, 564, 1883, 127, 504. 1884, 901.
QUELLE[Stat. Mitt. Gasanstalten (1885) 544]


ZEIT1885
THEMAAnlagen
TEXTAn Öfen waren zur Zeit der Übernahme durch die Stadt 2 Generatoröfen nach Liegel und 6 Rostöfen vorhanden. Diese alten Öfen sind sämtlich beseitigt und an deren Stelle nur Generatoröfen von Klönne erbaut worden; nämlich 5 Öfen à 8, l à 5 und l à 4 Retorten, zusammen 49 große Retorten mit je 300 - 325 m³ Gas Produktionsfähigkeit pro Retorte in 24 Stunden bei 110 - 140 kg Koksverbrauch zur Unterfeuerung und 300 - 310 m³ Gasausbeute auf je 1000 kg vergaster Kohle. Die veralteten Apparate werden in diesem Jahre ergänzt bzw. ausgewechselt und zwar sollen dieselben dann aus 2 Beale'schen Exhaustoren mit 2 Dampfmaschinen von je 4 Pferdestärken, l Röhren-Vorkondensation von ca. 100 qni und l Wasserkondensator von ca 50 qm Kühlfläche, l Klönne'schen Colonnenwascher von 5 Etagen und 4 Eisenreinigern für 15.000 m³ Maximal-Tagesproduktion (Lux-Masse), sowie einer Einrichtung zur Herstellung von schwefelsaurem Ammoniak bestehen. Der Inhalt der 4 Gasbehälter beträgt 5.000 m³. Die beiden von der Gasanstalt ausgehenden Rohrleitungen haben 300 - 200 mm Durchmesser. Die aufgestellten nassen 1262 Gasmesser sind nominell für 17.100 Flammen.
QUELLE[Stat. Mitt. Gasanstalten (1885) 544]