Eisenwerk Gebr. KrÀmer

Allgemeines

FirmennameEisenwerk Gebr. KrÀmer
OrtssitzSankt Ingbert (Saar)
Postleitzahl66386
Art des UnternehmensEisenwerk und Drahtfabrik
AnmerkungenGenannt auch "Alte Schmelz"; teilweise unter Denkmalschutz gestellt. Seit 1788 im Besitz der Familie KrĂ€mer. 1892: nur "Eisenwerk KrĂ€mer". Um 1943: "Eisenwerk KrĂ€mer Akt.-Ges.". Seit 1905: "RĂŒmelinger und St. Ingberter Hohöfen und Stahlwerke AG". Seit 1920: "SociĂ©tĂ© des Hauts Fourneaux et AciĂ©ries de Differdange-St. Ingbert-Rumelange (HADIR)" (s.d.). Seit 1967 zur ARBED. Seit 1984: "Drahtwerk St. Ingbert". Seit 1993 zu "Saarstahl"
Quellenangaben[Rothenberger: Dampfmaschine in der Pfalz; in: Mitt Hist Verein Pfalz, Bd. 95 (1997) 297] [Adressbuch Elektr.-Branche (1892) 49] [Handbuch Akt.-Ges. (1943) 6368] Wikipedia




Unternehmensgeschichte

Zeit Ereignis
1732 GrĂŒndung durch einen Vertrag zwischen Graf Carl-Caspar von der Leyen und einem Konsortium aus den HĂŒttenleuten Karl Gottbill und Conrad Lehnen, HĂŒttenbetreiber zu Nunkirchen und der Schmiedemeister Josef Loth aus Blieskastel
1733 Das Werk (mit Hammerwerk und Schmelze) geht in Betrieb
1743 Tod des Schmiedemeisters und Teilhabers Josef Loth. Seine Witwe Katharina ĂŒbernimmt das Unternehmen.
1750 Bau der Möllerhalle. - Sie ist spÀter das Àlteste Industriedenkmal im Saarland.
1759 Die GrĂ€fliche Rentkammer (Finanzverwaltung) kĂŒndigt der Witwe Loth den HĂŒttenvertrag und ĂŒbergibt das Werk an Peter Lauer. - Katharina Loth grĂŒndet das Rentrischer Hammerwerk.
1771 Baubeginn des ersten sogenannten Langhauses mit Arbeiterwohnungen.
1788 Der Kaufmann Philipp Heinrich KrĂ€mer (1754?1803) ĂŒbernimmt einen Anteil an der Pacht und die Leitung des Werks.
1791 Philip KrÀmer wird AlleinpÀchter des Werkes.
1800 KrÀmer pachtet auch den Rentrischer Hammer.
1800/1804 Bau von vier weiteren ArbeiterhÀusern.
1804 Sophie KrĂ€mer (1763?1833), die Witwe Philipp Heinrich KrĂ€mers, ĂŒbernimmt das Werk zu einem Kaufpreis von 47.000 Franc.
1806 Der ersten HĂ€user der Arbeitersiedlung werden errichet.
1807 Bau des Herrenhauses
1810 Bau der beiden MeisterhÀuser
1810 Die Möllerhalle erhÀlt Uhr und Glocke.
1816 Da St. Ingbert zum Königreich Bayern und Rentrisch zu Preußen gehölrt, muß seither fĂŒr innerbetrieblichen Verkehr mit dem Rentrischer Eisenhammer Zoll entrichtet werden. (Zustand bis 1919)
1833 Friedrich KrĂ€mer lĂ€ĂŸt fĂŒr das hiesige Werk eine Balancier-Dampfmaschine in Aachen bauen. Sie treibt zwei Walzenstraßen: eine Luppen- oder Vorstraße und eine Fertigstraße
1833 Aufstellung eines Puddelofens mit Steinkohlefeuerung
1845 Mitte der 1840er Jahre werden die wassergetriebenen Hammerwerke und Luppenquetschen durch DampfhÀmmer ersetzt
1847 Es wird ein neues Walzwerk mit einer Schienenstraße, einer Grobstraße, einer Drahtstraße. und einer Bandstraße. Als Antrieb dient eine auf dem Werk selbst konstruierte und gebaute Dampfmaschine
1852 Bei KrĂ€mer sind 1852 acht Dampfmaschinen vorhanden, von denen 6 die 4 Walzenstraßen und jeweils eine das GeblĂ€se am Hochofen, einen Drahtzug sowie die MaschinenwerkstĂ€tte bedienen.
1864 GrĂŒndung der HĂŒttenfeuerwehr
1868 Bau ein neues Puddelwerkes mit 16 Öfen und zwei DampfhĂ€mmern
1868 Bau eines VerwaltungsgebÀudes
1870 Bau von "KrĂ€mers SchlĂ¶ĂŸchen"
1873 Einrichtung eines werkseigenenen Spitals in der Kohlenstraße
1885 Stillegung der Hochöfen
1887 Das Werk erhÀlt elektrische Beleuchtung.
1888 GrĂŒndung von HĂŒttenverein und HĂŒttenkapelle
1889 Umwandlung der Kommanditgesellschaft in die Aktiengesellschaft "Eisenwerk KrÀmer AG"
1890 GrĂŒndung des Konsumvereins
1892 Baubeginn der ersten Direktorenvilla
1892 Bau von vier AngstelltenwohnhÀusern
1894 Das Thomasstahlwerk geht in Betrieb.
1905 Das "Eisenwerk Kraemer AG" fusioniert mit der "RĂŒmelinger Hochofen AG" zur "RĂŒmelinger und St. Ingberter Hohöfen und Stahlwerke AG".
1905 Bau der zweiten Direktorenvilla
1907 Bau des Arbeiterheims, ein Schlafhaus mit Speiseanstalt
1907 Bau des KonsumgebÀudes
1907 Erweiterung des Stahlwerks und der Walzwerksanlagen, Ausbau der Drahtverarbeitung
1910 Stillegung des Rentrischer Hammers
1910 Baubeginn des Universalwalzwerks
1911 Die "RĂŒmelinger und St. Ingberter Hohöfen und Stahlwerke AG" und die "Deutsch-Luxemburgische Bergwerks- und HĂŒtten-AG" bilden eine Interessengemeinschaft.
Beginn 1. Weltkrieg Die Stahlproduktion wird eingestellt, und die Produktion wird auf RĂŒstungsgĂŒter umgestellt.
1916 Das Stahlwerk wird wegen unsicherer Rohstoffversorgung abgebrochen.
1916 Verlegung des Blockwalzwerks von St. Ingbert nach Differdingen in Luxemburg
1920 Übernahme der "RĂŒmelinger und St. Ingberter Hohöfen und Stahlwerke AG" durch die "SociĂ©tĂ© des Hauts Fourneaux et AciĂ©ries de Differdange-St. Ingbert-Rumelange" (HADIR). - Spezialisierung auf Drahtprodukte und Bandeisen.
08.08.1926 Beginn eines Streiks von 200 BeschĂ€ftigten des Drahtzugs vom zum 24. September fĂŒr höhere Löhne
21.02.1927 Löschung der Aktiengesellschaft. - Sie tritt spÀter erneut in Abwicklung.
17.06.1939 Der Abwickler der erneuten Abwicklung, NotariatsobersekretÀr Jakob Obert, St. Ingbert, wird bestellt.
1967 Fusion der "Société des Hauts Fourneaux et Aciéries de Differdange-St. Ingbert-Rumelange (HADIR)" mit der Luxemburger ARBED
1974 Kurzarbeit fĂŒr 400 BeschĂ€ftigte in der Bandweiterverarbeitung und der Drahtverarbeitung
1984 Bildung der "Drahtwerk St. Ingbert" mit der "TechnoARBED Deutschland" (spÀter: Saarstahl) als Anteilseigner
1988 WerksgebÀude und Siedlung ? insgesamt 12 EinzelgebÀude, 30 HÀuser unter Ensembleschutz ? werden unter Denkmalschutz gestellt.




Produkte

Produkt ab Bem. bis Bem. Kommentar
Draht 1892 [Adressb. Elektr.-Branche (1892)] 1892 [Adressb. Elektr.-Branche (1892)]  
Eisen 1833 Aufstellung Dampfmaschine      
Walzenzug-Dampfmaschinen 1847 fĂŒr eigenes Walzwerk 1847 fĂŒr eigenes Walzwerk  




Maschinelle Ausstattung

Zeit Objekt Anz. Betriebsteil Hersteller Kennwert Wert [...] Beschreibung Verwendung
1860 Betriebskraft     unbekannt Gesamtleistung 560 PS    
1860 Dampfmaschinen 17   unbekannt          
1860 WasserrĂ€der 2   unbekannt          




Personal

Zeit gesamt Arbeiter Angest. Lehrl. Kommentar
1789 36       18 HĂŒttenarbeiter und 18 Erz- und KohlengrĂ€ber
1860 600        
1913 2200        
1932 1300        
1962 1236 1100 136    
1981 860        
2001 191