Zeit |
Ereignis |
1761 |
Johannes Grebe (1738-1822) zieht aus Wiesenbach nach Wolzhausen, und erwirbt hier das später unter dem Hausnamen "Simmes" bekannte Anwesen. In einem Gebäudekataster aus der Mitte des 18. Jahrhunderts ist zu diesem, nun auf J. Grebe überschriebenen, Anwesen erstmals ein "Brauhaus" eingetragen. Dieses Brauhaus wird von seinem Sohn Johannes (1774-1834) und später von dessen Sohn Johann Ludwig (1798-1867) weitergeführt |
26.07.1842 |
Georg Thome heiratet Margarethe Grebe die Tochter und Erbin des Brauereibesitzer Johann Ludwig Grebe. Er hat vorher bei seinem Schwiegervater das Brauer- und Küferhandwerk erlernt und führt nun dessen Brauhaus und auch die Gaststätte weiter. |
01.01.1867 |
Georg Thome I. (1817 - 1870) muß für seine kleine gewerbliche Bierbrauerei eine neue Genehmigung beantragen. Das ihm am 1.1.1867 erteilte Gewerbepatent weist ihn aus als "Zäpfer von Bier und Branntwein, Bierbrauer, welcher bis zu 100 Ohm (=137,40 hl) jährlich braut, und Küfer". Es ist die älteste amtliche Erlaubnis zum Betrieb der einzigen um 2000 noch bestehenden Bierbrauerei des Kreises Biedenkopf, die uns heute vorliegt. Der Ausschank erfolgt in der eigenen Gaststätte und bei den ortsansässigen Zapfwirten Heinrich Thome I. und Heinrich Thome II. |
1868 |
Gründung |
1873 |
Georg Thomes I. erster Sohn, Heinrich Thome IV.(1845 - 1932), beginnt mit der Vergrößerung der Brauerei und mit dem Bau eines neuen Malzkellers. Als Lagerkeller dient ein Felsenkeller an der Straße nach Breidenbach. |
1877 |
Um der immer größer werdenden Nachfrage nach Thome-Bier gerecht zu werden, baut Heinrich Thome IV. |
1879 |
Ein Eishaus wird gebaut. |
1895 |
Der neuen Brauerei wird ein Eishaus angegliedert. Durch entsprechende Luftkanäle können nun auch in den Sommermonaten die neuen Lagerkeller gekühlt werden. |
1905 |
Friedrich Thome (1877-1932) wird als ältester Sohn von Heinrich Thome zu dessen Nachfolger ausersehen und absolviert daher in Berlin sein Studium zum Diplom-Braumeister. Schon während seines Studiums plant er auf einem Grundstück in der Sandstraße eine neue, größere und modernere Brauerei zu errichten. Man beginnt mit dem Kellergebäude, einem massiven Ziegelbau, dessen Außenmauern eine Stärke von 1,25 m haben und gegen eindringende Wärme doppelt isoliert werden. Über die zum Teil unterirdisch liegenden Lagerkeller baut man einen Eiskeller mit einem Fassungsvermögen von 12000 Ztr. |
1908 |
Neubau der Brauerei und Aufstellung einer Dampfmaschine als Ersatz für eine Wolf-Lokomobile |
1908 |
Es werden die Gebäude für Sud- und Maschinenhaus sowie für die Dampfkesselanlage errichtet. Den größten Raum benötigt die Sudhausanlage. Mit ihren dampfbeheizten Bottichen und dem Maischefilter lockt sie nach Fertigstellung selbst Fachleute aus dem Dortmunder Raum zur Besichtigung an. Den Antrieb der Sudhausanlage und der Schroterei besorgt eine Dampfmaschine mit einer Leistung von 25 PS, die ihren Dampf aus einer mit Kohle beheizten Dampfkesselanlage bezieht. Sie ersetzt die Wolffsche Lokomobile von 6 PS aus dem Jahre 1898. |
1909 |
Mit der Fertigstellung der neuen Brauerei wird das Unternehmen in eine GmbH umgewandelt. Geschäftsführer ist Friedrich Thome, Gesellschafter sind sein Vater und seine Geschwister. |
20.04.1909 |
Am 20. April 1909 kann der erste Sud in der neuen Brauerei gebraut werden. |
01.07.1909 bis 31.12.1909 |
Für die zweite Jahreshälfte ist der Verkauf von 2000 hl Bier überliefert |
1910 |
Der Ausstoß beträgt 4500 hl. |
1910 |
Es wird eine Kühlmaschine angeschafft, da eine ausreichende Natureisgewinnung nicht in jedem Winter gesichert ist. Man kann nun im Bedarfsfall Lager- und Gärkeller zusätzlich kühlen und außerdem für die Wirtekundschaft Eis künstlich herstellen. |
1. Weltkrieg |
War die allgemein günstige wirtschaftliche Entwicklung im deutschen Kaiserreich dem Unternehmensgeist der Thomes entgegengekommen, so bringen die Kriegsjahre 1914 - 1918 der Brauerei einen starken Rückschlag. |
1918 |
Die kriegsbedingten Krisenjahre finden ihren zahlenmäßigen Ausdruck in einem Umsatz von nur 990 hl im Jahre 1918. |
30.09.1919 |
Die Gesellschaftsform der GmbH besteht zehn Jahre, bis ab 30. September 1919 nach Übernahme aller Geschäftsanteile Friedrich Thome die Brauerei alleine weiterführt. |
1920 |
Es werden eine Gleichstromlichtmaschine und eine Akkumulatorenbatterie aufgestellt zur elektrischen Versorgung aller Räume der Brauerei und des Wohnhauses. Durch diese Eigenstromversorgung, die bis 1955 betrieben wurde, ist man weitgehend unabhängig von fremden Energieversorgern, solange das Feuer im Dampfkessel brennt und die Dampfmaschine sich dreht. |
1921 |
In den folgenden Jahren nach 1920 werden die alten Holzfässer und Holzgärbottiche durch moderne, innen emaillierte Stahllagertanks und Bottiche ersetzt. War bis zu diesen Jahren das Bier ausschließlich mit Pferdefuhrwerken ausgefahren worden, so sorgt von nun ab ein erster Lastkraftwagen für einen rascheren Transport. |
1925 |
Die Nachkriegsjahre hemmen die Aufwärtsentwicklung, so daß erst 1925 die 3000-hl-Grenze wieder überschritten werden kann. |
1932 |
Nach dem Tode des Vaters und des Großvaters übernimmt Wilhelm Thome (1902 - 1945), der 1925 in München die Braumeisterprpfung abgelegt hatte, die Leitung der Brauerei. |
1942 |
Der zweite Weltkrieg und die Einberufung des neuen Firmenchefs Wilhelm Thome zum Wehrdienst bringt den Betrieb, nachdem nur noch zwei Belegschaftsmitglieder zurückgeblieben sind, gänzlich zum Erliegen. Die Thome-Kunden werden von der Brauerei Balbach, Biedenkopf, und von der Oranien-Brauerei, Dillenburg, versorgt. |
1945 |
Nach dem Zusammenbruch kommt eine der Brauereien in Biedenkopf und Dillenburg ihren Lohnbrauverpflichtungen nicht mehr nach. So bezieht Frau Friede Thome, die seit der Einberufung ihres Mannes die Geschäftsführung übernommen hatte, von der befreundeten Brauerei Schweisfurth in Eichen (Westfalen) Bier, um die "trockene" Kundschaft zu beliefern. |
06.09.1945 |
In den schwersten Jahren in der Geschichte der Firma in der Nachkriegszeit stellt die Brauerei Schweisfurth einen Braumeister und einen Maschinisten zur Verfügung. Diese gehen daran, den Betrieb, der unter der Stillstandsperiode stark gelitten hatte, wieder in Gang zu bringen. Endlich, am 6.9.1945, konnte der erste Nachkriegssud gebraut werden. |
15.11.1946 |
Vom 15.11.1946 bis zum 30.4.1949 übt Braumeister Veltins die technische Leitung des Betriebes aus. Es war die Zeit des Molkebieres, eines Bierersatzgetränkes, mit künstlichen Süßstoff bereitet. |
08.1948 |
Wegen Rohstoffmangels war der Umsatz so zurückgegangen, daß die Kapazität der Brauerei nicht mehr gut genug ausgenutzt werden kann. Deshalb nimmt man zusammen mit der Firma Mauxion im August 1948 die Produktion eines Brotaufstrichs "Goldsirup" aus amerikanischem Maisgries auf. |
1949 |
Die Zeit nach der Währungsreform bringt auch die Möglichkeit, statt der Dünnbiere und Bierersatzgetränke der Kriegs- und Nachkriegszeit endlich wieder Bier zu brauen, wenn auch vorerst nur 8-prozentig. So verzeichnet die Brauerei für das Jahr 1949 schon wieder einen Bierumsatz von 2200 hl. |
01.05.1949 |
Die technische Leitung der Brauerei liegt vom 1.5.1949 bis zum 31.12.1956 in den Händen von Diplom-Braumeister Willi Weinbrenner. |
1952 |
Mit ständig steigendem Umsatz, ist schon 1952 eine Erweiterung der Gär- und Lagerkeller notwendig, da die vorhandenen Lagermöglichkeiten nicht mehr ausreichen. |
1955-1956 |
Die herkömmliche Eisgewinnung findet erst mit einem letzten "Eisfest" im Winter 1955/56 ihr Ende. |
1957 |
Als 1957 Diplom-Braumeister Fritz Thome (geb. 1932) die technische Leitung der Brauerei übernimmt, , geht er sofort daran, den Betrieb weiter zu modernisieren und zu vergrößern. |
04.1957 |
Nach der Inbetriebnahme einer automatischen Kühlanlage wird im ehemaligen Eiskeller eine neue Flaschenabfüllanlage installiert. |
11.1957 |
Vergrößerung des Gärkellers. |
02.1958 |
Zur Bierfiltration wird im Februar 1958 ein Kieselgurfilter aufgestellt |
05.1958 |
Im Mai werden drei weitere Kühlmaschinen zusätzlich in Betrieb genommen. |
07.1959 |
Im Juli 1959 kann eine neue Würzekühlanlage ihre Arbeit aufnehmen. |
04.1960 |
Eine vollautomatische, ölbeheizte Dampfkesselanlage trägt seither wesentlich zur Rationalisierung des Betriebes bei. |
1961 |
Es müssen nochmals neue zusätzliche Lagertanks angeschafft werden. Im Maschinenhaus demontiert man die alte Kühlmaschine und ersetzte sie durch eine neue. |
30.09.1961 |
Mit dem 30.9.1961 verläßt Mauxion Wolzhausen und zieht um in ihren neuen Betrieb in Eltville. |
1964 |
Mit dem Jahreswechsel 1964/65 scheidet der jüngere Bruder des späteren Inhabers, Ernst Thome, aus der Erbengemeinschaft aus und übernimmt einen Hotelbetrieb im Schwarzwald. Seitdem wird die Firma als "Brauerei H. Thome Kommanditgesellschaft" weitergeführt. Persönlich haftender Gesellschafter und Geschäftsführer wird Fritz Thome, während seine Mutter Kommanditistin ist. |
1967 |
Es werden neue Drucktanks aufgestellt, und die Leistungsfähigkeit des Sudhauses wird vergrößert durch den Einbau eines Zusatzkochers. |
1967 |
Ein Malzsilo-Neubau mit einem Fassungsvermögen von 30 Tonnen und einer automatischen Malzannahme aus Silofahrzeugen rundet das Investitionsprogramm ab. |
1970-1972 |
In den Jahren 1970 und 1971 werden die alten Lagertanks durch neue aus Edelstahl ersetzt. |
1977 |
Die größte Einzelinvestition in der Nachkriegsgeschichte der Brauerei ist der Neubau eines automatisch gesteuerten Sudhauses, das ebenfalls komplett in Edelstahl ausgeführt ist. |
1988 |
Es werden neue Anlagen zur Abfüllung und Etikettierung der Bierflaschen angeschafft |
1992 |
Anschaffung einer moderneren und größeren Flaschenreinigungsmaschine. |
1995 |
Fritz Thome stellt auch die Faßabfüllung auf das neue Keg-System um. |
26.03.1998 |
Fritz Thome gibt die Geschäftsführung an seinen Sohn Nils Holger (geb. 1965) ab. Er bleibt dabei , genauso wie seine Tochter Christina Endes, weiterhin Gesellschafter der KG. Dank der unermüdlichen Aufbau- und Modernisierungsbemühungen der vorangegangenen Generationen, kann die Brauerei H. Thome zuversichtlich den Herausforderungen des 21. Jahrhunderts entgegensehen. |