Carl Ludwig Althans

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FirmennameCarl Ludwig Althans
OrtssitzBendorf (Rhein)
OrtsteilSayn
Art des UnternehmensBerg- und H├╝ttenfachmann
AnmerkungenEr war zweimal verheiratet, sein Sohn Ernst Friedrich Althans (1828-1899) trat in seine Fu├čstapfen als preu├čischer Bergbeamter und Oberbergrat. Die Tochter Alwine heiratete 1855 Wilhelm Hauchecorne, Gr├╝ndungspr├Ąsident der Preu├čischen Geologischen Landesanstalt. Sein Enkel Richard Althans (1862-1939) wurde Oberbergmann und Ministerialdirektor, zust├Ąndig f├╝r das preu├čische Bergwesen. Titel: Baukondukteur mit der Funktion als Maschinenbau-Inspektor f├╝r den Bezirk des rechten Rheinufers [www.archive.nrw.de; Oberbergamt Bonn] bzw. preu├čischer Bergrat und Leiter der k├Âniglich-preu├čischen H├╝tte Sayn
Quellenangaben[Metzeltin: Die Lokomotive (1971)] Wikipdia [Stahl und Eisen (1882) Nr. 5, 169]
HinweiseEntwarf 1815/16 als Konstrukteur der staatlichen Berliner Eisengie├čerei nach Blenkinsopschem Vorbild die beiden ersten, allerdings nur wenig in Betrieb gekommenen deutschen Lokomotiven.




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Lokomotivkonstrukteur   bei der Kgl. Eisengie├čerei      




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ZEIT1882
THEMALebenslauf
TEXTKarl Ludwig Althans, geboren zu B├╝ckeburg 1788, war 1817 in preu├čische Dienste getreten und nach der Saynerh├╝tte als Baubeamter f├╝r die Berg- und H├╝ttenwerke im rechtsrheinischen Teile des Oberbergamtsbezirks Bonn gekommen; sein Wirkungskreis erstreckte sich jedoch bald auf die s├Ąmtlichen H├╝ttenwerke m Rheinland, bis nach Westfalen hinein, als Ratgeber und als Maschinen- und Bauingenieur, und im Laufe der Jahre wuchs sein Ruf, so dals seine T├Ątigkeit auch au├čerhalb seines Dienstbezirks amtlich bei schwierigen Bauten in Berlin und zu gutachtlichen Berichterstattungen ├╝ber die oberschlesischen Staatswerke in Anspruch genommen wurde. Nachdem ihm zu Ende 1829 der Charakter als ├ťberh├╝tteubauinspeclor verliehen worden, wurden ihm 1843 die Funktionen als Revisionsbaubeamten f├╝r den ganzen rheinischen Oberbergamtsbezirk mit ├╝bertragen. 1814 Oberberg- und Baurat geworden, trat er nach 15j├Ąhriger Wirksamkeit mit dem Charakter als Geheimer Bergrat 1862 in Ruhestand und starb zu
Saynerh├╝tte am 10. Oktober 1864.
Ritter des russischen St. Annenordens seit 1837 in Anerkennung seiner eigent├╝mlichen Baukonstruktionen in Gu├č- und Schmiedeeisen, welche in Zeichnungen und Modellen nach Petersburg verlangt und geliefert worden, fand er auch durch Verleihung des rothen Adlerordens 3. Klasse im Jahre 1852 besondere Anerkennung seiner hervorragenden Leistungen als Staatsdiener. In seinem langen schlichten Haare und mit einem hellbraunen breitrandigen Qu├Ąkerhut von stets gleich bleibenden Normalma├čen war er im
Rheinland eine allerw├Ąrts wohlbekannte Erscheinung. Das Seltsame aber trat zur├╝ck durch die bis ins sp├Ąte Alter kraftvolle Gestalt, die leuchtenden braunen Augen, das Denkergesicht, welches schon fr├╝h von Silberhaar umgeben war. Steht der ganze Mann so manchem Zeitgenossen noch jetzt in lieber Erinnerung, so zeugen auch heute, trotz dem Wandel der Zeit dauerhafter als Menschengedenken, hohe gu├čeiserne S├Ąulenballen, riesige eiserne Wasserr├Ąder, stattliche Gebl├Ąsemaschinen, gewaltige Pumpewerke noch an vielen Orten von seinem umfassenden Geiste und seiner vor keiner Gr├Â├če der Aufgabe verzagenden K├╝hnheit der Konzeption. Von der zu jeglicher technischen Verrichtung in wahrhaft wunderbarer Weise gleich kunstfertigen Hand aber geben uns noch seine in den feinsten Teilen selbstgefertigten, ├╝beraus sinnreichen mechanischen Werkzeugvorrichtungen (Kreis- und Ma├čstab-Teilmaschinen), seine auf der Berliner Bergakademie aufbewahrten Maschinen - Modelle und
Zeichnungen dauernden Beweis. Sein Lebensgang war ungew├Âhnlich, ein stetes Streben zu vollkommenerem K├Ânnen, zu h├Âherem Schaffen und klarerem Erkennen, zun├Ąchst in mancherlei Handarbeit, dann in seinem
Fache als Maschinen- und Baumeister, darauf im Bergbau- und Eisenh├╝ttenwesen, endlich in den weitgehendsten Forschungen und Fragen der Naturwissenschaft, besonders der Geologie und Astronomie. Aus guter B├╝rgerfamilie, welche zu den Qu├Ąkern geh├Ârte, stammend, zwangen ├Ąu├čere Mi├čgeschicke, die die Eltern trafen, den Knaben, in noch zartem Alter das B├Ąckerhandwerk zu erlernen. Der Gro├čvater war F├╝rstlich Schaumburg-Lippischer Hofbuchdrucker; der Vater, dessen Gehilfe, sp├Ąter B├Ącker, starb sehr fr├╝h. Da der Junge aber zugleich alle m├Âglichen Handwerksfertigkeiten erlernt hatte, zog ihn nach der Lehrzeit mit 15 Jahren ein Messerfabrikant, der Vater seiner ersten Gattin, zu sich in seine Fabrik nach Pyrmont, wo er mit 17 Jahren schon Werkmeister wurde. Mit 19 Jabren verlie├č er die ihm nicht gen├╝gende Stellung, um bei dem Mechaniker und Mathematiker Breithaupt in B├╝ckeburg, dem Vater des bekannten Mechanikers Breithaupt in Kassel, physikalische und geod├Ątische Instrumente fertigen zu lernen und sich wissenschaftliche Bildung, namentlich mathematische, anzueignen. Mit 22 Jahren gelang
es ihm, unterst├╝tzt durch die Gnade seines Landesf├╝rsten, die Universit├Ąt G├Âttingen zu beziehen und dort 3 Jahre lang bei hervorragenden Gelehrten, einem Thibaut, Hausmann und Gau├č, sich dem Studium der Mathematik, der Mechanik und des Bau- und Bergwesens zu widmen. Der 25j├Ąhrige, mit praktischem K├Ânnen und theoretischem Wissen in seltener Vereinigung ausger├╝stete Mann fand in dem heimatlichen Kleinstaat die angenehmste Stellung als Baubeamter w├Ąhrend dreier Jahre, aber doch nicht den seinem Streben gen├╝genden Wirkungskreis. Er folgte 1817 einem Rufe in den preu├čischen Staatsdienst, wo im rheinischen Oberbergamtsbezirk eine solche Pers├Ânlichkeit zur Neugestaltung der dortigen veralteten Staats-Berg- und H├╝ttenwerke gesucht wurde. So kam Althans nach der Saynerh├╝lte, wo die bedeutendsten Anlagen, namentlich eine Kanonengie├čerei, geschaffen werden sollten. Als Bedingung der ├ťbernahme der neuen Stellung hatte Althans verlangt, da├č er zuvor zu einer Instruktionsreise nach dem Harz, Mansfeld, Freiberg und Oberschlesien gesandt werde. Auf dieser siebenmonatlichen Reise sammelte er ├╝berall, besonders auf dem Harz bei dem Maschinenmeister Friedrich, reiche Sch├Ątze an Zeichnungen und praktischer Kenntnis. Er sah als Neuestes in Waldenburg eine mit Sehleppventilen ausgestattete F├Ârderdampfmaschine, in Malapane ein Zylindergebl├Ąse, in dem benachbarten Jedlitze ein Zink- und Eisenblechwalzwerk, in K├Ânigsh├╝tte ein Dampfmaschinengebl├Ąse, in Rybnik ein Puddelwerk, in Gleiwitz die ┬╗Rollbr├╝cken┬ź auf dem Klodnilz-Kanal, welche - dort seit lange aufgegeben - sp├Ąter auf dem
Elbing-Oberl├Ąndischen Kanal statt der Schleusen wieder Anwendung gefunden haben und welche neuerdings zur ├ťberwindung starker Kanalgefalle und zum Aufholen von Schiffen aufs Land eine gro├če Bedeutung zu gewinnen versprechen. Die ersten Jahre auf der Saynerh├╝tte vergingen unter massenhaften Bauprojekten f├╝r das dortige Werk, die H├╝tten zu Lobe und Hamm a. Sieg und f├╝r die Bergwerke seines Bezirks, doch gelangte nur weniges zur Ausf├╝hrung; denn hierzu fehlte es an allem, au t├╝chtigen Meistern, an
brauchbaren Arbeitern, an geeigneten Werkstatteinrichtungen, zumeist wohl auch der Staatsverwaltung an Geldmitteln. So mu├čte Althans ohne brauchbare Gehilfen neben der Arbeit am Zeichentisch vorerst die Leute am Schraubstock und an der Drehbank in richtiger Arbeit unterweisen sowie die unentbehrlichen Maschinenwerkstatt einrichten. Hieraus gestaltete sich 1824, nach Bewilligung einer Jahressumme von 300 Thlr. aus Staatsmitteln, eine vollst├Ąndige Werkschule, an welcher Althans unentgeltlich nach einem Berichte an das Ministerium aus dem Jahre 1830 j├Ąhrlich 15-20 Sch├╝ler, besonders Bau- und Maschinenarbeiter zu Werkmeistern etc. ausbildete. Hierzu fand er 1820 bei einem Besuch der eben von Harkort zu Wetter a. d. Ruhr mit englischen Einrichtungen gegr├╝ndeten Eisengie├čerei und Maschinenfabrik - wie es scheint die erste bedeutende derartige Anstalt in Deutschland - gute Vorbilder in gro├čen Werkzeugmaschinen, welche ihn in seinem Streben nach den h├Âchsten Zielen zu weiterer Vervollkommnung der R├Ąderwerke und Arbeitsmechanismen seiner Betriebverrichtungen m├Ąchtig anregten. Althans schreibt dar├╝ber an seinen Freund Henschel in Kassel, mit dem er im regsten Briefwechsel ├╝ber beiderseitige Ideen und Erfindungen in Dampfmaschinen und Gebl├Ąsen und ├╝ber fremde Neuerungen auf den Gebieten des Maschinenwesens stand und damals in Gemeinschaft mit Harkort einen deutschen Privatverein zur Verwertung von Erfindungen zu begr├╝nden bem├╝ht war, am 5. April 1820 folgendes: "Harkort hat bei einer Bereisung Englands reiche Sch├Ątze f├╝rs Maschinenfach gepl├╝ndert und mehrere englische Werkmeister und zu seinem Anfange gleich eine Dampfmaschine, gro├če Bohr- und Drehb├Ąnke mitgebracht und ist mit der Erbauung seiner Gie├čerei und Fabrik in 3/4 Jahren schon so weit gekommen, da├č er schon Dampfmaschinen aller Art anfertigt, wie auch Gasbeleuchtung und Dampfheizung-Vorrichtungen etc. liefert und schon gro├če Entreprisen ├╝bernommen hat." Bereits im Jahre 1820 gab eine auf den Werkst├Ątten der Saynerh├╝tte erbaute, von Althans konstruierte, wohl noch jetzt ihrem Zwecke dienende gr├Âfsere Maschinenanlage zu Thal-Ehrenbreitstein, eine Wasserkunst, welche in einem Steigrohr von ca. 500 m L├Ąnge das Wasser ca. 100 m hoch bis auf die Pfaffendorfer H├Âhe hebt, Zeugnis von der erreichten Leistungsf├Ąhigkeit. Althans wurde seit 1818 vielfach zu den Fortifikationsarbeiten bei Koblenz von dem Leiter, dem bekannten General D'Aster, als Ratgeber herangezogen und stand mit diesem und anderen dortigen Ingenieuroffizieren in regem Verkehr. Ein Brief D'Asters von 1820 gibt dessen Anerkennung der ausgezeichneten Ausf├╝hrung des schwierigen Wasserwerks beredten Ausdruck. 1824 war die neue Hochofenanlage zu Lohe im Siegerlande mit einer zweizylindrigen Gebl├Ąsemaschine und zu Saynerh├╝tte ein ganz eigenartiges, im gro├čen Stile angelegtes Bohrwerk nebst den hierbei unentbehrlichen Vorrichtungen zur Pr├╝fung des Materials auf Koh├Ąsion und Biegbarkeit, darunter eine m├Ąchtige Balkenwaage f├╝r 100.000 Pfund gr├Â├čte Last zum Zerrei├čen und Zerdr├╝cken der Probest├Ąbe vollendet und ein vollst├Ąndiges rationelles System f├╝r die Herstellung von gu├čeisernen R├Ąderwerken mit Epizykloiden-Verzahnung auf Festigkeitsversuchen begr├╝ndet f├╝r beliebige Kr├Ąfte festgestellt. W├Ąhrend der bis dahin fast ohne Hilfe durcharbeiteten m├╝hevollen sieben Jahre seit dem
Dienstantritte war er fortgesetzt mit amtlichen Forderungen geplagt worden, die f├╝r den Staatsdienst vorgeschriebenen Pr├╝fungen als Feldmesser und Baumeister abzulegen, hatte sich aber, dem formalen Architekten-Bildungsgang fernstehend, im Drange des Schaffens geweigert, sein Wissen und K├Ânnen dem Urtheile einer Pr├╝fungs-Kommission zu unterwerfen. In wiederholter Versuchung, den sehr sp├Ąrlich dotierten, ihn beengenden Staatsdienst zu verlassen, schlug er doch, die vorteilhaftesten
Aufforderungen nach dem Auslande - Ru├čland und Mexiko - aus, um in Deutschland weiterzuwirken. Eine Berufung durch das Ministerium zu einem viertelj├Ąhrigen Aufenthalt nach Berlin zwecks Projektierung eines dort zu erbauenden Kanonenbohrwerks gab dem bereits bew├Ąhrten Meister im praktischen Maschinen- und H├╝ttenbau endlich Gelegenheit, vor Eytelwein u.a. die m├╝ndliche Staatspr├╝fung zu absolvieren, zugleich aber auch freundschaftliche Beziehungen zu den dortigen hervorragenden M├Ąnnern im Maschinen- und Berg- und H├╝ttenwesen, Beuth, Karsten, von Oeynhausen, von Dechen, enger zu kn├╝pfen. Gerade in diesem Jahre erreichen seine Arbeiten eine bedeutende, von den Zeitgenossen mit hoher Sch├Ątzung gew├╝rdigte H├Âhe und einen solchen Umfang, dafs ihre Bew├Ąltigung inmitten seiner beschwerlichen monatelangen Dienstreisen fast unbegreiflich erscheint. F├╝r die Saynerh├╝tte mit den Projekten und
den Ausf├╝hrungen der 1828 vollendeten gro├čartigen Maschinen- und Gesch├╝tzgie├čerei mit ihrer imposanten gu├čeisernen S├Ąulenhalle samt Drehkr├Ąhncn und einem m├Ąchtigen Laufkran f├╝r 50.000 Pfd. Last an schwebender Transportstra├če besch├Ąftigt, arbeitete er gleichzeitig an der Herstellung der die Genauigkeit geod├Ątischer und astronomischer Instrumente bezweckenden Me├činstrumente, Werkzeuge und Werkzeugmaschinen von ganz neuer und h├Âchst geistvoller, noch heute musterg├╝ltiger und unerreichter Erfindung und Ausf├╝hrung, ├╝berall in den delikatesten Teilen mit eigener Hand die letzte Feile
anlegend; unter anderen eine Maschine zum Aushobeln von Zahnr├Ądern aus abgedrehten gegossenen Zylindern mit einer jetzt in den Besitz von Fr. Krupp mit ├╝bergegangenen, ganz un├╝bertrefflichen Kreisteilmaschine, behufs einer zur exakten, aber zugleich auch rasch und leicht auszuf├╝hrenden Teilung der R├Ąder in jede beliebige denkbare Anzahl von Z├Ąhnen. Denn er erkannte damals schon den hohen, bei uns leider noch lange nicht genug gew├╝rdigten Wert genauester mathematisch richtiger Ausf├╝hrung der Maschinen, wegen deren er auch in Berichten die vertikale Anordnung der Bohrmaschine f├╝r gro├če Zylinder in Vorschlag brachte. Daneben arbeitete er an allen m├Âglichen Erfindungen und wissenschaftlichen Forschungen auf dem Gebiete des Dampfes, der Mechanik und Hydraulik, an der Ausflu├čgeschwindigkcit gepre├čten Windes aus D├╝sen, an der Festigkeit der Materialien, an der Zapfenreibung im Vergleiche zu der Walzenreibung. 1824 untersuchte er die Eigenschaften des Wasserdampfes bis zu einem Drucke von tausend Atmosph├Ąren und fand - nach einer brieflichen
Mitteilung an Beuth hierbei, da├č die Erhitzung des Wassers zur praktisch n├╝tzlichen Dampferzeugung mit Vorteil nur bis etwa 300 ┬░C zu treiben sei, weil in seinem kleinen kupfernen, mit Sicherheitsventil versehenen Versuchskessel, bei einer ├╝ber diese Temperatur hinausgehenden Erhitzung desselben, das eingef├╝llte Wasser fast ganz aufh├Ârte zu verdampfen. Ein Kapselr├Ąderpaar, welches ihn schon seit
1815 lebhaft im Geiste besch├Ąftigt hatte, sollte besonders in dem von ihm erfundenen einzahnigen
Grenzgebilde, welches sp├Ąter, als Roots-blower aus der Fremde kommend, auch bei uns sein Gl├╝ck machte, als Dampfmaschine wie als Pumpe - er nannte sie Hundpumpe - Hervorragendes leisten, allein seine hierzu aufgewendeten Geldmittel reichten nicht aus, und seine bez├╝glichen Vorschl├Ąge zu weiteren Versuchen fanden bei den vorgesetzten Beh├Ârden keinen Anklang. Weiter gelangte Althans mit einem zur Ventilation ganz ausgezeichneten Apparat, seinem Kreiselwassers├Ąulen-Gebl├Ąse, welches er gegen 1824 zun├Ąchst in Holz ausgef├╝hrt bei einem Schmiedefeuer zu Saynerh├╝tte benutzte und sp├Ąter 1827 in gr├Â├čerem Ma├čstabe zum Frischfeuerbetrieb auf dem H├╝ttenwerke Lohe ausf├╝hrte; er erreichte aber auch bei dieser Ausf├╝hrung wegen unrichtiger Angabe des Betriebsbeamten ├╝ber die erforderlichen Gr├Â├čenverh├Ąltnisse, Windmengen u. dergl. den unter passenden Umst├Ąnden gesicherten durchschlagenden Erfolg nicht. Sein ├Ąlteres Schneckengebl├Ąse, welches sp├Ąter als Cagniardelle von Frankreich kommend
in Veckerhagen von Henschel und anderw├Ąrts mit Erfolg ausgef├╝hrt wurde, und welches wegen seiner ├╝beraus einfachen und dauerhaften Einrichtung und seines hohen Wirkungsgrades noch heute sich f├╝r viele Zwecke empfiehlt, blieb nach Vorlage bei der Beh├Ârde unter den Projekten liegen. Gr├Â├čere Bedeutung fanden seine schon damals projektierten hohlen gu├čeisernen Wellen mit gu├čeisernen Rosetten zur Anbringung der aus d├╝nnen eisernen Zugstangen bestehenden, leichten und eleganten Armierung f├╝r gro├če Radkr├Ąnze, besonders bei zahlreichen Wasserr├Ądern, welche er auf vielen H├╝ttenwerken und M├╝hlenanlagen in Rheinland und Westfalen sp├Ąter zu erbauen hatte und von welchen sich die oberschl├Ąchligen namentlich auch durch die von ihm erfundene un├╝bertroffene Zylindersch├╝tze
auszeichnen. Ganz hervorragend sind seine Leistungen auf dem Gebiete des Eisenh├╝ttenwesens bei der Einf├╝hrung des Puddelfrischens im Rheinlande im Walzwerks- und Ofenbau und bei der Umgestaltung der veralteten niedrigen Schmelz├Âfen zu leistungsf├Ąhigeren Hoch├Âfen. Auf den 1825 von Gebr. Remy in Aussicht auf Staatspr├Ąmien neu angelegten Puddel- und Walzwerken zu Rasselstein bei Neuwied und zu
Alf a. Mosel erhielten R├Ąderwerk, Walzenstra├čen, Walzenger├╝stc durch ihn eine f├╝r die damalige Zeit ganz neue und hervorragende, noch heute ma├čgebende Anordnung und Ausf├╝hrung. Die Ger├╝ste auf den Stra├čen f├╝r beliebige Walzenl├Ąngen machte Althans verschiebbar; die obere Blechwalze st├╝tzte er in ihren Lagerschalen auf senkrechte von unten her durch Gegengewichte getragene, in den Ger├╝sten abw├Ąrts gef├╝hrte Stangen; die Essen stellte er behufs Freilegung der Puddel- und Schwei├čofen auf gu├čeiserne Ger├╝ste. Als die Direktion der Dillinger Blechfabrik sich zu einem Umbau des dortigen Walzwerks
gen├Âtigt sah, schrieb diese ihm unter dem 30. Januar 1825: "An wen k├Ânnten wir uns unter solchen Umst├Ąnden mit mehr Vertrauen wenden als an Euer Wohlgeboren." Auf einer Reise nach Lohe im Dezember
desselben Jahres, in dem eine gro├če Aufgabe die andere jagte, gelangte Althans zu seiner vom Ausland sp├Ąter ausgebeuteten, im Inlande verschm├Ąhten, neuen Konstruktion eines Eisenhochofens aus Gu├čeisen. welche er u. a. in Karstens Archiv, Bd. XII 1826, S. 259, alsbald publizierte. Nach der dort gegebenen, auch im Auslande nicht unbeachtet gebliebenen Beschreibung war es nur ein bequemer Schritt zu der schottischen Konstruktion mit schmiedeeisernem Mantel und Gichtger├╝st. Was aber an der damaligen Grundidee der Eisenkonstruktion eines Hochofens noch fehlte und was die Briten nicht fanden, das holte Althans ein Menschenalter sp├Ąter beim Bau der Hochofenanlage zu M├╝hlhofen bei Engers a. Rh.
nach, indem er auch den Kernschacht auf gu├čeiserne, von gufseisernen S├Ąulen getragene Kranzringe stellte und so auch das mit Eisen verankerte Ofengestell von allen Seiten zug├Ąnglich, durch Wasserk├╝hlung erhaltbar und reparaturf├Ąhig machte. Da├č diese Ausf├╝hrung den neueren Anlagen zum Vorbild gedient hat, wird unvergessen sein. Die Aufnahme der Dampfschiffahrt auf dem Rhein konnte ohne die Mitwirkung des nun ├╝berall unentbehrlichen Ratgebers nicht vor sich gehen. Durch die K├Ânigliche Regierung zu K├Âln und die Rheinische Dampfschiffahrtsgesellschaft zu Untersuchungen und Begutachtungen der dabei erforderlichen Mafsregeln und Arbeiten aufgefordert, besuchte er 1827 die von John Cockerill in Seraing und von R├Ântgen in Rotterdam geleiteten Werke zur Erbauung von Dampfschiffen. In einem Schreiben au Beuth vom 2. September desselben Jahres nach dieser Reise schlug er vor, am Rhein, etwa in Engers, in Verbindung mit der Saynerh├╝tte und den rheinischen Walzwerken, ├Ąhnliche Anstalten zu errichten, indem er in der sp├Ąter freilich allzusehr best├Ątigten Voraussicht schreibt: "Jeder Zuflu├č
an Gu├čarbeit ist f├╝r die Saynerh├╝tte sehr w├╝nsehenswert, weil ich f├╝rchte, da├č k├╝nftig hinreichende Besch├Ąftigung fehlen m├Âchte." Als sich dieser Plan mit Staatshilfe nicht verwirklichen lie├č und die Milit├Ąrverwaltung aus unbegreiflichen Ursachen der eben begr├╝ndeten Gesch├╝tzgie├čerei der Saynerh├╝tte trotz der vorz├╝glichsten Leistungen ihre Bestellungen zugunsten schwedischer Werke entzog, half Althans 1830 bei der Begr├╝ndung und Einrichtung einer Privat-Maschinenfabrik (Fr. Seb. Menn, sp├Ąter D'Ester und von Bleul) zu Saynerh├╝tte, um dort im Anschlu├č an die Einrichtungen des Staatswerkes
seine zahlreichen Maschinenprojekte f├╝r Privath├╝ttenwerke ausf├╝hren zu lassen. Nachdem bereits fr├╝her eine Wassers├Ąulenmaschine auf einer Eisenerzgrube bei Kirchen a. Sieg, welche sp├Ąter auf die Grube Eupel bei Wissen a. Sieg versetzt wurde, in einer von dem Reichenbach'schen Typus abweichenden Anordnung mit eigent├╝mlicher Neuerung von ihm erbaut worden war, versah er 1836 eine noch mehr verbesserte ganz vorz├╝glich konstruierte derartige Maschine auf der Grube Pfingstwiese bei Ems a. Lahn mit der von ihm erfundenen Hub- und Druckpumpe, deren Kolben das Druckventil tr├Ągt und deren Gest├Ąnge zugleich als Steigrohr dient. Diese Althans-Pumpe, welche er Perspectivpumpe nannte, ist sp├Ąter P. von Rittinger als Erfindung angerechnet worden und wird zu Unrecht Rittinger-Pumpe genannt. Dieselbe hat
bei der sch├Ânen Wassers├Ąulenmaschine, welche in den f├╝nfziger Jahren vom Zivilingenieur C. Kley
unter Althans Leitung f├╝r die Grube Altenberg bei Moresnet konstruiert wurde, gleichfalls Verwendung gefunden. Besonders bemerkenswert ist eine Wassers├Ąulenmaschine, welche damals von dem jetzigen H├╝ttendirektor Schlink bei Althans konstruiert auf Grube Centrum bei Eschweiler steht. Hatte er in den zwanziger Jahren lebhaften Anteil an den Bestrebungen von Perkins, E. Alban und Henschel, hochgespannten Dampf darzustellen und zu verwenden, genommen, so war er in den drei├čiger Jahren eifrig t├Ątig, f├╝r die Konstruktion der Dampfkessel praktische Formeln zur Berechnung der Blechst├Ąrken und der Dampfspannung und zweckm├Ą├čige Formen auf Grund sorgf├Ąltiger Zerrei├čversuche mit zusammengenieteten Blechen zu ermitteln und einzuf├╝hren, wobei er in R├╝cksicht auf die konstruktiven M├Ąngel der Cornwall- und Lancashire-Kessel eine Verbindung von mehreren m├Ą├čig dicken Walzenkesseln als minder gef├Ąhrlich bevorzugte. Die Errichtung einer Bleiwei├čfabrik zu Rheinbrohl durch die Gewerkschaft Rhodius, bei welcher ihm der mechanische, dem Professor Dr. G. Bischof in Bonn aber der chemische Teil der die Nutzbarmachung von nat├╝rlichen Kohlens├Ąure-Exhalationen bezweckenden Anlage zufiel, brachte ihn in die engsten freundschaftlichen Beziebungen zu diesem bedeutenden Chemiker und Geologen. Geologische Forschungen, welche bei der damaligen geringen Verbreitung pal├Ąontologischer Kenntnisse f├╝r den selbst├Ąndigen Denker neben ganz bedeutenden, auch jetzt zutreffenden neuen Erkl├Ąrungen dynamischer Bildung, z. B. von Ringgebirgen, auch irrige Auffassungen der Erdbildung einschlossen und von Althans in einer besonderen Schrift ver├Âffentlicht wurden, f├╝hrten ihn in Gemeinschaft mit Bischof nach den Schweizer Alpen. Diese Gemeinschaft fand aber auch weiter statt bei den zu Saynerh├╝tte von Althans ausgef├╝hrten bekannten Versuchen ├╝ber die Abk├╝hlung gro├čer Kugeln aus geschmolzenem Basalt und bei der daraus abgeleiteten Theorie der Zunahme der Erdw├Ąrme in gro├čen Tiefen und sp├Ąter namentlich bei seinen leider nicht publizierten, aber handschriftlich erhaltenen, hochinteressanten Versuchen ├╝ber die Darstellung von stark gepre├čten Generatorgasen aus Steinkohlen und deren Benutzung zum Schmelzen von Roheisen im Kupolofen, wobei Althans 1842 einen kleinen schachtf├Ârmigen Generator mit Gebl├Ąsewind benutzte und die m├Âglichst tief abgezogenen Generatorgase mit nach seiner eigenen Konstruktion gebauten Kupfer-Eisen-Pyrometern auf ihre Temperatur und in einem nach Bischofs Angabe eingerichteten Eudiometer chemisch untersuchte. Er vermochte ohne weitere Geldbewilligung aus dem Studium der ersten Versuche nicht hinaus zu kommen. Ganz ebenso war es freilich l├Ąngere Jahre vorher mit Versuchen ergangen, Unterwind beim Roheisenschmelzen im Flammofen anzuwenden, welche auf seine Veranlassung zu Saynerh├╝tte unternommen wurden. Als Pyrotechniker ebenso bedeutend wie als Mechaniker und Hydrauliker
zeigte er in nachgelassenen Briefen u. a. ├╝ber Gaspuddeln mit lufttrockenen Braunkohlen, da├č er in bezug auf Gasfeuerung beim H├╝ttenwesen seinen Zeitgenossen weit voraus geeilt war. Die sp├Ąter auch von Schott zu Ilsenburg entdeckte physikalische Erscheinung des Schwimmens von festem auf fl├╝ssigem Eisen ist bereits 1842 von Althans erkannt und G. Bischof mitgeteilt worden. Mit Fr. Krupp stand er behufs Untersuchung von Gu├čstahl in Briefwechsel und erkannte hierbei - wohl nicht ohne Einflu├č auf dessen
Erfolge - mit weitem Vorausblick auf dem heimischen Boden die Grundlage der gro├čartigen Entwicklung einer dem Ausland ├╝berlegenen Gu├čstahlfabrikation. Neben den seiner Zeit weit vorauseilenden
Untersuchungen ├╝ber die wesentlichsten Fragen des H├╝ttenwesens in bezug auf Vergasung des Brennmaterials behufs Erzeugung hoher Temperaturen, mit deren L├Âsung auch die heutige Zeit
nach grofsen Fortschritten noch immer besch├Ąftigt ist, war Althans damals aufs eifrigste zugleich
noch in drei anderen wichtigen Gebieten der technischen Wissenschaft t├Ątig: in der Hydrau1ik nicht allein durch die Erbauung seiner eisernen Wasserr├Ąder in den gro├čartigsten Dimensionen und der bereits erw├Ąhnten Wassers├Ąulenmaschinen, sondern auch mit der Ausbildung der Kreiselr├Ąder und Turbinen, in der Tiefbohr-Technik und in der neuerlich so vielseitig verwendeten und noch so viel versprechenden Elektrodynamik. Mit Henschel ├╝ber die von diesem vor Jonval erfundene Leitradturbine mit axialer Beaufschlagung im Briefwechsel, empfahl 1837 Althans seinem Freunde unter dem "Rollsch├╝tzenleder" den Kreiselzellen Luft zuzuf├╝hren, damit nicht bei vermindertem Wasserzuflu├č, wobei gerade ein hoher Wirkungsgrad wesentlich sei, unn├Âtiges Wasser mit herumgeschleppt und abwechselnd in Stillstand und Bewegung gesetzt werden m├╝sse. Diese an den Leitradturbinen erkannten Schwierigkeiten bei der Beaufschlagung mit sehr wechselnden Wassermengen scheinen ihn zur Wiederaufnahme einer bereits 1810 konzipierten Idee, das Segner'sche Reaktions- oder Kreiselrad f├╝r hohe Gef├Ąlle durch Beaufschlagung von unten nutzbar zu benutzen, bewogen zu haben, denn seine einfache, mit geraden Kreiselarmen
und Schutzvorrichtungen versehene, vorz├╝glich gelungene erste Reaktions-Kreiselturbine ist 1839/40 f├╝r die damals D'Estersche Lohm├╝hle zu Vallendar ausgef├╝hrt. Einer sp├Ąteren Ausf├╝hrung f├╝r ein Zylindergebl├Ąse der Gr├Ąfenbacher H├╝tte (Gebr. B├Âcking) gab Althans gekr├╝mmte Schwungarme und verband den Kreisel mit einem ├Ąufseren, in umgekehrter Richtung umlaufenden geschaufelten Turbinenkranze, welcher, von den Kreisel-Wasserstrahlen getrieben, den Wirkungsgrad der Maschine noch um 5 bis 10 Prozent erh├Âht. Seltsamerweise haben diese f├╝r hohe Gef├Ąlle und stark wechselnde Wassermengen ganz ausgezeichneten, mit geringer Reibung und hohem Wirkungsgrade arbeitenden Althans-Kreiselr├Ąder kaum weitere Verbreitung gefunden. Hatte Althans bereits auf der Universit├Ąt eine sinnreiche Bohrmaschine erfunden und 1815 f├╝r die Steinkohlengrube zu Obernkirchen ausgef├╝hrt, so zeigte seine Mitwirkung bei einer Tiefbohrung nach warmen Quellen zu Thal-Ehrenbreitstein in den Jahren 1837/38 als technischer Leiter seine Meisterschaft auch auf dem damals noch wenig entwickelten Gebiete der Erdbohrkunst. Er arbeitete hierbei durchweg mit eigenartigen Vorrichtungen, unter denen seine Fangklauen, die Verwendung eines aus zusammengenietetem Bandeisen bestehenden Seiles zum Bohren und L├Âffeln,
das von ihm erfundene Verfahren. Bohrl├Âcher durch Betonieren gegen Nachfall und eindringende wilde
Wasser zu siehern, besonders hervorzuheben sind. Berghauptmann von Oeynhausen benutzte bei seinen damaligen, durch die Erschlie├čung des nach ihm benannten, durch Sch├Ânheit und Heilkraft ausgezeichneten Badeorts erfolgreichen Tiefbohrarbeiten fortgesetzt in allen schwierigen F├Ąllen den stets bereiten sachkundigen Rat seines Freundes Althans, welchem dadurch an der Begr├╝ndung dieses Bades, wo er selbst im Alter gern Erholung und Heilung suchte, ein nicht geringer Teil zuf├Ąllt.
Neben den Gasversuchen besch├Ąftigten Althans umfassende Versuche ├╝ber die Verwertung des Elektromagnetismus zu motorischer Arbeit und ├╝ber die Geschwindigkeit, sowie die Widerst├Ąnde des elektrischen Stromes. Er fertigte mit eigener Hand in seiner mit jedem denkbaren Arbeitsger├Ąt in vollkommenster Weise ausgestalteten Werkstatt, in der er die der Erholung gewidmeten dienstfreien Stunden am liebsten verbrachte, Galvanometer, thermoelektrische S├Ąulen, m├Ąchtige galvanische Baterieen, gewaltige, nach sorgf├Ąltigen Versuchen in den vorteilhaftesten Formen konstruierte Elektromagnete, eine ├╝beraus sinnreiche Maschine, um die Zeitintervalle ├╝berspringender elektrischer Funken in dem Reflexbogen eines mit etwa 1000 Umdrehungen in der Sekunde rotierenden Spiegels und somit die Geschwindigkeit des elektrischen Stromes zu messen. Indem er die Anziehungskr├Ąfte seiner durch jene Batterien erregten und als Elemente einer gewaltigen Maschine angeordneten Elektromaschine
untersuchte, fand er, da├č der Verbrauch an Zink und S├Ąure etc. etwa die siebenfachen Kosten im
Vergleiche zu den Betriebskosten einer gleich starken Dampfmaschine ergeben w├╝rde und lie├č diese Versuche entt├Ąuscht und entmutigt ruhen, deren erfolgreiche Wiederaufnahme erst nach weiterer Entwicklung der elektromagnetischen Kenntnisse der Neuzeit vorbehalten blieb. Die Erbauung der oben erw├Ąhnten sch├Ânen Kokshochofen-Anlage bei M├╝hlhofen a. Rhein in den f├╝nfziger Jahren, welche sp├Ąter durch Fr. Krupp erweitert worden ist, war das letzte von ihm im Staatsdienst selbst erbaute H├╝ttenwerk. Neben der amtlichen T├Ątigkeit als Revisions-Baurat f├╝r die Staats-, Berg- und H├╝ttenwerke
und Salinen in Rheinland-Westfalen wurde er damals noch anderweit dienstlich herangezogen, um schwierige Eisenkonstruktionen in Berlin - f├╝r die Werderschcn M├╝hlen - zu entwerfen und ├╝ber Staatsh├╝ttenwerke in Oberschlesien Gutachten abzugeben, allein seine bisherige umfassende T├Ąligkeit als Ratgeber und Bau-Ingenieur f├╝r Privath├╝ttenwerke fand ihren Abschlu├č durch ministerielle Vorschriften, welche die Besch├Ąftigung der Beamten f├╝r Privatzwecke untersagten. Von ├Ąu├čerem Mi├čgeschick am Abend des Lebens betroffen, vermochte doch auch in den letzten Lebensjahren nichts den Arbeits- und Forschungsdrang des vom fr├╝hesten Morgen bis zum sp├Ąten Abend unerm├╝dlich t├Ątigen Mannes
zu hemmen. Sobald die Arbeiten des Dienstes erledigt waren, folgten die mannigfachsten Studien, Untersuchungen und Arbeiten auf wissenschaftlichen Gebieten. Neben regelm├Ą├čigen t├Ąglichen meteorologischen Beobachtungen besch├Ąftigten ihn Messungen der W├Ąrme und Lichtst├Ąrke der Sonne,
Berechnungen ├╝ber die Temperatur des Sonnenk├Ârpers, ├╝ber das Gesetz der Zunahme der Dichtigkeit der Sonnenatmosph├Ąre und ├╝ber den physikalischen Zustand der Sonnenoberfl├Ąche und des Sonnenk├Ârpers. Seine letzte T├Ątigkeit bestand in einer umfassenden Darstellung der Resultate dieser Forschungen zu einem Gesamtbilde der physikalischen Zust├Ąnde und Verh├Ąltnisse unseres Sonnen- und Planeten-Systems und der daraus abzuleitenden kosmogenetischen Forschungen, ein Werk, an dessen Vollendung ihn leider Krankheit und Tod verhinderte. Inmitten des Arbeitsdranges und des Schaffens der j├╝ngeren Jahre fand Althans Zeit, mancherlei ├╝ber seine Arbeiten besonders in Karstens Archiv und in den Verhandlungen des Vereins zur F├Ârderung des Gewerbflei├čes in Preu├čen zu ver├Âffentlichen, allein fortgerissen von dem rastlosen
Drange zu h├Âher und h├Âher aufsteigenden Studien und unausgesetzt arbeitend in den bedeutendsten Aufgaben der Technik blieb ihm sp├Ąter niemals die Mu├če, seine sch├Ânen und gro├čartigen Arbeiten
auf den Gebieten des Maschinen- und des Berg- und H├╝tten-Wesens zur Publikation zu bringen. Die ihm vorgesetzte Staatsbeh├Ârde verf├╝gte damals nicht ├╝ber die zu so umfassenden Ver├Âffentlichungen n├Âtigen Mittel, welche heutzutage zu derartigen Zwecken vorgesehen sind. Schreib- und Zeichenhilfe sich zu beschaffen, war Althans als Baurat selbst ├╝berlassen und sein Nachla├č von Zeichnungen und Manuskriptcn birgt fast nur Aufzeichnungen der eigenen Hand als Denkm├Ąler eines durch Anspruchs- und Selbstlosigkeit im Leben, wie durch Selbst├Ąndigkeit und Energie des geistigen Schaffens gleich ausgezeichneten Mannes. Wie die vorstehenden Mitteilungen aus l├╝ckenhaften Manuskripten und aus eigenen Erinnerungen der Jugendzeit des Verfassers in diesem Lebensbild nur eine d├╝rftige Skizze darbieten, so ist vieles vergessen und Anderen zugute gekommen, was Althans von seinem ├╝bersprudelnden Ideen-Reichtum gern mitteilte. Sicherlich aber hat sein belehrender und ├╝berall den Kern der Sache durchschauender, anregender Genius unter den vielen Zeit- und Fachgenossen, mit denen er zu Hause und auf seinen best├Ąndigen Reisen nach den ihm erreichbaren St├Ątten des Eisengewerbes verkehrte, einen weithin befruchtenden und noch viel bedeutenderen Einflu├č auf die Entwicklung seiner Zeit ausge├╝bt, als die vorstehende Betrachtung seines eigenen Schaffens erkennen l├Ą├čt.
QUELLE[Stahl und Eisen (1882) Nr. 5, 169, Autor: Ernst Allhans]